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| Ă–sterreichische Bundesbahnen-Holding Aktiengesellschaft | |
|---|---|
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| Rechtsform | Aktiengesellschaft |
| Gründung | 31. März 2004 |
| Sitz | Wien, Ă–sterreich |
| Leitung | Christian Kern (CEO)[1][2] Franz Seiser[1] Josef Halbmayr (CFO) |
| Mitarbeiter | 45.186 (Stand 31. Dezember 2009)[3] |
| Umsatz | 5.748 Mio. EUR (2009)[3] |
| Branche | Eisenbahnunternehmen |
| Produkte | Transport und Logistik |
| Website | www.oebb.at |
Die Österreichischen Bundesbahnen (kurz ÖBB; früher Bundesbahnen Österreichs, BBÖ) sind die größte staatliche Eisenbahngesellschaft Österreichs.
Inhaltsverzeichnis |
Die schrittweise Verstaatlichung des Bahnnetzes der österreichischen Reichshälfte von Österreich-Ungarn begann 1882. Die k.k. österreichischen Staatsbahnen (kkStB) entstanden.
Mit dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie 1918 hörten die k. u. k. österreichischen Staatsbahnen auf zu bestehen. Große Teile des Rollmaterials und des Streckennetzes verblieben in den neugegründeten Staaten Tschechoslowakei, Jugoslawien und Polen. Die Staatsbahnen Österreichs firmierten fortan als Österreichische Staatsbahnen (ÖStB), bis 1923 die Gründung des selbständigen kaufmännischen Unternehmens Österreichische Bundesbahnen erfolgte. Die Abkürzung war BBÖ, da ÖBB schon von der schweizerischen Oensingen-Balsthal-Bahn besetzt war.
Nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 wurden die BBÖ von der Deutschen Reichsbahn übernommen. Während des folgenden Zweiten Weltkrieges wurden ca. 41 Prozent des österreichischen Bahnnetzes zerstört.
1947 wurden die ÖBB (die Schweizer Privatbahnen verwendeten zu diesem Zeitpunkt die gemeinsame Abkürzung SP für ihre Güterwagen im internationalen Verkehr, daher konnte jetzt diese Abkürzung gewählt werden) als vom Staat verwaltete Gesellschaft neu gegründet. Die Infrastruktur wurde wieder aufgebaut und die Elektrifizierung vorangetrieben. Mit dem 1969 verabschiedeten neuen Bundesbahngesetz wurden die ÖBB zum unselbständigen Wirtschaftskörper, der als Zweig der Betriebsverwaltung des Bundes geführt wurde, aber vollständig im Budget des Bundes verblieb.
1992 wurden die ÖBB aus dem Bundesbudget ausgegliedert und in eine Gesellschaft mit eigener Rechtspersönlichkeit (einer Mischform aus GmbH und Aktiengesellschaft) umgewandelt. Die Gesellschaft ist zu 100 % im Besitz der Republik Österreich. Die Umwandlung verfolgte zwei Hauptziele: Einerseits galt es anlässlich des bevorstehenden Beitritts Österreichs zur Europäischen Union den EU-Richtlinien zu entsprechen und andererseits sollte der Finanzbedarf der öffentlichen Hand bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung und verbesserter Wettbewerbsfähigkeit reduziert werden.
2004 wurden die ÖBB als Konzern mit der ÖBB Holding AG und operativen Tochtergesellschaften neu organisiert. Die Holding soll neben der Wahrnehmung der Anteilsrechte an den nachgeordneten Gesellschaften die einheitliche strategische Ausrichtung des Gesamtkonzerns koordinieren und konzernweite Aufgabenstellungen wahrnehmen.[4] Ab 1. Jänner 2005 wurden die Tochtergesellschaften der ÖBB-Holding AG im Konzern eigenverantwortlich und selbständig operativ tätig.
Die ÖBB sind nach dem Bundesbahngesetz organisiert, das zuletzt 2009 und davor 2003 durch das Bundesbahnstrukturgesetz in großem Rahmen geändert wurde. Seit 1. Jänner 2005[5] sind die Österreichischen Bundesbahnen in vier selbstständige Teilgesellschaften gegliedert, an deren Spitze die ÖBB-Holding AG steht, die sich zu 100 % im Eigentum der Republik Österreich befindet.
Mit dem 1. Jänner 2005 trat eine neue Organisationsstruktur in Kraft, welche im Vorfeld heftig kritisiert wurde. Kern der neuen Organisationsstruktur ist die Einrichtung von selbstständigen Teilgesellschaften. Ziel der Reform war eine Trennung zwischen Infrastruktur und Bahnbetrieb.
Die ÖBB Holding AG nimmt die Anteilsrechte des Bundes wahr und sorgt für eine einheitliche strategische Ausrichtung des Konzerns. Ihr sind drei operative Töchter zugeordnet:[6]
Als weitere Tochter der Holding wird die ÖBB Dienstleistungs GmbH (Informatik, Personalwesen) sowie die ÖBB Werbecenter GmbH geführt. In einem späteren Reformschritt wurde die Dienstleistungs GmbH in die Shared Services Center GmbH überführt[7].
Die Teilgesellschaften Personenverkehr AG und Rail Cargo Austria AG sind miteinander zu 100 % beteiligt an:
| Basisdaten | |
|---|---|
| Titel: | Bundesbahnstrukturgesetz 2003 |
| Langtitel: | Bundesgesetz, mit dem das Bundesbahngesetz 1992, das Schieneninfrastrukturfinanzierungsgesetz, das Hochleistungsstreckengesetz, das Bundesgesetz zur Errichtung einer 'Brenner Eisenbahn GmbH', das Bundespflegegeldgesetz, das Kriegsgefangenenentschädigungsgesetz, das Arbeitsverfassungsgesetz und das Angestelltengesetz geändert werden und mit dem das Bahn-Betriebsverfassungsgesetz aufgehoben wird |
| Typ: | Bundesgesetz |
| Geltungsbereich: | Republik Ă–sterreich |
| Rechtsmaterie: | Kollektives Arbeitsrecht |
| Fundstelle: | BGBl. I Nr. 138/2003[9] |
| Datum des Gesetzes: | 30. Dezember 2003 |
| Inkrafttretensdatum: | 30. Dezember 2003 |
| Bitte beachten Sie den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung! | |
Die Organisation der Österreichischen Bundesbahnen beruht auf dem Bundesbahnstrukturgesetz 2003[9], das im Besonderen das Bundesbahngesetz 1992[10] änderte. Die Änderung der Gesellschaftsform der Österreichischen Bundesbahnen wurde nicht auf einmal, sondern in mehreren Etappen vorgenommen:[11]
Das österreichische Parlament hat mit Publikation vom 19. August 2009 ein Bundesgesetz[12] verabschiedet, das drei einschlägige Bahngesetze ändert. Die meisten Änderungen wurden im Bundesbahngesetz[13] vorgenommen.
| Basisdaten | |
|---|---|
| Titel: | Änderung des Bundesbahngesetzes, des Privatbahngesetzes 2004 und des Eisenbahngesetzes 1957 |
| Langtitel: | Bundesgesetz, mit dem das Bundesbahngesetz, das Privatbahngesetz 2004 und das Eisenbahngesetz 1957 geändert werden |
| Typ: | Bundesgesetz |
| Geltungsbereich: | Republik Ă–sterreich |
| Fundstelle: | BGBl I Nr. 95/2009[14] |
| Datum des Gesetzes: | 18. August 2009 |
| Bitte beachten Sie den Hinweis zur geltenden Gesetzesfassung! | |
Folgende Änderungen wurden rechtskräftig:
Die Leitung der Österreichischen Bundesbahnen und ihrer Vorläufer wurde folgenden Personen übertragen:[16]
(ab 1875 als Behörde mit Generaldirektor, ab 1879 mit aufgeteilten Kompetenzen)
Am 21. April 2008 hatte Generaldirektor Martin Huber, der seit Jahresbeginn wegen Spekulationen, umstrittener Immobiliendeals und ebenso umstrittenen Gehälter[18] immer mehr in Turbulenzen geriet, seinen freiwilligen Rücktritt angeboten. Finanzvorstand Erich Söllinger, der für massive Verluste aus Finanzspekulationen – für „Collateralized Debt Obligations“ (CDO) in Höhe von 612,9 Mio. € mussten nun rund 230 Mio. € in den ÖBB-Bilanzen rückgestellt werden[18] – mit der Deutschen Bank im Jahr 2005 ohne Befassung des Aufsichtsrates verantwortlich gemacht wurde, hatte am 21. April 2008 selbst seine Kündigung eingereicht. Er hat den Vorstand jedoch erst im Oktober 2008 verlassen. Gustav Poschalko ist im November 2008 ebenfalls aus dem Vorstand ausgeschieden. Der Vorstand wurde, nachdem dieser erst im Dezember 2007 auf vier Personen aufgestockt wurde, wieder auf zwei Personen reduziert. Am 26. Mai 2008 wurde der bisher für Infrastruktur zuständige Holding-Vorstand und vormalige Vorstandschef der Infrastruktur Betriebs AG Peter Klugar, der bisher die Geschäfte interimistisch führte, vom Aufsichtsrat offiziell zum Vorstandssprecher der ÖBB Holding AG ernannt. Die freiwerdende Stelle des Finanzvorstandes wurde neu ausgeschrieben.
In seiner Antrittspressekonferenz am 27. Mai 2008, die er gemeinsam mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Horst Pöchhacker abhielt, erklärte Peter Klugar, dass mittelfristig die Zahl der Mitarbeiter leicht steigen soll. Weiters kündigte Klugar eine Qualitätsoffensive in bestehende Strecken an und will in diese um rund 20 % mehr investieren. Ebenso soll es unter seiner Führung keine weiteren Einstellungen von Nebenbahnen geben, doch sollen einige Strecken gänzlich aufgelassen werden, so keine Gebietskörperschaften die Nachnutzung übernehmen. Wie Horst Pöchhacker ausführte, sollen in Zukunft die vier Teilgesellschaften gestärkt werden und die Holding AG sich mehr zurückziehen. Pöchhacker begründete dies damit, dass der Umbau der ÖBB abgeschlossen sei und zur Durchsetzung der Ziele eine starke Holding nicht mehr erforderlich ist.[19]
Sämtliche Daten wurden dem Geschäftsbericht der ÖBB für das Jahr 2006 entnommen.[20] Die Zahlen in Klammer geben die Vergleichswerte für das Jahr 2005 an. Sämtliche Geldbeträge sind in Millionen Euro angegeben.
Der Fernverkehr bedient folgende innerösterreichische Hauptlinien. Diese sind:
DarĂĽber hinaus werden folgende internationale Strecken bedient:
Im Fernverkehr der ÖBB PV-AG werden gegenwärtig acht Zuggattungen und eine Busgattung angeboten:
Im Fernverkehr werden ÖBB-Züge vor allem auf der Westbahn ebenso von Lokomotiven der DB (wie die Baureihe 101) sowie der MAV (Baureihe 1047) und anderen gezogen. Eine Besonderheit stellt die Strecke München–Zürich dar, wo der kurze Abschnitt über Österreich (Lindau Hbf–Bregenz–St. Margrethen) von Zügen bedient wird, die zu 100 % aus Fahrzeugen (Wagen und Lokomotiven) der SBB bestehen. Umgekehrt kommen Lokomotiven der ÖBB vor internationalem Wagenmaterial regelmäßig nach Deutschland und Ungarn. Nach Italien (außer dem ehemaligen Korridorverkehr Lienz–Innsbruck), Tschechien und die Slowakei sind Verkehre beabsichtigt. Auf Grund nicht erfolgter Zulassungen können diese jedoch noch nicht geführt werden. Seit Auslieferung der neuen Lokomotiven der Reihe 1216 („Taurus III“) sind Langläufe nach Italien, Slowenien und theoretisch bis Amsterdam möglich. Der Typ „Taurus II“ (Reihe 1116) könnte theoretisch bis Paris oder Kopenhagen am Zug bleiben.
Im Nahverkehr sind etwa zwei Drittel aller Linien vertaktet, wobei die Taktzeiten auf den Schnellverkehr nicht immer punktgenau, sondern lediglich annähernd festgelegt sind. Alle Züge werden mit 2. Klasse geführt.
Im Nah- und Regionalverkehr der ÖBB PV-AG werden gegenwärtig fünf Zuggattungen angeboten:
Busverkehr wird vom Tochterunternehmen ÖBB-Postbus GmbH (kurz Postbus) mit ca. 2100 Bussen in ganz Österreich durchgeführt. Der Postbus ist der größte Anbieter von Linienbusdiensten in Österreich.
Bis März 2006 betrieben die ÖBB ebenso die Bodensee-Schifffahrtsgesellschaft und die Wolfgangsee-Flotte. Die Bodensee-Schifffahrt wurde an den Vorarlberger Unternehmer Walter Klaus veräußert, der diese mit seiner Firma „Bodenseeschifffahrt GmbH & Co“ nunmehr unter dem Namen Vorarlberg Lines-Bodenseeschifffahrt (VLB) betreibt. Die Wolfgangsee-Flotte ging gemeinsam mit der Schafbergbahn an die Salzburg AG über.
Das Handy-Ticket ermöglicht den Kauf der Fahrkarte per SMS. Die Abrechnung erfolgt bei einigen Mobiltelefonbetreibern über die Telefonrechnung, ansonsten ist eine Paybox-Anmeldung zur Nutzung dieses Dienstes erforderlich. Das „Einfach-Raus-Ticket“ richtet sich an kleine Gruppen und Familien.
Ähnlich wie die Deutsche Bahn und die Schweizerischen Bundesbahnen bietet die ÖBB Personenverkehr AG mit der „VORTEILScard“ und der „ÖSTERREICHcard“ Kundenkarten für regelmäßige Fahrgäste an. Mit diesen kann der Kunde für Fahrkarten Punkte sammeln, welche er im Programm „Club & Bonus“ gegen Prämien eintauschen kann.
Für Jugendliche unter 26 gibt es Kooperationen mit regionalen Jugendkarten (OÖ: 4youCard, NÖ: 1424, Salzburg: S-Pass). Die ÖBB-VORTEILScard für unter 26-Jährige ermöglicht dadurch den Zugang zu den entsprechenden Angeboten.
Seit dem 1. September 2007 besteht ein generelles Rauchverbot in allen Zügen der ÖBB. Bisher galt dieses nur in Zügen des Nahverkehrs. Da – laut ÖBB-Statistik – 90 % der Reservierungen für den Nichtraucherbereich nachgefragt werden, entschieden sich die ÖBB, die Umstellung durchzuführen. Andere Bahnen, wie etwa die Graz-Köflacher Bahn, führten das Rauchverbot in den Zügen schon früher ein. Seit dem Inkrafttreten der Tabakgesetznovelle 2008 gilt in Österreich zusätzlich ohnehin ein gesetzliches Rauchverbot in allen Räumen öffentlicher Orte, was ex lege auch „nicht ortsfeste Einrichtungen des öffentlichen und privaten Bus-, Schienen-, Flug- und Schiffsverkehrs“ umfasst.
Mit dem aus Marketing-Gründen geschaffenen Begriff „Bahnhofsoffensive“ wird ein Investitionsprogramm der ÖBB in die österreichischen Bahnhöfe bezeichnet, welches seit 1997 läuft. Die wichtigsten Bahnhöfe in Österreich sollen dabei modernisiert und zu attraktiven Verkehrsknoten umgebaut bzw. als solche neu errichtet werden.
Ursprünglich war geplant, 43 Bahnhöfe und weitere 50 Haltestellen im Rahmen der Bahnhofsoffensive zu sanieren. Nach einer errechneten Kostensteigerung um das Vierfache auf etwa zwei Milliarden Euro (unter anderem weil Kostenpunkte wie notwendige Bahnsteigsanierungen in die Kalkulation nicht miteinbezogen worden waren) wurde das Projekt unter der ÖVP-FPÖ/BZÖ-Regierung (2000–2006) auf 20 größere Bahnhöfe reduziert.[21] Der finanzielle Rahmen dafür beträgt rund 300 Millionen Euro.[22][23]
Bereits fertiggestellt wurden im Rahmen der Bahnhofsoffensive die Arbeiten an den Hauptbahnhöfen Graz, Innsbruck, Linz, Klagenfurt, Leoben, Wels und Wiener Neustadt sowie an den Stationen Wien-Praterstern, Wien-Heiligenstadt, Wien-Hütteldorf, Wien-Meidling, St. Anton am Arlberg, Feldkirch, Kitzbühel, Baden bei Wien und Krems an der Donau. Im Bau befinden sich derzeit die Bahnhöfe St. Pölten Hauptbahnhof und Wien Westbahnhof (beide weitgehend abgeschlossen) sowie Salzburg Hauptbahnhof und der neue Hauptbahnhof in Wien. Außerdem sind derzeit Umbauten in Bruck an der Mur und Attnang-Puchheim im Gange. Der Neubau des Bahnhofs Bregenz ist in Planung. All diese Bahnhöfe sollen spätestens 2015 fertiggestellt sein.
Darüber hinaus wurden bzw. werden vor allem kleinere Bahnhöfe im Rahmen des Konjunkturpakets der Bundesregierung umgebaut. Das Konjunkturpaket wurde vor allem deshalb eingeleitet, um in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Arbeitsplätze für Bauarbeiter zu sichern und gleichzeitig die Bahninfrastruktur zu verbessern. Bahnhöfe, die im Zuge dieses Konjunkturpakets bereits umgebaut wurden, sind die Bahnhöfe Wien Mitte, Wolfsberg und Reutte. Geplant oder bereits im Gange sind Arbeiten beispielsweise an den Stationen Leibnitz, Schladming, Zeltweg und Gmunden.
Das Netz der Ă–BB wird mit Einphasenwechselstrom 15 kV, 16,7 Hz betrieben. Die Speisung der Unterwerke erfolgt ĂĽber 110-kV-Bahnstromleitungen, die eigene Erzeugung von Bahnstrom erfolgt mit einer Frequenz von 16,7 Hz. Bis zum 16. Oktober 1995 betrug die nominelle Frequenz 16â…” Hz.
Die Österreichischen Bundesbahnen betreiben acht eigene Wasserkraftwerke zur Produktion von Bahnstrom in Braz, Spullersee, Fulpmes und Obervellach sowie der Kraftwerksgruppe Stubachtal bestehend aus den Kraftwerken Enzingerboden, Schneiderau, Uttendorf I und Uttendorf II. Die für die Bahnstromproduktion benötigten Wassermengen werden in den Speicherseen Tauernmoossee, Weißsee, Ammersee und Salzplattensee, dem Speicher Beimsee und dem Ausgleichsbecken Enzingerboden gesammelt und über Druckrohrleitungen den Turbinen zugeführt.
Der jährliche Gesamtbedarf von etwa 2.200 GWh wird zu einem Drittel durch Eigenerzeugung in den bahneigenen Kraftwerken aufgebracht. Etwa 25 % werden aus vier Partner-Wasserkraftwerken (St. Pantaleon, Weyer, Annabrücke, Steeg) bezogen, der Rest wird aus dem öffentlichen 50-Hertz-Drehstromnetz zugekauft und in fünf Umformerwerken (Ötztal, St. Michael, Bergern, Kledering, Auhof) in Bahnstrom umgewandelt. Die Lieferanten garantieren den Österreichischen Bundesbahnen, dass die benötigte Strommenge ebenso überwiegend aus Wasserkraft hergestellt wird. Die ÖBB verweisen damit in der Umweltbilanz der Bahnstromversorgung darauf, dass 97 % aus heimischer Wasserkraft kommen.
Reisezugverdichtung, der Ausbau des Nahverkehrs in Ballungszentren, Geschwindigkeitserhöhungen, leistungsfähigere Triebfahrzeuge und Komfortverbesserung lassen den Strombedarf stetig ansteigen. Gegensteuerungsmaßnahmen sind der Einsatz von Elektrolokomotiven, die beim Bremsvorgang Strom in die Oberleitung zurückspeisen und die Verwendung von Optimierungsprogrammen, die zur Reduzierung der Strom-Übertragungsverluste beitragen. Die künftige Strom-Bedarfsdeckung bei den ÖBB wird einerseits durch die Modernisierung und den Ausbau bestehender Anlagen erreicht. Bei der Planung neuer Anlagen wird weiterhin auf die Nutzung der heimischen Wasserkraft gesetzt.
Die beiden Kraftwerke Rosenbach und Lassach der ÖBB erzeugen keinen Bahnstrom, sondern liefern Drehstrom. Sie wurden zur Versorgung von Bahnhofsgebäuden errichtet. Erst 1955 wurden diese Gebiete an das öffentliche Stromnetz angeschlossen.