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| Česká Kamenice | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | Tschechien | |||
| Region: | Ústecký kraj | |||
| Bezirk: | Děčín | |||
| Fläche: | 3876 ha | |||
| Geographische Lage: | 50° 48′ N, 14° 25′ O50.799722222214.4158333333301Koordinaten: 50° 47′ 59″ N, 14° 24′ 57″ O | |||
| Höhe: | 301 m n.m. | |||
| Einwohner: | 5.557 (1. Jan. 2011) [1] | |||
| Postleitzahl: | 407 21 | |||
| Kfz-Kennzeichen: | U | |||
| Verkehr | ||||
| Bahnanschluss: | Děčín–Varnsdorf | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Stadt | |||
| Ortsteile: | 10 | |||
| Verwaltung | ||||
| Bürgermeister: | Miroslav Weis (Stand: 2007) | |||
| Adresse: | náměstí Míru 219 407 21 Česká Kamenice | |||
| Gemeindenummer: | 562394 | |||
| Website: | www.ceska-kamenice.cz | |||
| Lageplan | ||||
| Lage von Česká Kamenice im Bezirk Děčín | ||||
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Česká Kamenice (deutsch: Böhmisch Kamnitz) ist eine Stadt mit 5.600 Einwohnern im Ústecký kraj in Tschechien. Sie umfasst 3,88 ha und liegt an der Kamnitz (Kamenice) im Okres Děčín am Übergang der Böhmischen Schweiz zum Lausitzer Gebirge.
Inhaltsverzeichnis |
Deutsche Kolonisten gründeten Mitte des 13. Jahrhunderts am gleichnamigen Fluss das langgezogene Waldhufendorf Kamenice. Erstmals urkundlich wird Kamenice im Jahr 1352 erwähnt. Schon zuvor hatte König Ottokar II. dem mittlerem Teil des Dorfes Stadtrechte verliehen – aus dem restlichen Dorf bildeten sich in der Folgezeit die Vorstädte Ober- und Niederkamnitz heraus.
König Wenzel II. überließ Ende des 13. Jahrhunderts die Stadt Johann von Michelsberg – unter ihm gelangte die Stadt zur Herrschaft Scharfenstein. Johann III. von Michelsdorf verlieh 1383 den Bürgern das Heimfallrecht. Später erhielt die Stadt noch zusätzlich das Braurecht, 1394 das Bier- und Weinschankrecht sowie das Marktrecht. Den Michelsbergern folgten 1406 die Berken von Dauba und 1428 die Wartenberger.
Hohe Kriegsschulden und die herabsinkende Macht veranlasste 1515 die Wartenberger die Herrschaft an die Herren von Salhausen aus der Mark Meißen zu verkaufen. Diese teilten im Jahr 1535 die Herrschaft, woraus aus einem Teil die Herrschaft Kamnitz gegründet wurde, die bis 1850 bestand. Mit dem Bau des Schlosses und der Marienkapelle entwickelte sich Kamenice im 17. Jahrhundert zu einer repräsentativen Barockstadt. In Folge der Rekatholisierung kam es 1625 zu einem Bauernaufstand. Die Kamenicer Einwohner nahmen auch an den Bauernaufständen von 1680 und 1775 teil. Im Dreißigjährigen Krieg kam es 1634, hervorgerufen durch hier stationierte österreichische Truppen, zu einem großen Stadtbrand. Schwedische Truppen hinterließen zehn Jahre später ihre Spuren. Zusätzlich litt die Stadt an den Überschwemmungen von 1656, 1677 und 1753, an der Pest im Jahr 1713 sowie an einem weiteren Stadtbrand im Jahr 1778.
Schon für das Jahr 1389 ist Handwerk nachgewiesen. Kamenice besaß im 17. Jahrhundert einen der ersten glasveredelnden Handwerker. Mit dem Bau einer Papierfabrik in Ober-Kamnitz im Jahr 1834 begann sich hier die Industrie zu entwickeln. Webereien, Spinnereien, Maschinenfabriken, Eisengießereien, Glasraffinerien und eine Möbel- sowie Strickwarenfabrik folgten. Die 1869 eröffnete Eisenbahnstrecke der Böhmischen Nordbahn von Bodenbach nach Warnsdorf förderte den Aufschwung, der sich in der 1894 eröffneten städtischen Wasserleitung und dem 1900 in Betrieb genommenen Elektrizitätswerk widerspiegelte.
1833 trieb der Räuber Wenzel Babinsky hier sein Unwesen und ermordete im Wald zwischen Oberkamnitz und Hasel den Hirschfelder Webereifaktor Johann Gottfried Blumberg.
Von 1938 bis 1945 gehörte Böhmisch Kamnitz im Rahmen des Sudetenlands zum Deutschen Reich.
Im Tal der Kamnitz (Kamenice) errichtete Franz Preidl zwischen 1860 und 1867 die Rabsteiner Fabriken (drei Textilspinnereien) bei Nieder-Kamnitz (Dolní Kamenice), Kamnitz-Neudörfel (Kamenická Nová Víska) und Jonsbach (Janská).
Im Zweiten Weltkrieg wurden unter dem Decknamen Zechstein auf Johnsbacher Flur in die Sandsteinfelsen Stollen vorgetrieben. Sowohl in der alten Spinnerei als auch in unterirdischen Räumen in den Felsen nahm die Weser-Flugzeugbau GmbH aus Bremen ihre Produktion von Zubehör für die Junkers-Sturzkampfflugzeuge (Stuka) auf. Deren Herstellung war aus Bremen ausgelagert worden. Eventuell wurden hier auch Teile für die V 1 und die V 2 hergestellt.
Im Frühjahr 1944 wurde hier eine Außenstelle des KZ Flossenbürg für 600 Gefangene errichtet. Bei Kriegsende waren in dem Barackenlager noch etwa 1.500 Häftlinge. Wie viele in den Monaten davor starben, ist wegen der Vernichtung aller Dokumente durch die Lagerleitung nicht bekannt. Außer einiger Grundmauern ist vom Konzentrationslager nichts mehr erhalten.
Nach Kriegsende wurde die frühere Spinnerei Rabstein Nr. 59 bis 1946 als Sammelstelle für vertriebene Deutschböhmen genutzt.
Die Stadt besteht aus den Ortsteilen Česká Kamenice (Böhmisch Kamnitz), Dolní Kamenice (Niederkamnitz), Filipov (Philippsdorf), Horní Kamenice (Oberkamnitz), Huníkov (Henne), Kamenická Nová Víska (Kamnitz-Neudörfel), Kerhartice (Gersdorf), Líska (Hasel), Pekelský Důl (Höllegrund) und Víska pod Lesy (Walddörfel) sowie der Ortslage Jehla (Nolde).
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