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| Špindlerův Mlýn | ||||
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| Basisdaten | ||||
| Staat: | Tschechien | |||
| Region: | Královéhradecký kraj | |||
| Bezirk: | Trutnov | |||
| Fläche: | 7690 ha | |||
| Geographische Lage: | 50° 44′ N, 15° 36′ O50.726111111115.5958333333718Koordinaten: 50° 43′ 34″ N, 15° 35′ 45″ O | |||
| Höhe: | 718 m n.m. | |||
| Einwohner: | 1.194 (1. Jan. 2011) [1] | |||
| Postleitzahl: | 543 51 | |||
| Verkehr | ||||
| Straße: | II/295 | |||
| Struktur | ||||
| Status: | Stadt | |||
| Ortsteile: | 4 | |||
| Verwaltung | ||||
| Bürgermeister: | Bohumír Zeman (Stand: 2007) | |||
| Adresse: | Svatopetrská 173 543 51 Špindlerův Mlýn | |||
| Gemeindenummer: | 579742 | |||
| Website: | www.mestospindleruvmlyn.cz | |||
Špindlerův Mlýn (deutsch: Spindlermühle) ist eine Stadt mit 1.397 Einwohnern im Riesengebirge in Tschechien. Sie gehört zum Okres Trutnov im Královéhradecký kraj. Der Ort liegt in 715–1.310 m Höhe und hat eine Fläche von etwa 77 km².
Inhaltsverzeichnis |
Spindlermühle liegt am Zusammenfluss von Labe (Elbe) und Svatopetrský potok (Grundwasser). Im Nordosten erhebt sich der lange Felsgrat Kozí hřbety (Ziegenrücken).
Zu Špindlerův Mlýn gehören die Ortsteile Přední Labská (Ochsengraben), Labská (Krausebauden), Bedřichov (Friedrichsthal) und Svatý Petr (Sankt Peter).
Die ersten Erwähnungen von Spindlermühle stammen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der älteste dichter besiedelte Ortsteil der Gemeinde Spindlermühle ist St. Peter, wo bereits seit dem Jahre 1516 Silber und Kupfer gefördert wurden. Bedřichov verdankt sein Entstehen einem 1746 errichteten Glashüttenwerk. Benannt ist der Ortsteil nach Graf Friedrich Harrach, dessen Familie jenen Teil des Riesengebirges besaß. Spindlermühle selbst entstand im späten 18. Jahrhundert und wurde von aus Schlesien eingewanderten Waldarbeitern gegründet. An der Mündung des Dolský potok in die Elbe siedelte sich die Holzfällerfamilie Hollman an. 1784 standen dort fünf Hütten, eine Mühle und ein Forsthaus. Am 13. Juli 1793[2] genehmigte der Kaiser der Habsburgermonarchie, Franz II., durch ein Patent die Gründung einer Pfarrei sowie die Errichtung einer Kirche, die den halb verfallenen Bau in Svatý Petr ersetzen sollte.[3] Im 18. Jahrhundert wurde die Erzförderung in Svatý Petr eingeschränkt. Schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich der Tourismus als immer stärkerer Wirtschaftsfaktor. Von 1939 bis 1945 gehörte Spindelmühle im Riesengebirge zum Reichsgau Sudetenland. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde auf der Grundlage der Beneš-Dekrete die bis dahin hauptsächlich deutschsprachige Bevölkerung des Ortes vertrieben. Heute leben in Špindlerův Mlýn hauptsächlich Tschechen.
Die ursprüngliche Bezeichnung des Ortes lautete „Spindlers Mühle“, benannt nach dem Mühlenbesitzer Spindler.[3] Umgangssprachlich wurde der Ort jedoch meist Spindelmühle genannt, erst nach und nach setzte sich Spindlermühle durch. Dieser Tatsache wurde 1923 mit einer amtlichen Namensänderung Rechnung getragen. Bei der Transkription des deutschsprachigen Ortsnamens in die tschechische Sprache nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieser zunächst falsch übersetzt, als eine Spindlermühle, worin der Beruf des Spindlers ausgeübt wird. Das entsprach der umgangssprachlichen, älteren Namensvariante. Nach langer Diskussion erfolgte dann die Änderung des tschechischen Namens in die tschechische Genitiv-Form Špindlerův Mlýn für „Spindlers Mühle“.
Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Ort von Personen aufgesucht, denen in Bezug auf ihre Gesundheit Klimaveränderung auferlegt war. Ende Januar 1922 kam Franz Kafka auf Empfehlung seines Hausarztes nach Spindelmühle, wo er vier Wochen blieb und wo er, unter dem schriftlich festgehaltenen Eindruck der Ortsumgebung, mit der Arbeit am Roman Das Schloss begann.[4]
Heute ist der Tourismus der mit Abstand größte Wirtschaftsfaktor nicht nur in Špindlerův Mlýn, sondern im gesamten Riesengebirge. Besonders im Winter kann sich die Einwohnerzahl des Ortes durch die Touristen, welche hauptsächlich aus Tschechien selber, aus Polen, Deutschland und den Niederlanden kommen, mehr als verzehnfachen. Spindlermühle hat einige der besten Skipisten des Riesengebirges. Neben gespurten Langlaufloipen existiert ein großes, gut markiertes Netz an Skiwanderwegen. Für den Sommertourismus wurden zahlreiche Wanderwege und Mountainbikerouten ausgewiesen. 1967 fand auf der Elbe die Weltmeisterschaft im Wildwasserrennsport statt.
Im Ortsteil Labská (Krausenbauden) befindet sich die Krausebauden-Talsperre (Labská-Talsperre), in der die Elbe gestaut wird.
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