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| 16. SS-Panzergrenadier-Division „Reichsführer SS“ | |
|---|---|
| Truppenkennzeichen: Der Kragenspiegel des Reichsführers SS | |
| Aktiv | 3. Oktober 1943–Mai 1945 |
| Land | |
| Streitkräfte | Waffen-SS |
| Truppengattung | Panzergrenadiere |
| Typ | Division |
| Grobgliederung | Siehe Gliederung |
| Schlachten | Kampf gegen die Resistenza |
| Kommandeur | |
| Liste der | Kommandeure |
Die 16. SS-Panzergrenadier-Division „Reichsführer SS“ war eine Panzergrenadier-Division der Waffen-SS. Die Einheit war aus dem persönlichen Bataillon des Reichsführer SS hervorgegangen.
Die Division ist für die Massaker von Sant’Anna di Stazzema am 12. August 1944 und Marzabotto am 29. und 30. September 1944 verantwortlich.
Inhaltsverzeichnis |
Die 16. SS-Panzergrenadier-Division „Reichsführer SS“ wurde am 3. Oktober 1943 in Laibach aus der bisherigen SS-Sturmbrigade „Reichsführer SS“ aufgestellt, die aus dem Begleitbataillon des Reichsführers-SS hervorgegangen war.
Das Einsatzgebiet der Division erstreckte sich über Italien und Korsika bis nach Ungarn. Noch als SS-Sturmbrigade hatte die Division maßgeblichen Anteil an der Erstürmung der korsischen Hauptstadt Bastia, nachdem sich die italienische Besatzung dort weigerte, sich nach dem einseitigen Waffenstillstand der italienischen Regierung am 8. September 1943 entwaffnen zu lassen.
Gegen Ende September 1943 wurde die Sturmbrigade nach Oberitalien verlegt und in eine Panzergrenadierdivision umgegliedert. Der Großteil der 16. SS-Panzergrenadier-Division wurde zum Jahreswechsel 1943 nach Baden nahe Wien verlegt, wo ihre Ausbildung abgeschlossen wurde. Der Rücktransport der gesamten Division nach Norditalien erfolgte im Mai 1944, als sie den Auftrag erhielt, eine eventuelle Landung der Alliierten an der Küste der Toskana im Abschnitt Carrara-Livorno abzuwehren.
Im Laufe des Monats Juni wurden einzelne Einheiten der Division an die Front im Raum nordöstlich von Grosseto und Follonica versetzt. Am 26. Juni begannen die Kämpfe im Raum Suvereto-Belvedere. Die SS-Panzer-Aufklärungs-Abteilung 16 und das II. Bataillon des SS-Panzergrenadier-Regiments 35 stellten sich den Truppen der 34. US-Infanteriedivision in den Weg, die hier erstmalig seit der Befreiung von Rom auf harten Widerstand traf. Anfang Juli 1944 verlagerten sich die Kämpfe um das Städtchen Cecina südostwärts von Livorno. Harte Kämpfe fanden vor allem um Rosignano und Castellina statt.
Der folgende Rückzug führte die Division am 19. Juli 1944 über den Arno in den Raum um Pisa, Lucca und Carrara. Am Nordufer des Arno bezog die Division Ende Juli 1944 eine neue Stellung, die bis Anfang September 1944 gehalten wurde. In den Kämpfen südlich von Pisa und Livorno verlor die 16. SS-Panzergrenadier-Division mindestens 3000 Führer, Unterführer und Mannschaften. Nach Kämpfen im etruskischen Apennin, südwestlich von Bologna, im Herbst 1944, wurde die Division an die Adria-Front verlegt.
Das LXXXIII. Armee-Korps der 10. Armee war die letzte Kommandobehörde der Division, bevor sie im Januar 1945 nach Ungarn verlegt wurde, wo sie im Raum Nagykanizsa die herannahende Rote Armee aufhalten sollte. Im Verband des LXXXIII. Armee-Korps zog sich die Division bei Kriegsende im April 1945 in die Steiermark zurück, die Überlebenden begaben sich in alliierte Kriegsgefangenschaft.
Ein Großteil der deutschen Kriegsverbrechen in Italien im Jahr 1944 ist von Einheiten der 16. SS-Panzergrenadier-Division „Reichsführer SS“ verübt worden. Übergriffe gegen Zivilisten nahmen ab August 1944 stark an Intensität zu. Zunächst auf den Pisaner Raum beschränkt, dehnten sich die Taten rasch auf die weiter nördlich gelegene Versilia sowie auf das eigentliche Carrara-Massiv aus, um dann, Ende September, im Massaker von Marzabotto ihren Höhepunkt zu erreichen. Die Gesamtzahl der Zivilopfer, die durch die SS-Division in Mittel- und Norditalien ermordet wurden, wird auf mindestens 2.000 Tote beziffert[1]. Bei massiven „Auskämmungen“ zur Zwangsarbeit wurden von der Division von Juli bis Oktober 1944 etwa 20.000 Zivilisten erfasst und zum Teil nach Deutschland verschleppt[2].
Truppen der 16. SS-Panzergrenadier-Division „Reichsführer SS“ waren sowohl für die größeren Massaker von Sant’Anna di Stazzema 1944 und von Marzabotto verantwortlich, wie auch für eine Vielzahl weiterer Taten[3]. Die meisten Kriegsverbrechen wurden unter dem Vorwand der Bekämpfung von Partisanen verübt, oft im Rahmen von großangelegten Bekämpfungsunternehmen unter Führung von Kommandobehörden der Wehrmacht. Den Aktionen in Sant’Anna di Stazzema (bis zu 560 Tote, davon 389 identifiziert, am 12. August 1944), Valla (107 Tote am 19. August 1944), Vinca (etwa 200 Tote am 24. und 25. August 1944), Bergiola Foscalina (72 Tote am 16. September 1944) und Marzabotto (über 770 Tote zwischen dem 29. September und dem 5. Oktober 1944) fielen insgesamt etwa 1.500 Zivilisten zum Opfer. Die SS-Männer trieben – gelegentlich mit Hilfe von italienischen Kollaborateuren – die Dorfbewohner aus ihren Häusern und Gehöften, sammelten sie auf abgeschlossenen Arealen oder in größeren Gebäuden und erschossen sie mit Maschinengewehrsalven oder warfen Handgranaten in die zusammengetriebene Menschenmenge und schossen die Überlebenden nieder. Die Leichen wurden oft verbrannt oder unter den gesprengten Häusern begraben. Es handelte sich fast ausschließlich um Frauen, Kinder und alte Menschen. Männer im kampffähigen Alter oder gar bewaffnete Partisanen zählte man unter den Opfern dieser Massaker kaum [4].
Verschiedentlich wurden Gefangene (bzw. Geiseln) als Reaktion auf Anschläge oder Überfälle durch Partisanen ermordet. So sollen im Zuge sogenannter „Vergeltungsmaßnahmen“ durch die Division etwa 250 Zivilisten bzw. Partisanen getötet worden sein. Anders als bei Massakern in Dörfern waren diese in der Regel erwachsene Männer, aber nur wenige davon tatsächlich aktive Partisanen. Beispiele dieser Praxis sind die Taten in Bardine di San Terenzo (53 Männer am 19. August 1944 hingerichtet), Camaiore (35 Tote am 4. September 1944), Carrara (42 Tote am 10. September 1944) und Casalecchio di Reno (18 Tote am 8. und 10. Oktober 1944). Massenhinrichtungen ohne unmittelbaren Bezug zu Partisanenbekämpfungsaktionen oder Partisanenüberfällen fanden am Lago di Massaciuccoli (72 Tote am 11. August 1944) und in Massa (150 Tote am 16. September 1944) statt.
Schließlich ist auch eine Anzahl von Aktionen einzelner Soldaten oder kleiner Trupps belegt, die zum Teil als gewöhnliche Verbrechen eingestuft werden können und oft mit dem Ausrauben der Opfer verbunden waren, so im Falle des Vorstehers der jüdischen Gemeinde in Pisa, Giuseppe Pardo Roques (12 Toten am 1. August 1944), bzw. der adeligen Familie Minutoli am 2. September bei Massarosa. Zur Gruppe der „kleineren Massaker“ zählen Erschießungen von Flüchtlingen, die unter anderem in der Macchia Pisana stattfanden, so im August 1944 bei San Rossore (9 Tote), Nodica (15 Tote) und bei Migliarino (9 Tote), bei San Giuliano Terme (5 Tote) und bei Santa Maria del Giudice (3 Tote).[5]
Lange Zeit nach dem Krieg war es still um das Massaker von Sant’Anna di Stazzema, bis Mitte der 1990er Jahre die Ermittlungen aufgenommen wurden. Es dauerte einige Jahre, bis die Beteiligten sowie Zeugen und Überlebende des Massakers ermittelt waren. Im Sommer 2004 begann schließlich der Prozess gegen 10 Verantwortliche, unter ihnen auch der damalige Kompaniechef Gerhard Sommer. Ein Jahr später sprach das Militärgericht von La Spezia die Urteile. Gegen die 10 Hauptangeklagten wurde lebenslängliche Haft angeordnet, die aber bis heute nicht vollstreckt wurde.