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| ARAG-Konzern | |
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| Rechtsform | Societas Europaea (SE) |
| GrĂŒndung | 1935 |
| Sitz | DĂŒsseldorf |
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| Mitarbeiter | 3460 (2010)[1] |
| Umsatz | 1,488 Milliarden ⏠(2010)[1] |
| Branche | Versicherungswesen |
| Website | www.arag.com |
Der ARAG-Konzern ist ein deutscher Versicherungskonzern. ARAG steht fĂŒr Allgemeine Rechtsschutz-Versicherungs-AG. Die Unternehmenszentrale des ARAG-Konzerns ist im ARAG-Tower in DĂŒsseldorf-Mörsenbroich.
Weltweit beschĂ€ftigt der ARAG-Konzern rund 3500 Mitarbeiter. Im Jahr 2010 verbuchte der Konzern ein PrĂ€mien- und Umsatzvolumen von knapp 1,5 Milliarden Euro.[2] Die ARAG ist der gröĂte deutsche Versicherungskonzern in Familienbesitz, der im GeschĂ€ftsjahr 2010 5,9 Millionen Policen betreute. Davon entfallen 2,5 Millionen auf das internationale RechtsschutzgeschĂ€ft.[2] Damit ist der ARAG-Konzern der weltweit zweitgröĂte Rechtsschutzversicherer.
Inhaltsverzeichnis |
Der ARAG Konzern wurde 1935 als Deutsche Auto-Rechtsschutz-AG (DARAG) durch den DĂŒsseldorfer Unternehmer und Rechtsanwalt Heinrich FaĂbender als Rechtsschutzversicherung gegrĂŒndet. FaĂbender stieĂ somit die TĂŒr zu einem lukrativen GeschĂ€ftsfeld auf.
Nach einer Erweiterung 1949 der Rechtsschutzversicherung ĂŒber den reinen Verkehrs-Rechtsschutz hinaus, wurden im Jahr 1962 weitere Sparten in der Versicherungsbranche erschlossen und gleichzeitig mit der internationalen Vermarktung der GeschĂ€ftsidee der Rechtschutzversicherung begonnen. Ab 1965 stieg der ARAG Konzern in das GeschĂ€ft der Lebens- und ab 1985 in das der Krankenversicherung ein, wozu andere Versicherer ĂŒbernommen wurden. Diese betreiben ihr VersicherungsgeschĂ€ft von MĂŒnchen aus, dem zweiten deutschen Unternehmensstandort des ARAG Konzerns.
Im Lauf der Jahre folgten weitere ZukÀufe internationaler Rechtsschutz-Versicherungsgesellschaften. Heute ist der ARAG Konzern in insgesamt 14 LÀndern aktiv. Dieser fortschreitenden Internationalisierung hat die ARAG durch die Umwandlung in eine europÀische Aktiengesellschaft (SE) im Dezember 2011 Rechnung getragen.[3]
Im Jahr 2001 wurde die Konzernzentrale, der ARAG-Tower im DĂŒsseldorfer Stadtteil Mörsenbroich bezogen, erbaut von Lord Norman Foster und den DĂŒsseldorfer Architekten RKW Rhode Kellermann Wawrowsky Architektur + StĂ€dtebau. Seit geraumer Zeit ist der Konzern als Sponsor fĂŒr zahlreiche Vereine, vor allem in DĂŒsseldorf tĂ€tig.
Die ARAG SE (bis Anfang Dezember 2011 noch ARAG Allgemeine Rechtsschutz-Versicherungs-AG) ist die operative FĂŒhrungsgesellschaft des Konzerns und leitet das RechtsschutzgeschĂ€ft â national und international. Die Versicherungsgesellschaften der Sparten Komposit- und Personenversicherungen sowie die Dienstleistungsgesellschaften des Konzerns gruppieren sich unterhalb dieser operativen Holding.
Paul-Otto FaĂbender ist MehrheitsaktionĂ€r (HaupteigentĂŒmer) des ARAG-Konzerns und als Vorstandsvorsitzender fĂŒr die zentralen Konzernfunktionen zustĂ€ndig. An seiner Seite arbeiten die KonzernvorstĂ€nde Johannes Kathan, Matthias Maslaton, Werner Nicoll, Hanno Petersen und Joerg Schwarze. Unter dieser Vorstandsebene befinden sich die operativen Versicherungsgesellschaften.[4]
Der ARAG-Konzern zĂ€hlt zu den fĂŒhrenden Rechtsschutzversicherern. 2010 ist der ARAG Rechts-Service vom TĂV Saarland mit dem Zertifikat âTĂV Service testedâ[5] als "sehr gut" (Note 1,34) bewertet worden.[6][7] AuĂerhalb Deutschlands bietet der ARAG Konzern in zwölf weiteren europĂ€ischen LĂ€ndern und in den USA Rechtsschutzprodukte an.[8] Mehr als die HĂ€lfte der PrĂ€mieneinnahmen (rd. 407 Mio ⏠von rd. 707 Mio ⏠in 2010) der Rechtsschutzgesellschaften entfallen auf das internationale GeschĂ€ft.[2]
Die ARAG Allgemeine Versicherungs-AG ist der Kompositversicherer des Konzerns. Die QualitĂ€t ihres Schaden-Service zeichnete der TĂV Saarland 2011 erneut mit der Note sehr gut aus.[9] Zum Versicherungsangebot zĂ€hlen neben der Haftpflichtversicherung, auch die Hausrat-, Unfallversicherung, die Unfallrente, sowie GebĂ€ude- und GeschĂ€ftsversicherung.[1] AuĂerdem ist die ARAG Allgemeine mit rund 21 Millionen versicherten Breiten- und Spitzensportlern Europas gröĂter Sportversicherer.[10][11] Die Tochtergesellschaft Interlloyd Versicherungs-AG ist rein auf den Maklervertrieb ausgerichtet.[12]
Das Versicherungsangebot des wachstumsstĂ€rksten Konzernsegments in Deutschland erstreckt sich von der Privaten Kranken-Vollversicherung ĂŒber Kranken-Zusatzversicherungen, Pflege-Pflichtversicherung, Pflege-Zusatzversicherung und Auslandsreise-Krankenversicherung.[1] Das GeschĂ€ftsgebiet der Gesellschaft ist Deutschland.[2]
Die ARAG Leben[2] bietet private und fondsgebundene Rentenversicherungen, Kapital- und Lebensversicherungen, BerufsunfÀhigkeits-, Hinterbliebenen- und Unfalltod-Zusatzversicherungen sowie betriebliche Altersvorsorge an.[1] Das GeschÀftsgebiet der Gesellschaft ist Deutschland.
Der ARAG Konzern tritt als Sponsor im Tischtennis-, Ski-, Reit- und Rollstuhlsport auf. So engagiert sich der Konzern als Hauptsponsor des Tischtennisclubs Borussia DĂŒsseldorf (seit 2001) und des Deutschen Tischtennisbundes (seit 2006) sowie als Personal-Sponsor von Weltstar Timo Boll und Christian SĂŒĂ. Auch die jĂ€hrlichen Sprintrennen des FIS Skilanglauf-Weltcups an der DĂŒsseldorfer Rheinuferpromenade unterstĂŒtzte die ARAG als Hauptsponsor.
Mehrfach verursachten sowohl der Umgang mit den eigenen Vertretern als auch diverse Versicherungsangebote von Arag Kritik, vor allem seitens des Bundesverbandes Deutscher Versicherungskaufleute (BVK).
2004 legte Arag seinen Versicherungsvertretern neue VertrĂ€ge vor, bei denen der BVK die Gefahr sah, dass Vertretern die âwirtschaftliche Grundlage ihrer selbstĂ€ndigen VermittlungstĂ€tigkeitâ entzogen werden könnte. Des Weiteren kritisierte der Verband den angeblich nötigenden Umgang mit den Vertretern.[13]
Ab September 2007 vertrieb Arag seinen âKids&Klar Kinderschutzâ fĂŒr vier Wochen[14] ĂŒber Filialen des Discounters Penny Markt. Der BVK bemĂ€ngelte, dass in diesem Fall keine fachlich kompetente Versicherungsberatung gegeben sei und die Forderungen des Vermittlerrechts so kaum erfĂŒllt werden könnten.[15]
Im MĂ€rz 2008 fĂŒhrte die Arag Lebensversicherung zusammen mit anderen Versicherungsunternehmen als KonsortialfĂŒhrer die sogenannte âDeutschland RENTEâ ein, eine fondsgebundene Rentenversicherung, zu welcher die Kunden eine spezielle MasterCard der Santander Consumer Bank erhalten. Unter dem Slogan âShoppen fĂŒr die Renteâ werden UmsĂ€tze mit dieser Kreditkarte zu 0,5 % dem Rentenkonto gutgeschrieben. AuĂerdem gibt es Gutschriften fĂŒr OnlinekĂ€ufe bei bestimmten Partnerunternehmen. Der Abschluss einer solchen Versicherung wurde auch in Filialen des Discounters Plus angeboten.[16][17] Der BVK meinte, der Slogan sei âgedankenlos und gefĂ€hrlich, er suggeriert, dass man so nebenher eine ausreichende Altersversorgung aufbautâ. TatsĂ€chlich ergĂ€ben sich in Beispielrechnungen nur geringe Erhöhungen der Rentenauszahlung.[18] Auch die Verbraucherzentrale Baden-WĂŒrttemberg beanstandete die Verbindung von Altersvorsorge und Rabattaktionen beim Einkauf.[17] Im Folgemonat bewertete die Bundesanstalt fĂŒr Finanzdienstleistungsaufsicht die Aktion kritisch[19] und beriet sich mit dem Konzern.[20] Gleichzeitig wurden VorwĂŒrfe bekannt, in der Werbung fĂŒr das Angebot sei ein falsches Ranking veröffentlicht worden.[21] Das Unternehmen dementierte dies, es habe sich um interne Unterlagen gehandelt.[22]