|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Gehäuse- formate |
|---|
Das ATX-Format (engl. Advanced Technology Extended) ist eine Norm für Gehäuse, Netzteile, Hauptplatinen und Steckkarten von Mikrocomputern. Der ATX-Formfaktor wurde 1996 von Intel als Nachfolger für den bis zu diesem Zeitpunkt vorherrschenden AT-Formfaktor eingeführt. Das eigentliche ATX-Format und die kleinere Version Micro-ATX (auch µATX) sind immer noch (Stand März 2012) die dominierenden Formate bei PCs und Desktop-Computern.
Inhaltsverzeichnis |
Das sind, bis auf den ATX-Standard selbst, an ATX angelehnte Spezifikationen. Server-Mainboards für zwei Prozessoren verwenden das größere E-ATX-Format.
Die Vorteile dieser Norm
Nachteile
Mit noch schnelleren und damit zunächst wärmeren Prozessoren und Grafikkarten stößt das ATX-Format an thermische Grenzen, so dass von Intel 2003/2004 als Nachfolger das BTX-Format definiert wurde, das sich am Markt jedoch bis 2006 nicht durchsetzen konnte. Im Oktober 2006 stellte Intel die Produktion von BTX-Mainboards ein, da, so Intel, der Core 2 Duo hinsichtlich der Abwärme so gut sei, dass er BTX nicht mehr benötige[1] – obgleich etwa durch High-End-Grafikkarten durchaus noch theoretische Vorteile bleiben würden. Diese jedoch fanden als typische „Bastlerware“ in den hauptsächlich komplett verkauften BTX-Systemen nie große Verbreitung und sind dementsprechend auch nicht an dessen Kühlkonzept angepasst.
Der AT-Standard kannte auf der Rückseite des Systems praktisch nur einen Tastaturanschluss. Weitere Schnittstellen mussten individuell im Gehäuse untergebracht werden. ATX erlaubt es den Mainboard-Herstellern, diese Ports in einem rechteckigen Bereich auf der Gehäuserückseite anzuordnen. Wie sie den Platz nutzen, bleibt den Herstellern überlassen (obwohl die meisten dabei einem Grundmuster folgten). Damit keine Löcher in der Gehäuserückwand bleiben, muss jedem Mainboard eine passende Blende beigelegt werden. Ihre Größe beträgt 160 × 45 mm.
Die heute übliche Farbgebung der Schnittstellen ist in der Revision 2.2 der ATX-Spezifikation dargestellt.
Während beim alten AT-Format der Einschaltknopf direkt im Primärkreis des Netzteils lag, ist er bei ATX am Mainboard angeschlossen und liefert lediglich eine Steuerspannung an die Elektronik (sogenannter Soft Switch). Dadurch ist es z. B. möglich, dass der Rechner sich per Software selbst ausschaltet. Es handelt sich jedoch nur um einen „Soft Off“-Zustand, das heißt das Mainboard wird weiterhin mit einer Standby-Spannung versorgt, die auch an Erweiterungskarten weitergegeben werden kann. Das ermöglicht Funktionen wie Wake-on-LAN oder Wake-on-Modem, bei denen der „ausgeschaltete“ Rechner sich selbst wieder einschaltet, wenn über das LAN ein spezielles „Aufwach-Paket“ (Magic Packet) hereinkommt oder das Modem einen Anruf empfängt. Auch zeitgesteuertes Einschalten des Rechners ist möglich. Nachteilig ist der Stromverbrauch im Standby und die Gefahr von Schäden durch Spannungsspitzen aus dem Stromnetz, auch wenn der Rechner nicht läuft.
Um ein ATX-Netzteil ohne angeschlossenes Mainboard zu starten, muss die (meist) grüne PowerSupplyOn-Leitung mit Masse (meist schwarz) verbunden werden. Zu beachten ist dabei jedoch, dass das Netzteil nie ohne eine angeschlossene Last (beispielsweise eine Festplatte) eingeschaltet werden sollte, da es sonst beschädigt werden kann. Viele Netzteile starten ohne Belastung auf dem 5-Volt- und dem 12-Volt-Zweig gar nicht.
Die Entwicklung zu immer leistungshungrigeren Prozessoren und Grafikkarten überforderte schon bald die Strombelastbarkeit des ursprünglichen 20-poligen ATX-Steckers. Zunächst wurde deshalb von Intel der zusätzliche vierpolige P4-Stecker eingeführt, der über je zwei Kontakte für +12 V und Masse die Schaltregler für den Prozessor versorgt und damit den Hauptstromstecker entlastet. Eine ähnliche Verstärkung erfüllt die Erweiterung des bisher 20-poligen ATX-Steckers auf 24 Pole, die jeweils eine Leitung für +12 V, +5 V, +3,3 V und Masse bereitstellt. Da gleichzeitig auch die Grafikkarten immer mehr Strom verbrauchten (heutzutage verbraucht eine High-End-Grafikkarte ohne Mühe das zwei bis dreifache des Prozessors) wurde in ATX 2.2 der 6-polige PCI-Express Stromstecker eingeführt, der der Grafikkarte zusätzlichen Strom zu den 75 W des Mainboards liefert.
Bei manchen ATX-2.x-Netzteilen kann der 24-Pin-Stecker auch in einen 20-Pin-Stecker und einen 4-Pin-Zusatzstecker aufgetrennt werden - dieser Zusatzstecker darf dann nicht mit dem ATX12V-P4-Anschluss verwechselt werden!
ATX-Netzteile haben normalerweise Abmessungen von ca. 6″ × 3.5″ × 5.5″ bzw. 15 cm × 8,6 cm × 14 cm (Breite × Höhe × Tiefe). Netzteile mit großer Leistung sind oft tiefer ausgelegt.
Das Bild zeigt die ATX-2.2-Buchse mit 24 Kontakten auf der Rechnerplatine. Die 4 Kontakte auf der rechten Seite sind von den restlichen 20 Kontakten getrennt und können für ältere Mainboards weggelassen werden. Die Geometrie der Steckkontakte stellt sicher, dass der Stecker richtig herum eingesteckt wird. Ein Plastikhaken am Stecker rastet in die Schiene an der Buchse ein und verbindet den Stecker mechanisch. Von der Schiene aus gesehen befindet sich Pin 1 links außen, am Stecker je nach Blickrichtung entsprechend gedreht. Pin 16 (bei ATX 1.0 Pin 14) steuert das Netzteil. Liegt er auf Masse, schaltet das Netzteil die Hauptspannungen ein.
| Pin | Signal | Kabelfarbe 1) | Funktion 2) | |
|---|---|---|---|---|
| ATX 1.0 bis 2.1 | ATX 2.2 | |||
| 1 | 1 | 3,3 V | Orange | |
| 2 | 2 | 3,3 V | Orange | |
| 3 | 3 | Masse | Schwarz | |
| 4 | 4 | 5 V | Rot | |
| 5 | 5 | Masse | Schwarz | |
| 6 | 6 | 5 V | Rot | |
| 7 | 7 | Masse | Schwarz | |
| 8 | 8 | PWR_OK | Grau | Power Ok (+12 V & +5 V & +3,3 V stabil) |
| 9 | 9 | 5 VSB | Violett | +5 VDC Standby Voltage |
| 10 | 10 | 12 V | Gelb | |
| 10 5) | 11 | 12 V | Gelb | |
| 2 5) | 12 | 3,3 V | Orange | |
| 11 | 13 | 3,3 V | Orange | |
| 12 | 14 | −12 V | Blau | |
| 13 | 15 | Masse | Schwarz | |
| 14 | 16 | PS ON | Grün | Power Supply On 3) |
| 15 | 17 | Masse | Schwarz | |
| 16 | 18 | Masse | Schwarz | |
| 17 | 19 | Masse | Schwarz | |
| 18 | 20 | −5 V | Weiß | nur bei ATX1 4) |
| 19 | 21 | 5 V | Rot | |
| 20 | 22 | 5 V | Rot | |
| 20 5) | 23 | 5 V | Rot | |
| 17 5) | 24 | Masse | Schwarz | |
Die folgenden Toleranzen müssen sowohl im Leerlauf als auch unter Last eingehalten werden. Bei einem (kurzen) Ausfall der Stromversorgung sind sie auch unter Volllast noch für mindestens 17 ms einzuhalten, um die Störung zu überbrücken.[2]
| Ausgang | Toleranz | Minimalspannung in V |
Normalspannung in V |
Maximalspannung in V |
|---|---|---|---|---|
| +12 V1DC | ±5 % | +11,40 | +12,00 | +12,60 |
| +12V2DC | ±5 % | +11,40 | +12,00 | +12,60 |
| +5 VDC | ±5 % | +4,75 | +5,00 | +5,25 |
| +3,3 VDC | ±5 % | +3,14 | +3,30 | +3,47 |
| −12 VDC | ±10 % | −13,20 | −12,00 | −10,80 |
| −5 VDC | ±10 % | −5,50 | −5,00 | −4,50 |
| +5 VSB | ±5 % | +4,75 | +5,00 | +5,25 |
| Version | Stromversorgung Mainboard | ATX12v-P4-Anschluss (2×2) | SATA-Anschluss | Sonstiges |
|---|---|---|---|---|
| ATX 1.0 | 20-pin (2×10) | Ja | Nein | |
| ATX 1.3 | 20-pin (2×10) | Ja | Ja | 6-pin (1×6) AUX-Power |
| ATX EPS | 24-pin (2×12) | Ja | Nein | 8-pin (2×4) Versorgungsanschluss |
| ATX 2.0 | 20-pin (2×10) | Ja | Ja | |
| ATX 2.2 | 24-pin (2×12) | Ja | Ja | 6-pin (2×3) PCI-E Anschluss; Leistungsfaktorkorrekturfilter |