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| Flagge |
Wappen |
| Provinz | Nordholland |
| Bürgermeister | Pieter Litjens |
| Sitz der Gemeinde | Aalsmeer |
| Fläche – Land – Wasser |
34,40 km² 22,69 km² 11,71 km² |
| CBS-Code | 0358 |
| Einwohner | 30.189 (31. Dez. 2010[1]) |
| Bevölkerungsdichte | 878 Einwohner/km² |
| Koordinaten | 52° 16′ N, 4° 45′ O52.26694444444.74916666667Koordinaten: 52° 16′ N, 4° 45′ O |
| Bedeutender Verkehrsweg | N201 |
| Vorwahl | 0297 |
| Postleitzahlen | 1430-1433 |
| Website | www.aalsmeer.nl |
Aalsmeer (
anhören?/i) ist ein Dorf und eine niederländische Gemeinde in der Provinz Nordholland mit 26.569 Einwohnern (1. Februar 2008).
Die Gesamtfläche beträgt 34,40 km², davon sind 11,71 km² Wasserfläche.
Inhaltsverzeichnis |
Aalsmeer liegt südlich des niederländischen Großflughafens Schiphol und südöstlich von Haarlemmermeer an der Ringvaart des Haarlemmermeerpolders. Von der Autobahn A4 Amsterdam-Den Haag ist Aalsmeer 3 km entfernt (Ausfahrt Aalsmeer/Hoofddorp). Von den Bahnhöfen Schiphol und Amsterdam kann man Aalsmeer mit dem Bus erreichen.
Der Ort ist ein Zentrum des niederländischen Blumen- und Ziergehölzeanbaus mit der größten Blumenversteigerung der Welt: Die Verenigde Bloemenveilingen Aalsmeer hat eine Fläche von derzeit etwa fast zwei Millionen m², und einen Jahresumsatz von fast zwei Milliarden Euro.
Aalsmeer verfügt auch über ein großes Fernsehstudio der Firma Endemol, gegründet vom Unterhaltungs-Großunternehmer John de Mol. Dieser will das Studio, das zur Zeit etwa 450 Menschen einen Arbeitsplatz verschafft, jedoch aus wirtschaftlichen Gründen um 2010 nach Amsterdam übersiedeln. Im Aalsmeerer Studio wurden mehrere deutschsprachige Sendungen des kommerziellen Fernsehsenders RTL produziert, u.a. mit Linda de Mol. Das Gebäude des Fernsehstudios war ursprünglich ebenfalls Sitz einer Blumenversteigerung.
Aalsmeer grenzt an die Westeinder Plassen(See), ein beliebtes Wassersportrevier mit mehreren Yachthäfen. Das Gebiet um die Seen ist ein wertvolles Naturreservat mit vielen Schilfgürteln. Auf den zahlreichen Inseln, die sich zum Teil in Privatbesitz befinden, werden Bäume, Sträucher, Blumen und Obst angebaut. Am Ufer des Westeinder Plas steht der Wasserturm von Aalsmeer, ein Baudenkmal im Art-Deco-Stil. Jeden zweiten Samstag im September findet auf dem See das Aalsmeerer Prahmrennen statt.
Im Sommer kann der Historische Garten Aalsmeer besichtigt werden, der die Entwicklung des Gartenbaus seit dem 17. Jahrhundert zeigt.
Der Name Aalsmeer ist wahrscheinlich von Als mar abgeleitet, was Palingmeer (Aalsee) bedeutet. Möglicherweise geht er aber auf els-er zurück, drassig land met elzen (morastiges Land mit Haselsträuchern). Noch heute werden in den Westeinder Plassen Aale gefangen.
Aalsmeer wurde 1133 zum ersten Mal in einer Schenkungsurkunde als Alsmar erwähnt. Bis zum 17. Jahrhundert war es ein unbedeutendes Bauerndorf im Tiefmoor. Sturmfluten und Torfgewinnung ließen zahlreiche Seen entstehen, die zwischen 1750 und 1850 trockengelegt wurden. Inzwischen hatten sich die Einwohner von Aalsmeer auf die Zucht von Bäumen verlegt. An die reichen Abnehmer lieferten sie kunstvoll geschnittene Buchsbäume und andere Bäume und Sträucher. Zwischen etwa 1850 und 1885 war auch der Anbau von Erdbeeren sehr erfolgreich. Die Farben der Gemeindeflagge (schwarz, rot und grün) sind diesem Gewächs entlehnt. Das Wappen wurde am 26. Juni 1816 erteilt und zeigt den Holländischen Löwen mit einem Aal in den Pfoten und den Text: Retine quod habes – („Behalte, was Du besitzt“). Die Devise gehört nicht zum offiziellen Wappen.
1912 entstanden die ersten Blumenauktionshäuser, die Centrale Aalsmeerse Veiling im Zentrum und Bloemenlust in Ost-Aalsmeer. Diese wurden 1972 durch eine Fusion zum heutigen Großunternehmen Vereinigde Bloemenveiling
Im Zweiten Weltkrieg bekam Aalsmeer den Ruf als Bollwerk der Nationalsozialisten. Das lag hauptsächlich an dem fanatischen NSB-Bürgermeister Kolb und einer Handvoll Faschisten. Durch die Nähe zu Schiphol und Amsterdam war Aalsmeer strategisch bedeutsam. Außerdem war Aalsmeer ein reiches Dorf. Ab 1942 setzten sich mehrere kleine Widerstandsgruppen für aus Amsterdam geflüchtete Juden ein, die in Aalsmeer untergetaucht waren. Der damalige Amtsleiter für Bürgerangelegenheiten Cees Braber fälschte viele Ausweise. Der Oberbefehlshaber der Wehrmacht in den Niederlanden, Friedrich Christiansen, war ständiger Gast in Aalsmeer. Nach dem Krieg fanden über einhundert Gerichtsverfahren gegen ehemalige NSBer aus Aalsmeer statt. Der Journalist Theodore van Houten schrieb über diese Periode sein Buch Een vrij ernstige geval.
1950 hatte Aalsmeer 12.500 Einwohner. In dieser Zeit war der Gartenbau von großer Bedeutung. Es gab Blumenzüchter, Baumschulen und viele Gewächshäuser für Gemüse- und Zierpflanzenbau, das wichtigste Produkt waren immer noch die Erdbeeren. Durch den Bau der neuen Versteigerungshallen am Legmeerdijk war es nicht mehr weit zum Flughafen Schiphol, und die holländischen Gartenbauunternehmen bekamen Zugang zu den Märkten Amerikas und Japans. Mittlerweile ist die Bloemenveiling Aalsmeer weltbekannt. Die Versteigerungshallen mit einer Grundfläche von 999.000 m² stehen als das weltgrößte Handelsgebäude im Guinness-Buch der Rekorde.
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