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Die Aborigines (englisch [ËĂŠbÉËÉčÉȘdÊÉȘniËz], âUreinwohnerâ) sind die Ureinwohner Australiens. Sie besiedelten vor etwa 40.000 bis 50.000 Jahren den Kontinent. Aborigines sind kein einheitliches Volk, sondern bestehen aus StĂ€mmen oder Clans mit oft höchst unterschiedlichen GebrĂ€uchen und Sprachen: Je nach Definition und Quelle gab es vor der Ankunft der WeiĂen etwa 400 bis 700 verschiedene StĂ€mme der Aborigines,[1][2][3] die vorwiegend als JĂ€ger und Sammler lebten. Mit der Ankunft der weiĂen Siedler ab 1788 sank die Zahl der Aborigines von geschĂ€tzten 300.000 bis 1 Million Einwohnern auf 60.000 im Jahr 1920,[4] hauptsĂ€chlich wegen eingeschleppter Krankheiten, aber auch durch gewaltsame Konflikte mit den Siedlern um die Rechte an dem Land. Etwa drei Viertel der heute rund 464.000 Aborigines[5] leben in StĂ€dten und haben sich weitgehend der Lebensweise der WeiĂen angepasst,[6] da die Behörden in Australien jahrzehntelang eine Assimilations-Politik betrieben. Am ehesten sind die Traditionen der Aborigines im Northern Territory erhalten geblieben, wo die EuropĂ€er erst spĂ€t siedelten; dort leben sie in den meisten Orten unter sich, weswegen hier auch noch fast 60 % der Aborigines zu Hause eine indigene Sprache sprechen.[5]
Inhaltsverzeichnis |
Das Wort aborigine (von lateinisch ab origine âvon Beginn anâ) bedeutet im Englischen allgemein Ureinwohner; es war ursprĂŒnglich die Bezeichnung fĂŒr die Ureinwohner im Latium, einer Landschaft im frĂŒhen Italien.[7] Als Bezeichnung speziell fĂŒr die Ureinwohner Australiens wurde es erstmals 1803 schriftlich dokumentiert;[8] inzwischen gilt Aborigines im Englischen als abwertend und wird durch Aboriginal ersetzt.[9] Selber bezeichnen sich Aborigines meist in ihren jeweiligen Sprachen, zum Beispiel Koori im SĂŒdosten Australiens oder Anangu im Zentrum.
Im deutschen Sprachgebrauch werden unter dem Begriff Aborigines meist alle Ureinwohner des Kontinents verstanden, wĂ€hrend man in Australien zwischen Aborigines und den Torres-Strait-Insulanern, den ursprĂŒnglichen Bewohnern der Inseln in der Torres-StraĂe in der Meerenge zwischen dem australischen Kontinent und Neuguinea unterscheidet. Im dortigen Sprachgebrauch spricht man von den Aboriginals and Torres Strait Islanders, First Australians oder Indigenous People, wenn die Gesamtheit der Ureinwohner des Staates Australien und deren Abkömmlinge bezeichnet werden soll.
Eine Person wird als Aborigine definiert, die Nachkomme von Aborigines ist, sich selber als Aborigine bezeichnet und von der Gemeinschaft in der sie lebt, als solche akzeptiert wird.[10]
Basierend auf der Arbeit von Nicolas Peterson [12] wurden 17 Kulturareale in Australien entwickelt. Grundlage von Petersons Arbeit waren die Hauptwasser-Routen und ihr Verlauf: Er postulierte, dass die Gruppen der Aborigines entlang der Wasserquellen lebten und es so entlang der WasserverlĂ€ufe Wechselbeziehungen zwischen den Gruppen gab und es so zu kulturellen Austausch und einer relativen kulturellen HomogenitĂ€t kam. Dagegen hĂ€tten die Bereiche zwischen den WasserverlĂ€ufen wegen der Wasser- und Nahrungsarmut natĂŒrliche Barrieren gebildet, so dass Beziehungen zu Menschen an anderen Flusssystemen weniger hĂ€ufig auftraten.[13]
Das flĂ€chenmĂ€Ăig gröĂte Kulturareal ist das Kulturareal Desert, das etwa 40% des Landes bedeckt und den ariden Teilen des Landes mit der SimpsonwĂŒste, GibsonwĂŒste, die GroĂe SandwĂŒste sowie mehrere kleinere WĂŒsten umfasst.
Mitochondriale DNA-Vergleiche (mtDNA) lassen darauf schlieĂen, dass Aborigines Nachfahren von Menschen einer der ersten Emigrations-Wellen aus Afrika sind und ihre Vorfahren Afrika vor 100.000 bis 130.000 Jahren verlassen haben, um sich dann entlang der KĂŒste SĂŒdostasiens bis nach Australien auszubreiten. Australien war zu dieser Zeit Teil des Kontinents Sahul und mit Neuguinea ĂŒber eine LandbrĂŒcke verbunden. Eine LandbrĂŒcke zum asiatischen Festland hat aber nie bestanden, so dass eine Besiedlung GroĂ-Australiens nicht ohne Ăberwindung des Wallacea-Meeres möglich gewesen wĂ€re. Da dies nicht schwimmend möglich gewesen wĂ€re und die Erfindung seetauglicher Boote fĂŒr die Zeit vor mehr als 60.000 Jahren als sehr unwahrscheinlich gilt, wird eine sehr frĂŒhe Besiedlung Australiens ĂŒberwiegend abgelehnt. Einige gehen gleichwohl von einer ersten, sehr frĂŒhen Einwanderungswelle von Menschen aus, die wegen der Toba-Katastrophe vor etwa 75.000 Jahren fast vollstĂ€ndig ausgestorben seien, weswegen eine engere genetische Verwandtschaft von Aborigines nur noch mit den Papua-Völkern in den Bergen Neuguineas[14] und einigen indischen Volksgruppen wie den Veddas besteht,[15] wohingegen der Rest Asiens von einer zweiten Auswanderungswelle aus Afrika wiederbesiedelt wurde.
Das genaue Datum der Ankunft in Australien ist unter ArchĂ€ologen stark umstritten. Am hĂ€ufigsten wird ein Zeitraum zwischen 50.000 und 60.000 v. Chr. genannt[16]. Das etwas prĂ€zisere Datum von 48.000 v. Chr. basiert auf Siedlungen in Nordaustralien, die mit Hilfe von Thermolumineszenz datiert wurden. Bei vielen anderen FundstĂ€tten wurden durch Radiokohlenstoffdatierung Daten von 38.000 v. Chr. gemessen, was bei einigen Forschern zu Zweifeln an der QualitĂ€t und Genauigkeit der Thermolumineszenz-Methode gefĂŒhrt hat, zumal bei einem Test die Errichtung der Siedlung Jinmium im Northern Territory auf 200.000 v. Chr. bestimmt wurde. Allerdings sind 14C-Daten ĂŒber 30.000 Jahren ohnehin mit Misstrauen zu betrachten, da sie am Rande der Messgenauigkeit liegen.
Neueste genetische Untersuchungen[17] haben inzwischen ergeben, dass die Aborigines einer Auswanderungswelle aus Afrika vor 62.000 â 75.000 Jahren entstammen. Sie sind damit die frĂŒhesten kontinuierlichen Vertreter des modernen Menschen auĂerhalb Afrikas, denn die heutigen EuropĂ€er und Asiaten lassen sich auf eine weitere Auswanderungswelle 24.000 Jahre spĂ€ter zurĂŒckfĂŒhren.
Der Mungo Man, dessen Ăberreste 1974 in der NĂ€he des Lake Mungo in New South Wales gefunden wurden, ist der Ă€lteste bisher gefundene Mensch in Australien. Auch wenn sein exaktes Alter umstritten ist, geht man von etwa 40.000 Jahren aus. Nahebei wurde Mungo Lady aus dem gleichen Zeitraum gefunden; bei ihr lĂ€sst sich ein komplexes Feuerbestattungs-Ritual nachweisen. Steinwerkzeuge, die am See gefunden wurden, konnten auf ein Alter von 50.000 Jahren bestimmt werden. Da sich der Lake Mungo im SĂŒdosten Australiens befindet, gehen viele ArchĂ€ologen davon aus, dass die ersten Menschen einige tausend Jahre frĂŒher in Nordwest-Australien angekommen sein mĂŒssen.
WĂ€hrend Mungo Man wegen seiner SchĂ€delform und seiner GröĂe als graziler Mensch eingestuft wurde, gab es in Kow Swamp (Victoria) Funde von menschlichen Ăberresten, die als robust eingeordnet und auf ein Alter von etwa 15.000 Jahren geschĂ€tzt werden. Zu dieser Zeit wĂ€hrte das letzte Maximum der jetzigen Eiszeit. Die unterschiedlichen Anatomien wurden herangezogen, um Theorien ĂŒber zwei oder drei Immigrationswellen nach Australien zu untermauern. Es gibt aber keine systematischen Unterschiede in der mtDNA zwischen diesen Skeletttypen, weswegen wieder eher von einer einzigen Immigrationswelle ausgegangen wird. Unterschiede im Aussehen werden nun als evolutionĂ€re Anpassungen an die klimatisch kĂ€lteren Bedingungen durch Selektion sowie Genfluss erklĂ€rt. [18] Die heutigen Aborigines Ă€hneln mittlerweile wieder eher der grazilen Form der Menschen.
Auch wenn es keine weiteren Immigrationswellen nach Australien gab, hat es immer wieder Kontakte zur AuĂenwelt gegeben: So ist zum Beispiel der Dingo vor etwa 4000 Jahren nach Australien wahrscheinlich von Timor oder ĂŒber Neuguinea mit Seefahrern nach Australien gekommen.[19] Aus Makassar kamen möglicherweise seit dem 16. Jahrhundert, sicher ab etwa 1700, jedes Jahr zur Regenzeit Sammler von Seegurken fĂŒr mehrere Wochen an die NordkĂŒste und insbesondere ins Arnhemland, wo dieser Aufenthalt die Kultur der Yolngu beeinflusste.[20] Der erste EuropĂ€er, der auf Aborigines traf, war Willem Jansz, der 1606 die WestkĂŒste Australiens betrat. Danach folgte eine ganze Reihe weiterer Entdecker.
Dagegen lebten die Tasmanier seit dem Ende der Eiszeit seit etwa 12.000 Jahren isoliert von den Aborigines des Festlandes. Mit steigendem Wasserpegel entstand die 250 km weite Bass-StraĂe, die Tasmanien vom Festland trennte.
Die Aborigines lebten durch alle KlimaverĂ€nderungen hindurch und passten sich erfolgreich der wechselnden Umwelt an. Es gibt groĂe Debatten darĂŒber, inwieweit sie ihre Umwelt selbst verĂ€ndert haben. Eine Diskussion dreht sich um die Rolle der Aborigines bei der Ausrottung der Megafauna der Beuteltiere. Manche schreiben dies dem Klimawechsel zu, andere glauben, dass die Tiere aufgrund ihrer Langsamkeit einfache Beute waren. Eine dritte Möglichkeit wĂ€re, dass das Aussterben durch menschliche VerĂ€nderungen an der Umwelt, vor allem durch Feuer, indirekt verursacht wurde.
Es gibt Beweise fĂŒr eine substantielle Ănderung innerhalb der indigenen australischen Kultur im Laufe der Zeit. Felsmalereien an verschiedenen PlĂ€tzen in Nordaustralien zeigen deutlich verschiedene Stile, die sich mit verschiedenen historischen Perioden verknĂŒpfen lassen. Einige dieser Felsmalereien haben nahegelegt, dass zum Beispiel die letzte groĂe Eiszeit vor 20.000 Jahren mit einer kontinentalen Trockenheit und einer Verbreitung von SanddĂŒnen mit gesunkener AktivitĂ€t und gröĂerer Spezialisierung bei der Benutzung von Materialien und Nahrungsmitteln bei den Aborigines einherging.
Die britische Kolonisation Australiens begann 1788 mit der Ankunft der First Fleet in der Botany Bay. Die ersten Kontakte zwischen den Mitgliedern der ersten Flotte unter Arthur Phillip und den Aborigines sollen zunÀchst vorwiegend friedlich gewesen sein, da Phillip anwies, die Aborigines gut zu behandeln. Man betrieb Handel mit Lebensmitteln, weil die Kolonisten sich noch nicht selbst versorgen konnten. Bennelong, ein Mitglied der Eora, war ein Vermittler zwischen den beiden Kulturen, der Englisch lernte und seine Sprache lehrte und so zu einer VerstÀndigung beitrug.[21]
Nach SchĂ€tzungen des Australian Bureau of Statistics sank die Bevölkerung der Aborigines von den ursprĂŒnglich 300.000 bis 1 Million bis 1920 auf 60.000.[4] GroĂe Teile der Aborigines starben an eingeschleppten Krankheiten wie Influenza oder bei der Pockenepidemie von 1789, bei der unter anderem mehr als 50 % der Darug getötet wurden. SterilitĂ€t bei Frauen nahm zu wegen Geschlechtskrankheiten, die sie vor allem durch Prostitution und Sex-Sklaverei erwarben. [22] Nach SchĂ€tzungen von Henry Reynolds[23] starben bei gewaltsamen Auseinandersetzungen 3.000 Siedler und 20.000 Aborigines: Im 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert kam es zu vielen, zum Teil tödlichen Auseinandersetzungen und einer Welle von Massakern an Aborigines, wie zum Beispiel dem Myall-Creek-Massaker oder dem Cape-Grim-Massaker, an denen in einigen FĂ€llen auch der Native-Police-Corps teilnahm, eine Polizeitruppe, die hauptsĂ€chlich aus Aborigines bestand. Auslöser von Konflikten war zumeist der Zugang zu Nahrungsquellen: Da Schafe und Rinder der Siedler Wasserlöcher und Grasland zerstörten, verloren Aborigines ihre Lebensgrundlage und begannen statt dessen das Vieh der Siedler zu jagen, um sich zu ernĂ€hren. Hinzu kam, dass Aborigines etwas wie Landbesitz nicht kennen; sie verstehen sich vielmehr als Bewahrer des Landes, das sie pflegen und hĂŒten, dem sie aber auch entnehmen können, was sie brauchen, solange es dadurch nicht gefĂ€hrdet wird.
In einem Versuch die Konflikte zu entschĂ€rfen, wurden den Völkern der Aborigines in der Mitte des 19. Jahrhunderts von einem Komitee der britischen Regierung Protektorate zugewiesen. Dort sollten sie sich nach dem Vorbild der Kolonialisten Siedlungen errichten und Landwirtschaft betreiben. In Tasmanien wurden bereits in den 1830er im Black War mit der Black Line die Tasmanier zusammengetrieben und nach Flinders Island deportiert. Als letzte Region wurde in der Western Desert in den 1950ern und 1960ern durchgesetzt, dass Aborigines ihre traditionelle Lebensweise als Nomaden aufgaben, als auf dem Gebiet von Maralinga Tjarutja Atomwaffentests durchgefĂŒhrt werden sollten. Eine kleine Gruppe aus dem Volk der Pintupi, genannt die Pintupi Nine, lebte noch bis 1984 als Nomaden in traditioneller Lebensweise.[24]
Chief Protectors wie George Augustus Robinson oder die Aboriginal Protection Boards erhielten spĂ€ter aufgrund von Gesetzen wie des Aboriginal Protection Act 1869 in Victoria weitgehende Rechte; zum Beispiel Kontrolle ĂŒber die Aborigines hinsichtlich ihres Wohnortes, ihrer Arbeit, Heirat, ihres sozialen Leben und weiteren Aspekten sowie das Recht ĂŒber den Verbleib der Kinder zu entscheiden.[25]
Ende des 19. Jahrhunderts errichteten christliche Kirchen auf den Gebieten der Aborigines Missionen, zum Beispiel Hermannsburg und begannen nicht nur die christliche Lehre zu verbreiten, sondern auch medizinische Hilfe und Schulen anzubieten.[26]
Mit Beginn des 20. Jahrhunderts und bis in die 70er Jahre wurden Kinder von Aborigines aus ihren Familien in den Reservaten systematisch zwangsweise entfernt und zur Adoption in weiĂe Familien oder in Missionen gegeben. Diese Unmenschlichkeit ging mit dem Begriff Gestohlene Generationen (engl. stolen generation) in die australische und Menschheitsgeschichte ein. Das hauptsĂ€chliche Ziel war es, insbesondere Aborigines mit weiĂen Vorfahren zu assimilieren und Teil der weiĂen Gesellschaft werden zu lassen. Betroffen waren je nach Region und Zeitraum etwa 1/3 bis 1/10 aller Kinder.[25] Der Bericht Bringing them Home der Australian Human Rights Commission von 1997 setzte sich mit dem Thema der Gestohlenen Generationen auseinander und fĂŒhrte dazu, dass der National Sorry Day eingerichtet wurde.
Im Prinzip erhielten Aborigines das Wahlrecht als britische StaatsbĂŒrger zusammen mit den weiĂen Siedlern, als die australischen Kolonien in den 1850er Jahren ihre Selbstbestimmung erlangten. In der Folge fĂŒhrten Queensland und Western Australia spĂ€terhin auch die Northern Territory Gesetze ein, die die Aborigines ausdrĂŒcklich vom Wahlrecht ausschlossen. Dagegen wurde in South Australia das seit 1856 bestehende Wahlrecht fĂŒr Briten 1895 mit der EinfĂŒhrung des Frauenwahlrechtes auf weibliche Aborigines ausgeweitet.[27] Queensland war 1965 der letzte Staat, der Aborigines das Wahlrecht zugestand. Das hĂ€ufig zitierte Referendum aus dem Jahr 1967 hat dagegen nichts mit dem Wahlrecht zu tun, sondern bestĂ€tigte, dass die Aborigines in der australischen Verfassung mit anderen Volksgruppen rechtlich gleichgestellt und in den Zensus aufgenommen werden sollten.[27]
Obwohl Aborigines am Australia Day 1949 wie alle anderen bis dahin britischen BĂŒrger die australische StaatsbĂŒrgerschaft erhielten, gab es allerdings je nach Staat oder Territory weiterhin Gesetze, die Aborigines in ihren BĂŒrgerrechten einschrĂ€nkten:[28] Es gab Gesetze, die Ehen zwischen WeiĂen und Aborigines verboten; als MĂŒndel des Staates war ihnen Alkohol verboten; es konnte weiterhin bestimmt werden, wo sie oder ihre Kinder lebten. Immer noch erhielten Aborigines keine Zuwendungen aus der staatlichen Alters- und Invalidenpension;[29] erst 1964 erhielten sie das Recht, Immobilien zu besitzen.[30] Ausnahmen gab es fĂŒr die Veteranen des Zweiten Weltkrieges und ausnahmsweise wurden Aborigines wie dem Maler Albert Namatjira die vollen BĂŒrgerrechte verliehen, wenn sie nachweisen konnten, dass sie eine âweiĂeâ Lebensweise fĂŒhrten.
Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg hatten Aborigines als Soldaten teilgenommen, was sowohl die Einstellung der Aborigines zu der bestehenden Diskriminierung als auch die der WeiĂen verĂ€nderte. Bereits vor dem Zweiten Weltkrieg hatte sich die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) mit Konventionen gegen Zwangsarbeit im Jahre 1930 und Arbeit durch Aborigines im Jahre 1936 befasst; Familien zu beschĂ€ftigen wurde geĂ€chtet. Ferner wurden diese Regelungen 1957 um die Rechte indigener Gruppen erweitert; Minderheiten wurden berechtigt, traditionelles Recht anzuwenden. In den folgenden 1950er Jahren entstand ein weltpolitisches Klima, das die breite Ăffentlichkeit sensibilisierte: Australien verstieĂ gegen diese Konventionen und dies nutzten Aborigines, um ihre Anliegen der Welt bekannt zu machen und Einfluss auf die Politik zu nehmen und sie zu verĂ€ndern.[31] Mit dem Racial Discrimination Act 1975 ist Diskriminierung aufgrund von Rasse ungesetzlich geworden und alle diskriminierenden Gesetze, die in den Staaten oder Territorien noch existierten, auĂer Kraft gesetzt.
Nach dem Ersten Weltkrieg entstand im Jahre 1925 die Australian Aboriginal Progressive Association (AAPA), die erste politische Organisation, die soziale und politische Interessen der Aborigines formulierte, die gegen die Verschleppung von Aboriginekindern von ihren Familien sowie fĂŒr freien Zugang zum Schulwesen, fĂŒr Landrechte am traditionellen Land und gegen die Bestimmung der LebensverhĂ€ltnisse durch die weiĂe Administration eintrat.[32] Die AAPA löste sich wegen der systematischen Verfolgung durch die Polizei und durch den Aboriginal Protection Board im Jahre 1927 auf.[33] In den 1930er Jahren fĂŒhrten Aborigines erste Streiks fĂŒr bessere Verpflegung und Behandlung in von EuropĂ€ern gefĂŒhrten christlichen Missionen, wie im Cummeragunja Walk-off von 1939 durch.[34] Die erste monatliche Zeitschrift, die ein Aborigine, Jack Patten, fĂŒr Aborigines herausbrachte, war die Abo Call.
Erste Forderungen nach vollen BĂŒrgerrechten und nach Landrechten kamen auf. Es bildeten sich zwei politische Organisationen, die Australian Aborigines League und die Aborigines Progressive Association, die diese Forderungen formulierten. Diese Entwicklung zeitigte Erfolge, denn es gelang ihnen, den Day of Mourning als Protesttag durchzusetzen und eine Kontrollorganisation ĂŒber das Leben der Aborigines, das Aboriginal Protection Board, im Jahre 1940 aufzulösen. Der Weltkrieg beendete die sich entwickelnde politische Opposition.
1946 begannen Aborigines wieder gegen ihre Lebensbedingungen aufzubegehren: Im Mittelpunkt stand zunĂ€chst ihre Bezahlung als Viehtreiber; mit Streiks, wie dem Aboriginal Stockmenâs Strike, der von 600 Viehtreibern bis 1949 durchgefĂŒhrt wurde, versuchten sie durchzusetzen, dass sie nicht nur mit Naturalien oder sehr geringen Löhnen entlohnt wurden.
Im 19. und 20. Jahrhundert wurden den Aborigines Teile ihres Gehaltes vom Staat einbehalten, was heutzutage als Stolen Wages diskutiert wird und entsprechende Forderungen nach Auszahlung gestellt werden.[35]
Die Aborigines engagierten sich in den 1970er Jahren auch international gegen Rassismus. Im Jahre 1971 gab es einen massiven Protest gegen die Rassentrennung um das Rugby-Nationalteam SĂŒdafrikas, genannt Springboks, auf einer Tour durch Australien. Bekannt wurde Gary Foley und ein weiterer Aktivist, die aufgrund des Protests von der Polizei arrestiert wurden. Diese Auseinandersetzung hatte fĂŒr den Sport SĂŒdafrikas Folgen, denn dadurch wurde die rassistische Politik SĂŒdafrikas weltweit angeprangert und rassistische Sportmannschaften international ausgeschlossen.[36][37]
Ab den 1960er Jahren rĂŒckte zunehmend die Frage nach Landrechten in den Mittelpunkt ihres Interesses: Australien war von Captain James Cook 1770 als nahezu unbewohnt beschrieben und spĂ€ter â trotz der Anwesenheit der Aborigines â zur Terra Nullius erklĂ€rt worden. Eine Aktion, die auch internationale Aufmerksamkeit erlangte, war die Yolngu-Bark-Petition, bei der 1963 Yolngu auf einer Baumrinde geschrieben eine Petition gegen die Errichtung einer Bauxit-Mine auf ihrem traditionellen Land einreichten. 1972 stellten Aborigines auf dem Rasen vor dem Old Parliament House in Canberra die Zelt-Botschaft auf, um ihre Forderungen nach Landrechten zu unterstreichen. Mit Neville Bonner zog 1971 der erste Aborigine in das australische Parlament ein.
1966 bestreikten 200 Viehtreiber der Gurindji die Wave Hill Cattle Station fĂŒr gleichen Lohn mit den weiĂen Arbeitern, da sie bis dahin nur einen geringen Lohn oder Naturalien erhalten hatten. Der neun Jahre andauernde Streik um Arbeitsrechte wurde bald zu einer bundesstaatlichen Angelegenheit, als die Gurindji die RĂŒckgabe ihres Landes forderten und ihnen auch zu groĂen Teilen im Jahre 1975 durch den Premierminister Gough Whitlam stellvertretend an Vincent Lingiari zurĂŒckgegeben wurden.[38]
Mit dem Aboriginal Land Rights (Northern Territory) Act 1976 wurde schlieĂlich erstmals die Möglichkeit Landrechte zu beanspruchen eingerĂ€umt und groĂe Gebiete wieder zum Eigentum von Aborigines. 1993 erkĂ€mpften Organisationen wie Native People of Australia unter FĂŒhrung von Eddie Mabo dann mit dem Urteil Mabo v. Queensland (No. 2) den sogenannten Native Title, der Eigentumsrechte an Kronland (Land im Staatsbesitz) vergibt, das historisch einem gewissen Stamm zuzuordnen ist. Teilweise sind allerdings die Bergbau- und die Wasserrechte, auĂer fĂŒr den eigenen Gebrauch, ausgeschlossen.
Landrechtsbewegungen verbinden sich auch mit ökologischen Forderungen. Eines der ersten Aborigines-Völker, die ihr Land nach dem Aboriginal Land Rights (Northern Territory) Act 1976 zurĂŒckerhielten, jedoch nicht die Bergbaurechte, waren die Mirarr. Als 1960 Uran entdeckt wurde, wehrten sich die Mirrar erfolgreich gegen den Abbau in der Jabiluka-Mine, [39] im australischen Kakadu-Nationalpark im Northern Territory.[40] Die Mirarr leisten seit 1971 Widerstand und im Jahre 1998 besetzten fĂŒr acht Monate etwa 5000 Umweltaktivisten der Aborigines und aus der gesamten Welt dieses Gebiet, von denen 550 Aktivisten festgenommen wurden.[41] Im Jahre 2002 wurde der Abbau wegen des fallenden Uranpreises eingestellt.
Unter dem Recht am Land verstehen die Aborigines kein Eigentum im Sinne des deutschen (oder römischen) Sachenrechts. Nach dem heutigen australischen Recht wird der rechtlichen Bezug zum Eigentum an Land der Aborigines anerkannt. Dabei gibt es insbesondere je nach Bundesland unterschiedliche Anspruchsregelungen. Es ist festzustellen, dass im Norden vor allem der Native Title und im SĂŒdosten Landnutzungsrechte eine Rolle spielen. 1,1 Mio. Quadraltkilometer Land wurden von 1966 bis 1991 den Aborigines zugesprochen, was etwa 15% der LandflĂ€che des australischen Kontinents sind.[42]
| Gebiet | Aborigines[5] | Bevölkerungsanteil |
|---|---|---|
| New South Wales | 140.000 | 2,1 % |
| Queensland | 113.000 | 2,7 % |
| Western Australia | 75.000 | 3,8 % |
| Northern Territory | 64.000 | 31,5 % |
| South Australia | 24.000 | 2,4 % |
| Victoria | 28.000 | 0,6 % |
| Tasmanien | 15.000 | 3,1 % |
| ACT | 4.000 | 1,2 % |
WĂ€hrend 1920 die Zahl der Aborigines auf nur noch 60.000 geschĂ€tzt wurde, stieg sie beim Zensus von 1991 auf 265.000[43] und bis 2006 auf 464.000.[5] Neben einer erweiterten Definition, wer Aborigine ist, wird es auch dem gestiegenen Selbstbewusstsein zugeschrieben, sich selber als Aborigine zu bezeichnen.[5] Die gestiegene Anerkennung der Aborigines spiegelt sich auch in symbolischen Gesten wider, wie der Darstellung von David Unaipon auf der australischen 50-Dollar-Note seit 1995, Gwoya Jungarai auf der 2-Dollar-MĂŒnze seit 1987, Len Waters, ein Aborigine-Pilot im Zweiten Weltkrieg seit 1995 und Cathy Freeman, die erste abgebildete Aborigine seit 2000 zu ihren Lebzeiten auf einer Briefmarke. Letzteres ist bemerkenswert, denn es war bis ins Jahr 1997 nicht erlaubt, lebende Personen auf Briefmarken in Australien abzubilden, auĂer Persönlichkeiten der Monarchie.[44]
Viele Probleme sind aber immer noch ungelöst: Im Vergleich zu der Gesamtbevölkerung Australiens gehören die Ureinwohner Australiens â und hier insbesondere jene, die in den lĂ€ndlichen Gebieten leben â zum Ă€rmsten Teil der australischen Gesellschaft; ihre Arbeitslosenrate ist mit 20 % fast dreimal so hoch wie die der Durchschnittsbevölkerung, sie haben eine geringere Bildung, ihre Lebenserwartung liegt im Durchschnitt 10 Jahre unter jener der weiĂen Bevölkerung,[45] die Kindersterblichkeit ist doppelt so hoch[4] und sie machen bei einem Anteil von weniger als 4 % der Bevölkerung 20 % aller GefĂ€ngnisinsassen aus.[46] ErklĂ€rt werden diese Unterschiede mit dem Verlust funktionierender sozialer Strukturen durch die Assimilationspolitik sowie dem generellen Mangel an Arbeit und Krankenversorgung in den lĂ€ndlichen Gebieten.
Im Juni 2007 verkĂŒndete die australische Regierung die Northern Territory National Emergency Response, in den Medien diskutiert unter dem Begriff âInterventionâ:[47] Anlass war der Bericht Little Children are Sacred[48] des Northern Territorys, der die Verbreitung des sexuellen Missbrauchs von Kindern dokumentierte. Verschiedene MaĂnahmen wurden eingeleitet, die das Ziel haben, Kindern ein sicheres Umfeld zu schaffen. Darunter gehören unter anderem das Verbot von Alkohol und Pornographie in den Gemeinschaften der Aborigines, aber vor allem umfangreiche medizinische Reihenuntersuchungen von Kindern, mehr Polizei und mehr Lehrer. Logistisch wird die Intervention vom MilitĂ€r unterstĂŒtzt. Die Gemeinschaften haben dabei ihre Selbstverwaltung verloren. BefĂŒrworter der Intervention begrĂŒĂen, dass die Regierung etwas gegen die Situation in den Gemeinschaften der Aborigines unternimmt. Kritische Stimmen beklagen jedoch vor allem, dass die Intervention rassistisch sei, da ein Teil der Sozialhilfe bei allen Aborigines dieses Gebietes staatlich kontrolliert wird, also auch bei jenen, die sozial nicht auffĂ€llig geworden sind. AuĂerdem wird kritisiert, dass die Intervention ohne RĂŒcksprache mit den Betroffenen erfolgte oder dass sie paternalistisch sei und die bestehende Kultur der Aborigines vollends zerstöre.[49] In Bezug auf Alkohol wird darauf hingewiesen, dass der Anteil der Aborigines mit riskant hohen Alkoholkonsum mit 11% sich statistisch nicht signifikant von dem der nicht-indigenen Bevölkerung unterscheidet.[50] Statt dessen ist der Alkoholabbau bei besonders vielen Aborigines wegen eines fehlenden Enzyms verlangsamt und bereits geringe Mengen Alkohol fĂŒhren bei Aborigines zu einem auffĂ€lligen Verhalten.[51]
Die Bevölkerungszahl war sehr wahrscheinlich ĂŒber tausende von Jahren hin konstant. Die dichteste Besiedlung wiesen auch schon vor der Ankunft der EuropĂ€er die auch heute noch bevölkerungsreichsten Regionen Australiens an den KĂŒsten im SĂŒdosten und im Tal des Murray Rivers auf. Es gab jedoch ĂŒber den ganzen Kontinent verteilt StĂ€mme, die in allen FĂ€llen ihre Lebens- und Essgewohnheiten, Technologien und Jagdmethoden an die jeweilige Umgebung angepasst hatten, ganz gleich ob es das kalte und feuchte Hochland Tasmaniens oder das trockene und heiĂe Innere des Kontinents war.
Unterschiede in der Lebensweise gab es in EinzelfĂ€llen durchaus, beispielsweise beherrschten die Gunditjmara ein ausgeklĂŒgeltes System einer Aquakultur und AalzĂŒchtung, sie bauten auch steinerne WohnstĂ€tten und hatten einen festen Wohnort.[52][53] Es gab auch einen seefahrenden Stamm der Ngaro, der weitestgehend unbekannt geblieben ist. Dieser Stamm lebte im Seegebiet der Whitsunday Islands und navigierte und jagte mit Auslegerkanus sicher auf der See.[54]
Alle Ureinwohner Australiens waren JĂ€ger und Sammler, wobei die Menschen, die an der KĂŒste oder an FlĂŒssen lebten, auch Fischer waren, die auch Schildkröten und im tropischen Norden Dugong fingen. Alle StĂ€mme und Gemeinschaften der Aborigines benutzten und verwalteten ihre Nahrungsquellen und VorrĂ€te nach unterschiedlichen, ausgeklĂŒgelten Methoden; Ackerbau betrieben sie hingegen nicht. Im heutigen Victoria gab es zwei verschiedene StĂ€mme, die wirtschaftliche Aal-Farmen betrieben. Sie verwendeten komplexe und ausgedehnte Systeme mit bewĂ€sserten Teichen; eines am Murray River im Norden des Staates und eines im SĂŒdwesten in der NĂ€he von Hamilton, von wo aus sie bis in die Region um Melbourne Handel betrieben. Aber auch im Gebiet des heutigen Sydney entwickelte sich eine groĂe Anbau- und HandelsstĂ€tte. Die typische Nahrung, das Bush Food, bestand aus einer Vielfalt von Nahrungsmitteln, zum Beispiel KĂ€nguru, Emu, Wombat, Goanna, Schlangen, Vögeln, vor allem in den WĂŒsten auch viele Insekten wie Honig-Ameisen oder Witchetty-Maden und an den KĂŒsten Muscheln und Krebstiere. Daneben wurden auch noch viele Varianten pflanzlicher Nahrung wie NĂŒsse, Obst und Beeren genutzt. In den WĂŒstengebieten zum Beispiel die Buschbanane (Marsdenia australis) und die Bush-tomato (Solanum centrale), im tropischen Norden die Buschpflaume (Terminalia ferdinandiana).
Das primĂ€re Werkzeug, das zur Jagd benutzt wurde, war der Speer, der mittels eines Woomera oder per Hand geworfen wurde. Bumerangs wurden sowohl im Norden als auch in den sĂŒdlichen WĂŒsten benutzt, wobei die nicht-zurĂŒckkehrende Variante (bekannter unter der korrekten Bezeichnung Wurfstock) effektiver und weiter verbreitet war als die zurĂŒckkehrende. Mit ihr konnten zum Beispiel KĂ€ngurus getötet werden.
Berichte ĂŒber institutionalisierten Kannibalismus werden von wissenschaftlicher Seite als âHörsagen, Berichte aus zweiter und dritter Hand, Ăbertreibungen, falsche Zitierungen und absichtliche LĂŒgenâ bezeichnet. Es seien BegrĂ€bnisrituale missinterpretiert worden, aber auch Berichte ĂŒber Kannibalismus gezielt in Umlauf gesetzt worden, um Aborigines als Wilde zu diskreditieren, denen man die Menschenrechte verwehren und das Land abnehmen könne.[55]
In einigen Gebieten lebten die Aborigines halb-sesshaft, vor allem in weniger trockenen Gebieten, wo durch Fischerei eine sesshaftere Lebensweise möglich war. Weiterhin waren die meisten indigenen StĂ€mme semi-nomadisch und zogen in einem regelmĂ€Ăigen Rhythmus durch ein bestimmtes Gebiet, in dem sie ihren Nahrungsquellen folgten und sich immer wieder zur gleichen Zeit am gleichen Ort niederlieĂen. Durch Untersuchungen von Abfallansammlungen konnten ArchĂ€ologen zeigen, dass manche dieser PlĂ€tze ĂŒber tausende Jahre hinweg jĂ€hrlich besucht wurden. In den trockenen Gebieten waren die Aborigines ausschlieĂlich Nomaden, die auf Nahrungssuche ĂŒber weite Gebiete zogen.
Sie wohnten in einfachen HĂŒtten oder unter Windschirmen, die aus Zweigen oder Rinde aufgebaut waren. Feste HĂŒtten aus Zweigen, Baumrinde, Gras und Schilf wurden nur bei lĂ€ngerem Aufenthalt erbaut. Die Lager durften von Angehörigen anderer StĂ€mme nicht betreten werden, es sei denn, sie wurden eingeladen. Wurde ein Bote zu einem anderen Stamm geschickt, musste er in einiger Entfernung warten, bis er die Erlaubnis erhielt, nĂ€her zu kommen. Einige Aborigines hielten Dingos als Begleittiere, um sie bei der Jagd zu nutzen oder sich wĂ€hrend kalter NĂ€chte an ihnen zu wĂ€rmen.
Die indigenen Völker Australiens benutzten Feuer fĂŒr verschiedene Zwecke. Zum einen, um das Wachstum essbarer Pflanzen oder von Tierfutter zu begĂŒnstigen, zum anderen aber auch, um das Risiko fĂŒr Buschfeuer zu reduzieren, Reisen zu erleichtern, Seuchen auszurotten, fĂŒr zeremonielle Zwecke oder aber auch, um âdas Land aufzurĂ€umenâ. Es gibt groĂe Meinungsverschiedenheiten, inwieweit das zur VerĂ€nderung der Umwelt beigetragen hat.
Die Initiation wurde in mehreren Stufen ĂŒber mehrere Jahre vollzogen: Dabei lernten die Jugendlichen zum Beispiel ihr Totem kennen, unterstĂŒtzt von altersgerechten Geschichten der Traumzeit und neuen GesĂ€ngen. Aber auch Strategien im Umgang mit Konflikten lernten sie.
Ăblicherweise im Alter von 10 bis 12 Jahren wurden heranwachsende Jungen einem ersten Initiationsritus unterzogen, der Wochen andauern konnte. Dabei wurden sie von ihren MĂŒttern getrennt, durften nicht sprechen und nicht angesprochen werden. Vor allem in Zentralaustralien, also zum Beispiel bei Arrernte, Pitjantjatjara und Luritja ist in diesem Alter die Zirkumzision ĂŒblich.
Bei diesen Völkern wird etwas im spĂ€teren jugendlichen Alter auch die Subinzision praktiziert. In einer abschlieĂenden Initiationsstufe im Alter von 16 oder 17 Jahren wurde bei fast allen Völkern die Haut junger MĂ€nner und Frauen skarifiziert, womit sie heiratsfĂ€hig wurden. Die Narben waren je nach Volk zwei bis vier einfache nebeneinanderlaufende Linien auf der Schulter, Brust oder Bauch, die mit einem scharfen Steinmesser erstellt wurden.[56] Als Zeichen der Initiation war es bei Völkern der KĂŒste verbreitet, einen Zahn zu entfernen oder zu verĂ€ndern,[57] oder ein Piercing zuzufĂŒgen.
Der SchlĂŒssel zum VerstĂ€ndnis ihrer Gesellschaftsstruktur liegt in ihrem komplexen Netz von Verwandtschaftsbeziehungen und deren Implikationen, das in allen Teilen Australiens in verschiedenen Formen existierte[58] [59] und heute noch insbesondere in Zentralaustralien besteht.
Grundlage der Verwandtschaftsbeziehungen ist nicht das in westlichen Kulturen verbreitete Eskimo-System, sondern das Iroquois-System. Das Eskimo-System besteht aus einer Kernfamilie: Vater, Mutter, Bruder und Schwester. Das Iroquois-System weitet das Konzept aus; so werden alle Schwestern der Mutter ebenfalls als Mutter bezeichnet. Analog werden alle BrĂŒder des Vaters als VĂ€ter bezeichnet. Nur wenn sich das Geschlecht in der Elterngeneration (auf mĂŒtterlicher oder vĂ€terlicher Seite) Ă€ndert, werden andere Bezeichnungen verwendet. Demnach hat man nur auf der mĂŒtterlichen Seite Onkel und nur auf der vĂ€terlichen Seite Tanten. Die Tante auf der mĂŒtterlichen Seite wird als Mutter bezeichnet und der Onkel auf der Seite des Vaters als Vater. Das System erstreckt sich weiter auf Cousins und Cousinen. Die Kinder der Schwester der Mutter (welche ebenfalls als Mutter bezeichnet wird) sind nicht Cousins/Cousinen, sondern BrĂŒder und Schwestern. Das gilt ebenso fĂŒr die Kinder des Bruders des Vaters (welcher als Vater bezeichnet wird). Demnach kann man nur Cousins/Cousinen haben, wenn sie die Kinder von den Geschwistern der Eltern sind und dabei das Geschlecht wechselt (Bruder der Mutter/Schwester des Vaters). Diese Unterscheidung ist wichtig, denn nur die als Cousin/Cousine Bezeichneten kommen als Heiratspartner in Frage. Es handelt sich hierbei um eine sogenannte Kreuzkusinenheirat, die auch von anderen Kulturen her bekannt ist.
Das eben erlÀuterte System ist egozentrisch, denn es geht von einer Person (Ego) aus und entwickelt Relationen zu anderen Stammesmitgliedern. Dieses egozentrische Bild ergibt sich jedoch nur aus der Analyse des eigentlichen Verwandtschaftssystems. Dieses wird im Folgenden erlÀutert:
Im Gegensatz zum westlichen System der Blutsverwandtschaft unterscheiden Aborigines nicht zwischen verwandt und nicht verwandt. In ihrem Sinne ist man mit allen Stammesmitgliedern verwandt. Das hier beschriebene System findet in verschiedenen Variationen bei fast allen australischen Aborigines Anwendung. So können selbst Neulinge von anderen StĂ€mmen oder auĂenstehende Personen (z.B. Anthropologen oder Linguisten, die lĂ€ngere Zeit bei einem Stamm leben) einfach eingegliedert werden. Hat man einmal eine Position in diesem System, kann man seine Beziehung (und die dazugehörige Bezeichnung) zu jedem weiteren Mitglied des Stammes herausfinden: Der gesamte Stamm wird in 2 Moieties (von französisch moitiĂ©: HĂ€lfte; englisch: moiety) geteilt. Diese Einteilung ist wichtig fĂŒr Heiratsregeln und Rituale. So ist es verboten, eine Person derselben Moiety zu heiraten. Man heiratet immer exogam, also in die jeweils andere Moiety. Bei religiösen Ritualen fallen den Mitgliedern der beiden Moieties verschiedene Rollen zu. Hinzu kommt eine weitere Unterteilung in sogenannte skin groups (wörtlich auf Englisch: Hautgruppe). Skin group ist ein anthropologischer Begriff und bezeichnet keine reale Hautgruppe oder -farbe. Die meisten StĂ€mme haben 4 skin groups (2 pro Moiety), jedoch gibt es auch viele Beispiele mit 6 oder 8 skin groups.
Zur Verdeutlichung ein konkretes Beispiel: Der Stamm der östlichen Arrernte,[60] welcher in Zentral-Australien lebt, hat ein System mit 4 skin groups. (Die nordöstlichen Arrente haben 8 skin groups, die zentralen Arrente haben 6). Eine Person gehört demnach einer der folgenden skin groups an: Entweder den Kemarre, Perrurle, Penangke oder Peltharre. Die ersten beiden Gruppen gehören zu einer Moiety; die letzteren zur zweiten Moiety.
Daraus ergeben sich folgende Heiratsregeln.[60]
Das System ist zyklisch und wiederholt sich nach zwei Generationen. Auch bei den komplexeren Systemen mit 6 oder 8 skin groups wiederholt sich ein Zyklus nach jeder zweiten Generation.
Die wirkliche Bedeutung dieses System liegt darin, dass den verschiedenen skin groups Aufgaben im Stamm zufallen. So bestimmt das System zum Beispiel: Wer geht fĂŒr wen jagen? Wer erzieht welche Kinder? Wer ist HĂŒter der Sprache? Wer darf bestimmte Rituale ausfĂŒhren und wer nicht? Wer hĂ€lt die Totenzeremonie? Weiterhin gelten bestimmte Regeln, nach welchen sich die Mitglieder verhalten mĂŒssen. Zu den Regeln zĂ€hlen Umgangsformen wie Abstand, Höflichkeit oder Scherze. Damit ĂŒbernimmt das System der skin groups viele Funktionen, die in westlichen Gesellschaften vom politischen oder ökonomischen System bestimmt werden.
In den Traditionen der Völker der Aborigines steht die Traumzeit (englisch: dreaming oder dreamtime) im Zentrum ihres spirituellen Denkens. Die Geschichten der Traumzeit beschreiben die Zeit der Schöpfung, die Ahnengeister wie den Byamee, die Regenbogenschlange oder das GroĂe KĂ€nguru, die das Land, die Pflanzen und Lebewesen formten. Ein bekanntes Beispiel ist der Uluru-Mythos, der Teil des Tjukurpa ist, die Bezeichnung fĂŒr Traumzeit in der Sprache der Pitjantjatjara.[61] Zahlreiche Felsmalereien, Schnitzkunstwerke und TĂ€nze zeigen die Wesen der Traumzeit und stammen in der Vorstellung der meisten StĂ€mmen ursprĂŒnglich von diesen. AuĂerdem wird traditionelles Wissen ĂŒber das Land ĂŒber Traumzeit-Geschichten weitergegeben. Beispielsweise sind die Songlines Beschreibungen ĂŒber das Land und sie sind Orientierungshilfen beim Walkabout. Des Weiteren sind die Gesetze, das Moralsystem und das Verwandtschaftssytem Teil der Traumzeit.[62]
Nicht alle Geschichten der Traumzeit sind jedem zugĂ€nglich: Kinder hören einfache Versionen; diese sind auch an AuĂenstehende weitergegeben worden. Andere Geschichten sind nur fĂŒr Frauen oder nur fĂŒr MĂ€nner, die meisten fĂŒr initiierte und einige ausschlieĂlich fĂŒr die Ălteren (englisch: elder), den respektierten AutoritĂ€ten.
Wenn auch oft der Inhalt von Songlines und die Bedeutung bestimmter Stellen und Totems nicht immer bekannt ist, so ist doch ausfĂŒhrlich beschrieben, nach welchen Kriterien Verantwortung und âEigentumâ vergeben werden. In den meisten StĂ€mmen ist der Ort der ersten gefĂŒhlten Kindesbewegung im Mutterleib (seltener die Geburt selbst) bestimmend dafĂŒr, welches mit dem Ort assoziiertes Totem jemand bekommt.
Heutzutage bekennen sich 73 % der Aborigines zu einer christlichen Konfession, da Missionen auf den Protektoraten der Aborigines nicht nur Schulen und Gesundheitsversorgung bauten, sondern auch ihre Lehre verbreiteten. 1,3 % bekennen sich zu den traditionellen Religionen und der Rest zu keiner Religion.[5]
Es ist umstritten, wie viele Australische Sprachen es vor Ankunft der EuropĂ€er gab. Die Zahlen schwanken zwischen 200 und 300; man einigt sich meist auf etwa 250,[63][64] wovon etwa die HĂ€lfte dieser Sprachen seither ausgestorben ist. Nur noch 20 Sprachen werden heute aktiv an Kinder weitergegeben; die verbleibenden etwa 100 Sprachen haben nur noch Sprecher mittleren oder hohen Alters, das heiĂt, mit jeder weiteren Dekade werden einige dieser Sprachen verschwinden. Die gröĂte Verbreitung haben heute noch Arrernte (2.800 Sprecher), Djambarrpuyngu, eine Yolngu-Sprache (2.700), und Pitjantjatjara (2.600). Sie werden alle im Northern Territory gesprochen, wo noch 59 % der Aborigines zu Hause eine indigene Sprache sprechen. In StĂ€dten wie Sydney und Melbourne, wo zwar die meisten Aborigines leben, sind es nur 1 %. Insgesamt gibt es in Australien noch etwa 50.000 Einwohner, die vorwiegend eine indigene Sprache sprechen.[5] In Teilen Australiens mit einer hohen Anzahl an Aborigines in der Bevölkerung werden seit 1973 in Schulen zweisprachige Programme angeboten.[65]
Linguistisch werden die australischen Sprachen in zwei Gruppen aufgeteilt: So unterscheidet Arthur Capell[66] zwischen Sprachen mit ausschlieĂlich Suffixen und Sprachen mit Suffixen und PrĂ€fixen. Die Letzteren werden im Norden Australiens gesprochen â zwischen den Kimberleys im Westen und dem Golf von Carpentaria im Osten. Die erste Gruppe bedeckt den gesamten restlichen Kontinent. In einer Arbeit von 1966 stellten Geoffrey O'Grady, Stephen A. Wurm und Kenneth Hale die Theorie auf, dass die Suffix-Gruppe eine eng verwandte Sprachfamilie darstellt, die sich ĂŒber 7/8 des Kontinents erstreckt.[67] Diese Familie wurde von O'Grady, Wurm und Hale Pama-Nyunga genannt, nach den Worten fĂŒr âMenschâ in den zwei entlegensten Gebieten dieser Sprachfamilie (im Nordosten von Queensland und im SĂŒdwesten von Western Australia). Die zweite Gruppe (mit PrĂ€fixen und Suffixen) wird durch Ausschluss, also als Non-Pama-Nyunga, definiert. Sie bildet keine einheitliche Sprachfamilie, sondern wurde anfangs in 28 (spĂ€ter in 26) Sprachfamilien unterteilt. Diese Gruppe stellt 90 % der sprachlichen Vielfalt auf 1/8 des Kontinents dar.[68]
Im Norden Australiens hat sich aus dem Kontakt zwischen weiĂen Siedlern und den Aborigines auf der englischen Sprache basierend eine Kreolsprache, das Kriol entwickelt, das heute noch von rund 4000 Menschen gesprochen wird.[5] Die groĂe Mehrheit (86 %) spricht ausschlieĂlich australisches Englisch, wobei es dort auch die Variante des Aborigine-Englisch gibt.
Bei der Kunst der Aborigines gibt es unabhĂ€ngig davon, ob es sich um traditionelle oder neuzeitliche Werke handelt, zwei Interpretationsebenen: â[Die] »inneren« Geschichten, die nur fĂŒr diejenigen bestimmt sind, die ĂŒber das entsprechende rituelle Wissen verfĂŒgen, und [die] »ÀuĂeren« Geschichten, die fĂŒr alle zugĂ€nglich sind.â[69] Der KĂŒnstler ist Besitzer und Teilhaber der dargestellten Inhalte, die nur ihm fĂŒr bestimmte Zwecke zugeteilt sind. Nur er hat das Recht heilige Muster zu verwenden und religiöse Inhalte abzubilden. Die Benutzung von Mustern, die anderen gehören und wenn diese ohne dessen Erlaubnis verwendet werden, ist ein schwerer VerstoĂ gegen dieses ĂŒberlieferte ungeschriebene Gesetz.[70]
Die Kunst der Aborigines zĂ€hlt zu âden Ă€ltesten kontinuierlichen Kunsttraditionen der Weltâ.[71] Die Kunst der Aborigines umfasst ein weites Spektrum an Medien, einschlieĂlich das Bemalen von Rindenplatten, Holz- und Steingravuren, Bildhauerei, Sandmalerei, das Erstellen von zeremoniellen KleidungsstĂŒcken und die kĂŒnstlerische Verzierung von Waffen und Werkzeugen. Als Materialien wurden Farben aus Ocker, Asche und Blut, Stoff, Federn, Holz, Stein und Muscheln eingesetzt.
Das Arnhemland und die angrenzenden Gebiete haben die gröĂte Anzahl von Aborigine-Kunstwerken wie Felsritzzeichnungen und Felsenmalerei. Dort gefundene Zeichnungen und Ornamentierungen wurden auf ein Alter von bis zu 50.000 Jahren datiert. Das Arnhemland ist auch bekannt fĂŒr Rindenmalerei, Skulpturen und Webereien.[72] In den WĂŒstengebieten wurden neben Felsenmalereien auch Bodenzeichnungen im Sand hergestellt. Im Norden von Queensland und auf den Tiwi-Inseln sind vor allem Skulpturen als Kunstwerke bedeutend.
Kunst ist Bestandteil der Hauptrituale in der Kultur der Aborigines; sie wurde und wird genutzt, um Territorien zu markieren, Geschichte aufzuzeichnen und ErzĂ€hlungen ĂŒber die Traumzeit zu unterstĂŒtzen und zu ĂŒbermitteln. Als vor etwa 10.000 Jahren der Meeresspiegel anstieg, wurden Meereswesen wie die Regenbogenschlange Gegenstand der Felsenmalerei. Die Felsenmalerei wurde bis ins 20. Jahrhundert praktiziert und diente unter anderem dem Unterrichten von Anatomie, wie bei der sogenannten Röntgendarstellung des Barramundis.
Mit neuen Techniken und Materialien wie synthetischen Farben und Leinwand fanden Weiterentwicklungen dieser Ausdrucksformen statt: In Australien fand die erste bedeutende Aborigine-Kunstausstellung im Jahr 1929 in Victoria unter dem Titel âPrimitive Artâ statt. Albert Namatjira war bedeutend dafĂŒr, dass die Kunst der Aborigines akzeptiert wurde; er stellte 1938 erstmals in Melbourne seine in Aquarell gemalten Landschaftsbilder aus. Königin Elisabeth II. verlieh ihm 1953 eine Medaille und traf ihn persönlich ein Jahr spĂ€ter in Canberra.
Die wachsende Anerkennung, die die Kunst der Aborigines genoss, spiegelt sich in der Verbreitung der Kunst wider: Erstmals wurden 1941 und 1942 in Nordamerika und Kanada Aborigine-Kunstwerke auĂerhalb von Australien ausgestellt. 1957/58 wurde dann in Australien als Wanderausstellung die Kunstsammlung âThe Art of Arnhem Landâ gezeigt, bei der die KĂŒnstler nach ihren Stilrichtungen geordnet wurden. 1959 kaufte dann die âArt Gallery of New South Walesâ Werke zeitgenössischer Aborigine-KĂŒnstler auf. 1966 schlieĂlich wurde ein Malmuster von David Malangi auf dem australischen 1-Dollar-Schein abgebildet.
Die Entwicklung der kommerziell erfolgreichsten Kunstrichtung begann 1971 und 1972 als der Kunstlehrer Geoffrey Bardon Aborigines in Papunya, nordwestlich von Alice Springs, ermutigte, ihre Geschichten von der Traumzeit zuerst auf der Schulmauer zu malen und spĂ€ter auf Leinwand festzuhalten. Der bekannteste und erfolgreichste KĂŒnstler dieser Bewegung, die als Dot-Painting (Punkte-Malerei) bekannt wurde, war Clifford Possum Tjapaltjarri, von dem ein Bild zum Rekordpreis von 2,5 Millionen australischen Dollar (AUD) vom australischen Staat gekauft wurde, der verhindern wollte, dass dieses Kulturgut ins Ausland verkauft wird. Ein weiterer erfolgreicher KĂŒnstler dieser Stil-Richtung war Johnny Warangkula Jupurrula: Er war mit einer der Ersten, der die Form der Punkt-Malerei perfektionierte und ikonographische Elemente schuf, die sich im Bild auflösen.
Abgesehen von der Malerei gab es auch bedeutende Meilensteine in anderen Kunstrichtungen: 1988 wurde ein Denkmal fĂŒr Aborigines und Torres Strait Insulaner in der National Gallery of Australia in Canberra enthĂŒllt. Es bestand aus 200 hohlen Baumstamm-Grabmalen, die zum Anlass fĂŒr die 200-Jahrfeier der britischen Kolonisation Australiens und in Erinnerung an jene Aborigines errichtet wurde, die bei gewaltsamen Konflikten mit Siedlern starben. Im selben Jahr öffnete das neue Parliament House in Canberra mit einem 196 Quadratmeter groĂen Granit-Mosaik aus Pflastersteinen von Michael Nelson Jakamarra.
In den letzten Jahrzehnten sind in den Siedlungen der Aborigines zahlreiche Kunstzentren und KĂŒnstlerkooperationen entstanden, die die Herstellung und den Handel von Kunstwerken fördern, wie beispielsweise das Warburton Kunstprojekt, die Kooperativen in Papunya, Kintore und zahlreiche andere. Diese Form der Herstellung von Kunstwerken ermöglicht es den Aborigines durch eigene Kraft und ohne staatliche Hilfe zu leben. Trotz der Entfernung vieler KĂŒnstler von urbanen Siedlungen, der Armut und den Gesundheitsproblemen vieler KĂŒnstler, wird der Wert dieses schnell wachsenden Kunstgewerbes auf eine halbe Milliarde australischer Dollars geschĂ€tzt.[73]
Einen anderen Weg der jĂŒngeren Aborigines-Kunst, die sich in den StĂ€dten entwickelt hat, geht Richard Bell, der als Maler, auch Performances entwirft oder Videos dreht, wobei er sich politisch mit dem VerhĂ€ltnis von WeiĂen und Schwarzen auseinandersetzt. Er verbindet zwar traditionelle und moderne Kunst der Aborigines, schĂ€rft aber gesellschaftliche WidersprĂŒche sowohl mit seinen Arbeiten als auch mit seinen Aussagen: âAboriginal Art - das ist eine Sache der WeiĂen!â [âŠ] âIch will mein ganzes Land zurĂŒckâŠâ[74]
Die traditionelle Musik ist ganzheitlicher Bestandteil der traditionellen Kunst Australiens, daher treffen auf sie dieselben Konzepte und Gesetze zu wie auf die bildende Kunst. Auch hier gibt es eine »innere« und eine »ÀuĂere« Ebene (s.o.). Die Musik ist im Besitz einer bestimmten Person oder einer Gruppe und transportiert u.a. Verpflichtungen und Inhalte der Stammesgesetze und dient der Kommunikation historischer oder mythologischer Geschichten oder Erlebnisse, die damit in Verbindung stehen. Die Musik ist darĂŒber hinaus auch an geografische Gegebenheiten gebunden, die durch mythologische Ereignisse miteinander in Verbindung stehen ("Songline").
Das wichtigste musikalische Element der traditionellen australischen Musik sind dabei die GesĂ€nge[75], die einzeln oder mit mehreren Beteiligten durchgefĂŒhrt werden. Sie werden angeleitet von einem oder mehreren "Songmen" oder "-women", die Verantwortung fĂŒr die korrekte rituelle DurchfĂŒhrung haben und Besitzer bzw. HĂŒter der jeweiligen Form oder des Inhaltes sind. Einzelne Lieder haben selten eine LĂ€nge von mehr als drei Minuten, sind jedoch oft eingebunden in lĂ€ngere Gesangszyklen (Zeremonien). GesĂ€nge decken das gesamte Bedeutungsspektrum von persönlichen ErzĂ€hlungen und VergnĂŒgungsliedern bis hin zu hoch spirituellen Ritualen ab, die der Aufrechterhaltung der TotemidentitĂ€t dienen.
Zu den Liedern wird gelegentlich auch der Rhythmus geklatscht, dabei auch mit den hohlen HĂ€nden auf ein StĂŒck Fell (frĂŒher) oder ein KleidungsstĂŒck (heute) im SchoĂ, oder auf das GesĂ€Ă.
Schlaginstrumente finden sich in Form der clap sticks (kurze Hartholzstöcke), die den Grundrhythmus angeben, aber auch Bumerangs werden dazu benutzt, die paarweise gegeneinander geschlagen werden.
Die nordaustralischen Aborigines, vor allem im Arnhemland und in den Kimberleys, spielen das Yidaki (Didgeridoo), ein Blasinstrument aus der Familie der Aerophone mit obertonreichem Klang und Tonlagen zwischen Tenor und Bass. Zumeist wird es aus dem Holz des von Termiten ausgehöhlten schwarzen oder gelben »Woolybutt« (Eucalyptus miniata) oder des »Stringybark« (Eucalyptus tetrodonta) gefertigt, der in den tropischen Gebieten vorkommt[76]. Meist dient das Yidaki als Rhythmusinstrument fĂŒr die GesĂ€nge bei Zeremonien. Es wird traditionell nur selten als Soloinstrument eingesetzt, auch wenn den Touristen oft das Bild vermittelt wird, das das Yidaki hauptsĂ€chlich dem ErzĂ€hlen von Geschichten dient. Seit den 1960er Jahren hat sich die Verwendung dieses Instrumentes ĂŒber Australien verbreitet und wird von vielen Aborigines auch auĂerhalb des Ursprungsgebietes als Symbol ihrer traditionellen IdentitĂ€t aufgefasst.
Im nördlichen Queensland wird fĂŒr bestimmte rituelle Zwecke eine Trommel aus einem mit Tierhaut bespannten hohlen EukalyptusstĂŒck gespielt (Ubar), die, Ă€hnlich wie die Schlagstöcke, nur das ZeitmaĂ begleitet. Ihre Verwendung ist stark zurĂŒckgegangen.
Die Musik Gumleaf (Gummiblatt) wird mit einem einfachen Musikinstrument erzeugt. Es entstehen spezielle Töne, wie auch Vogelstimmen. Die Musiker fĂŒhren dabei ein Eukalyptusblatt) an den Mund und durch LuftstöĂe werden Töne erzeugt. Gumleaf ist traditionell eine Musik der Aborigines, aber es gibt aber auch seit der britischen Kolonisation auch WeiĂe, die diese Musik beherrschen und sich inzwischen jĂ€hrlich seit 1977 in einer australischen Meisterschaft miteinander messen. Bekannte Interpreten dieser Musikrichtung sind Herb Patten und Roseina Boston.
Gelegentlich ist der Gebrauch von Flöten oder Pfeifen aus hohlen Halmen dokumentiert, die aber keine musikalische Funktion erfĂŒllen und eher Signalcharakter haben.
Das Bora-Bora (Schwirrholz oder Bull-Roarer) ist als Werkzeug spiritueller Wahrnehmungstechniken fĂŒr Initiationen einzustufen.
Ein weiterer integraler Bestandteil traditioneller Musik ist der Tanz. Einzelne TĂ€nzer oder Gruppen versinnbildlichen mit ihren Bewegungsmustern die mit den GesĂ€ngen vermittelten Inhalte. Dabei stehen TĂ€nzer und Musiker in stĂ€ndigem Kontakt, die Musik liefert ganz bestimmte SchlĂŒsselsignale fĂŒr bestimmte Tanzschritte und dynamische Entwicklungen.
Die Musik der Aborigines ist nicht nur auf ĂŒberlieferte Musik und die Verwendung traditioneller Musikinstrumente beschrĂ€nkt: Der Aborigine-Rock in Australien begann mit der Band Yothu Yindi, die sich 1986 grĂŒndete und mit dem politischen Song Homeland Movement bekannt wurde. Diese Band hatte 1992 mit Treaty ĂŒber Australien hinaus Erfolg und kombinierte erfolgreich das Didgeridoo mit modernen Instrumenten. In dieser Band spielen Aborigines und Australier europĂ€ischer Abstammung. Sie spielen alte und moderne Musik, aber auch Pop und Rock. In Deutschland sind sie unter anderem durch ihre Zusammenarbeit mit Peter Maffay auf dessen Album Begegnungen bekannt.
Archie Roach,[77] der in der Framlingham Aboriginal Mission geboren wurde, veröffentlichte 1990 ein Album, das den Titel Took the Children Away enthielt. Dieser Song widmet sich der Zwangswegnahme tausender Kinder von ihren Aborigine-Eltern. Der Song erreichte nicht nur bei den Aborigines groĂe Bekanntheit, sondern er gewann mehrere Preise mit diesem Song und erhielt als Auszeichnung fĂŒr den Verkaufserfolg eine Goldene Schallplatte.
Bekannt ist auch die Warumpi Band, die Hip Hop und Rap verbindet.
David Unaipon war der erste Aborigine, der ein Buch mit dem Titel Aboriginal Legends schrieb und im Jahre 1927 veröffentlichte. Der Autor Colin Johnson, der den Aboriginenamen Mudrooroo annahm, gilt als der BegrĂŒnder der politisch engagierten Aborigine-Literatur. Er gab 1965 den Roman Wild Cat Falling heraus, der in die Weltliteratur eingegangen ist. In diesem befasste er sich mit dem Schicksal eines jungen Aborigine, der sich Ă€ndern will, was ihm allerdings erst vor einer (erneuten) Verurteilung gelingt. Mudrooroo setzte dieses Thema im Jahre 1988 mit dem Werk Doin Wild Cats und mit Wildcat Screaming 1992 fort. In den weiteren Kurzgeschichten zur Thematik âWild Catâ setzte er sich mit den traditionellen und modernen Lebenserfahrungen des Jungen auseinander. Mudrooroos Vater, der Afrikaner war, hatte sich als Aborigine ausgegeben und deswegen wurde Mudrooroo in den 1990er Jahren heftig kritisiert. Er verlor aufgrund dieser ihm nicht bekannten Tatsache, deren Verheimlichung ihm vorgeworfen wurde, an politischer Bedeutung. Er veröffentlichte zahlreiche weitere literarische Werke und hielt VortrĂ€ge im Ausland ĂŒber das Leben der Aborigine und schilderte vor allem die Schwierigkeit, die die englische Sprache bereitet, um die indigene Sichtweise zu verdeutlichen.
Bei Sally Morgan war es umgekehrt. Sie nahm jahrelang an, dass sie ein Kind einer indischen Familie sei, bis sie als junges MĂ€dchen heraus bekam, dass sie von Aborigine abstammt. Diese Erfahrungen verarbeitete sie in dem Roman My Place, der 1987 erschien und weltweit Beachtung fand.[78] In dem von ihr verfassten Werk Wanamurraganya beschreibt sie die Geschichte ihres GroĂvaters. Sie ist auch als gestaltende KĂŒnstlerin erfolgreich, 1993 gewann sie fĂŒr ihren Druck Qutback einen Preis. Heute ist sie Direktorin des Centre for Indigenous History and Arts an der University of Western Australia.
Eine weitere Aboriginefrau, Doris Pilkington, erhielt fĂŒr den Roman Caprice â A Stockmanâs Daughter 1996 einen Literaturpreis. Sie veröffentlichte 1996 den Roman Rabbit-Proof Fence, der 2002 unter dem Titel Long Walk Home verfilmt wurde und die Stolen Generation zum Thema hat. Der Roman schildert die Flucht von drei Aborigine-MĂ€dchen aus einem Lager, das zur Umerziehung von nicht âreinrassigenâ Kindern eingerichtet war, entlang des 3.256 Kilometer langen Schutzzauns gegen die Kaninchenplage. Die VĂ€ter dieser Kinder waren zumeist weiĂe Wanderarbeiter und die MĂŒtter Aborigines.
Die Filmindustrie wendet sich in Form von Dokumentar- und Spielfilmen dem Thema Aborigine zu.
Der Film Australian Rules von Paul Goldman aus dem Jahre 2002 verarbeitet das Thema Rassismus und Sport, das auf der autobiographieĂ€hnlichen Novelle Deadly Unna von Phillip Gwynne basiert. Es zeigt die Erfahrung von zwei befreundeten 16-jĂ€hrigen footballspielenden australischen Jungen. Gary Black (Nathan Phillips), ein WeiĂer und Dumby Red (Luke Carroll), ein Aborigine und erfolgreicher Footballspieler eines Fischerdorfs, erleben den latenten Rassismus der Dorfbevölkerung. Dieser bricht aus, als mehr als die HĂ€lfte der FuĂballmannschaft des Dorfes Aborigine sind und diese Mannschaft einen Preis gewinnt. In der daraus folgenden gewaltsamen Auseinandersetzung wird der junge Aborigine ermordet.[79]
Richard J. Frankland,[80] ein Aborigine vom Stamm der Gunditjmara war SĂ€nger und Liedermacher, Autor und Regisseur. Er drehte nach seinen Erfahrungen als Mitglied der Royal Commission into Aboriginal Deaths im Jahre 1966 den preisgekrönten Dokumentarfilm Who killed Malcolm Smith, ein Film ĂŒber die hohe Selbstmordrate der Aborigines. Weitere Filme von ihm, die sich mit dem Leben der Aborigine befassen, sind: Clanging Doors (1991), Songlines (1993), No Way To Forget (1996) und Harryâs War (1999).
Der Regisseur Wayne Blair drehte den Film The Djarn Djarns[81], der 2005 auf der Berlinale den Kinderkurzfilmpreis erhielt. Der Film erzÀhlt die Geschichte eines 11 Jahre alten Jungen, eines TÀnzers, der in seiner Tanzgruppe von Aborigines den Todestag seines Vaters verarbeitet.
Im Jahre 2006 entstand der Film 10 Kanus, 150 Speere und 3 Frauen[82], der in der Umgebung und in der Gemeinschaft vom Ramingining unter Beteiligung einiger KĂŒnstler aus Ramingining gedreht wurde. Die Bedeutung dieses Films liegt darin, dass er die Kulturregion und das dortige Aborigine-Leben am Rande des Arnhemlands ins Licht der internationalen Ăffentlichkeit brachte. Er erhielt einen Kritikerpreis auf dem Filmfestival in Cannes. Regie fĂŒhrte der australische Dokumentarfilmer Rolf de Heer. Der Film wurde vorrangig in der australischen Sprache Ganalbingu gedreht.
Neben diesen Beispielen gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Filme, die das Thema Aborigine aufgreifen.
Tanz, Gesang, Zeremonien und Initiationen sind bei zahlreichen Aboriginevölker seit jeher ein Bestandteil ihres traditionellen und kulturellen Lebens. Beispielsweise lernen die Tiwis, die auf den Tiwi-Inseln vor Darwin leben, den Tanz mit ihren Totems von ihrer Mutter, und die Tanzthemen wechseln nach AnlĂ€ssen. Einige TĂ€nze entstehen aber auch spontan und drĂŒcken die Emotionen der TĂ€nzer aus oder sie entsprechen ihren Zeremonien. In den TĂ€nzen und GesĂ€ngen der Tiwi finden sich auch die Erlebnisse des Zweiten Weltkriegs, wie die Bombenangriffe auf Darwin, wieder. Gesang ist stets mit ihrem Tanz verbunden und es werden laufend neue Songs beim Tanzen kreiert, wobei sie dabei ihren Körper mit Ocker bemalen. Die Körperbemalungen der Tiwis finden sich als Muster auf ihren Kunstwerken wieder.
A Bran Nue Dae (1991) war das erste Musical, das ein Aborigine komponierte. Es zeigt in der Form einer Rockoper den Aborigine-Jungen Willy wĂ€hrend einer Reise von Perth in seine Heimat bei seiner Suche nach sich selbst, nach Zuneigung und Geborgenheit. Es ist die autobiografische ErzĂ€hlung von Jimmy Chi, der in Broome aufwuchs und den seine Mutter in eine katholische Missionsstation nach Perth schickte. Nach einem Autounfall wurde er zunĂ€chst in die Psychiatrie ĂŒberwiesen; als er diese verlieĂ, ging er nach Broome zurĂŒck und brachte sich selbst das Musizieren sowie das Liederschreiben bei. Das Musical wurde mehrfach ausgezeichnet, wie beispielsweise mit dem Sidney Myer Performing Arts Awards und Western Australian Premierâs Book Awards. Das Musical wurde spĂ€ter verfilmt.[83]
Seit den frĂŒhen 1990er Jahren grĂŒndeten Aborigines erfolgreiche Tanztheater, die ein kulturelles Bindeglied zwischen den Aborigines und der weiĂen Bevölkerung Australiens bildeten.[84] Das Bangarra Dance Theatre (Bangarra heiĂt Feuermachen in der Sprache der Wiradjuri) ist ein Tanztheater, das 1989 von Carole Johnson gegrĂŒndet wurde und durch seine Aborigine-TanzauffĂŒhrungen im Ausland wie in den USA und GroĂbritannien bekannt ist. Es trat bei der Eröffnungs- und Schlussfeier der Olympischen Spiele 2000 in Sydney auf.[85] Das Chunky Move ist ein Aborigine-Tanztheater aus Southbank in Victoria, das 1995 gegrĂŒndet wurde und nicht nur in Australien, sondern auch in Asien, Europa, USA und Kanada aufgetreten ist.[86]
Das TheaterstĂŒck Stolen Generations, das von Jane Harrison geschrieben und 1998 in Australien uraufgefĂŒhrt wurde, befasst sich mit dem Schicksal von fĂŒnf Aboriginekindern, die ihren MĂŒttern weggenommen wurden.[87] Es wurde in Asien und in den USA aufgefĂŒhrt und lĂ€sst das Erlebnis der Zwangsentfernung der meist âhalbblĂŒtigenâ Aboriginekinder nachvollziehen. Ein weiteres TheaterstĂŒck von Jane Harrison, Rainbowâs End, das 2005 in Melbourne aufgefĂŒhrt wurde, befasst sich mit dem Leben von drei Aboriginefrauen, die in den 1950er Jahren gegen Rassismus in einer Kleinstadt und um ihren Unterhalt kĂ€mpfen.[88]
Die Beteiligung der Aborigines am Sport geht bis ins 19. Jahrhundert zurĂŒck. Die sportlichen AktivitĂ€ten begannen im englischen Cricket und setzen sich in der Leichtathletik und im Australian Football fort. Einzelne Sportler gelangten zu nationaler PopularitĂ€t und konnten emanzipatorische Inhalte transportieren.
Weltweite Aufmerksamkeit fĂŒr die Probleme der Aborigines erzielte im Jahre 2000 Cathy Freeman mit dem Gewinn der Goldmedaille im 400-Meterlauf der Frauen bei den Olympischen Spielen in Sydney, insbesondere da sie nicht nur die Australische Flagge, sondern auch die Flagge der Aborigines im Stadion zeigte, obwohl eigentlich nur das Zeigen von Nationalflaggen erlaubt ist.
Eine weitere öffentlich erfolgreiche AktivitĂ€t fĂŒhrte der Australian Footballspieler Michael Long im Jahre 2004 durch, als er einen Marsch von Melbourne nach Canberra begann, um den Premierminister Howard zur Rede zu stellen. Dieser hatte das Leid der Stolen Generation mehrmals geleugnet. Long erreichte unter anderem aufgrund der groĂen PublizitĂ€t, dass sich der Premierminister einer Aussprache stellte.[89]
David Kantilla, in seiner Sprache auch Amparralamtua genannt, war 1961 der erste reinrassige Aborigine, der in einer der höchsten Football-Liga (SANFL) in South Australia spielte. Er stammte vom Volk der Tiwi ab.
Lionel Rose gewann als erster Aborigine 1968 einen Weltmeistertitel im Boxen; im selben Jahr erhielt er die Auszeichnung Australian of the Year, was ihm zu weiterer PopularitÀt verhalf.[90]
Es dauerte bis ins FrĂŒhjahr 2008, bis Jade North als erster Aborigine in einem Freundschaftsspiel der australischen FuĂball-Nationalmannschaft gegen Singapur die KapitĂ€nsbinde trug.[91]
Evonne Goolagong, eine Aborigine-Frau, war eine der erfolgreichsten australischen Tennisspielerinnen ĂŒberhaupt. Sie gewann viermal die Australian Open, zweimal die Wimbledon Championships und einmal die French Open.
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Dieser Artikel wurde am 22. April 2009 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen. |