|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
Die Abtei Molesme wurde im Jahr 1075 von Robert in den Resten der gallo-römischen Siedlung Vertilium, die von Hugues de Norlennac zur Verfügung gestellt worden war, auf einem Hügel am Fluss Laignes gegründet. Um das heute zerstörte Kloster entwickelte sich der Ort Molesme (Département Côte-d’Or). 1985 wurden die Reste der Abtei als Baudenkmal (Monument historique) geschützt.
Inhaltsverzeichnis |
Robert war Mönch in Montier-la-Celle (Saint-André-les-Vergers, Département Aube) und an der Reform des Klosters Saint-Michel in Tonnerre gescheiterter Abt gewesen, als er sich mit einer Gruppe von Mönchen in Vertilium niederließ und dort eine Kirche und erste Gebäude errichte. Die Strenge des klösterlichen Lebens in Molesme zog Menschen wie Bruno von Köln, den späteren Gründer des Kartäuserordens, und Stephen Harding, der späteren Leiter des Zisterzienserordens an, aber auch viele Adlige, die ihren Besitz dem Kloster übereigneten, der dann eingesetzt wurde, um die Kirche und die Klosteranlage auszubauen. Allerdings führte dieser Wohlstand auch dazu, dass schon zu Lebzeiten Roberts die klösterliche Strenge aufgeweicht wurde, so dass Robert selbst mit einigen Anhängern im Jahr 1098 Molesme verließ, um das Kloster Cîteaux zu gründen. Bereits 1099 wurde Robert von Papst Urban II. verpflichtet, nach Molesme zurückzukehren.
Neben Cîteaux ging von Molesme die Gründung von sieben oder acht weiteren Männerklöstern aus (darunter das Kloster Aulps) sowie etwa die gleiche Anzahl von Frauenklöstern (z.B. die Abtei in Jully). Molesme wurde 1472 während der Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und Burgund zerstört, der Besitz beschlagnahmt, erneut während der Hugenottenkriege Ende des 16. Jahrhunderts. 1648 wurde das mönchische Leben durch die Reformen der Mauriner ein weiteres Mal belebt. Im 18. Jahrhundert erfolgte eine durchgreifende Restaurierung der Bausubstanz, während der Revolution dann jedoch die Auflösung des Klosters und schließlich dessen Zerstörung.
Von den Gebäuden ist vor allem die Novizenkapelle Sainte-Croix übrig geblieben, die aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts stammt. Im 19 Jahrhundert wurde ein neuer Glockenturm gebaut, der im Jahr 1940 beschädigt wurde. Darüber hinaus sind noch Reste von Nebengebäuden erhalten. Besuche sind nur nach Vereinbarung möglich.