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Abtprimas (lat. Abbas Primas) nennt man den Leiter einer Ordenskonföderation. Eine Konföderation ist der Zusammenschluss verschiedener Ordenskongregationen, die wiederum von den einzelnen ihnen anhängenden Klöstern gebildet werden. Der Abtprimas zählt zu den im Kirchenrecht erwähnten höheren Oberen, seine Kompetenzen ergeben sich jedoch im Wesentlichen aus dem Eigenrecht des betreffenden Ordens.
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Der Abtprimas ist der oberste Repräsentant der Benediktinischen Konföderation, des weltweiten Zusammenschlusses der Benediktinerklöster. Er vertritt die Konföderation nach außen, auch beim Heiligen Stuhl, hat aber keine zentrale Leitungsfunktion. Besondere Aufsicht hat er über die Klöster, die keiner Kongregation angehören (Klöster extra Congregationes).
Der Abtprimas wird vom alle vier Jahre tagenden Äbtekongress der Benediktiner gewählt. Die Amtszeit beträgt acht Jahre, mit Möglichkeit der Wiederwahl für weitere Vier-Jahres-Perioden. Er leitet die Primatialabtei Sant’Anselmo in Rom und ist Großkanzler des Päpstlichen Athenaeums Sant’Anselmo, einer Päpstlichen Hochschule.
Auch der Leiter der weltweiten Konföderation der Augustiner-Chorherren trägt den Titel Abtprimas. Er wird auf sechs Jahre unter den Leitern der einzelnen Kongregationen – die seit 1959 zur Konföderation zusammengeschlossen sind – gewählt, verbleibt aber gleichzeitig Abt bzw. Propst seines jeweiligen Klosters. Amtsträger bis 2010 war Prälat Maurice Bitz, Abbe General der Kongregation von St. Victor. Am 19. Oktober 2010 wurde vom Primitalrat der Propst des Stiftes Klosterneuburg Bernhard Backovsky in Rom zum Abtprimas auf 6 Jahre gewählt.