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Achille-Charles-Léonce-Victor de Broglie

Achille-Charles-LĂ©once-Victor, 3. duc de Broglie [də ˈbrɔj] (* 1. Dezember 1785 in Paris; † 25. Januar 1870 ebenda) war ein französischer Staatsmann und Diplomat aus der Familie der Herzöge de Broglie.

Achille-Charles-Léonce-Victor de Broglie

Inhaltsverzeichnis

Leben

Victor de Broglie, Sohn des 1794 guillotinierten Generals Claude-Victor de Broglie, wurde unter Napoleon I. Staatsrat, Auditeur, MilitÀrintendant in Illyrien, dann in Valladolid, spÀter Attaché und Gesandtschaftsrat in Wien, Prag und Warschau.

Nach dem Tod seines Großvaters Victor-François de Broglie (1804) wurde er 3. Herzog de Broglie. 1814 zum Pair ernannt, war er entschieden liberal, stimmte bei Neys Prozess fĂŒr „Nichtschuldig“ und bekĂ€mpfte in der Pairskammer mit Entschiedenheit die reaktionĂ€re Politik der Restauration; er gehörte zur Partei der DoktrinĂ€re und vertrat als Gesinnungsgenosse Guizots die GrundsĂ€tze der konstitutionellen Erbmonarchie.

Nach der Julirevolution wurde er am 30. Juli 1830 provisorischer Innenminister, am 11. August Minister des Kultus und öffentlichen Unterrichts und PrĂ€sident des Staatsrats, trat aber im November mit den ĂŒbrigen DoktrinĂ€ren zurĂŒck. Vom Oktober 1832 bis April 1834, dann vom November 1834 bis Februar 1836 war er Außenminister und vom MĂ€rz 1835 an bis zu seinem Austritt zugleich MinisterprĂ€sident. Als solcher fĂŒhrte er mit Großbritannien die Verhandlungen ĂŒber das gegenseitige Durchsuchungsrecht und die Abschaffung der Sklaverei.

Seitdem lehnte er wiederholte AntrĂ€ge zur Bildung eines Ministeriums ab. 1845 vermittelte er in London die Differenzen ĂŒber das Durchsuchungsrecht, wurde 1847 französischer Botschafter in London, aber im MĂ€rz 1848 von der provisorischen Regierung abberufen.

Im Mai 1849 wurde er Mitglied der Nationalversammlung, wo er einer der FĂŒhrer der Rechten wurde. Im Januar 1851 wurde er PrĂ€sident des Sicherheitsausschusses, betrieb namentlich die Verfassungsrevision, protestierte gegen den Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 und zog sich dann ins Privatleben zurĂŒck.

Seit 1855 Mitglied der Académie française, starb er am 25. Januar 1870 in Paris.

Verheiratet war der Herzog seit 1816 mit Baroness Albertine StaĂ«l von Holstein (1797–1839), Tochter der Anne Louise Germaine de StaĂ«l, mit der er folgende Kinder hatte:

  • Pauline (1817–1832)
  • Louise (1818–1882) ∞ 1836 Othenin de ClĂ©ron d'Haussonville
  • Albert (1821–1901), duc de Broglie
  • Paul (1834–1895)

Werke

Broglie veröffentlichte seine literarischen Arbeiten unter dem Titel: „Écrits et discours“ (Paris 1863, 3 BĂ€nde).

Aus seinem Nachlass gab sein Sohn Albert heraus: „Vues sur le gouvernement de la France; ouvrage inĂ©dit“ (1870, 2. Aufl. 1871) und „Le libre Ă©change et l'impĂŽt“ (1879).

Seine Frau Albertine schrieb „Fragments sur divers sujets de religion et de morale“ (anonym, 1840).

Literatur

Weblinks


VorgÀnger Amt Nachfolger
Horace-François Sébastiani
Henri Gauthier de Rigny
Außenminister von Frankreich
11. Oktober 1832–4. April 1834
12. MĂ€rz 1835–22. Februar 1836
Henri Gauthier de Rigny
Adolphe Thiers
Louis, baron Bignon Bildungsminister von Frankreich
11. August 1830–2. November 1830
Joseph Mérilhou
Charles-Ignace, comte de Peyronnet Innenminister von Frankreich
31. Juli 1830–1. August 1830
François Guizot


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