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Acrolein

Strukturformel
Struktur von Acrolein
Allgemeines
Name Acrolein
Andere Namen
  • Propenal
  • Acrylaldehyd
  • Akrolein
  • Aqualin
  • 2-Propenal
  • Prop-2-enal
Summenformel C3H4O
CAS-Nummer 107-02-8
PubChem 7847
Kurzbeschreibung

farblose bis gelbliche, leichtbewegliche FlĂŒssigkeit mit stechendem Geruch[1]

Eigenschaften
Molare Masse 56,06 g·mol−1
Aggregatzustand

flĂŒssig

Dichte

0,84 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

−88 °C[2]

Siedepunkt

52 °C[2]

Dampfdruck

295 hPa (20 °C)[2]

Löslichkeit

gut in Wasser (270 g·l−1 bei 20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [3]
02 – Leicht-/HochentzĂŒndlich 06 – Giftig oder sehr giftig 05 – Ätzend 09 – UmweltgefĂ€hrlich

Gefahr

H- und P-SĂ€tze H: 225-330-311-301-314-400
EUH: keine EUH-SĂ€tze
P: 210-​260-​273-​280-​284-​301+310Vorlage:P-SĂ€tze/Wartung/mehr als 5 SĂ€tze [4]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I [3]
LeichtentzĂŒndlich Sehr giftig UmweltgefĂ€hrlich
Leicht-
entzĂŒndlich
Sehr giftig Umwelt-
gefÀhrlich
(F) (T+) (N)
R- und S-SĂ€tze R: 11-24/25-26-34-50
S: 23-26-28-36/37/39-45-61
MAK

nicht eingestuft, da Verdacht auf krebserzeugende Wirkung[2]

Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Acrolein (gesprochen: Acrole-in, auch Propenal, Acrylaldehyd, 2-Propenal bzw. Prop-2-enal oder Aqualin) ist eine Chemikalie und als Aldehyd der organischen Chemie zuzuordnen. Es ist ein klarer flĂŒssiger Stoff, der die Summenformel C3H4O besitzt.

Inhaltsverzeichnis

Gewinnung und Darstellung

Acrolein (3) kann durch partielle Oxidation von Propen oder durch Reaktion von Acetaldehyd (2) mit Formaldehyd (1) gewonnen werden (Aldolkondensation):

Synthese des Acroleins (3) aus Acetaldehyd (2) mit Formaldehyd (1).

Zudem ist Acrolein unerwĂŒnschtes Produkt vieler Oxidationsreaktionen diverser organischer Verbindungen. Glycerin reagiert schon bei Temperaturen ab 200 Â°C unter Wasserabspaltung zu Acrolein. Beim Verbrennen verschiedener organischer Substanzen (Druckertinte, Pflanzenöle, Biodiesel, Wachs, Tabak uvm.) entstehen AcroleindĂ€mpfe. So tritt der typische Acroleingeruch unmittelbar nach dem Erlöschen einer Kerze auf.

Acrolein entsteht auch beim Überhitzen pflanzlicher und tierischer Fette, zum Beispiel beim Frittieren. Dieser Prozess wird durch das Vorhandensein von Wasser und SĂ€uren deutlich erleichtert. Dabei wird das Fett (Triglycerid) zunĂ€chst in seine Bestandteile Glycerin und FettsĂ€uren zerlegt (Verseifung). Das Glycerin wird dann durch Wasserabspaltung zu Acrolein umgesetzt (dehydratisiert, nicht dehydriert).

Die technische Herstellung in der chemischen Industrie erfolgt weitestgehend ĂŒber die Gasphasenoxidation von Propan oder Propen in Gegenwart geeigneter heterogener Katalysatoren. Diese Partialoxidation am festen Kontakt (synonym zu „heterogener Katalysator“) erfolgt mit Luft als Oxidationsmittel bei Temperaturen um 330–360 Â°C wobei RohrbĂŒndelreaktoren eingesetzt werden, in denen die stark exotherme Reaktion mit SalzbĂ€dern gekĂŒhlt wird. Es wird nur eine relativ verdĂŒnnte Mischung von Propen mit Luft (meist noch in Gegenwart von Wasserdampf) eingesetzt, um die Bildung explosionsfĂ€higer Gemische zu vermeiden. Die mit modernen Katalysatoren erzielbaren Ausbeuten betragen 80–85 % bezĂŒglich Propen, als Nebenprodukte entstehen 4–8 % AcrylsĂ€ure und 4–6 % Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid neben nicht umgesetztem Propen. Problematisch ist die Quenchung und Isolierung des Acroleins vor der weiteren Verwendung als Rohstoff fĂŒr die Synthese von Methionin, Glutaraldehyd oder diversen Riechstoffen. Bei der Isolierung kommt es zur Polymerisation von Acrolein und anderen aktiven Nebenkomponenten (im Besonderen AcrylsĂ€ureester), die zum Abstellen der Anlage zwingen.

In zunehmenden Maße wird versucht, Acrolein nicht mehr aus Propan oder Propen herzustellen. Propan und Propen werden aus Erdgas und Erdöl gewonnen. Der Preis fĂŒr fossile Rohstoffe wird auf absehbare Zeit immer mehr ansteigen. Deshalb versuchen viele Hersteller, Acrolein durch Dehydratisierung von Glycerin zu gewinnen. Dieses fĂ€llt als billiges Nebenprodukt bei der Herstellung von Biodiesel an und ist nicht an den Rohölpreis gekoppelt.

Eigenschaften

Die geringe GrĂ¶ĂŸe von Acrolein, die Aldehydgruppe sowie die vorhandene Doppelbindung sorgen fĂŒr eine hohe ReaktivitĂ€t des MolekĂŒls. In reiner Form ist Acrolein kaum stabil.

Aufgrund der vorhandenen C=C-Doppelbindung kann Acrolein leicht polymerisieren. Acrolein wird auch durch Addition von Wasser zu Glycerin umgesetzt.

Die Aldehydgruppe kann an Proteine binden. Daher wird Acrolein, Àhnlich wie Formalin, in der Elektronenmikroskopie zur Fixierung eingesetzt. Der Vorteil liegt in der im Vergleich mit anderen Aldehyden besonders kurzen Reaktionszeit.

Gefahren

Acrolein ist sehr giftig und zudem auch ein starkes Umweltgift. Es ist ein starker Wasser- und Meeresschadstoff und sehr schĂ€dlich fĂŒr Fische.

Nach der MAK-Kommission der DFG ist Acrolein krebserzeugend (Kategorie 3B). Unter diese Kategorie fallen Stoffe, die wegen erwiesener/möglicher krebserzeugender Wirkung Anlass zur Besorgnis geben.

Acrolein ist sehr leicht entzĂŒndlich und kann mit der Luft explosionsfĂ€hige Gemische bilden.

Es bildet durch Autoxidation Peroxide, welche vor Verwendung des Acroleins zu entfernen sind.

Einzelnachweise

  1. ↑ Roempp Online - Version 3.5, 2009, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  2. ↑ a b c d e f Eintrag zu CAS-Nr. 107-02-8 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 4. Januar 2008 (JavaScript erforderlich).
  3. ↑ a b Eintrag zu CAS-Nr. 107-02-8 im European chemical Substances Information System ESIS (ergĂ€nzender Eintrag)
  4. ↑ Datenblatt Acrolein bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 7. MĂ€rz 2011.

Weblinks

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