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| Adelboden | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Staat: | Schweiz |
| Kanton: | Bern |
| Verwaltungskreis: | Frutigen-Niedersimmental |
| BFS-Nr.: | 0561 |
| Postleitzahl: | 3715 |
| UN/LOCODE: | CH ADL |
| Koordinaten: | 609225 / 14912046.4933297.5587941350Koordinaten: 46° 29′ 36″ N, 7° 33′ 32″ O; CH1903: 609225 / 149120 |
| Höhe: | 1'350 m ü. M. |
| Fläche: | 88.2 km² |
| Einwohner: | 3563 (31. Dezember 2010)[1] |
| Website: | www.3715.ch |
| Adelboden von der Engstligenalp her gesehen | |
| Karte | |
Adelboden (im einheimischen Dialekt: [ˈad̥əlˌb̥od̥ə])[2] ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Frutigen-Niedersimmental des Kantons Bern in der Schweiz.
Inhaltsverzeichnis |
Adelboden liegt im Westen des Berner Oberlands, am Ende des Engstligentals, das bei Frutigen ins Kandertal mündet.
Adelboden liegt auf 1'350 m ü. M., der höchste Punkt des Gemeindegebiets ist der Grossstrubel mit 3'242 m ü. M. der tiefste Punkt ist im Engstligental auf 1'045 m ü. M.
Die Vegetation ist subalpin und alpin: die Hänge sind oft bewaldet, die Plateaus und Terrassen dienen als Alpweiden.
Der Hauptteil des Orts liegt auf einer nach Süden gerichteten Terrasse über dem Engstligental. Zur Gemeinde gehören aber auch die Bäuerten Ausserschwand, Boden, Gilbach, Hirzboden und Stigelschwand.
Die markantesten Berge sind Lohner (3'048 m ü. M.), Tschingellochtighorn (2'735 m ü. M.), Steghorn (3'146 m ü. M.), Wildstrubel (3'242 m ü. M.), Fitzer (2'458 m ü. M.), Tschenten (2'025 m ü. M.; mit Bergbahn) und Gsür (2'708 m ü. M.).
Der heutige Gemeindename erscheint 1409 (im Thal Adelboden) und kommt wohl von der Pflanzenbezeichnung Adelgras ‚Alpenrispengras (Poa alpina)‘, dessen Vorderglied mit dem Gattungsworte boden ‚tiefer gelegnes, flaches Land, Talgrund, Bergterrasse‘ verbunden wurde. Schon ab 1350 ist für die Ortschaft der Name Wald belegt, bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhundert wurde das Dorf auch Kilchschwand, Innerschwand oder einfach Schwand genannt, was auf die Lage in einer durch Rodung entstandenen Lichtung hinweist.[2]
Die zu Adelboden gehörenden Alpen Engstligenalp und Silleren wurden im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt. Die Bewohner des Engstligentals wurden als Waldleute bezeichnet. Im 15. Jahrhundert erhielt Adelboden eine eigene Kirche, und über 50 Hausväter bürgten für das Gehalt des Pfarrers. Im 16. Jahrhundert schloss sich Adelboden der Reformation an, der katholische Pfarrer floh über den Hahnenmoospass ins weiterhin katholische Freiburgerland.
Bis ins zwanzigste Jahrhundert gab es in Adelboden keinen geschlossenen Dorfkern, das Dorf bestand aus Streusiedlungen in den Bäuerten Hirzboden, Bonderle, Boden, Stiegelschwand, Innerschwand (auf dem Gebiet des heutigen Dorfkerns) und Ausserschwand. Der einzige Weg nach Frutigen führte hoch oben auf der rechten Talseite entlang. Die kleinbäuerliche Bevölkerung lebte von Viehzucht und Milchwirtschaft und zog im Jahreslauf vom Tal auf die Alpen und zurück – noch in den 1920ern hatten die zwei reichsten Bauern von Adelboden je gerade acht Kühe im Stall. Ein häufiger sehr bescheidener Zusatzverdienst war das Anfertigen von Streichholzschachteln, woran die armen Familien einschliesslich Kinder bis spät in die Nacht arbeiteten.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts kam es durch Missernten und Tierseuchen zu grosser Not und in der Folge wanderten viele Adelbodner aus.
In den 1870er Jahren wurde die erste Fremdenpension gebaut, das heutige Hotel Hari im Schlegeli. 1884 war die neue Zugangsstrasse entlang der Engstlige fertig, 1887 entstand das Hotel Wildstrubel und bald darauf weitere Hotels, zuerst nur für Sommerbetrieb. 1901 führte das Grandhotel als erstes eine Wintersaison ein, und in den folgenden Jahren führte der Tourismus zu einem markanten Anwachsen der Bevölkerung. In den 1930ern wurde die Seilbahn auf die Engstligenalp gebaut.
| Bevölkerungsentwicklung | |||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1764 | 1850 | 1900 | 1910 | 1930 | 1950 | 1960 | 1970 | 1980 | 1990 | 2000 |
| Einwohner | 1051 | 1513 | 1564 | 2163 | 2417 | 2873 | 2881 | 3326 | 3276 | 3347 | 3634 |
Sprache ist Deutsch, genau genommen Adelbodetütsch, ein sehr spezifischer, höchstalemannischer Dialekt des Berner Oberlands mit Anlehnungen an den urtümlichen Walliser Dialekt.
Reformiert 81.54 %
Röm.-Kat. 4.77 %
Freikirchen 13.63 %
Das Frutigland ist eine der Berner Regionen, in denen protestantische Freikirchen eine wesentliche Rolle spielen.
Legislative ist die zweimal jährlich stattfindende Gemeindeversammlung. Exekutive ist der Gemeinderat mit neun Mitgliedern, die alle ehrenamtlich tätig sind.
In Adelboden herrscht eine Mischung aus Landwirtschaft, Gewerbe (Baufirmen, Mineralquelle Adelbodner Mineral) und Tourismus vor. Arbeitsstellen gibt es im Gastgewerbe (ca. 490 Personen), anderen Dienstleistungen (ca. 500 Personen), Baugewerbe (ca. 310 Personen), Autogewerbe (ca. 30 Personen), bei der Mineralquelle (ca. 45 Personen) und in der Landwirtschaft (Vollerwerb ca. 45 Personen).
Adelboden hat auch heute noch viele Landwirtschaftsbetriebe, hauptsächlich Viehzucht und Milchwirtschaft, wobei die Mehrheit der Bauern auch noch einem Nebenerwerb nachgeht. Es gibt 3000 Stück Rindvieh in der Gemeinde, die den Sommer mehrheitlich auf den zahlreichen zur Gemeinde gehörenden Alpen wie Silleren, Engstligenalp oder Furggi verbringen. Die Kuhrechte dieser Alpen sind sehr begehrt und die Alpen sind, im Gegensatz zu anderen Gegenden, alle bewirtet. Auf den Alpen wird Berner Alpkäse hergestellt, ein Hartkäse, der nach zwei Jahren Lagerung als Hobelkäse bezeichnet wird. Er wird grösstenteils direkt an Private verkauft, teilweise auch in örtlichen Restaurants und Läden - ausserhalb von Adelboden ist er nicht erhältlich.
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In Adelboden gibt es 24 Hotels mit 1291 Betten, 800 Ferienwohnungen mit 10'000 Betten, 28 Gruppenunterkünfte mit 830 Betten, 3 Campingplätze und 40 Restaurants. Ungewöhnlich für einen Schweizer Ferienort ist, dass gleich drei Hotels dem Verband christlicher Hotels angehören und zusammen 25 % der Hotelbetten und 33 % der Übernachtungen stellen.
Im Sommer gibt es 300 km Wanderwege, vom Spaziergang bis zum alpinen Klettersteig. Zahlreiche Bergbahnen führen in die Höhe. Zusätzliche Angebote bestehen in Form von Mountainbike-Routen, Flugzeug-Modellbau, Gleitschirm-Fliegen, Tennis-Plätzen, Wellness-Angeboten und anderem.
Am 9. Juli 2005 wurde Adelboden als erster Alpiner Wellness-Urlaubsort der Schweiz zertifiziert.
Die Skiregion Adelboden-Frutigen-Lenk umfasst 56 Transportanlagen mit mehr als 170 km Pisten aller Schwierigkeitsgrade, einschliesslich der Weltcup-Riesenslalom-Piste auf dem Chuenisbärgli. Dazu gibt es 23 km Langlaufloipen, 74 km Winterwanderwege und ein Kunsteiszentrum (mit Eisbahn und Einrichtungen für Curling und Eisstockschiessen). Weiter ist das «Kuonisbergli» (Chuenisbärgli) in Adelboden seit 1956 einer der Austragungsorte des FIS Skiweltcups.[3]
In Adelboden befindet sich mit dem Pfadfinderinnenzentrum Our Chalet eines der vier Weltzentren der World Association of Girl Guides and Girl Scouts.
Adelboden liegt am Ende einer Sackgasse, es gibt also keinen Durchgangsverkehr. Ins Tal von Adelboden gelangt man von Spiez (Autobahn A6 von Bern) oder Kandersteg (Autoverlad von Wallis/Italien) auf der Hauptstrasse Richtung Frutigen–Adelboden.
Frutigen ist eine Station der Lötschberglinie. Von dort aus gibt es in der Regel stündliche Verbindung der Autoverkehrsgesellschaft Frutigen-Adelboden (AFA). Adelboden hat zahlreiche Bergbahnen und lokale Buslinien nach Ausserschwand und Boden-Unter dem Birg(-Engstligenalp). Der Stiegelschwand wird mit Pferdekutschen bedient. Zu Fuss kann man von der Engstligenalp (Bergbahn) via Chindbettipass zum Gemmipass und ins Wallis kommen, über den Hahnenmoospass (Bergbahn) ins Simmental oder über die Bonderchrinde ins Kandertal.
In Adelboden gibt es Primarschule, Realschule und Sekundarschule.
Auf dem Gebiet von Adelboden gibt es seit 2003 drei geschützte Auengebiete von nationaler Bedeutung: