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Adolf Hitler

Hitler ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Personen dieses Namens finden sich unter Hitler (Familienname).

PortrĂ€taufnahme Hitlers (1937) Adolf Hitler (* 20. April 1889 in Braunau am Inn (Oberösterreich); † 30. April 1945 in Berlin) war von 1933 bis 1945 Diktator des Deutschen Reiches.

Ab Juli 1921 Vorsitzender der NSDAP, versuchte er im November 1923 mit einem Putsch von Bayern aus die Weimarer Republik zu stĂŒrzen. Mit dem ersten Band seiner Schrift „Mein Kampf“ (erschienen 1925) prĂ€gte er die antisemitische und rassistische Ideologie des Nationalsozialismus.

Am 30. Januar 1933 wurde Hitler von ReichsprĂ€sident Paul von Hindenburg zum deutschen Reichskanzler ernannt. In wenigen Monaten beseitigte sein Regime mit Terror, Notverordnungen, Gleichschaltungsgesetzen, Organisations- und Parteiverboten die pluralistische Demokratie, den Föderalismus und den Rechtsstaat. Politische Gegner wurden in Konzentrationslagern inhaftiert, gefoltert und ermordet. Hitler ließ anlĂ€sslich des sogenannten Röhm-Putsches auch potentielle Rivalen in den eigenen Reihen ermorden. Hindenburgs Tod am 2. August 1934 nutzte er, um das Amt des ReichsprĂ€sidenten mit dem des Reichskanzlers vereinen zu lassen.

Die deutschen Juden wurden ab 1933 zunehmend ausgegrenzt und entrechtet, insbesondere durch die NĂŒrnberger Gesetze vom September 1935. Mit seinen Befehlen zur AufrĂŒstung der Wehrmacht und Rheinlandbesetzung brach Hitler 1936 den Versailler Vertrag. Die NS-Propaganda stellte seine Wirtschafts-, Sozial- und Außenpolitik als große Erfolge dar und verschaffte ihm so in Deutschland zumindest bis 1939 enorme PopularitĂ€t.

1938 ĂŒbernahm er die unmittelbare Befehlsgewalt ĂŒber die Wehrmacht und setzte den Anschluss Österreichs durch. Über das MĂŒnchner Abkommen (30. September 1938), das ihm die Angliederung des Sudetenlandes an das Reich gestattete, setzte er sich mit der „Zerschlagung der Rest-Tschechei“ bereits am 15. MĂ€rz 1939 hinweg. Mit dem Befehl zum Überfall auf Polen im September 1939 löste er den Zweiten Weltkrieg in Europa aus. Am 31. Juli 1940 teilte er Vertretern des Oberkommandos der Wehrmacht seinen Entschluss mit, die Sowjetunion anzugreifen. Den am 22. Juni 1941 eröffneten Krieg gegen die Sowjetunion ließ er unter dem Decknamen „Unternehmen Barbarossa“ als Vernichtungskrieg zur Eroberung von „Lebensraum im Osten“ vorbereiten und fĂŒhren.

Im Zweiten Weltkrieg verĂŒbten die Nationalsozialisten und ihre Helfershelfer zahlreiche Massenverbrechen und Völkermorde. Schon im Sommer 1939 gab Hitler den Auftrag, die „Erwachseneneuthanasie“ vorzubereiten. In der „Aktion T4“ (September 1939 bis August 1941) wurden ĂŒber 70.000 psychisch kranke sowie geistig und körperlich behinderte Menschen, bei weiteren Formen der NS-Euthanasie mindestens 190.000 Menschen systematisch ermordet. Im Holocaust wurden etwa 5,6 bis 6,3 Millionen Juden, im Porajmos bis zu 500.000 Sinti und Roma ermordet. Hitler autorisierte die wichtigsten Schritte des Judenmordes und ließ sich ĂŒber den Verlauf informieren.[1] Seine verbrecherische Politik forderte Millionen Kriegstote und fĂŒhrte zur Zerstörung weiter Teile Deutschlands und Europas.

Inhaltsverzeichnis

FrĂŒhe Jahre (1889–1918)

Mahnmal vor Hitlers Geburtshaus, aufgestellt 1989. Fels aus dem KZ Mauthausen Adolf Hitler als Kleinkind (um 1890)

Familie

→ Hauptartikel: Hitler (Familie)
Mutter: Klara Hitler, geborene Pölzl (1860–1907)

Vater: Alois Hitler (1837–1903) Hitlers Familie stammte aus dem niederösterreichischen Waldviertel an der Grenze zu Böhmen. Seine Eltern waren der Zollbeamte Alois Hitler (1837–1903) und dessen dritte Frau Klara Pölzl (1860–1907). Alois trug als unehelicher Sohn von Maria Anna Schicklgruber (1796–1847) 39 Jahre lang deren Familiennamen. Sie hatte sechs Jahre nach seiner Geburt Johann Georg Hiedler (1792–1857) geheiratet, der sich zeitlebens nicht zum Vater von Alois erklĂ€rte. 1876 ließ ihn sein jĂŒngerer Bruder Johann Nepomuk Hiedler (1807–1888), in dessen Haushalt Alois aufgewachsen war, als dessen Vater nachtrĂ€glich amtlich beurkunden und seinen Nachnamen auf Hitler Ă€ndern. Klara Pölzl war seine Enkelin.[2] Johann Nepomuk selbst gilt manchen Historikern jedoch ebenfalls als möglicher Vater von Alois; dann wĂ€re Klara Pölzl dessen Nichte ersten Grades gewesen.[3]

Adolf Hitler hatte drei Ă€ltere Geschwister, die noch vor seiner Geburt starben, zwei jĂŒngere, von denen nur seine Schwester Paula das Erwachsenenalter erreichte, sowie zwei Halbgeschwister aus der zweiten Ehe des Vaters: Alois junior und Angela. Sie wuchsen nach dem Tod ihrer Mutter im Haushalt von Hitlers Eltern auf.[4]

1908 Ă€ußerte sich Hitler dankbar fĂŒr den geĂ€nderten Familiennamen seines Vaters.[5] Seit 1923 verschwieg er aus politischen GrĂŒnden manche Details seiner Herkunft.[6] 1930 verbot er seinem Halbbruder Alois Hitler junior und dessen Sohn William Patrick Hitler, sich in Medien als seine Verwandten vorzustellen, da seine Gegner seine Herkunft nicht kennen dĂŒrften. Er wollte das öffentliche Interesse an seiner Abstammung beenden.[7] Als auslĂ€ndische Medien 1932 wiederholt behaupteten, Hitler habe jĂŒdische Vorfahren, beauftragte dieser zwei Genealogen, seinen Stammbaum zu erforschen. Die Ergebnisse ließ er 1937 veröffentlichen. Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 erklĂ€rte Hitler die Heimatdörfer seiner Eltern und Großeltern, Döllersheim und Strones, zum militĂ€rischen Sperrgebiet, ließ mehrere Gedenktafeln fĂŒr seine Vorfahren entfernen und im Vorfeld der Errichtung eines großen TruppenĂŒbungsplatzes bis 1942 alle etwa 7000 Einwohner umsiedeln. Das Ehrengrab seiner Großmutter wurde zerstört; die Taufakten ihrer Familie wurden bewahrt.[8]

Der Journalist Wolfgang Zdral vermutet, dass Hitler damit weitere Zweifel an seinem „Ariernachweis“ unterbinden und Inzest-VorwĂŒrfen wegen der Blutsverwandtschaft seiner Eltern vorbeugen wollte.[9] Die von dem Nationalsozialisten Hans Frank 1945/46 aufgestellte, 1953 postum veröffentlichte „Frankenberger-These“ eines möglichen jĂŒdischen Großvaters Hitlers[10] hat der Hitlerbiograf Werner Maser 1971 widerlegt.[11]

Schulzeit

Wegen hĂ€ufiger UmzĂŒge der Familie besuchte Hitler von 1895 bis 1899 verschiedene Volksschulen in Passau und Lambach, wo er als guter SchĂŒler galt. Nach dem Umzug nach Leonding besuchte er ab 1900 die Realschule in Linz, wo er sich lernunwillig zeigte und zweimal nicht versetzt wurde. Den Religionsunterricht bei Franz Sales Schwarz verachtete er; nur der Geografie- und Geschichtsunterricht bei Leopold Pötsch interessierte ihn. Er hob Pötsch 1925 als positiven Einfluss hervor.[12] Damals las Hitler begeistert BĂŒcher von Karl May, den er zeitlebens verehrte. Sein Vater hatte ihn fĂŒr eine Beamtenlaufbahn bestimmt und bestrafte seine Lernunwilligkeit mit hĂ€ufigem, aber erfolglosem PrĂŒgeln.[13] Er starb Anfang 1903. 1904 schickte die Mutter Hitler auf die Realschule in Steyr. Dort wurde er wegen schlechter Schulnoten nicht in die neunte Klasse versetzt. Mit einer vorĂŒbergehenden UnpĂ€sslichkeit erreichte er, dass er zur Mutter nach Linz zurĂŒckkehren und die Realschule ohne Abschluss verlassen durfte.

In Linz lernte Hitler durch MitschĂŒler, Lehrer und Zeitungen das Denken des radikalen Antisemiten und GrĂŒnders der Alldeutschen Vereinigung Georg von Schönerer kennen.[14] Er besuchte erstmals AuffĂŒhrungen von Opern Richard Wagners, darunter Rienzi. Dazu Ă€ußerte er spĂ€ter: „In jener Stunde begann es.“ Unter dem Eindruck der Hauptfigur soll er laut seinem damaligen Freund August Kubizek gesagt haben: „Ich will ein Volkstribun werden.“[15]

1925 stellte Hitler sein ganzes Schulverhalten als Lernstreik gegen den Vater dar und behauptete, ein schweres Lungenleiden habe seinen Schulabschluss vereitelt.[16] Die GewalttĂ€tigkeit des Vaters gilt als mögliche Wurzel fĂŒr seine Entwicklung.[17] Nach Joachim Fest schwankte er schon in der Schulzeit zwischen intensiver BeschĂ€ftigung mit verschiedenen Projekten und UntĂ€tigkeit und zeigte ein lebenslanges Unvermögen zu regelmĂ€ĂŸiger Arbeit.[18]

„Kunstmaler“ in Wien und MĂŒnchen

Ab 1903 bezog Hitler eine Halbwaisenrente, ab 1905 erhielt er zudem Finanzhilfen von seiner Mutter und von seiner Tante Johanna. Anfang 1907 erkrankte seine Mutter an Brustkrebs; der jĂŒdische Hausarzt Eduard Bloch pflegte sie. Hitler soll auf einer schmerzhaften Therapieform bestanden haben, die ihren Tod beschleunigte.[19]

Seit 1906 wollte Hitler Kunstmaler werden. Er sah sich zeitlebens als verkannter KĂŒnstler.[20] Im Oktober 1907 bewarb er sich erfolglos fĂŒr ein Kunststudium an der Allgemeinen Malerschule der Wiener Kunstakademie. Er blieb zunĂ€chst in Wien, kehrte aber nach Linz zurĂŒck, als er am 24. Oktober erfuhr, dass seine Mutter nur noch wenige Wochen zu leben habe. Nach Aussage Blochs und Hitlers Schwester versorgte er den elterlichen Haushalt bis zum Tod der Mutter am 21. Dezember 1907 und sorgte fĂŒr ihr BegrĂ€bnis zwei Tage darauf. Er bedankte sich dabei bei Bloch, schenkte ihm einige seiner Bilder und schĂŒtzte ihn 1938 vor der Festnahme durch die Gestapo.[21]

Indem er sich als Kunststudent ausgab, erhielt Hitler von Januar 1908 bis 1913 eine Waisenrente von 25 Kronen monatlich sowie das Erbe seiner Mutter von höchstens 1000 Kronen.[22] Davon konnte er etwa ein Jahr in Wien leben.[23] Sein Vormund Josef Mayrhofer drĂ€ngte ihn mehrmals vergeblich, zugunsten seiner minderjĂ€hrigen Schwester Paula auf seinen Rentenanteil zu verzichten und eine Lehre zu beginnen. Hitler weigerte sich und brach den Kontakt ab. Er verachtete einen „Brotberuf“ und wollte in Wien KĂŒnstler werden. Im Februar 1908 ließ er eine Einladung des renommierten BĂŒhnenbildners Alfred Roller ungenutzt, der ihm eine Ausbildung angeboten hatte. Als ihm das Geld ausging, besorgte er sich im August einen Kredit seiner Tante Johanna von 924 Kronen. Bei der zweiten AufnahmeprĂŒfung an der Kunstakademie im September wurde er nicht mehr zum Probezeichnen zugelassen. Er verschwieg seinen Verwandten diesen Misserfolg und seinen Wohnsitz, um seine Waisenrente weiter zu erhalten.[24] Deshalb gab er sich bei Wohnungswechseln als „akademischer Maler“ oder „Schriftsteller“ aus. Ihm drohte die Einziehung zum Wehrdienst in der österreichischen Armee.[25]

Nach August Kubizek, der mit ihm 1908 und 1909 ein Zimmer teilte, interessierte sich Hitler damals mehr fĂŒr Wagner-Opern als fĂŒr Politik. Nach seinem Auszug im Juli 1909 mietete er in kurzen ZeitabstĂ€nden immer weiter von der Innenstadt entfernte Zimmer an, offenbar weil seine Geldnot wuchs. Im Herbst 1909 bezog er fĂŒr drei Wochen ein Zimmer in der Sechshauser Straße 58 in Wien; danach war er drei Monate lang nicht behördlich angemeldet. Aus seiner Aussage in einer Strafanzeige ist ersichtlich, dass er ein Obdachlosenasyl in Meidling bewohnte.[26] Anfang 1910 zog Hitler in das MĂ€nnerwohnheim Meldemannstraße. 1938 ließ er alle Akten ĂŒber seine Aufenthaltsorte in Wien beschlagnahmen und gab ein Haus in einem gehobenen Wohnviertel als seine Studentenwohnung aus.[27]

Ab 1910 verdiente sich Hitler Geld durch nachgezeichnete oder als Aquarelle kopierte Motive von Wiener Ansichtskarten. Diese verkaufte sein Mitbewohner Reinhold Hanisch bis Juli 1910 fĂŒr ihn, danach der jĂŒdische Mitbewohner Siegfried Löffner. Dieser zeigte Hanisch im August 1910 wegen der angeblichen Unterschlagung eines Hitlerbildes bei der Wiener Polizei an. Hanisch wurde wegen einer Meldung in Wien unter falschem Namen zu sieben Tagen GefĂ€ngnis verurteilt. Der Maler Karl Leidenroth zeigte Hitler, wahrscheinlich im Auftrag Hanischs, wegen des unberechtigten FĂŒhrens des Titels eines „akademischen Malers“ anonym an und erreichte, dass die Polizei ihm diesen Titel untersagte.[28] Daraufhin ließ Hitler seine Bilder von dem MĂ€nnerheimbewohner Josef Neumann sowie den HĂ€ndlern Jakob Altenberg und Samuel Morgenstern verkaufen. Alle drei waren jĂŒdischer Herkunft. Der Mitbewohner im MĂ€nnerwohnheim Karl Honisch schrieb spĂ€ter, Hitler sei damals „schmĂ€chtig, schlecht genĂ€hrt, hohlwangig mit dunklen Haaren, die ihm ins Gesicht schlugen“, und „schĂ€big gekleidet“ gewesen, habe jeden Tag in derselben Ecke des Schreibzimmers gesessen und Bilder gezeichnet oder gemalt.[29]

In Wien las Hitler Zeitungen und in hoher Auflage verbreitete Schriften von Alldeutschen, Deutschnationalen und Antisemiten, darunter möglicherweise die Schrift Der Unbesiegbare von Guido von List. Diese schildert das Wunschbild eines vom „Schicksal“ bestimmten, unfehlbaren germanischen HeldenfĂŒrsten, der die Germanen vor dem Untergang retten und zur Weltherrschaft fĂŒhren werde. Dieser Einfluss könnte Hitlers spĂ€ter beanspruchte AuserwĂ€hltheit und Unfehlbarkeit, die ihn keine IrrtĂŒmer zugeben ließen, mit erklĂ€ren.[30] Er las eventuell auch die Zeitschrift Ostara, die der List-SchĂŒler Jörg Lanz von Liebenfels herausgab,[31] und die von Eduard Pichl verfasste Biografie Georg von Schönerers (1912). Dieser hatte seit 1882 die „Entjudung“ und „Rassentrennung“ per Gesetz gefordert, einen Arierparagraphen fĂŒr seine Partei eingefĂŒhrt, ein völkisch-rassistisches Deutschtum gegen den Multikulturalismus der Habsburger Monarchie und als Ersatzreligion fĂŒr das katholische Christentum vertreten („Los von Rom!“). Hitler hörte Reden seines AnhĂ€ngers, des ArbeiterfĂŒhrers Franz Stein, und seines Konkurrenten, des Reichsratsabgeordneten Karl Hermann Wolf. Beide bekĂ€mpften die „verjudete“ Sozialdemokratie, tschechische Nationalisten und Slawen. Stein strebte eine deutsche Volksgemeinschaft als Aufhebung von Klassenkampf an; Wolf strebte ein GroĂŸĂ¶sterreich an und grĂŒndete 1903 die Deutsche Arbeiterpartei (Österreich-Ungarn) (DAP) mit. Hitler hörte und bewunderte auch den populĂ€ren Wiener BĂŒrgermeister Karl Lueger, der die Christlichsoziale Partei (Österreich) gegrĂŒndet hatte, fĂŒr Wiens „Germanisierung“ eintrat und als antisemitischer und antisozialdemokratischer „Volkstribun“ massenwirksame Reden hielt. Hitler diskutierte 1910 nach Aussagen seiner Mitbewohner im MĂ€nnerwohnheim ĂŒber politische Folgen von Luegers Tod, lehnte einen Parteieintritt ab und befĂŒrwortete eine neue, nationalistische Sammlungsbewegung.[32]

Wieweit diese EinflĂŒsse ihn prĂ€gten, ist ungewiss. Damals sei, so Hans Mommsen, sein Hass auf die Sozialdemokraten, die Habsburgermonarchie und die Tschechen vorherrschend gewesen.[33] Bis Sommer 1919 sind keine antisemitischen, aber einige hochschĂ€tzende Aussagen Hitlers ĂŒber Juden ĂŒberliefert. Erst ab Herbst 1919 griff er auf antisemitische Klischees zurĂŒck, die er in Wien kennengelernt hatte; erst ab 1923 stellte er Schönerer, Wolf und Lueger als seine Vorbilder dar.[34]

Im Mai 1913 erhielt Hitler das Erbe des Vaters (etwa 820 Kronen), zog nach MĂŒnchen und mietete in der Schleißheimer Straße 34 (Maxvorstadt) ein anfangs mit Rudolf HĂ€usler geteiltes Zimmer. Er las unter anderem die rassistischen Schriften Houston Stewart Chamberlains, malte weiterhin Bilder, meist nach Fotografien wichtiger GebĂ€ude, und verkaufte sie an eine MĂŒnchner Kunsthandlung. Er behauptete spĂ€ter, er habe sich nach einer „deutschen Stadt“ gesehnt und sich zum „Architektur-Maler“ ausbilden lassen wollen. TatsĂ€chlich wollte er dem Wehrdienst in Österreich entgehen. Nachdem die MĂŒnchner Kriminalpolizei ihn am 18. Januar 1914 aufgegriffen und beim österreichischen Konsulat vorgefĂŒhrt hatte, wurde er am 5. Februar 1914 in Salzburg gemustert, aber als waffenunfĂ€hig beurteilt und vom Wehrdienst zurĂŒckgestellt.[35]

Liebesbeziehungen Hitlers zwischen 1903 und 1914 sind unbekannt. Kubizek und Hanisch zufolge Ă€ußerte er sich in Wien verĂ€chtlich ĂŒber weibliche SexualitĂ€t und floh vor AnnĂ€herungsversuchen von Frauen. Er verehrte zwar 1906 eine Linzer SchĂŒlerin, Stefanie Rabatsch, aber ohne Kontaktaufnahme. SpĂ€ter bezeichnete er eine Emilie, wohl die Schwester HĂ€uslers, als seine „erste Geliebte“. Auch dies stuft Brigitte Hamann als Wunschdenken ein. Hitler soll schon 1908 wie die Alldeutschen ein Verbot der Prostitution und sexuelle Askese fĂŒr junge Erwachsene gefordert und letztere aus Angst vor einer Infektion mit Syphilis selbst geĂŒbt haben.[36]

Soldat im Ersten Weltkrieg

Hitler (ganz rechts) als Soldat, 1915

Wie viele andere begrĂŒĂŸte Hitler im August 1914 begeistert den Beginn des Ersten Weltkriegs. Er trat am 16. August 1914 als Kriegsfreiwilliger in die Bayerische Armee ein und wurde am 8. Oktober 1914 auf den König von Bayern vereidigt, weil man ihn bei seiner Meldung wohl irrtĂŒmlich fĂŒr einen Bayern hielt. Die von ihm spĂ€ter behauptete, kurzfristig beantragte österreichische Sondergenehmigung gilt als Legende.[37] Am 1. September 1914 wurde er der ersten Kompanie des Reserve-Infanterie-Regiments 16 zugeteilt.[38]

Hitler nahm Ende Oktober 1914 an der ersten Flandernschlacht teil, wurde daraufhin zum 1. November 1914 zum Gefreiten befördert und am 2. Dezember 1914 aus unbekannten DetailgrĂŒnden mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet.[39]

Ab dem 9. November 1914 bis zum Ende des Krieges diente Hitler als Ordonnanz und MeldegĂ€nger zwischen dem Regimentsstab und den StĂ€ben der Bataillone mit 1,5 bis 5 Kilometer Abstand zur Hauptkampflinie der Westfront.[40] Entgegen seiner spĂ€teren Darstellung war er also kein besonders gefĂ€hrdeter frontnaher MeldegĂ€nger eines Bataillons oder einer Kompanie und hatte weit bessere Überlebenschancen als diese.[41]

Vom MĂ€rz 1915 bis September 1916 wurde er im Sektor Aubers-Fromelles (Kanton La BassĂ©e) und in der Schlacht von Fromelles (19./20. Juli 1916) eingesetzt.[42] In der Schlacht an der Somme wurde Hitler am 5. Oktober 1916 bei le BarquĂ© (Ligny-Thilloy) durch einen Granatsplitter am linken Oberschenkel verwundet,[43] was spĂ€ter zu zahlreichen Spekulationen ĂŒber eine mögliche Monorchie fĂŒhrte.[44] Er wurde bis zum 4. Dezember im Vereinslazarett Beelitz (Potsdam) gesund gepflegt und hielt sich danach zur Pflege in MĂŒnchen auf. SpĂ€ter behauptete er, er habe dort erstmals bemerkt, dass die Kriegsbegeisterung in Deutschland verflogen war.[45]

Am 5. MĂ€rz 1917 kehrte Hitler zu seiner inzwischen nach Vimy verlegten alten Einheit zurĂŒck. Im FrĂŒhjahr nahm er an der Schlacht von Arras, im Sommer an der Dritten Flandernschlacht, ab Ende MĂ€rz 1918 an der deutschen FrĂŒhjahrsoffensive und an der kriegsentscheidenden zweiten Schlacht an der Marne teil.[39] Im Mai 1918 erhielt er ein Regimentsdiplom fĂŒr hervorragende Tapferkeit und das Verwundetenabzeichen in Schwarz. Am 4. August erhielt er das Eiserne Kreuz I. Klasse fĂŒr einen Meldegang an die Front nach dem Ausfall aller Telefonleitungen. Der Regimentsadjutant Hugo Gutmann, ein Jude, hatte ihm dafĂŒr diese Auszeichnung versprochen; der Divisionskommandeur genehmigte sie erst nach zwei Wochen.[46]

Hitler verhielt sich laut Zeitzeugen unterwĂŒrfig gegenĂŒber Offizieren. „Den Vorgesetzten achten, niemandem widersprechen, blindlings sich fĂŒgen“, gab er 1924 vor Gericht als seine Maxime an. Er klagte nie ĂŒber schlechte Behandlung als Soldat und sonderte sich damit von seinen Kameraden ab. Darum beschimpften sie ihn als „weißen Raben“.[47] Nach ihren Aussagen rauchte und trank er nicht, redete nie ĂŒber Freunde und Familie, war nicht an Bordellbesuchen interessiert und saß oft stundenlang lesend, nachdenkend oder malend in einer Ecke des Unterstands.[48]

Die Nationalsozialisten Fritz Wiedemann und Max Amann behaupteten nach 1933, Hitler habe eine militĂ€rische Beförderung abgelehnt, fĂŒr die er als mehrfach verwundeter TrĂ€ger des Eisernen Kreuzes beider Klassen in Frage gekommen wĂ€re.[49] SpĂ€teres Lob von Hitlers angeblicher Kameradschaft und Tapferkeit durch Kriegskameraden gilt als unglaubwĂŒrdig, da die NSDAP sie dafĂŒr mit FunktionĂ€rsposten und Geld belohnte.[48]

Am 15. Oktober 1918 wurde Hitler bei Wervik in Flandern von Senfgas getroffen, erblindete vorĂŒbergehend infolge einer Kriegshysterie und wurde vom 21. Oktober bis zum 19. November in der psychiatrischen Abteilung des Reservelazaretts von Pasewalk behandelt.[50] Dort erfuhr er am 10. November von der Novemberrevolution und den Waffenstillstandsverhandlungen von CompiĂšgne. Er bezeichnete die Ereignisse 1924 im Sinne der Dolchstoßlegende als „grĂ¶ĂŸte Schandtat des Jahrhunderts“, die ihn zu dem Entschluss veranlasst habe, Politiker zu werden.[51] Dies gilt als unglaubwĂŒrdig, da Hitler damals nahezu mittel- und perspektivlos war, keine Kontakte zu Politikern hatte und den angeblichen Entschluss bis 1923 nie erwĂ€hnte.[52]

Nach Hitlers Feldpostbriefen missbilligte er den spontanen Weihnachtsfrieden 1914. Am 5. Februar 1915 schilderte er die Kampfhandlungen detailliert und Ă€ußerte zum Schluss, er hoffe auf die endgĂŒltige Abrechnung mit den Feinden im Inneren.[53] 1914 stellte er deutsche Kriegsverbrechen im besetzten Belgien wie Brandschatzung und Massenerschießungen zur Vergeltung von Sabotage als vorbildliche Herrschaftsmethode dar.[54]

Sebastian Haffner nannte Hitlers Fronterfahrung sein „einziges Bildungserlebnis“.[55] Ian Kershaw urteilte: „Der Krieg und die Folgen haben Hitler geschaffen.“[56] Da Hitler sich 1914 erstmals in seinem Leben ganz einer Sache hingegeben habe, dem Krieg, hĂ€tten sich seine schon mitgebrachten Vorurteile und Phobien in der Erbitterung ĂŒber die Kriegsniederlage ab 1916 entscheidend verstĂ€rkt.[57] Thomas Weber urteilt dagegen: „Hitlers Zukunft und seine politische IdentitĂ€t waren noch vollkommen offen und formbar, als er aus dem Krieg zurĂŒckkehrte.“[58]

Politischer Aufstieg (1918–1933)

Propagandaredner der Reichswehr

Am 21. November 1918 kehrte Hitler aus Pasewalk nach MĂŒnchen in die Oberwiesenfeldkaserne des 2. bayerischen Infanterieregiments zurĂŒck. Um der allgemeinen Demobilisierung zu entgehen, blieb er bis zum 31. MĂ€rz 1920 in der Reichswehr. In dieser Zeit formte er sein politisches Weltbild, entdeckte und erprobte sein demagogisches Redetalent.[59]

Vom 4. Dezember 1918 bis 25. Januar 1919 bewachte Hitler mit 15 weiteren Soldaten etwa 1000 französische und russische Kriegsgefangene in einem von SoldatenrĂ€ten geleiteten Lager in Traunstein. Am 12. Februar wurde er nach MĂŒnchen in die 2. Demobilmachungskompanie versetzt und ließ sich am 15. Februar zu einem der VertrauensmĂ€nner seines Regiments wĂ€hlen. Als solcher arbeitete er mit der Propagandaabteilung der neuen bayerischen Staatsregierung unter Kurt Eisner (USPD) zusammen und sollte seine Kameraden in Demokratie schulen. Am 16. Februar nahm er daher mit seinem Regiment an einer Demonstration des „RevolutionĂ€ren Arbeiterrates“ in MĂŒnchen teil.

Am 26. Februar 1919 begleitete Hitler als stiller Beobachter den Trauerzug fĂŒr den fĂŒnf Tage zuvor ermordeten Eisner.[60] Am 15. April ließ er sich zum Ersatzbataillonsrat der SoldatenrĂ€te der MĂŒnchner RĂ€terepublik wĂ€hlen, die am 7. April ausgerufen und am 13. April als „kommunistische RĂ€terepublik“ proklamiert worden war. Nach deren gewaltsamer Niederschlagung im Mai 1919 denunzierte Hitler andere Vertrauensleute aus dem Bataillonsrat vor einem Standgericht der MĂŒnchner Reichswehrverwaltung als „Àrgste und radikalste Hetzer [
] fĂŒr die RĂ€terepublik“, trug damit zu ihrer Verurteilung bei und erkaufte sich das Wohlwollen der neuen Machthaber. SpĂ€ter verschwieg er seine vorherige Zusammenarbeit mit den sozialistischen SoldatenrĂ€ten.[61] Diese wird meist als Opportunismus oder als Beleg dafĂŒr gewertet, dass Hitler bis dahin kein ausgeprĂ€gter Antisemit gewesen sein könne.[62] Er schloss sich anders als andere Angehörige seines Regiments auch nicht einem der gegen die RĂ€terepublik aufgestellten Freikorps an.[63]

Im Mai 1919 traf Hitler erstmals den Leiter der „AufklĂ€rungsabteilung“ im Reichswehrgruppenkommando 4, Hauptmann Karl Mayr und wurde einer von dessen „V-Leuten“. Er nahm vom 5. bis 12. Juni sowie vom 26. Juni bis 5. Juli 1919 auf Empfehlung des 2. Infanterieregiments an „antibolschewistischen AufklĂ€rungskursen“ an der UniversitĂ€t MĂŒnchen fĂŒr „Propaganda bei der Truppe“ teil.[64] Damit erhielt er erstmals eine politische Schulung durch deutschnationale, alldeutsche und antisemitische Akademiker, darunter Karl Alexander von MĂŒller, der Hitlers Talent als Redner entdeckte, und Gottfried Feder. Dieser soll ihn laut Eigenaussage 1925 damals „zur GrĂŒndung einer neuen Partei“ angeregt haben.[65]

Am 22. Juli wurde Hitler zu einem „AufklĂ€rungskommando“ von 26 ausgewĂ€hlten Ausbildern der MĂŒnchner Garnison abgeordnet, die angeblich von Bolschewismus und Spartakismus „verseuchte“ Soldaten im Reichswehrlager Lechfeld, darunter viele ehemalige Kriegsgefangene, propagandistisch umerziehen sollten. In dem Kurs dazu vom 20. bis 24. August trat Hitler als Redner hervor, der auch mit antisemitischen Äußerungen starke Emotionen wecken konnte.[66] Er stieg anschließend zur „rechten Hand“ Mayrs auf, der ihn vermutlich im Herbst 1919 Ernst Röhm, dem MitgrĂŒnder der geheimen rechtsradikalen Offiziersverbindung „Eiserne Faust“, vorstellte.[67]

Mayrs V-Leute sollten neue politische Parteien und Gruppen in MĂŒnchen ĂŒberwachen. Dazu nahm Hitler am 12. September 1919 erstmals an einer Versammlung der Deutschen Arbeiterpartei im SterneckerbrĂ€u teil, wo er heftig der von einem Diskussionsteilnehmer geforderten Sezession Bayerns vom Reich widersprach. Der Parteivorsitzende Anton Drexler lud ihn wegen seiner Redegewandtheit zum Parteieintritt ein.[68]

Im Auftrag Mayrs verfasste Hitler am 16. September fĂŒr Adolf Gemlich, einen Teilnehmer der Lechfelder „AufklĂ€rungskurse“, ein „Gutachten zum Antisemitismus“. Darin betonte er, das Judentum sei eine Rasse, keine Religion. „Dem Juden“ seien „Religion, Sozialismus, Demokratie [
] nur Mittel zum Zweck, Geld- und Herrschgier zu befriedigen. Sein Wirken wird in seinen Folgen zur Rassentuberkulose der Völker.“ Daher mĂŒsse der „Antisemitismus der Vernunft“ seine Vorrechte planmĂ€ĂŸig und gesetzmĂ€ĂŸig bekĂ€mpfen und beseitigen. „Sein letztes Ziel aber muss unverrĂŒckbar die Entfernung der Juden ĂŒberhaupt sein. Zu beidem ist nur fĂ€hig eine Regierung nationaler Kraft [
] nur durch rĂŒcksichtslosen Einsatz national gesinnter FĂŒhrerpersönlichkeiten mit innerlichem VerantwortungsgefĂŒhl.“ Mayr stimmte Hitlers AusfĂŒhrungen weitgehend zu.[69]

Aufstieg zum FĂŒhrer der NSDAP

Hitlers Mitgliedskarte der DAP

Hitler erbat am 4. Oktober 1919 Mayrs Erlaubnis, der DAP beizutreten, beantragte am 19. Oktober die Aufnahme[70] und wurde als 55. (nicht wie von ihm stets behauptet siebentes) Mitglied aufgenommen.[71] Ab Herbst 1919 beeinflusste der antisemitische Schriftsteller Dietrich Eckart Hitlers Denken, verschaffte ihm Kontakte zum MĂŒnchner BĂŒrgertum sowie wichtigen Geldgebern, förderte ihn als rechtsradikalen Agitator bei sozialen Unterschichten und propagierte ihn ab MĂ€rz 1921 als kĂŒnftigen charismatischen „FĂŒhrer“ und Retter der deutschen Nation.[72] Von ihm ĂŒbernahm Hitler bis 1923 die Verschwörungstheorie eines angeblichen Weltjudentums, das sowohl hinter der US-amerikanischen Hochfinanz als auch dem „Bolschewismus“ stecke.[73]

1920 wurde Hitler „Werbeobmann“ fĂŒr die DAP. Am 24. Februar benannte sie sich in „Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei“ um. Hitler trug deren von ihm, Anton Drexler und Gottfried Feder gemeinsam verfasstes 25-Punkte-Programm vor.[74] Als er mit Wirkung zum 1. April 1920 aus der Reichswehr entlassen wurde, konnte er von seinen Honoraren als Parteiredner leben und erreichte im Jahresverlauf pro Auftritt schon 1200 bis 2500 Zuhörer. So warb er erfolgreich neue Mitglieder fĂŒr die NSDAP an, der andere rechtsradikale Gruppen wie der Deutschvölkische Schutz- und Trutzbund und die im April gegrĂŒndete, der Thule-Gesellschaft nahestehende Deutschsozialistische Partei (DSP) damals noch starke Konkurrenz machten.[75] Er hielt Drexler von einer Fusion der NSDAP mit der DSP ab, setzte aber bei einem Treffen in Salzburg am 7./8. August ein BĂŒndnis mit der österreichischen DNSAP durch, um den alldeutschen Anspruch seiner Partei zu unterstreichen.

Schon unmittelbar nach der Formierung der NSDAP war es Hitler gelungen, wichtige politische Kontakte außerhalb Bayerns zu knĂŒpfen. Am 16. MĂ€rz 1920 flog er zusammen mit Dietrich Eckart in einem Flugzeug, das der Augsburger Fabrikant Gottfried Grandel zur VerfĂŒgung gestellt hatte, nach Berlin, um Verbindung zu den Putschisten um Wolfgang Kapp aufzunehmen. Die Reise blieb ohne unmittelbar praktische Folgen, weil der Staatsstreichversuch schon am folgenden Tag zusammenbrach, war fĂŒr Hitler persönlich aber dennoch von einiger Bedeutung, da Eckart ihn bei dieser Gelegenheit erstmals fĂŒhrenden Figuren des „nationalen“ Lagers vorstellte, darunter Erich Ludendorff, Ernst Graf zu Reventlow und Waldemar Pabst.[76] Noch im gleichen Jahr traf er bei einem weiteren Besuch in Berlin auch Heinrich Claß, den Vorsitzenden des Alldeutschen Verbandes, der Hitler anschließend finanziell unterstĂŒtzte[77] und bei bayerischen Industriellen um Geldmittel fĂŒr den Ausbau und die Entschuldung des Völkischen Beobachters warb.[78]

In einer Grundsatzrede vom 13. August 1920 („Warum sind wir Antisemiten?“) erklĂ€rte Hitler erstmals ausfĂŒhrlicher seine Ideologie: Alle Juden seien aufgrund ihres angeblich unverĂ€nderlichen Rassencharakters unfĂ€hig zu konstruktiver Arbeit. Sie seien wesenhaft Parasiten und wĂŒrden durch viele angebliche Maßnahmen wie Rassenmischung, Volksverdummung durch Kunst und Presse, Förderung des Klassenkampfes bis hin zum MĂ€dchenhandel alles zum Erlangen ihrer Weltherrschaft tun.[79] Damit machte er den rassistischen Antisemitismus zum Hauptmerkmal der NSDAP-Programmatik.

Mit einem langen Regenmantel ĂŒber dem Anzug, einem „Gangsterhut“, einem auffĂ€llig sichtbaren Revolver und einer Reitpeitsche zog Hitler die Aufmerksamkeit bei MĂŒnchner EmpfĂ€ngen auf sich. AnhĂ€nger beschrieben ihn als „grandiosen Volksredner“, der „Àußerlich irgendwie zwischen Unteroffizier und Handlungsgehilfen, mit gezierter Unbeholfenheit und zugleich so viel Redegewalt [
] vor einem Massenpublikum“ auftrat.[80]

Hitler wirkte an der Umwandlung der Sturmabteilung (SA) der NSDAP von einer „Saalschutztruppe“ in eine paramilitĂ€risch geordnete SchlĂ€ger- und EinschĂŒchterungstruppe mit.[81] Er entwarf Hakenkreuzfahnen und Standarten fĂŒr die Machtdemonstrationen der SA in Stadt und Land.[82]

Im Juni 1921 war Hitler erneut in Berlin, um Geldmittel fĂŒr die NSDAP zu beschaffen. Otto Dickel, ein sozialreformerisch orientiertes NSDAP-Mitglied aus Augsburg, wurde als Ersatzredner von der MĂŒnchner NSDAP eingeladen und vermittelte ein Treffen am 10. Juli 1921 von deren Vertretern mit Abgesandten der völkisch-linken DSP aus NĂŒrnberg, um ĂŒber eine Fusion zu verhandeln. Hitler, wohl durch Hermann Esser informiert, erschien; doch als Eckart, Drexler und andere Dickels VorschlĂ€ge zu einer Programmreform wohlwollend aufnahmen, verließ er das Treffen wĂŒtend. Am 11. Juli erklĂ€rte er seinen Austritt aus der NSDAP. Dieser Schritt wird eher als Affekthandlung aus seiner Furcht erklĂ€rt, seine besondere Stellung in der Partei zu verlieren, nicht als Teil einer ĂŒberlegten Strategie. Am 14. Juli kritisierte er Dickel und dessen Ansichten in einer ausfĂŒhrlichen ErklĂ€rung scharf. FĂŒr seinen Wiedereintritt, den Dietrich Eckart vermittelte, forderte er diktatorische Machtbefugnisse in der NSDAP. Auf einer Mitgliederversammlung am 29. Juli 1921 verabschiedete die NSDAP eine entsprechende Satzung mit dem geforderten „diktatorischen Prinzip“, ĂŒbertrug Hitler die Parteileitung und schloss Drexler als „Ehrenvorsitzenden“ von den Entscheidungsprozessen aus. Hitlers Vertrauter Max Amann straffte und zentralisierte danach die Parteiorganisation. So setzte Hitler seinen FĂŒhrungsanspruch durch und verhinderte eine programmatische Linkswende der Partei.[83]

Hitler war nun ein lokaler ParteifĂŒhrer, den viele Nationalisten, Demokratiegegner und Militaristen unter Intellektuellen, in der Regierung und Verwaltung Bayerns unterstĂŒtzten.[84] Um seinen Einfluss auszudehnen, hielt er seit 1920 einige Reden vor dem Berliner Nationalklub und in der Republik Österreich.[85] Einzelne damalige britische und US-amerikanische Presseartikel schĂ€tzten ihn als „potentiell gefĂ€hrlich“[86], als Vertreter einer „Armee der Rache“ oder als „deutschen Mussolini“ ein.[87] Als solchen ließ Hitler sich am 3. November 1922, nur drei Tage nach Mussolinis erfolgreichem Marsch auf Rom, von seinem Parteifreund Hermann Esser in MĂŒnchen ausrufen.[88]

Putschversuch

Hitler, rechts neben Erich Ludendorff (Bildmitte), mit weiteren Teilnehmern des Hitler-Ludendorff-Putsches (1924)

→ Hauptartikel: Hitlerputsch

WĂ€hrend des Kapp-Putsches 1920 konnte die ReichswehrfĂŒhrung in Bayern die Koalitionsregierung Hoffmann zum RĂŒcktritt zwingen. Die neue Regierung unter Gustav von Kahr schlug einen Rechtskurs ein, um aus Bayern die „Ordnungszelle“ des Reiches zu machen. In der Folge fanden dort viele militante Rechtsextreme wie etwa Hermann Ehrhardt UnterstĂŒtzung und Unterschlupf.[89] Sie organisierten sich nach der Auflösung der Freikorps im selben Jahr in bewaffneten „Einwohnerwehren“ und „vaterlĂ€ndischen VerbĂ€nden“, die den Sturz der Weimarer Republik anstrebten. Einige bejahten und verĂŒbten dazu auch politische Morde bzw. Fememorde.[90]

Nachdem die Alliierten 1921 die Auflösung der bayerischen Einwohnerwehren erzwangen, betraute die bayerische Staatsregierung Otto Pittinger mit der geheimen FortfĂŒhrung der Wehrarbeit. Im August 1922 plante Pittinger gemeinsam mit dem MĂŒnchner PolizeiprĂ€sidenten Ernst Pöhner und Ernst Röhm einen Putsch, ĂŒber den auch Hitler informiert war. Ausgangspunkt sollte eine geplante Massenkundgebung der vaterlĂ€ndischen VerbĂ€nde gegen das Republikschutzgesetz am 25. August werden. Die Kundgebung wurde jedoch kurzfristig verboten, sodass sich nur einige Tausend Nationalsozialisten versammelten. Hitler soll darĂŒber vor Wut geschĂ€umt und angekĂŒndigt haben, beim nĂ€chsten Mal werde er handeln.[91] Die radikalen KrĂ€fte um Röhm und Ex-General Erich Ludendorff lehnten Pittingers monarchistisch-föderalistischen Kurs ab und widerstanden zunehmend seinen Versuchen zur Einigung der Wehrbewegung. Zwar wurde am 9. November 1922 noch die Vereinigung vaterlĂ€ndischer VerbĂ€nde in Bayern gegrĂŒndet, der sich zunĂ€chst auch die NSDAP anschloss. Aber die radikaleren VerbĂ€nde wie der Bund Oberland und der Bund Wiking verweigerten sich.[92] Im Februar 1923, wĂ€hrend der Ruhrbesetzung, grĂŒndete sich auf Initiative Röhms die Arbeitsgemeinschaft der VaterlĂ€ndischen KampfverbĂ€nde, der sich nun auch die NSDAP bzw. SA anschloss.[93]

In der Arbeitsgemeinschaft ĂŒbte Hitler maßgeblichen Einfluss aus. Als Ziele der Wehrbewegung definierte er: „1. Erringung der politischen Macht, 2. Brutale SĂ€uberung des Vaterlands von seinen Feinden im Innern, 3. Erziehung der Nation, geistig dem Willen nach, technisch durch Ausbildung fĂŒr den Tag, der dem Vaterlande die Freiheit gibt, die Periode des Novemberverrats beendet und unseren Söhnen und Enkeln wieder ein deutsches Reich ĂŒberlĂ€ĂŸt. [
]“ Nachdem mehrere völkische Politiker, darunter Hitler, wegen VerstĂ¶ĂŸen gegen das Republikschutzgesetz gerichtliche Vorladungen erhielten, ließ Hitler die Arbeitsgemeinschaft die bayerische Staatsregierung im April 1923 ultimativ auffordern, Haftbefehle gegen „vaterlĂ€ndisch gesinnte MĂ€nner Bayerns ein fĂŒr allemal“ abzulehnen. Sein Einfluss stieg, als er die SA aus ihrer Verbindung mit Ehrhardts Organisation löste. Hitler forderte auch als Erster eine „nationale Maifeier“.[94] Die traditionelle, behördlich genehmigte Demonstration der Linksparteien am Ersten Mai 1923 in MĂŒnchen ließ sich jedoch nicht verhindern. Dies stellte Hitlers AutoritĂ€t parteiintern in Frage, so dass er sich eine Weile aus der Öffentlichkeit zurĂŒckzog.[95]

Beim „Deutschen Tag“ am 1. und 2. September 1923 in NĂŒrnberg vereinigten Hitler, Ludendorff und ihre AnhĂ€nger den Bund Oberland mit dem Bund Reichskriegsflagge unter Röhm und der SA zum Deutschen Kampfbund. Dessen Programm forderte eine „nationale Revolution“, bei der es wegen der Erfahrung vom 1. Mai primĂ€r darum gehe, von den „polizeilichen Machtmittel[n] des Staates“ Besitz zu ergreifen. Am 25. September ĂŒbernahm Hitler die politische FĂŒhrung des Kampfbundes.[96] Bei einem durch Ulrich Wille junior vermittelten Aufenthalt in ZĂŒrich im August 1923 redete Hitler vor geladenen GĂ€sten „Zur Lage in Deutschland“ und erhielt insgesamt zwischen 11.000 und 123.000 Franken an Spenden, meist in bar und ohne Quittung. Ob die unbekannte Gesamtsumme die Putschvorbereitungen der NSDAP ermöglichte, lĂ€sst sich nicht einschĂ€tzen.[97]

Am 26. September ließ der neue Reichskanzler Gustav Stresemann (DVP) den passiven Widerstand gegen die belgisch-französische Ruhrbesetzung abbrechen. Daraufhin rief die Regierung Bayerns dort den Ausnahmezustand nach Artikel 48 aus und ĂŒbertrug die vollziehende Gewalt im Rang eines „Generalstaatskommissars“ auf Gustav von Kahr. Er sollte offiziell mit seinen „speziellen Beziehungen“ zu bayerischen rechtsradikalen Organisationen und seiner bekannten völkisch-antisemitischen Gesinnung „Dummheiten“ von „irgendeiner Seite“ vorbeugen.[98] Als eine seiner ersten Maßnahmen ließ er ostjĂŒdische Familien aus Bayern ausweisen und ihren Besitz konfiszieren.[99]

Der Konflikt zwischen den bayerischen Machthabern und der Reichsregierung eskalierte, als im Völkischen Beobachter ein Artikel mit dem Titel „Die Diktatoren Stresemann – Seeckt“ erschien, in welchem die Reichsregierung scharf angegriffen wurde.[100] Reichswehrminister Otto Geßler, der nach der VerhĂ€ngung des Ausnahmezustands ĂŒber das ganze Reich am 27. September die vollziehende Gewalt innehatte, ordnete daraufhin das Verbot des Völkischen Beobachters an. Kahr und der Kommandeur der Reichswehr in Bayern, Otto von Lossow, verweigerten diesen Befehl.[101] Am 29. September verkĂŒndete Kahr, das Republikschutzgesetz in Bayern nicht lĂ€nger zu vollziehen.

Hitler besuchte am 30. September erstmals die Villa Wahnfried. Der „Bayreuther Kreis“ um Cosima Wagner unterstĂŒtzte seinen Putschplan und seinen Anspruch, der ersehnte nationale „FĂŒhrer“ zu werden.[102] Er versuchte am 7. Oktober vergeblich, Lossow und Seißer zum Eintritt in seinen Kampfbund zu bewegen.

Am 20. Oktober setzte Geßler Lossow ab. Kahr ernannte Lossow daraufhin demonstrativ zum „Landeskommandanten“ und ließ die in Bayern stationierte 7. Reichswehrdivision auf Bayern vereidigen. Dieser offene Verfassungsbruch war ein erster Schritt zur Lösung Bayerns vom Reich.[101] Nach dem Austritt der SPD aus dem Kabinett Stresemann am 2. November 1923 forderte ReichsprĂ€sident Friedrich Ebert am 3. November analog zur Reichsexekution gegen das von Kommunisten mitregierte Sachsen, Reichswehrtruppen gegen Bayern einzusetzen. Der Chef der Heeresleitung, Hans von Seeckt, lehnte dies ab, da man nicht ĂŒber ausreichende KrĂ€fte verfĂŒge und Reichswehr nicht gegen Reichswehr marschiere.[103] Seeckt verurteilte zwar den Ungehorsam der bayerischen Reichswehrtruppen, ließ aber Kahr gegenĂŒber durchblicken, dass er vor allem im Interesse der Einheit des Reiches an den verfassungsgemĂ€ĂŸen Formen festgehalten habe.[104] Zugleich warnte er Kahr und Lossow, sich nicht zu sehr an den völkischen und nationalen Extremisten zu orientieren.[103] Seeckt war zudem sowohl von Vertretern der Schwerindustrie wie Hugo Stinnes als auch zeitweise von Politikern wie Ebert und Stresemann als möglicher „Notstandskanzler“ einer nationalen Diktatur vorgesehen.[105]

Auch das „bayerische Triumvirat“ Kahr, Lossow und der Chef der Landespolizei Oberst Hans von Seißer erwog PutschplĂ€ne gegen Berlin. In Absprache mit Kontaktleuten in Norddeutschland hofften sie im Oktober 1923, die Reichsregierung durch militĂ€rischen Druck dazu zu bringen, ein „nationales Direktorium“ einzusetzen. Lossow sprach bei einem Treffen mit den FĂŒhrern der paramilitĂ€rischen VerbĂ€nde am 24. Oktober sogar von einem „Marsch auf Berlin“, spielte tatsĂ€chlich aber vor allem gegenĂŒber dem Deutschen Kampfbund auf Zeit. Anfang November herrschte indes noch völlige Unklarheit ĂŒber die etwaige Zusammensetzung des Direktoriums. WĂ€hrend Kahr als ReichsprĂ€sident im GesprĂ€ch war, wĂ€ren Hitler und Ludendorff, die ein Direktorium unter ihrer FĂŒhrung in MĂŒnchen wollten, in keinem Fall daran beteiligt worden. Am 3. November stellte Seeckt freilich gegenĂŒber Seißer fest, nichts gegen die rechtmĂ€ĂŸige Regierung unternehmen zu wollen.[106]

Nach dem 3. November warnte Kahr alle FĂŒhrer „vaterlĂ€ndischer VerbĂ€nde“ vor eigenmĂ€chtigen Aktionen und lehnte ein Treffen mit Hitler ab. Dieser fĂŒrchtete Kahrs Einigung mit der Reichsregierung und verabredete daher am 7. November mit den anderen KampfbundfĂŒhrern den baldigen Putsch.[107] Am Abend des 8. November ließ er eine Versammlung von etwa 3000 AnhĂ€ngern Kahrs im MĂŒnchner BĂŒrgerbrĂ€ukeller von seinem Kampfbund umstellen, verschaffte sich mit Waffengewalt Zutritt, rief die „nationale Revolution“ aus und zwang Kahr, Seißer und Lossow mit vorgehaltener Pistole, einer „provisorischen deutschen Nationalregierung“ unter seiner FĂŒhrung zuzustimmen. Er ließ alle anwesenden Mitglieder der Landesregierung Bayerns festsetzen und ernannte Ludendorff zum Oberbefehlshaber der Reichswehr. Dieser ließ das Triumvirat frei, das die erpresste Zustimmung einige Stunden spĂ€ter widerrief und die Niederschlagung des Putsches vorzubereiten begann.[108] SA und Bund Oberland nahmen zahlreiche wirkliche oder vermeintliche MĂŒnchner Juden, deren Namen und Adressen man aus TelefonbĂŒchern entnommen hatte, als Geiseln fest.[109] Obwohl der MĂŒnchner Kompaniechef Eduard Dietl, frĂŒhes DAP-Mitglied und Ausbilder der SA, und der Offiziersnachwuchs Befehle verweigerten, gegen die Putschisten vorzugehen,[110] konnten die von Ernst Röhm gefĂŒhrten KampfbundverbĂ€nde in der Nacht zum 9. November die meisten MĂŒnchner Kasernen, den Bahnhof und wichtige RegierungsgebĂ€ude nicht besetzen.[111] Daraufhin versuchten Hitler und Ludendorff mit einem Marsch von bis zu 4000 teilweise bewaffneten NSDAP-AnhĂ€ngern, doch noch den Umsturz in MĂŒnchen zu erzwingen. Die Landespolizei unter Seißer stoppte diesen Marsch nahe der Feldherrnhalle. In einem kurzen Feuergefecht starben 16 Putschisten und vier Polizisten. Der bei einem Sturz verletzte Hitler floh und wurde am 11. November im Haus Ernst Hanfstaengls am Staffelsee verhaftet.[112] Die schon in neun deutschen LĂ€ndern verbotene NSDAP wurde nun auch in Bayern und am 23. November reichsweit verboten.[113]

Ebert hatte Seeckt trotz dessen Befehlsverweigerung noch am 8. November 1923 den Oberbefehl ĂŒber die Reichswehr ĂŒbertragen, damit dieser die bayerische Reichswehr zum Vorgehen gegen die Putschisten bewegen konnte. So bewirkte Hitlers und Ludendorffs Alleingang den Zusammenhalt der 7. Division mit der ĂŒbrigen Reichswehr, durchkreuzte und diskreditierte die PutschplĂ€ne von Kahr und Seeckt. Hitler lernte daraus, dass er die Macht „nicht in totaler Konfrontation mit dem Staatsapparat, sondern nur im kalkulierten Zusammenspiel mit ihm“ erreichen konnte und dazu den „Schein der LegalitĂ€t“ wahren musste.[114]

Der dilettantisch inszenierte, gescheiterte Putschversuch wurde ab 1933 zum Triumph umgedeutet und jĂ€hrlich als heroische Tat mit dem Gedenken an die „Blutzeugen der Bewegung“ gefeiert.[115]

Prozess und Festungshaft

→ Hauptartikel: Hitler-Prozess

Der Prozess gegen Hitler und neun weitere Putschteilnehmer begann am 26. Februar 1924 vor dem bayerischen Volksgericht statt wie in solchen FĂ€llen ĂŒblich vor dem Reichsgericht in Leipzig. Ludendorff, der den Putsch monatelang aktiv mit vorbereitet hatte, wurde durch ein Verhörprotokoll entlastet, wonach er nichts vom Putschplan gewusst habe.[116] Hitler nutzte den Prozess als BĂŒhne und stellte sich von Beginn an als treibende Kraft des Putschplans dar. Er bestritt den Vorwurf des Hochverrats und behauptete stattdessen, die „Novemberverbrecher“ von 1918 seien die eigentlichen VerrĂ€ter. Dieses scheinbar mutige Auftreten fiel ihm umso leichter, da der Vorsitzende Richter Georg Neithardt mit ihm sympathisierte und ihm ein mildes Urteil angeboten hatte, falls er die als Zeugen geladenen Kahr, Lossow und Seißer nicht mit Aussagen ĂŒber deren eigene PutschplĂ€ne belaste. Die Geiselnahmen und die Tötung der vier Polizisten wurden nicht angeklagt und verhandelt. Diese „Justizkomödie“[117] endete mit einem Freispruch fĂŒr Ludendorff und milden Strafen gegen fĂŒnf Angeklagte wegen Beihilfe zum Hochverrat. Hitler, der schon 1922 wegen schweren Landfriedensbruchs zu einer BewĂ€hrungsstrafe verurteilt worden war, erhielt trotz laufender BewĂ€hrungsfrist widerrechtlich nur die Mindeststrafe von fĂŒnf Jahren Festungshaft und musste eine Geldbuße von 200 Goldmark zahlen.[118]

Obwohl das Republikschutzgesetz vorsah, straffĂ€llig gewordene AuslĂ€nder auszuweisen, lehnte das Gericht dies ab, weil Hitler eine „ehrenhafte Gesinnung“ habe, deutsch denke und fĂŒhle, viereinhalb Jahre freiwillig im deutschen Heer Soldat gewesen und dabei verwundet worden sei.[119] Staatsanwalt Ludwig Stenglein widersprach Hitlers vorzeitiger Entlassung: KĂŒnftiges Wohlverhalten sei wegen seiner VerstĂ¶ĂŸe gegen Haftauflagen (Briefschmuggel, Abfassen von „Mein Kampf“ u. a.) nicht zu erwarten.[120] Dennoch wurde Hitler wegen angeblich guter FĂŒhrung schon am 20. Dezember 1924 entlassen, sodass er weniger als neun Monate in der Festung Landsberg absitzen musste.

Durch die Berichte ĂŒber den Prozess war Hitler auch im Norden Deutschlands als der radikalste aller „völkischen“ Politiker bekannt geworden. Bis dahin hatte er sich eher als „Trommler“ der völkischen Bewegung gesehen, der den Weg fĂŒr einen anderen „Retter Deutschlands“ wie vielleicht Ludendorff frei machen sollte. Seine AnhĂ€nger verehrten ihn als Helden und MĂ€rtyrer fĂŒr die nationale Sache. Das stĂ€rkte seine Stellung in der NSDAP und sein Ansehen bei anderen Nationalisten. Diese Zustimmung, der Propagandaerfolg seiner Verteidigung, seine Reflexion beim Abfassen von „Mein Kampf“ und der Zerfall der NSDAP wĂ€hrend seiner Haft fĂŒhrten dazu, dass Hitler sich nun selbst in der Rolle des großen, von vielen erhofften FĂŒhrers und Retters Deutschlands sah. Er wollte die NSDAP nach seiner Entlassung als straff organisierte, von anderen Parteien unabhĂ€ngige FĂŒhrerpartei neu aufbauen.[121]

Ideologie

→ Hauptartikel: Mein Kampf

Einladung zu einer NSDAP-Veranstaltung in MĂŒnchen, April 1923: „Es wird sprechen unser FĂŒhrer Pg. Adolf Hitler“ Hitler schrieb in seiner Haftzeit 1923/24 weitgehend ohne fremde Hilfe den ersten Teil seiner Programmschrift „Mein Kampf“. Eine Autobiografie oder einen Ersatz fĂŒr das 25-Punkte-Programm beabsichtigte er nicht.[122]

Hitler entfaltete hier seinen seit Sommer 1919 vertretenen Rasse-Antisemitismus mit dem politischen Ziel einer „Entfernung der Juden ĂŒberhaupt“. Zentralidee war ein angeblicher Rassenkampf, der die Geschichte der Menschheit bestimme und in dem sich zwangslĂ€ufig das „Recht des StĂ€rkeren“ durchsetze.[123] Er verstand die „arische Rasse“ der weißen NordeuropĂ€er, vor allem der Deutschen, als die stĂ€rkste, zur Weltherrschaft bestimmte Rasse. Als ihren welthistorischen Todfeind sah er die Juden: Diese strebten ebenfalls die Weltherrschaft an, sodass es zu einem apokalyptischen Endkampf mit ihnen kommen mĂŒsse.[124] Denn da sie keine eigene Kraft und Nation besĂ€ĂŸen, trachteten sie, alle anderen Rassen als „Parasit im Körper anderer Völker“ zu vernichten.[125] Da ihr Herrschafts- und Vernichtungsstreben in ihrer Rasse angelegt sei, könnten die Arier ihre Rasse nur durch die Vernichtung der Juden bewahren. In einer Randbemerkung Ă€ußerte er ĂŒber deutsche Juden: „HĂ€tte man zu Kriegsbeginn und wĂ€hrend des Krieges einmal zwölf- oder fĂŒnfzehntausend dieser hebrĂ€ischen Volksverderber so unter Giftgas gehalten, wie Hunderttausende unserer allerbesten deutschen Arbeiter aus allen Schichten und Berufen es im Felde erdulden mußten, dann wĂ€re das Millionenopfer der Front nicht vergeblich gewesen. Im Gegenteil: Zwölftausend Schurken zur rechten Zeit beseitigt, hĂ€tten vielleicht einer Million ordentlicher, fĂŒr die Zukunft wertvoller Deutschen das Leben gerettet.“ Dies belegt zwar keinen Vernichtungsplan, aber Hitlers Bereitschaft zum Völkermord.[126]

Sein Konzept der kriegerischen Eroberung von Lebensraum im Osten zielte auf die „Vernichtung des ‚jĂŒdischen Bolschewismus‘“, wie er das System der Sowjetunion nannte,[127] und die „rĂŒcksichtslose Germanisierung“ osteuropĂ€ischer Gebiete. Darunter verstand er keine kulturell-sprachliche Assimilation, die er als „Bastardisierung“ und letztlich Selbstvernichtung der eigenen Rasse strikt ablehnte,[128] sondern die Ansiedlung von Deutschen in eroberten Gebieten durch Vertreiben („Aussiedlung“), Vernichten oder Versklaven der dortigen Bevölkerung.[129] Damit hatte, so Kershaw, „Hitler eine feste gedankliche BrĂŒcke zwischen der ‚Judenvernichtung‘ und einem auf den Erwerb von ‚Lebensraum‘ gerichteten Krieg gegen Rußland hergestellt“.[130] Auf dieser ideologischen Basis sollte Osteuropa bis zum Ural „als ErgĂ€nzungs- und Siedlungsraum“ fĂŒr das nationalsozialistische Deutsche Reich gewaltsam erschlossen werden.[131] Hitlers Lebensraumidee knĂŒpfte an Karl Haushofers Theorien zur Geopolitik an, ĂŒberbot aber alle frĂŒheren Ziele deutscher Nationalisten: Hitler erhob die Eroberung Osteuropas zum primĂ€ren außenpolitischen Kriegsziel der NSDAP und zugleich zum Mittel fĂŒr dauerhafte ökonomische Autarkie und Hegemonie Deutschlands in einem grĂŒndlich neugeordneten Europa.[132]

Aus Hitlers Rassismus folgte seine Abwertung alles „Schwachen“ als minderwertiges Leben ohne Lebensrecht: „Der StĂ€rkere hat zu herrschen und sich nicht mit dem SchwĂ€cheren zu verschmelzen, um so die eigene GrĂ¶ĂŸe zu opfern.“[133] Nach außen wertete er die Slawen als „minderwertige Rasse“ ab, die zu Staatenbildung unfĂ€hig und darum kĂŒnftig von höherwertigen Germanen zu beherrschen sei.[134] Nach innen forderte er etwa eine Zwangssterilisation von zeugungsfĂ€higen Erbkranken, Menschenzucht und Euthanasie.[135] So sagte er auf dem NĂŒrnberger NSDAP-Parteitag 1929: „WĂŒrde Deutschland jĂ€hrlich eine Million Kinder bekommen und 700.000 bis 800.000 der SchwĂ€chsten beseitigt, dann wĂŒrde am Ende das Ergebnis vielleicht sogar eine KrĂ€ftesteigerung sein.“[136] Diese Gedanken werden auf Vertreter der deutschsprachigen Rassenhygiene wie Alfred Ploetz und Wilhelm Schallmayer zurĂŒckgefĂŒhrt.[137] Sie betrafen vor allem Menschen mit Behinderungen. Hitlers Vorstellung des „Artfremden“, „Asozialen“ oder „Entarteten“ betraf aber auch in „Mein Kampf“ ungenannte Gruppen, etwa „Zigeuner“ (gemeint: Roma und Jenische),[138] Homosexuelle[139] und christliche Pazifisten wie die Bibelforscher, die Hitler als idealistisch verirrte und darum politisch gefĂ€hrliche Verweigerer des notwendigen Überlebenskampfs abwertete.[140] Ab 1933 ermordeten die Nationalsozialisten viele Mitglieder dieser Gruppen.

Gegen Demokratie, Gewaltenteilung, Parlamentarismus und Pluralismus setzte Hitler ein unbeschrĂ€nktes FĂŒhrerprinzip: Alle AutoritĂ€t in Partei und Staat sollte von einem nicht gewĂ€hlten, nur per Akklamation bestĂ€tigten „FĂŒhrer des Volkes“ ausgehen. Dieser sollte die ihm untergeordnete FĂŒhrerebene ernennen, diese wiederum die nĂ€chsttiefere Ebene. Auf allen Ebenen sollte die „Gefolgschaft“ ihrem jeweiligen „FĂŒhrer“ blinden Gehorsam und bedingungslose Treue entgegenbringen. Diese FĂŒhreridee war seit 1800 im modernen Nationalismus entstanden und seit 1900 als Sehnsucht nach einem „Volkskaiser“ oder einem autoritĂ€ren, kriegerischen Reichskanzler wie Otto von Bismarck im demokratiefeindlichen Lager Allgemeingut geworden. Ihr entsprach die paramilitĂ€rische Organisation der NSDAP. Hitler hatte sie schon in Linz als Kult um Georg von Schönerer kennengelernt. In Wien hatte er die Massenwirkung der antisemitischen Volksreden Karl Luegers erlebt, den er als Vorbild eines „Volkstribuns“ mit Redegewalt hervorhob.[141] Er reklamierte die Rolle des nationalen FĂŒhrers ab November 1922 nach Mussolinis erfolgreichem Marsch auf Rom fĂŒr sich und ĂŒbernahm dann auch den damit verbundenen „FĂŒhrerkult“ und ein voluntaristisches PolitikverstĂ€ndnis aus dem italienischen Faschismus.[142] GemĂ€ĂŸ seinem FĂŒhrungsanspruch behauptete Hitler, er habe seine Ideologie in Wien bis 1913 als Autodidakt erworben und dieses „granitene Fundament“ seines Handelns seither kaum verĂ€ndert.[143] Schönerer und Lueger hĂ€tten ihm zwar die Augen fĂŒr die „Judenfrage“ geöffnet und ihn gelehrt, die Juden in allen Varianten als fremdes Volk zu betrachten; aber durch eigenes Forschen habe er die IdentitĂ€t von Marxismus und Judentum erkannt und so seinen instinktiven Hass bis 1909 zu einer „Weltanschauung“ verdichtet.[144]

Hitler war zeitlebens römisch-katholisch und glaubte an einen persönlichen Gott, den er als „AllmĂ€chtigen“ oder „Vorsehung“ bezeichnete und als in der Geschichte wirksame Macht verstand. Er habe das deutsche Volk geschaffen, zur Herrschaft ĂŒber die Völker bestimmt und Einzelpersonen wie ihn selbst zu seinen FĂŒhrern auserwĂ€hlt. Damit ĂŒbertrug er die biblische ErwĂ€hlung des Volkes Israel auf das Deutschtum und integrierte sie in das rassistische Weltbild des Nationalsozialismus. FĂŒr dieses beanspruchte er in der Politik einzige und totale Geltung.[145] GemĂ€ĂŸ dem NSDAP-Programm, das ein ĂŒberkonfessionelles „positives Christentum“ gegen den „jĂŒdisch-materialistischen Geist“ im Rahmen des „Sittlichkeits- und MoralgefĂŒhls der germanischen Rasse“ bejahte, erklĂ€rte Hitler den politischen Antisemitismus zum Willen Gottes und sich als dessen Vollstrecker: „So glaube ich heute im Sinne des allmĂ€chtigen Schöpfers zu handeln: Indem ich mich des Juden erwehre, kĂ€mpfe ich fĂŒr das Werk des Herrn.“ Er vertrat damit einen radikalen „Erlösungsantisemitismus“, den er bis zu seinem Suizid unverĂ€ndert beibehielt und immer wieder als Kern seines Denkens hervorhob.[146] Aus dem Scheitern der „Los-von-Rom“-Bewegung Schönerers folgerte er: Der Nationalsozialismus mĂŒsse beide Großkirchen und ihre Lehren als „wertvolle StĂŒtzen fĂŒr den Bestand unseres Volkes“ respektieren, schĂŒtzen und konfessionelle Parteipolitik bekĂ€mpfen. GlĂ€ubigste Protestanten und Katholiken könnten ohne Gewissenskonflikte in der NSDAP mitwirken. Schönerers Kampf gegen die Kirche habe die Volksseele missachtet und sei taktisch falsch gewesen; ebenso Luegers Judenmission, statt eine Lösung fĂŒr die „Lebensfrage der Menschheit“ anzustreben.[147] Als Einfluss nach 1918 lobte er nur Gottfried Feder.[148]

Hitler ĂŒbernahm fast alle seine Ideen aus dem neuzeitlichen Antisemitismus, dem Sozialdarwinismus und pseudowissenschaftlichen Biologismus. Fritz Fischer urteilte:

„Doch mit der Judenfeindschaft und dem Krieg um ‚Lebensraum‘ erweist sich Hitler nicht als originell und als Kind einer breiten Strömung in der deutschen wie der österreichischen Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg [
]. Er gehört, gemessen an den Voraussetzungen, die sein Wirken und sein Auftreten ermöglichten, wie an seiner Gedankenwelt, tief in die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts hinein.“[149]

So war die Gleichsetzung von Sozialdemokraten, Marxisten und Juden in Österreich-Ungarn bei Christsozialen, Deutschnationalen und böhmischen nationalen Sozialisten seit den 1870er Jahren ĂŒblich.[150] Viele Einzelmotive seiner frĂŒhen VortrĂ€ge wie das angebliche Nomadentum der Juden und ihre angebliche UnfĂ€higkeit zu Kunst, Kultur und Staatenbildung entnahm Hitler aus vielfach neu aufgelegten Schriften deutscher Antisemiten, die er 1919/20 vom MĂŒnchner Nationalsozialisten Friedrich Krohn ausgeliehen haben kann. Darunter waren H. Naudh (Die Juden und der deutsche Staat, 12. Auflage 1891), Karl Eugen DĂŒhring (Die Judenfrage als Frage des Racencharakters, 5. Auflage 1901), Theodor Fritsch (Handbuch zur Judenfrage, 27. Auflage 1910), Houston Howard Chamberlain (Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts, 1912), Ludwig Wilser (Die Germanen, 1913), Adolf Wahrmund (Das Gesetz des Nomadentums und die heutige Judenherrschaft, MĂŒnchen 1919) und die deutsche Übersetzung der Protokolle der Weisen von Zion, die Ludwig MĂŒller von Hausen 1919 veröffentlicht hatte.[151] Hitler benutzte die „Protokolle“ wie vor ihm Feder[152] als Beweis fĂŒr die angebliche „jĂŒdische Weltverschwörung“.[153]

Der erste Band von „Mein Kampf“ wurde von 1925 bis 1932 etwa 300.000 Mal verkauft und durch viele Rezensionen in öffentlichen Konflikten weithin bekannt.[154] Beachtet wurden davon jedoch fast nur Hitlers außen- und parteipolitische Ziele, nicht seine Rassentheorie.[155] Fast kein fĂŒhrender Politiker des Auslands las das Buch.[156] Der 1926 erschienene zweite Band Die nationalsozialistische Bewegung fĂŒhrte Hitlers Vorstellungen zur Außenpolitik, Aufgabe und Struktur der NSDAP genauer aus, wurde aber noch weniger beachtet. Hitlers Zweites Buch von 1928 fĂŒhrte seinen Antisemitismus, Rassismus und seine bevölkerungspolitischen PlĂ€ne nĂ€her aus, blieb aber unveröffentlicht.

Um die Nationalsozialisten als unglaubwĂŒrdige Heuchler zu entlarven, betonten politische Gegner den Widerspruch von Hitlers Rassenideal zu seinem Aussehen. So zitierte Fritz Gerlich in der katholischen Zeitung Der gerade Weg 1932 ein „Gutachten“ des „Rassenhygienikers“ Max von Gruber von 1923 („Gesicht und Kopf schlechte Rasse, Mischling 
“) und kam anhand der Rasse-Kriterien von Hans F. K. GĂŒnther zu dem Ergebnis, Hitler gehöre einer „ostisch-mongolischen Rassemischung“ an.[157] Gerlich wurde vor allem wegen dieser Kritik 1934 ermordet. Die Kritik an Hitlerkult und NS-Ideologie lebte nach 1933 als lebensgefĂ€hrlicher FlĂŒsterwitz fort: „Blond wie Hitler, groß wie Goebbels, schlank wie Göring und keusch wie Röhm.“[158]

NeugrĂŒndung und erste Erfolge der NSDAP

Einladung zu einer Versammlung im MĂŒnchner BĂŒrgerbrĂ€ukeller am 27. Februar 1925, einen Tag nach der NeugrĂŒndung der NSDAP Nach seiner Haftentlassung am 20. Dezember 1924 versprach Hitler Bayerns MinisterprĂ€sidenten Heinrich Held am 4. Januar 1925, er wolle kĂŒnftig nur noch auf legale Weise Politik machen und der Regierung im Kampf gegen den Kommunismus helfen. Er erreichte die Aufhebung des NSDAP-Verbots zum 16. Februar 1925. Mit einem Leitartikel in der Parteizeitung Völkischer Beobachter rief Hitler am 26. Februar die NeugrĂŒndung der NSDAP unter seiner FĂŒhrung aus. Dazu mussten alle bisherigen Mitglieder einen neuen Mitgliedsausweis beantragen, sodass Hitlers Parteizentrale die Aufnahme kontrollieren konnte. Zugleich appellierte er an die Einigkeit der völkischen Bewegung im Kampf gegen Judentum und Marxismus, nicht aber gegen den in Bayern starken Katholizismus. Damit grenzte er sich gegen seinen Mitstreiter Ludendorff ab, der den Vorsitz der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung am 12. Februar niedergelegt und so deren Auflösung eingeleitet hatte. Hitler erreichte, dass die wĂ€hrend des NSDAP-Verbots entstandenen konkurrierenden Splittergruppen wieder oder neu in die NSDAP eintraten: darunter die Großdeutsche Volksgemeinschaft, die „Deutsche Partei“, der „Völkisch-Soziale Block“ und die Deutschvölkische Freiheitspartei. Die SA ließ er nur noch als Hilfstruppe der NSDAP, nicht mehr als eigenstĂ€ndige paramilitĂ€rische Organisation zu, sodass Ernst Röhm ihre FĂŒhrung abgab.[159]

Hitler verfĂŒgte nun ĂŒber einen von Jakob Werlin geliehenen schwarzen Mercedes, einen eigenen Chauffeur und eine Leibgarde, mit der er zu seinen Auftritten fuhr. Er inszenierte diese fortan bis in jedes Detail hinein, indem er den Zeitpunkt seiner Ankunft, sein Betreten des Veranstaltungsraums, der RednerbĂŒhne, seine Kleidung fĂŒr die jeweils beabsichtigte Wirkung auswĂ€hlte und seine Rhetorik und Mimik einstudierte. Auf Parteiversammlungen trug er eine hellbraune Uniform mit einer Hakenkreuzbinde, einen GĂŒrtel, einen Lederriemen ĂŒber der rechten Schulter und kniehohe Lederstiefel. Vor anderem Publikum dagegen trug er einen schwarzen Anzug mit weißem Hemd und Krawatte, um „einen weniger martialischen, respektableren Hitler vorzufĂŒhren“.[160] Mit seinem oft getragenen blauen Anzug, Lederhosen, Regenmantel, Filzhut und Reitpeitsche wirkte er wie ein „exzentrischer Gangster“. In der Freizeit trug er jedoch am liebsten bayerische Lederhosen. Im Hochsommer vermied er es, in Badehose gesehen zu werden, um sich nicht der LĂ€cherlichkeit preiszugeben.[161]

Hitler betrieb erfolgreich zunĂ€chst die deutschlandweite Ausdehnung der NSDAP durch GrĂŒndung neuer Orts- und Regionalgruppen, fĂŒr die er „Gauleiter“ ernannte. Regionale Redeverbote behinderten diese Arbeit kaum. Er beauftragte Gregor Strasser im MĂ€rz 1925 mit dem Aufbau der NSDAP in Nord- und Westdeutschland. Strasser bildete dort bis September 1925 einen eigenen ParteiflĂŒgel, der gegenĂŒber Hitlers MĂŒnchner Parteizentrale stĂ€rker sozialistische Ziele, einen sozialrevolutionĂ€ren Kurs sowie eine außenpolitische Zusammenarbeit mit der Sowjetunion befĂŒrwortete. Strassers Entwurf eines neuen Parteiprogramms verlangte eine Bodenreform, die Enteignung von Aktiengesellschaften und auch eine Beteiligung der NSDAP am Volksbegehren zur FĂŒrstenenteignung. Hitler ließ ihn zunĂ€chst gewĂ€hren, gewann aber Strassers AnhĂ€nger Joseph Goebbels als UnterstĂŒtzer seines Kurses und seiner FĂŒhrerrolle. Im Februar 1926 setzte er gegen Strassers FlĂŒgel die Ablehnung des neuen Programmentwurfs und damit auch dessen Forderung einer FĂŒrstenenteignung als Form eines „jĂŒdischen Ausbeutungssystem[s]“ durch. Hitler untersagte jede Diskussion ĂŒber das Parteiprogramm (von 1920).[162] Im Sommer 1926 fĂŒhrte die NSDAP den Hitlergruß ein und machte so den Hitlerkult zu ihrem zentralen Merkmal.[163] Hitler beherrschte die Partei damals Ă€hnlich wie ab 1933, indem er Streit und RivalitĂ€ten zunĂ€chst zuließ und dann die Entscheidung an sich zog. So wurde die persönliche Bindung an den „FĂŒhrer“ entscheidend fĂŒr den Einfluss, den ein FunktionĂ€r in der Partei hatte, und Hitler wurde in der NSDAP fast unangreifbar.[164]

Seit seinem LegalitĂ€tsversprechen wollte Hitler die Demokratie mit ihren eigenen Waffen schlagen und untergraben. Die NSDAP sollte in die Parlamente einziehen, ohne dort konstruktiv mitzuarbeiten. Zudem sollte die SA mit spektakulĂ€ren AufmĂ€rschen, Straßenschlachten und Krawallen öffentliche Beachtung der Partei und ihres FĂŒhrers erzeugen und zugleich die SchwĂ€che des demokratischen Systems offenbaren. Dazu bediente sich die NSDAP der damals völlig neuen Methoden der Werbung und Massenbeeinflussung (→ NS-Propaganda). Grundlegend fĂŒr deren Erfolg war Hitlers massenwirksame Rhetorik. Er griff tagespolitische Themen auf, um regelmĂ€ĂŸig und gezielt von der „Schuld der Novemberverbrecher von 1918“, ihrem „Dolchstoß“, der „bolschewistischen Gefahr“, der „Schmach von Versailles“, dem „parlamentarischen Wahnsinn“ und der Wurzel allen Übels zu reden: „den Juden“. Mit seiner Ruhrkampagne und der BroschĂŒre Der Weg zum Wiederaufstieg versuchte er, die UnterstĂŒtzung der Ruhrindustrie zu gewinnen. Bei der Reichstagswahl 1928 blieb die NSDAP mit 2,6 Prozent der Stimmen jedoch „eine unbedeutende, wenn auch lautstarke Splitterpartei“.[165] Die stabilisierten wirtschaftlichen VerhĂ€ltnisse und der anhaltende Wirtschaftsaufschwung („Goldene Zwanziger“) boten radikalen Parteien bis 1929 kaum AnsĂ€tze fĂŒr ihre Agitation.

Der 1929 von NSDAP und DNVP gemeinsam initiierte Volksentscheid gegen den Young-Plan, der die offenen Reparationsfragen zwischen Deutschland und seinen ehemaligen Kriegsgegnern regeln sollte, scheiterte zwar. Aber Hitler und seine Partei erhielten bei den Landtagswahlen in ThĂŒringen im Herbst 1929 erstmals erhebliche Zustimmung im nationalistisch-konservativen BĂŒrgertum. Auch das Presseimperium des DNVP-Vorsitzenden Alfred Hugenberg unterstĂŒtzte Hitler fortan, weil er in ihm und der NSDAP lenkbare Mittel sah, den deutschnationalen KrĂ€ften zu einer Massenbasis zu verhelfen.

Infolge der 1929 einsetzenden Weltwirtschaftskrise zerbrach in Deutschland am 27. MĂ€rz 1930 die Weimarer Koalition. Dem Reichskanzler Hermann MĂŒller (SPD), der noch eine demokratisch gesinnte Reichstagsmehrheit hatte, und dem ersten PrĂ€sidialkabinett von Heinrich BrĂŒning (Zentrum) folgte die Reichstagswahl 1930: Dabei steigerte die NSDAP ihren Stimmenanteil auf 18,3 Prozent und ihre Reichstagssitze von 12 auf 107 Abgeordnete. Damit war sie als zweitstĂ€rkste Partei ein relevanter Machtfaktor in der deutschen Politik geworden.

Im Ulmer Reichswehrprozess schwor Hitler als Zeuge der Verteidigung am 25. September 1930, er werde seine „ideellen Ziele unter keinen UmstĂ€nden mit ungesetzlichen Mitteln erstreben“ und Parteigenossen, die sich nicht an diese Vorgabe hielten, ausschließen. Dann drohte er: „Wenn unsere Bewegung in ihrem legalen Kampf siegt, wird ein deutscher Staatsgerichtshof kommen; und der November 1918 wird seine SĂŒhne finden, und es werden Köpfe rollen.“[166] Bei einer Zeugenvernehmung deckte Rechtsanwalt Hans Litten 1931 auf, dass Hitler weiterhin NS-Propaganda fĂŒr einen gewaltsamen Umsturz zugelassen und somit seinen LegalitĂ€tseid gebrochen hatte. Hitler wurde wegen Meineides angezeigt.[167] Obwohl genĂŒgend Beweise vorlagen, um ihn auszuweisen, wurde das Verfahren verschleppt und eingestellt.[168]

WĂ€hrenddessen versuchte Kanzler BrĂŒning, Hitler zur Zusammenarbeit zu bewegen und bot ihm eine Regierungsbeteiligung an, sobald er, BrĂŒning, die Reparationsfrage gelöst habe. Hitler lehnte ab, sodass BrĂŒning sein Minderheitskabinett von der SPD tolerieren lassen musste.[169]

Weg zur Kanzlerschaft

Seit 1931 wurde ReichsprĂ€sident Hindenburg von Unterschriftenlisten und Eingaben fĂŒr Hitlers Reichskanzlerschaft „geradezu ĂŒberschwemmt“.[170] Er lud Hitler und Hermann Göring zu einem ersten GesprĂ€ch am 10. Oktober 1931 ein, dem Vortag des Treffens der „Harzburger Front“. Laut Hitlerbiograf Konrad Heiden hielt Hitler dabei Monologe, statt Hindenburgs Fragen zu beantworten. Dieser soll daraufhin gesagt haben, der „böhmische Gefreite“ (Hindenburg verwechselte das österreichische Braunau mit der böhmischen Stadt Broumov) könne „höchstens Postminister“ werden.[171] Hitler beeindruckte ihn zwar, ĂŒberzeugte ihn aber nicht von seiner Eignung fĂŒr das Kanzleramt.[172]

Im Krisenjahr 1932 wirkten die konservativen Politiker Franz von Papen, Kurt von Schleicher, Alfred Hugenberg und Oskar von Hindenburg mit verschiedenen persönlichen Zielen teils mit-, teils gegeneinander auf Hindenburg ein. Sie alle wollten die Weimarer Demokratie durch eine autoritĂ€re Staatsform ersetzen, lehnten Hitler und seine Partei aber zunĂ€chst als „plebejisch“ ab. Weil sie kaum RĂŒckhalt in der Bevölkerung erhielten, betrachteten und förderten sie die NSDAP oder einen ihrer FlĂŒgel zunehmend als die fĂŒr ihre Vorhaben benötigte Massenbasis und setzten sich bei Hindenburg fĂŒr deren Machtbeteiligung ein.

2. Wahlgang zum ReichsprĂ€sidenten Um bei der ReichsprĂ€sidentenwahl 1932 gegen Hindenburg antreten zu können, musste Hitler, der seit dem 30. April 1925 Staatenloser war[173], Deutscher werden, das heißt nach § 1 Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz Staatsangehöriger eines Bundesstaates werden (siehe: EinbĂŒrgerung Adolf Hitlers). Als wegen Hochverrats Vorbestrafter strebte er die nach § 14 Reichs- und Staatsangehörigkeitsgesetz mögliche „Anstellung im unmittelbaren oder mittelbaren Staatsdienst“ an, die „fĂŒr einen AuslĂ€nder als EinbĂŒrgerung [
]“ galt, um die zu erwartenden Bedenken eines Bundesstaats gegen seine EinbĂŒrgerung zu umgehen. Nach mehreren erfolglosen AnlĂ€ufen berief ihn der Innenminister im Freistaat Braunschweig Dietrich Klagges (NSDAP) am 25. Februar 1932, drei Tage nach Bekanntgabe seiner Kandidatur, zum Braunschweiger Regierungsrat.[174] Hitler trat seinen vorgesehenen Dienst aber nie an, sondern erhielt sofort Urlaub fĂŒr den Wahlkampf und beantragte spĂ€ter unbefristeten Urlaub fĂŒr seine kĂŒnftigen „politischen KĂ€mpfe“. Er wurde erst als Reichskanzler am 16. Februar 1933 aus dem braunschweigischen Staatsdienst entlassen.[175]

Hindenburg erhielt im zweiten Wahlgang am 10. April 1932 53, Hitler 36,8 Prozent der abgegebenen Stimmen. Viele SPD-WĂ€hler hatten auf Rat BrĂŒnings fĂŒr Hindenburg als „kleineres Übel“ gestimmt, um Hitlers Sieg und damit das Ende der Weimarer Demokratie zu verhindern. Der wiedergewĂ€hlte Hindenburg entließ BrĂŒning jedoch am 29. Mai, ernannte Franz von Papen zum neuen Reichskanzler und löste den Reichstag auf.[176]

Hitler am 21. Juni 1932 im GesprĂ€ch mit Hermann Göring (rechts) und Ernst Hanfstaengl (links) Die NSDAP nutzte alle fĂŒr 1932 vorgesehenen Landes- und Reichswahlen zu stĂ€ndiger Agitation. Hitler engagierte den OpernsĂ€nger Paul Devrient als Stimmtrainer und Wahlkampfbegleiter[177] und ließ sich von April bis November 1932 zu 148 Großkundgebungen einfliegen, die durchschnittlich 20.000 bis 30.000 Menschen besuchten. Die NS-Propaganda inszenierte ihn dabei als ĂŒber den sozialen Klassen stehenden Heilsbringer („Hitler ĂŒber Deutschland“). Er wurde in der Bevölkerung bekannter als jeder andere Kandidat vor ihm. Bei provokativen NSDAP-AufmĂ€rschen starben in diesem Wahlkampf Dutzende Menschen gewaltsam. Der „Altonaer Blutsonntag“ (17. Juli) etwa bot von Papens Regierung den Anlass, die verfassungsgemĂ€ĂŸ gewĂ€hlte Landesregierung Preußens durch eine Notverordnung abzusetzen (Preußenschlag, 20. Juli).[178]

Bei der Reichstagswahl vom Juli 1932 wurde die NSDAP mit 37,3 Prozent stĂ€rkste Partei. Hitler beanspruchte das Kanzleramt. Bei der zweiten Reichstagssitzung am 12. September löste Hindenburg den Reichstag infolge von Tumulten um seine Notverordnungen wieder auf. Bei der Reichstagswahl November 1932 wurde die NSDAP trotz Stimmenverlusten mit 33,1 Prozent erneut stĂ€rkste Partei; auch die KPD gewann Sitze dazu, sodass die demokratischen Parteien keine parlamentarische Mehrheit mehr stellen konnten. Daraufhin trat von Papen zurĂŒck und schlug Hindenburg vor, ihn per Notverordnung zum Diktator zu ernennen.

Viele forderten stattdessen Hitler als Kanzler, darunter nationalkonservative Unternehmer mit der von Hjalmar Schacht organisierten Industrielleneingabe.[179] Diese „nationalkonservativen KrĂ€fte in Wirtschaft, MilitĂ€r und BĂŒrokratie“ strebten die „autoritĂ€re (monarchistische) Umgestaltung des Staates“, die „dauerhafte Ausschaltung von KPD, SPD und Gewerkschaften“, den „Abbau der steuerlichen und sozialstaatlichen Belastungen der Wirtschaft“, die „schnelle Überwindung des Versailler Vertrages“ und die „AufrĂŒstung“ an. Sie glaubten, ihre Ziele nur gestĂŒtzt auf die nationalsozialistische Massenbewegung erreichen zu können. FĂŒr sie unerwĂŒnschte Teile von Hitlers Programm (FĂŒhrerdiktatur statt Monarchie, BerĂŒcksichtigung von Arbeiterinteressen) wollten diese Eliten durch die „Einrahmung“ Hitlers und die „ZĂ€hmung“ seiner Politik abschwĂ€chen. Dazu erschien ihnen von Papen als geeigneter BĂŒndnispartner, da er „nach wie vor das volle Vertrauen Hindenburgs besaß und als Einziger in der Lage war, dessen Misstrauen gegenĂŒber Hitler zu zerstreuen“.[180] Ihre Initiative vom 19. November hatte zunĂ€chst keinen Erfolg.

Hitler hatte Kapitalismuskritik in der NSDAP frĂŒh dem Antisemitismus untergeordnet, wonach nur die Juden ökonomisches Elend verschuldet hĂ€tten. Hitlers Rede vor dem Industrie-Club DĂŒsseldorf lobte Anfang 1932 die Rolle der Wirtschaftseliten und betonte gegen die WĂ€hler der Linksparteien: Das deutsche Volk könne nicht ĂŒberleben, solange es zur HĂ€lfte „Eigentum als Diebstahl“ betrachte. Jedoch finanzierte sich die NSDAP nachweislich großenteils durch MitgliedsbeitrĂ€ge und Eintrittsgelder bei Redeveranstaltungen. Nachdem Hitler bis Ende 1932 gute Beziehungen zu Unternehmerkreisen gewann und deren Bedenken gegen das NS-Wirtschaftsprogramm weitgehend ausrĂ€umte, unterstĂŒtzte die Großindustrie den Aufstieg der NSDAP in der Arbeitsstelle Schacht oder der Wirtschaftspolitischen Abteilung der NSDAP vor allem durch „Wirtschaftsvertreter aus dem zweiten und dritten Glied der Eisen- und Stahlindustrie“[181] und spĂ€tere Arisierungsgewinnler, aber auch Bankiers und Großagrarier: Diese versuchten, eine kĂŒnftige NS-Wirtschaftspolitik „mit dem Gedeihen privater Wirtschaft in Einklang zu bringen“, damit „Industrie und Handel mitmachen können“.[182] Die Nationalsozialisten Hitler, Göring und dahinter Frick, „eingerahmt“ von konservativen Ministern in der alten Reichskanzlei, 30. Januar 1933

Um das Risiko eines BĂŒrgerkriegs und einer möglichen Niederlage der Reichswehr gegen die paramilitĂ€rischen KrĂ€fte von SA und KPD zu vermeiden, ernannte Hindenburg Kurt von Schleicher am 3. Dezember zum Reichskanzler. Dieser war unter von Papen Reichswehrminister geworden und vertrat scheinbar einen arbeiterfreundlicheren Kurs.[183] Schleicher versuchte nun, die NSDAP durch eine Querfront-Strategie zu spalten:[184] Gregor Strasser war bereit, auf Schleichers Vorschlag einer Regierungsbeteiligung einzugehen, Vizekanzler zu werden und damit Hitler zu ĂŒbergehen. Dieser setzte seine FĂŒhrungsrolle in der NSDAP und Anspruch auf das Kanzleramt im Dezember 1932 unter TrĂ€nen und Drohungen, sich umzubringen, durch.[185] Damit waren Hindenburgs konservative Berater mit dem Versuch, die NSDAP an der Regierung zu beteiligen, ohne Hitler das Kanzleramt zuzugestehen, gescheitert.

Das Treffen Papens mit Hitler im Haus des Bankiers Schröder am 4. Januar 1933 gilt als „Geburtsstunde des Dritten Reiches“, die „eine unmittelbare kausale Geschehensfolge bis zum 30. Januar“ einleitete:[186] Indem Hitler von Papen die Vizekanzlerschaft, die Besetzung der klassischen Ministerien mit Deutschnationalen und das Recht anbot, bei allen VortrĂ€gen des Kanzlers beim ReichsprĂ€sidenten zugegen zu sein, erlangte er dessen Zustimmung.[187] Von Papen und Hugenberg glaubten weiter, Hitler auch als Kanzler in einer von konservativen Ministern dominierten Regierung „einrahmen“ und „zĂ€hmen“ zu können.[188] Ihr BĂŒndnis mit Hitler isolierte Schleichers Regierung, die der nationalsozialistisch gefĂŒhrte Reichslandbund im Schutzzollkonflikt zwischen Landwirtschaft und Exportindustrie zusĂ€tzlich unter Druck setzte.[189]

Die NSDAP wurde bei der Landtagswahl in Lippe 1933 (15. Januar) mit 39,5 Prozent der Stimmen (bei 100.000 Wahlberechtigten) stĂ€rkste Partei und sah damit ihren FĂŒhrungsanspruch bestĂ€rkt.[190] Als der Missbrauch der Osthilfe auch Hindenburgs Ruf bedrohte, setzte sich dessen Freund Elard von Oldenburg-Januschau persönlich fĂŒr Hitlers Kanzlerschaft ein, von dessen Kabinett er die Vertuschung des Skandals erwartete. Zudem gewann Hitler am 22. Januar Oskar von Hindenburg mit Drohungen und Angeboten als UnterstĂŒtzer. Dies beseitigte letzte Vorbehalte des ReichsprĂ€sidenten gegen seine Ernennung.[191]

Als General Werner von Blomberg mit dem Versprechen, neuer Reichswehrminister zu werden, fĂŒr Hitlers Regierung gewonnen wurde, verlor Schleicher auch die geschlossene UnterstĂŒtzung der Reichswehr und war nun völlig isoliert und handlungsunfĂ€hig.[192] Als Hindenburg seine Bitte um Neuwahlen ablehnte, trat er am 28. Januar 1933 zurĂŒck. Hitler, von Papen und Hugenberg hatten sich inzwischen auf ein Kabinett geeinigt. Das ermöglichte Hitlers Ernennung zum Reichskanzler.[193]

Herrschaft vor dem Zweiten Weltkrieg (1933–1939)

Adolf Hitler 1933

Errichtung der Diktatur

→ Hauptartikel: Machtergreifung und Gleichschaltung

Am 30. Januar 1933 ernannte Hindenburg wegen von der NSDAP in Berlin gestreuten PutschgerĂŒchten[194] zunĂ€chst Blomberg verfassungswidrig zum neuen Reichswehrminister, vereidigte dann Hitler und seine Minister und erlaubte ihm die geforderte Auflösung des Reichstags fĂŒr Neuwahlen. So wollte Hindenburg die politische Einigung der Rechtsparteien in einer von Deutschnationalen dominierten Koalitionsregierung erreichen. DemgemĂ€ĂŸ gehörten fast alle Minister im Kabinett Hitler zur DNVP. Zur NSDAP gehörte außer Hitler nur Wilhelm Frick, der mit dem Reichsministerium des Innern ein SchlĂŒsselressort erhielt.[180] Zudem kontrollierte Hermann Göring als „Reichskommissar fĂŒr das preußische Innenministerium“ die Polizei im grĂ¶ĂŸten deutschen FlĂ€chenstaat. Damit konnte die NSDAP die Innenpolitik bestimmen.[195]

Hitler wollte die Demokratie bis zu den Neuwahlen durch Notverordnungen, dann durch VerfassungsĂ€nderungen beseitigen. Er soll schon beim Einzug in die Reichskanzlei gesagt haben: „Keine Macht der Welt wird mich jemals wieder lebend hier herausbringen.“[196] Die auf seine Initiative von Frick verfasste, im Kabinett einstimmig beschlossene „Verordnung des ReichsprĂ€sidenten zum Schutze des Deutschen Volkes“ und die „Verordnung des ReichsprĂ€sidenten zum Schutz von Volk und Staat“ traten mit Hindenburgs Unterschrift am 28. Februar in Kraft. Sie hoben die Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit und das Briefgeheimnis auf und erlaubten willkĂŒrliche Verhaftungen fĂŒr die gesamte Zeit des Nationalsozialismus. Willkommener Vorwand dafĂŒr war der Reichstagsbrand vom 27. Februar, den das NS-Regime als internationale kommunistische Verschwörung ausgab.

Im folgenden Wahlkampf (MĂ€rz 1933) ließ Hitlers Regime viele Gegner, vor allem Kommunisten, einschĂŒchtern, verhaften oder ermorden. Dennoch verfehlten NSDAP und DNVP bei der Reichstagswahl die fĂŒr VerfassungsĂ€nderungen notwendige Zweidrittelmehrheit. Beim Tag von Potsdam (21. MĂ€rz) inszenierte er die Einigung mit den Deutschnationalen und ihrer Leitfigur Hindenburg. Das ErmĂ€chtigungsgesetz (23. MĂ€rz) kam nur durch massiven Straßenterror, illegalen Parlamentsausschluss aller KPD- und einiger SPD-Abgeordneter und nachtrĂ€gliche Annullierung der KPD-Mandate zustande. Es erlaubte dem Regime fĂŒr zunĂ€chst vier Jahre, Gesetze kĂŒnftig direkt zu erlassen. Damit verzichtete der Reichstag auf seine Rolle als Gesetzgeber (Legislative), ĂŒberließ diese der Regierung (Exekutive) und entmachtete den ReichsprĂ€sidenten. Das ermöglichte Hitlers Diktatur und die Gleichschaltung von Staat und Gesellschaft.[197] Das NS-Regime schaltete die freien Gewerkschaften aus (2. Mai 1933), verbot die SPD (22. Juni), erzwang die Selbstauflösung der ĂŒbrigen Parteien (bis 5. Juli) und machte die NSDAP mit dem Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat zur einzigen Staatspartei (1. Dezember). In diesem Prozess wirkten „Druck von ‚unten‘“ und Hitlers „persönliche Initiative“ zusammen.[198]

Am 30. Juni 1934 befahl Hitler unter dem Vorwand eines angeblichen, von Ernst Röhm geplanten Putsches die Ermordung von 150 bis 200 möglichen oder wirklichen Konkurrenten und Rivalen inner- und außerhalb der NSDAP. Sein Kabinett legalisierte die Morde am 3. Juli 1934 mit dem Staatsnotwehrgesetz[199] als „Niederschlagung hoch- und landesverrĂ€terischer Angriffe“.[200] Am 13. Juli 1934 versprach Hitler der Reichswehr erneut, sie bleibe die einzige WaffentrĂ€gerin des Staates.

Wahlwerbung zur Volksabstimmung ĂŒber das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs am 19. August 1934.

Am 1. August 1934 vereinigte das Kabinett das ReichsprĂ€sidentenamt per Gesetzesbeschluss mit dem Kanzleramt und ĂŒbertrug „die bisherigen Befugnisse des ReichsprĂ€sidenten auf den FĂŒhrer und Reichskanzler Adolf Hitler“. Am selben Tag gab Blomberg, ohne von Hitler dazu aufgefordert zu sein, bekannt, nach dem Ableben Hindenburgs die Soldaten der Wehrmacht auf den neuen Oberbefehlshaber vereidigen zu lassen.[201] Bisher waren alle Soldaten auf die Weimarer Verfassung vereidigt worden. Am 2. August, Hindenburgs Todestag, ordnete Hitler in einem Erlass an, ihn kĂŒnftig „im amtlichen und außeramtlichen Verkehr wie bisher“ mit diesem Doppeltitel anzureden, da der Titel „ReichsprĂ€sident“ mit Hindenburgs Namen „unzertrennlich verbunden“ sei.[202] Die Ämtervereinigung bejahten am 19. August in der Volksabstimmung ĂŒber das Staatsoberhaupt des Deutschen Reichs 84,3 Prozent der Wahlberechtigten[203] bzw. 89,9 Prozent derer, die gĂŒltige Stimmen abgegeben hatten.[204]

Hitler bei einer Parade anlĂ€sslich des Reichsparteitags im November 1935 auf dem Hauptmarkt (NĂŒrnberg) Kabinettssitzungen verloren zunehmend an Bedeutung. 1935 kamen die Minister zwölfmal, 1937 sechsmal, am 5. Februar 1938 letztmals zusammen.[205] Bis 1935 hielt sich Hitler an einen einigermaßen geordneten Tagesablauf in der Reichskanzlei: vormittags, ab 10 Uhr, Besprechungen mit Hans Heinrich Lammers, Meissner, Walther Funk und verschiedenen Ministern, Mittagessen um 13 oder 14 Uhr, nachmittags Besprechungen mit militĂ€rischen oder außenpolitischen Beratern oder bevorzugt mit Albert Speer ĂŒber BauplĂ€ne. AllmĂ€hlich wich Hitler von diesem festen Tagesablauf ab und pflegte wieder seinen frĂŒheren BohĂšme-Lebensstil. So erschwerte er seinen Adjutanten, von ihm als Staatsoberhaupt Entscheidungen zu erhalten. Die Minister (außer Goebbels und Speer) erhielten keinen Zugang mehr zu Hitler, falls sie keinen guten Kontakt zu dessen Adjutanten besaßen, die so große informelle Macht erlangten.[206]

Ausweitung des Hitlerkults

1933 wurde der Hitlerkult zum MassenphĂ€nomen, bei dem Erwartungen der Bevölkerung und NS-Propaganda zusammenwirkten.[207] Hitlers Herrschaft war von Beginn an „extrem personalisiert“: Er hatte kein PolitbĂŒro wie Josef Stalin, keinen Kriegsrat und keinen Großrat wie Mussolini.[208] Er ließ auch keinen LĂ€nderrat oder Parteisenat als Gegengewicht zu und ersetzte das Kabinett nicht, nachdem es nicht mehr zusammentrat. Der Hitlergruß wurde 1933 fĂŒr Beamte zur Pflicht gemacht und von großen Bevölkerungsteilen freiwillig ĂŒbernommen.

Hitlers Politik stieß in weiten Teilen der Bevölkerung auf wachsende Zustimmung. Die realen oder scheinbaren Erfolge des Regimes – Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit, Überwindung des Versailler Vertrags und die innenpolitische Konsolidierung sowie spĂ€ter die zunĂ€chst spektakulĂ€ren Siege zu Beginn des Zweiten Weltkriegs – schrieb die NS-Propaganda Hitler allein zu. Dadurch gelang es, den FĂŒhrerkult vom Parteimerkmal zu einem nationalen Kult auszudehnen und Hitlers Position gegenĂŒber den konservativen Eliten und dem Ausland zu stĂ€rken.[209]

Die breite Zustimmung nutzte Hitler zum weiteren Ausbau des schrankenlosen FĂŒhrerstaates. Dieser wurde 1939 vollendet, indem alle Beamten und Soldaten einen persönlichen Treueid auf den FĂŒhrer ablegten.[210] Die NS-Rechtslehre legitimierte dies, indem sie Verfassungsrecht mit dem – an keiner Rechtsidee messbaren – FĂŒhrerwillen gleichsetzte.[211] Schon seit 1934 als „FĂŒhrer und Reichskanzler“ angeredet, war der Titel FĂŒhrer ab 1941 ausschließlich ihm vorbehalten. Dadurch, so die Germanistin Cornelia Schmitz-Berning, habe sich der Begriff allmĂ€hlich zum Eigennamen entwickelt.[212]

Der Hitlerkult wurde im deutschen Alltag allgegenwĂ€rtig, etwa durch Umbenennung vieler Straßen und PlĂ€tze nach Hitler,[213] einen Adolf-Hitler-Koog als Musterbeispiel fĂŒr die staatliche Blut-und-Boden-Ideologie,[214] dörfliche „Hitlereichen“ und „Hitlerlinden“, kommerziell vermarktete Hitlerbilder, ab 1937 auch staatliche Hitler-Briefmarken-Serien und Besucher-Andrang in Obersalzberg. Diese Verehrung ĂŒberstieg den Personenkult um Bismarck bei weitem und fĂŒr kritische Zeitgenossen wurde es immer schwieriger, sich aus der grenzenlosen Verehrung fĂŒr Hitler herauszuhalten.[215] Hitler zeichnete selbst andere mit seinem Namen aus, etwa ab 1937 durch die Vergabe des Titels Adolf-Hitler-Schule an NS-Ausleseschulen.[216]

Dem kamen weite Gesellschaftsbereiche freiwillig entgegen: So förderte die deutsche Industrie mit der Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft ab 1. Juni 1933 den „nationalen Wiederaufbau“ bis 1945 mit rund 700 Millionen Reichsmark fĂŒr die NSDAP, ĂŒber deren Verwendung Hitler frei entscheiden konnte. DafĂŒr stiftete er 1937 den „Adolf-Hitler-Dank“, eine jĂ€hrliche Spende von einer halben Million Reichsmark „fĂŒr besonders verdiente, notleidende Parteigenossen“.[217] Hitler wurde EhrenbĂŒrger vieler deutscher StĂ€dte, von denen einige ihm die EhrenbĂŒrgerschaft nach seinem Tod wieder entzogen oder fĂŒr beendet erklĂ€rten.

Der Hitlerkult gilt Historikern als Beispiel einer „charismatischen Herrschaft“, die bĂŒrokratische Instanzen nicht ersetzte, sondern ĂŒberwölbte und so vielfach Kompetenzstreit zwischen Parteihierarchie und Staatsapparat erzeugte. RivalitĂ€ten von NS-Behörden, die in WettlĂ€ufe um das vorauseilende Erfassen des „FĂŒhrerwillens“ eintraten, erforderten wiederum immer mehr autoritative tagespolitische Entscheidungen Hitlers. Dieser ließ jedoch viele Konflikte unentschieden, um seinen Ruf als ĂŒber den Alltagskonflikten stehender, unfehlbarer, genialer Alleinherrscher nicht zu beschĂ€digen, und trug so zur Aushöhlung einer funktionierenden Staatsverwaltung bei.[218] Mit dem Wachsen des Hitler-Mythos sank zugleich das Ansehen der NSDAP.[219]

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich und der ersten Wahl zum „Großdeutschen Reichstag“ am 10. April 1938 mit 99,1 % Zustimmung war das Prestige des Diktators abermals gestiegen und die Konsensbasis seiner Herrschaft vermutlich nie grĂ¶ĂŸer.[220] Der Überfall auf Polen war bei den Deutschen nicht populĂ€r. Kershaw zufolge erreichte Hitlers PopularitĂ€t trotzdem nach dem siegreichen „Blitzkrieg“ gegen Frankreich einen neuen Höhepunkt, ging 1941 nur allmĂ€hlich zurĂŒck und stĂŒrzte erst nach der Niederlage in Stalingrad 1943 rasch ab.[221] Götz Aly dagegen folgerte 2006 aus neuen Indikatoren eines von ihm geleiteten Forschungsprojekts, dass Hitlers PopularitĂ€t schon vor dem Polenfeldzug stark abnahm, sich nach dem Westfeldzug 1940 kaum erholte und ab dem Überfall auf Russland rapide abnahm.[222]

Privatleben

Eva Braun und Adolf Hitler auf dem Berghof in Obersalzberg, 14. Juni 1942 Enge Freunde Hitlers durften seit etwa 1921 das Pseudonym „Wolf“ verwenden,[223] das sich an die Etymologie seines Vornamens Adolf anlehnte.[224] Im Krieg ließ Hitler einige FĂŒhrerhauptquartiere danach benennen.

Zwischen 1926 und 1931 korrespondierte er vertraulich mit Maria Reiter, einer Urlaubsbekanntschaft, lehnte aber ihren Ehewunsch ab. 1928 hatte er im Berchtesgadener Ortsteil Obersalzberg ein Landhaus gemietet, in das seine Halbschwester Angela Raubal und deren beide Töchter Angela und Elfriede einzogen. 1929 ließ er Angela (Geli) in seine MĂŒnchner Wohnung einziehen und zwang sie, eine Liebesbeziehung zu seinem Chauffeur, Emil Maurice, zu beenden. Am 19. September 1931 wurde sie mit seinem Revolver erschossen aufgefunden; ein Suizid wurde angenommen. In seinen politischen PlĂ€nen sah sich Hitler durch die private Katastrophe nicht behindert. Im Gegenteil hat er daraus noch politisches Kapital zu schlagen gewusst, indem er Parteifreunde damit beeindruckte, dass er in Zukunft nur noch uneigennĂŒtzig seiner politischen Mission zum Wohle des deutschen Volkes dienen wolle.[225]

Seit Januar 1932 kamen GerĂŒchte auf, dass Hitler mit Eva Braun, einer Angestellten seines Fotografen Heinrich Hoffmann, ein intimes VerhĂ€ltnis habe. Eine Ehe mit ihr lehnte er ab. Im Jahresverlauf unternahm sie mehrere Suizidversuche. Daraufhin ging er ein festeres VerhĂ€ltnis zu ihr ein, das er jedoch bis zu seinem Tod gegenĂŒber der Öffentlichkeit geheim hielt.[226]

Hitler war seit seiner Jugendzeit Nichtraucher und trank keinen Alkohol, spĂ€ter auch keinen Kaffee und Schwarztee. Ab 1932 ernĂ€hrte er sich aus Furcht vor einer Magenkrebserkrankung vegetarisch. Seine MagenkrĂ€mpfe hielt er fĂŒr die Vorboten eines Krebsleidens, das ihm nur wenige Jahre zur Vollendung der selbst gestellten „gigantischen Aufgaben“ lasse.[227] Auch als Hitler an die Macht gekommen war, blieb eine seiner stehenden Redewendungen: „Ich werde nicht mehr lange leben.“[228] Diese ErnĂ€hrungsgewohnheiten behielt er als Reichskanzler bei und thematisierte sie in Monologen vor dem engsten AnhĂ€ngerkreis auch als Mittel fĂŒr die nationalsozialistische Gesundheitspolitik nach dem Krieg.[229]

Seit dem Ersten Weltkrieg mochte und hielt Hitler Hunde.[230] Oft ließ er sich mit seiner SchĂ€ferhĂŒndin Blondi vor idyllischen Landschaften abbilden, um so seine private angebliche Tierliebe und Naturverbundenheit vorzufĂŒhren, den Deutschen Identifikation zu ermöglichen und eine verbreitete Sehnsucht nach Harmonie zwischen FĂŒhrer und GefĂŒhrten zu bedienen.[231]

Hitler lehnte Hochschulen, Professoren („Profaxe“) und etablierte Wissenschaft lebenslang ab und eignete sich Detailwissen autodidaktisch an. Er konnte sich gelesene Informationen, auch Details, dauerhaft merken und flocht sie bei Bedarf ohne Herkunftsangaben in Reden, GesprĂ€che oder Monologe ein, um sie als eigene Ideen erscheinen zu lassen.[232] Er besaß 16.000 BĂŒcher, die auf drei Privatbibliotheken in MĂŒnchen, Berlin und Berchtesgaden verteilt waren, von denen noch rund 1200 erhalten sind. Etwa die HĂ€lfte davon gehören zu militĂ€rischer Gebrauchsliteratur, ĂŒber zehn Prozent haben rechte Esoterik, Okkultismus, deutschnationale und antisemitische Themen zum Inhalt. Nur wenige Werke gehören zur schönen Literatur. Die Dramen von William Shakespeare, etwa Julius Caesar und Hamlet, und ein Band mit Schriften Johann Gottlieb Fichtes sind erhalten. Werke von Immanuel Kant, Arthur Schopenhauer und Friedrich Nietzsche, die Hitler angeblich in seiner Haftzeit las, fehlen. Anstreichungen und Randnotizen zeigen Hitlers Leseverhalten.[233] Er beherrschte keine Fremdsprache außer etwas Französisch seit seiner Linzer Realschulzeit.[234] Auslandspresseberichte musste er sich von seinem Chefdolmetscher Paul-Otto Schmidt ĂŒbersetzen lassen.

Hitler kaufte im Sommer 1933 das Haus Wachenfeld am Obersalzberg und ließ bis Mitte 1936 das Anwesen zum „Berghof“ umbauen.[235]

Verfolgungen

Nach dem Straßenterror der SA in der Weimarer Republik begann mit Hitlers Machtantritt eine systematische, gewaltsame Verfolgung politischer Gegner der NSDAP unter dem Schlagwort der „nationalen Revolution“. So ließ die SA ab Januar 1933 Konzentrationslager einrichten. Die staatlichen Internierungen, Misshandlungen und Morde trafen seit der „Reichstagsbrandverordnung“ vom 28. Februar 1933 Kommunisten, Sozialdemokraten, Pazifisten, Zeugen Jehovas, konservative NS-Gegner und andere Deutsche, die Kritik Ă€ußerten oder sich widersetzten (→ Mitglieder des Widerstandes), sowie vor allem Juden. In den folgenden Jahren wurden die Verfolgungen auf verschiedene christliche Gruppen, Behinderte, Homosexuelle, vermeintlich Asoziale und „Fremdrassige“ ausgeweitet.

Hitler hatte keinen „Meisterplan“ fĂŒr die staatliche „Judenpolitik“[236], sondern reagierte oft kurzfristig auf den Druck von NSDAP-Mitgliedern[237] mit Gesetzesinitiativen. Deren erkennbares Ziel war die im NSDAP-Programm festgeschriebene Ausgrenzung und Vertreibung der deutschen Juden. Hitler bereitete den „Judenboykott“ vom 1. April 1933 direkt mit vor, trat aber nach außen nicht als dessen Initiator und Organisator auf. Er beriet das am 7. April erlassene Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums (zum Ausschluss „nichtarischer“ Beamter) mit und entschied sich aus RĂŒcksicht auf die politischen Bedingungen fĂŒr eine gemĂ€ĂŸigtere Fassung.[238] Daraufhin schlossen auch viele BerufsverbĂ€nde Juden aus. Dem folgten zahlreiche weitere, auch nichtstaatliche Ausgrenzungsschritte. Hitler schwebte schon 1933 eine konsequente Ghettoisierung der Juden und ihre rĂ€umliche Ausgrenzung vor: Sie mĂŒssten „heraus aus allen Berufen [
], eingesperrt in ein Territorium, wo sie sich ergehen können [
], wĂ€hrend das deutsche Volk zusieht, wie man wilde Tiere sich ansieht“.[236]

Auch die NĂŒrnberger Gesetze von 1935, die den deutschen Juden die staatsbĂŒrgerlichen Rechte entzogen und „Mischehen“ sowie sexuelle Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden als „Rassenschande“ mit GefĂ€ngnis oder Zuchthaus bedrohten, wurden durch Terror aus der Parteibasis angebahnt und sollten diese zufriedenstellen. Hitler bereitete sie monatelang mit vor, sodass er sich beim NĂŒrnberger Reichsparteitag im August anderen Themen zuwenden konnte. Er strich die Begrenzung auf „Volljuden“ im Entwurf fĂŒr das Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre noch unmittelbar vor dessen Bekanntgabe am 15. September.[239]

Die Judenverfolgung trat zwar 1936, nicht zuletzt wegen der Olympischen Spiele in Berlin und Garmisch-Partenkirchen, und 1937 in den Hintergrund. Doch sofort, nachdem Hitler am 9. November 1938 vom Tod des angeschossenen BotschaftssekretĂ€rs Ernst Eduard vom Rath erfahren hatte, beriet er sich mit Goebbels und autorisierte diesen, das Attentat als Vorwand fĂŒr die bereits geplanten deutschlandweiten Novemberpogrome auszunutzen. Dabei wurden Hunderte Juden ermordet, Zehntausende in KZs interniert und enteignet und Tausende Synagogen und jĂŒdische Friedhöfe zerstört.[240] Der US-amerikanische Konsul in Leipzig, David H. Buffum, schrieb von einem schĂ€ndlichen Angriff auf eine hilflose Minderheit, der sehr wahrscheinlich ohne Beispiel in der Geschichte der zivilisierten Welt sei.[241] US-PrĂ€sident Roosevelt verschĂ€rfte nach dem Novemberpogrom den Ton gegenĂŒber Deutschland.[242] Hitler ĂŒbertrug die weitere „Judenpolitik“ Hermann Göring, Heinrich Himmler und Reinhard Heydrich. Diese unterbanden den „spontanen“, unkontrollierten Straßenterror endgĂŒltig, indem sie die Juden gesetzlich wie Kriminelle behandelten und etwa mit der „Judenbuße“ fĂŒr die SchĂ€den der Novemberpogrome aufkommen ließen.

Hitler sagte in einer auch fĂŒr das Ausland bestimmten Reichstagsrede zum sechsten Jahrestag seines Amtsantritts am 30. Januar 1939:

„Ich will heute wieder ein Prophet sein: Wenn es dem internationalen Finanzjudentum in und außerhalb Europas gelingen sollte, die Völker noch einmal in einen Weltkrieg zu stĂŒrzen, dann wird das Ergebnis nicht die Bolschewisierung der Erde und damit der Sieg des Judentums sein, sondern die Vernichtung der jĂŒdischen Rasse in Europa.“[243]

Baupolitik

Hitler gab sich mit einem inszenierten Spatenstich am 23. September 1933 fĂ€lschlich als Erfinder und Planer der Reichsautobahnen aus und ließ deren Ausbau als „Hitler-Programm“ zur Beseitigung der Massenarbeitslosigkeit propagieren. TatsĂ€chlich waren die ersten zwei Autobahnen vor 1933 gebaut und weitere geplant worden. Der Weiterbau in der NS-Zeit beschĂ€ftigte meist nur Zehntausende, maximal 125.000 Arbeiter, die abkommandiert, zum Arbeiten fĂŒr Niedriglöhne gezwungen und bei Weigerung in KZs inhaftiert wurden. Das Programm wurde 1941 wegen der Einziehung der Arbeiter fĂŒr den Kriegsdienst unvollendet eingestellt. Hitlers Versprechen einer MassenmobilitĂ€t blieb uneingelöst. Dennoch bestand das Klischee nach 1945 fort, er habe die Arbeitslosigkeit mit dem Autobahnbau bis 1938 erfolgreich beseitigt.[244]

Hitler plante seit 1933, Berlin bis 1950 als „Hauptstadt des germanischen Reichs deutscher Nation“ völlig umzugestalten und in „Germania“ umzubenennen. Dazu ernannte er Albert Speer 1937 zum „Generalinspekteur fĂŒr die Neugestaltung der Reichshauptstadt“. Von den geplanten Monumentalbauten wurde 1939 nur die Neue Reichskanzlei fertiggestellt.[245] Die Stadt sollte von einem Autobahnring umgeben und von zwei schnurgeraden, kreuzungslosen, breiten, fĂŒr AufmĂ€rsche geeigneten Prachtstraßen durchquert werden. Der Bau eines Tunnels zur Unterquerung der Nord-SĂŒd-Achse wurde 1939 begonnen, aber 1942 wegen Materialmangels im Krieg eingestellt.[246] Hitler ließ sich als „genialer Baumeister“ des ReichsparteitagsgelĂ€ndes in NĂŒrnberg ausgeben und mischte sich mit seinen Ideen, Skizzen und Besuchen in die Planung ein, segnete tatsĂ€chlich aber meist nur Initiativen anderer NSDAP-Stellen ab.[247]

Kirchenpolitik

→ Hauptartikel: Kirchenkampf

GemĂ€ĂŸ der machttaktischen Bejahung des Christentums hatte Hitler Vertreter des Neuheidentums wie Artur Dinter 1928 aus der NSDAP ausgeschlossen und Alfred Rosenberg 1930 gezwungen, sein antikirchliches Buch Der Mythus des 20. Jahrhunderts als Privatansicht zu kennzeichnen. Zugleich hatte er planmĂ€ĂŸige Versuche von NSDAP-Mitgliedern zugelassen, das Christentum an die NS-Rassenideologie anzugleichen. Dazu grĂŒndeten diese 1932 die Kirchenpartei Deutsche Christen (DC).[248]

Hitlers erste RegierungserklĂ€rungen (1. Februar, 23. MĂ€rz 1933) betonten, er werde das Christentum als „Basis unserer gesamten Moral“ schĂŒtzen, „tiefe, innere ReligiösitĂ€t“ ermöglichen, die StaatsvertrĂ€ge beider Kirchen einhalten, ihnen in Schule und Erziehung angemessenen Einfluss zugestehen, den „Bolschewismus“ und atheistische Organisationen bekĂ€mpfen und freundschaftliche Beziehungen zum Vatikan ausbauen. Die Großkirchen seien die „wichtigsten Faktoren zur Erhaltung unseres Volkstums“. DafĂŒr sollten sie sich am Kampf gegen die „materialistische Weltauffassung“ und am Aufbau der „Volksgemeinschaft“ beteiligen.[249] Er schloss mit dem Vaterunser nachempfundenen liturgischen Gebetsformeln und mit „Amen“. Beim inszenierten „Tag von Potsdam“ (21. MĂ€rz) knĂŒpfte er an preußische Staatskirchentradition an und zerstreute zugleich katholische Sorgen vor einem neuen „Kulturkampf“.[250]

Wegen dieser gezielten NS-Propaganda und ihrer eigenen antidemokratischen Tradition bejahten beide Großkirchen die Aufhebung der Demokratie. Die katholische Zentrumspartei unter Ludwig Kaas stimmte am 23. MĂ€rz fĂŒr das ErmĂ€chtigungsgesetz. Die deutschen katholischen Bischöfe hoben die 1931 erklĂ€rte Unvereinbarkeit von Christentum und Nationalsozialismus am 28. MĂ€rz auf und erlaubten Katholiken den Beitritt zur NSDAP.[251] Die meisten evangelischen Landeskirchen begrĂŒĂŸten die „nationale Wende“ und ließen FĂŒrbitten zu Hitlers Geburtstag verlesen, ohne die Opfer der NS-Gewaltpolitik zu erwĂ€hnen.[252]

Bis zum 20. Juli handelte Hitler mit dem Vatikan ein Reichskonkordat nach dem Vorbild der LateranvertrĂ€ge Mussolinis von 1929 aus. Es untersagte politische BetĂ€tigung katholischer Kleriker und Parteien und sicherte den Bestand der katholischen Lehre, Bekenntnisschulen, rein religiöse, karitative und kultische Vereine und VerbĂ€nde zu. Deren konkrete Festlegung unterblieb, weil die Selbstauflösung der Zentrumspartei (5. Juli) den raschen Vertragsabschluss erzwang.[253] In einem geheimen Zusatzprotokoll vereinbarte Hitler mit den Bischöfen einen MilitĂ€rseelsorgevertrag, falls Deutschland die Wehrpflicht wiedereinfĂŒhren werde.[254]

Um alle evangelischen Landeskirchen in einer „Reichskirche“ gleichzuschalten, berief Hitler am 25. April den ostpreußischen MilitĂ€rpfarrer Ludwig MĂŒller (DC) zum „BevollmĂ€chtigten“ fĂŒr evangelische Angelegenheiten und ernannte am 24. Juni August JĂ€ger zum „Staatskommissar“ fĂŒr die Landeskirchen in Preußen. JĂ€ger ersetzte alle Kirchenleiter, die gegen staatliche Übergriffe protestierten, mit DC-Vertretern. Nach heftigen Protesten und einem von Hindenburg vermittelten Treffen nahm Hitler JĂ€gers Maßnahmen zurĂŒck. Die am 11. Juli gebildete Deutsche Evangelische Kirche (DEK) verpflichtete sich dafĂŒr zu Kirchenwahlen am 23. Juli. Am Vorabend warb Hitler im Rundfunk massiv fĂŒr die DC, die daraufhin die Leitung der meisten evangelischen Landeskirchen errangen.[255] Nach GesprĂ€chsprotokollen von Zeitzeugen lehnte Hitler das Christentum jedoch im Juli 1933 als „jĂŒdischen Schwindel“ ab. „Deutsches Christentum“ sei Krampf und Illusion. Man könne nur entweder Christ oder Deutscher sein. Sein Eintreten fĂŒr die DC war demnach nur machtpolitisch motiviert.[256]

Am 5. September wĂ€hlten die DC MĂŒller zum Reichsbischof und fĂŒhrten in Preußen ein zum Arierparagraphen analoges Gesetz ein, das Judenchristen aus der Landeskirche ausschloss. Infolge der Sportpalast-Kundgebung (13. November 1933) verloren sie viele Mitglieder und ihre Einheit. Daraufhin setzte MĂŒller ihre Sprecher ab, unterstellte die evangelische Jugend im Dezember widerrechtlich der Hitlerjugend und verbot im Januar 1934 alle innerkirchliche Kritik an seiner FĂŒhrung. Damit verlor er seine AutoritĂ€t in der DEK. Im folgenden Kirchenkampf zerbrach deren organisatorische Einheit; der Arierparagraph ließ sich in ihr nicht mehr durchsetzen.[257]

Hitler nötigte die DC-Gegner am 25. Januar 1934 mit VorfĂŒhren abgehörter Telefonate Martin Niemöllers zunĂ€chst, sich staatsloyal zu zeigen und MĂŒller als Reichsbischof zu akzeptieren. Im MĂ€rz ernannte er den ehemaligen FreikorpskĂ€mpfer Franz von Pfeffer zum „Sonderbeauftragten fĂŒr Kirchenfragen“, am 12. April JĂ€ger zum „Rechtswalter“ der DEK. Deren Versuche, die Gleichschaltung der Landeskirchen durch Absetzen gewĂ€hlter Landesbischöfe zu erzwingen, scheiterten am Widerstand der DC-Gegner. Am 30. Mai 1934 grĂŒndeten diese die Bekennende Kirche (BK), deren von Karl Barth verfasste Barmer Theologische ErklĂ€rung nur einen Rechtsstaat als dem Evangelium gemĂ€ĂŸ definierte und totalitĂ€re Staatsideologien als HĂ€resie verwarf. Im Oktober schuf ein Teil der BK eigene Verwaltungsstrukturen. Londoner Vertreter der Ökumene drohten mit dem Abbruch der Beziehungen zur DEK. Infolge der starken in- und auslĂ€ndischen Proteste setzte Hitler Pfeffer und JĂ€ger Ende Oktober 1934 ab, sagte die geplante Vereidigung aller evangelischen Bischöfe auf sich ab und erkannte die Bischöfe Hans Meiser, Theophil Wurm und August Marahrens als rechtmĂ€ĂŸige Kirchenvertreter an. So inszenierte er sich als Schlichter des Streits in der DEK.[258]

Parallel dazu stĂ€rkte Hitler 1934 die kirchenfeindlichen KrĂ€fte in der NSDAP: Er ernannte Alfred Rosenberg zum „Weltanschauungsbeauftragten“ (Januar), ließ beim „Röhmputsch“ auch einige engagierte Katholiken ermorden (Juli), den Sicherheitsdienst des ReichsfĂŒhrers SS (SD) einrichten und dessen Hauptamt nach Berlin verlegen (Dezember). Die SD-Zentralabteilung fĂŒr „weltanschauliche Auswertung“ bespitzelte beide Großkirchen und bekĂ€mpfte ihren öffentlichen Einfluss zugunsten neuheidnischer ReligiositĂ€t. Im Anschluss an VorschlĂ€ge von StaatssekretĂ€r Wilhelm Stuckart (Januar 1935) lehnte Hitler den RĂŒckzug des Staates aus kirchlichen Belangen jedoch ab und bevorzugte abwartende NeutralitĂ€t und verschĂ€rfte Aufsicht des Staates ĂŒber die Kirchen. Dazu ernannte er Hanns Kerrl zum „Reichskirchenminister“ (Juli). Dieser erließ ein „Gesetz zur Sicherung der DEK“ (September), das die TĂ€tigkeit der BK mit 17 DurchfĂŒhrungsverordnungen bis 1939 stark begrenzte und den DEK-Teilkirchen unter anderem die VerfĂŒgung ĂŒber ihre Geldmittel und Rechtsverfahren entzog. Mit Vertretern aller Richtungen besetzte staatliche „KirchenausschĂŒsse“ sollten die DEK organisatorisch einen. Kerrl verfehlte dieses Ziel, spaltete aber die BK in BefĂŒrworter und Gegner seiner AusschĂŒsse (Februar 1936).

Infolge wachsender Proteste gegen Kerrl setzte Hitler am 15. Februar 1937 ĂŒberraschend Neuwahlen in der DEK an, angeblich um ihr eine autonome Kirchenverfassung zu gewĂ€hren. Da Teile der DEK mit einem Wahlboykott drohten, wurde der Wahltermin mehrmals verschoben und im November abgesagt. Die Gestapo nahm bis zum Jahresende zahlreiche BK-Vertreter und katholische NS-Gegner fest. Im Dezember ĂŒbertrug Kerrl die DEK-Leitung dem Juristen Friedrich Werner. Dieser schrĂ€nkte kirchliche Publizistik, Ausbildung und Finanzierung fortlaufend weiter ein und entzweite die BK, indem er von allen Pfarrern Preußens einen Treueid auf Hitler verlangte (April 1938). Die meisten BK-Vertreter bejahten den Eid als rechtmĂ€ĂŸige Staatsforderung, aber Hitlers Stellvertreter Martin Bormann schrieb an alle NSDAP-Gauleiter, der Eid sei innerkirchlich und freiwillig (Juli). Indem das NS-Regime dies im September bekannt werden ließ, schwĂ€chte es die AutoritĂ€t der BK-Leitung erheblich. Kerrl versuchte 1939 wiederholt, alle DEK-FĂŒhrer auf eine ErklĂ€rung zur „dem deutschen Volke artgemĂ€ĂŸen nationalsozialistischen Weltanschauung“ und zum „unerbittlichen Kampf gegen den politischen und geistigen Einfluß der jĂŒdischen Rasse“ zu verpflichten. August Marahrens unterschrieb die ErklĂ€rung im Juli eigenmĂ€chtig fĂŒr den Lutherrat, der damit ebenfalls AutoritĂ€t in der BK verlor.[259]

Nach dem Anschluss Österreichs (MĂ€rz 1938) begrenzte Hitler Kerrls Befugnisse auf das „Altreich“; nach Kerrls Tod (Dezember 1941) ließ er dessen Amt unbesetzt. Er ließ die antikirchlichen NSDAP-Vertreter kirchliche AktivitĂ€ten in den neuen Gebieten unterdrĂŒcken; sie beseitigten 1938 in Österreich alle Ordens- und Klosterschulen. Im September 1939 verbot Hitler jedoch alle NSDAP-Maßnahmen gegen die Großkirchen, damit sie seinen Krieg unterstĂŒtzten. Diese riefen die Christen 1939 gemeinsam zum „Gehorsam gegen den FĂŒhrer“, Gebet und Einsatz fĂŒr den deutschen Sieg auf. Gauleiter Arthur Greiser erklĂ€rte die Kirchen im neugebildeten „Reichsgau Wartheland“ 1940 zu Religionsvereinen ohne staatlichen Rechtsschutz und enteignete sie bis auf reine KultrĂ€ume. Zwar protestierten die Großkirchen, dankten Hitler aber Ende Juni 1941 dafĂŒr, dass er die „christlich-abendlĂ€ndische Kultur“ vor dem „Todfeind aller Ordnung“, dem Kommunismus, gerettet habe. Dieser erklĂ€rte nun vor allem aufgrund deutlicher kirchlicher Proteste gegen die Euthanasiemorde vor Vertrauten öfter: Nach dem Krieg werde er das „Kirchenproblem lösen“ und die Großkirchen entmachten; das Christentum mĂŒsse „abfaulen wie ein brandiges Glied“. Daraufhin ĂŒbertrug Bormann allen NSDAP-Gauleitern die Kirchenpolitik in den eroberten Gebieten und befahl ihnen, den Einfluss der Kirchen auf die „VolksfĂŒhrung“ endgĂŒltig zu brechen.[260]

AufrĂŒstungs-, Expansions- und Kriegskurs

Hitler mit Benito Mussolini auf der MĂŒnchner Ludwigstraße (1939)

Wie demokratische Regierungen der Weimarer Republik wollte Hitler außenpolitisch zunĂ€chst die im Versailler Vertrag von 1919 festgelegten deutschen Gebietsverluste und RĂŒstungsbeschrĂ€nkungen revidieren, jedoch nicht bloß mit diplomatischen VorstĂ¶ĂŸen, sondern mit dem Risiko militĂ€rischer Konflikte. Öffentlich betonte er bis 1939 immer wieder seinen Friedenswillen; tatsĂ€chlich bereitete er seit 1933 erst die deutsche AufrĂŒstung und KriegsfĂ€higkeit, spĂ€testens seit 1937 einen Angriffskrieg vor. Laut der Liebmann-Aufzeichnung erlĂ€uterte er der ReichswehrfĂŒhrung am 3. Februar 1933 die angestrebte kriegerische Eroberung von „Lebensraum im Osten“ und nahm Polen schon als „Feindstaat“ ins Visier.

Im Oktober 1933 brach das NS-Regime AbrĂŒstungsverhandlungen mit Großbritannien und Frankreich ab und veranlasste den Austritt des Deutschen Reiches aus dem Völkerbund. Nach Hindenburgs Tod 1934 teilte Hitler der GeneralitĂ€t mit, dass Deutschland in fĂŒnf Jahren kriegsbereit sein solle. Er unterstĂŒtzte einen nationalsozialistischen Putschversuch in Wien, bei dem der österreichische Bundeskanzler Engelbert Dollfuß ermordet wurde. Im MĂ€rz 1934 erhöhte Hitler den deutschen Wehretat ĂŒber die Grenzen des Versailler Vertrags hinaus. Im September 1934 schloss er mit Polen ĂŒberraschend einen zehnjĂ€hrigen Nichtangriffspakt. Am 16. MĂ€rz 1935 fĂŒhrte er die im Versailler Vertrag verbotene allgemeine Wehrpflicht wieder ein. Um Großbritannien in Sicherheit zu wiegen, wiederholte er am 21. Mai 1935 in einer „Friedensrede“ im Reichstag, die deutsche Marine strebe nur 35 Prozent der Tonnage der britischen Flotte an.[261] Am 18. Juni 1935 schloss Großbritannien mit Deutschland ein von Hitler angebotenes Flottenabkommen, um eine andernfalls eventuell noch stĂ€rkere deutsche AufrĂŒstung zu vermeiden.[262]

1936 kĂŒndigte Hitler den Vierjahresplan an. Dieser sollte in vier Jahren die deutsche Armee einsatzfĂ€hig und die deutsche Wirtschaft kriegsfĂ€hig machen.[263] Er wurde mit Mefo-Wechseln finanziert und trug zum deutschen Wirtschaftsaufschwung bei. Im MĂ€rz 1936 folgte die Rheinlandbesetzung. Beide BrĂŒche des Versailler Vertrags nahmen die Alliierten hin. Das NS-Regime verhalf Francisco Franco im Spanischen BĂŒrgerkrieg seit 1936 mit dem Einsatz der deutschen Legion Condor und völkerrechtswidrigen Bombenangriffen auf StĂ€dte wie Gernika zum Sieg.

Am 5. November 1937 erlĂ€uterte Hitler vor dem Außenminister, dem Kriegsminister und den Oberbefehlshabern der drei Wehrmachtteile seine „grundlegenden Gedanken ĂŒber [
] unsere außenpolitische Lage“.[264] 85 Millionen Deutsche hĂ€tten ein „Anrecht auf grĂ¶ĂŸeren Lebensraum“, daher sei die „Lösung der Raumnot“ die zentrale Aufgabe der deutschen Politik. England und Frankreich seien dabei die beiden Hauptgegner. Am Schluss des mehr als zweistĂŒndigen Monologs nannte er als erstes Ziel die Niederwerfung der „Tschechei und gleichzeitig Österreich[s], um die Flankenbedrohung [
] auszuschalten“. Damit hatte der Diktator seine Karten aufgedeckt und die beiden Nahziele deutscher Expansion genannt.[265] In der folgenden zweistĂŒndigen Diskussion erhoben die GenerĂ€le Bedenken nicht wegen eines Anschlusses Österreichs und einer Annexion der Tschechoslowakei, waren aber beunruhigt wegen Hitlers Ungeduld und befĂŒrchteten einen vorzeitigen europĂ€ischen Konflikt. Außenminister Neurath will Hitler im Januar 1938 davor gewarnt haben, „dass seine Politik zum Weltkrieg fĂŒhren“ mĂŒsse. Hitler soll nur erwidert haben, „er habe keine Zeit mehr“.[266]

In der Blomberg-Fritsch-Krise (Januar/Februar 1938) trat Blomberg vom Amt als Reichskriegsminister zurĂŒck; Hitler entband Werner von Fritsch vom Oberkommando des Heeres (OKH) und ĂŒbernahm das neugeschaffene Oberkommando der Wehrmacht (OKW) per FĂŒhrererlass vom 4. Februar 1938.[267] Er sah sich dabei als idealen „Feldherrn“, der „mit Kopf, Willen und Herzen den totalen Krieg fĂŒr die Lebenserhaltung des Volkes“ (Ludendorff 1935) zu fĂŒhren habe und dies wie sein Idol Friedrich „der Große“, aber anders als Wilhelm II. nicht den MilitĂ€rs ĂŒberlassen dĂŒrfe. Vielmehr verlange der im „Kampf ums Dasein“ notwendige, kommende Vernichtungskrieg vom „‚FĂŒhrer‘ des deutschen Volkes“ die BĂŒndelung aller gesellschaftlichen KrĂ€fte. Er mĂŒsse nicht nur allgemeine „weltanschauliche“ und politische Ziele, sondern auch die Strategien der einzelnen FeldzĂŒge vorgeben.[268]

1938: Wagenkolonne Hitlers in Wien, vom Praterstern in die Praterstraße einfahrend Mit militĂ€rischen Drohungen („Unternehmen Otto“) erreichte Hitler im MĂ€rz 1938 den „Anschluss“ Österreichs an das fortan „Großdeutsche Reich“. In Wien verkĂŒndete er am 15. MĂ€rz einer begeisterten Menge die „Vollzugsmeldung meines Lebens“: den „Eintritt meiner Heimat in das Deutsche Reich“.[269] Im September 1938 verlangte er von der Tschechoslowakei, das Sudetenland an Deutschland abzutreten, und drohte andernfalls mit dem Einmarsch deutscher Truppen (Sudetenkrise). Auf der MĂŒnchener Konferenz am 29. September 1938 sicherte Hitler deren VerbĂŒndeten Frankreich und Großbritannien den Bestand der ĂŒbrigen Tschechoslowakei zu. DafĂŒr gestanden ihm der britische Premier Neville Chamberlain und der französische MinisterprĂ€sident Édouard Daladier die Eingliederung der sudetendeutschen Gebiete zu, um den angedrohten Krieg zu verhindern. Hitler, der Krieg und Expansion fĂŒr unaufgebbare Überlebensbedingungen seines Regimes hielt, fĂŒhlte sich mit dem Abkommen um die angestrebte Eroberung der ganzen Tschechoslowakei betrogen.[270]

Auf Hitlers Druck hin rief Jozef Tiso im MĂ€rz 1939 die Erste Slowakische Republik aus. Hitler ließ am 15. MĂ€rz das verbliebene tschechische Staatsgebiet von der Wehrmacht besetzen und am folgenden Tag als „Protektorat Böhmen und MĂ€hren“ des Großdeutschen Reiches annektieren. Dieser Bruch des MĂŒnchner Abkommens sollte die „Germanisierung“ dieser Gebiete erleichtern: Ein Teil der Tschechen sollte assimiliert, der Rest als „rassisch unbrauchbar“ und „reichsfeindlich“ ermordet oder vertrieben werden.[271] Die Slowakei wurde zu einem Satellitenstaat Deutschlands. Am 23. MĂ€rz 1939 trat Litauen, das Hitler zuvor ebenfalls massiv unter Druck gesetzt hatte, das Memelland an Deutschland ab.[272]

Wegen Hitlers Vertragsbruch beendeten Frankreich und Großbritannien ihre bisherige Appeasement-Politik und schlossen mit Polen bis zum 13. April 1939 militĂ€rische BeistandsvertrĂ€ge. Schon am 11. April befahl Hitler dem WehrmachtfĂŒhrungsstab, den Überfall auf Polen bis zum Herbst militĂ€risch vorzubereiten.[273] Am 28. April kĂŒndigte er den deutsch-polnischen Nichtangriffspakt sowie das deutsch-britische Flottenabkommen und verlangte den Anschluss der Freistadt Danzig an das Deutsche Reich. Am 23. Mai erklĂ€rte er den WehrmachtsgenerĂ€len, diese Forderung sei nur ein Vorwand zur Eroberung von „Lebensraum“ fĂŒr eine autarke ErnĂ€hrung der Deutschen (siehe Schmundt-Protokoll).

Als Bedingung fĂŒr einen Nichtangriffsvertrag mit den WestmĂ€chten, der diesen Polens Verteidigung erleichtern sollte, verlangte der sowjetische Diktator Josef Stalin von Polen eine Durchzugsgarantie fĂŒr die Rote Armee, die dessen Regierung erwartungsgemĂ€ĂŸ ablehnte. Dann vereinbarte Stalin mit Hitler bis zum 24. August den deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakt. Damit wollte er Zeit zur Reorganisation der Roten Armee zu gewinnen, deren Offiziere er im Großen Terror (1937-39) massenhaft hatte ermorden lassen. Im geheimen Zusatzprotokoll des Paktes vereinbarten beide Seiten die Aufteilung Polens und des Baltikums. In der Ansprache Hitlers vor den Oberbefehlshabern am 22. August 1939 gab er die „Vernichtung Polens = Beseitigung seiner lebendigen Kraft“ als sein Kriegsziel bekannt[274] und erklĂ€rte: „Wir werden den Westen halten, bis wir Polen erobert haben.“[275]

Das Time Magazine wĂ€hlte Hitler 1939 zur „Person des Jahres“ 1938, weil er zur grĂ¶ĂŸten Bedrohung der demokratischen, freiheitsliebenden Welt geworden sei.[276]

Herrschaft im Zweiten Weltkrieg (1939–1945)

Polenfeldzug

→ Hauptartikel: Polenfeldzug

Kurz nach Abschluss des Pakts mit Stalin forderte Hitler von Polen, den Polnischen Korridor und die polnischen Rechte in der Freien Stadt Danzig an das Deutsche Reich abzutreten. Die NS-Propaganda behauptete verstĂ€rkt angebliche GrĂ€ueltaten und Massaker von Polen an sogenannten Volksdeutschen und forderte ein Einschreiten dagegen. Seit dem 28. August stand fĂŒr die deutsche Wehrmacht als Angriffstermin der 1. September fest. Am 31. August um 12:40 Uhr erteilte Hitler seine „Weisung Nr. 1 fĂŒr die KriegfĂŒhrung“. In der Nacht vom 31. August auf den 1. September 1939 inszenierten in polnische Uniformen gekleidete SS-MĂ€nner einen Überfall auf den Sender Gleiwitz in Schlesien. Ab 4:45 Uhr beschoss das deutsche Linienschiff Schleswig-Holstein die polnischen Stellungen auf der Danziger Westerplatte. Mit diesem Angriff begann der deutsche Überfall auf Polen, durch den Hitler den Zweiten Weltkrieg entfesselte.

Am 1. September behauptete Hitler wahrheitswidrig im Radio und vor dem Reichstag, Polen habe Deutschland angegriffen und seit 5:45 Uhr werde „zurĂŒckgeschossen“. Frankreich und Großbritannien erklĂ€rten Deutschland gemĂ€ĂŸ ihren BĂŒndnisvertrĂ€gen mit Polen den Krieg, jedoch ohne eigene Kampfhandlungen gegen Deutschland zu eröffnen. Am 18. September wurde die Masse der polnischen Truppen eingeschlossen, nachdem tags zuvor die Rote Armee mit ihrem Einmarsch in Ostpolen begonnen hatte. Warschau kapitulierte am 27. September. Hitler nahm hier am 5. Oktober eine Parade der 8. Armee ab. Einen Tag spĂ€ter kapitulierten die letzten polnischen Truppen. Parade am 5. Oktober 1939 in Warschau

Im Verlauf des deutschen Polenkriegs fielen etwa 66.000 polnische und 17.000 deutsche Soldaten.[277] Speziell aufgestellte Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD, Wehrmachtssoldaten und Einheiten von Volksdeutschen ermordeten im Polenfeldzug rund 16.400, bis zum Jahresende rund 60.000 Polen, darunter etwa 7.000 Juden. Damit wollten sie möglichst viele der zwei Millionen polnischen Juden in das sowjetisch besetzte Ostpolen vertreiben. Ab Oktober 1939 folgten Deportationen von Juden in abgelegene polnische Gebiete. Sie wurden zwar im MĂ€rz 1940 nach örtlichen Protesten eingestellt, dienten aber als erprobtes Muster fĂŒr umfassende AbschiebeplĂ€ne der Folgejahre wie den (nach dem Westfeldzug undurchfĂŒhrbaren) Madagaskarplan, deren erwĂŒnschte Folge die Vernichtung der europĂ€ischen Juden sein sollte.[278] Erschießungen von polnischen Zivilisten durch ein deutsches Einsatzkommando im Oktober 1939

Am 17. September 1939 marschierte die Rote Armee gemĂ€ĂŸ dem geheimen Zusatzprotokoll zum Hitler-Stalin-Pakt in Ostpolen ein. Nach dem Zusammentreffen von deutschen und sowjetischen Truppen in Brest-Litowsk am 22. September 1939 erfuhr Hitler, wie schlecht die sowjetischen Panzer seien. Die Niederlagen der Roten Armee im Winterkrieg gegen Finnland 1939/40 bestĂ€rkten Hitler in seiner Annahme, die Rote Armee sei ein leicht zu besiegender Gegner.

„Euthanasie“

FĂŒhrererlass zur Ermordung behinderter Menschen, umschrieben mit „unheilbar Kranken“

Aller Wahrscheinlichkeit nach Ă€ußerte sich Hitler um das Jahr 1935 grundsĂ€tzlich positiv zur „Euthanasie“, ohne dass konkrete PlĂ€ne geschmiedet worden wĂ€ren.[279] Der Fall eines behinderten Kindes in Sachsen fĂŒhrte 1938 oder 1939 dazu, dass sich Hitler selbst bzw. die Kanzlei des FĂŒhrers nĂ€her mit der Krankentötung beschĂ€ftigte. ZunĂ€chst wurde die Kinder-„Euthanasie“ vorbereitet.[280] Im Juli 1939 erteilte Hitler dem ReichsĂ€rztefĂŒhrer Leonardo Conti dann den Auftrag, auch die „Erwachseneneuthanasie“ zu organisieren. WĂ€hrend aber Conti eine Reglementierung befĂŒrwortete, entschied sich Hitler, einem Vorschlag Philipp Bouhlers folgend, dazu, die Mordaktion ohne Rechtsgrundlage durch die Kanzlei des FĂŒhrers organisieren zu lassen.

Im Oktober 1939 erging zu diesem Zweck ein informelles Schreiben Hitlers, das auf den 1. September, mithin auf den Kriegsbeginn, zurĂŒckdatiert war und Bouhler und Karl Brandt ermĂ€chtigte, die sprachlich als „Gnadentod“ verschleierte Ermordung von Psychiatriepatienten und behinderten Menschen zu organisieren.[281] Diese schriftliche Vollmacht legitimierte auf DrĂ€ngen der Organisatoren Hitlers vorherigen mĂŒndlichen Auftrag fĂŒr diesen Massenmord ohne ausdrĂŒckliches Gesetz, das er aus GeheimhaltungsgrĂŒnden auch weiterhin verweigerte. Der staatliche Krankenmord wurde als „Euthanasie“ beschönigt und als „Vernichtung lebensunwerten Lebens“ ideologisch gerechtfertigt.[282]

Über die halbstaatliche Sonderverwaltung Zentraldienststelle-T4 wurden Zwischenanstalten eingerichtet, in denen die Opfer aus dem ganzen Reich zunĂ€chst gesammelt wurden, bevor man sie zur Vergasung in eigene Tötungsanstalten transportierte. Wegen verschiedener DurchfĂŒhrungspannen erfuhren Vertreter der Großkirchen in Deutschland, darunter Bischof Clemens August Graf von Galen, von dieser „Geheimen Reichssache“ und wandten sich nach einiger Bedenkzeit vereinzelt öffentlich dagegen. Daraufhin befahl Hitler im August 1941 offiziell die Einstellung der „Aktion T4“. Die Morde wurden dezentral als „wilde Euthanasie“ (auch als „Aktion Brandt“ bezeichnet) nun vor allem mit Medikamenten und Nahrungsentzug fortgesetzt. In der „Aktion 14f13“ wurden außerdem kranke, alte oder „nicht mehr arbeitsfĂ€hige“ KZ-Insassen ermordet. Bei Kriegsende war ungefĂ€hr die HĂ€lfte aller Anstaltsinsassen getötet worden. Die Ermordung der Behinderten diente den SS-Einsatzkommandos als Experimentierfeld fĂŒr die spĂ€teren Massenmorde an Juden.[282] Allein im damaligen Reichsgebiet wurden fast 190.000 geistig und körperlich behinderte Menschen vergast, vergiftet, erschossen oder dem Hungertod ĂŒberlassen; viele weitere Opfer gab es in den besetzten Gebieten. GesamtschĂ€tzungen belaufen sich auf bis zu 260.000 Opfer.

Westfeldzug

→ Hauptartikel: Westfeldzug

Himmler, Hitler, Göring, Raeder, von Ribbentrop und Heß vor dem Wagen von CompiĂšgne, 22. Juni 1940

In seiner Ansprache vor den Oberbefehlshabern am 23. November 1939 kĂŒndigte Hitler an, „zum gĂŒnstigsten und schnellsten Zeitpunkt“ Westeuropa anzugreifen.[283] Im „Unternehmen WeserĂŒbung“ besetzte die Wehrmacht vom 9. April bis 10. Juni 1940 zunĂ€chst das neutrale DĂ€nemark und eroberte Norwegen. Vom 10. Mai bis 25. Juni okkupierte sie im Westfeldzug Luxemburg, Belgien, die Niederlande und zwang das mit Großbritannien verbĂŒndete Frankreich nach wenigen Wochen zur Kapitulation, nachdem sie in den Ardennen (Belgien, Nordfrankreich) die Maginot-Linie im sogenannten Sichelschnitt durchbrochen hatte.

Am 17. und 24. Mai 1940 griff Hitler mit einem Haltebefehl an die deutschen Panzerdivisionen in die operative KriegfĂŒhrung ein. Deswegen konnten bei der „Operation Dynamo“ ĂŒber 250.000 britische und 120.000 französische Soldaten aus dem eingeschlossenen DĂŒnkirchen auf die britische Insel evakuiert werden. Historiker fĂŒhren Hitlers Zögern eher auf seinen Anspruch, die FĂŒhrung ĂŒber die GenerĂ€le zu bewahren, als auf militĂ€rische Kenntnisse zurĂŒck.[284]

Am 22. Juni 1940 wurde im symboltrĂ€chtigen Wagen von CompiĂšgne der Waffenstillstand mit dem besiegten Frankreich geschlossen. Damit erreichte Hitler den Gipfel seines Ruhmes bei den Deutschen. Generaloberst Wilhelm Keitel folgend, stilisierte die NS-Propaganda Hitler fortan zum „grĂ¶ĂŸten Feldherrn aller Zeiten“[285], dessen Genie die nun so genannte „Blitzkriegstrategie“ erfunden und die raschen Siege bewirkt habe. Das entmachtete die GeneralstĂ€be weiter, besonders das Oberkommando des Heeres,[286] und bestĂ€rkte Hitler darin, sein eigentliches Kriegsziel, die Vernichtung der Sowjetunion, in Angriff zu nehmen. Ein Feldzug gegen Russland sei, verglichen mit dem Feldzug im Westen, ein „Sandkastenspiel“, hatte er laut Speer am 21. Juni 1940 gegenĂŒber Keitel und Jodl bemerkt.[287]

Sein Ziel, Großbritannien zur Anerkennung seiner Alleinherrschaft auf dem europĂ€ischen Festland und Duldung weiterer Eroberungen im Osten zu zwingen, verfehlte Hitler jedoch. Am 10. Mai 1940 war Winston Churchill, seit 1933 ein strikter Gegner der Appeasementpolitik, neuer britischer Premierminister geworden. Am 19. Juli 1940 lehnte er Hitlers öffentliches Waffenstillstandsangebot ĂŒber die BBC umgehend und endgĂŒltig ab.[288] Die Luftschlacht um England (10. Juli bis 31. Oktober 1940) endete als militĂ€risches Patt, war aber eine politische und strategische Niederlage fĂŒr Hitler, dem es zum ersten Mal misslang, einem Land seinen Willen aufzuzwingen.[289] Daraufhin ließ Hitler bis zum FrĂŒhjahr 1941 die Planungen fĂŒr das „Unternehmen Seelöwe“, die Invasion Englands, einstellen.

Am 31. Juli 1940 teilte Hitler dem OKW seinen Beschluss mit, die Sowjetunion bis zum Ural zu erobern, um danach Großbritannien zu schlagen und dessen BĂŒndnis mit den Vereinigten Staaten von Amerika zuvorzukommen. Damit begrĂŒndete er den Zweifrontenkrieg, den er 1924 strikt abgelehnt hatte. Er befahl, diesen weiteren Angriffskrieg bis zum FrĂŒhjahr 1941 vorzubereiten.[290]

Italien war kurz vor der französischen Kapitulation im Juni 1940 Deutschlands KriegsverbĂŒndeter geworden. Zusammen mit dem japanischen Botschafter Kurusu Saburƍ unterzeichneten Mussolini und Hitler am 27. September 1940 in Berlin den DreimĂ€chtepakt zwischen Japan, Italien und Deutschland, der gegenseitigen Beistand bei der „Schaffung einer neuen Ordnung in Europa“ und „im großasiatischen Raum“ zusicherte. Dem DreimĂ€chtepakt traten zwischen November 1940 und Juni 1941 Ungarn, RumĂ€nien, die Slowakei, Bulgarien und Kroatien bei. Die Vertragsbestimmungen sollten vor allem die USA von einem Kriegseintritt abhalten und eine starke Front gegen Großbritannien bilden, verfehlten aber diesen Zweck.[291]

Hitlers Versuche, den Caudillo Franco und Marschall PĂ©tain in die KriegfĂŒhrung gegen Großbritannien einzubeziehen, misslangen im Oktober 1940. Beim Treffen in Hendaye am 23. Oktober 1940 hoffte Hitler auf Francos Anerkennung fĂŒr die deutsche Hilfe im Spanischen BĂŒrgerkrieg und schlug den sofortigen Abschluss eines BĂŒndnisses und den spanischen Kriegseintritt fĂŒr den Januar 1941 vor. Den spanischen TerritorialwĂŒnschen in Nordafrika (Französisch-Marokko, Provinz Oran) wollte er mit RĂŒcksicht auf Vichy-Frankreich nicht nachgeben. Der vorsichtige Franco ließ sich nicht zu unbedachten Schritten bewegen und war nur zu einem Protokoll bereit, dass der spĂ€tere Kriegseintritt erst noch gemeinsam festgelegt werden mĂŒsse. Damit war die Abmachung fĂŒr Hitler praktisch wertlos.[292] Im internen Kreis „wĂŒtete“ Hitler spĂ€ter ĂŒber das „Jesuitenschwein“ [Franco].[293]

Philippe PĂ©tain und Adolf Hitler am 24. Oktober 1940 in Montoire-sur-le-LoirFoto: Heinrich Hoffmann

Am nĂ€chsten Tag traf sich Hitler mit PĂ©tain in Montoire-sur-le-Loir. Hier verfolgte er die Absicht, wenn schon nicht eine KriegserklĂ€rung Frankreichs an Großbritannien, so wenigstens die Verteidigung der französischen Kolonien in Nordafrika und Nahost gegen Angriffe Charles de Gaulles und der Briten zu erreichen. Frankreich könne bei einer Neuverteilung afrikanischer Kolonien aus englischem Besitz voll entschĂ€digt werden.[294] PĂ©tain verkĂŒndete in einer weithin beachteten Botschaft vom 30. Oktober 1940, er werde den „Weg der Kollaboration“ betreten. Er leitete damit den Wechsel von einer attentistischen Kooperation zu einer aktiven Zusammenarbeit mit der Besatzungsmacht ein und prĂ€gte zugleich einen neuen politischen Begriff.[295]

Hitler gab den Plan auf, Großbritannien aus dem Mittelmeerraum (Gibraltar, Malta, Ägypten) zu verdrĂ€ngen, und wandte sich dem kĂŒnftigen Ostfeldzug zu. Seiner Ansicht nach waren die gravierenden InteressengegensĂ€tze zwischen Spanien, Frankreich und Italien im Mittelmeerraum nicht zu ĂŒberwinden, sodass eine darauf ausgerichtete Strategie gegen Großbritannien nicht von großem Nutzen sein wĂŒrde, diesen Gegner zu besiegen und derart auch die USA von einem möglichen Kriegseintritt im Jahr 1941 abzuhalten.[296] Nach Molotows Besuch in Berlin am 12. und 13. November 1940 und dem Unbehagen, das dieser Besuch bei ihm ausgelöst hatte,[297] war Hitler mehr denn je davon ĂŒberzeugt, dass die „Vernichtung“ der Sowjetunion in einem Blitzfeldzug der einzige Weg wĂ€re, um den Krieg zu gewinnen.[298] Er wies daher und aufgrund der Unmöglichkeit, eine gemeinsame Mittelmeerstrategie mit Frankreich, Spanien und Italien zu initiieren, Brauchitsch und Franz Halder am 5. Dezember 1940 an, das Heer fĂŒr einen Angriff auf die Sowjetunion Ende Mai nĂ€chsten Jahres vorzubereiten. Ein Sieg ĂŒber die Sowjetunion, den Hitler aus weltanschaulichen und rassischen GrĂŒnden sowieso wollte, schien ihm der sicherste Weg fĂŒr das Deutsche Reich zu sein, gegenĂŒber den USA und Großbritannien unangreifbar zu werden. Hitler und das Regime „hatten 1940 nur eine Wahl: weiterzuspielen und wie stets den kĂŒhnen Schritt nach vorn zu wagen“.[299]

Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion

Hitler war 1940 vom Wirtschaftsministerium informiert worden, dass die im Hitler-Stalin-Pakt vereinbarten sowjetischen Rohstofflieferungen, die Deutschland bereits kaum begleichen konnte,[300] nicht ausreichen wĂŒrden, um einen langen Krieg gegen Großbritannien und möglicherweise die USA zu fĂŒhren. Seine Absicht, demnĂ€chst die Sowjetunion anzugreifen, um Deutschland durch die Aneignung sowjetischer Getreide-, Erz- und Ölvorkommen von Importen unabhĂ€ngig zu machen, wurde in fĂŒhrenden Kreisen von Wehrmacht, Großwirtschaft und MinisterialbĂŒrokratie von vielen geteilt.[301] Hitlers Ziel war „ein blockadefestes Großimperium“ bis zum Ural und ĂŒber den Kaukasus hinaus.[302]

Am 18. Dezember 1940 befahl er dem WehrmachtfĂŒhrungsstab, den Angriff auf die Sowjetunion („Fall Barbarossa“) bis Mai 1941 streng geheim vorzubereiten. Sein eigener Beitrag dazu war, dass er die Sowjetunion in keiner öffentlichen Rede bis zum 22. Juni 1941 erwĂ€hnte.[303] In den Folgemonaten erließ er den Kommissarbefehl und weitere Befehle, die sowjetischen FĂŒhrungseliten im Gefolge der Front zu ermorden und Partisanenaktionen durch Vergeltungsakte an Zivilisten zu bekĂ€mpfen. Vor ĂŒber 200 höheren Offizieren der Wehrmacht erklĂ€rte er am 30. MĂ€rz 1941 in der Reichskanzlei, der bevorstehende Krieg sei ein rassenideologischer Vernichtungskrieg und ohne RĂŒcksicht auf kriegsvölkerrechtliche Normen zu fĂŒhren. Die Befehlshaber mĂŒssten jegliche persönlichen Skrupel ĂŒberwinden. Keiner der Anwesenden nahm den Anlass wahr, Hitlers Forderungen nachher noch einmal zur Erörterung zu stellen.[304] Das OKW und das OKH gaben daraufhin entsprechende operative Befehle aus. Zudem sah die Blitzkriegsplanung vor, große Teile der sowjetischen Bevölkerung verhungern zu lassen. Überleben sollte nur, wer in den besetzten Gebieten fĂŒr die Bereitstellung von Rohstoffen und Nahrungsmitteln benötigt wurde. Die ĂŒbrigen galten als unnĂŒtze Esser, die die deutsche ErnĂ€hrungsbilanz belasteten (→ Hungerplan).

Die Wehrmacht ĂŒberfiel die Sowjetunion mit einmonatiger Verzögerung infolge des Balkanfeldzuges am 22. Juni 1941 auf Hitlers Befehl ohne offizielle KriegserklĂ€rung. Das stattdessen in Moskau von Schulenburg ĂŒbergebene „Memorandum“ behauptete ebenso wie die folgende NS-Propaganda eine akute Angriffsabsicht der Roten Armee, die Hitler rechtzeitig vorhergesehen habe und der er nun vorbeuge.[305] Letztere gab Hitler als Retter des Abendlandes vor „asiatischer Barbarei“ und kulturzerstörendem „(jĂŒdischem) Bolschewismus“ aus. An dieser PrĂ€ventivkriegsthese hielten viele WehrmachtsgenerĂ€le weit ĂŒber 1945 hinaus fest. Dagegen betonen Historiker Hitlers 1927 im zweiten Band von „Mein Kampf“ dargelegte und seit 1933 wiederholt bekrĂ€ftigte Absicht, die Sowjetunion und das fiktive, dort angeblich herrschende Weltjudentum vollstĂ€ndig zu vernichten und ihr Gebiet zur „Erweiterung des Lebensraumes bzw. der Rohstoff- und ErnĂ€hrungsbasis“ der Deutschen zu erobern,[306] die Bevölkerung der eroberten Gebiete entweder als Sklavenarbeiter auszubeuten oder ebenfalls zu vernichten. In Leningrad, das von September 1941 bis Januar 1944 von deutschen und finnischen Truppen belagert wurde, tötete die deutsche „rassistisch motivierte Hungerpolitik“ etwa 1,1 Millionen Menschen.[307]

Trotz siegreicher Kesselschlachten war der Plan Barbarossa bereits im August 1941 gescheitert, weil aus den Kesselschlachten große Teile des Gegners entkamen und sich neu formierten, der Überraschungseffekt abflaute, die deutschen Verluste zunahmen und Hitlers „Zickzack der Anordnungen“ zur Schwerpunktbildung bei der Heeresgruppe Mitte oder der Heeresgruppe SĂŒd sich hĂ€uften.[308] Der deutsche Vormarsch geriet ab Oktober 1941 ins Stocken. Die Sowjetunion konnte einen Großteil ihrer RĂŒstungsproduktion östlich des Urals fortsetzen und neue Divisionen an ihre Westfront fĂŒhren. Bei einer Konferenz in Berlin am 29. November 1941 berichtete Walter Rohland Hitler und dem OKW von der Überlegenheit der sowjetischen Panzerproduktion. Nach seinen Angaben sagte RĂŒstungsminister Fritz Todt dabei im kleinen Kreis: „Dieser Krieg ist militĂ€risch nicht mehr zu gewinnen!“ Hitler habe gefragt, wie er ihn beenden solle, und eine politische Lösung als kaum möglich ausgeschlossen.[309]

Lagebesprechung im Hauptquartier der Heeresgruppe SĂŒd in Poltawa, 1. Juni 1942

Der Angriff auf Moskau (Beginn 2. Oktober) war ein letzter improvisierter Versuch Hitlers, die Niederlage der Sowjetunion vor dem Winter zu erzwingen. Aber ab Mitte Oktober ließen heftige RegenfĂ€lle und spĂ€ter strenger Frost (−22 Â°C) alle Operationen zum Stillstand kommen. Die AusrĂŒstung der deutschen Armee fĂŒr den Winterkrieg und der Nachschub fĂŒr die Heeresgruppe Mitte waren völlig unzureichend.[310] Trotzdem beharrte Hitler auf der Meinung, die Rote Armee befinde sich kurz vor dem Zusammenbruch, und wollte Moskau belagern und aushungern lassen. Am 5. Dezember musste der Vormarsch wegen arktischer Temperaturen von minus 40 bis 50 Grad Celsius und des mangelnden Nachschubs an Waffen, Verpflegung und WinterausrĂŒstung 20 bzw. 30 km vor Moskau eingestellt werden. Am Tag darauf begann der sowjetische Gegenangriff mit 100 Divisionen, unter ihnen frische, fĂŒr den Winterkrieg ausgerĂŒstete Einheiten aus Fernost, der die Heeresgruppe Mitte zum RĂŒckzug zwang.[311] Der RĂŒckzug drohte in eine heillose Flucht umzuschlagen. In dieser gefĂ€hrlichen Situation verbot Hitler am 15. und am 19. Dezember 1941 jeden weiteren RĂŒckzug und erlaubte „nur dort eine Ausweichbewegung [
], wo weiter rĂŒckwĂ€rts eine Stellung vorbereitet ist“.[312] Dieser Befehl trug „möglicherweise und vorĂŒbergehend zur Vermeidung einer Katastrophe von napoleonischen Ausmaßen bei“.[313] Hitler ĂŒbernahm selbst den Oberbefehl ĂŒber das Heer von Walther von Brauchitsch und war ĂŒberzeugt: „Das bißchen OperationsfĂŒhrung kann jeder machen.“[314] Aber wĂ€re Hitler flexibler gewesen, dann wĂ€re die Ostfront bis Ende Januar 1942 wahrscheinlich mit weniger Verlusten an Menschenleben konsolidiert worden.[315] Die deutschen Verluste in der Schlacht um Moskau, 581.000 Soldaten, waren grĂ¶ĂŸer als die in Stalingrad und bei Kursk im folgenden Jahr. Die Sowjetunion verlor 1,8 Millionen Soldaten.

Vor Moskau wandte das Ostheer erstmals das Prinzip der „verbrannten Erde“ zur Deckung des RĂŒckzugs an, das sowjetische Zivilisten und Kriegsgefangene im RĂŒckzugsgebiet massenhaft dem Hunger- oder KĂ€ltetod preisgab. Nicht alle Befehle dazu stammten von Hitler oder Keitel, sollten aber „dem FĂŒhrer entgegenarbeiten“.[316]

Die Niederlage vor Moskau gilt als eigentliche ZĂ€sur des Weltkriegs, weil sie die Serie der deutschen Blitzkriege beendete.[317] Hitler erkannte dies laut Jodl sofort.[318]

Der Deutsch-Sowjetische Krieg „war genau der Krieg, den Hitler seit den zwanziger Jahren gewollt hatte“.[319] Als bisher verlustreichster Krieg der Menschheitsgeschichte kostete er etwa 28 Millionen SowjetbĂŒrgern das Leben, darunter 15,2 Millionen Zivilisten.[320] Mindestens 4,2 Millionen Menschen starben hungers, unter ihnen auch 2,5 Millionen[321] der 3,3 Millionen sowjetischen Kriegsgefangenen, die im deutschen Gewahrsam an UnterernĂ€hrung, Krankheiten oder Misshandlungen starben oder erschossen wurden.[322]

Holocaust

→ Hauptartikel: Holocaust und Holocaustforschung

Hitler-PortrĂ€t im KZ Mauthausen Der Vernichtungskrieg gegen die Sowjetunion und die Eskalation zum Holocaust gingen Hand in Hand. Die vier Einsatzgruppen der SS sollten nach Heydrichs Instruktion vom 2. Juli 1941 kommunistische FunktionĂ€re, „radikale Elemente“ (Partisanen) sowie „alle Juden in Partei- und Staatsstellungen“ erschießen. Bald wurden unterschiedslos alle auffindbaren Juden als angebliche Partisanen ermordet – zunĂ€chst ĂŒberwiegend MĂ€nner, dann auch jĂŒdische Frauen und Kinder.[323]

Am 16. Juli 1941 begrĂŒĂŸte Hitler gegenĂŒber hohen NS-Vertretern den sowjetischen Partisanenkrieg: „
 er gibt uns die Möglichkeit, auszurotten, was sich gegen uns stellt.“[324] Er ĂŒbertrug Himmler fĂŒr diese Mordaufgabe die FĂŒhrung ĂŒber SS, Polizei und SD auch im Osten.[325] Himmler verstĂ€rkte die Einsatzgruppen sofort von 3.000 auf 33.000 Mann. Hitler ließ sich ab 1. August laufend ĂŒber ihre Ergebnisse berichten. In den ersten fĂŒnf Monaten des Ostfeldzugs ermordeten sie ungefĂ€hr 500.000 Juden.[326]

Am 19. August folgte Hitler dem Vorschlag von Goebbels, nach den polnischen auch die deutschen Juden zum Tragen des Judensterns zu zwingen. Etwa am 17. September 1941 erlaubte er auf DrĂ€ngen vieler Gauleiter, die Deportation der deutschen Juden nach Osten einzuleiten, die er bislang erst nach dem Sieg ĂŒber die Sowjetunion beginnen lassen wollte. Damit reagierte er auf Alfred Rosenbergs Vorschlag, sich so an Stalins Deportation der Wolgadeutschen zu rĂ€chen.[327] Am 25. Oktober kam Hitler vor Vertrauten auf seine AnkĂŒndigung vom 30. Januar 1939 zurĂŒck, die Juden im Fall eines neuen Weltkriegs als Vergeltung fĂŒr die deutschen Kriegsopfer zu vernichten: „Diese Verbrecherrasse hat die zwei Millionen Toten des Weltkrieges auf dem Gewissen, jetzt wieder Hunderttausende. Sage mir keiner: Wir können sie doch nicht in den Morast schicken! [
] Es ist gut, wenn uns der Schrecken vorangeht, daß wir das Judentum ausrotten.“[328]

Am 12. Dezember, dem Tag nach seiner KriegserklĂ€rung an die USA, sagte Hitler nach Goebbels’ Notizen zu den in die Reichskanzlei geladenen Gau- und Reichsleitern: „Der Weltkrieg ist da, die Vernichtung des Judentums muss die notwendige Folge sein.“ Die Juden mĂŒssten die Opfer unter deutschen Soldaten im „Ostfeldzug“ mit ihrem Leben bezahlen.[329] Die Anwesenden, darunter Hans Frank, verstanden Hitlers Aussage als Aufforderung, die europĂ€ischen Juden nicht mehr abzuschieben, sondern im besetzten Polen zu ermorden und nach geeigneten Methoden dafĂŒr zu suchen.[330] Am 18. Dezember 1941 notierte Himmler in seinen Dienstkalender, Hitler habe auf sein Nachfragen das bisherige Vorgehen der Einsatzgruppen bestĂ€tigt und befohlen: „Judenfrage / als Partisanen auszurotten“.[331]

Hitler hatte Görings Auftrag an Reinhard Heydrich vom 31. Juli 1941 zur „Gesamtlösung der Judenfrage“ autorisiert und ordnete auch die Wannseekonferenz vom 20. Januar 1942 an, auf der Heydrich seinen Auftrag erlĂ€uterte: 11 Millionen europĂ€ische Juden sollten nach Osten deportiert werden, angestrebt sei ihre „natĂŒrliche Verminderung“ durch Sklavenarbeit sowie „entsprechende Behandlung“ der Überlebenden. Damit umschrieb er die Ausrottungsabsicht in der Tarnsprache des NS-Regimes.[332] FĂŒr die „RĂ€umung“ von bereits ĂŒberfĂŒllten Judenghettos fĂŒr nachfolgende Deportierte wurden ab MĂ€rz 1942 im besetzten Polen drei Vernichtungslager in Betrieb genommen. Damit begann auch die Ermordung der Deportierten sofort bei ihrer Ankunft und durch Gaskammern. Davon waren Juden und Roma betroffen.[333]

Ankunft von Juden aus Ungarn im KZ Auschwitz, Mai 1944 Ein schriftlicher Holocaustbefehl Hitlers wurde nicht gefunden und gilt als unwahrscheinlich.[334] Seine Aussage vom 12. Dezember 1941 deuten manche Historiker als Entscheidung, die Judenmorde auf ganz Europa auszuweiten; mindestens als wichtigen Eskalationsschritt des Holocaust. Diesen habe Hitler jedoch nicht allein eingeleitet und nicht an einem einzigen Datum befohlen.[335] Aussagen von Zeitzeugen belegen mĂŒndliche Befehle Hitlers zur DurchfĂŒhrung von Judenmorden. So berief sich StaatssekretĂ€r Wilhelm Stuckart Ende Dezember 1941, als er wegen Anordnungen zu Judenmorden entlassen werden sollte, erfolgreich auf einen FĂŒhrerbefehl. Gerade Zeitzeugen aus Hitlers nĂ€chster Umgebung (Misch, Junge, Linge) berichten ĂŒbereinstimmend die AuffĂ€lligkeit, dass Hitler mit Himmler grundsĂ€tzlich immer nur unter vier Augen sprach (ohne GesprĂ€chsnotiz). Heinrich Himmler sprach in Briefen und Reden an Untergebene, etwa in den Posener Reden 1943, öfter von Hitlers ihm auferlegten Befehl zur „Endlösung“ und hielt besondere Anweisungen Hitlers dazu in seinen Privatnotizen fest. Hitler selbst erklĂ€rte ab Januar 1942 öffentlich mehrfach, dass sich seine „Prophezeiung“ vom Januar 1939 nun „erfĂŒlle“. Folgerichtig bezeichnete Goebbels ihn im MĂ€rz 1942 als „unentwegten VorkĂ€mpfer und WortfĂŒhrer einer radikalen Lösung“ der „Judenfrage“ (Tagebucheintrag vom 27. MĂ€rz 1942).[336] Hitler ließ sich am 7. Oktober 1942 persönlich von Odilo Globocnik ĂŒber die Judenmorde in vier Vernichtungslagern unterrichten und im MĂ€rz 1943 den Korherr-Bericht ĂŒber die Ermordung (umschrieben als „Evakuierung“ und „Sonderbehandlung“) von bis dahin 2,5 (tatsĂ€chlich ĂŒber drei) Millionen Juden vorlegen. Auch die Tarnsprache ordnete er an. NS-TĂ€ter wie Rudolf HĂ¶ĂŸ und Adolf Eichmann haben nach Kriegsende einen Befehl Hitlers vom Sommer oder Herbst 1941 zur Ausrottung der Juden bezeugt.[337]

Völkermord an den Sinti und Roma

→ Hauptartikel: Porajmos

Hitler teilte seit seiner Wiener Zeit die gĂ€ngigen Stereotype des Antiziganismus. Er beurteilte die in „Mein Kampf“ unerwĂ€hnten Roma implizit wie die Juden als „rassefremde Elemente“, die somit aus dem „Volkskörper“ „auszumerzen“ seien.[338]

Unter Hitlers Herrschaft ermordeten die Nationalsozialisten und ihre Helfer ab September 1939 zwischen 100.000 und 500.000 Roma.[339] Dies war wie die Shoa ein rassistischer, auf Vernichtung zielender Völkermord. GemĂ€ĂŸ Himmlers Erlass vom 8. Dezember 1938 zur „endgĂŒltigen Lösung der Zigeunerfrage“ wurden die Roma seit Juni 1939 aus vom NS-Regime kontrollierten Gebieten nach Osteuropa deportiert. Hitler lehnte ihre Einberufung in die Wehrmacht 1940/41 ab und verbot Himmler 1942, „arische“ Roma von der Internierung in KZs auszunehmen. Im Polenfeldzug begannen die Massenmorde an ihnen, sei es durch SS-Einsatzgruppen, Wehrmachtsoffiziere bei Racheaktionen fĂŒr PartisanenanschlĂ€ge oder KZ-Besatzungen, besonders 1943/44 in den Gaskammern von Auschwitz.[340]

Direkte Mordbefehle Hitlers zu den Roma sind nicht bekannt. Seine Verantwortung fĂŒr den Porajmos steht jedoch wegen der rassistischen Gesamtplanung und entsprechenden Politik seines Regimes fest.[341]

Weiterer Kriegsverlauf

Reichstagsrede Hitlers zur KriegserklÀrung an die Vereinigten Staaten, Krolloper Berlin, 11. Dezember 1941 (oben links Göring)

Am 7. Dezember 1941 griff das mit Deutschland verbĂŒndete Kaiserreich Japan den US-FlottenstĂŒtzpunkt Pearl Harbor an und zog damit die USA in den Zweiten Weltkrieg. Hitler, der nicht in Japans Angriffsplan eingeweiht war, begrĂŒĂŸte den Angriff euphorisch: Nun könne Deutschland den Krieg nicht mehr verlieren.[342] Am 11. Dezember 1941 im Reichstag erklĂ€rte er den USA den Krieg, ohne dass der DreimĂ€chtepakt ihn dazu verpflichtete, ohne vorher seine GenerĂ€le zu konsultieren und ohne die militĂ€rstrategischen und wirtschaftlichen Folgen fĂŒr die eigene KriegfĂŒhrung kalkulieren zu lassen.[343] Historiker nehmen verschiedene GrĂŒnde dafĂŒr an: Hitler habe fĂŒr 1942 ohnehin mit dem Eingreifen der USA gerechnet und ihre seit dem Leih- und Pachtgesetz begonnenen RĂŒstungslieferungen an Großbritannien und die Sowjetunion als Kriegseintritt gewertet. Er habe ihre KriegserklĂ€rung nicht abwarten wollen, um ein Zeichen der StĂ€rke zu setzen. Er habe immer noch mit dem baldigen Sieg ĂŒber die Sowjetunion gerechnet und dann einen „Weltblitzkrieg“ mit dem Ziel deutscher Weltherrschaft fĂŒhren wollen. Er habe Einzelsiege der USA gegen die AchsenmĂ€chte und etwaige bilaterale Friedensverhandlungen von vornherein ausschließen wollen. Er habe sich die Möglichkeit eines U-Boot-Krieges im Atlantik eröffnen wollen. Er habe im Wissen um die unvermeidbare Niederlage Deutschlands Untergang herbeifĂŒhren wollen.[344]

Im Krieg wurde Hitler zu einem „Workaholic“, der vor allem mit Details beschĂ€ftigt war, ohne sich erholen zu können, umgeben von der immer gleichen, wenig inspirierenden Entourage. NĂ€chte mit wenig Schlaf und tĂ€gliche lange Besprechungen mit fĂŒhrenden MilitĂ€rs folgten aufeinander. Sein Arbeitsstil war Folge der extrem personalisierten Herrschaft und seiner UnfĂ€higkeit, AutoritĂ€t zu delegieren. Seine egomanische Überzeugung, nur er könne den Sieg gewĂ€hrleisten, verstĂ€rkte sein Misstrauen gegen seine GenerĂ€le und vermehrte cholerische WutausbrĂŒche. Dies zerstörte ab 1940 die geregelte Arbeit der Regierung und des militĂ€rischen Kommandos, was mit Hitlers Übernahme der HeeresfĂŒhrung in der Winterkrise 1941 deutlich wurde. Bei Angelegenheiten, die die Heimatfront betrafen, beanspruchte er kompromisslos die AutoritĂ€t, intervenierte dann aber nur sporadisch und unsystematisch, um UntĂ€tigkeit zu verschleiern.[345]

Anfang 1943 verlor die Wehrmacht mit ihren bislang höchsten Verlusten die Schlacht von Stalingrad. Diese Niederlage gilt als Wendepunkt des Zweiten Weltkriegs. Hitler war dafĂŒr verantwortlich, da er dem Befehlshaber der 6. Armee den RĂŒckzug aus Stalingrad verboten hatte, solange dies noch operativ möglich gewesen war, ohne die Heeresgruppe A, die bis zum Kaukasus vorgestoßen war, zu gefĂ€hrden. Hitler selbst Ă€ußerte danach, dass der Krieg nicht mehr zu gewinnen sei.[346]

Das Deutsche Afrikakorps (DAK) verlor die zweite Schlacht von El-Alamein, und Rommel befahl am 4. November 1942 gegen Hitlers Befehl wegen erdrĂŒckender Übermacht der Briten den RĂŒckzug. In Tunesien wurde das DAK von britischen und inzwischen eingetroffenen US-Truppen in die Zange genommen („Operation Torch“). Rommels Bitte vom MĂ€rz 1943, Tunesien rĂ€umen und seine Truppen nach Sizilien zurĂŒckziehen zu dĂŒrfen, lehnte Hitler strikt ab und berief Rommel aus Nordafrika ab. Am 12. Mai 1943 kapitulierten 150.000 deutsche und 100.000 italienische Soldaten auf der Halbinsel Kap Bon. Diese Niederlage deuteten viele Deutsche als „zweites Stalingrad“ oder „Tunisgrad“.[347]

Anfang April 1943 traf Hitler Mussolini im Schloss Kleßheim bei Salzburg und lehnte dessen Eintreten fĂŒr einen Kompromissfrieden im Osten kategorisch ab. Mit langen Monologen ĂŒber die preußische Geschichte versuchte er, Mussolini zur Fortsetzung des Krieges zu bewegen.[348] Auch die verbĂŒndeten Machthaber von Bulgarien, RumĂ€nien, Ungarn, Norwegen, der Slowakei, Kroatien und Frankreich traf er bis Ende April in Kleßheim, um ihren Widerstandswillen durch Schmeichelei, gutes Zureden und kaum verhĂŒllte Drohungen zu stĂ€rken.[349] Mit Hilfe eigens angefertigter Karten des OKW, auf denen der Frontverlauf im Osten falsch eingetragen und die KrĂ€fte des Gegners sowie die eigenen nicht erkennbar waren, beschönigte er die Lage.[350]

Anfang 1944 erlangten die alliierten Bomber- und JagdverbĂ€nde allmĂ€hlich die LuftĂŒberlegenheit und zerstörten viele große und mittlere deutsche StĂ€dte durch FlĂ€chenbombardements. Trotzdem ließ Hitler weiterhin auch Bomben- statt vermehrt Jagdflugzeuge zur BekĂ€mpfung dieser Angriffe bauen. Nach der „Operation Gomorrha“ gegen Hamburg im Juli 1943, bei der ĂŒber 30.000 Menschen im Feuersturm umkamen, weigerte er sich, die zu mehr als 50 Prozent zerstörte Stadt zu besuchen, empfing keine Delegation der Rettungsdienste und hielt keine Rundfunkrede.[351] Nach drei Großangriffen auf Berlin im August und September 1943 notierte Goebbels in sein Tagebuch, dass man „vor allem beklagt, daß bezĂŒglich des Luftkriegs von seiten des FĂŒhrers kein erklĂ€rendes Wort gesprochen wird“.[352]

Hitlers strategische Fehlentscheidungen begĂŒnstigten die „Operation Overlord“ vom 6. Juni 1944, mit der die Westalliierten eine zweite Front im Westen eröffneten. So hatte er zwar zunĂ€chst die Normandie als Invasionsgebiet angenommen, sich jedoch von seinem Stab wieder davon abbringen lassen und glaubte noch am 13. Juni an ein TĂ€uschungsmanöver. Er verbot, Truppen von anderen KĂŒstenabschnitten abzuziehen,[353] da die Alliierten ihm vorspiegelten, die eigentliche Invasion („Operation Fortitude“) stehe weiter nördlich, am Pas-de-Calais, noch bevor. Wochenlang traf die WehrmachtfĂŒhrung, von Kompetenzchaos gelĂ€hmt, kaum Gegenmaßnahmen und entsandte keine Reserveeinheiten in die Normandie.[353] Als alliierte Truppen im August 1944 auf Paris vorrĂŒckten, befahl Hitler, die Stadt bis zum letzten Mann zu verteidigen, und nahm damit ihre Zerstörung in Kauf. Nach anfĂ€nglichem Widerstand ignorierte der deutsche Stadtkommandant Dietrich von Choltitz Hitlers Befehl und ĂŒbergab Paris kampflos und nahezu unversehrt am 25. August 1944 an den französischen General Philippe de Hauteclocque.

Weil Hitler merkte, dass er das Vertrauen der Deutschen verloren hatte und ihnen keine Triumphe mehr verkĂŒnden konnte, redete er 1944 nicht mehr öffentlich[354] und nur dreimal (am 30. Januar, 21. Juli und 31. Dezember) im Rundfunk.[355] Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich rasch. Wahrscheinlich litt er an der Parkinson-Krankheit, die aber seine politisch-militĂ€rische EntscheidungsfĂ€higkeit kaum beeinflusste.[356] Trotz fortwĂ€hrender Niederlagen, immenser Opfer, gewaltiger Zerstörungen und des Wissens um die unvermeidbare deutsche Niederlage ließ Hitler den Krieg fortsetzen. Seine Eingriffe in die KriegfĂŒhrung, etwa das Verbot, gefĂ€hrdete Truppenteile frĂŒhzeitig zurĂŒckzuziehen (→ Fester Platz), bewirkten massive Verluste auf Seiten der Wehrmacht.

In einer von zahlreichen Illusionen bestimmten Gesamtbeurteilung hatte Hitler schon Mitte August 1944 erwogen, gegen die Westalliierten einen empfindlichen militĂ€rischen Schlag zu fĂŒhren, der den Zusammenbruch der Anti-Hitler-Koalition bewirken sollte. Vier Tage vor Beginn der Ardennenoffensive sagte er zu seinen Kommandeuren, dass der Feind, „ganz gleich, was er auch tut, nie auf eine Kapitulation rechnen kann, niemals, niemals“; dieser werde schließlich „eines Tages einen Zusammenbruch seiner NervenkrĂ€fte erleben“.[357] Die letzten Reserven der Wehrmacht waren hierfĂŒr zu mobilisieren, alles musste auf eine Karte gesetzt werden. Wenn ĂŒberhaupt, gab es fĂŒr ihn nur hier eine Chance. Nichts zu unternehmen, kam fĂŒr Hitler einer Kapitulation gleich.

Die ersten Vorbereitungen fĂŒr die Offensive liefen, unter grĂ¶ĂŸter Geheimhaltung, im SpĂ€tsommer 1944 an. Hauptziel der Offensive war die Hafenstadt Antwerpen, fĂŒr den Nachschub der Alliierten von großer Bedeutung. Sie begann am 16. Dezember 1944 und musste bereits Anfang 1945 abgebrochen werden. Aber Hitler war selbst in diesem Stadium immer noch in der Lage, öffentlich höchste Zuversicht zur Schau zu tragen und Menschen in seiner Umgebung anzufeuern. GegenĂŒber Nicolaus von Below gab er nach dem Scheitern der Ardennenoffensive aber eines Abends in deprimierter Stimmung zu, der Krieg sei verloren, was er wie ĂŒblich auf Verrat und Versagen anderer zurĂŒckfĂŒhrte. Jetzt ging es ihm nur noch um seinen Platz in der Geschichte, keine feige Kapitulation wie 1918: „Wir kapitulieren nicht, niemals. Wir können untergehen. Aber wir werden eine Welt mitnehmen.“[358] Dabei machte Hitler auch vor dem eigenen Volk nicht halt. Der Terror kehrte heim ins Reich: <poem style="margin-left: 2em; font-style: italic"> Der FĂŒhrer erwartet, daß die Gauleiter die ihnen damit gestellte Aufgabe mit der erforderlichen HĂ€rte und Folgerichtigkeit durchfĂŒhren und rĂŒcksichtslos jede Auflösungserscheinung, Feigheit und Defaitismus mit den Todesurteilen der Standgerichte niederhalten. Wer nicht fĂŒr sein Volk zu kĂ€mpfen bereit ist, sondern ihm in ernstester Stunde in den RĂŒcken fĂ€llt, ist nicht wert, weiter zu leben und muss dem Henker verfallen.[359] </poem> Am 7. MĂ€rz erreichten US-Soldaten die unzerstörte BrĂŒcke von Remagen sĂŒdlich des Ruhrgebiets. Hitler ließ ein „Fliegendes Standgericht“ an die Westfront entsenden, das fĂŒnf Offiziere der BrĂŒckenmannschaft von Remagen am 9. MĂ€rz zum Tode verurteilte.[360] Am 23. MĂ€rz begann die RheinĂŒberquerung nördlich des Ruhrgebiets bei Wesel durch britische Truppen. Damit war der Krieg im Westen endgĂŒltig verloren, aber Hitler weigerte sich, endlich die Konsequenzen zu ziehen. Er war wie besessen von Gedanken an Verrat und Betrug. Aus seiner Perspektive sah er in einer Kapitulation keinen Sinn, sondern nur noch in einem Kampf bis zum Letzten. Sein Erfolgswunsch war ein Platz in der Geschichte, wenn nicht von der gegenwĂ€rtigen, so von zukĂŒnftigen Generationen geachtet.[361]

Es war typisch fĂŒr Hitler, nur extreme Alternativen gelten zu lassen. Schon zu Anfang seiner politischen Karriere hatte er erklĂ€rt, Deutschland werde siegen oder untergehen. Je unwahrscheinlicher ein Sieg wurde, desto mehr wandte sich sein Denken dem Gegenpol zu – die Niederlage sollte total sein. GegenĂŒber Speer erklĂ€rte er am 18. MĂ€rz 1945, es sei nicht notwendig, RĂŒcksicht auf die Grundlagen zu nehmen, die das Volk zu seinem primitivsten Weiterleben brauche. Es sei besser, selbst diese Dinge zu zerstören. Das Volk habe sich als das schwĂ€chere erwiesen, und die Zukunft gehöre ausschließlich dem stĂ€rkeren „Ostvolk“. Am 19. MĂ€rz folgte Hitlers berĂŒchtigter „Verbrannte Erde“-Erlass, spĂ€ter auch „Nero-Befehl“ genannt, der die Zerstörung aller Infrastrukturen beim RĂŒckzug des Heeres vorsah. Hitler beauftragte Speer und die Gauleiter, die Zerstörungen durchzufĂŒhren, erfuhr aber, dass dieser seinen Befehl sabotiere. Dieser bestritt dies, aber Goebbels sah darin die AutoritĂ€t des FĂŒhrers schwinden.[362]

Widerstand gegen Hitler

Zwischen 1933 und 1945 ĂŒbten Einzelpersonen, Gruppen und Organisationen aus verschiedenen GrĂŒnden Widerstand gegen Hitlers Regime. Nur wenige lehnten von vornherein seine Diktatur ab. Die verfolgten Kommunisten und Sozialdemokraten hatten schon vor 1933 gewarnt: „Hitler bedeutet Krieg!“[363] Die Exil-SPD Sopade versuchte, die Deutschen vom Ausland aus zu beeinflussen und rief sie am 30. Januar 1936 mit der Flugschrift „FĂŒr Deutschland – gegen Hitler!“ zum Aufstand gegen sein Regime auf.[364]

Ab Februar 1933 gab es oft anonyme Attentatsdrohungen gegen Hitler. Mindestens 19 Attentate wurden auf ihn verĂŒbt; 20 weitere Attentatsversuche wurden geplant, aber nicht ausgefĂŒhrt oder vereitelt, die meisten ab 1939, als sein Kriegskurs unĂŒbersehbar geworden war. EinzeltĂ€ter waren der von der nationalsozialistischen Oppositionsgruppe „Schwarze Front“ beauftragte Helle Hirsch im Dezember 1936, der Schweizer Theologiestudent Maurice Bavaud im November 1938 und der Handwerker Georg Elser.[365] Sein selbstgebastelter Sprengsatz explodierte am 8. November 1939 im MĂŒnchner BĂŒrgerbrĂ€ukeller nur Minuten, nachdem Hitler seine dortige Rede beendet hatte. Elser wurde als „SonderhĂ€ftling des FĂŒhrers“ im KZ Dachau am 9. April 1945 auf Hitlers persönlichen Befehl ermordet.[366]

Die 1934 gegrĂŒndete Bekennende Kirche widersprach zwar staatlichen Übergriffen auf die Kirchenorganisation, kaum aber Staatsverbrechen. Viele ihrer Mitglieder wĂ€hlten die NSDAP, billigten die Aufhebung der Demokratie und die gesetzliche Judenverfolgung.[367] Pastor Dietrich Bonhoeffer kritisierte den FĂŒhrerkult im Februar 1933 in einem Rundfunkvortrag („FĂŒhrer und Amt, die sich selbst vergotten, spotten Gottes“) und forderte im April 1933 kirchlichen Widerstand gegen Menschenrechtsverletzungen des Hitlerregimes. Nach den Novemberpogromen 1938 half er im Kreis um Hans Oster aktiv mit, ein Attentat auf Hitler vorzubereiten.[368]

1938 bildeten sich auch konservative und innermilitĂ€rische Widerstandsgruppen wie der Goerdeler-Kreis und der Kreisauer Kreis.[369] Ihre UmsturzplĂ€ne setzten auf Teile der Wehrmacht, hatten daher nur bei einer Tötung Hitlers Erfolgsaussicht und konnten nur von Personen mit Zugang zum engsten FĂŒhrungskreis um ihn ausgefĂŒhrt werden. Diese hatten Hitler unbedingte Treue geschworen; schwere Gewissenskonflikte waren also unvermeidbar.[370] Bei der Septemberverschwörung wĂ€hrend der Sudetenkrise planten einige hohe MilitĂ€rs und Beamte im AuswĂ€rtigen Amt, dass Hauptmann Friedrich Wilhelm Heinz am 28. September 1938 mit einem Stoßtrupp in die Reichskanzlei eindringen und Hitler in einem Handgemenge erschießen sollte.[371] Als dieser ĂŒberraschend einem Kompromiss fĂŒr das MĂŒnchner Abkommen zustimmte, erschien es aussichtslos, seinen Sturz mit „militĂ€rischem Abenteurertum“ zu rechtfertigen.[372] Daraufhin unterblieb das Attentat, das von Brauchitsch und Halder nur halbherzig unterstĂŒtzt hatten.[373] Die an der Verschwörung beteiligten MilitĂ€rs im OKH und in der Amtsgruppe Abwehr des OKW hielten Hitlers Vorhaben, Frankreich schon 1939 anzugreifen, fĂŒr undurchfĂŒhrbar und wollten diesen Angriff mit einem weiteren Putschversuch verhindern. Nach Elsers Attentat wurden die Vorkehrungen zu Hitlers Schutz jedoch verschĂ€rft. Brauchitsch fĂŒrchtete nach einem Wutausbruch Hitlers am 5. November 1939, dieser wisse ĂŒber den bevorstehenden Putschversuch Bescheid. Daraufhin erschien Hans Oster eine fĂŒr den 11. November 1939 geplante SprengstoffĂŒbergabe an Erich Kordt zu riskant; somit unterblieb dieses Attentat.[374]

Die als Weiße Rose bekannt gewordene MĂŒnchner Gruppe versuchte bis zur Verhaftung der Geschwister Scholl am 18. Februar 1943, die Deutschen, besonders die Jugend, mit FlugblĂ€ttern zum Widerstand zu bewegen. Hauptgrund waren NS-Verbrechen wie der Holocaust, von dem die Gruppe ĂŒber Auslandssender wusste. Die Mitglieder wurden am 22. Februar 1943 hingerichtet.

Nach der Niederlage in Stalingrad versuchten einige Offiziere der Heeresgruppe Mitte erneut, Hitler zu töten. Die Bombe, die Henning von Tresckow am 13. MĂ€rz 1943 in Hitlers Flugzeug schmuggelte, zĂŒndete nicht.[375] Am 21. MĂ€rz 1943 wollte sich Rudolf-Christoph Freiherr von Gersdorff bei einer Ausstellung im Berliner Zeughaus mit Hitler zusammen in die Luft sprengen; dieser verließ die Ausstellung schon nach wenigen Minuten.

Das Attentat vom 20. Juli 1944 im FĂŒhrerhauptquartier Wolfsschanze verletzte vier Anwesende tödlich; Hitler blieb fast unverletzt. Er Ă€ußerte direkt danach: Die Vorsehung habe ihn gerettet, damit er seinen „Auftrag“ zu Ende fĂŒhren könne. Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der die Bombe abgelegt und einen Staatsstreich zur Beendigung des Krieges vorbereitet hatte, und drei seiner Mitstreiter wurden ohne Prozess und ohne Hitlers EinverstĂ€ndnis am 21. Juli kurz nach 0 Uhr im Hof des Bendlerblocks in Berlin von einem Erschießungskommando exekutiert.[376]

Hitler-AttentĂ€ter Georg Elser auf einer deutschen Briefmarke, 2003 FĂŒhrerhauptquartier „Wolfsschanze“ nach dem Attentat vom 20. Juli 1944 Hitler-AttentĂ€ter Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf einer bundesdeutschen Briefmarke, 1964

Im Rundfunk erklĂ€rte Hitler den Deutschen, eine „ganz kleine Clique ehrgeiziger, gewissenloser und zugleich verbrecherischer, dummer Offiziere“ habe geplant, ihn und den WehrmachtfĂŒhrungsstab „auszurotten“.[377] Anders als beim Dolchstoß 1918 wĂŒrden diesmal die Verbrecher „unbarmherzig ausgerottet werden“. Die Wehrmacht sollte die beteiligten Offiziere zuerst ausschließen, der Volksgerichtshof sollte sie dann als gewöhnliche Kriminelle zum Tod verurteilen und innerhalb von zwei Stunden hĂ€ngen lassen, damit sie ihre Motive und Ziele nicht erklĂ€ren konnten. Roland Freisler, der auch in der NSDAP als „Blutrichter“ galt, war sofort bereit, ganz im Sinne Hitlers zu urteilen. Dieser nutzte das gescheiterte Attentat, um WiderstĂ€nde gegen seine KriegfĂŒhrung in den WehrmachtsstĂ€ben endgĂŒltig auszuschalten und skeptischen GenerĂ€len die Schuld an den verlorenen Schlachten zu geben.[378]

Eine 400 Mitarbeiter starke Gestapo-Kommission deckte ein weit verzweigtes Verschwörernetz auf und fand am 22. September 1944 in Zossen Akten, die Absprachen fĂŒr Putschversuche vor 1939 und damit eine dauerhafte militĂ€rische Opposition gegen Hitler belegten. Dieser verbot dem Volksgerichtshof, die Dokumente in den laufenden Prozessen zu verwenden: Die Deutschen sollten nicht erfahren, dass der Attentatsversuch VorlĂ€ufer hatte und nicht nur von wenigen geplant worden war.[379] Ab August 1944 verurteilte der Volksgerichtshof in mehr als 50 Prozessen ĂŒber 110 Personen des 20. Juli 1944 zum Tod; 89 davon wurden bis zum 30. April 1945 im GefĂ€ngnis Berlin-Plötzensee an Fleischerhaken erhĂ€ngt.[380] Insgesamt wurden etwa 200 Personen als Beteiligte hingerichtet.[381]

Ende im Bunker

Ab 16. Januar 1945 lebte Hitler meist in den RÀumen des Bunkers im Garten der Alten Reichskanzlei in Berlin. Bei seinem letzten öffentlichen Auftritt am 20. MÀrz 1945 zeichnete er zwanzig Hitlerjungen mit dem Eisernen Kreuz aus.

Als PrĂ€sident Roosevelt am 12. April 1945 starb, hoffte Hitler kurzzeitig auf einen Zerfall der Anti-Hitler-Koalition und drĂ€ngte die Wehrmachtssoldaten mit der Drohung sowjetischer GrĂ€ueltaten am 16. April nochmals zum bedingungslosen WeiterkĂ€mpfen. Am 20. April 1945 empfing er im FĂŒhrerbunker letztmals GĂ€ste zu seinem Geburtstag. Am 22. April erlitt er einen Nervenzusammenbruch, als er erfuhr, dass SS-ObergruppenfĂŒhrer Felix Steiner den befohlenen Entsatzangriff seiner Armeegruppe in der Schlacht um Berlin als undurchfĂŒhrbar verweigert hatte. Hitler klagte, nun sei alles verloren, auch die SS habe ihn verraten, und entließ Teile seines Stabes. Er beschloss, in Berlin zu bleiben, und beauftragte seinen Chefadjutanten, SS-ObergruppenfĂŒhrer Julius Schaub, alle Papiere und Dokumente aus seinen Privattresoren in Berlin, MĂŒnchen und auf dem Berghof zu verbrennen.[382] Am 25. April hörte Hitler von der Siegesfeier von US-Soldaten mit Rotarmisten in Torgau und von der Einkesselung ganz Berlins durch die Rote Armee. Er ließ sich laufend ĂŒber deren VorrĂŒcken in das Stadtzentrum unterrichten.

Am 27. April soll Hitlers Entschluss zum Suizid festgestanden haben, um Rotarmisten nicht lebend in die HĂ€nde zu fallen und einer Strafe fĂŒr seine Verbrechen zu entgehen. Am 28. April erfuhr er von Himmlers seit Monaten laufenden Geheimverhandlungen mit den Alliierten ĂŒber einen Separatfrieden und seinem „Angebot“, dafĂŒr den laufenden Holocaust an den ungarischen Juden einzustellen. Aus Rache an Himmler ließ er den Verbindungsoffizier der Waffen-SS zum FĂŒhrerhauptquartier, Hermann Fegelein, festnehmen und erschießen. Gegen Mitternacht heiratete er seine LebensgefĂ€hrtin Eva Braun. Danach diktierte er seiner SekretĂ€rin Traudl Junge ein kurzes privates und sein politisches Testament. Darin ernannte er Karl Dönitz zu seinem Nachfolger als ReichsprĂ€sident und Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Goebbels zum neuen Reichskanzler, schloss Göring und Himmler aus der NSDAP aus und rief die Deutschen zur unbedingten Fortsetzung des Krieges, Einhaltung der NĂŒrnberger Gesetze und weiteren Judenvernichtung auf. Am Abend des 29. April erfuhr er von Mussolinis Erschießung am Vortag und eventuell auch von der Misshandlung seiner Leiche. Dies bestĂ€rkte seinen Entschluss zum Suizid.[383]

Am 30. April mittags verteilte er Giftampullen mit Zyankali oder BlausĂ€ure an seine Begleiter und erlaubte ihnen private Ausbruchsversuche. Die Wirkung des Gifts ließ er vorher an seiner SchĂ€ferhĂŒndin erproben, ohne dabei anwesend zu sein. Etwa um 15:30 Uhr schluckte Eva Braun Gift; Hitler erschoss sich.[384] Ihre Leichen wurden von Martin Bormann, Heinz Linge, Otto GĂŒnsche und einigen LeibwĂ€chtern aus dem FĂŒhrerbegleitkommando im Garten der Neuen Reichskanzlei wie befohlen verbrannt und die verkohlten Überreste in einem Granattrichter beigesetzt.

Das OKW meldete seinen Tod erst am Abend des 1. Mai im Radio und verschwieg dabei seinen Suizid: „An der Spitze der heldenmĂŒtigen Verteidiger der Reichshauptstadt ist der FĂŒhrer gefallen. Von dem Willen beseelt, sein Volk und Europa vor der Vernichtung durch den Bolschewismus zu erretten, hat er sein Leben geopfert.“[385] Schlagzeile in der US-Army-Zeitung Stars and Stripes nach Hitlers Tod

Auf Veranlassung der sowjetischen MilitĂ€rfĂŒhrung wurden die Überreste der Leichname Hitlers und Eva Brauns Anfang Mai ausgegraben und am 8. Mai 1945 durch Hugo Blaschke, dem Leibzahnarzt Hitlers anhand von Röntgenbildern und erhaltener Gebisse im medizinischen Standort Berlin-Buch zweifelsfrei identifiziert. Die Ergebnisse wurden aber aus politischen GrĂŒnden geheim gehalten.

Dies löste viele Verschwörungstheorien aus. Um diese einzudĂ€mmen, belegte der britische Historiker Hugh Trevor-Roper Hitlers Tod 1947 anhand vieler Indizien und Zeugenaussagen und begrĂŒndete damit eine westliche „Hitler-Tod“-Forschung.[386] 1990 wurde berichtet, dass Hitlers und Eva Brauns Überreste 1945 auf dem GelĂ€nde einer sowjetischen Kaserne bei Magdeburg vergraben und erst 1970 auf Anweisung von KGB-Chef Juri Wladimirowitsch Andropow vollstĂ€ndig verbrannt und als Asche in einen Fluss gestreut worden seien.[387] Im Russischen Staatsarchiv in Moskau werden – neben den beim FSB aufbewahrten Gebissteilen – Hitler zugeschriebene SchĂ€delteile aufbewahrt, die aber nach neuen Untersuchungen einer Frau angehörten.[388]

Nachdem Dönitz gemĂ€ĂŸ Hitlers letztem Willen zunĂ€chst weiterkĂ€mpfen ließ und eine Gesamtkapitulation ablehnte, erfolgte am 8. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht. Sie beendete den Zweiten Weltkrieg in Europa, wo ĂŒber 54 Millionen Menschen ihr Leben verloren[389] und viele weitere Millionen verletzt, zu dauerhaft Kriegsversehrten, obdachlos, vertrieben, deportiert oder inhaftiert wurden. Große Teile Europas waren verwĂŒstet. Das Deutsche Reich wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt und seine Ostgebiete teils unter polnische, teils sowjetische Verwaltungshoheit gestellt. Knapp zwölf Millionen Deutsche wurden aus den damaligen Ostgebieten vertrieben. SpĂ€ter folgten die jahrzehntelange Teilung Europas und die deutsche Teilung.

Nach ihrer RĂŒckkehr aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft sagten Heinz Linge und Otto GĂŒnsche vor Gericht aus, wo sie Hitler zuletzt gesehen hĂ€tten: Er habe mit Braun auf der Couch (Linge) bzw. in einem Sessel daneben gesessen (GĂŒnsche). GĂŒnsches Aussagen wiesen fĂŒr die Ermittler keine ErinnerungslĂŒcken auf und wurden schließlich als zutreffend akzeptiert. Am 25. Oktober 1956 wurde Hitler juristisch fĂŒr tot erklĂ€rt.[390]

Historische Einordnungen

Die NS-Forschung fragt vor allem, wie Hitler ohne berufliche und charakterliche Qualifikation zum Kanzler und Diktator aufsteigen konnte, welche Ziele er hatte und welche Rolle er im NS-Staat spielte, besonders beim Krieg und Holocaust.[391]

Friedrich Meinecke war 1946 der Ansicht, Hitler sei vom preußischen Militarismus stark gefördert worden, habe die Kanzlerschaft aber nur zufĂ€llig von Hindenburg erhalten. Mit ihm sei ein „satanisches Prinzip“ und „innere Fremdherrschaft“ in die deutsche Geschichte getreten. Er sei „nicht zu unserer Rasse gehörig“.[392] Diese Sicht diente in der Nachkriegszeit dazu, „alles oder fast alles Hitler und eben nicht ‚den Deutschen‘ zur Last“ zu legen.[393]

Schon 1936 hatte Konrad Heiden Hitlers Politik als detaillierten Plan zum Erringen der Weltherrschaft beschrieben. Dagegen erklĂ€rte Hermann Rauschning 1939, Hitler sei ein Machtpolitiker ohne klare Ziele und benutze außenpolitische Gelegenheiten nur fĂŒr Machtgewinn. Dieser Sicht folgte 1952 Alan Bullock, der erste international anerkannte Hitlerbiograf: Hitler sei ein nur vom „Willen zur Macht“ gelenkter „völlig prinzipienloser Opportunist“ gewesen. Laut Alan J. P. Taylor (1961) wollte Hitler wie frĂŒhere deutsche Politiker nur Deutschlands kontinentale Großmachtstellung wiederherstellen. Dagegen vertrat Hugh Trevor-Roper 1960 wie Heiden, aber anhand spĂ€terer Aussagen Hitlers, die Meinung, dieser habe konsequent sein frĂŒhes Lebensraum-Konzept durchgehalten und verwirklicht.[394]

GĂŒnter Moltmann vertrat 1961 die Ansicht: Hitler habe die Weltherrschaft angestrebt. Andreas Hillgruber fĂŒhrte 1963 aus: Hitler habe zuerst Kontinentaleuropa, dann den Nahen Osten und die britischen Kolonien erobern wollen, um spĂ€ter die USA besiegen und dann die Welt beherrschen zu können.[395] Klaus Hildebrand, Jost DĂŒlffer, Jochen Thies, Milan Hauner und andere „Globalisten“ stĂŒtzten Hillgrubers These mit Spezialuntersuchungen. Auch fĂŒr die „Kontinentalisten“ (Trevor-Roper, Eberhard JĂ€ckel, Axel Kuhn) bestimmte Hitler die NS-Außenpolitik und hielt sein rassistisches Lebensraumprogramm und eine dauerhafte Weltmachtstellung Deutschlands bei allen taktischen Wendungen als Kernziele durch.[396]

Schon 1941 meinte Ernst Fraenkel: Die Konkurrenz zwischen Verwaltungsbehörden und NSDAP habe Hitlers Handlungsspielraum begrenzt.[397] In den 1970er Jahren stritt die Forschung darĂŒber, ob eher individuelle Absichten oder eher allgemeine Entwicklungen und anonyme Machtstrukturen die NS-Zeit bestimmten bzw. ob Hitler eher ein „starker“, die Geschichte eigenwillig bestimmender oder eher ein „schwacher“, auf ZeitumstĂ€nde und SachzwĂ€nge reagierender Diktator war.[398]

Hitlers Rolle beim Holocaust war besonders umstritten. „Intentionalisten“ wie Hillgruber und JĂ€ckel[399] sahen Hitlers „rassenideologisches Programm“ und konsequent verfolgte Vernichtungsabsicht als entscheidenden Faktor, auch wenn er nicht jede einzelne Eskalationsstufe des Holocaust initiiert habe.[400] „Funktionalisten“ wie Hans Mommsen und Martin Broszat dagegen erklĂ€rten den Holocaust aus einer kumulierenden Eigendynamik und einem komplexen Bedingungsgeflecht von vorauseilendem Gehorsam, innenpolitischer Funktionalisierung und selbstgeschaffenen SachzwĂ€ngen. Hitlers antisemitische Rhetorik habe diesen Prozess nur ausgelöst.[401]

Neuere Spezialuntersuchungen zum „RĂ€derwerk der Vernichtung“ haben diesen Deutungsstreit ĂŒberholt.[402] Peter Longerich bewies mĂŒndliche Befehle Hitlers zur Judenvernichtung und seine treibende Kraft bei deren DurchfĂŒhrung im Prozess gegen den Holocaustleugner David Irving (1995–2000).[403] Auch Raul Hilberg, dessen bahnbrechende Arbeit Die Vernichtung der europĂ€ischen Juden von 1961 den Holocaust aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Machtgruppen und Behörden im NS-System erklĂ€rte, betonte 2002: Dass Hitler seinen Antisemitismus „zum Regierungsprogramm machte, fĂŒhrte zum Mord an den europĂ€ischen Juden“.[404] Kershaw fasste 2009 zusammen:[405]

„Hitlers Rolle war entscheidend und unverzichtbar auf dem Weg zur Endlösung. [
] ohne Hitler und das einzigartige Regime, an dessen Spitze er stand, wĂ€re die Schaffung eines Programms zur Verwirklichung der physischen Ausrottung der Juden Europas undenkbar gewesen.“

1961 hatte Waldemar Besson eine Hitlerbiografie, die ihn als prĂ€genden ReprĂ€sentanten der NS-Zeit darstelle, zur wichtigsten Aufgabe der Geschichtsschreibung erklĂ€rt.[406] Die NS-Forschung verwarf Hitlerbiografien von Zeitzeugen wie Helmut Heiber (1960), Hans Bernd Gisevius (1963), Ernst Deuerlein (1969)[407] und Robert Payne (1973) wie auch Bestseller von Geschichtsrevisionisten wie Erich Kern, David Irving und Werner Maser sowie Werke zur Psychopathographie Adolf Hitlers von Walter Charles Langer, Rudolph Binion und Helm Stierlin als wissenschaftlich wenig ertragreiche „Hitler-Welle“.[408]

Auch die Hitlerbiografie von Joachim Fest (1973) wurde als auf die Einzelperson fixierter „Hitlerismus“ kritisiert, da sie großenteils auf seinen GesprĂ€chen mit Albert Speer beruht und Hitlers Vernichtungspolitik aus einem Charakterzug zur Selbstzerstörung erklĂ€rte.[409] Broszat lehnte jede ErklĂ€rung von Hitlers Politik nach 1933 aus seiner frĂŒhen Biografie als unzulĂ€ssigen RĂŒckschluss von historischen Wirkungen auf persönliche Ursachen ab.[410]

Faschismustheorien wiederum sahen Hitler nur als austauschbare Figur und vernachlĂ€ssigten seine individuellen Absichten und Taten. In der DDR erschien deshalb keine Hitlerbiografie.[411] Gerhard Schreiber stellte 1983 als westlichen Forschungskonsens heraus: Hitler sei fĂŒr den Nationalsozialismus unersetzlich und die NS-Zeit ohne ihn undenkbar gewesen. Diese Wirkung hĂ€tten auf Hitlers „Persönlichkeit“ fokussierte Biografien kaum erklĂ€rt. Man mĂŒsse auch die historischen Bedingungen fĂŒr seinen Werdegang darstellen.[412] Diesem Anspruch versuchte Ian Kershaw mit seiner zweiteiligen Hitlerbiografie (1998; 2000) zu genĂŒgen. Sie erklĂ€rt Hitlers Aufstieg mit Max Webers Modell der „charismatischen Herrschaft“: Aufgrund der sozialen Bedingungen nach dem Ersten Weltkrieg habe der „FĂŒhrermythos“ Hitlers PopularitĂ€t und seine spĂ€teren Anfangserfolge begrĂŒndet. Seine Macht habe darauf beruht, dass seine AnhĂ€nger und große Teile der deutschen Gesellschaft bereit waren und sich verpflichteten, auch ohne direkte Befehle „im Sinne des FĂŒhrers ihm entgegenzuarbeiten“, wie es der NSDAP-Beamte Werner Willikens 1934 ausdrĂŒckte.[413]

Ludolf Herbst kritisierte: Kershaw deute Hitlers charismatische Herrschaft als vom Glauben der Beherrschten getragene soziale Beziehung und somit als Produkt gesellschaftlicher Erwartungen. Dabei bleibe unbeachtet, ob und wie dieses Charisma den politischen Alltag bestimmt habe. Ein Glaube der meisten Deutschen an außergewöhnliche FĂ€higkeiten Hitlers, der die NS-Herrschaft legitimiert habe, sei nicht beweisbar. Die NS-Propaganda habe Hitlers Charisma kĂŒnstlich geschaffen, um Heilserwartungen der Deutschen auszunutzen.[414]

WeiterfĂŒhrende Informationen

Filme

Literatur

Bibliografien
  • Paul Madden: Adolf Hitler and the Nazi Epoch: An annotated Bibliography of English-Language Works on the Origins, Nature and Structure of the Nazi State. Scarecrow Press Incorporated, Lanham, Md. 1998, ISBN 0-8108-3558-4.
Originaldokumente
  • Adolf Hitler: Mein Kampf. Eine Abrechnung. F. Eher Nachfolger, MĂŒnchen.
Band 1: 1925; 2. Auflage 1926; 1932: Eine Abrechnung.
Band 2: 1927; 2. Auflage 1932: Die nationalsozialistische Bewegung.
  • Adolf Hitler: Der Weg zum Wiederaufstieg. Bruckmann, MĂŒnchen 1927.
  • Institut fĂŒr Zeitgeschichte (Hrsg.): Hitlers Zweites Buch. Ein Dokument aus dem Jahr 1928. Eingeleitet und kommentiert von Gerhard Ludwig Weinberg, mit einem Geleitwort von Hans Rothfels. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1961.
  • Josef Becker, Ruth Becker (Hrsg.): Hitlers Machtergreifung. Dokumente vom Machtantritt Hitlers 30. Januar 1933 bis zur Besiegelung des Einparteienstaates 14. Juli 1933. dtv, Neuauflage 1996, ISBN 3-423-02938-2.
  • Robert Eikmeyer (Hrsg.): Adolf Hitler: Reden zur Kunst und Kulturpolitik. 1933–1939. Mit einer EinfĂŒhrung von Boris Groys. Revolver, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-86588-000-2.
  • Werner Jochmann (Hrsg.): Monologe im FĂŒhrerhauptquartier 1941–1944. Aufgezeichnet von Heinrich Heim. (1980) Sonderauflage, MĂŒnchen 2000, ISBN 3-572-01156-6.
Zeitzeugen
  • August Kubizek: Adolf Hitler – mein Jugendfreund. Stocker, Graz/Göttingen 1953; Neuauflage 2002, ISBN 3-7020-0971-X.
  • Rochus Misch: Der letzte Zeuge. „Ich war Hitlers Telefonist, Kurier und LeibwĂ€chter“. Mit einem Vorwort von Ralph Giordano. Pendo, MĂŒnchen 2008, ISBN 978-3-86612-194-2.
  • Henry Picker: Hitlers TischgesprĂ€che im FĂŒhrerhauptquartier. Entstehung, Struktur, Folgen des Nationalsozialismus. (1951) PropylĂ€en, 2003, ISBN 3-549-07185-X.
  • Henrik Eberle, Matthias Uhl (Hrsg.): Das Buch Hitler. Geheimdossier des NKWD fĂŒr Josef W. Stalin, zusammengestellt aufgrund der Verhörprotokolle des Persönlichen Adjutanten Hitlers, Otto GĂŒnsche, und des Kammerdieners Heinz Linge, Moskau 1948/49. LĂŒbbe, Bergisch Gladbach 2005, ISBN 3-7857-2226-5.
Biografien
  • Ian Kershaw: Hitler. 2 BĂ€nde. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/MĂŒnchen
Band 1: 1889–1936, 1998, ISBN 3-421-05131-3;
Band 2: 1936–1945, 2000, ISBN 3-421-05132-1.
Register-Band 1889–1945. Bearbeitet von Martin Zwilling, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/MĂŒnchen 2001, ISBN 3-421-05563-7.
  • Hitler: 1889–1945. Pantheon, MĂŒnchen 2009, ISBN 978-3-570-55094-6. Vom Autor gekĂŒrzte Taschenbuch-Ausgabe in einem Band.

Psychohistorische Untersuchungen siehe Psychopathographie Adolf Hitlers#Literatur.

FrĂŒhzeit
Antisemitismus
  • Ralf Georg Reuth: Hitlers Judenhass. Klischee und Wirklichkeit. Piper, MĂŒnchen 2009, ISBN 3-492-05177-4.
  • BĂ©la Grunberger, Pierre Dessuant: Der Antisemitismus Hitlers. In: BĂ©la Grunberger, Pierre Dessuant: Narzißmus, Christentum, Antisemitismus. Eine psychoanalytische Untersuchung. Klett-Cotta, Stuttgart 2000, ISBN 3-608-91832-9, S. 409–480.
Politischer Aufstieg
Diktatur 1933–1939
Zweiter Weltkrieg
Hitler-Rezeption

Weblinks

 Commons: Adolf Hitler â€“ Sammlung von Bildern
 Wikiquote: Adolf Hitler â€“ Zitate

Einzelnachweise

  1. ↑ Ian Kershaw: Adolf Hitler und die Realisierung der nationalsozialistischen Rassenutopie. In: Wolfgang Hardtwig: Utopie und politische Herrschaft im Europa der Zwischenkriegszeit. Oldenbourg, MĂŒnchen 2003, S. 143.
  2. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 64–67.
  3. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 33–37; Wolfgang Zdral: Die Hitlers. Die unbekannte Familie des FĂŒhrers. Campus, Frankfurt am Main/New York 2005, ISBN 3-593-37457-9, S. 11–20.
  4. ↑ Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. 2. Auflage 1999, S. 34.
  5. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien: Lehrjahre eines Diktators. MĂŒnchen 1998, S. 67.
  6. ↑ Björn Dumont: Gewebe oder Flickenteppich? Textmuster in Adolf Hitlers „Mein Kampf“. Frank & Timme, 2010, ISBN 3-86596-317-X, S. 68; Othmar Plöckinger: FrĂŒhe biografische Texte zu Hitler. Zur Bewertung der autobiografischen Teile in „Mein Kampf“. In: Vierteljahrshefte fĂŒr Zeitgeschichte (VfZ) 58/2010, Heft 1, S. 93–114 (doi:10.1524/vfzg.2010.0004).
  7. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 68–73; Wolfgang Zdral: Die Hitlers. Die unbekannte Familie des FĂŒhrers. 2005, S. 75–77.
  8. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 68–73.
  9. ↑ Wolfgang Zdral: Die Hitlers. Die unbekannte Familie des FĂŒhrers. 2005, S. 20.
  10. ↑ Hans Frank: Im Angesicht des Galgens. Deutung Hitlers und seiner Zeit auf Grund eigener Erlebnisse und Erkenntnisse. Geschrieben im NĂŒrnberger JustizgefĂ€ngnis. (1953) Neuhaus bei Schliersee, 2. Auflage 1955, S. 330 f.
  11. ↑ Werner Maser: Adolf Hitler. Legende, Mythos, Wirklichkeit. (1971) 12. Ausgabe 1989, S. 14–30; rezipiert von Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 73–77; Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 35 f.
  12. ↑ Gustav Keller: Der SchĂŒler Adolf Hitler: Die Geschichte eines lebenslangen Amoklaufs. Lit Verlag, MĂŒnster 2010, ISBN 3-643-10948-2, S. 32 und 37 f.; Pötsch lehnte diese Verehrung spĂ€ter ab: Peter G. J. Pulzer: Die Entstehung des politischen Antisemitismus in Deutschland und Österreich 1867–1914. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2004, S. 229, Fn 64.
  13. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 21 f.
  14. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 23–27 und 337.
  15. ↑ Saul FriedlĂ€nder, Jörn RĂŒsen: Richard Wagner im Dritten Reich: Ein Schloss Elmau-Symposion. Beck, MĂŒnchen 2000, S. 173 f. Hitlers Wagner-Verehrung enthielt jedoch keinen Bezug auf Wagners antisemitische Schriften: Beatrix Vogel: Der Mensch – sein eigenes Experiment: Kolloquium des Nietzsche-Forums MĂŒnchen. VortrĂ€ge aus den Jahren 2003–2005. Mit Nietzsche denken. Band 4. Buch & Media, 2008, ISBN 3-86520-317-5, S. 413, Fn 67.
  16. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 31–33.
  17. ↑ Vera Schwers: Kindheit im Nationalsozialismus aus biographischer Sicht. Lit Verlag, 2002, ISBN 3-8258-6051-5, S. 40–42.
  18. ↑ Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. 1998, S. 251 f.
  19. ↑ Arno Gruen: Der Fremde in uns. Klett-Cotta, Stuttgart 2002, S. 67 f.
  20. ↑ Birgit Schwarz: Geniewahn: Hitler und die Kunst. Böhlau, Wien 2009, ISBN 3-205-78307-7, S. 11 ff.
  21. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 53–57.
  22. ↑ In heutiger WĂ€hrung und inflationsbereinigt entspricht dies 141 bzw. 5.631 Euro. Diese Zahl bezieht sich auf den vergangenen Januar.
  23. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 58.
  24. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 62 f., 87 und 195–197.
  25. ↑ Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. 1998, S. 69 f.
  26. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 206 und 247.
  27. ↑ Brigitte Hamann: Hitler’s Vienna. The Truth about his formative years. In: Gerhard A. Ritter, Anthony J. Nicholls, Hans Mommsen (Hrsg.): The Third Reich Between Vision and Reality: New Perspectives on German History 1918–1945. Berg Publishing, 2003, ISBN 1-85973-627-0, S. 24.
  28. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 248.
  29. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1945. 2. Auflage 2009, S. 55.
  30. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 303–307.
  31. ↑ Rainer Kipper: Der Germanenmythos im Deutschen Kaiserreich. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2002, S. 348, Fn 137.
  32. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 338–435.
  33. ↑ Hans Mommsen: Foreword. In: Gerhard A. Ritter, Anthony J. Nicholls, Hans Mommsen (Hrsg.): The Third Reich Between Vision and Reality: New Perspectives on German History 1918–1945. 2003, S. VII f.; Ian Kershaw: Hitler. 1889–1945. MĂŒnchen 2009, S. 60.
  34. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 496 f.
  35. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 105 f., 120–124; David Clay Large: Hitlers MĂŒnchen. Aufstieg und Fall der Hauptstadt der Bewegung. MĂŒnchen 2006, S. 72–74.
  36. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 513–524.
  37. ↑ Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz: EnzyklopĂ€die Erster Weltkrieg. Ferdinand Schöningh, Paderborn 2009, ISBN 978-3-8252-8396-4, S. 559.
  38. ↑ Thomas Weber: Hitlers erster Krieg. Der Gefreite Hitler im Weltkrieg – Mythos und Wirklichkeit, Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, Bonn, S. 25–29.
  39. ↑ a b Gerhard Hirschfeld, Gerd Krumeich, Irina Renz: EnzyklopĂ€die Erster Weltkrieg. Paderborn 2009, S. 560.
  40. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 130 f.
  41. ↑ Thomas Weber: Hitlers erster Krieg. Der Gefreite Hitler im Weltkrieg – Mythos und Wirklichkeit, Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung, Bonn, S. 128 ff.
  42. ↑ John Frank Williams: Corporal Hitler and the Great War 1914–1918: the List Regiment. MPG Books, Abingdon/New York 2005, ISBN 0-415-35855-8, S. 134–146; Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 134.
  43. ↑ Anton Joachimsthaler: Hitlers Weg begann in MĂŒnchen 1913–1923. 2000, S. 164.
  44. ↑ Teil-Entmannung: Hitlers Hoden-Operateur vertraute sich Priester an, Spiegel Online, 20. November 2008.
  45. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 134 f.; David Clay Large: Hitlers MĂŒnchen. Aufstieg und Fall der Hauptstadt der Bewegung. MĂŒnchen 2006, S. 104–106.
  46. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 136.
  47. ↑ Konrad Heiden: Adolf Hitler: das Zeitalter der Verantwortungslosigkeit. Eine Biographie. Europaverlag, 1936, S. 57.
  48. ↑ a b Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 131 f.
  49. ↑ Anton Joachimsthaler: Hitlers Weg begann in MĂŒnchen 1913–1923. 2000, S. 158.
  50. ↑ Thomas Weber: Hitlers erster Krieg. Der Gefreite Hitler im Weltkrieg – Mythos und Wahrheit. PropylĂ€en, Berlin 2011, S. 294 f.
  51. ↑ Adolf Hitler: Mein Kampf. Eine Abrechnung. 5. Auflage, MĂŒnchen 1940, S. 223; zitiert bei Ian Kershaw: Hitler. 1889–1945. 2009, S. 80.
  52. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 85 und 145.
  53. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1945. 2009, S. 76 f.
  54. ↑ John Horne, Alan Kramer: Deutsche Kriegsgreuel 1914. Die umstrittene Wahrheit. Hamburg 2004, S. 600; Werner Jochmann (Hrsg.): Monologe im FĂŒhrerhauptquartier 1941–1944. Aufgezeichnet von Heinrich Heim. MĂŒnchen 2000, S. 59.
  55. ↑ Sebastian Haffner: Anmerkungen zu Hitler. Frankfurt am Main 1981, S. 11.
  56. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 126.
  57. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1945. 2009, S. 82.
  58. ↑ Thomas Weber: Hitlers erster Krieg. Berlin 2011, S. 337.
  59. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1945. 2009, S. 85.
  60. ↑ Gruppe russischer Kriegsgefangener im Trauerzug am Ostfriedhof, Foto mit Pfeil auf Hitler (Historisches Lexikon Bayerns, abgerufen am 17. Juni 2008).
  61. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 164; David Clay Large: Hitlers MĂŒnchen – Aufstieg und Fall der Hauptstadt der Bewegung. MĂŒnchen 2001, S. 159.
  62. ↑ Ralf Georg Reuth: Hitlers Judenhass. Klischee und Wirklichkeit. Piper, MĂŒnchen 2009, ISBN 3-492-05177-4, S. 93–95; Sven Felix Kellerhoff: Adolf Hitler wurde spĂ€t zum Antisemiten, Die Welt, 3. MĂ€rz 2009.
  63. ↑ Thomas Weber: Hitlers erster Krieg. Der Gefreite Hitler im Weltkrieg – Mythos und Wirklichkeit. Berlin 2011, S. 322 ff. und 333 f.
  64. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 166 f.
  65. ↑ Martin H. Geyer: Verkehrte Welt. Revolution, Inflation und Moderne: MĂŒnchen 1914–1924. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, S. 105 und 300.
  66. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 168; Ernst Deuerlein: Hitlers Eintritt in die Politik und die Reichswehr. In: VfZ 7/1959 (PDF; 2,22 MB), S. 178–184.
  67. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 200. Als Zeitpunkt der Erstbegegnung vermuten andere MĂ€rz 1919; vgl. Andreas Dornheim: Röhms Mann fĂŒrs Ausland. Politik und Ermordung des SA-Agenten Georg Bell. MĂŒnster 1998, S. 62 f.
  68. ↑ Albrecht Tyrell: Vom ‘Trommler’ zum ‘FĂŒhrer’: Der Wandel von Hitlers SelbstverstĂ€ndnis zwischen 1919 und 1924 und die Entwicklung der NSDAP. Wilhelm Fink, MĂŒnchen 1975, ISBN 3-7705-1221-9, S. 27 und Fn 99.
  69. ↑ Ernst Deuerlein: Hitlers Eintritt in die Politik und die Reichswehr. In: VfZ 7/1959, S. 202–205.
  70. ↑ Eberhard JĂ€ckel, Axel Kuhn (Hrsg.): Adolf Hitler: SĂ€mtliche Aufzeichnungen. Deutsche Verlags-Anstalt, 1980, ISBN 3-421-01997-5, S. 90 f.
  71. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 171.
  72. ↑ Artikel Eckart, Dietrich. In: Hermann Weiß (Hrsg.): Biographisches Lexikon zum Dritten Reich. 2. Auflage, Fischer, Frankfurt am Main 1998, ISBN 3-10-091052-4.
  73. ↑ Ernst Nolte: Eine frĂŒhe Quelle fĂŒr Hitlers Antisemitismus. In: Historische Zeitschrift 192 (1961), S. 584–606. Die Echtheit der Schrift bezweifelt Saul Esh: Eine neue literarische Quelle Hitlers? Eine methodologische Überlegung. In: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 15 (1964), S. 487–492.
  74. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 190.
  75. ↑ Michael Wladika: Hitlers VĂ€tergeneration: Die UrsprĂŒnge des Nationalsozialismus in der k.u.k. Monarchie. Böhlau, Wien 2005, ISBN 3-205-77337-3, S. 612.
  76. ↑ Thomas Friedrich: Die missbrauchte Hauptstadt. Hitler und Berlin, Berlin 2007, S. 39–44.
  77. ↑ Siehe Rainer Hering: Konstruierte Nation. Der Alldeutsche Verband 1890 bis 1939, Hamburg 2003, S. 481.
  78. ↑ Siehe Kurt Gossweiler: Kapital, Reichswehr und NSDAP, Berlin 1982, S. 233. Siehe auch Hering, Konstruierte Nation, S. 482 (Fn.).
  79. ↑ Reginald H. Phelps: Dokumentation: Hitlers „grundlegende“ Rede ĂŒber den Antisemitismus (PDF; 5,55 MB), Institut fĂŒr Zeitgeschichte, VfZ 16/1968, Heft 4, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1968, S. 390–393.
  80. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1945. 2009, S. 109, Zitat S. 135 f.
  81. ↑ Sebastian Haffner: Anmerkungen zu Hitler. Frankfurt am Main 1981 (= Fischer, 24. Auflage 2003), S. 32.
  82. ↑ Christian Zentner: Adolf Hitler. Texte, Bilder, Dokumente. Delphin, MĂŒnchen 1979, ISBN 3-7735-4015-9, S. 33.
  83. ↑ Hellmuth Auerbach: Regionale Wurzeln und Differenzen in der NSDAP 1919–1923. In: Horst Möller, Andreas Wirsching, Walter Ziegler (Hrsg.): Nationalsozialismus in der Region. BeitrĂ€ge zur regionalen und lokalen Forschung und zum internationalen Vergleich. Oldenbourg, MĂŒnchen 1996, ISBN 3-486-64500-5, S. 80 f.
  84. ↑ Walter Ziegler (Historisches Lexikon Bayerns): Hitlerputsch, 8./9. November 1923: Hitlers Aufstieg und BĂŒndnispolitik.
  85. ↑ Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes: Der Weg zum „Anschluss“: Österreich 1918–1938.
  86. ↑ Cyril Brown (The New York Times, 21. November 1922): New Popular Idol Rises in Bavaria
  87. ↑ Quellenangaben bei Andrew Brian Henson: Before the Seizure of Power: American and British Press Coverage of National Socialism, 1922 to 1933, Clemson University, Mai 2007 (PDF; 3.897 kB, S. 13 Fn 24 und 15 Fn 28).
  88. ↑ Wolfgang Horn: FĂŒhrerideologie und Parteiorganisation in der NSDAP 1919–1933. Droste, DĂŒsseldorf 1972, ISBN 3-7700-0280-6, S. 79.
  89. ↑ Eberhard Kolb: Die Weimarer Republik. 6., ĂŒberarbeitete und erweiterte Auflage, Oldenbourg, MĂŒnchen 2002, ISBN 3-486-49796-0, S. 42.
  90. ↑ Eberhard Kolb: Die Weimarer Republik. MĂŒnchen 2002, S. 49.
  91. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 226 f.
  92. ↑ Christoph HĂŒbner: Bund „Bayern und Reich“, 1921–1935. In: Historisches Lexikon Bayerns, 13. Oktober 2009.
  93. ↑ Hans Fenske: Arbeitsgemeinschaft der VaterlĂ€ndischen KampfverbĂ€nde, 1923. In: Historisches Lexikon Bayerns, 18. Februar 2009.
  94. ↑ Wolfgang Horn: FĂŒhrerideologie und Parteiorganisation in der NSDAP (1919–1933). Droste, DĂŒsseldorf 1972, S. 110 f., Zitat S. 110.
  95. ↑ Othmar Plöckinger: Geschichte eines Buches: Adolf Hitlers „Mein Kampf“: 1922–1945. Eine Veröffentlichung des Instituts fĂŒr Zeitgeschichte. Oldenbourg, MĂŒnchen 2011, ISBN 3-486-70533-4, S. 16 Fn 29, 30.
  96. ↑ Martin H. Geyer: Verkehrte Welt. Revolution, Inflation und Moderne: MĂŒnchen 1914–1924. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1998, S. 332 f.
  97. ↑ Alexis Schwarzenbach: „Zur Lage in Deutschland“. Hitlers ZĂŒrcher Rede vom 30. August 1923. In: Traverse, Zeitschrift fĂŒr Geschichte – Revue d’histoire, No. 1/2006, S. 176–189 (DOI).
  98. ↑ Heinrich August Winkler: Weimar 1918–1933: Die Geschichte der ersten deutschen Demokratie. Beck, MĂŒnchen 2005, ISBN 3-406-43884-9, S. 210.
  99. ↑ Wolfram Selig: Ausweisung von Ostjuden aus Bayern (1923). In: Wolfgang Benz (Hrsg.): Handbuch des Antisemitismus. Judenfeindschaft in Geschichte und Gegenwart. Walter de Gruyter, Berlin 2011, S. 32 f.
  100. ↑ Burkhard Asmuss: Republik ohne Chance? Walter de Gruyter, Berlin 1994, ISBN 3-11-014197-3, S. 457 f., Fn 24.
  101. ↑ a b Ursula BĂŒttner: Weimar. Die ĂŒberforderte Republik. Klett-Cotta, Stuttgart 2008, S. 204.
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  119. ↑ Otto Gritschneder: Der Hitler-Prozeß und sein Richter Georg Neithardt: Eine Rechtsbeugung von 1924 mit Folgen. MĂŒnchen 2001, S. 40; Walter Ziegler (Historisches Lexikon Bayerns): Ausweisung Adolf Hitlers aus Bayern.
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  219. ↑ Martin Broszat: Zur EinfĂŒhrung: Probleme der Hitler-Forschung. In: Ian Kershaw: Der Hitler-Mythos. Volksmeinung und Propaganda im Dritten Reich. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1980, ISBN 3-421-01985-1, S. 13.
  220. ↑ Volker Ullrich: Adolf Hitler. Biographie. Bd. I: Die Jahre des Aufstiegs 1889–1939. S. Fischer, Frankfurt am Main 2013, S. 796.
  221. ↑ Ian Kershaw: Der Hitler-Mythos. FĂŒhrerkult und Volksmeinung. Deutscher Taschenbuchverlag, MĂŒnchen 2002, S. 175–206.
  222. ↑ Götz Aly (Hrsg.): Volkes Stimme. Skepsis und FĂŒhrervertrauen im Nationalsozialismus. S. Fischer, Frankfurt am Main 2006.
  223. ↑ Jonathan Carr: Der Wagner-Clan. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2010, S. 200, 223 u. Ă¶.
  224. ↑ James H. McRandle: The Track of the Wolf: Essays on National Socialism and its Leader, Adolf Hitler. Northwestern University Press, Evanston 1965.
  225. ↑ Volker Ullrich: Adolf Hitler. Biographie. Bd. 1: Die Jahre des Aufstiegs 1889—1939. S. Fischer, Frankfurt am Main 2013, S. 318.
  226. ↑ Heike B. Görtemaker: Eva Braun: Leben mit Hitler. Beck, MĂŒnchen 2010, S. 51 bis 63.
  227. ↑ „Ich muß in KĂŒrze an die Macht kommen (
). Ich muß! Ich muß!“ soll er dabei gerufen haben. Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 436. Zitiert nach Albert Krebs: Tendenzen und Gestalten der NSDAP. Stuttgart 1959, S. 136 f.
  228. ↑ Volker Ullrich: Adolf Hitler. Biographie. Bd. I: Die Jahre des Aufstiegs 1889–1939. Frankfurt am Main 2013, S. 455.
  229. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 671; Wilhelm von Sternburg, Silke Reimers: Die Geschichte der Deutschen. Campus, 2005, ISBN 3-593-37100-6, S. 224.
  230. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1945. 2009, S. 76 und 164.
  231. ↑ Saul FriedlĂ€nder: Kitsch und Tod: Der Widerschein des Nazismus. (1986) Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2007, ISBN 3-596-17968-8, S. 118; Marcel Atze: „Unser Hitler“. Der Hitler-Mythos im Spiegel der deutschsprachigen Literatur nach 1945. Wallstein, Göttingen 2003, S. 138 f.
  232. ↑ Brigitte Hamann: Hitlers Wien. MĂŒnchen 1998, S. 333 f.
  233. ↑ Timothy W. Ryback: Hitler’s Private Library. The Books that Shaped his Life. Alfred A. Knopf, New York 2008, ISBN 978-1-4000-4204-3, S. 14f.
  234. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. Stuttgart 1998, S. 50.
  235. ↑ Institut fĂŒr Zeitgeschichte MĂŒnchen-Berlin: Der Obersalzberg als Ort der Zeitgeschichte.
  236. ↑ a b Hans-Ulrich Wehler: Deutsche Gesellschaftsgeschichte, Band 4. Beck, MĂŒnchen 2003, S. 658.
  237. ↑ Martin Broszat: Soziale Motivation und FĂŒhrer-Bindung des Nationalsozialismus. In: VfZ 18/1970, S. 392–409 (PDF; 922,28 kB).
  238. ↑ Saul FriedlĂ€nder: Nachdenken ĂŒber den Holocaust. Beck, MĂŒnchen 2007, ISBN 3-406-54824-5, S. 33 f.
  239. ↑ Saul FriedlĂ€nder: Nachdenken ĂŒber den Holocaust. MĂŒnchen 2007, S. 35.
  240. ↑ Hans-JĂŒrgen Döscher: „Reichskristallnacht“. Die Novemberpogrome 1938. Ullstein, Berlin 1988, S. 77 ff.
  241. ↑ Zit. n. Christoph Strupp: Beobachtungen in der Diktatur. Amerikanische Konsulatsberichte aus dem Â»Dritten Reich«. In: Fremde Blicke auf das Â»Dritte Reich«. Berichte auslĂ€ndischer Diplomaten ĂŒber Herrschaft und Gesellschaft in Deutschland 1933 – 1945. Hg. von Frank Bajohr und Christoph Strupp. Wallstein Verlag, Göttingen 2. Auflage 2012, S. 115.
  242. ↑ Christoph Strupp: Beobachtungen in der Diktatur. Amerikanische Konsulatsberichte aus dem Â»Dritten Reich«. In: Fremde Blicke auf das Â»Dritte Reich«. Göttingen 2012, S. 110.
  243. ↑ Max Domarus (Hrsg.): Hitler. Reden und Proklamationen 1932–1945. Kommentiert von einem deutschen Zeitgenossen. Neuauflage, Band 4, Bolchazy-Carducci, Mundelein, Illinois 1988, S. 1663.
  244. ↑ Erhard SchĂŒtz, Eckhard Gruber: Mythos Reichsautobahn. Bau und Inszenierung der ‚Straßen des FĂŒhrers‘ 1933–1941. Ch. Links, 1996, ISBN 3-86153-117-8; Klaus Wiegrefe: NS-Erbe: Der Wahn von der Autobahn. Der Spiegel vom 11. Oktober 2007.
  245. ↑ Hubert Faensen: Hightech fĂŒr Hitler. Die Hakeburg – Vom Forschungszentrum zur Kaderschmiede. Ch. Links, 2001, S. 70.
  246. ↑ Micha Richter: Hitlers gescheiterte BauplĂ€ne: Kein Licht am Ende des Tunnels. Der Spiegel vom 17. September 2008.
  247. ↑ Eckart Dietzfelbinger, Gerhard Liedtke: NĂŒrnberg – Ort der Massen: Das ReichsparteitagsgelĂ€nde. Vorgeschichte und schwieriges Erbe. Ch. Links, 2004, S. 41.
  248. ↑ Christoph Strohm: Die Kirchen im Dritten Reich. Beck, MĂŒnchen 2011, ISBN 978-3-406-61224-4, S. 7–15.
  249. ↑ Friedrich Zipfel: Publikationen der Forschungsgruppe Berliner Widerstand beim Senator fĂŒr Inneres in Berlin Band I: Kirchenkampf in Deutschland 1933–1945. Walter de Gruyter, Berlin 1965, ISBN 3-110-00459-3, S. 1–3.
  250. ↑ Christoph Strohm: Die Kirchen im Dritten Reich. MĂŒnchen 2011, S. 16–19.
  251. ↑ Hubert Wolf: Papst und Teufel: Die Archive des Vatikan und das Dritte Reich. 2. Auflage, Beck, MĂŒnchen 2009, S. 172–194.
  252. ↑ Christoph Strohm: Die Kirchen im Dritten Reich. MĂŒnchen 2011, S. 23.
  253. ↑ Hubert Wolf: Papst und Teufel: Die Archive des Vatikan und das Dritte Reich. MĂŒnchen 2009, S. 196–200.
  254. ↑ Fritz Fischer: Hitler war kein Betriebsunfall: AufsĂ€tze. Beck, MĂŒnchen 1991, ISBN 3-406-34051-2, S. 201.
  255. ↑ Christoph Strohm: Die Kirchen im Dritten Reich. MĂŒnchen 2011, S. 23–35.
  256. ↑ Kurt Dietrich Schmidt: EinfĂŒhrung in die Geschichte des Kirchenkampfes in der nationalsozialistischen Zeit. 2. Auflage, Ludwig-Harms-Haus, 2009, ISBN 3-937-30161-5, S. 56.
  257. ↑ Christoph Strohm: Die Kirchen im Dritten Reich. MĂŒnchen 2011, S. 35–38.
  258. ↑ Christoph Strohm: Die Kirchen im Dritten Reich. MĂŒnchen 2011, S. 40–61.
  259. ↑ Christoph Strohm: Die Kirchen im Dritten Reich. MĂŒnchen 2011, S. 67–80.
  260. ↑ Christoph Strohm: Die Kirchen im Dritten Reich. MĂŒnchen 2011, S. 81–92.
  261. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1936. DVA, Stuttgart 1998, S. 698 f.
  262. ↑ Heinrich August Winkler: Geschichte des Westens. Die Zeit der Weltkriege 1914–1945. Beck, MĂŒnchen 2011, S. 758.
  263. ↑ Wilhelm Treue: Dokumentation: Hitlers Denkschrift zum Vierjahresplan. In: VfZ 3/1955, Heft 2, S. 184–210 (PDF; 5,0 MB); Rolf-Dieter MĂŒller: Der Zweite Weltkrieg. Klett-Cotta, Stuttgart 2004, ISBN 3-608-60021-3, S. 55, 109 f.
  264. ↑ Die sogenannte Hoßbach-Niederschrift darĂŒber wurde zum SchlĂŒsseldokument der Anklage in NĂŒrnberg wegen „Verschwörung gegen den Frieden“.
  265. ↑ Zit. n. Volker Ullrich: Adolf Hitler. Biographie. Bd. I: Die Jahre des Aufstiegs 1889–1939. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013, S. 769–771.
  266. ↑ Aussage Neuraths im NĂŒrnberger Prozess, zit. n. Volker Ullrich: Adolf Hitler. Biographie. Bd. I: Die Jahre des Aufstiegs 1889–1939. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2013, S. 773.
  267. ↑ Rudolf Absolon: Die Wehrmacht im Dritten Reich, Band IV: 5. Februar 1938 bis 31. August 1939. 2. Auflage, Harald Boldt Verlag im R. Oldenbourg Verlag, MĂŒnchen 1998, ISBN 3-486-41739-8, S. 156–158.
  268. ↑ JĂŒrgen Förster: Die Wehrmacht im NS-Staat. Eine strukturgeschichtliche Analyse. Oldenbourg, MĂŒnchen 2009, ISBN 3-486-59171-1, S. 152–154, 178.
  269. ↑ Joachim Fest: Hitler. Eine Biographie. Ullstein, 7. Auflage, Berlin 2004, S. 753–755.
  270. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 169–182
  271. ↑ Protokoll einer Besprechung Karl Hermann Franks mit Hitler am 23. September 1940, zitiert nach RenĂ© KĂŒpper: Karl Hermann Frank (1898–1946). Politische Biographie eines sudetendeutschen Nationalsozialisten. Oldenbourg, MĂŒnchen 2010, ISBN 978-3-486-59639-7, S. 168. Zur Pseudoautonomie des Protektorats vgl. ebenda, S. 131–134.
  272. ↑ Marie-Luise Recker: Die Außenpolitik des Dritten Reiches. 2. Auflage, Oldenbourg, MĂŒnchen 2010, ISBN 978-3-486-59182-8, S. 23–25.
  273. ↑ Horst Rohde: Hitlers erster „Blitzkrieg“ und seine Auswirkungen auf Nordosteuropa. In: Klaus A. Maier und andere (MilitĂ€rgeschichtliches Forschungsamt, Hrsg.): Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg Band 2: Die Errichtung der Hegemonie auf dem europĂ€ischen Kontinent. DVA, Stuttgart 1979, S. 82.
  274. ↑ Winfried Baumgart: Zur Ansprache Hitlers vor den FĂŒhrern der Wehrmacht am 22. August 1939. Eine quellenkritische Untersuchung. In: VfZ 2/1968, S. 133 (PDF; 5,77 MB).
  275. ↑ Zitiert nach Hans-Adolf Jacobsen: Der Weg zur Teilung der Welt. Politik und Strategie 1939–1945. Koblenz/Bonn 1977, ISBN 3-8033-0258-7, S. 23–26.
  276. ↑ Joan Levinstein: Notorious Leaders. Adolf Hilter [sic]: 1938. In: Time.com, zuletzt abgerufen am 19. Dezember 2010.
  277. ↑ Alexander LĂŒdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 25 und 27.
  278. ↑ Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933–1945. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003, ISBN 3-534-15158-5, S. 64–67.
  279. ↑ Udo Benzenhöfer: Der gute Tod? Geschichte der Euthanasie und Sterbehilfe. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, ISBN 978-3-525-30162-3, S. 99 f.
  280. ↑ Udo Benzenhöfer: Der gute Tod? Geschichte der Euthanasie und Sterbehilfe. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2009, S. 103.
  281. ↑ Order to Bouhler and Dr. Karl Brandt to increase the authority of physicians to perform euthanasia. Harvard Law School Library Item No. 2493. Faksimile in der Bibliothek der Harvard University; Vera Große-Vehne: Tötung auf Verlangen (§ 216 StGB), „Euthanasie“ und Sterbehilfe. Reformdiskussion und Gesetzgebung seit 1870 (= Juristische Zeitgeschichte, 3: BeitrĂ€ge zur modernen Strafgesetzgebung, 19). BWV Berliner Wiss.-Verl., Berlin 2005, ISBN 3-8305-1009-8, S. 125–135.
  282. ↑ a b Ino Arndt, Wolfgang Scheffler: Organisierter Massenmord an Juden in nationalsozialistischen Vernichtungslagern. Ein Beitrag zur Richtigstellung apologetischer Literatur. In: VfZ 24/1976, Heft 2, S. 112–114 (PDF; 1,39 MB).
  283. ↑ Zitiert nach Hans-Adolf Jacobsen: Der Weg zur Teilung der Welt. Politik und Strategie 1939–1945. Koblenz/Bonn 1977, ISBN 3-8033-0258-7, S. 56 f.
  284. ↑ Karl-Heinz Frieser: Blitzkrieg-Legende – Der Westfeldzug 1940. MĂŒnchen 2005, ISBN 3-486-57824-3, S. 382–394.
  285. ↑ Ab MĂ€rz 1943 verwendeten deutsche Soldaten und Zivilisten die AbkĂŒrzung „Gröfaz“ im FlĂŒsterwitz als ironische Anspielung auf Hitlers militĂ€rische Niederlagen und auf die AbkĂŒrzungsmanie der Nationalsozialisten. Dazu Cornelia Berning: Die Sprache des Nationalsozialismus. In: Zeitschrift fĂŒr Deutsche Wortforschung 17 (1961), S. 83.
  286. ↑ Karl-Heinz Frieser: Blitzkrieg-Legende – Der Westfeldzug 1940. MĂŒnchen 2005, S. 393 und 409 ff.
  287. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 413.
  288. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 411.
  289. ↑ Alexander LĂŒdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 69.
  290. ↑ Gerhard L. Weinberg: Der deutsche Entschluß zum Angriff auf die Sowjetunion. In: VfZ 1/1953, S. 301–318 (PDF; 901,83 kB).
  291. ↑ Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. KriegfĂŒhrung und Politik. (1967) dtv, 7. Auflage, MĂŒnchen 1982, S. 95 f.
  292. ↑ Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. KriegfĂŒhrung und Politik. (1967) 8. Auflage, dtv, MĂŒnchen 1985, S. 96–99.
  293. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 444.
  294. ↑ Lothar Gruchmann: Der Zweite Weltkrieg. MĂŒnchen 1985, S. 99–101.
  295. ↑ Dieter Gosewinkel: Die Illusion der europĂ€ischen Kollaboration. Marschall PĂ©tain und der Entschluss zur Zusammenarbeit mit dem nationalsozialistischen Deutschland 1940 In: Themenportal EuropĂ€ische Geschichte (2007) (aufgerufen 13. November 2013); Detlev Zimmermann: Philippe PĂ©tain (1856–1951). In: GĂŒnther Fuchs, Udo Scholze u. Detlev Zimmermann: Werden und Vergehen einer Demokratie. Frankreichs Dritte Republik in neun PortrĂ€ts. Leipzig 2004, S. 221.
  296. ↑ Ian Kershaw: Wendepunkte. SchlĂŒsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. MĂŒnchen 2008, S. 115.
  297. ↑ Molotow hatte am Ende resĂŒmiert, die Sowjets hĂ€tten Interessen auf dem Balkan und im Ostseeraum, nicht aber im Indischen Ozean, wohin Ribbentrop die sowjetischen Ambitionen lenken wollte. Zu den Verhandlungen siehe Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 447 f.
  298. ↑ Ian Kershaw: Wendepunkte. SchlĂŒsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. MĂŒnchen 2008, S. 112 f. und 116.
  299. ↑ Ian Kershaw: Wendepunkte. SchlĂŒsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. MĂŒnchen 2008, S. 119.
  300. ↑ Uwe Klußmann: Drang zum Zuschlagen. In: Spiegel Geschichte 3/2010, S. 24.
  301. ↑ Ian Kershaw: Wendepunkte. SchlĂŒsselentscheidungen im Zweiten Weltkrieg 1940/41. DVA, MĂŒnchen 2008, S. 95.
  302. ↑ Rolf-Dieter MĂŒller: Hitler war kein Bismarck. In: Spiegel Geschichte 3/2010, S. 66.
  303. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1939–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 464.
  304. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 472–474.
  305. ↑ Erich F. Sommer: Das Memorandum. Wie der Sowjetunion der Krieg erklĂ€rt wurde. Herbig, MĂŒnchen/Berlin 1991, ISBN 3-7766-1158-8, S. 353.
  306. ↑ Karl Lange: Der Terminus „Lebensraum“ in Hitlers „Mein Kampf“. In: VfZ 13/1965, Heft 4, S. 427 (PDF; 678,78 kB).
  307. ↑ Zitiert nach Jörg GanzenmĂŒller: Das belagerte Leningrad. Die Stadt in den Strategien von Angreifern und Verteidigern. Paderborn 2005, S. 20.
  308. ↑ Rolf-Dieter MĂŒller: Der Feind steht im Osten. Hitlers geheime PlĂ€ne fĂŒr einen Krieg gegen die Sowjetunion im Jahr 1939. Christoph Links Verlag, Berlin 2013, S. 240, 244, 245, 247, 248 f.
  309. ↑ Walther Rohland: Bewegte Zeiten. Erinnerungen eines EisenhĂŒttenmannes. Stuttgart 1978, S. 78; zitiert nach Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 593.
  310. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 563, 585 und 588.
  311. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 594.
  312. ↑ Hitlers Weisung vom 19. Dezember 1941, zitiert nach Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 608.
  313. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 612 und ebda. Fn 392.
  314. ↑ Franz Halder (1949), zitiert nach Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 607, Fn 372.
  315. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 612.
  316. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. DVA, Stuttgart 2000, S. 474.
  317. ↑ Gerd R. UeberschĂ€r: Das Scheitern des „Unternehmens Barbarossa“. In: Gerd R. UeberschĂ€r, Wolfram Wette: Der deutsche Überfall auf die Sowjetunion: „Unternehmen Barbarossa” 1941. Frankfurt am Main 2011, S. 120.
  318. ↑ Andreas Hillgruber: Der Zweite Weltkrieg 1939–1945. Kriegsziele und Strategie der Großen MĂ€chte. Stuttgart 1989, S. 81.
  319. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 512.
  320. ↑ Christian Hartmann: Unternehmen Barbarossa. Der deutsche Krieg im Osten 1941–1945. Beck, MĂŒnchen 2011, S. 115 f.
  321. ↑ Timothy Snyder: Bloodlands: Europa zwischen Hitler und Stalin. Beck, MĂŒnchen 2011, S. 419 und 196.
  322. ↑ Christian Streit: Keine Kameraden: Die Wehrmacht und die sowjetischen Kriegsgefangenen 1941–1945. Bonn 1997, S. 10 und 244 ff.
  323. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1889–1945. Stuttgart 2009, S. 619 u. 624; Dieter Pohl: Verfolgung und Massenmord in der NS-Zeit 1933–1945. Darmstadt 2003, S. 70 f., 75–79.
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  329. ↑ Joseph Goebbels: Die TagebĂŒcher. Teil 2, Bd. 2, S. 498 (Eintrag vom 13. Dezember 1941). Zitiert bei Heiko Heinisch: Hitlers Geiseln: HegemonialplĂ€ne und der Holocaust. Passagen, Wien 2005, ISBN 3-85165-662-8, S. 190.
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  345. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 793–796.
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  347. ↑ Alexander LĂŒdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, ISBN 978-1-4054-8585-2, S. 105.
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  350. ↑ Henrik Eberle, Matthias Uhl (Hrsg.): Das Buch Hitler. Geheimdossier des NKWD fĂŒr Josef W. Stalin, zusammengestellt von Otto GĂŒnsche und Heinz Linge, Moskau 1948/49. LĂŒbbe, Bergisch Gladbach 2005, S. 211 f.
  351. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 777 f.
  352. ↑ Eintragung vom 1. September 1943, zitiert nach Peter Longerich: Goebbels. Biographie. Siedler, MĂŒnchen 2010, S. 593.
  353. ↑ a b Alexander LĂŒdeke: Der Zweite Weltkrieg. Ursachen, Ausbruch, Verlauf, Folgen. Berlin 2007, S. 199.
  354. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 797. Dieses (Flucht-)Verhalten hatte der Harvard-Psychoanalytiker Walter C. Langer 1943 vorhergesagt.
  355. ↑ Ian Kershaw: Hitler. 1936–1945. Stuttgart 2000, S. 797. Die Silvesteransprache dokumentiert das Deutsche Historische Museum aus dem Deutschen Rundfunkarchiv: Adolf Hitler: Silvesteransprache 31. Dezember 1944. In: LeMO, abgerufen am 8. August 2012.
  356. ↑ Ellen Gibbels: Hitlers Parkinson-Krankheit: zur Frage eines hirnorganischen Psychosyndroms. Springer, 1990, ISBN 3-540-52399-5, S. 93.
  357. ↑ Ian Kershaw: Das Ende. Kampf bis in den Untergang. NS-Deutschland 1944/45. MĂŒnchen 2011, S. 193 f.
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  362. ↑ Ian Kershaw: Das Ende. Kampf bis in den Untergang. NS-Deutschland 1944/45. DVA, MĂŒnchen 2011, S. 399 (Denken in extremen Alternativen), S. 404 (Vergleich zw. dt. und „Ostvolk“), S. 405 f. (Speers Falschdarstellung gegenĂŒber Hitler und Goebbels’ Tagebucheintrag vom 28. MĂ€rz 1945).
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