Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Adolf Schlatter

Adolf Schlatter, vor 1907
Adolf Schlatter (* 16. August 1852 in St. Gallen; † 19. Mai 1938 in TĂŒbingen) war ein Schweizer evangelischer Theologe und Professor fĂŒr Neues Testament und Systematik in Bern, Greifswald, Berlin und TĂŒbingen. Er ist Autor von ĂŒber 400 Publikationen fĂŒr die Hand von Wissenschaftlern und einfachen Gemeindegliedern. Seine Forschungsschwerpunkte lagen in der Entwicklung einer „empirischen Theologie“ sowie in der beobachtenden Auslegung des Neuen Testaments fĂŒr Fachleute und Laien. Er gilt in Fachkreisen als theologisches Original abseits der Hauptströmungen seiner Zeit.[1] Obwohl er keine Schulrichtung hervorbrachte, werden etliche seiner Werke in Theologie und Kirche bis heute rezipiert.[2]

Inhaltsverzeichnis

Leben

Kindheit und Jugend

Adolf Schlatters Elternhaus in St. Gallen (Schweiz)

Schlatter war Sohn des Kaufmannsehepaars Hektor Stephan und Wilhelmine Schlatter sowie Enkel der gesellschaftlich bedeutenden Pietistin und Ökumenikerin Anna Schlatter.[3] Er wuchs mit sieben Geschwistern in einem Elternhaus auf, das tief im christlichen Glauben verwurzelt war. Sein Vater hatte sich nach seiner Heirat von der reformierten Landeskirche losgesagt, die ihm theologisch als zu liberal galt, und mit anderen GlĂ€ubigen eine evangelische Freikirche gegrĂŒndet. Seine Mutter war ihrer Kirche treu geblieben. Die damit gegebene Konfessionsverschiedenheit seiner Eltern war fĂŒr Schlatter und seine Geschwister prĂ€gend: Am Gang zur Kirche trennten sich die Wege. Dennoch hielten seine Eltern auch in Glaubensdingen stets fest zusammen und vermittelten ihren Kindern, dass nicht die Kirchenzugehörigkeit und die Theologie, sondern die Person Jesu und der Glaube an ihn das Fundament des Christentums sei. Diese Unterscheidung galt seinen Eltern, aber mehr noch seiner Großmutter ausdrĂŒcklich auch fĂŒr das VerhĂ€ltnis zu katholischen Mitchristen. Dem jungen Schlatter war damit neben einer biblischen Frömmigkeit die Erfahrung einer fĂŒr damalige VerhĂ€ltnisse unĂŒblichen konfessionellen Weite zuteil geworden.[4] Die Eltern fĂŒhrten ihre Kinder auf zahlreichen Wanderungen durch den Alpenraum an die Schönheit der Natur heran. Die hohe WertschĂ€tzung der Schöpfung, die Schlatter als Theologe unermĂŒdlich betonte, nahm hier ihren Anfang.[5]

In seiner Schulzeit (1858–1869) erwies sich der junge Schlatter als Ă€ußerst sprachbegabt und erhielt daher zum Teil privaten Unterricht, unter anderem in Griechisch, Latein und HebrĂ€isch. Sein Lehrer Franz Misteli leitete ihn dabei zu derjenigen akribischen philologischen Beobachtung an, die spĂ€ter zur methodischen Grundlage seiner Theologie wurde. Hinzu kamen erste BerĂŒhrungen mit der Philosophie Kants und Hegels sowie ein starkes Engagement in einem kirchlichen VorlĂ€ufer des Christlichen Vereins Junger Menschen.[6]

Entgegen der Hoffnung seiner Eltern lehnte er das Theologiestudium zunĂ€chst aus der Angst heraus, dass dieses seinen Glauben zerstören könne, ab. Als seine Ă€lteste Schwester Lydia diese Entscheidung in Frage stellte, wurde ihm schlagartig klar, „dass ich mir dann, wenn ich mich feig dem Studium entziehe, den Glauben nicht rette, sondern ihn eben damit preisgegeben habe“. Daraufhin wagte er das Studium als Glaubensschritt: „Denen, die mich nach dem Tag meiner Bekehrung fragen, bin ich geneigt, zu antworten, daß mein Entschluß, Theologie zu studieren, meine Bekehrung war.“[7]

Adolf und Susanna Schlatter, geb. Schoop als junge Eheleute kurz nach ihrer Hochzeit 1878

Studium, Pfarramt, Familie

Adolf Schlatter studierte ab 1871 zunĂ€chst in Basel Theologie.[8] Hier durchlebte er eine vor allem durch die BeschĂ€ftigung mit Spinoza ausgelöste krisenhafte Zeit des Suchens, aber auch wesentliche Erkenntnisse durch die Vorlesungen im Fach Philosophie durch Karl Steffensen, der ihn darauf stieß, dass alle Gedanken (auch die „reine Vernunft“) Produkte ihrer Geschichte seien.[9] Seine TĂŒbinger Semester (1873–1874) standen unter dem Eindruck von Johann Tobias Beck, dessen Verbindung von persönlich-existentiellem Glauben und wissenschaftlicher Forschung bei Schlatter einen so tiefen Eindruck hinterließ, dass er sich spĂ€ter als „Nachfolger Becks“ beschreiben konnte.[10] Sein Examen legte er 1875 in Basel mit der Bestnote ab. Einem kurzen Pfarrvikariat in Kilchberg (1875) folgte ein Diakonat in NeumĂŒnster/ZĂŒrichsee (1875–1876), dessen prĂ€gendstes Ereignis die intensive BeschĂ€ftigung mit dem katholischen Systematiker und Philosophen Franz von Baader war. Zu der Zeit, in der er in Kesswil ein Pfarramt innehielt (1877–1880), heiratete er Susanna Schoop. Seine Ehe war ausgesprochen glĂŒcklich.[11] Das Ehepaar bekam fĂŒnf Kinder. Die Publikation eines Aufsatzes ĂŒber die „Christologie der Bergpredigt“ (1879) machte die Evangelische Gesellschaft Bern auf den Kesswiler Pfarrer aufmerksam. Sie suchte gerade einen „positiv“ (also nicht theologisch liberal) gesinnten Kandidaten fĂŒr eine LehrtĂ€tigkeit an der Berner theologischen FakultĂ€t. Aufgrund ihrer Anfrage habilitierte sich Schlatter an der UniversitĂ€t Bern in nur vier Wochen mit einem 200 Druckseiten starken Werk ĂŒber Johannes den TĂ€ufer.[12]

Privatdozent in Bern

Das HauptgebÀude der UniversitÀt Bern (1909)

Im Jahr 1880 wurde Adolf Schlatter Privatdozent an der UniversitĂ€t Bern.[13] Er war zu Beginn der LehrtĂ€tigkeit nahezu auf sich allein gestellt, da das Kollegium (mit Ausnahme des ihm gleichgesinnten Samuel Oettli) ihm, der auf Betreiben des zur FakultĂ€t in Opposition stehenden „Kirchlichen Vereins“ angestellt worden war, das GesprĂ€ch verweigerte. So suchte er – notgedrungen als Autodidakt – einen möglichst breit angelegten Zugang zur akademischen Theologie. Seine frĂŒhen Vorlesungen[14] umfassen sowohl alt- als auch neutestamentliche Themen,[15] Kirchen- und Dogmengeschichte,[16] Systematische Theologie[17] sowie Philosophie.[18] Im Zuge seiner Forschung grenzte er sich sowohl gegenĂŒber der „liberalen Theologie“ als auch gegen den naiven Biblizismus ab, der sich mit einem rein wörtlichen, ungeschichtlichen VerstĂ€ndnis biblischer Texte begnĂŒgt. Diese Lehrjahre bildeten die kreativste Phase in Schlatters Leben, in der er den Grundstein sowohl fĂŒr die spĂ€ter oft bewunderte Breite als auch fĂŒr die EigentĂŒmlichkeiten seines theologischen Schaffens legte. AnlĂ€sslich eines Preisausschreibens legte er 1885 ein ca. 600 Seiten starkes Werk mit dem Titel „Der Glaube im Neuen Testament“ vor, das fast hundert Jahre lang in der theologischen Fachwelt hohes Ansehen genoss.[19] Mit dieser Studie gelang ihm der wissenschaftliche Durchbruch, der 1888 zu seiner Ernennung zum außerordentlichen Professor durch die UniversitĂ€t Bern fĂŒhrte â€“ die mit diesem Schachzug die Abwanderung ihres Kollegen aber nicht mehr verhindern konnte.

Professor fĂŒr Neues Testament in Greifswald

Adolf Schlatter 1888

1888 folgte Schlatter einem Ruf an die UniversitĂ€t Greifswald auf den Lehrstuhl fĂŒr Neues Testament.[20] Zum prĂ€genden Element in dieser Zeit wurde seine Freundschaft mit Hermann Cremer und dem dortigen Luthertum, das er als Reformierter zwar schĂ€tzen lernte, mit dem er sich spĂ€ter allerdings auch kritisch auseinandersetzte.[21] Beide verstanden sich aufgrund des gemeinsamen Glaubens an Jesus Christus als Schrifttheologen, die sich eine Erneuerung der Theologie von der Vertiefung in die biblischen Schriften (hier besonders in deren Begrifflichkeiten) erhofften.

Mit Cremer gemeinsam kĂ€mpfte Schlatter um eine wissenschaftliche Alternative zur damals bestimmenden theologischen Schule Albrecht Ritschls. Hier erhielt er sowohl den wissenschaftlichen Austausch im Kollegenkreis als auch die Hörerzahlen, die er sich immer ersehnt hatte. Seine Aufgabe sah er darin, die Studenten anzuleiten, die Ă€ngstliche Traditions- und Lehrerbindung hinter sich zu lassen und selbstĂ€ndige Erkenntnis zu pflegen. Dem folgte auch seine „Einleitung in die Bibel“ fĂŒr die Laienhand, in der er nach seiner Ansicht berechtigte Beobachtungen der historisch-kritischen Theologie (z. B. zur Pseudepigraphie) aufnahm und sich dem Ansinnen des „frommen LĂŒgens“ zur Sicherung der eigenen Anschauung ĂŒber die Bibel verweigerte.[22]

Eine dreimonatige Reise nach PalĂ€stina 1891 vermehrte nicht nur Schlatters Kenntnisse des Heiligen Landes,[23] sondern hatte eine fĂŒr damalige Zeiten außerordentlich positive Einstellung zum Judentum sowie eine Warnung an die Kirche vor Antisemitismus sowie das EingestĂ€ndnis christlicher Schuld zur Folge.[24]

Professor fĂŒr Systematische Theologie in Berlin

Adolf von Harnack – Schlatters Antipode in Berlin

1893 wurde Schlatter durch ministerialen Erlass auf eine neu eingerichtete Professur fĂŒr Systematische Theologie in Berlin berufen. Den Anlass dazu bildete der sog. „Apostolikumsstreit“ zwischen dem liberalen Ordinarius Adolf von Harnack und der kirchlichen Öffentlichkeit. Diese sollte Schlatter als Systematiker der „kirchlich-positiven“ Richtung jetzt an der FakultĂ€t reprĂ€sentieren.[25] Trotz der konfliktĂ€ren Ausgangsbedingungen (wobei sich die Kritik hauptsĂ€chlich auf die Einmischung durch das Berliner Kultusministerium bezog) wurde Schlatter im Kollegenkreis freundlich aufgenommen.[26] Namentlich mit seinem Antipoden Adolf von Harnack verband ihn ein intensiver und freundschaftlicher Austausch, bei dem die theologischen GegensĂ€tze dennoch offen und kontrovers zur Sprache gebracht wurden. Diese FĂ€higkeit zur Trennung von Person und Sache war geradezu ein Persönlichkeitsmerkmal Schlatters.[27] Er selbst beschrieb die Christologie als Kern ihrer GegensĂ€tze: „Ob uns Jesus gezeigt wurde, wie er ist, ob wir sahen, was er uns verleiht, oder ob das Neue Testament hinter unserer ‚Wissenschaft‘ verschwand, das war die Frage, die zwischen mir und den Liberalen stand. Harnacks Dogma verlangte von ihm, daß er bei Jesus eine ‚Religion‘ suchte, die ‚die Seele‘ mit Gott verband. (
) Das Geschichtliche (dagegen) war das Vergangene, das Individualisierte und folgerichtig BeschrĂ€nkte, die Rinde, ohne die kein Baum wĂ€chst, die aber unbrauchbar bleibt. Nur durch den ‚Mythus‘ erhielt die Geschichte die absolute Bedeutung der göttlichen Rede und Wirkung (
) Darum leitete uns Harnack an, hinter dem Christentum nach seinem ‚Wesen‘ zu suchen. Dieses ‚Wesen‘ besaß aber keinen in deutliche Begriffe faßbaren Inhalt. Als das zu begehrende Ziel erschien eine Verinnerlichung des Einzelnen, der nun mit der Geschichte unvermeidlich die Gemeinschaft verlor und die Kirche bloß als drĂŒckende Last empfand. Die Dogmengeschichte wurde so zu dem Nachweise, daß das Dogma sich selbst zerstört habe. So stand zwischen mir und ihm die Frage (
), was Jesus sei“[28]. DemgegenĂŒber betonte Schlatter, dass sich Jesus gerade durch die Geschichtlichkeit der neutestamentlichen Botschaft und deren kirchliche Rezeption vermittelt: Er erblickte das „Wesen des Christentums“ gerade in der Einigung mit der Urchristenheit in dem, was sie der Kirche durch die biblischen Schriften von Jesus vermittelt.

In der Berliner Zeit knĂŒpfte Schlatter freundschaftliche Kontakte mit Friedrich von Bodelschwingh, die in das gemeinsam initiierte Bildungsprojekt der „Betheler theologischen Wochen“ mĂŒndete.[29] Dies konnte aber nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen, dass er sich in seiner fachlich isolierten Stellung an der Berliner FakultĂ€t zunehmend einsam fĂŒhlte.

Professor fĂŒr Neues Testament und Systematische Theologie in TĂŒbingen

Adolf Schlatter am Katheder. Scherenschnitt von Gerhard LĂŒling

In diese Situation hinein warb die evangelisch-theologische FakultĂ€t in TĂŒbingen um Schlatter. Er erkannte die Chance, dort das Erbe seines bedeutenden Lehrers Johann Tobias Beck fortsetzen zu können,[30] und trat 1898 dort an. Entgegen seinen Hoffnungen blieb es um Schlatter anfĂ€nglich einsam: Kollegialen Austausch gab es kaum (die einzige rĂŒhmliche Ausnahme war die intensive Weggemeinschaft mit dem jungen Karl Holl). Seine Studentenschaft war zwar recht diskussionsfreudig (wofĂŒr er dankbar war), bestand aber nahezu ausschließlich aus Nicht-WĂŒrttembergern. Zehn Jahre benötigte Schlatter, um in der WĂŒrttembergischen Kirche wirklich Fuß zu fassen. HinderungsgrĂŒnde waren 1.) die durch die Religionsgeschichtliche Schule geweckten Hörerwartungen, die Schlatter dadurch konterkarierte, dass er das Neue Testament mit Hilfe des zwischentestamentlichen und rabbinischen Judentums erklĂ€rte (statt mit komplexen religionsgeschichtlichen Vergleichen),[31] 2.) die doppelte Dominanz der Ritschl-Schule und einer auf Ausgleich zur konservativen Kirchlichkeit bemĂŒhten Vermittlungstheologie, die sich mit dem temperamentvollen und theologisch widerstĂ€ndigen Schlatter schwer tat, 3.) Schlatters vorschnelle Etikettierung als „orthodoxer Parteimann“, der wiederum 4.) seitens des WĂŒrttembergischen Pietismus aufgrund seines WissenschaftsverstĂ€ndnisses, das auch vom Glaubenden die unvoreingenommene Wahrnehmung der Wirklichkeit (nach seiner Terminologie den „Sehakt“) verlangte, kritisch beĂ€ugt wurde.[32]

Adolf Schlatter mit seiner Frau Susanna und ihren fĂŒnf Kindern

Am Ende dieses schweren ersten Jahrzehnts starb 1907 völlig ĂŒberraschend seine geliebte Frau Susanna und hinterließ einen tiefen Einschnitt in Schlatters Leben. Er verzichtete um seines Dienstes willen bewusst auf eine zweite Ehe, zog seine Kinder (von denen zwei noch zur Schule gingen) alleine groß und vertiefte sich dann derartig in die Theologie, dass die folgenden sieben Jahre zu seiner „produktivste(n) und zugleich theologisch fruchtbarste(n) Phase seiner akademischen TĂ€tigkeit“ wurden (Neuer).[33] Im Bestreben, seine Lebensarbeit fĂŒr die Nachwelt zusammenzufassen, veröffentlichte er ca. 4000 Seiten Literatur, darunter die exegetischen und systematischen Hauptwerke „Das Wort Jesu“, „Die Lehre der Apostel“, „Das christliche Dogma“ und „Die christliche Ethik“. In der wĂŒrttembergischen Studentenschaft und der Landeskirche war er jetzt fest etabliert und zum Teil hoch angesehen. Dies erkannte Schlatter inmitten einer recht skeptischen Bestandsaufnahme seiner bisherigen TĂŒbinger Zeit, als im Jahr 1910 die theologische FakultĂ€t der UniversitĂ€t Halle um ihn warb und sich zahlreiche Persönlichkeiten aus FakultĂ€t, Studentenschaft und Landeskirche nachdrĂŒcklich (und erfolgreich) fĂŒr sein Bleiben einsetzten; in den folgenden Semestern hatten einige seiner Vorlesungen deutlich ĂŒber hundert Hörer.[34]

Der Erste Weltkrieg kostete zu Schlatters Kummer seinen jĂŒngsten Sohn Paul das Leben. Durch eine lange Zeit der Niedergeschlagenheit hindurchgehend[35] hielt er noch 15 Semester ĂŒber seine Emeritierung im Jahr 1922 hinaus Vorlesungen, in denen er sich ĂŒber eine große Hörergemeinde freuen konnte.[36] Zu seinen Hörern zĂ€hlten spĂ€tere theologische Persönlichkeiten wie Dietrich Bonhoeffer, Ernst Fuchs, Ernst KĂ€semann, Walther von Loewenich, Karl-Heinrich Rengstorf (1903–1992), Erich Seeberg u. a.[37] Dabei riefen seine Thesen, die nicht mit (manchmal scharfer) Kritik an der zeitgenössischen Exegese sparten, aber bisweilen die direkte Auseinandersetzung mit deren konkreten Annahmen umgingen, nicht nur Zustimmung, sondern auch Ablehnung hervor; so fĂŒhlte sich der junge Karl Barth von Schlatter anfangs geradezu abgestoßen. Jedoch verstand sich Schlatter gegenĂŒber seinen Studenten auch als Seelsorger, der viel Zeit und Kraft in Sprechstunden und „offene Abende“ investierte, in denen er sich persönlich den individuellen Fragen und Problemen seiner Hörer widmete und sie im Sinne einer „sokratischen Methode“ (Hans Brandenburg) durch RĂŒckfragen zu eigenstĂ€ndigem Denken und Entscheiden anleitete. Einige seiner Studenten berichteten, dass sie dies als mutmachend, herausfordernd und aus einer gewissen frommen Enge befreiend erlebten.[38]

<span id="Römerbrief"/>Ab 1930 ruhte Schlatters LehrtĂ€tigkeit. Stattdessen widmete er sich nun erneut der literarischen Produktion, die trotz nachlassender KrĂ€fte bis kurz vor seinem Tode am 19. Mai 1938 andauerte.[39] In dieser Zeit entstanden bedeutende Alterswerke wie der Kommentar zum Johannes- und zum Lukasevangelium oder zum Jakobusbrief, aber auch eine Übersetzung des Neuen Testaments (1931 herausgegeben)[40] und vor allem sein Kommentar zum Römerbrief unter dem Titel „Gottes Gerechtigkeit“ (1934), der zum Klassiker avancierte.[41] Er stellte bereits eine Reaktion auf die Römerbriefkommentare von Karl Barth und Paul Althaus dar und formulierte in Kritik und Erweiterung von Martin Luthers Römerbriefvorlesung von 1515/16, dass „nicht die individuelle Rechtfertigung des SĂŒnders, sondern Gottes Heil schaffende, auf das Volk der Juden und die ĂŒbrige Völkerwelt zielende, beim Einzelnen und in der Kirche Glauben und Ethos wirkende Gerechtigkeit (Gottes) das eigentliche Thema des Briefes sei“ (Neuer)[42] â€“ ein Gedanke, der ihm von zahlreichen Lutheranern viel Kritik einbrachte, der sich aber in der wissenschaftlichen Römerbriefauslegung durchsetzte.[42]

Werk

Überblick

Adolf Schlatter an seinem Schreibtisch in TĂŒbingen
Schlatters theologische Forschung erstreckt sich interdisziplinĂ€r ĂŒber drei Bereiche: BezĂŒglich des Neuen Testaments wurde er einerseits durch seine exegetischen Kommentare bekannt, die an eine breite Öffentlichkeit gerichtet waren, aber andererseits durch seine zahlreichen Arbeiten zum zwischentestamentlichen und rabbinischen Judentum, dessen Gedankengut er â€“ erstmalig in der Forschungsgeschichte â€“ fĂŒr das VerstĂ€ndnis des Neuen Testaments heranzog. In der Systematischen Theologie entwarf er eine Dogmatik und eine Ethik, die aufgrund ihrer denkerischen EigenstĂ€ndigkeit zu den grĂ¶ĂŸten Herausforderungen im Theologiestudium zĂ€hlen. Die Philosophie bereicherte er unter anderem postum mit einer „Metaphysik“, die ihn als Vertreter eines „Kritischen Realismus“ ausweist. Seit dem Jahr 1897 war er neben Hermann Cremer Mitherausgeber der Zeitschrift „BeitrĂ€ge zur Förderung christlicher Theologie“.

Grundprinzipien

Schlatters wissenschaftlicher Ansatz geht von einer anthropologischen Grundanschauung aus, die ihm durch die Schriften Franz von Baaders vermittelt worden war, nĂ€mlich der Vorordnung des Empfangens vor dem Wirken: „Die uns gegebene Gestalt unseres Bewußtseins zeigt uns (...), dass alles Wirken auf unserem Empfangen und alles Reden auf unserem Hören beruht“.[43] Diese Vorordnung zieht sich wie ein roter Faden durch seine gesamte Theologie und Philosophie. In allen VollzĂŒgen des personalen Lebens lĂ€sst sich diese Grunddisposition seiner Ansicht nach aufweisen.

So macht Schlatter als Voraussetzung allen wissenschaftlichen Denkens die Voranstellung der Wahrnehmung vor der Urteilsbildung namhaft: „Wissenschaft ist erstens Sehen und zweitens Sehen und drittens Sehen und immer wieder Sehen.“[44] Erst nach der „sauberen Beobachtung“ des Vorhandenen[45] sei eine Urteilsbildung möglich und sinnvoll. Mit diesem Ansatz, der in der gegenwĂ€rtigen Schlatter-Forschung in Nachbarschaft zur PhĂ€nomenologie gesehen wird,[46] steht er in Gegensatz zu der in der Theologie seiner Zeit vorherrschenden Ritschl-Schule.[47] Diese war maßgeblich vom „Deutschen Idealismus“ der PrĂ€gung Immanuel Kants bestimmt, dessen Philosophie gerade von „synthetischen Urteilen a priori“ ausgeht. Dem hĂ€lt Schlatter entgegen: „Eine ‚reine Vernunft‘, die denken könnte, ohne zu empfangen, ist, wenn dabei vom Menschen gesprochen wird, ein Phantom“.[48] Jede vorschnelle Systembildung, die eine Spekulation bzw. eine Theorie des Seins vor dessen Beobachtung stellt, fĂŒhrt nach Schlatter im Ergebnis zu falscher, irrefĂŒhrender Erkenntnis.

Auf dem Wege konsequenter Wahrnehmung kann man laut Schlatter nur auf Gott stoßen. Er war ĂŒberzeugt von der Offenbarung Gottes in der Schöpfung und in Jesus Christus, die sich durch saubere Beobachtung der Natur und der Geschichte erschließt. Glaube und (richtig betriebene) Wissenschaft schließen sich fĂŒr ihn darum nicht aus, sondern ein.[49]

Schlatter als Exeget

Die Geschichte, in der sich Gott den Menschen zeigt, wird laut Schlatter wahrnehmbar durch die biblischen Schriften. Als er einmal gefragt wurde, ob er ‚auf der Schrift‘ stehe, antwortete Schlatter: „Ich stehe unter der Schrift!“, und erklĂ€rt: „Die ‚auf der Schrift stehende‘ und ĂŒber sie emporfahrende Meisterschaft der Theologen lehne ich in allen Formen ab, die orthodoxe wie die rationale, die dogmatisch spekulierende wie die historisch kritisierende.“[50] „Unter der Schrift“ zu stehen bedeutete fĂŒr ihn durchaus, sie „kritisch“ zu lesen, wobei er unter „Kritik“ die reine, aufmerksame Beobachtung verstand, der jegliche Hypothesenbildung untergeordnet wird und die ganz auf die Schriftaneignung zielt.[51] In seinen Kommentaren zu biblischen BĂŒchern schĂ€rft er die philologische Beobachtung an jedem möglichen Detail, arbeitet sprachstatistische Besonderheiten der jeweiligen Autoren heraus und zieht zur ErklĂ€rung bevorzugt das VerstĂ€ndnis des Judentums zur Zeit Jesu heran. Er verbindet dies zu einer integrativen Wahrnehmung des theologischen Gesamtentwurfs der einzelnen Schriften, ohne sich mit literarkritischen, form- oder religionsgeschichtlichen Konstruktionen zu beschĂ€ftigen. Aus diesem Grund bleibt er in Einleitungsfragen oft konservativ-traditionell, wenn er etwa als Verfasser des MatthĂ€us- oder Johannesevangeliums die gleichnamigen Apostel ansieht oder in Varianz zur (damals allerdings noch jungen) Zweiquellentheorie MatthĂ€us als das Ă€lteste Evangelium und Markus als dessen Zusammenfassung beschreibt.[52] Die unvoreingenommene, prĂ€zise Textbeobachtung wiederum fĂŒhrte ihn ĂŒber ein traditionsbestimmtes VerstĂ€ndnis biblischer Texte hinaus, zum Beispiel in der Auslegung des Römerbriefs.[42] Seine „realistische Bibelauslegung“ brachte Schlatter des öfteren in Konflikt mit zeitgenössischen Strömungen in der Theologie, die diese eigenstĂ€ndige Methodik als „unwissenschaftlich“ ablehnte.[53] Sie bewirkte aber andererseits ein neues Interesse an der Erforschung der neutestamentlichen Begriffe und initiierte so das Projekt eines „Theologischen Wörterbuchs zum Neuen Testament“ (ThWNT).[54] Methodisch bildeten fĂŒr Schlatter Geschichtswissenschaft und Theologie keinen Gegensatz, sondern eine Einheit. Daher wehrte er sich gegen alle Versuche, den Gottesgedanken aus einer bloßen historisch-kritischen Betrachtung der biblischen Schriften auszuklammern: „Atheistische Methoden in der Theologie“, die den Glauben vom Erkennen trennen, lehnt er aus theologischen und wissenschaftlichen GrĂŒnden als nicht sachgemĂ€ĂŸ ab.[55]

Schlatter als Systematischer Theologe

Schlatters positives VerhĂ€ltnis zur Natur fĂŒhrte ihn oft in die Berge: Hier mit seinem Sohn Theodor im Jahr 1921.
Auch Schlatters systematisches Hauptwerk „Das christliche Dogma“ (1911) folgt dem empirischen Ansatz, indem es die Wahrnehmung der Schöpfung in die Formulierung von Glaubensaussagen einbezieht. Er folgt damit methodisch dem biblischen VerstĂ€ndnis von der Offenbarung Gottes, nach der „alles Seiende zu Gott in Beziehung stehe und irgendwie seine Kraft und seinen Willen versichtbare“.[56] Dieser in krassem Widerspruch zum deutschen Idealismus stehende Ansatz spiegelt sich in einem Aufbau wider, der in der evangelischen Dogmatik bis dato singulĂ€r ist: Die erste HĂ€lfte seines Buches bietet eine empirische Anthropologie,[57] die eine Schöpfungs-, SĂŒnden-, Gnaden- sowie eine natĂŒrliche Gotteslehre einschließt. Die – nach obigem VerstĂ€ndnis – kritische Wahrnehmung der Schöpfung lĂ€sst bereits Umrisse des personhaften, heiligen und liebenden Gottes sichtbar werden. Durch die Wahrnehmung des Erlösungswerkes (vermittelt durch die biblischen Schriften) wird vieles bestĂ€tigt und durch die Erkenntnis des menschgewordenen und erhöhten Sohnes Gottes ergĂ€nzt. Auf eine Beschreibung des Wesens Gottes dagegen, die notwendig spekulativer Natur wĂ€re, hat Schlatter verzichtet: Er konzentrierte sich ganz auf eine „Theologie der Tatsachen“.[58] Schlatters „christliche Ethik“ (1914) schließlich, die ebenso ungewohnte Wege einschlug, zeigt in Anlehnung an Platons Kardinaltugenden auf, wie die Gemeinschaft mit Gott und die aus ihr folgende Gestaltung des personalen Lebens nach dem Willen Gottes Grundlage allen sozialethischen Handelns ist. Die Sozialethik fußt fĂŒr ihn durchweg auf der Individualethik. Beides fĂŒhrt er nach christlichem VerstĂ€ndnis aus, schlĂ€gt aber durch die die Einbeziehung der Schöpfung und des Naturrechtsgedankens BrĂŒcken auch zu Nichtglaubenden. Die FĂŒlle der behandelten, teilweise weit in die Zukunft vorausblickenden Problemstellungen (wie zum Beispiel GrundzĂŒge einer „Ökologischen Ethik“) machten dieses Buch zu einem ĂŒber viele Jahrzehnte hinweg begehrten Nachschlagewerk auch unter Politikern und Juristen.[59] Besonderes Interesse legte Schlatter auf den Zusammenhang von Glauben und Lieben: Vom Katholiken Franz von Baader inspiriert, insistierte er in seiner veröffentlichten Vorlesung „Der Dienst des Christen in der Ă€lteren Dogmatik“ darauf, dass der christliche Glaube sich nicht allein auf den Trost (das „Quietiv“) beschrĂ€nken darf, sondern das „Motiv“ zum tĂ€tigen Liebesdienst am NĂ€chsten in sich trĂ€gt. Hier fand er â€“ bereits bei Luther angelegt, den er heftig kritisieren konnte â€“ eine SchwĂ€che im Protestantismus ĂŒberhaupt.[60]

Schlatter als Philosoph

Schlatters „Empirische Theologie“ korreliert mit einer Erkenntnistheorie, die er in Abgrenzung zu Immanuel Kant und Friedrich Schleiermacher formuliert hat. In einer „Metaphysik“ (1915), zu deren Drucklegung er sich zu seinen Lebzeiten nicht mehr entschließen konnte,[61] formuliert er GrundzĂŒge eines „Kritischen Realismus“, der zwischen PhĂ€nomenalismus und „naivem Realismus“ (der von einer bloßen Abbildung der Wirklichkeit in der menschlichen Wahrnehmung ausgeht) dem konstruktiven Anteil menschlicher Erkenntnis und der dynamischen (wirkmĂ€chtigen) Wirklichkeit gleichermaßen Rechnung trĂ€gt.[62] Die Vorarbeit dazu bildete seine veröffentlichte Vorlesung „Die philosophische Arbeit seit Cartesius. Ihr ethischer und religiöser Ertrag“, in der er in einem Überblick die EigentĂŒmlichkeiten der bedeutendsten philosophischen EntwĂŒrfe in ihrem geschichtlichen Werden kritisch und dennoch mit unvoreingenommener Lernbereitschaft wahrnahm.[63]

Einordnung und Reaktionen

Schlatter wurde von Vertretern einer „Positiven Theologie“ entdeckt und gefördert, um ein mit dem Pietismus kompatibles Gegengewicht zum Hauptstrom der „Liberalen Theologie“ (insbesondere in Gestalt der Ritschl-Schule) zu bilden. Dennoch passte er nie in das Raster des bloßen Biblizismus: „FĂŒr mich schieden sich [
] die beiden BetĂ€tigungen – der Glaube und die Kritik – nie in einen Gegensatz, so dass ich das eine Mal bibelglĂ€ubig, das andere Mal kritisch gedacht hĂ€tte, sondern ich dachte deshalb kritisch, weil ich an die Bibel glĂ€ubig war, und war deshalb an sie glĂ€ubig, weil ich sie kritisch las.“[64] Dem heutigen Leser fĂ€llt seine Zuordnung umso schwerer, als Schlatter in seinen Hauptwerken nur sehr sporadisch auf Literatur verweist, sondern die Kenntnis zahlreicher theologischer Anschauungen, die er (oft implizit) kritisiert, voraussetzt. Diese Eigenart, PrimĂ€rquellen der Erkenntnis prinzipiell den Vorzug vor dem Dialog mit der SekundĂ€rliteratur zu geben, hat ihm schon in seiner Zeit Kritik eingehandelt.[65] Auch inhaltlich konnten manche Arbeiten Schlatters polarisieren. Von Vertretern der „Liberalen Theologie“ wurde vereinzelt ihre Wissenschaftlichkeit in Frage gestellt – teilweise, um Jahrzehnte spĂ€ter rehabilitiert zu werden.[66] Vertreter des Pietismus wiederum zeigten sich irritiert, wenn er Ergebnisse der historisch-kritischen Bibelwissenschaft in die Auslegung einbezog, die deren traditionellem SchriftverstĂ€ndnis widersprachen – am stĂ€rksten in seiner „Einleitung in die Bibel“.[67] Viele seiner Publikationen – wie beispielsweise „der Dienst des Christen in der Ă€lteren Dogmatik“ oder das „Christliche Dogma“, seine Kommentare oder seine philosophischen Abhandlungen – wurden jedoch ĂŒber die Schulgrenzen hinweg mehrheitlich positiv aufgenommen.[68]

Karl Barth und Adolf Schlatter erblickten viele Gemeinsamkeiten, fanden fĂŒreinander aber auch kritische Worte.
Komplex gestaltete sich das VerhĂ€ltnis zwischen Schlatter und der in den 1920er Jahren aufkommenden „Dialektischen Theologie“: Wiewohl Karl Barth in seiner Generalkritik an der zeitgenössischen Theologie Schlatter aussparte und in ihm eher einen WeggefĂ€hrten erblickte, fand er keinen AnknĂŒpfungspunkt zu dessen empirischem Ansatz.[69] Schlatter wiederum rezensierte Barths Kommentar zum Römerbrief freundlich, aber mit deutlicher Kritik vor allem an Barths GottesverstĂ€ndnis;[70] seiner Dogmatik gegenĂŒber zeigte er sich offener.[71] Emil Brunner, Barths anfĂ€nglicher WeggefĂ€hrte, der sich mit diesem ĂŒber der Frage der Schöpfungsoffenbarung ĂŒberwarf, bekannte spĂ€ter, von Schlatter viel gelernt zu haben; umgekehrt stand auch Schlatter Brunners Schriften positiv gegenĂŒber.[72] Bei Rudolf Bultmann fand Schlatter anfĂ€nglich viele eigene EinflĂŒsse wieder, stand ihm jedoch am kritischsten gegenĂŒber, da er letztlich in eine „atheistische Theologie“ fĂŒhre.[73]

All dies lĂ€sst Adolf Schlatter als eigenstĂ€ndigen (und unbequemen) Denker neben den theologischen Hauptströmungen erscheinen.[74] Als solcher hat er allerdings bis in die Gegenwart nicht geringen Einfluss auf die Theologie ausgeĂŒbt, ohne jedoch schulbildend zu wirken.[2] Zu den von ihm Inspirierten gehören unter anderem Friedrich BrunstĂ€d,[75] Paul Schneider, Paul Althaus, Otto Michel, Ernst KĂ€semann und Peter Stuhlmacher.[76]

Kirchenkampf zu Beginn des Nationalsozialismus

Adolf Schlatter im Alter

Gegen Ende seines Lebens wurde Schlatter mit dem Nationalsozialismus konfrontiert. Er stand ihm von Beginn an ablehnend gegenĂŒber.[77] Mit illusionsloser NĂŒchternheit und wachsender rhetorischer SchĂ€rfe skizzierte er dessen politische, theologische und kirchliche Zielsetzungen in seinen Briefen sowie in mehreren öffentlichen VortrĂ€gen des Jahres 1933 als gefĂ€hrlich, widerchristlich und unterdrĂŒckend.[78] So insistierte er angesichts des Zwangscharakters des neuen völkischen Denkens auf der Freiheit als Voraussetzung jeder Volksgemeinschaft: „Eine Masse Geknechteter ist kein Volk
 Ein Volk ist kein Sklavenhaus. Wir Christen, die die Freiheit empfangen haben und verkĂŒnden, sind wahrhaft Völkische.“ Die Volksgemeinschaft „
wird nicht dadurch stark, dass sie ihre Glieder entrechtet, verarmt und lĂ€hmt. Sie ist der Schutz des Einzelnen, und sie verpflichtet ihn gerade dadurch dem Ganzen, daß sie ihm, dem Einzelnen, die Lebensbedingungen gewĂ€hrt.“ Die nationalsozialistischen Rassenideologie war ihm, der sich selbst seit seiner PalĂ€stinareise als „Judenfreund“ verstand,[79] zutiefst zuwider; er warf ihr vor, letztlich volksfeindlich zu sein: „Wenn wir das Volkstum einzig auf die Rasse grĂŒndeten, zerrissen wir das Volk. (
) Wir Deutschen sind nicht ein Produkt der Rasse, sondern der Geschichte, ĂŒber der der Name Gottes stand.“[80] Das „deutsche Volkstum“ an sich könne christlicherseits keinesfalls als besonderer Wert anerkannt werden, „denn unser Heiligstes und Bestes ist nicht der Mensch, auch nicht der heldische Mensch, auch nicht der germanische Mensch, der nordische Mensch, und nicht die ErnĂ€hrung, das Wohlsein, die Ehre und Macht der Germanen ist unser höchstes Anliegen“.[81] Mit besonderer SchĂ€rfe griff Schlatter den nationalsozialistischen FĂŒhrerkult an: „Nicht von besonderen Leistungen Einzelner hĂ€ngt das Schicksal unseres Volkes ab, sondern von der Treue, mit der jeder die göttlichen Gaben, die unser Leben tragen, benutzt“. Sarkastisch bemerkt er: „Kein CĂ€sar bleibt“. Ein FĂŒhrer, der den Dienstcharakter der politischen Herrschaft „bestreitet und seine Herrschaft zum Selbstzweck macht, zerstört er das Fundament der völkischen Gemeinschaft“.[82] Der „Ruf nach dem totalen Staat“ werde „zum hellen Unsinn, wenn er sagen wollte, es gebe nichts als den Staat, der Staat könne alles, der Staat existiere, ehe es Menschen gibt. Vor dem Staat steht der Mensch mit allem, was ihn zum Menschen macht“. Seine Sorge galt der Preisgabe des Glaubenslebens, die die Christen „fĂŒr den Staat unbrauchbar machen wĂŒrde“: „Aus inwendig Erstorbenen kann man keine lebendige Gemeinschaft formen. Aus verdorrten FeigenbĂ€umen schafft auch Adolf Hitler kein deutsches Paradies“.[83] Schlatter hatte sein Leben lang die Zugehörigkeit Jesu zum Judentum hervorgehoben und - verglichen mit anderen Theologen seiner Zeit - ausgesprochen freundliche Bewertungen des Judentums gegeben.[84] Obwohl er den sog. „Arierparagraphen“ der Sache nach ablehnte,[85] vollzog er jedoch nicht den Schritt zu einem offenen Widerstand: Einen „Anspruch darauf, in ein Amt erhöht zu werden“ vermochte er nicht zu befĂŒrworten.[86] Im Zuge der Entstehung des „Betheler Bekenntnisses“ lehnte er die in deren Entwurf erhobene Forderung, die Heidenchristen hĂ€tten „eher sich selbst der Verfolgung auszusetzen (
) als die (
) kirchliche Bruderschaft mit den Judenchristen (
) preiszugeben“ mit der Bemerkung ab, die „Gemeinschaft mit den Volksgenossen“ sei „in dieser Stunde wichtiger als die Gemeinschaft mit den Judenchristen“, obwohl er gleichzeitig die Theologie der „Deutschen Christen“ ablehnte. Ob diese inkonsequente Zögerlichkeit mit einem latenten, auf das zeitgenössische Judentum bezogenen Antijudaismus [87] oder eher mit seinem fortgeschrittenen Alter zu tun hatte, das er seinem Freund Wilhelm LĂŒtgert gegenĂŒber beklagte,[88] ist noch nicht endgĂŒltig geklĂ€rt. Ebenso unterschrieb er im MĂ€rz 1933 zwar nicht (wie vierzehn andere TĂŒbinger Kollegen) die „ErklĂ€rung von 300 deutschen UniversitĂ€ts- und Hochschullehrern“, die die MachtĂŒbernahme Hitlers begrĂŒĂŸte, aber dafĂŒr die weniger bekannten „TĂŒbinger SĂ€tze“ im Mai 1934[89], die den in BedrĂ€ngnis geratenen wĂŒrttembergischen Landesbischof Theophil Wurm unterstĂŒtzte, dabei aber ein von der Theologie der „Deutschen Christen“ dominiertes Programm vertrat.[90] Trotz weitgehender Entsprechung mit der „Bekennenden Kirche“ hinsichtlich ihrer Ablehnung der „Deutschen Christen“ schloss er sich ihr nicht an, da die dort vorherrschende, von Karl Barth beeinflusste Dialektische Theologie ein (fĂŒr ihn essentielles) VerstĂ€ndnis der Natur als Offenbarung Gottes ablehnte – also aus theologischen GrĂŒnden.

In der Literatur wurde diskutiert, inwiefern Schlatter als BegrĂŒnder des „TĂŒbinger wissenschaftlich-theologischen Antisemitismus“ zu gelten habe (sein SchĂŒler Gerhard Kittel (1888–1948) und Walter Grundmann (1906–1976)[91] sind ausgewiesene Vertreter einer rassisch-völkischen Judenfeindschaft).[92] Stein des Anstoßes ist eine Schrift Schlatters von 1935, in der er sagt, Jesus sei der Überwinder und der grĂ¶ĂŸte Feind des Judentums: „Die nordische Seele ist deshalb dazu angelegt, etwas von der GrĂ¶ĂŸe Jesu zu spĂŒren, weil sie die verabscheut, die sich feig und weichlich nur um ihr eigenes Wohlsein bemĂŒhen. Gegen diesen Mißbrauch des Lebens hat keiner so ernst und so sieghaft gestritten, wie Jesus es tat. Einen gewaltigeren Widersacher als ihn hat das Judentum nie gehabt.“[93] Andere verstehen die bewusste Schrift genau im gegenteiligen Sinne als „eine geradezu leidenschaftliche Absage an die Verherrlichung der arisch-nordischen Rasse einerseits und die GeringschĂ€tzung der jĂŒdischen Rasse andererseits“. Sie enthalte u. a. eine prophetisch anmutende Warnung vor einem „Schlachtfeld voll von Leichen und Ruinen“ als Konsequenz der nationalsozialistischen Ideologie.[94] Der zitierte Satz sei in seinem Kontext als (allerdings verunglĂŒckter) Versuch zu verstehen, den Nationalsozialismus mit Hilfe seiner eigenen Argumentation ad absurdum zu fĂŒhren, um auf diese Weise von ihm verfĂŒhrte Menschen zur Vernunft zu bringen.[95] Die Schrift wurde denn auch von der Gestapo „wegen ihrer unsachlichen Stellungnahme zu den weltanschaulichen und rassischen Problemen des nationalsozialistischen Staates beschlagnahmt und eingezogen“[96] sowie auf die „Liste des schĂ€dlichen und unerwĂŒnschten Schrifttums“ gesetzt.[97]

Die leidenschaftliche Ablehnung des Nationalsozialismus und eines biologischen Rassismus durch Schlatter ist inzwischen durch die wissenschaftliche Schlatter-Biographie von Werner Neuer, die sich auf umfangreiche Studien zu seinem Nachlass stĂŒtzt, belegt.[98] Die These, Schlatter sei Antisemit gewesen, wird in aktueller theologischer Fachliteratur nicht gestĂŒtzt.[99]

WĂŒrdigungen

In Stuttgart existieren ein Adolf-Schlatter-Archiv und eine Adolf-Schlatter-Stiftung. In TĂŒbingen ist das „Adolf-Schlatter-Haus“ in der Österbergstraße nach ihm benannt und in Recke das „Adolf-Schlatter-Heim“.

Werke in Auswahl

  • Atheistische Methoden in der Theologie, in: BeitrĂ€ge zur Förderung christlicher Theologie 9, 1905, H.5. Neu abgedruckt in: Adolf Schlatter: Zur Theologie des Neuen Testaments und zur Dogmatik. Kleine Schriften. Mit einer EinfĂŒhrung herausgegeben von Ulrich Luck, MĂŒnchen 1969, S. 134–150.
  • Am Leiden teilnehmen, Berlin 1934
  • Das christliche Dogma, Calw & Stuttgart 1911
  • Das Evangelium nach Lukas. Aus seinen Quellen erklĂ€rt, Stuttgart 1931
  • Der Brief des Jakobus, Calwer Vereinsbuchhandlung 1932
  • Der Dienst der Christen in der Ă€lteren Dogmatik, 1897 (Der Dienst des Christen, Neuauflage 1999)
  • Der Evangelist Johannes. Wie er spricht, denkt und glaubt. Ein Kommentar zum 4. Evangelium, Stuttgart 1930
  • Der Evangelist MatthĂ€us. Seine Sprache, sein Ziel, seine SelbstĂ€ndigkeit. Ein Kommentar zum ersten Evangelium, Stuttgart 1929
  • Der Glaube im Neuen Testament, Stuttgart 4. Auflage 1927 (und Nachdrucke) online
  • Die Briefe an die Galater, Epheser, Kolosser und Philemon, qausgelegt fĂŒr Bibelleser, EzNT 7, Stuttgart 1962
  • Die Briefe des Petrus, Judas, Jakobus, der Brief an die HebrĂ€er, EzNT 9, Stuttgart 1965
  • Die Apostelgeschichte, Stuttgart 1961
  • Die christliche Ethik, Stuttgart 1914
  • Die Geschichte des Christus, Stuttgart 1921
  • Die GrĂŒnde der christlicher Gewißheit, Calw 1917
  • Die philosophische Arbeit seit Cartesius. Ihr religiöser und ethischer Ertrag, Stuttgart 4.Aufl 1959
  • Die Theologie des Neuen Testaments Zwei BĂ€nde, Calw & Stuttgart 1909 bzw. 1910
  • Einleitung in die Bibel, Calw & Stuttgart 1889
  • ErlĂ€uterungen zum Neuen Testament (EzNT) [Kommentarreihe zu sĂ€mtlichen neutestamentlichen Schriften, neu durchgesehen von Theodor Schlatter], Stuttgart 1961–1965
  • Evangelium und Dienst am Volk, Gotha 1932
  • Gottes Gerechtigkeit. Ein Kommentar zum Römerbrief, Stuttgart 1935
  • Haering, Theodor von, Stuttgart (Verlag J. F. Steinkopf) 1918
  • HĂŒlfe in Bibelnot. Gesammelte Arbeiten zur Schriftfrage, Velbert 1926
  • Kennen wir Jesus? Ein Gang durch ein Jahr im GesprĂ€ch mit ihm, Stuttgart 1937
  • Markus. Der Evangelist fĂŒr die Griechen, Stuttgart 1935
  • Metaphysik. Eine Skizze, hrsg. u. transkr. v. Werner Neuer, in: Zeitschrift fĂŒr Theologie und Kirche Beiheft 7, TĂŒbingen 1987
  • Paulus, der Bote Jesu. Eine Deutung seiner Briefe an die Korinther, Stuttgart 1934
  • RĂŒckblick auf meine Lebensarbeit, GĂŒtersloh 1952
  • Vom Dienst an Theologie und Kirche, Berlin (Furche-Verlag)
  • Wird der Jude ĂŒber uns siegen? Ein Wort fĂŒr die Weihnachtszeit., Freizeit-BlĂ€tter Nr. 8, 25 Seiten, Freizeiten-Verlag Velbert; Essen 1935
  • Opfer - ein Verzicht?, MBK-Verlag Bad Salzuflen, 1935
  • Das Unser Vater - Eine Auslegung des Herrengebetes, Furche-Verlag Berlin, 1938

Eine nahezu vollstĂ€ndige Bibliographie seiner ĂŒber 400 Titel liegt vor in der als Manuskript gedruckten Zusammenstellung: Adolf-Schlatter-Stiftung (Hrsg.): Das Schrifttum Adolf Schlatters, Neustetten o.J. (1980).

Literatur

Standardwerk fĂŒr Leben und Wirken Schlatters ist inzwischen Werner Neuer: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996. Auskunft geben ferner folgende Werke:

  • Albert Bailer: Das systematische Prinzip in der Theologie Adolf Schlatters. Stuttgart 1968.
  • S.F. Dintaman: Creative Grace. Faith and History in the Theology of Adolf Schlatter. New York 1993.
  • Eberhard GĂŒting: Zu den Voraussetzungen des systematischen Denkens Adolf Schlatters. In: Neue Zeitschrift fĂŒr systematische Theologie und Religionsphilosophie. Band 15, 1973, S. 132–147.
  • Clemens HĂ€gele: Die Schrift als Gnadenmittel. Adolf Schlatters Lehre von der Schrift in ihren GrundzĂŒgen. Stuttgart (Calwer Verlag) 2007
  • Heinzpeter Hempelmann: Adolf Schlatter als Ausleger der Heiligen Schrift. Sieben hermeneutische Impulse. In: Theologische BeitrĂ€ge. Band 35, 2004, S. 17–38.
  • Gerrit Hohage: Predigen im Spannungsfeld vom Amt und Person. Ein Versuch, Luthers Amts- und Schlatters PersonverstĂ€ndnis homiletisch ins GesprĂ€ch zu bringen. Neukirchen-Vluyn 2005.
  • Ulrich Luck: EinfĂŒhrung. In: Adolf Schlatter: Zur Theologie des Neuen Testaments und zur Dogmatik. Kleine Schriften. Mit einer EinfĂŒhrung herausgegeben von Ulrich Luck. Chr. Kaiser Verlag, MĂŒnchen 1969.
  • Johannes von LĂŒpke: Gottes Gaben wahrnehmen. Grundmotive der Theologie Adolf Schlatters. In: Wort und Dienst. Band 27, 2003, S. 277–292.
  • Werner Neuer: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche. Stuttgart 1996.
  • Werner Neuer: Schlatter, Adolf. In: Theologische RealenzyklopĂ€die. Band 30, 1999, S. 135–143.
  • Werner Neuer: Das VerstĂ€ndnis von Geschichte bei Adolf Schlatter. In: Theologische BeitrĂ€ge. Band 35, 2004, S. 39–54.
  • Werner Neuer: Der Zusammenhang von Dogmatik und Ethik bei Adolf Schlatter. Eine Untersuchung zur Grundlegung christlicher Ethik. Giessen 1986.
  • Werner Neuer: Die ökumenische Bedeutung der Theologie Adolf Schlatters. In: Klaus BockmĂŒhl (Hrsg.): Die AktualitĂ€t der Theologie Adolf Schlatters. Gießen 1988.
  • Hans-Martin Rieger: Adolf Schlatters Rechtfertigungslehre und die Möglichkeiten ökumenischer VerstĂ€ndigung. Stuttgart 2000.
  • J. JĂŒrgen SeidelAdolf Schlatter. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 9, Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1, Sp. 232–235.
  • Jochen Walldorf: Realistische Philosophie. Der philosophische Entwurf Adolf Schlatters. Göttingen 1999.

Weblinks

 Commons: Adolf Schlatter â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Adolf Schlatter â€“ Quellen und Volltexte

Einzelnachweise

  1. ↑ G. Hohage: Predigen im Spannungsfeld von Amt und Person. Ein Versuch, Luthers Amts- und Schlatters PersonverstĂ€ndnis homiletisch ins GesprĂ€ch zu bringen, Neukirchen-Vluyn 2005, S. 158. Vgl. auch W. HĂ€rle: Art. "Adolf Schlatter", in: W. HĂ€rle / H. Wagner: Theologenlexikon, MĂŒnchen 1987, S. 209f.; U. Luck: EinfĂŒhrung, in: Adolf Schlatter: Zur Theologie des Neuen Testaments und zur Dogmatik, MĂŒnchen 1969, S. 10-21.
  2. ↑ a b Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Leben, Werk, Wirkung, Web-Veröffentlichung auf der Homepage der Adolf-Schlatter-Stiftung, Kap. IV. Schlatters Bedeutung wird u.a. daran deutlich, dass der Calwer Verlag bis heute zahlreiche Werke Schlatters in neuen Auflagen vertreibt.
  3. ↑ Vgl. zu ihr J. Ninck: Anna Schlatter und ihre Kinder, Leipzig / Hamburg 1934; A. Ritschl: Geschichte des Pietismus, Bd. 1: Der Pietismus in der reformierten Kirche, Bonn 1880, S. 541-564
  4. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 13-16; 25-31.
  5. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 18–23.
  6. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 34–48.
  7. ↑ Schlatter, Adolf: RĂŒckblick auf meine Lebensarbeit, S. 36f.
  8. ↑ Schlatter war Mitglied des SchwizerhĂŒsli Basel, sowie der Wingolsverbindungen in Greifswald, Berlin und TĂŒbingen: in W. Betzler (ed.): Gesamtverzeichnis des Wingolfs, Lichtenberg 1991
  9. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 63
  10. ↑ Schlatter, Adolf: RĂŒckblick auf meine Lebensarbeit, Stuttgart 21977, S. 45f.; vgl. Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 66–77
  11. ↑ Vgl. die Zusammenstellung der Anmerkungen in Schlatters persönlichen Briefen bei Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S.123f.; 196ff; 284ff, 440ff.
  12. ↑ Das Werk war lange verschollen, wurde aber von Walter Michaelis wiederentdeckt und postum veröffentlicht: W. Michaelis: Aus Adolf Schlatters Berner Zeit. Zu seinem hundertsten Geburtstag 16. August 1952, Bern 1952; vgl. zum Ganzen Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 66–77
  13. ↑ Vgl. zum Ganzen Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 143–224.
  14. ↑ Fast alle sind in Form handschriftlicher Manuskripte erhalten. Vgl. zum Folgenden Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 164–175.
  15. ↑ Hier behandelte er „Israel als Gottes Volk“, die Genesis, alle Evangelien sowie die großen Briefe (insbesondere den Jakobusbrief, dem er immer viel abgewinnen konnte – im Gegensatz zum Beispiel zu Luther, der ihn als „strohene Epistel“ bezeichnet hatte.
  16. ↑ Hier las Schlatter unter anderem „Geschichte der speculativen Theologie seit Cartesius“ (aus ihr wurde spĂ€ter sein Buch „Die philosophische Arbeit seit Cartesius“), „Rechtfertigungslehre nach ihrer Bewegung in der Geschichte der Kirche“ sowie „Symbolik“
  17. ↑ In seiner Vorlesung „Wesen und Quellen der Gotteserkenntnis“ bot Schlatter seinen Ansatz einer „empirischen Theologie“ auf der Grundlage einer theologisch und philosophisch verantworteten Erkenntnistheorie dar; in seinem Alterswerk „Das christliche Dogma“ fand sie ihre ausgereifte Form.
  18. ↑ Hier referierte Schlatter ĂŒber die Philosophie Franz von Baaders, die er selbst als seine „Liebhaberei“ betrachtete.
  19. ↑ P. Stuhlmacher hielt sie im Vorwort zu der 1982 in der 6. Auflage gedruckten Ausgabe fĂŒr „in ihrer systematischen Geschlossenheit und hiostorischen PrĂ€zision (
) bis heute unĂŒbertroffen“: P. Stuhlmacher: Zum Nachdruck von Adolf Schlatters ‚Der Glaube im Neuen Testament‘ (EinfĂŒhrung in die 6. Auflage), Stuttgart 1982, S. VIII.
  20. ↑ Vgl. hierzu Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 225–300.
  21. ↑ Vgl. dazu die Studie von H.-M. Rieger: Adolf Schlatters Rechtfertigungslehre und die Möglichkeiten ökumenischer VerstĂ€ndigung, Stuttgart 2000
  22. ↑ A. Schlatter: Einleitung in die Bibel, Calw/Stuttgart 1889; vgl. dazu auch A. Schlatter: Ein Wort fĂŒr meine treuen Warner, in: Der Kirchenfreund 23, 1889, S. 385–390.
  23. ↑ Vgl. sein Werk "Zur Topographie und Geschichte PalĂ€stinas", Calw 1893. Dass dieses Werk aufgrund seiner empirischen Methodik und der wenigen SekundĂ€rliteratur von der Fachwelt abgelehnt wurde, hatte Schlatter tief geschmerzt.
  24. ↑ Vgl. Schlatter: Israels Geschichte von Alexander dem Großen bis Hadrian, Calw 1901, S. 4; vgl. Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 280.
  25. ↑ Das Konfliktpotential dieses Auftrags wird daran deutlich, dass vor Schlatter drei Kandidaten (Martin KĂ€hler, Reinhold Seeberg und Hermann Cremer) abgesagt hatten. Vgl. dazu Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, S. 292–297.
  26. ↑ Vgl. dazu Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, S. 301–308.
  27. ↑ G. Hohage: Predigen im Spannungsfeld von Amt und Person. Ein Versuch, Luthers Amts- und Schlatters PersonverstĂ€ndnis homiletisch ins GesprĂ€ch zu bringen, Neukirchen-Vluyn 2005, S. 158.
  28. ↑ Schlatter: RĂŒckblick auf meine Lebensarbeit, GĂŒtersloh 1952, S. 160f.
  29. ↑ Vgl. dazu Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, S. 348–356.
  30. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 359–363.
  31. ↑ Mit dieser Arbeitsweise stand Schlatter aber nicht alleine: Bereits Schlatters Zeitgenosse Paul Billerbeck stellte einen vierbĂ€ndigen „Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch“ (1922–1928) zusammen. Andere wie Karl-Heinrich Rengstorf (1903–1992), Otto Michel und in der Gegenwart Klaus Berger setzten diesen Ansatz spĂ€ter fort.
  32. ↑ Vgl. zu diesem ersten Jahrzehnt Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 367–439.
  33. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 447.
  34. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 453-462
  35. ↑ Vgl. Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 522–527.
  36. ↑ Wilfried HĂ€rle / Harald Wagner: Theologenlexikon. MĂŒnchen 21994, S. 239. Schlatter Ă€ußerte seine Freude in etlichen Briefen an seine Kinder, vgl. Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 597. Die Zahlen von bis zu 200 Hörern bestĂ€tigt Walther von Loewenich: Erlebte Theologie. Begegnungen. Erfahrungen. ErwĂ€gungen, MĂŒnchen 1979, S. 41. Zu den UmstĂ€nden der WeiterfĂŒhrung seiner LehrtĂ€tigkeit vgl. Neuer, a.a.O. S. 592ff.
  37. ↑ Vgl. Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 598–599; fĂŒr die frĂŒheren Jahre ebd. S. 459.
  38. ↑ Vgl. Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 609-617.
  39. ↑ Vgl. dazu Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 688-708
  40. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S.693f. Die „Schlatter-Übersetzung“ fand mit ca. zwölftausend Exemplaren allerdings nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig große Verbreitung.
  41. ↑ Peter Stuhlmacher: Adolf Schlatter als Paulusausleger - ein Versuch. In: A. Schlatter: Gottes Gerechtigkeit. Ein Kommentar zum Römerbrief, Stuttgart 1991, S. X.
  42. ↑ a b c Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S.790. Vgl. zu diesem Thema die Studie von Hans-Martin Rieger: Adolf Schlatters Rechtfertigungslehre und die Möglichkeiten ökumenischer VerstĂ€ndigung. Stuttgart 2000.
  43. ↑ So Schlatter in Wiedergabe Franz von Baaders, zit. in: H.-M. Rieger: Adolf Schlatters Rechtfertigungslehre und die Möglichkeiten ökumenischer VerstĂ€ndigung, Stuttgart 2000, S. 43ff.
  44. ↑ Schlatter, Adolf: Atheistische Methoden in der Theologie, in: Ders., Dass. Mit einem Beitrag von Paul JĂ€ger hrsg. von Heinzpeter Hempelmann, Wuppertal 1985
  45. ↑ Vgl. ebenso Schlatter, Adolf: Der Evangelist MatthĂ€us. Seine Sprache, sein Ziel, seine SelbstĂ€ndigkeit, Stuttgart 71982, S. XI
  46. ↑ z.B. Jochen Walldorf: Realistische Philosophie. Der philosophische Entwurf Adolf Schlatters, Göttingen 1999, S. 277-284
  47. ↑ Jochen Walldorf: Realistische Philosophie. Der philosophische Entwurf Adolf Schlatters, Göttingen 1999, S. 284ff.
  48. ↑ Gerrit Hohage: Predigen im Spannungsfeld vom Amt und Person. Ein Versuch, Luthers Amts- und Schlatters PersonverstĂ€ndnis homiletisch ins GesprĂ€ch zu bringen, Neukirchen-Vluyn 2005, S. 170
  49. ↑ Vgl. dazu Heinzpeter Hempelmann: Adolf Schlatter als Ausleger der Heiligen Schrift. Sieben Impulse, in: Theologische BeitrĂ€ge 35, Wuppertal 2004, S. 17–38
  50. ↑ Schlatter, Adolf: RĂŒckblick auf meine Lebensarbeit, GĂŒtersloh 1952, S. 132; vgl. dazu Hempelmann, Adolf Schlatter als Ausleger der Heiligen Schrift, a.a.O. S. 27.
  51. ↑ D. h. Kritik bedeutet nicht zuerst die Sach- sondern die Selbstinfragestellung.
  52. ↑ Diese Lösung des „synoptischen Problems“ ist auch als „Augustinische Theorie“ bekannt. Vgl. Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 633-637 zum MatthĂ€uskommentar, S. 689-693; zum Markuskommentar S. 793-795; zum Johanneskommentar
  53. ↑ So hat der Kieler Neutestamentler Emil SchĂŒrer mehrfach Publikationen Schlatters harsch abgekanzelt, vgl. Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 280ff., 410.
  54. ↑ Nicht zufĂ€llig ist der erste, 1932 erschienene Band des ThWNT „Adolf Schlatter, dem AchtzigjĂ€hrigen“ gewidmet. Vgl. dazu Neuer, Werner:Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 159ff.; 464–480.
  55. ↑ Atheistische Methoden in der Theologie, in: BeitrĂ€ge zur Förderung christlicher Theologie 9, 1905, H.5. Vgl. dazu U. Luck: EinfĂŒhrung, in: Adolf Schlatter: Zur Theologie des Neuen Testaments und zur Dogmatik, MĂŒnchen 1969, S. 25f.
  56. ↑ Adolf Schlatter: Das christliche Dogma, Stuttgart 1911, S. 14.
  57. ↑ vgl. zu ihr G. Hohage: Predigen im Spannungsfeld von Amt und Person. Ein Versuch, Luthers Amts- und Schlatters PersonverstĂ€ndnis homiletisch ins GesprĂ€ch zu bringen, Neukirchen-Vluyn 2005.
  58. ↑ Vgl. dazu Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 489–498.
  59. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 503–508.
  60. ↑ Vgl. dazu Neuer, Werner: Der Zusammenhang von Dogmatik und Ethik bei Adolf Schlatter. Eine Untersuchung zur Grundlegung christlicher Ethik, Giessen 1986; zu Schlatters komplexem VerhĂ€ltnis zu Martin Luther H.-M. Rieger: Adolf Schlatters Rechtfertigungslehre und die Möglichkeiten ökumenischer VerstĂ€ndigung, Stuttgart 2000
  61. ↑ Sie wurde postum veröffentlicht: Adolf Schlatter, Methaphysik. Eine Skizze, hrsg. u. transkr. v. Werner Neuer, in: Zeitschrift fĂŒr Theologie und Kirche Beiheft 7, TĂŒbingen 1987.
  62. ↑ Vgl. Jochen Walldorf, Realistische Phikosophie. Der philosophische Entwurf Adolf Schlatters, Göttingen 1999; Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 532–536.
  63. ↑ vgl. dazu Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 397–407.
  64. ↑ Schlatter, Adolf: RĂŒckblick auf meine Lebensarbeit, GĂŒtersloh 1952, S. 82f.
  65. ↑ vgl. z.B. Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 282-284
  66. ↑ So geschehen mit Schlatters Studie: Die Kirche Jerusalems vom Jahr 70 bis 130, in: BeitrĂ€ge zur Förderung Christlicher Theologie Heft 2, 1898, die zuerst von Schlatters Hauptgegner Emil SchĂŒrer samt ihrem Autor vernichtend rezensiert wurde, jedoch dann 70 Jahre spĂ€ter durch Joachim Jeremias als wegweisend rehabilitiert wurde: Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 409f.
  67. ↑ Neuer, Werner: 'Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 242-245
  68. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 346ff. u.a.
  69. ↑ Vgl. zum komplexen VerhĂ€ltnis von Schlatter und Barth Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 637-653.
  70. ↑ Nach Schlatters Meinung war Barths VerstĂ€ndnis Gottes als des „ganz Anderen“ zu weit von Paulus entfernt, da sie das in Christus fĂŒr die Gemeinde geschehene Erlösungswerk ĂŒbersehe: Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 640
  71. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 652
  72. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 659ff.
  73. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 655ff.
  74. ↑ vgl. Wilfried HĂ€rle / Harald Wagner (Hrsg): Theologenlexikon. Von den KirchenvĂ€tern bis zur Gegenwart. MĂŒnchen 21994, S. 239; Gerrit Hohage: Predigen im Spannungsfeld von Amt und Person. Ein Versuch, Luthers Amts- und Schlatters PersonverstĂ€ndnis homiletisch in GesprĂ€ch zu bringen, Neukirchen-Vluyn 2005, S.158; U. Luck: EinfĂŒhrung, in: Adolf Schlatter: Zur Theologie des Neuen Testaments und zur Dogmatik, MĂŒnchen 1969, S. 10f.
  75. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 497
  76. ↑ Schlatters Einfluss auf KĂ€semann zeigt sich (trotz spĂ€terer Abgrenzungen) wie bei Otto Michel v.a. bei der Auslegung des Römerbriefes, vgl. Ernst KĂ€semann: Gottesgerechtigkeit bei Paulus, in: Ders.: Exegetische Versuche und Besinnungen Bd. s, Göttingen 1964, S. 181-193; Ders.: An die Römer, HNT 8a, TĂŒbingen 41980; vgl. dazu Peter Stuhlmacher: Biblische Theologie des Neuen Testaments Bd. 1: Von Jesus zu Paulus, Göttingen 1992, S. 335. Vgl. weiter Otto Michel: Der Brief an die Römer, KEK, Göttingen 41966, z.B. S. V. Zum Ganzen vgl. Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 598; 790.
  77. ↑ Vgl. zum Folgenden Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, 1996, S. 725–780
  78. ↑ Einige der NS-kritischen VortrĂ€ge Schlatters sind z. B. gesammelt in der BroschĂŒre Die neue deutsche Art in der Kirche, Sonderdrucke des Monatsblattes BethEl, Heft 14, Bethel 1933
  79. ↑ Nach einem Brief an seine Mutter 1892, zit. in: Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, 1996, S. 748
  80. ↑ Alle bisherigen Zitate aus dem Vortrag: Die Zehn Gebote als TrĂ€ger unseres Volkstums, in: Schlatter, Adolf: Die neue deutsche Art in der Kirche, Bethel 1933, S. 23-29, zit. nach: Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, 1996, S. 732f.
  81. ↑ Menschengemeinschaft - Gottesgemeinschaft, in: Schlatter, Adolf: Die neue deutsche Art in der Kirche, Bethel 1933, S. 11, zit. nach: Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, 1996, S. 734
  82. ↑ Die Zehn Gebote als TrĂ€ger unseres Volkstums, in: Schlatter, Adolf: Die neue deutsche Art in der Kirche, Bethel 1933, S. 23-29, zit. nach: Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, 1996, S. 732f.
  83. ↑ Menschengemeinschaft - Gottesgemeinschaft, in: Schlatter, Adolf: Die neue deutsche Art in der Kirche, Bethel 1933, S. 22f., zit. nach: Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, 1996, S. 734f.
  84. ↑ Anders Gerdmar: Roots of theological Antisemitism. German Biblical interpretation and the Jews, from Herder and Semler to Kittel and Bultmann, Leiden 2009, S. 253-274, bes. S. 272ff.
  85. ↑ sichtbar besonders aus seinen Briefen an Theodor: Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, 1996, S. 747f.
  86. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, 1996, S. 747f.
  87. ↑ Anders Gerdmar: Roots of theological Antisemitism. German Biblical interpretation and the Jews, from Herder and Semler to Kittel and Bultmann, Leiden 2009, S. 274ff.
  88. ↑ So Schlatter selbst gegenĂŒber seinem Freund Wilhelm LĂŒtgert: Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, 1996, S. 753f.
  89. ↑ Anders Gerdmar: Roots of theological Antisemitism. German Biblical interpretation and the Jews, from Herder and Semler to Kittel and Bultmann, Leiden 2009, S. 277ff. Die dortige Jahresangabe ist fehlerhaft.
  90. ↑ Vgl. Art. Georg Wehrung, in: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon, abgerufen am 21. November 2010
  91. ↑ L. Siegele-Wenschkewitz, Mitverantwortung und Schuld der Christen am Holocaust, in: EvTh 42, 1982, S. 183 charakterisiert Grundmann als SchĂŒler Schlatters, mit dem er regelmĂ€ĂŸig korrespondiert habe. Diese Behauptung wurde inzwischen von Werner Neuer und Anders Gerdmar aus den NachlĂ€ssen als falsch herausgestellt, da kein einziger Briefwechsel zwischen den beiden MĂ€nnern erhalten ist: Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, 1996, S. 729; Anders Gerdmar: Roots of theological Antisemitism. German Biblical interpretation and the Jews, from Herder and Semler to Kittel and Bultmann, Leiden 2009, S. 293.
  92. ↑ L. Siegele-Wenschkewitz: Adolf Schlatters Sicht des Judentums im politischen Kontext. Die Schrift Wird der Jude ĂŒber uns siegen? von 1935, in: Dies (Hgin): Christlicher Antijudaismus und Antisemitismus: theologische und kirchliche Programme Deutscher Christen, Frankfurt a.M. 1994, S. 95–110. Ihr folgt, ohne die zwischenzeitlich vorliegenden Erkenntnisse aus Schlatters Nachlass zu verarbeiten, Birgit Gregor: Zum protestantischen Antisemitismus. Evangelische Kirchen und Theologen in der Zeit des Nationalsozialismus, in: Fritz-Bauer-Institut (Hg.): Beseitigung des jĂŒdischen Einflusses 
 Antisemitische Forschung, Eliten und Karrieren im Nationalsozialismus. Jahrbuch 1998/1999, S. 171–200.
  93. ↑ Adolf Schlatter: Wird der Jude ĂŒber uns siegen? Ein Wort fĂŒr die Weihnachtszeit, Velbert-Essen, 1935, S. 6.
  94. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 757–761
  95. ↑ Dies befreit Schlatter allerdings nicht von dem Vorwurf, den Zweck des „ReichsbĂŒrgergesetzes“ sowie die mörderischen Absichten des NS-Regimes strĂ€flich fehlerhaft eingeschĂ€tzt zu haben (vgl. Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, Stuttgart 1996, S. 760f.).
  96. ↑ Das Original-Dokument der Gestapo liegt im Schlatter-Archiv unter der Bezeichnung 169/6. Es belegt, dass die regimekritische Absicht dieser Schrift von ihren Gegnern durchaus verstanden wurde und die ĂŒblichen Repressalien nach sich zog.
  97. ↑ Liste des schĂ€dlichen und unerwĂŒnschten Schrifttums, Stand vom 31. Dezember 1938. Seite 128. Leipzig, 1938. Online-Veröffentlichung der Liste der von den Nationalsozialisten verbotenen Schriften
  98. ↑ Neuer, Werner: Adolf Schlatter. Ein Leben fĂŒr Theologie und Kirche, 1996, S. 725-780.
  99. ↑ vgl. zuletzt Anders Gerdmar: Roots of theological Antisemitism. German Biblical interpretation and the Jews, from Herder and Semler to Kittel and Bultmann, Leiden 2009, S. 253-326.
Dies ist ein als lesenswert ausgezeichneter Artikel.
Dieser Artikel wurde am 28. November 2010 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.
Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.