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Die Agape (griechisch ἀγάπη agápē, lateinisch caritas) ist in der antiken griechischen Literatur eine der Bezeichnungen für Liebe. Durch das Neue Testament ist sie auch außerhalb des Griechischen zum festen Begriff geworden. Der Bedeutung nach unterscheidet sie sich von Eros (erotisches Begehren) und Philia (Freundesliebe).
Inhaltsverzeichnis |
Das griechische Verb agapan bedeutet „sich zufrieden geben mit etwas“, aber auch „jemanden mit Achtung behandeln, bevorzugen“.
Plotin verwendete den Begriff für die herabsteigende Liebe: ein vom Subjekt ausgehendes, freies Tun, wodurch das Geringere erhöht wird, während die emporstrebende Liebe, Eros, ein Zustand des Bestimmtseins ist durch etwas, was nicht vom Subjekt ausgeht, und der Drang nach diesem etwas.[1]
Im neutestamentlichen Griechisch bedeutet Agape mit einigen Ausnahmen (2 Thess 2.10; 1 Tim 4.10; Judas 1:12, 1Joh 4.7, 1Joh 2.15) immer Gottes reine und göttliche Liebe. Agape ist also eine bedingungslose, einseitige, befreiende, auf andere zentrierte Liebe.
Liebe ist nach Paulus von Tarsus die höchste der drei christlichen Tugenden: Glaube, Hoffnung und Liebe (1. Korinther 13,13). Agape ist die interessenlose Liebe, die sogar ihre Feinde liebt. Man vergleiche dazu die Worte Jesu am Kreuz: „Herr, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.“
In 1 Kor 13,1−13 LUT, dem Hohenlied der Liebe, gibt Paulus eine ausführliche Charakterisierung von Agape an.
Paulus kritisierte im 1. Brief an die Korinther deren Praktik, dass jeder zur Agape (Liebesmahlfeier) nur noch selbst Mitgebrachtes aß und nicht mehr teilte, so dass Unterschiede zwischen den eigentlich gleichen Gemeindemitgliedern sichtbar wurden (die Gemeinde sah sich nämlich in Agape und Eucharistie als „ein Fleisch“, weil sie von dem „einen Brot“, dem Leib Jesu Christi, gekostet hatten).
In der frühen Kirche war die Agape ein Synonym für die Eucharistie. Hierbei brachten die Christen Lebensmittel und Wein mit, die gesegnet und dann gemeinsam verzehrt wurden. Damit erfüllte die Agape neben der rituellen Aufgabe auch eine karitative. Die Praktik der Eucharistie als Sättigungsmahl stammt wohl von den jüdischen Kiddusch-Feiern am Sabbat. Hierbei findet zumindest in liberalen jüdischen Gemeinden nach dem Gottesdienst noch eine Mahlzeit statt.
Agape bedeutet nicht direkt jene Art der Liebe, die im deutschen Sprachgebrauch üblicherweise mit dem Begriff „Liebe“ verbunden wird, sondern vielmehr eine spirituelle und „metaphysische“ Verbindung zwischen Menschen. Bei Agape handelt es sich nicht um (exklusive) partnerschaftliche Liebe, sondern um eine (inklusive) gemeinschaftliche Liebe. Diese Liebe kann auch die brüderliche Zurechtweisung beinhalten, zu der die Gläubigen nach römisch-katholischem Verständnis verpflichtet sind.[2] Für Papst Benedikt XVI. ist Agape auch eine Bezeichnung für das Sakrament der Heiligen Eucharistie. Er beschäftigt sich in seiner ersten Enzyklika eingehend mit dem Thema der selbstlosen Liebe.
Auch heute bezeichnet Agape mitunter ein Sättigungsmahl der christlichen Gemeinde, beispielsweise im Anschluss an einen Gottesdienst. In katholischen und evangelischen Pfarrgemeinden ist Agape auch die Bezeichnung eines gemeinsamen Mahles nach einem besonderen Gottesdienst, z. B. nach der Osternacht oder einer Hochzeit. Das Wort lehnt sich an das „Liebesmahl“ des Frühchristentums an.
In der orthodoxen Kirche heißt eine ähnliche Feier Artoklasia.
Um den Zusammenhalt und die Gemeinschaft unter den ansonsten weitgehend autonomen Baptistengemeinden zu fördern, wurden in Anlehnung an die urchristliche Agape sogenannte Liebesmahlfeiern durchgeführt. In einer bestimmten Region luden einzelne Gemeinden die umliegenden Schwesterkirchen zu solchen Feiern ein. Besonders beliebt waren dabei staatliche Feiertage (Neujahr, 1. Mai, Tag der Deutschen Einheit etc.) sowie die kirchlichen Feiertage (Reformationsfest, Buß- und Bettag, 2. Weihnachtstag, 2. Ostertag, 2. Pfingsttag). Jede Gemeinde hatte ihren festen Liebesmahltermin und war an diesem Tag Gastgeberin für die anderen Gemeinden. Bei diesen Veranstaltungen spielten neben Predigt, Gebetsgemeinschaft und gemeinsamen Mahlzeiten persönliche Erfahrungsberichte aus dem Glaubensalltag eine bedeutsame Rolle. Nur wenige Baptistengemeinden halten heute noch diese Tradition aufrecht.