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Das deutsche Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht entstand gegen 1150 und steht am Beginn der frühhöfischen Epik im deutschen Sprachraum. Als Vorlage (Hypotext) diente Lamprecht der in frankoprovenzalischem Dialekt verfasste „Roman d'Alexandre“ eines sonst nicht näher bekannten Albéric de Besançon oder de Pisançon, von dem nur ein 105 Verse zählendes Fragment erhalten ist. Lamprecht hält sich eng am Roman d'Alexandre, so entsprechen den 105 heute noch erhaltenen Versen des Originals 180 in der Übersetzung Lamprechts. Über die wohl fürstlichen Auftraggeber Lamprechts ist nichts bekannt.
Lamprechts Epos über das Leben Alexanders des Großen ist die erste Verarbeitung eines antiken Stoffs in einem erzählenden Text deutscher Sprache. Es sind verschiedene Fassungen bekannt:
Die Taten Alexanders des Großen waren in den folgenden Jahrhunderten ein sehr beliebter Stoff an mittelalterlichen Fürstenhöfen. Der Grund dafür lag in der großen Vielfalt der Interpretationsmöglichkeiten. Dem Stoff konnte sowohl eine heilsgeschichtliche wie eine herrschaftsideelle Dimension zugesprochen werden.
Inhaltsverzeichnis |
Straßburger Alexander V. 49-52:
Er was von Kriechen geborn
und wart dâ ze kuninge irkorn
und was der allirhêriste man,
den Kriechen ze kuninge ie gwan.
Vorauer Alexander V. 47-50:
Der von Chrîchen was geborn
unde wart dâ ze einem kunige irchorn
unde was der aller êrste man,
den î Chrîhlant ze chunege gewan.
Das Alexanderlied des Pfaffen Lamprecht wird auch von Rudolf von Ems in seinem Alexander angesprochen:
V. 15783-15786:
Ez hât ouch nâch den alten sitn
stumpflîche, niht wol besnitn
ein Lampreht getihtet,
von welsch in tiutsch berihtet