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Der Alphakanal oder α-Kanal ist ein zusätzlicher Kanal, der in Rastergrafiken zusätzlich zu den Farbinformationen die Transparenz (Durchsichtigkeit) der einzelnen Pixel (Bildpunkte) speichert. Die Darstellung eines Bildes mit Alphakanal auf einem Hintergrund wird als Alpha Blending bezeichnet.
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In der Filmtechnik waren bereits Jahrzehnte vor der Erfindung des Computers sogenannte Mattes gebräuchlich – Filmstreifen, die einzelne Objekte darstellten und die über einen Hintergrund gelegt werden konnten (Compositing). Mit der Einführung digitaler Filmtechniken wurden auch digitale Mattes entwickelt.
Der Begriff integral alpha wurde 1977[1] von Alvy Ray Smith und Edwin Catmull für die Idee eingeführt, dass Transparenzinformationen nicht in einer separaten digitalen Matte, sondern zusammen mit den Pixeln gespeichert werden sollten, um den Prozess zu vereinfachen. Dieser zusätzliche Bildkanal wurde „Alphakanal“ (alpha channel), die entsprechenden Pixel „RGBA“-Pixel genannt.[2] Der Name „Alpha“ wurde gewählt, weil er der entsprechenden Variable in der klassischen Formel zur linearen Interpolation αA + (1-α)B entsprach, wie sie beim Alpha Blending verwendet wurde. Durch die Einführung des Alphakanals wurden digitale Mattes überflüssig. 1984 entwickelten Thomas Porter und Tom Duff verfeinerte Alpha-Blending-Techniken (siehe auch Porter-Duff Composition).
FĂĽr ihre Verdienste bei der Entwicklung digitaler Compositing-Techniken erhielten Catmull, Porter, Duff und Smith 1996 einen Engineering Award der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.[3]
Im Alphakanal werden bei verschiedenen Grafikformaten (z. B. PNG, PSD, TGA, DDS oder TIFF) Transparenzinformationen zusätzlich zu den eigentlichen Bilddaten gespeichert. Dabei besitzt ein Alphakanal meist dieselbe Farbtiefe wie ein Farbkanal eines Bildes. So umfasst ein Alphakanal bei einem 8-Bit-Bild 256 Stufen. Dem Wert Alpha=0 entspricht das Attribut „vollständig transparent“, d. h. unsichtbar. Alpha=255 entspricht „nicht transparent“.
Die maximale Anzahl der möglichen Transparenzabstufungen richtet sich nach der Anzahl der für den Alphakanal verwendeten Bits. Ein binärer Alphakanal ist ein minimaler Alphakanal, der 1 Bit verwendet und daher nur angeben kann, ob ein Bildpunkt entweder vollständig transparent oder vollständig opak ist. Im Ergebnis der Benutzung eines binären Alphakanals vergleichbar, kann auch eine Farbe eines Bildes als transparent definiert werden. Diese Art Transparenz wird im Graphics Interchange Format (GIF) verwendet, wodurch ein Farbton weniger zur Darstellung verwendet werden kann. Sie ist jedoch kein Alphakanal im technischen Sinne, da die Transparenzinformationen nicht für jeden Bildpunkt einzeln gespeichert werden. Andere Formate erlauben oft ein zusätzliches Byte pro Pixel und somit 28 = 256 Abstufungen. Im Gegensatz zum GIF kann im PNG-Dateiformat ein 8- oder 16-Bit-Alphakanal benutzt werden. Bei diesem „echten“ Alphakanal spricht man dann auch von Grafiken mit vier Kanälen, die oft als RGBA abgekürzt werden (Rot, Grün, Blau, Alpha).
Alphakanäle können auf drei verschiedene Arten gespeichert werden:
Alphakanäle können in diversen Bildbearbeitungsprogrammen definiert werden. Dabei können etwa auch Auswahlen im Bild für die spätere Wiederverwendung gespeichert werden. In Photoshop werden temporäre Alphakanäle gebildet, wenn eine Ebene maskiert wird. Alphakanäle können auch zum Freistellen eines Bildes verwendet werden. Dies geschieht oft, indem ein bestehender Farbkanal zu einem Alphakanal kopiert wird und dann mit den Bildbearbeitungsfunktionen (Kurven, Kontraste, Pinsel, usw.) rasch bearbeitet werden kann.
Bei GIMP lässt sich der Alphakanal über die im Kontextmenü vorhandene Funktion „Auswahl aus Alphakanal“ auch für das Freistellen (auf anderen Ebenen oder in anderen Bildern) verwenden.
Ein Alphakanal kann auch fĂĽr Videos verwendet werden, um Objekte vom Hintergrund zu trennen. Dabei kann der Alphakanal direkt mit dem Video oder in einer separaten Videodatei gespeichert werden.