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| Katholisches Bistum der Alt-Katholiken | |
|---|---|
| |
| Basisdaten | |
| Fläche: | 357.104,07 km²[1] |
| Mitgliedschaft: | Utrechter Union |
| Bischof: | Matthias Ring |
| Assistenzbischöfe/ -bischöfinnen i.E.: |
Geoffrey Rowell Pierre Whalon |
| Generalvikar/in: | Jürgen Wenge |
| Priester: | 100 |
| Diakone: | 15 |
| Dekanate: | 6 |
| Pfarrgemeinden: | 55 |
| Pfarrämter: | 40 |
| Mitglieder: | 15.420[2] |
| Offizielle Website: | www.alt-katholisch.de |
Die Alt-Katholische Kirche in Deutschland (amtlicher Name: Katholisches Bistum der Alt-Katholiken in Deutschland) ist eine selbstständige katholische Kirche innerhalb der Utrechter Union der Altkatholischen Kirchen.
Inhaltsverzeichnis |
In Deutschland ist die alt-katholische Kirche eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und ist (mit Ausnahme einiger nord- und ostdeutscher Länder) kirchensteuereinzugsberechtigt (Konfessionsmerkmal: „ak“; Kennzahl „63“[3]).
Die älteste Gemeinde im heutigen Deutschland besteht auf der nordfriesischen Insel Nordstrand; ihre Ursprünge liegen im Jahr 1654. Sie wurde durch beim Deichbau beschäftigte niederländische Katholiken aus dem Erzbistum Utrecht gegründet.
Alt-katholische Gemeinden finden sich in stärkerer Konzentration in Nordrhein-Westfalen und in Baden-Württemberg. Die südbadischen Gemeinden liegen in Nachbarschaft zu den christkatholischen Gemeinden der Schweiz, mit denen sie die ehemalige Zugehörigkeit zu dem reformfreundlichen, aber 1821 aufgehobenen Bistum Konstanz teilen. In Bayern sind alt-katholische Gemeinden vor allem um Ansiedlungszentren der Deutschböhmen und Deutschmährer nach dem Zweiten Weltkrieg konzentriert. Auch über Rheinland-Pfalz, das Saarland und Hessen finden sich nahezu gleichmäßig verteilt alt-katholische Gemeinden. In den traditionell evangelischen Gebieten Nord- und Ostdeutschlands erstrecken sich hingegen die Gemeindegrenzen über weite Diasporagebiete.
Seinen Dienstsitz (Ordinariat) hat der alt-katholische Bischof in Bonn, dort befindet sich ebenfalls das bischöfliche Konvikt Johanneum und an der Universität Bonn das Alt-Katholische Seminar mit einem Lehrstuhl für Theologie. Bischof ist seit dem 20. März 2010 Matthias Ring. Kathedralkirche ist die Namen-Jesu-Kirche in Bonn, die zur Zeit renoviert wird und voraussichtlich ab Ende 2011 genutzt werden kann.
| Bundesland | Staatskirchenrechtlich errichtete Pfarrgemeinden |
Pfarrämter | Weitere Gottesdienststationen |
Priester | Diakone | Prozentualer Anteil am bundesweiten Kirchensteueraufkommen durch Altkatholiken[4] |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Baden-Württemberg | 18 | 13 | 20 | 19 | 2 | 26,2 % |
| Bayern | 11 | 8 | 19 | 17 | 3 | 16,7 % |
| Berlin mit Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern |
1 | 1 | 2 | 2 | 0 | 2,4 %[5] |
| Hessen | 4 | 4 | 5 | 10 | 1 | 10,7 % |
| Niedersachsen | 1 | 1 | 2 | 1 | 1 | 7,1 % |
| Nordrhein-Westfalen | 10 | 7 | 9 | 18 | 3 | 31,0 % |
| Rheinland-Pfalz | 3 | 1 | 3 | 2 | 1 | 3,6 %[6] |
| Saarland | 1 | 1 | 0 | 1 | 0 | 1,4 % |
| Sachsen | 1 | 1 | 3 | 1 | 1 | ./.[7] |
| Sachsen-Anhalt | 2 | 2 | 2 | 2 | 0 | ./.[7] |
| Schleswig-Holstein mit Bremen und Hamburg |
2 | 1 | 4 | 1 | 1 | 1,0 %[5] |
| Thüringen | 1 | 0 | 3 | 1 | 0 | ./.[7] |
| Geistliche außer Dienst, in wissensch. Forschung und Ordensgeistliche | 15 | 3 | ||||
| Gesamt | 55 | 40 | 72 | 100 | 16 | 100 % |
Alt-Katholische Gemeinden haben in der Regel nur wenige hundert Mitglieder:
Im Gegensatz zur römisch katholischen existiert in der Alt-Katholischen Kirche Deutschlands nur ein Bistum. Dessen Bischof ist somit deren höchster Repräsentant.
Bisherige Bischöfe:
Diejenigen katholischen Christen, welche die Beschlüsse des ersten Vatikanischen Konzils nicht annahmen, verfielen der Exkommunikation. Sie schlossen sich in der Folge zu Gemeinden und schließlich zu Ortskirchen (Bistümern) zusammen und wählten auf Kongressen (Synoden) eigene Bischöfe, die von Bischöfen der Alt-Katholischen Kirche der Niederlande konsekriert wurden.
Die wesentlichen Konfliktpunkte waren die auf dem Ersten Vatikanischen Konzil formulierten Dogmen von der Unfehlbarkeit sowie dem Jurisdiktionsprimat des Papstes.
Die Utrechter Erklärung von 1889 ist das Gründungsdokument der Utrechter Union der Altkatholischen Kirchen. Als Präsident der Internationalen Bischofskonferenz hat der Erzbischof von Utrecht zugleich den Ehrenprimat unter den altkatholischen Bischöfen inne.
Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte der alt-katholischen Kirche in Deutschland während der Nazi-Diktatur ist erst jüngst zu einem ersten Abschluss gekommen (s. Dissertation von Matthias Ring).[26] Nicht wenige damals lebende Alt-Katholiken sahen in der „Machtergreifung“ der NSDAP eine Chance für ihre Kirche zur Profilierung und Mitgliedergewinnung. Auch Forderungen nach einer Umgestaltung des Glaubens im Sinne eines „völkischen Christentums“ wurden vereinzelt artikuliert (Beispielsweise die Abschaffung des Alten Testaments). Diese Bemühungen fanden in der Katholisch-Nationalkirchlichen Bewegung (KNB) ihren organisatorischen Ausdruck, führten aber nicht zu den gewünschten Revisionen. Erfolge konnte die KNB vor allem unter der Arbeiterschaft in den Zentren der Kohleförderung und der Schwerindustrie verbuchen (Ruhrgebiet, Oberschlesien).
Von Anfang der 1990er Jahre bis Ende 2008 wurde die in Zehdenick (nahe Berlin) ansässige „Franziskushof-Gemeinschaft“ von der Berliner alt-katholischen Gemeinde seelsorgerlich mitbetreut. Der Leiter der damaligen Einrichtung war bis zum 4. März 2009 als Diakon in das alt-katholische Bistum inkardiniert. Zu dem auf dem Gelände entstehenden neuen Kloster existieren keine offiziellen Kontakte.[27]
Die Ökumenische Zisterzienser-Abtei St. Severin (Orden von Port Royal) unterstand zwischen September 2004 und Oktober 2010 der Jurisdiktion des Katholischen Bischofs der Alt-Katholiken in Deutschland.
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