|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Alte Leipziger – Hallesche | |
|---|---|
| | |
| Rechtsform | Gleichordnungskonzern |
| Sitz | Oberursel (Taunus), Stuttgart |
| Leitung | Walter Botermann (Vorstandsvorsitzender) |
| Mitarbeiter | 2.807[1] |
| Umsatz | 3.286 Mio. Euro[1] |
| Branche | Versicherungswesen |
| Website | www.al-h.de |
Der „Alte Leipziger – Hallesche Konzern“ ist eine deutsche Versicherungsgruppe. Sie hat Beitragseinnahmen und Mittelzuflüsse von 3,0 Milliarden Euro, Kapitalanlagen in Höhe von rund 22 Milliarden Euro und ca. 2.800 Mitarbeiter. Die Alte Leipziger Lebensversicherung und die Hallesche Krankenversicherung sind Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit und die Muttergesellschaften des Konzerns.
Inhaltsverzeichnis |
Die Lebens-, die Kranken- und die Sachversicherung sind die Kerngeschäftsfelder. Schwerpunkte sind dabei das Privatkundengeschäft sowie das Firmenkundengeschäft mit dem Fokus auf die betriebliche Altersversorgung und das Krankenversicherungsgeschäft. Darüber hinaus werden Finanzprodukte, wie Investmentfonds oder Bausparprodukte, angeboten.
Die Alte Leipziger Lebensversicherung und die Hallesche Krankenversicherung bilden einen Gleichordnungskonzern. Sie koordinieren die Strategie von Alte Leipziger – Hallesche. In den Vorständen der Alte Leipziger Lebensversicherung, der Hallesche Krankenversicherung und der Alte Leipziger Holding AG besteht Personalunion.[2]
Die erwirtschafteten Überschüsse kommen vollständig den Versicherten zugute. Im Geschäftsjahr 2010 betrugen die Beitragseinnahmen der Alte Leipziger Lebensversicherung 1.483 Millionen Euro und die der Hallesche Krankenversicherung 1.006 Millionen Euro.
Die Angebote der Alte Leipziger Lebensversicherung für die betriebliche Altersversorgung ergänzen die Tochterunternehmen:
Die Anteile an der Alte Leipziger Holding AG werden von der Alte Leipziger Lebensversicherung (100 Prozent) gehalten. Die Holding ihrerseits ist Muttergesellschaft der nachfolgend genannten Unternehmen:
Die Alte Leipziger Lebensversicherung auf Gegenseitigkeit und die Alte Leipziger Versicherung AG, gegründet 1830 bzw. 1819 in Leipzig, gehören zu den traditionsreichsten Versicherungen in Deutschland. Nach Auffassung des Versicherungshistorikers Prof. Dr. Peter Koch hat die Alte Leipziger Lebensversicherung „wesentliche Beiträge zur Entwicklung der modernen Lebensversicherung geleistet“.[3] Pionierleistungen der Alte Leipziger Lebensversicherung waren
Im 19. Jahrhundert und zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Lebensversicherungsgesellschaft erfolgreich. Die Beitragseinnahmen erhöhten sich kontinuierlich. Aufgrund des Reichsgesetzes über die privaten Versicherungsunternehmen vom 12. Mai 1901 nahm die Gesellschaft die Rechtsform eines Versicherungsvereins auf Gegenseitigkeit an. Den Ersten Weltkrieg überstand das Unternehmen ohne nennenswerte Probleme. Bereits in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts widmete sich die Alte Leipziger dem damals neuen Thema der betrieblichen Altersversorgung, heute ein Schwerpunkt ihrer Geschäftstätigkeit. Während des Zweiten Weltkriegs kam das Neugeschäft allmählich zum Erliegen.
Im Herbst 1945 untersagte die sowjetische Militäradministration dem Lebensversicherer ebenso wie dem Sachversicherer, der Leipziger Feuer-Versicherungsanstalt, die weitere Betätigung. Sie wurden geschlossen und „abgewickelt“. Damit war den Gesellschaften nach weit mehr als hundertjährigem Wirken in Leipzig die Geschäftstätigkeit an ihrem Gründungsort verboten. 1946 verlegte die Alte Leipziger Lebensversicherung daher ihren Sitz nach Bad Gandersheim, 1952 nach Frankfurt am Main. Seit 1974 befindet sich die Direktion des Lebens- und des Sachversicherers in Oberursel (Taunus).[4]
Am 15. September 1934 gründete die Kaufmännische Krankenkasse die Hallesche Krankenkasse mit Sitz in Berlin als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit für den nicht versicherungspflichtigen Personenkreis. Die Ausgliederung der „privat“ Versicherten aus den gesetzlichen Kassen wurde per Gesetz beschlossen. Die betroffenen Versicherten, insgesamt 20.570 Personen, wurden als Bestand auf das neue Unternehmen übertragen. Am 1. Januar 1936 wurde der Geschäftsbetrieb mit 195 Mitarbeitern und Sitz in Berlin aufgenommen. 1948 zog die Hauptverwaltung infolge der politischen Spannungen von Berlin nach Stuttgart. Die Zusammenarbeit mit der Alten Leipziger begann 1972. 1975 fusionierten die Hallesche Krankenkasse und dem Nationaler Krankenversicherungsverein a.G. unter dem Aufsichtsratsvorsitzenden Ludwig Grosse zu dem Hallesche-Nationale Krankenversicherungsverein a.G.. Mit der Gründung der Alte Leipziger Holding 1990 begann die Kapitalverflechtung von Alte Leipziger und Hallesche, die mit der Bildung des Gleichordnungskonzerns 1994 abgeschlossen wurde.[4]
Die Hallesche gilt als Pionier im Bereich der Pflegeversicherung. Als eines der ersten Unternehmen hat sie Anfang der 1990er Jahre eine Pflegeversicherung versicherungsmathematisch kalkuliert und fĂĽr jedermann angeboten.[5]