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| Altvatergebirge | ||
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Hrubý Jeseník, Sicht vom Uhlířský vrch, Velká kotlina und Praděd (rechts) | ||
| Höchster Gipfel | Praděd (Altvater) (1.491 m n.m.) | |
| Lage | Tschechien, Polen | |
| Teil der | Sudeten | |
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| Koordinaten | 50° 5′ N, 17° 14′ O50.083055555617.23097222221491Koordinaten: 50° 5′ N, 17° 14′ O | |
Das Altvatergebirge, auch Hohes Gesenke, tschechisch Hrubý Jeseník ist ein Gebirge in Schlesien und Nordmähren. Es gehört zur Gebirgskette der Sudeten als deren östlichster Teil. Der höchste Berg ist der Praděd (Altvater) mit 1.491 m ü.M. Westlich des Praděd befindet sich mit dem Pumpspeicherwerk Dlouhé Stráně das größte Pumpspeicherkraftwerk Tschechiens. Nach Norden schließt sich das Zuckmanteler Bergland an, dessen Ausläufer erreichen bei Głuchołazy polnisches Gebiet. Politisch befindet sich das Altvatergebirge in den beiden Verwaltungsbezirken Olomoucký kraj und Moravskoslezský kraj.
Inhaltsverzeichnis |
Im Altvatergebirge erreichen 56 Gipfel Höhen über 1000 m.n.m. Es gliedert sich in drei geomorphologische Teileinheiten:
Auf dem Gebiet des Altvatergebirges wurde wegen zahlreicher Naturschätze und deren Erhaltung 1969 das Naturschutzgebiet Jeseníky mit einer Fläche von 740 km² ausgerufen. Es beinhaltet elf kleinflächige Schutzzonen.
Für den Wintersport bieten sich einige Skigebiete an, so zum Beispiel Červenohorské sedlo (Roterbergsattel) oder Praděd-Ovčárna (das höchstgelegene Skigebiet Tschechiens). Auch für den Skilanglauf sind zahlreiche Loipen und ausgeschilderte Strecken vorhanden.
Eine Petition mit 15.000 Unterschriften mit der Forderung nach einem „Nationalpark Hrubý Jesenik“ wurde 2011 dem tschechischen Umweltminister Chalupa übergeben, wobei einige lokale Bürgermeister sowie staatliche Forstbetriebe sich dagegen aussprechen.[1]
Geologisch betrachtet gehört das Altvatergebirge zum Moravosilesikum (Mährisch-Schlesische Zone). Es zählt in der Tschechischen Republik zu jenen Gebieten, die durch eine auffallende Vielfalt metamorpher Gesteine gekennzeichnet sind. Das Gebirge wird in der Hauptsache von zwei Gneisaufwölbungen gebildet. An Stellen, an denen diese zurücktreten, befinden sich alte Gesteinsbildungen wie Granite oder Gneise, teilweise aus dem Proterozoikum. Die Auffaltungen führten auch zum Emporheben von Amphiboliten, Pyroxeniten und Peridotiten und den Umwandlungsprodukten, den Serpentiniten. Diese sind im westlichen Gebiet des Altvatergebirges nordöstlich streichend und inselhaft vertreten.
In den nach Nordosten sich erstreckenden Faltenverläufen finden sich hin und wieder graue Marmore, die in vergangenen Zeiten Gegenstand von Abbauaktivitäten zum Zwecke der Kalk- und Werksteingewinnung waren.
Von weiterer Bedeutung im Gesamtaufbau ist das sogenannte Friedeberger Granitmassiv im nordwestlichen Gebirgsteil, das um den Ort Žulová zu finden ist und den Übergang zum Reichensteiner Gebirge bildet. Es ist aus Graniten, Granodioriten und Migmatiten aufgebaut.
Bei Bělá pod Pradědem finden sich Gesteine des Devons. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Kalksteine, Phyllite und Chloritschiefer.
In der Umgebung des Červenohorský lom (Rotbergsteinbruch), wie zum Beispiel auf dem Praděd, kommt Gneis zum Vorschein.
Zur tektonischen Gliederung des Altvatergebirges werden fünf Bereiche unterschieden:[2]
Im Norden grenzt das Altvatergebirge an das Oberschlesische Becken. Im Westen wird es von den Bergketten des Adlergebirgs-Schneeberg-Kristallinikum (Orlicko-sněžnické krystalinikum) begrenzt, das einen ähnlichen geologischen Aufbau besitzt. Im Osten und Südosten schließt sich das Gebiet vom Niederen Gesenke (Nízký Jeseník) an. Im Süden besteht bei Šumperk Kontakt zur auslaufenden Karpaten-Vorsenke (Karpatská předhlubeň).
Lange Zeit waren die unzugänglichen Gebirgsgebiete kaum bewohnt. Eine umfangreichere Besiedelung des Altvatergebirges erfolgte zunächst im Mittelalter durch Kolonisten aus Schlesien. Diese deutschsprachige Bevölkerungsgruppe stellte bis in die späten 1940er Jahre mit Abstand den Hauptteil der Einwohnerschaft. Daneben siedelten sich verschiedensprachige, aber zum weit überwiegenden Teil deutsch- oder tschechischsprachige Familien im Rahmen der Binnenwanderung innerhalb der Habsburgermonarchie und später der Tschechoslowakischen Republik in der Region an.
Die deutschsprachige Bevölkerung gelangte durch die Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg vorwiegend in die Bundesrepublik Deutschland und in die DDR, zu einem kleinen Teil auch nach Österreich. Den Bevölkerungsverlust versuchte man staatlicherseits aufzufangen, indem man Tschechen aus zentralen Landesteilen, tschechische Repatrianten, Slowaken und Roma als Neubürger anwarb. Die frühere Besiedelungsdichte konnte jedoch nicht mehr erreicht werden.
Bis 1959 befand sich auf dem Altvaterberg (Praděd) ein Aussichtsturm. Eine originalgetreue Nachbildung des Altvaterturmes befindet sich heute auf dem Wetzstein bei Lehesten im Thüringer Schiefergebirge, am Rande des Frankenwaldes.