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Aminosäuresequenz

Die Aminosäuresequenz (auch Peptidsequenz, Proteinsequenz oder Primärstruktur des Proteins) bezeichnet die Abfolge (Sequenz) der Aminosäuren in einem Peptid (Protein).

Übereinkunftsgemäß schreibt man die Aminosäuresequenz mit der N-terminalen Aminosäure beginnend. Die Schreibrichtung vom N-Terminus zum C-Terminus entspricht der Syntheserichtung der Translation an den Ribosomen - Das Protein wächst vom N-Terminus zum C-Terminus.

Inhaltsverzeichnis

Bedeutung der Aminosäuresequenz

Die Aminosäuresequenz gibt die Proteinstruktur weitgehend vor und stellt seine unterste Strukturebene dar. Bereits während der Translation bildet sich die Sekundärstruktur meist in der endgültigen Form als direkte Folge der Wechselwirkungen zwischen den Aminosäuren, in einigen Fällen wird sie durch Enzyme und andere Umgebungseinflüsse geformt (siehe auch: Prionhypothese). Die Sekundärstruktur gibt wiederum die räumliche Strukturerfüllung und gegebenenfalls die Komplexierung mit anderen Untereinheiten zu Proteinkomplexen vor (Tertiärstruktur und Quartärstruktur.

Die Aminosäurekette oder Peptidkette bildet auch das Backbone des Proteins und den inneren kovalenten Zusammenhalt des Makromoleküls.

Die Bedeutung der Aminosäuresequenz liegt in der Vorgabe der Form und Funktionsfähigkeit des Proteins.

Vorgabe der Aminosäuresequenz

Die Aminosäuresequenz wird genetisch prädeterminiert in der Erbinformation, ihre Information ist dort als Nukleotidsäuresequenz der Desoxyribonukleinsäure (DNA) gespeichert. Der Prozess der Umsetzung der genetischen Information eines Gens in die Aminosäuresequenz eines Proteins ist Teil der Genexpression und der Proteinbiosynthese. Erster Teil dieser gesteuert ablaufenden Prozesse ist die Transkription, der zweite ist die Translation.

Die Vorstellung, dass jedes Gen ein Protein codiert, wird als Ein-Gen-ein-Polypeptid-Hypothese bezeichnet.

Änderungen der Aminosäuresequenz

Aminosäurekette im Polypeptid kann gegebenenfalls durch posttranslationalen Modifikationen geändert werden. Ein Austausch der Reihenfolge ist dabei nicht möglich, wohl aber Abspaltungen der Kette an den Enden oder innerhalb der Kette, was mehr oder weniger selbständige Untereinheiten zur Folge hat. Daneben sind chemische Änderungen an den Aminosäuren möglich, wodurch funktionelle Gruppen hinzugefügt werden können oder zusätzliche Bindungen innerhalb des Moleküls oder mit anderen Molekülen hergestellt werden können.

Analyse der Aminosäuresequenz

Die genaue Analyse der Aminosäuresequenz ist die Sequenzierung, sie erfolgt mittels Edman-Abbau.

Der Sequenzierung vorausgeschaltet ist die Aminosäureanalyse, die quantitative Bestimmung der im Protein vorkommenden Aminosäuren nach Hydrolyse.

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