Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Silenen UR

UR ist das KĂŒrzel fĂŒr den Kanton Uri in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen EintrĂ€gen des Namens Silenen zu vermeiden.
BW
Silenen
Wappen von Silenen
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Uri
Bezirk: (Der Kanton Uri kennt keine Bezirke.)
BFS-Nr.: 1216i1f3f4
Postleitzahl: 6473 Silenen
6474 Amsteg
6475 Bristen
Koordinaten: 693971 / 18298246.791388.66944510Koordinaten: 46° 47â€Č 29″ N, 8° 40â€Č 10″ O; CH1903: 693971 / 182982
Höhe: 510 m ĂŒ. M.
FlĂ€che: 144.78 kmÂČ
Einwohner: 2240 (31. Dezember 2010)[1]
Website: www.silenen.ch
Karte
Karte von Silenen
ww

Silenen ist eine politische Gemeinde des Kantons Uri in der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Hauptort der politischen Gemeinde Silenen ist die gleichnamige Ortschaft am rechten Ufer der Reuss. Sie besteht aus den Teilen Dörfli, Russ und Rusli. Zu Silenen gehören ausserdem zahlreiche Weiler, Streusiedlungen, HĂ€usergruppen und Einzelgehöfte. Die nördlichste Siedlung ist SchĂŒtzen (484 m ĂŒ. M.). Sie liegt mehr als drei Kilometer nördlich der Ortschaft Silenen. SĂŒdlich davon liegt Buechholz (525-580 m ĂŒ. M.; 2,7 km nördlich von Silenen). Weiter talaufwĂ€rts folgen Öfibach am gleichnamigen Bach (510-560 m ĂŒ. M.) und DĂ€gerlohn sĂŒdlich des Selderbachs (510 m ĂŒ. M.). Alle liegen am rechten Ufer der Reuss. Ein Kilometer sĂŒdöstlich von Silenen befindet sich oberhalb des Bristentobels am SĂŒdwesthang der Kleinen WindgĂ€llen der Weiler Frentschenberg (817 m ĂŒ. M.). Im Reusstal hingegen liegt das Dorf Amsteg (1 km sĂŒdlich von Silenen; 524 m ĂŒ. M.). Der sĂŒdlichste Ortsteil Silenens im Reusstal ist die Streusiedlung Ried (Vorder- und Hinterried; 2,5 km sĂŒdwestlich des Dorfs). Zur Gemeinde gehört aber auch das Maderanertal. Dort gibt es zahlreiche Weiler und Streusiedlungen, von denen nicht alle ganzjĂ€hrig bewohnt sind. Vorderste HĂ€usergruppe ist St. Anton (oder Vorderbristen; 716 m ĂŒ. M.). Weiter östlich liegt das Dorf Bristen (oder Hinterbristen; 770 m ĂŒ. M.). Weiter taleinwĂ€rts finden wir Cholplatz (784 m ĂŒ. M.) und noch mehrere aneinander liegende Weiler (HĂ€lteli, Steinmatte, Schattigmatt usw.) Vom Reussgrund aus geht es hinauf zum Hochplateau von Golzeren . Zwischen Maderanertal und Golzeren befinden sich die Siedlungen Hofstetten und Silblen (1'236 m ĂŒ. M.). Auf Golzeren gibt es mehrere Weiler, von denen Egg ,HĂŒseren (je 1'395 m ĂŒ. M.) und Seewen (1'423 m ĂŒ. M.) die Bedeutendsten sind. Auf der Hochebene liegt ausserdem der malerische Golzerensee (1'409 m ĂŒ. M.).

Silenen ist die flĂ€chenmĂ€ssig grösste Gemeinde im Kanton Uri. Doch sind darunter bloss 104 ha oder 0,7 % der Gemeinde SiedlungsflĂ€che. Davon sind wiederum 48 ha GebĂ€ude- und zwei ha Industrieareal sowie 42 ha VerkehrsflĂ€che. Umfangreicher ist die LandwirtschaftsflĂ€che mit 1860 ha oder einem Anteil von 12,8 %. Darunter befinden sich grosse Alpgebiete im Maderanertal. Diese bedecken eine FlĂ€che von 1444 ha. Dazu kommen 407 ha Wies- und Ackerland. Ausserdem sind 2647 ha oder 18,3 % von Wald und Gehölz bedeckt. Unproduktives Gebiet umfasst den Grossteil des Gemeindegebiets, genauer 9685 ha oder 68,1 %. Es handelt sich fast ausschliesslich um vegetationslose FlĂ€chen (Hochgebirge und Gletscher) oder Gebiete mit unproduktiver Vegetation (hochalpine Vegetation).

Nachbargemeinden von Silenen sind Erstfeld und Gurtnellen im Westen, Schattdorf, UnterschĂ€chen und die Spiringer Exklave Urnerboden im Norden, die Glarner Gemeinde Linthal und die BĂŒnder Gemeinde Disentis im Osten und das bĂŒndnerische Tujetsch im SĂŒden.

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1850 1542
1870 1651
1880 2085
1888 1808
1910 1992
1920 2493
1930 2086
1941 2202
1950 2193
1970 2338
1980 2115
1990 2054
2000 2068
2005 2282

Um 1850 lag Silenen nach dem Kantonshauptort Altdorf bevölkerungsmĂ€ssig an zweiter Stelle. Die Gemeinde zĂ€hlte damals ĂŒber 1500 Bewohner. Diese Zahl wuchs bis 1870 noch weiter. Ein noch höherer Bevölkerungsstand wurde 1880 erreicht, doch befanden sich damals zahlreiche Arbeiter der Gotthardbahn-Baustelle darunter. Die Bevölkerung wuchs wĂ€hrend einer langen Periode bestĂ€ndig weiter. Diese dauerte bis 1970 (1850–1970: +51,6 %). Eine Ausnahme bildeten nur die 1940er Jahre. Damals gab es einen kleinen Einbruch (1941–1950: −9 Personen; −0,4 %). Die höchste je ermittelte Bevölkerungszahl von Silenen waren die 1920 gezĂ€hlten 2493 Bewohner. Von 1970 bis 1990 kam es zu einer massiven Abwanderung (1970–1990: −12,1 %). Vor allem Richtung unteres Urner Reusstal. In den 1990er-Jahren stagnierte die Zahl der Einwohner. Doch hat in den letzten Jahren wegen des Baus des Gotthard-Basistunnels ein starkes Wachstum eingesetzt (2000–2005: +214 Personen oder 10,3 %).

Sprachen

Die Bevölkerung spricht eine hochalemannische Mundart. Fast die gesamte Einwohnerschaft spricht als tĂ€gliche Umgangssprache deutsch. Bei der letzten VolkszĂ€hlung im Jahr 2000 gaben 98,07 % Deutsch, 0,24 % Serbokroatisch und 0,19 % Italienisch als Hauptsprache an.

Religionen – Konfessionen

Die Bevölkerung war frĂŒher vollumfĂ€nglich Mitglied der Römisch-Katholischen Kirche. Die KonfessionsverhĂ€ltnisse im Jahr 2000 lassen immer noch die ursprĂŒngliche Struktur erkennen. 1897 Personen waren katholisch (91,73 %). Daneben gab es 2,80 % evangelisch-reformierte Christen und 1,60 % Konfessionslose. 61 Personen (2,95 %) machten keine Angaben zu ihrem Glaubensbekenntnis.

Herkunft – NationalitĂ€t

Von den Ende 2005 2282 Bewohnern waren 2001 (87,69 %) Schweizer Staatsangehörige. Die Zugewanderten stammen mehrheitlich aus Mitteleuropa (Österreich), SĂŒdeuropa (Italien und Portugal), Kroatien und Sri Lanka. Bei der VolkszĂ€hlung 2000 waren 1989 Personen (96,18 %) Schweizer BĂŒrger; davon besassen dreizehn Personen eine doppelte StaatsbĂŒrgerschaft.

Altersstruktur

Die Gemeinde zĂ€hlt einen hohen Anteil an jĂŒngeren Bewohnern. Der Anteil der Personen unter zwanzig Jahren von 25,48 % der Ortsbevölkerung liegt deutlich ĂŒber dem Anteil der Personen im Seniorenalter (60 Jahre und Ă€lter;21,62 %). Dennoch fĂ€llt auf, dass die Altersgruppe der Erwachsenen zwischen 20 und 44 Jahren stark unterdurchschnittlich ist. Dies ist auf die Abwanderung von jungen Leuten zwischen 1970 und 1990 zurĂŒckzufĂŒhren.

Bei der letzten VolkszÀhlung im Jahr 2000 ergab sich folgende Altersstruktur:

Alter 0–6 Jahre 7–15 Jahre 16–19 Jahre 20–29 Jahre 30–44 Jahre 45–59 Jahre 60–79 Jahre 80 Jahre und mehr
Anzahl 162 248 117 235 463 396 358 89
Anteil 7,83 % 11,99 % 5,66 % 11,36 % 22,39 % 19,15 % 17,31 % 4,30 %

Politik

Legislative

Die Gemeindeversammlung bildet die Legislative. Sie tritt meistens zwei Mal jÀhrlich zusammen.

Exekutive

Der siebenköpfige Gemeinderat bildet die Exekutive. Er ist nebenamtlich tÀtig. Derzeitiger GemeindeprÀsident ist Wendelin Loretz

Wirtschaft

Im Jahr 2005 gab es 60 Landwirtschaftsbetriebe, die 141 Arbeitsstellen anboten. Industrie und Gewerbe beschĂ€ftigten in 16 ArbeitsstĂ€tten 117, der Dienstleistungsbereich in 50 Betrieben 241 Personen (BeschĂ€ftigung auf Vollzeitstellen umgerechnet). Die VolkszĂ€hlung 2000 ergab 66 Landwirtschafts- und Forstbetriebe mit 173 BeschĂ€ftigten. Die BetriebszĂ€hlung 2001 kam auf 12 Industrie- und Gewerbebetriebe mit 86 und 57 Dienstleistungsunternehmen mit 217 BeschĂ€ftigten. Von den im Jahr 2000 962 erwerbstĂ€tigen Personen Silenens arbeiteten 324 (33,68 %) in der eigenen Gemeinde. Insgesamt bot der Ort 496 Menschen Arbeit an, von denen 324 (65,32 %) Einheimische waren.

Im Dorf Amsteg liegt das SBB-Kraftwerk Amsteg, das 1922 eröffnet und 1998 durch ein neues Kavernenkraftwerk im Berg ersetzt wurde.

Die 638 Wegpendler verrichten ihre Arbeit grösstenteils in anderen Gemeinden des Kantons Uri. Darunter 214 Personen in Altdorf, 122 in Erstfeld, 81 in Schattdorf, 28 in Gurtnellen, 24 in BĂŒrglen, 22 in Andermatt und je 20 in FlĂŒelen und Göschenen. Einziger bedeutender Arbeitsort ausserhalb des Kantons war die Stadt Luzern mit 15 Personen. Es gab aber auch 172 Zupendler. Diese kamen hauptsĂ€chlich aus Erstfeld (41 Personen), Schattdorf (33), Altdorf (21), BĂŒrglen (14), Gurtnellen (12) und Seedorf (9).

Geschichte

Im Ortsteil Amsteg stand bis 1762 ein Schmelzofen fĂŒr den am Bristenstock und an der WindgĂ€llen betriebenen Kupfer-, Blei- und Eisenbergbau.[2]

In Amsteg steht das Hotel Stern und Post, eines der Àltesten Hotels in der Schweiz.

SehenswĂŒrdigkeiten

Silenen

Turm der Edlen von Silenen (Meierturm)
SĂŒdlich des Bahnhofs stehender 17 m hohe Turm aus der Mitte des 13. Jahrhunderts (erbaut etwa 1240). Dieser fĂŒnfstöckige Wohnturm war einst Sitz der Edlen Freiherren von Silenen (1243–1363), die als sogenannte Meier von Silenen als Gutsverwalter von Besitzungen der FraumĂŒnsterabtei von ZĂŒrich amteten und so auch die EinzĂŒge von Zehnten besorgten. Der erste Meier war Ritter Werner (1243–1258), dann Ritter Arnold (1290–1294), zugleich Landammann von Uri und Mitbeschwörer des Ewigen Bundes von 1291 auf dem RĂŒtli.
Im Jahre 1989 wurde der Turm saniert und mit einem Wehrgang und einem Dach versehen. Heutiger Besitzer des Turmes ist der Kanton Uri. Im Sommer 2002 wurde der Turm mit einer Treppe fĂŒr die Öffentlichkeit begehbar gemacht.
14-Nothelfer-Kapelle
Gleich neben dem Meierturm befindet sich die die erstmals 1081 urkundlich erwĂ€hnte 14-Nothelfer-Kapelle. Sie wurde 1666 nach einem Brand wieder hergestellt und erweist sich heute als ein Gotteshaus von erhöhter Rangordnung, nachdem unter mehreren Übermalungen, namentlich im Chorbereich, Fresken aus dem 16. Jahrhundert zutage traten.

Persönlichkeiten

Weblinks

 Commons: Silenen â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Statistik Schweiz – STAT-TAB: StĂ€ndige und NichtstĂ€ndige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, NationalitĂ€t und Alter
  2. ↑ a b Knapp Ch., Borel M. und Attinger V.(Herausg):Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: AA – Emmengruppe (Seite 72).Neuenburg: Attinger, 1902.
Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.