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AngermĂĽnde-Stralsunder Eisenbahn

Angermünde–Stralsund <tr><td valign="top" colspan="2">
Strecke der AngermĂĽnde-Stralsunder Eisenbahn
Verlauf der AngermĂĽnde-Stralsunder Eisenbahn
</td></tr><tr><td valign="top">Kursbuchstrecke (DB):</td><td>175 Pasewalk–Jatznick
193 Züssow–Stralsund
203 AngermĂĽnde–Stralsund</td></tr><tr><td valign="top">Streckennummer (DB):</td><td>6081</td></tr><tr><td valign="top">Streckenlänge:</td><td>170,1 km</td></tr><tr><td valign="top">Spurweite:</td><td>1435 mm (Normalspur)</td></tr><tr><td valign="top">Streckenklasse:</td><td>vorwiegend D4</td></tr><tr><td valign="top">Stromsystem:</td><td>15 kV 16,7 Hz ~</td></tr><tr><td valign="top">Höchstgeschwindigkeit:</td><td>140 km/h</td></tr><tr><td valign="top">Zweigleisigkeit:</td><td>durchgehend</td></tr>
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von Rostock
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von Tribsees
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B 105
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240,8 Stralsund Hbf
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von Altefähr
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Stralsund Hafen
BSicon SBRĂśCKE.svgBSicon SBRĂśCKE.svg
B 96
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BSicon ABZld.svgBSicon .svg
nach Sassnitz
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238,3 nach Neubrandenburg
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StraĂźenbrĂĽcke
B 96
Haltepunkt, Haltestelle
231,1 WĂĽstenfelde (ehem Bf)
BrĂĽcke (mittel)
B 96
Bahnhof, Station
225,8 Miltzow
Haltepunkt, Haltestelle
220,5 Jeeser
   
216,5 Bk Mesekenhagen (ehem Bf)
StraĂźenbrĂĽcke
B 105
BrĂĽcke ĂĽber Wasserlauf (mittel)
210,7 Ryck
   
nach Grimmen
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
Greifswald Hafen
Bahnhof, Station
209,6 Greifswald
   
Greifswalder Bahnen (750 mm)
Haltepunkt, Haltestelle
207,0 Greifswald SĂĽd
StraĂźenbrĂĽcke
B 109
Blockstelle, Awanst, Anst etc.
204,4 Abzw Schönwalde
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Lubmin
   
201,6 Guest
Haltepunkt, Haltestelle
198,2 GroĂź Kiesow (ehem Bf)
BahnĂĽbergang
B 111
Bahnhof, Station
191,9 ZĂĽssow
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Wolgast
Haltepunkt, Haltestelle
184,5 Klein BĂĽnzow (ehem Bf)
   
181,4 Salchower Weiche
   
Anklam–Lassan (600 mm)
StraĂźenbrĂĽcke
B 109, B 110
BrĂĽcke ĂĽber Wasserlauf (groĂź)
EisenbahnbrĂĽcke Anklam, Peene
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
Anklam Hafen
Bahnhof, Station
175,3 Anklam
   
Anklam–Leopoldshagen (600 mm)
   
168,5 Bk Aurose
   
von Świnoujście
Bahnhof, Station
163,2 Ducherow
   
157,3 Borckenfriede (ehem Bf)
BahnĂĽbergang
B 109
BrĂĽcke ĂĽber Wasserlauf (mittel)
151,5 Zarow
Haltepunkt, Haltestelle
150,2 Ferdinandshof (ehem Bf)
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von UeckermĂĽnde
Bahnhof, Station
142,9 Jatznick
BahnĂĽbergang
B 109
Haltepunkt, Haltestelle
138,1 Sandförde (ehem Bf)
   
135,1 Abzw Belling nach Neubrandenburg
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Neubrandenburg
Bahnhof, Station
132,3 Pasewalk (Keilbahnhof) m ĂĽ. NHN
Abzweig – in Fahrtrichtung: nach links
nach Szczecin
StraĂźenbrĂĽcke
B 109
   
127,6 Bk Papendorf (Kr Pasewalk) (ehem Bf)
StraĂźenbrĂĽcke
UeckertalbrĂĽcke, A 20
BSicon STR.svg
   
Landesgrenze
Mecklenburg-Vorpommern–Brandenburg
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Bahnhof, Station
122,0 Nechlin
BrĂĽcke ĂĽber Wasserlauf (mittel)
119,6 Uecker
   
116,5 Bk Dauer (ehem Bf)
   
111,6 Abzw Blindow nach Templin
StraĂźenbrĂĽcke
B 109
Abzweig – in Gegenrichtung: nach links
von Templin und Strasburg
   
von Damme
Bahnhof, Station
108,3 Prenzlau 30 m ĂĽ. NHN
BrĂĽcke (mittel)
B 198
   
102,4 Bk SeelĂĽbbe
Haltepunkt, Haltestelle
97,0 Seehausen (Uckerm) (ehem Bf)
   
95,0 Quast
Haltepunkt, Haltestelle
92,0 Warnitz (Uckerm) (ehem Bf)
   
88,6 Bk Melzow
StraĂźenbrĂĽcke
A 11
Bahnhof, Station
83,9 Wilmersdorf (b AngermĂĽnde)
   
79,6 Greiffenberg (Uckerm) (ehem Bf)
   
75,0 Abzw Erichshagen nach Szczecin
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Szczecin
StraĂźenbrĂĽcke
B 198
Abzweig – in Gegenrichtung: nach rechts
von Schwedt
Bahnhof, Station
70,7 AngermĂĽnde 48 m ĂĽ. NHN
   
nach Bad Freienwalde
Strecke – geradeaus
nach Berlin

Die Bahnstrecke Angermünde–Stralsund, auch Angermünde-Stralsunder Eisenbahn, ist eine Hauptbahn im Nordosten der Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, welche Teil der Fernverbindung von Berlin nach Rügen ist. Die Strecke gehört zu den ältesten Strecken Vorpommerns und wurde ab 1863 von der Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft erbaut und betrieben.

Inhaltsverzeichnis

Streckenverlauf

Die Bahn beginnt am Bahnhof AngermĂĽnde, wo die Strecke nördlich von diesem aus der Hauptbahn Berlin–Szczecin (Stettin) ausfädelt. Sie fĂĽhrt zunächst entlang der Uckermärkischen Seen und dem sich anschlieĂźenden Fluss Ucker (beziehungsweise Uecker) ĂĽber Prenzlau nach Pasewalk. Die Landesgrenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wird etwa 1800 Meter nördlich des Bahnhofs Nechlin passiert. Die Strecke schwenkt hinter Pasewalk nach Nordnordwesten und fĂĽhrt mit einem ĂĽberwiegend geradlinigem Verlauf durch die Ausläufer der UeckermĂĽnder Heide. Bei Ferdinandshof werden fĂĽr wenige hundert Meter die Ausläufer der Friedländer GroĂźen Wiese passiert. Ăśber Ducherow, bis 1945 Ausgangspunkt einer Zweigbahn nach Heringsdorf, geht es nach Anklam. Etwa fĂĽnf Kilometer vor dem Anklamer Bahnhof wendet sich die Strecke nun stärker nach Nordwesten. Ăśber ZĂĽssow fĂĽhrt die Strecke weiter in Richtung Greifswald. Die Bahn fĂĽhrt den letzten Abschnitt bis nach Stralsund im Abstand von etwa fĂĽnf Kilometern parallel zur KĂĽste. Vor Stralsund fĂĽhrt die Bahn wieder stärker in Richtung Norden und endet schlieĂźlich am Stralsunder Hauptbahnhof in der Tribseer Vorstadt.

Da die Bahn durch teilweise mooriges Gelände führt und in ihrem Verlauf mehrere kleinere und mittlere Fließgewässer quert, waren mehrere Brücken und Durchlässe notwendig. Größere Brückenbauten bestehen unter anderem bei der Querung des Ryck bei Greifswald, sowie der Zarow bei Ferdinandshof. Die als Klappbrücke errichtete Peenebrücke Anklam stellt jedoch das mit Abstand komplizierteste Ingenieursbauwerk dar.

Zusätzlich quert die Bahn in ihrem Verlauf mehrere BundesstraĂźen und -autobahnen, darunter die A 20, die die Strecke im Zuge der UeckertalbrĂĽcke quert. Die B 109 verläuft zwischen Prenzlau und Greifswald weitgehend parallel zur Strecke und quert diese insgesamt sechsmal.

Geschichte

Vorgeschichte und Bau

→Siehe auch Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft

Ansicht des Stralsunder Bahnhofs um 1870

Die ersten Pläne zum Bau einer Zweigbahn in Richtung Vorpommern kamen in Zusammenhang mit der Errichtung der Hauptbahn Berlin–Stettin ab 1837 auf. Die Stadt Prenzlau trat dabei an das Komitee der Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft (BStE) heran, mit der Absicht, dass die Trasse der Strecke nach Stettin so nah wie möglich an die Stadt herangeführt werden sollte. Der preußische Wegebauinspekteur Friedrich Neuhaus, der die verschiedenen Trassenvarianten untersuchte, befürwortete ebenfalls die Auffassung der Prenzlauer. Zwei Jahre später versuchte daher eine Deputation der Prenzlauer über eine Zuwendung in Höhe von umgerechnet 30.000 bis 50.000 Mark das Komitee entsprechend umzustimmen. Zudem machten sie die Vorteile einer nördlichen Trassierung über Prenzlau gegenüber einer Direktverbindung deutlich. Diese betrafen vor allem die geringeren Terrainschwierigkeiten beim Bau der Bahn als auch die Anbindung des Zentrums der Uckermark an das Eisenbahnnetz. Durch den erwarteten wirtschaftlichen Aufschwung hoffte man die Gesellschaft, die entsprechend ihre Rendite erhielt, umzustimmen.

Das Komitee der BStE ging zunächst auf die Vorschläge ein und erklärte sich bereit, die Bahn bis auf zwei Kilometer an Prenzlau heranzuführen. Die direkte Erschließung sollte dann bei Bedarf über eine Zweigbahn erfolgen. An eine spätere Verlängerung dieser zu den vorpommerschen Hafenstädten wurde dabei ebenfalls gedacht. Ein erster Kontakt zu diesen wurde bereits aufgenommen, allerdings verlangte die BStE die finanzielle Beteiligung Prenzlaus und der Hafenstädte, sollte es zu einem Bau kommen. Da Prenzlau diese jedoch ablehnte, entschied sich die BStE in Bezug auf ihre Stammstrecke für eine südlichere Trasse. Der Prenzlauer Magistrat bewirkte jedoch die Einrichtung eines Haltepunkts in Passow sowie die Anlage einer Chaussee zwischen beiden Orten, womit zumindest eine erste Verbindung zur Strecke ab 1843 gewährleistet werden konnte.

In den Folgejahren bemühten sich die Prenzlauer weiterhin um einen Anschluss und hofften dabei auf die Unterstützung der vorpommerschen Hafenstädte, vor allem nachdem bereits 1842 Pläne zum Bau einer Direktverbindung von Berlin über Neustrelitz nach Stralsund aufkamen. Da absehbar war, dass zunächst nur eine Bahn gebaut werden konnte, war die Konkurrenz zwischen den Verfechtern beider Vorhaben entsprechend groß. Die vorpommerschen Städte sahen sich allerdings im Vorteil, da die als „Nordbahn“ bezeichnete Konkurrenzverbindung durch mecklenburgisches Gebiet führen musste und andererseits große Teile der Uckermark und Vorpommerns somit abgeschnitten gewesen wären.

Streckennetz der Berlin-Stettiner Eisenbahn-Gesellschaft um 1879

Obwohl die Nordbahn, da durch dĂĽnner besiedeltes Gebiet fĂĽhrend, als Staatsbahn gebaut werden sollte, konzessionierte der preuĂźische König Friedrich Wilhelm IV. diese am 18. Juni. Seine Minister, die den Bau einer Staatsbahn nicht unterstĂĽtzten, bewegten das Staatsoberhaupt noch im selben Jahr zu einer Umentscheidung, bei der der König am 16. November 1853 den Bau von drei Strecken in Vorpommern, den Bahnen Passow–Greifswald, ZĂĽssow–Wolgast und Pasewalk–Stettin, zustimmte. Die Entscheidung zum Bau einer Verlängerung von Greifswald nach Stralsund sollte später folgen. Bau und BetriebsfĂĽhrung sollten bei allen drei Strecken durch die BStE erfolgen.[1]

In den folgenden Jahren bis zum Baubeginn standen allerdings der Anfangs- und Endpunkt der Bahn noch nicht genau fest. Für den Beginn wurde zwischen Angermünde und Passow diskutiert, da die eine Stadt näher an Berlin, die andere dafür näher an Stettin lag. Zwischenzeitlich kam sogar die Variante auf, die Bahn erst ab Pasewalk beginnen zu lassen und den Verkehr dafür über die Zweigbahn Pasewalk–Stettin zu führen. Letztendlich gab man Angermünde im Jahr 1860 den Vorzug.

Für den Endpunkt stand zunächst Greifswald fest. Erst nach der Zustimmung des preußischen Kriegsministeriums – Stralsund war zu dem Zeitpunkt noch eine Festung – und der des vorpommerschen Communal-Landtags konnte die Bahn bis Stralsund fortgeführt werden.

Nachdem am 26. Februar 1861 der endgĂĽltige Vertrag unterzeichnet werden konnte, begannen ab dem 1. August 1861 an mehreren Stellen die eigentlichen Bauarbeiten. Vorarbeiten hatten zuvor bereits ab 1859 stattgefunden. Die Strecke sollte zunächst eingleisig verlaufen, das Planum fĂĽr ein zweites Gleis wurde allerdings mit vorbereitet. Parallel zur Strecke wurden pro Meile (7532 Meter) acht optische Telegrafen sowie eine durchgehende doppelte Telegrafenleitung angebracht. Die Bahnhöfe erhielten je nach Verkehrsaufkommen ein Empfangsgebäude im Stil des Klassizismus sowie bei Bedarf auch Wagenschuppen. Da das Rangieren teilweise auch mit Pferden erfolgte, besaĂźen einige dieser Wagenhallen auch eigene Ställe. An den größeren Bahnhöfen in Prenzlau und Pasewalk wurden zusätzlich Lokschuppen eingerichtet und in Anklam und Greifswald AnschlĂĽsse zu den Häfen hergestellt.

Der Bau der Strecke als solche erwies sich größtenteils unkompliziert. Die Trasse fĂĽhrte vor allem durch flaches Gelände. Jedoch mussten einige Moor- und Torflinsen trockengelegt werden, um ein Absinken der Gleise zu verhindern. Als größte technische HĂĽrde stellte sich der Bau der Flussquerungen ĂĽber die Uecker nördlich von Prenzlau, die Zarow bei Ferdinandshof, die Peene in Anklam sowie die Ryck in Greifswald dar. FĂĽr die letzten beiden kamen DrehbrĂĽcken zum Einsatz, um den Schifffahrtsverkehr auf den FlĂĽssen nicht zu behindern. Der Bau dieser BrĂĽcken verzögerte jedoch den geplanten Eröffnungstermin, so dass zunächst nur der Abschnitt AngermĂĽnde–Anklam am 16. März 1863 eröffnet wurde. Hinzu kam, dass der preuĂźische Handelsminister von Itzenplitz den Bau der Strecke Greifswald–Stralsund vorĂĽbergehend einstellen lieĂź, da die genaue Lage des Bahnhofs Stralsund nicht geklärt werden konnte.[2] Nach Festlegung, dass dieser in der Tribseer Vorstadt westlich der Altstadt errichtet werden sollte, gingen die Arbeiten weiter.

Der erste Sonderzug mit dem preuĂźischen König Wilhelm I. verkehrte am 26. Oktober 1863[3], der offizielle Personen- und GĂĽterverkehr wurde am 1. November 1863 aufgenommen. Gleichzeitig ging auch die Nebenbahn von ZĂĽssow nach Wolgast in Betrieb. DafĂĽr wurde der Postkutschverkehr parallel zur Bahn eingestellt.

Anfänge unter der BStE und den Preußischen Staatsbahnen

Empfangsgebäude des Bahnhofs Warnitz (Uckermark)

In den ersten Jahren verkehrten auf der Bahn täglich sieben Zugpaare zwischen Berlin, AngermĂĽnde und Stralsund. Davon waren vier reine Personenzugpaare, eines ein reines GĂĽterzugpaar sowie zwei gemischte Zugpaare. Die vorgesehene Höchstgeschwindigkeit betrug bei SchnellzĂĽgen 75 km/h, bei PersonenzĂĽgen 56 km/h und bei GĂĽterzĂĽgen 35 km/h[4]; die Fahrzeit betrug etwa vier Stunden.

Die Züge verkehrten in den Anfangsjahren zunächst zusammen mit den Stettiner Zügen und wurden in Angermünde geflügelt. Da der Personenverkehr stärker zunahm, als zunächst erwartet, richtete die BStE bereits wenige Jahre später eigene Zugpaare ein. Durch die 1876 eröffnete Strecke Ducherow–Swinemünde, die eine durchgehende Verbindung nach Usedom ermöglichte, sowie der Strecke Altefähr–Bergen – einschließlich eines Trajektverkehrs zwischen Stralsund und Altefähr – im Jahr 1883 stiegen die Zahlen nochmals an. 1891 wurde letztere nach Sassnitz verlängert, von wo es ab 1897 mit einer Postdampferlinie in Richtung Trelleborg weiter ging. Aus dieser ging im Jahr 1909 der als „Königslinie“ bezeichnete Trajektverkehr zwischen beiden Häfen hervor. Gleichzeitig mit Einrichtung der Eisenbahnfähre wurde auch ein Nachtzugpaar zwischen Berlin und Stockholm eingerichtet.

Die gesamte Strecke wurde bis 1879 von der BStE betrieben, aus der nach ihrer Verstaatlichung die Königliche Direktion der Berlin-Stettiner Eisenbahn der Preußischen Staatsbahnen hervorging. Ab 1895 wurde daraus die Königliche Eisenbahn-Direktion Stettin (KED Stettin).

Da der Zustand der Strecke den Anforderungen des immer weiter steigenden Verkehrs nicht mehr gerecht wurde, erfolgte 1905 der Umbau des Stralsunder Bahnhofs sowie in den Jahren 1907 und 1908 der zweigleisige Ausbau der Strecke. Damit verbunden war auch eine Erneuerung der PeenebrĂĽcke in Anklam, bei der die alte RollklappbrĂĽcke durch zwei KlappbrĂĽcken mit einer StĂĽtzweite von je 32 Metern ersetzt wurde.

Parallel dazu nahm der GĂĽterverkehr durch die Anlage zahlreicher Feld- und Kleinbahnen, wie beispielsweise der Mecklenburg-Pommerschen Schmalspurbahn, zu. HauptgĂĽter waren vor allem landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Kartoffeln, ZuckerrĂĽben oder Getreide.

Zwischenkriegszeit

Empfangsgebäude des Stralsunder Hauptbahnhofs

Ab 1920 wurden die einzelnen Länderbahnen in der neu gegrĂĽndeten Deutschen Reichsbahn zusammengefasst. Damit verbunden war zum einen die Umbenennung der KED Stettin in Reichsbahndirektion Stettin (RBD Stettin) als auch die zukĂĽnftige Vereinheitlichung und Modernisierung des Fuhrparks. Dennoch kamen in den folgenden knappen 20 Jahren fast ausschlieĂźlich Länderbahnloks zum Einsatz. FĂĽr den Einsatz vor SchnellzĂĽgen wurden meist Lokomotiven der Baureihe 38, seltener auch der Baureihe 17 eingesetzt. PersonenzĂĽge wurden meist von den älteren Lokomotiven der Baureihen 74 und 78 sowie teilweise auch von den Einheitsdampflokomotiven der Baureihe 64 gezogen. Im GĂĽterverkehr prägten die Baureihen 55 und 57 das Erscheinungsbild, bevor sie in den 1940er Jahren durch die Baureihen 50 und 52 abgelöst wurden.

Der Bau des RĂĽgendamms 1936 hatte entlang der Strecke einige Um- und Ausbauten mit sich gebracht. So entstand in Stralsund ein neues Stellwerk, die Gleisanlagen des Stralsunder GĂĽterbahnhofs wurden erweitert und eine eingleisige Verbindungskurve, die sogenannte „Berliner Kurve“, zwischen der RĂĽgenstrecke und der AngermĂĽnde-Stralsunder Bahn errichtet, mit der das Kopfmachen in Stralsund – vor allem fĂĽr die GĂĽterzĂĽge – entfallen konnte. Gleichzeitig wurde die gesamte Strecke ertĂĽchtigt und fĂĽr eine höhere Streckengeschwindigkeit ausgelegt. Lag die Höchstgeschwindigkeit auf der gesamten Strecke vorher bei 100 km/h, konnte der Abschnitt AngermĂĽnde–Ducherow (und darĂĽber hinaus bis Heringsdorf) seither mit 120 km/h, der Abschnitt Ducherow–Stralsund mit 110 km/h befahren werden.[5]

Durch die Erhöhung der Streckengeschwindigkeit verkürzte sich die Fahrzeit weiter. Die Relation Berlin–Stralsund wurde 1939 mit dem schnellsten Zug in etwa drei Stunden und zehn Minuten bewältigt[6] – ein Regional-Express brauchte im Jahr 2007 etwa die gleiche Zeit. Dadurch stiegen wiederum die Fahrtgastzahlen, so dass die Deutsche Reichsbahn das Angebot stetig erweitern musste. Den Vorkriegshöchststand erreichte die Auslastung im Jahr 1939 mit bis zu acht Personenzugpaaren täglich. Der Güterverkehr beschränkte sich wie die Jahre zuvor vor allem auf landwirtschaftliche Produkte, dazu kamen Fahrten für die Werften in Stralsund, Greifswald und Wolgast.

Reichsbahnzeit nach 1945

Im Laufe des Zweiten Weltkriegs wurde die Strecke an mehreren Stellen beschädigt oder zerstört. So brannte das Bahnhofsgebäude in Prenzlau nach einem Bombenangriff aus, sowohl die Ucker-Brücke bei Nechlin als auch die Welse-Brücke bei Angermünde waren beschädigt. An vielen Stellen verhinderten Bombentrichter einen durchgehenden Betrieb. Allein in Anklam mussten drei Behelfsbrücken auf Grund der Trichter errichtet werden. Hinzu kamen die Zerstörung der Karniner Hubbrücke am Swinemünder Ast und die Beschädigung des Rügendamms. Die Engpässe wurde durch den von der SMAD veranlassten Abbau des zweiten Streckengleises sowie den Abtransport von Lokomotiven und Wagen als Reparationsleistung in die UdSSR in den Jahren 1947/48 verschärft. Nach ersten Instandsetzungen konnten dennoch ab Juni 1945 die ersten Züge entlang der Strecke rollen. Ein durchgehender Verkehr zwischen Berlin, Angermünde und Stralsund war ab dem Ende des Jahres möglich.

1947 konnte der RĂĽgendamm wieder befahren werden, so dass die Bedeutung der Strecke Stralsund–AngermĂĽnde als Teil einer Transitverbindung nach Schweden wieder zunahm. In den 1950er Jahren wurden weitere Voraussetzungen fĂĽr einen steigenden Verkehr mit dem Neubau der Welse- und UckerbrĂĽcke geschaffen. Ab den 1960er und 1970er Jahren stiegen die Fahrtgastzahlen, bedingt durch den Ferienverkehr zur Ostsee und dem Berufsverkehr in den Städten, weiter an. Verzeichnete die DR im Jahr 1970 auf dem Abschnitt Pasewalk–Jatznick 56 und auf dem Abschnitt Anklam–ZĂĽssow 44 ReisezĂĽge pro Tag, rechnete sie fĂĽr das Jahr 1975 bereits mit 66 beziehungsweise 46 ZĂĽgen pro Tag. Zusammen mit den GĂĽterzĂĽgen, die nun vor allem Produkte aus der Metall- und Erdölindustrie transportierten, war die Auslastung der eingleisigen Strecke nahezu erschöpft. Der Wiederaufbau des zweiten Gleises wurde also zur unabdingbaren Voraussetzung fĂĽr die weitere Entwicklung der Strecke.

1973 begann daher die Deutsche Reichsbahn, die gesamte Strecke Bernau–AngermĂĽnde–Stralsund nebst dem Abschnitt AngermĂĽnde–Passow (an der Strecke nach Szczecin) und der Verbindungskurve zwischen den beiden Bahnen bei AngermĂĽnde (wieder) zweigleisig auszubauen. Zusätzlich wurde das bereits bestehende Streckengleis erneuert, die PeenebrĂĽcke in Anklam durch einen Neubau ersetzt und in Prenzlau ein neues Gleisbildstellwerk in Betrieb genommen. Zwischen 1973 und 1978 wurde abschnittsweise der zweigleisige Betrieb aufgenommen, lediglich ein kurzer Abschnitt vor AngermĂĽnde konnte erst 1987 fertiggestellt werden. Einhergehend mit dem zweigleisigen Ausbau wurde in den 1970er Jahren die zulässige Achslast der Strecke von 18 auf 20 Tonnen erhöht. Dies war vor allem fĂĽr den schweren GĂĽterverkehr zum Petrolchemischen Kombinat Schwedt sowie wenige Jahre darauf zum Sassnitzer Fährhafen Mukran nötig.

Wenige Jahre nach Fertigstellung des zweiten Gleises wurde der Neubau eines Fährhafens im Sassnitzer Ortsteil Mukran beschlossen, welcher ursprĂĽnglich ausschlieĂźlich fĂĽr die Abwicklung des GĂĽterverkehrs mit der Sowjetunion unter Umgehung Polens vorgesehen war. Damit war abzusehen, dass der Verkehr auf der AngermĂĽnde-Stralsunder Bahn von und nach Berlin weiter steigen wĂĽrde. Um die Durchlassfähigkeit der Verbindung zu steigern, wurde die Bahn in das Elektrifizierungsprogramm der DR einbezogen. Vorgesehen war die durchgehende Elektrifizierung der Verbindung Berlin–SaĂźnitz einschlieĂźlich der Strecken AngermĂĽnde–Stendell und ZĂĽssow–Wolgast Hafen mit einer Gesamtlänge von rund 340 Kilometern. Neben der ZiegelgrabenbrĂĽcke – der KlappbrĂĽcke des RĂĽgendamms – wurde fĂĽr die ähnlich konstruierte PeenebrĂĽcke in Anklam eine Sonderkonstruktion vorgesehen. Bei aufgeklappter BrĂĽcke wird die Fahrleitung um 70 Grad nach auĂźen gedreht, so dass der Stromfluss nicht unterbrochen wird. Zwischen 1988 und 1989 ging die elektrifizierte Strecke abschnittsweise in Betrieb:

  • 06. März 1988: AngermĂĽnde–Prenzlau (37,6 km)
  • 28. Mai 1988: Prenzlau–Pasewalk (24,0 km)
  • 24. September 1988: Pasewalk–ZĂĽssow (59,6 km)
  • 09. September 1988: ZĂĽssow–Greifswald (17,3 km)
  • 17. Dezember 1988: Greifswald–Stralsund (31,2 km)

Nach der Wende und Zukunft

Bahnhof AngermĂĽnde
Gleisseite des Prenzlauer Bahnhofs
Bahnhof Pasewalk 2009

Kurz nach der politischen Wende in der DDR 1989/1990 nahm sowohl der Personen- als auch der GĂĽterverkehr spĂĽrbar ab, da diese sich nun weitestgehend auf die StraĂźe verlagerten. 1990/91 wurde die Strecke mit punktförmiger Zugbeeinflussung (INDUSI) ausgerĂĽstet. Am 1. Januar 1994 ging die Deutsche Reichsbahn in der Deutschen Bahn AG (DB) auf.

Die gesunkenen Fahrgastzahlen nahm die DB schon bald zum Anlass, die nur noch wenig frequentierten Halte in Greiffenberg, Quast und Dauer zum Fahrplanwechsel 1995 und den Bahnhof Borkenfriede zum Fahrplanwechsel 1997 zu schließen. Der ebenfalls 1995 geschlossene Halt in Wilmersdorf wurde dagegen 1996 wieder geöffnet.

Im ĂĽberregionalen GĂĽterverkehr der Relation GroĂźraum Berlin–Fährhafen Sassnitz-Mukran nahm die Zahl der ZĂĽge in den 1990er Jahren aufgrund veränderter Warenströme weiter ab, da seither viele ZĂĽge von und zu den Häfen in Rostock und Hamburg verkehren. Der zurĂĽckgegangene regionale GĂĽterverkehr wurde durch die damalige DB Cargo AG (heute DB Schenker Rail Deutschland AG) ab Mitte der 1990er Jahre aus wirtschaftlichen GrĂĽnden unter anderem durch das Programm MORA C weiter eingeschränkt.

Seit Beginn der 2000er Jahre verkehren zusätzlich zur Regional-Expresslinie 3 der DB auch die ZĂĽge der Usedomer Bäderbahn (ZĂĽssow–Stralsund) sowie die der Ostseeland-Verkehr (Pasewalk–Jatznick). Auf den beiden Abschnitten wird annähernd ein 60-Minuten-Takt angeboten, die ĂĽbrigen Abschnitte werden alle 120 Minuten bedient.

Im Jahr 2001 wurde die Kuppelstelle Guest durch einen Autotransformator ersetzt. Somit ist die Strecke Stralsund–Prenzlau die einzige Bahnstrecke in Deutschland die mit einem „Autotransformatorsystem“ betrieben wird.[7]

Ab dem Fahrplanwechsel 2002 verkehrte im Fernverkehr neben den bestehenden IC-Linien auch die InterConnex-Linie 2 zwischen Stralsund und Zittau, nach mehrmaliger Linienänderung zwischen Stralsund und Dresden. Die Verbindung wurde zum Fahrplanwechsel 2006 wegen Unrentabilität wieder eingestellt.

Die gesamte Hauptbahn Berlin–AngermĂĽnde–Stralsund–Sassnitz wurde 2003 in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Dieser sieht den Ausbau der Strecke fĂĽr 160 km/h (statt 140 km/h) bis zum Jahr 2015 vor. Die Fahrzeit eines Regional-Expresses von derzeit drei Stunden und zehn Minuten soll sich damit um bis zu 45 Minuten reduzieren. Geplant sind Investitionskosten in Höhe von etwa 200 Millionen Euro.[8]

Auch wenn die Strecke oberbaumäßig für 160 km/h ausgebaut wird, lassen die Zugsicherungsanlagen bis zu deren Umbau nur eine Geschwindigkeit von 120 km/h zu.

Heutiger Zugverkehr

Bahnhof ZĂĽssow nachts mit einem Zug der UBB nach Ahlbeck Grenze

Im Regionalverkehr wird die Bahn auf kompletter Länge von der Linie RE 3 der DB Regio Nordost bedient, die ĂĽber das sĂĽdliche Ende der Strecke hinaus weiter nach Berlin und Elsterwerda verkehrt. Hinzu kommen eine Linie der UBB zwischen Stralsund und ZĂĽssow (mit Anschluss nach Barth und ĹšwinoujĹ›cie) sowie die Linie der OLA zwischen Jatznick und Pasewalk (mit AnschlĂĽssen nach UeckermĂĽnde und Schwerin–LĂĽbeck). In den Sommermonaten verkehrt zusätzlich ein Ausflugszugpaar mit dem Namen UsedomExpress zwischen der deutschen Hauptstadt und dem Seebad Heringsdorf.

Die EC-Linie 27 zwischen Binz und Brno/Wien sowie die IC-Linie 50 zwischen Binz und Frankfurt (Main)/Karlsruhe befahren die Bahn auf kompletter Länge. Je ein IC-Zugpaar der Linie 30 verkehrt freitags und samstags in den Sommermonaten zusätzlich zwischen Heringsdorf und Hamburg beziehungsweise Köln (ĂĽber Rostock) und nutzt dabei den Abschnitt ZĂĽssow–Stralsund mit. Hinzu kommt dann noch ein von Montag bis Freitag verkehrender IC der Linie 30 von Stuttgart ĂĽber Köln, Hamburg und Rostock nach Greifswald. Dieser Zug nutzt dabei den Abschnitt Stralsund-Greifswald. Die Fernverkehrshalte befinden sich in Stralsund, Greifswald, ZĂĽssow, Anklam, Pasewalk, Prenzlau und AngermĂĽnde. Seit dem 28. März 2011 fährt montags bis freitags in Tagesrandlage ein ICE-Zugpaar zwischen Stralsund und MĂĽnchen, allerdings werden wegen der zu tiefen Bahnsteige die IC-Halte in Prenzlau und Bernau nicht bedient.

Ăśberregionaler GĂĽterverkehr vom Fährhafen Sassnitz-Mukran befährt die Strecke vor allem nachts. Regional werden die Stationen Miltzow und Pasewalk (einschlieĂźlich Drögeheide) 2008 ein- bis zweimal wöchentlich planmäßig durch Railion im Wagenladungsverkehr bedient. Nach Bedarf verkehren zudem GanzzĂĽge von Railion oder anderen EVU von und nach Greifswald Hafen (v. a. Ă–l), Lubmin, Anklam Hafen (v. a. Holz, Baumaterial), Anklam (Zucker), Torgelow (Holz) und Prenzlau (v. a. Baustoffe).

Fahrzeugeinsatz

Im Laufe der Jahre kamen auf dieser Flachlandstrecke und ihren Nebenstrecken unterschiedliche Generationen von Lokomotiven und später auch Triebwagen zum Einsatz. Ab 1863 waren es zunächst 1A1-Lokomotiven im Personen- sowie B- beziehungsweise B1-Lokomotiven im Güterverkehr. Bei den Personenzugloks reichte in der Regel eine gekuppelte Achse aus, da die Züge verhältnismäßig wenig Masse mit hoher Geschwindigkeit befördern sollten; bei den Güterzuglokomotiven zählte dagegen die Zugkraft, weswegen diese meist mehrere kleinere Triebräder aufweisen. Benannt wurden die Lokomotiven zunächst nach den anliegenden Städten (Personenverkehr) oder aber nach germanischen Gottheiten (Güterverkehr), bevor ab den 1880er-Jahren Nummernsysteme zur Kennzeichnung der Fahrzeuge eingeführt wurden. Die Fahrzeuge der ersten Generation wurden meist von Borsig in Berlin und Vulcan in Stettin gebaut, zwischenzeitig auch von der Maschinenfabrik Wöhlert, ebenfalls aus Berlin.

Personenzuglok der preuß. Baureihe T 12 (später BR 74.10)

Nach der Verstaatlichung der BStE im Jahr 1880 kamen lange Zeit die preuĂźischen Einheitslokomotiven vom Typ P 2 (Personenverkehr) beziehungsweise G 3 (GĂĽterverkehr) zum Einsatz.

Diese wurden ab der Jahrhundertwende durch die neuen Baureihen T 12 ab 1905 und T 18 ab 1912 ergänzt beziehungsweise ersetzt. Hinzu kamen die in groĂźer StĂĽckzahl gebauten G 8 sowie deren weiter entwickelte Variante G 8.1. Wenige Jahre später waren auch die ersten Loks der Baureihe G 10 in den Betriebswerken entlang der Strecke beheimatet. FĂĽr den Eilzug- und Schnellzugverkehr kamen die preuĂźischen Baureihen P 8 und S 10 zum Einsatz.

Schnellzuglokomotive der preuß. Baureihe S 10.1 (später BR 17.10)

Nach dem Ersten Weltkrieg gingen die Länderbahnen zunächst in den Reichseisenbahnen und 1925 in der Deutschen Reichsbahn auf. Die Reichsbahn strebte mit ihrem Typenprogramm der Einheitsdampflokomotiven eine Reduzierung und Modernisierung der Lokomotivbaureihen an, konnte dies aber selbst auf den Hauptstrecken aus wirtschaftlichen GrĂĽnden nicht im gewĂĽnschtem MaĂźe umsetzen. So verkehrten auf der AngermĂĽnde-Stralsunder Bahn bis zum Zweiten Weltkrieg vorwiegend noch die Dampflokbaureihen aus Länderbahnzeiten. Lediglich die neuen Tenderlokomotiven der Einheitsbaureihe 64 kamen hier in geringer StĂĽckzahl vor PersonenzĂĽgen zum Einsatz. Daher prägten weiterhin die Lokomotiven der Baureihen 38 (ex preuĂź. P 8) und 17.10 (ex preuĂź. S 10.1) das Bild im Personen- und Schnellzugverkehr. Erst ab den 1940er Jahren waren zunehmend auch Lokomotiven der Baureihen 50 und 52 anzutreffen.

Schnellzuglokomotive der BR 03.10

Nach Kriegsende hielt sich der Einsatz von Dampflokomotiven auch im hochwertigen Schnellzugverkehr und im schweren GĂĽterzugverkehr noch bis zum Ende der 1970er Jahre. Neben den bereits vorhandenen Reihen 38, 50 und 52 kamen ab den 1950er Jahren mit den Schnellzugdampflokomotiven der Baureihe 03.10 vor den Berliner SchnellzĂĽgen und mit den GĂĽterzugdampflokomotiven der Baureihe 44 im Raum Pasewalk weitere Einheitslokomotiven zum Einsatz. Die rekonstruierten Lokomotiven der Baureihe 03.10 waren ĂĽberwiegend im Bahnbetriebswerk Stralsund stationiert und dominierten viele Jahre lang den Schnellzug- und Eilzugverkehr von Berlin zu den Ostseestädten. Später verkehrten teilweise auch die schwereren Loks der Baureihe 01.5 des Bahnbetriebswerks Berlin Ostbahnhof vor SchnellzĂĽgen.

GĂĽterzugdiesellok der DR-Baureihe 120

Mit der Traktionsumstellung auf Dieselbetrieb wurden die Dampflokomotiven von den Reihen 110, 120 und 132 abgelöst. Am 31. Mai 1980 verkehrte mit 03 1010 letztmalig ein dampfgefĂĽhrter Schnellzug zwischen Stralsund und Berlin.[9] Einige Loks, darunter viele 52er, wurden dennoch weiterhin in den Betriebswerken als Heiz- und Reserveloks betriebsbereit gehalten.

Mit der Elektrifizierung der Bahn in den späten 1980er Jahren wurden die Diesellokomotiven vor allem durch die Reihen 243 (heute 143) und 250 (heute 155) abgelöst. Die Baureihe 155 ist auch gegenwärtig im GĂĽterverkehr im Einsatz. Die Baureihe 143 wurde mittlerweile durch die Varianten 112 und 114 ersetzt. Diese verkehren in der Regel mit vier Doppelstockwagen. Der Fernverkehr wird hauptsächlich durch die Baureihe 101 bewältigt, hinzu kommen weitere E-Loks der Baureihe 120 beziehungsweise Dieselloks der Baureihe 218 im Inter-City-Verkehr. Im ICE-Verkehr wird die Baureihe 411 eingesetzt. Die beiden Privatbahnen UBB und OLA, die die Bahn abschnittweise bedienen, setzen Dieseltriebwagen der Typen Stadler GTW beziehungsweise Bombardier Talent ein.

Literatur

  •  Dieter Grusenick, Erich Morlok, Horst Regling: Die AngermĂĽnde-Stralsunder Eisenbahn einschlieĂźlich Nebenstrecken. transpress, Stuttgart 1999, ISBN 3-613-71095-1.</span>

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑  Dieter Grusenick, Erich Morlok, Horst Regling: Die AngermĂĽnde-Stralsunder Eisenbahn einschlieĂźlich Nebenstrecken. transpress, Stuttgart 1999, ISBN 3-613-71095-1, S. 17.</span>
  2. ↑ Dieter Grusenick, Erich Morlok, Horst Regling. S. 28f.
  3. ↑ Dieter Grusenick, Erich Morlok, Horst Regling. S. 20
  4. ↑ Dieter Grusenick, Erich Morlok, Horst Regling. S. 59
  5. ↑ Dieter Grusenick, Erich Morlok, Horst Regling. S. 93
  6. ↑ Dieter Grusenick, Erich Morlok, Horst Regling. S. 97
  7. ↑ bahn-in-pommern.de: Technik der elektrischen Zugförderung in Vorpommern, Zugriff am 12. März 2011
  8. ↑ Bundesverkehrswegeplan 2003; Beschluss der Bundesregierung vom 2. Juli 2003
  9. ↑ Dieter Grusenick, Erich Morlok, Horst Regling. S. 67
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Dieser Artikel wurde am 23. September 2008 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.
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