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Die Ansprache Hitlers vor den Oberbefehlshabern am 23. November 1939 war eine Rede Adolf Hitlers vor etwa 180 bis 200 Generälen und Offizieren der Wehrmacht, bei der er seine Absicht verkündete, das Nachbarland Frankreich anzugreifen. Eine Aufzeichnung der Rede wurde beim Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher als Schlüsseldokument verwendet (Dokument PS-789).
Inhaltsverzeichnis |
Wahrscheinlich am 21. November 1939 erging der Befehl an die Generalität, am 23. November um 12.00 Uhr in der Neuen Reichskanzlei zu einer Besprechung zu erscheinen. Die Ansprache Hitlers dauerte 1 1/2 Stunden und fand im Konferenzsaal statt.
Anwesend waren die Oberbefehlshaber der drei Wehrmachtsteile, der Heeresgruppen und Armeen, die Chefs der Luftflotten und die kommandierenden Generäle, die Chefs der Generalstäbe bis zu den Armeekorps, die entsprechenden Dienstgrade der Marine und Luftwaffe sowie mehrere Offiziere des OKW und des OKH.
Hitler begann mit der Aussage, er wolle den Anwesenden einen Einblick in seine Gedankenwelt geben und seine Entschlüsse mitteilen. Er eröffnete den Anwesenden, er schrecke nicht davor zurück, auch „brutale Entschlüsse“ zu fassen. Er betonte die Wichtigkeit der weltanschaulichen Erziehung des Volkes für den Krieg. Hitler bekannte, dass er sich lange darüber im unklaren gewesen sei, ob er den Krieg im Westen oder im Osten eröffnen solle. In der Begründung des Entschlusses zum Krieg bezog er sich auf die nationalsozialistische Vorstellung des Lebensraums:
„Die steigende Volkszahl erforderte größeren Lebensraum. Mein Ziel war, ein vernünftiges Verhältnis zwischen Volkszahl und Volksraum herbeizuführen. Hier muß der Kampf einsetzen. Um die Lösung dieser Aufgabe kommt kein Volk herum oder es muß verzichten und allmählich untergehen.“
Den Entschluss, Frankreich und England anzugreifen, verkündete er mit den Worten:
„Mein Entschluß ist unabänderlich. Ich werde Frankreich und England angreifen zum günstigsten und schnellsten Zeitpunkt.“
Er beschwor die Überlegenheit der Wehrmacht und der deutschen Rüstungsindustrie:
„Heute haben wir eine Überlegenheit, wie wir sie nie gehabt haben […] Wir sind heute dem Gegner überlegen, auch zahlenmäßig im Westen. Hinter der Armee steht die stärkste Rüstungsindustrie der Welt.“
Und er endete mit den Worten:
„Nach außen keine Kapitulation, nach innen keine Revolution.“
Das Dokument PS-789 wurde in Flensburg bei den OKW-Akten erbeutet. Daneben gibt es drei weitere Nachschriften, zum einen eine Aufzeichnung in Stichworten vom Kommandeur des X. Armeekorps General Hansen (Nürnberger Dokument NOKW-482) vom 4. Dezember 1939, die Aufzeichnungen vom General Hermann Hoth (Nürnberger Dokument NOKW-2717) und eine Nachschrift vermutlich von Helmuth Groscurth,[1] die sich im Militärarchiv Freiburg befindet. Alle vier Dokumente stimmen in ihren Aussagen überein.
Helmuth Groscurth notierte über die Rede in seinem Tagebuch:
„Am 23.11. bin ich in der Reichskanzlei bei der 2stündigen Ansprache des Führers an die Befehlshaber. Erschütternder Eindruck eines wahnsinnigen Verbrechers“[2]
Am Abend nach der Rede äußerte Hitler gegenüber seinem Adjutanten Nicolaus von Below, dass er bereits im Frühjahr die Truppen für einen Angriff auf die Sowjetunion wieder frei haben wollte.[3]
Mein Kampf (1924) | Hitlers Zweites Buch (1928) | Liebmann-Aufzeichnung (1933) | Denkschrift zum Vierjahresplan (1936) | Hoßbach-Niederschrift (1937) | Schmundt-Protokoll (1939) | Ansprache Hitlers vor den Oberbefehlshabern am 22. August 1939 | Ansprache Hitlers vor den Oberbefehlshabern am 23. November 1939