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| Basisdaten | |
|---|---|
| Verwaltungssitz | Bordeaux |
| PrÀsident des Regionalrats | Alain Rousset PS |
| Bevölkerung
â gesamt 2007 |
3.150.890 Einwohner |
| FlĂ€che â gesamt |
41.308 kmÂČ |
| Départements | 5 |
| Arrondissements | 19 |
| Kantone | 235 |
| Gemeinden | 2.296 |
| ISO 3166-2-Code | FR-B |
Aquitanien (franz. Aquitaine [akiËtÉn], okzitanisch AquitĂ nia [akiËtanjÉ]) ist eine historische Provinz und heute eine Region im SĂŒdwesten Frankreichs, die aus den DĂ©partements Dordogne, Gironde, Landes, Lot-et-Garonne und PyrĂ©nĂ©es-Atlantiques besteht. Aquitanien wird im SĂŒden von den PyrenĂ€en und im Westen vom Atlantik begrenzt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Region grenzt im Norden an die Region Poitou-Charentes, im Nordosten an die Region Limousin, im Osten an die Region Midi-PyrĂ©nĂ©es, im SĂŒden an Spanien und im Westen an dem Atlantischen Ozean. Sie umfasst den gröĂten Teil des aquitanischen Beckens, einer recht flachen und erdgeschichtlich jungen Landschaft; es wird hauptsĂ€chlich von Garonne, Adour, Dordogne, Charente und deren NebenflĂŒssen entwĂ€ssert, die sehr junge Sedimente angelagert haben. Nur im Ă€uĂersten Nordosten und SĂŒden finden sich hĂŒgelige bzw. gebirgige Gegenden: So liegt am Nordostrand der Region die erste Steilstufe des Zentralmassivs, an der Grenze zu Spanien erheben sich die PyrenĂ€en, die dort bereits weit ĂŒber 2000 m ansteigen. Zwischen Zentralmassiv und dem Kerngebiet des aquitanischen Beckens befinden sich ausgedehnte, relativ niedrige Kalkplateaus, deren AuslĂ€ufer bis unmittelbar vor Bordeaux reichen.
Das Klima ist â abgesehen von den Hochlagen â ganzjĂ€hrig mild. An der AtlantikkĂŒste betrĂ€gt die Jahresdurchschnittstemperatur ĂŒber 15 °C, in Bordeaux etwa 14 °C, an der Grenze zum Limousin noch 11 °C. Dieser Unterschied kommt insbesondere durch die milden Winter in KĂŒstennĂ€he zustande. Die NiederschlĂ€ge sind relativ hoch und nehmen nach SĂŒden hin immer mehr zu. Sie fallen vornehmlich im Winterhalbjahr.
Die Bodenbeschaffenheit ist vielfĂ€ltig: Die Flussniederungen sind zumeist sehr fruchtbar, ebenso das Vorland der PyrenĂ€en. Zwischen ihnen ist der Boden jedoch zumeist karg: Die Kalkböden im Nordosten eignen sich fĂŒr den Weinbau und spezialisierte Kulturen wie TrĂŒffel, NĂŒsse und Obst, sind aber aufgrund ihrer DurchlĂ€ssigkeit nicht ertragreich fĂŒr den Ackerbau. Die weite Schwemmlandebene zwischen Garonne und PyrenĂ€en weist Ă€uĂerst magere Lehm- und Sandböden auf, so dass hier jahrhundertelang nur extensive Schafzucht möglich war und SĂŒmpfe das Bild bestimmten. Nach Aufforstung ab dem 18. Jahrhundert befindet sich hier jetzt das gröĂte zusammenhĂ€ngende Waldgebiet von ganz Frankreich, die Landes de Gascogne.
Die Region Aquitaine untergliedert sich in fĂŒnf DĂ©partements:
| DĂ©partement | PrĂ€fektur | ISO 3166-2 | Arrondissements | Kantone | Gemeinden | Einwohner (Jahr) | FlĂ€che (kmÂČ) |
Dichte (Einw./kmÂČ) | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dordogne | Périgueux | FR-24 | 4 | 50 | 557 |
|
9.060 | 45,5 | ||
| Gironde | Bordeaux | FR-33 | 6 | 63 | 542 |
|
10.000 | 143,5 | ||
| Landes | Mont-de-Marsan | FR-40 | 2 | 30 | 331 |
|
9.243 | 41 | ||
| Lot-et-Garonne | Agen | FR-47 | 4 | 40 | 319 |
|
5.361 | 61,5 | ||
| Pyrénées-Atlantiques | Pau | FR-64 | 3 | 52 | 547 |
|
7.645 | 85,1 |
Die gröĂten StĂ€dte der Region (> 20.000 Einwohner (1999)) sind:
Aquitanien ist ein Gebiet mit Megalithanlagen des Typs Allée Couvert und gehört zu den Àltesten neolithisierten Regionen in Westeuropa.
Zur Zeit der römischen Eroberung wurde (von Julius Caesar in De Bello Gallico) das Gebiet sĂŒdlich der Garonne (lat.: Garuna) als Aquitanien bezeichnet. Seine Einwohner, unter anderem die Ausker sprachen im Gegensatz zu der Bevölkerung des nördlich angrenzenden eigentlichen Galliens nicht keltisch, sondern eine dem heutigen Baskisch nahestehende Sprache (oder Sprachen), von der nur wenige Wörter bekannt sind, durch Ortsnamen und sehr kurze Inschriften.
Die von den Römern eingerichtete Provinz Gallia Aquitana reichte weit ĂŒber das alte Aquitanien hinaus bis an die Loire (lat.: Liger). SpĂ€ter wurde sie geteilt in Aquitania I und Aquitania II, beide nördlich der Garonne, sowie Novempopulana (wörtlich âNeunvölker(-land)â ) sĂŒdlich des Flusses. Die einheimische Bevölkerung wurde romanisiert und nahm eine koloniale Abwandlung der lateinischen Sprache an.
418 wurden in Aquitanien die Westgoten vertraglich als Föderaten angesiedelt, wobei dies im Einklang mit der gallorömischen Oberschicht geschah, die sich Schutz vor anderen, weniger von Rom geprÀgten Barbaren erhofften. Nach der Mitte des 5. Jahrhunderts brach jedoch die ohnehin nur noch schwach ausgeprÀgte römische Oberherrschaft zusammen. Die Westgoten beherrschten diesen Raum bis 507.
Dann wurde Gallien bis zu den PyrenĂ€en von den Franken unterworfen, und die Westgoten zogen sich auf die Iberische Halbinsel zurĂŒck. Nach dem Verlust ihres gallischen Reichsteils bemĂŒhten sie sich, das Baskenland zu kontrollieren. Die frĂ€nkische Macht im nördlichen PyrenĂ€envorland war dagegen nur wenig ausgeprĂ€gt. So drĂ€ngten Basken aus den PyrenĂ€en, die unter der römischen Herrschaft ihre Sprache bewahrt hatten, nach Norden und dehnten ihre Hegemonie auf das ursprĂŒngliche Aquitanien aus, ohne dass die vorher romanisierten Einwohner ihr Provinzlatein aufgaben. Von den Basken stammt auch der Name Gascogne.
Im 8. Jahrhundert dehnten die Mauren nach der Eroberung der Iberischen Halbinsel ihre islamische Herrschaft zeitweise ĂŒber PyrenĂ€en und Garonne auf Aquitanien (im groĂrĂ€umigen Sinne) aus. Dann aber gelang Karl Martell 732 in der Schlacht von Tours und Poitiers, ihren Vormarsch zu stoppen und Aquitanien und das gesamte Gebiet bis zu den PyrenĂ€en endgĂŒltig fĂŒr das frĂ€nkische Reich zu sichern.
Bis 771 war Aquitanien ein selbstÀndiges Herzogtum, stand aber schon unter dem Herrschaftsanspruch der Karolinger (siehe Herzog Hunold), ab 781 sogar Königreich unter Ludwig dem Frommen, der 814 zum frÀnkischen Kaiser gekrönt wurde. Dessen Nachfolger in Aquitanien konnten die Hausmacht des Königreiches nicht aufrechterhalten, so dass 866 mit dem Tod des letzten Königs Karls des Kindes das Gebiet an das westfrÀnkische Reich angegliedert wurde.
1152 kam Aquitanien durch die Heirat der Lehenserbin Eleonore von Aquitanien mit Heinrich Plantagenet Graf von Anjou zu Anjou und gehörte ab 1154 nach dessen Thronbesteigung zur englischen Krone. Als dieser als Heinrich II. von England eingesetzt wurde, erhob er auf weite Teile Frankreichs Anspruch, und es begann der mehr als 100 Jahre lang andauernde Krieg zwischen England und Frankreich, unter dem besonders Aquitanien zu leiden hatte. 1453 kam Aquitanien endgĂŒltig zu Frankreich.
Im Lauf der Jahrhunderte haben sich die Grenzen der Region immer wieder verĂ€ndert: Machte Aquitanien in der Römerzeit noch fast das sĂŒdwestliche Viertel des heutigen Frankreichs aus, zersplitterte sich das Gebiet im Mittelalter in mehrere HerzogtĂŒmer und Grafschaften. Der Name Aquitanien wurde zu Guyenne abgeschliffen. Das Herzogtum Guyenne, von den EnglĂ€ndern in Besitz genommen, schrumpfte mit deren Gebietsverlusten im HundertjĂ€hrigen Krieg und umfasste nach dessen Ende nur noch das Bordelais und das Agenais. Im SĂŒden schlossen sich die Gascogne, das BĂ©arn und das nördliche Navarra an, im Nordosten bestand die Grafschaft PĂ©rigord. Mit der Einrichtung der DĂ©partements infolge der Französischen Revolution wurde den alten Provinzen als Verwaltungseinheiten ein Ende gesetzt.
Mit der Einrichtung der Regionen 1960 entstand Aquitanien in den derzeitigen Grenzen neu. 1972 erhielt die Region den Status eines Ătablissements public unter Leitung eines RegionalprĂ€fekten. Durch die Dezentralisierungsgesetze von 1982 erhielten die Regionen den Status von CollectivitĂ©s territoriales (Gebietskörperschaften), wie ihn bis dahin nur die Gemeinden und die DĂ©partements besessen hatten. 1986 wurden die RegionalrĂ€te erstmals direkt gewĂ€hlt. Seitdem wurden die Befugnisse der Region gegenĂŒber der Zentralregierung in Paris schrittweise erweitert.
Seit dem 1. November 1995 erhÀlt Aquitanien eine Partnerschaft[1] mit dem deutschen Bundesland Hessen.
Siehe auch: Ausker, Herzog von Aquitanien; Eudo von Aquitanien
Die Bevölkerungsentwicklung in der Region Aquitanien stellt sich uneinheitlich dar. Insgesamt hat die Region in den letzten ca. 150 Jahren an Bevölkerung gewonnen, bleibt aber unter dem französischen Gesamtdurchschnitt. Diese Entwicklung ist darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass Aquitanien in weiten Teilen immer noch sehr lĂ€ndlich geprĂ€gt ist.
So haben die DĂ©partements Dordogne und Lot-et-Garonne, die auch den höchsten Anteil der Landwirtschaft an der Wirtschaftsleistung aufweisen, in dieser Zeitspanne einen Bevölkerungsverlust hinnehmen mĂŒssen, den sie bis heute nicht haben ausgleichen können. Die Landes hingegen konnten aufgrund kleinerer Industriestandorte, groĂflĂ€chiger Agrarbewirtschaftung und vor allem ihrer touristischen Entwicklung in der Nachkriegszeit den Verlust ausgleichen.
Gewinner in der Bevölkerungsentwicklung sind die DĂ©partements Gironde und PyrĂ©nĂ©es-Atlantiques, die beide ĂŒber urbane Zentren verfĂŒgen. Dabei ist die Bedeutung des GroĂraums Bordeaux um ein Vielfaches höher als die kleineren BallungsrĂ€ume um Pau und Bayonne-Anglet-Biarritz. Die Entwicklung der Einwohnerzahl der Gironde hat sich von den anderen DĂ©partements daher praktisch abgekoppelt.
Innerhalb der DĂ©partements findet ebenfalls eine Gewichtsverschiebung statt: StĂ€dte mittlerer GröĂe mit einer eigenen Agglomeration, diversifizierten und/oder zukunftssicheren Wirtschaftsbedingungen gewinnen z.T. deutlich. Beispiele hierfĂŒr sind Dax oder Bergerac. LĂ€ndliche Gegenden ohne Möglichkeiten, Ersatz fĂŒr wegfallende ArbeitsplĂ€tze in der Landwirtschaft auszugleichen, haben sich in dieser Zeit dagegen geradezu geleert. Die Region im Ă€uĂersten Norden des DĂ©partements Dordogne hat beispielsweise allein zwischen 1921 und 1999 mehr als die HĂ€lfte ihrer Bevölkerung verloren.
Beschreibung: In Rot ein blaugezungter und so bewehrter goldener hersehender laufender Löwe.
Ergebnis der Wahl des Regionalrates vom 28. MĂ€rz 2004:
Siehe auch: Liste der PrÀsidenten des Regionalrates von Aquitanien seit 1986
Im 1. Quartal 2004 betrug die Arbeitslosenquote 9,7 %, sie entsprach damit dem Durchschnitt Frankreichs. Im Vergleich mit dem BIP der EuropĂ€ischen Union ausgedrĂŒckt in Kaufkraftstandards erreichte die Region 2006 einen Index von 99,6 (EU-27 = 100).[2]
Wichtige Wirtschaftszweige sind der Tourismus, die Landwirtschaft (8 % der Arbeitnehmer), die Holzindustrie und die Luftfahrttechnik.
Die DĂŒne von Pyla ist mit ĂŒber 100 m Höhe und fast 3 km LĂ€nge die gröĂte SanddĂŒne Europas. Im Landesinneren findet man die berĂŒhmten Weinberge von Bordeaux. Die gesamte KĂŒstenregion von Biscarrosse bis an die Grenze Spaniens wird von einem feinen Sandstrand gesĂ€umt, der im Sommer zahlreiche Touristen anlockt.
Aquitanien | Auvergne | Bretagne | Burgund | Centre | Champagne-Ardenne | Elsass | Franche-ComtĂ© | Ăle-de-France | Korsika | Languedoc-Roussillon | Limousin | Lothringen | Midi-PyrĂ©nĂ©es | Nord-Pas-de-Calais | Basse-Normandie | Haute-Normandie | Pays de la Loire | Picardie | Poitou-Charentes | Provence-Alpes-CĂŽte dâAzur | RhĂŽne-Alpes
Regionen in Ăbersee:
Französisch-Guayana |
Guadeloupe |
Martinique |
Mayotte |
Réunion
44.58333333330.0166666666667Koordinaten: 45° N, 0° O