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Die „Arbeiterklasse“ ist ein Begriff (heutzutage in erster Linie) des Marxismus, der dort häufig synonym mit „Proletariat“ verwendet wird (näheres hierzu bei Konkurrierende Begriffe zum Begriff „Proletariat“). Die Definition des Begriffes ist umstritten. Die Angehörigen der Arbeiterklasse sind nicht automatisch gleichzusetzen mit Arbeitern im Sinne von überwiegend körperlich arbeitenden Beschäftigten.
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Einige Marxisten und Marxismusforscher fassen den Begriff jedoch weiter. Nach Hal Draper bildet das industrielle Proletariat den Kern der Arbeiterklasse, danach kommt das nicht-industrielle Proletariat, also die Lohnarbeiter im Bereich der Dienstleistungen und der Landwirtschaft. Lohnarbeiter, die nicht zum Proletariat gehören, sind nach Draper Lohnarbeiter in den Bereichen, wo kein Mehrwert im marxistischen Sinn geschaffen wird, etwa im staatlichen Bereich.
Schließlich zählt Draper auch noch Arbeiter zur Arbeiterklasse, die nicht Lohnarbeiter sind. Dies wären z. B. mithelfende Familienangehörige in der Landwirtschaft, kleine selbständige Handwerker, Bauern, kleine Selbständige wie Ladenbesitzer und ähnliches (also das traditionelle Kleinbürgertum).
Die heutige Bedeutung der Arbeiterklasse ist umstritten. Nimmt man die in der amtlichen Statistik als „Arbeitnehmer“ (die „Arbeiter“, „Angestellte“ und „Beamte“ umfasst, auch die angestellten Manager) bezeichneten Personen als statistische Ersatzgröße für den Umfang der Arbeiterklasse, dann ist mengenmäßig kein Schwinden der Arbeiterklasse zu beobachten. In der Abbildung ist der Anteil der Arbeitnehmer (ein Begriff, der schon im 19. Jahrhundert als Gegenstück zu „Arbeitgeber“ geprägt wurde) an den Erwerbstätigen insgesamt dargestellt. Die Erwerbstätigen sind die „Arbeitnehmer“ und die „Selbstständigen und die mithelfenden Familienangehörigen“ (letzteres sind also nicht nur „Kapitalisten“). Statistisch ist diese Vorgehensweise allerdings nicht ganz richtig, weil hochbezahlte Manager als Arbeitnehmer zählen, während unter den Selbstständigen auch sog. „Kleinbürger“ (etwa der sprichwörtliche Würstchenbudenbesitzer) statistisch erfasst werden.
Der Anteil der Arbeiter in der Industrie an den Beschäftigten sinkt kontinuierlich.
Die informelle Arbeiterklasse (engl. informal working class) ist ein vor allem von Mike Davis geprägter soziologischer Begriff für eine Klasse von über einer Milliarde vorwiegend junger urbaner Menschen, die in keiner Weise formell mit der Weltwirtschaft in Verbindung stehen und vorwiegend in Slums versuchen zu überleben. Nach Davis entspricht diese Klasse nicht mehr den gesellschaftstheoretischen Begriffen einer Klasse, so wie sie von Karl Marx, Max Weber oder der Modernisierungstheorie entwickelt wurden. Danach entwickelte sich diese Klasse seit den 1960er-Jahren weltweit, vor allem in der südlichen Hemisphäre. Im Gegensatz zu bisherigen Vorstellungen von einer Klasse des Lumpenproletariat und den Vorstellungen eines „Slum der Hoffnung“ aus dem 1920er- und 1930er-Jahren, haben die Mitglieder dieser Klasse kaum Chancen formelle Strukturen zur Ökonomie zu erlangen.[1][2][3]