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| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Ilm-Kreis | |
| Höhe: | 288 m ü. NN | |
| Fläche: | 55,29 km² | |
| Einwohner: |
25.000 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 452 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 99310 | |
| Vorwahl: | 03628 | |
| Kfz-Kennzeichen: | IK | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 70 004 | |
| Stadtgliederung: | 5 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 1 99310 Arnstadt | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Hans-Christian Köllmer (FWG Pro Arnstadt) | |
| Lage der Stadt Arnstadt im Ilm-Kreis | ||
Arnstadt ist eine Kreisstadt in der Mitte von Thüringen und liegt ca. 20 km südlich von Erfurt. Die Stadt fungiert als Mittelzentrum und ist der Verwaltungssitz des Ilm-Kreises.
Mit der urkundlichen Ersterwähnung im Jahr 704 ist Arnstadt einer der drei ältesten belegten Orte Deutschlands außerhalb der ehemals römischen Siedlungsgebiete. Bis zum 18. Jahrhundert war Arnstadt eine Residenzstadt der Grafen von Schwarzburg. Arnstadt war die erste Wirkungsstätte von Johann Sebastian Bach und ist die Heimat der Thüringer Bratwurst. Die Stadt besitzt einen gut erhaltenen historischen Stadtkern. Aufgrund der Lage am Nordrand des Thüringer Waldes wird Arnstadt als das „Tor zum Thüringer Wald“ bezeichnet.
Arnstadt ist ein bedeutender Industriestandort und besitzt mit dem verkehrstechnisch günstig gelegenen Industriegebiet am Erfurter Kreuz das größte zusammenhängende Industrie- und Gewerbegebiet Thüringens.
Inhaltsverzeichnis |
Arnstadt liegt am Südrand des Thüringer Beckens auf etwa 300 Meter Höhe und wird von der Gera durchflossen. Das hügelige Vorland des Thüringer Waldes mit den Reinsbergen und der Alteburg reicht bis an die südliche Grenze Arnstadts. Es liegt mitten in einem Gebiet, in dem Keuper großflächig ausstreicht. Es ist die Typuslokalität der Arnstadt-Formation des Mittleren Keupers in der Erdgeschichte.
Der Jahresniederschlag beträgt 487 mm. Die Niederschlagsmenge liegt im unteren Zwanzigstel der in Deutschland erfassten Werte. Der trockenste Monat ist der Januar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 2,7-mal mehr Niederschläge als im Januar.
Der Stadtkern liegt auf der Westseite der Gera. Er war früher von einer Stadtmauer umgeben. Mit Einsetzen der Industrialisierung entstanden Wohnviertel im Westen, Industrieanlagen im Norden und Villenviertel im Süden der Stadt. Nach dem Zweiten Weltkrieg dehnte sich die Stadt weiter nach Norden entlang des Geratals aus, neue Wohngebiete entstanden in den 70er- und 80er-Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts, im Osten das Ostviertel und im Südosten Arnstadts das Wohngebiet Rabenhold.
Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn, beginnend im Norden: Ichtershausen, Kirchheim, Alkersleben, Dornheim, Wipfratal, Plaue, Gossel, Wachsenburggemeinde.
Nach § 3 der Hauptsatzung[2] gehören zur Stadt Arnstadt die folgenden vier Ortschaften mit Geltung der Ortschaftsverfassung im Sinne des § 45 Thüringer Kommunalordnung (ThürKO).
Am 1. Mai 704 wurden in einer in Würzburg ausgestellten Schenkungsurkunde des Thüringer Herzogs Hedan II. an den angelsächsischen Bischof Willibrord von Utrecht die Orte Arnstadt (als Arnestati), Mühlberg und Großmonra erstmals genannt.[3] Diese sind somit die ältesten urkundlich bezeugten Orte Thüringens und des mittleren und östlichen Deutschlands. Arnstadt wurde deshalb bis 1990 als älteste Stadt der DDR präsentiert. Archäologische Funde belegen, dass der Ort schon in der Jungsteinzeit ein bevorzugter Siedlungsplatz war.
726 ging Arnstadt an die Abtei Echternach und später durch Tausch an die Abtei Hersfeld über. Nach August Beck wurde der Ort von Heinrich I. im Jahre 925 als Bollwerk gegen die einfallenden Ungarn erweitert.[4] Am 17. Dezember 954 hielt König Otto I. in Arnstadt einen Reichstag ab, bei dem er Frieden mit seinem aufständischen Sohn Liudolf von Schwaben schloss und einen anderen Sohn, Wilhelm, zum Erzbischof von Mainz ernannte. Dieser beschloss zugleich die Gründung der Liebfrauenkirche in Arnstadt.
Im 12. Jahrhundert fiel ein Teil Arnstadts unter die Herrschaft der Grafen von Käfernburg. 1198 versammelten sich die Reichsfürsten in Arnstadt und wählten am 8. März Philipp von Schwaben zum deutschen König. 1220 wurde Arnstadt erstmals als civitas, also als Stadt bezeichnet. Das Stadtrecht wurde dem Ort erst am 21. April 1266 vom Abt der Abtei Hersfeld verliehen.[5] Danach entwickelte sich Arnstadt zum Umschlagplatz für Holz, Getreide, Wein und Färberwaid.
Nach dem Aussterben der Käfernburger 1302 gelangte bis 1306 deren Besitz in Arnstadt an die Grafen von Schwarzburg. Versuche von Erfurter Seite, sich 1342 und 1345 der reichen Stadt zu bemächtigen, scheiterten an der starken Befestigung. Der Wohlstand gründete sich auf das Mühlengewerbe, das Tuchmacherhandwerk, auf Gerbereien und den Handel mit Wein und Waid, Holz, Getreide, Wolle und Gemüse.
Am 30. Januar 1349 wurde mit Graf Günther XXI. von Schwarzburg der Arnstädter Landesherr in Frankfurt am Main zum Gegenkönig Karls IV. gewählt und gekrönt. Er entsagte diesem Titel bereits am 26. Mai gegen 20.000 Mark Silber der Krone. 1496 wurde der schwarzburgische Besitz in die Oberherrschaft Arnstadt und die Unterherrschaft Sondershausen geteilt. Während des Deutschen Bauernkrieges wurden am 17. Juni und 2. August 1525 neun beziehungsweise fünf Teilnehmer am Aufstand als Rädelsführer auf dem Arnstädter Marktplatz enthauptet. Die Stadt musste wegen Unterstützung der Aufständischen eine „empfindliche Buße“ (3000 Gulden) zahlen. 1531 wurde in Arnstadt die Reformation eingeführt. Dabei wurde zunächst das Benediktiner-Jungfrauenkloster, 1538 auch das Barfüßerkloster säkularisiert. Die Kirche des Barfüßerklosters wurde ab 1581 als Oberkirche Hauptkirche der Stadt. 1553 begannen die Bauarbeiten an der gräflichen Residenz Schloss Neideck. Das Wasserschloss wurde 1560 fertig gestellt.
In den folgenden 100 Jahren stagnierte die Entwicklung der Stadt: 1581 fielen über 380 Häuser, darunter das Rathaus, einem Großbrand zum Opfer, die Pest forderte 1582 über 1700 und 1625 über 1200 Opfer. Auch der Dreißigjährige Krieg verschonte Arnstadt nicht: Auf 80.000 Gulden belief sich der Gesamtschaden, den durchziehende Einheiten aller Kriegsparteien verursachten. 1670 wurden wiederum 170 Häuser im Südosten der Stadt durch ein weiteres Großfeuer vernichtet.
1703 prüfte der 18-jährige Johann Sebastian Bach die neu gebaute Orgel der Neuen Kirche, wurde gleich als Organist eingestellt und wirkte vier Jahre in der Stadt. Wegen eines Zerwürfnisses mit dem Rat der Stadt wegen nicht genehmigter Urlaubsverlängerung und anderer „Unregelmäßigkeiten“ auch in der musikalischen Arbeit, übersiedelte er im Sommer 1707 nach Mühlhausen. Im Oktober des gleichen Jahres heiratete er im drei Kilometer östlich von Arnstadt gelegenen Dornheim seine Cousine Barbara Bach.
Im Jahr 1709 gaben die Grafen von Schwarzburg die bereits 1697 durch Kaiser Leopold I. bewilligte Erhebung in den Reichsfürstenstand bekannt, die der Herzog von Sachsen-Weimar als Thüringer Landgraf allerdings nicht anerkannte. Vorübergehend wurde Arnstadt von seinen Truppen besetzt, doch konnte sich die Stadt mit der Zahlung von 3500 Talern die Anerkennung erkaufen. Fürstin Auguste Dorothea, die prachtliebende und verschwenderische Frau Anton Günthers, ließ das Schloss Augustenburg errichten und schuf eine Attraktion, die bis heute in Arnstadt zu bewundern ist: In jahrzehntelanger Arbeit des Hofstaats und der Bürgerschaft entstand Mon plaisir (Mein Vergnügen), eine Puppenstadt in 82 Räumen mit rund 400 Wachsfiguren samt der zugehörigen Ausstattung, die ein detailgetreues Abbild des Lebens einer kleinen Residenzstadt darstellt. Die Ausstellung befindet sich im Neuen Palais, das 1728–1732 als Witwensitz der Fürstin Elisabeth Albertine von Schwarzburg-Sondershausen erbaut wurde. Die Arnstädter hatten damals freilich nichts von ihrer Mitwirkung als Arbeit und Kosten, die die Stadt weiter verarmen ließen.
Nach dem Thronverzicht des Schwarzburger Fürsten Günther Victor im November 1918 gehörte Arnstadt zum Freistaat Schwarzburg-Sondershausen, der 1920 im Land Thüringen aufging.
Von 1868 bis 1933 tagte in Arnstadt der akademische Arnstädter Verband und errichtete 1926 ein Denkmal für seine im Ersten Weltkrieg gefallenen Mitglieder auf der Alteburg.
1920 wurde der Landkreis Arnstadt gebildet. Arnstadt war kreisfrei und Sitz der Kreisverwaltung. Noch heute findet man an einigen Ausfallstraßen die alten Grenzsteine zwischen Stadt- und Landkreis Arnstadt.
Auf dem Neuen Friedhof wird mit einem Ehrenhain der sechs Todesopfer aus der Arbeiterklasse gedacht, die von den Nationalsozialisten getötet wurden. In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge an der Krappgartenstraße niedergebrannt, woran seit 1988 ein Gedenkstein am früheren Standort erinnert. 30 männliche Juden wurden in das KZ Buchenwald verschleppt. Auf dem Neuen Friedhof am Parkweg erinnert ein Gedenkstein an die ermordeten Juden.
Während des Zweiten Weltkrieges mussten 2.950 Frauen und Männer vorwiegend aus der Sowjetunion und Polen sowie Kriegsgefangene aus den von Deutschland besetzten Ländern Zwangsarbeit verrichten: im Polte-Werk 1 und 2, in der Firma Siemens & Halske, in der Eisengießerei Winter, bei der Firma Schmidt & Co. Daimon, im Reparaturwerk Erfurt, in der Aktiengesellschaft für Kartonagenindustrie, in der Firma Braunsteinwerke Kunze & Co., in der Fahrzeugfabrik Renger & Co. und in der Bahnmeisterei. Auf dem Neuen Friedhof erinnern 102 Grabsteine an die bei Zwangsarbeit Umgekommenen.[6] Zudem unterhielten die Nationalsozialisten im nahe gelegenen Jonastal ein geheimes Bauvorhaben.
Bei einem Bombenangriff am 6. Februar 1945 wurden unter anderem der Turm der Ruine Neidecksburg und das Rathaus schwer beschädigt. Im April 1945 wurden baukulturell wertvolle Häuser am Marktplatz durch Artillerie-Beschuss zum Teil zerstört oder beschädigt. In Mitleidenschaft gezogen wurden auch die Liebfrauenkirche, die Oberkirche, die Gottesackerkirche und der Prinzenhof.[7]
1951 ließ die SED das Denkmal für die Dichterin Marlitt auf dem Friedhof entfernen („Predigerin des Untertanengeistes“).
1951 verlor Arnstadt seinen Status als kreisfreie Stadt und wurde in den Landkreis Arnstadt aufgenommen. 1952 wurde der Landkreis durch die Bezirksgrenze Erfurt/Suhl durchschnitten und in die Kreise Arnstadt und Ilmenau aufgeteilt. Erst 1994 wurde mit der Gebietsreform Thüringens der Kreis in seiner ursprünglichen Größe wiederhergestellt. Er trägt fortan den Namen Ilm-Kreis. Arnstadt ist damit seit nunmehr 90 Jahren Sitz der Kreisverwaltung.
Arnstadt war früh an der Friedlichen Revolution 1989/90 beteiligt. Bereits am 30. September folgten 200 Bürger dem maschinengeschriebenen Aufruf von Günther Sattler zu einer Demonstration auf dem Holzmarkt. Eine Woche später, am 7. Oktober, dem 40. Jahrestag der DDR, beteiligten sich schon wesentlich mehr Arnstädter an der Protestaktion. Diesmal lösten aber mit Knüppeln bewaffnete Volkspolizei-Einheiten die versammelte Menge auf. An Demonstrationen im November 1989 nahmen etwa 10.000 Menschen teil.
Im Jahr 2004 feierte die Stadt ihre 1.300-jährige Ersterwähnung. Aus diesem Anlass wurde unter anderem ein Neigetechnik-ICE der DB-Baureihe 411 im Hauptbahnhof auf den Namen Arnstadt getauft und eine deutsche Briefmarke herausgegeben. Im gleichen Jahr gewann die Stadt beim Bundeswettbewerb Unsere Stadt blüht auf die Goldmedaille.
2006 wurde während des Stadtfestes und des Tages des Offenen Denkmals den Arnstädtern erstmals seit 1942 die restaurierte Skulptur des Bismarck-Brunnens von 1909 gezeigt. Diese befindet sich auch 2010 noch in einer Lagerhalle.
Im Jahre 2008 wurde in der Arnstädter Rosenstraße ein Denkmal mit folgender Inschrift errichtet: „Den Opfern kommunistischer Gewalt 1945–1989“.
Im Ortsteil Rudisleben begannen am 14. August 2009 die Bauarbeiten für eine neue Jugendstrafanstalt, die in Form eines Dorfes errichtet wird. Sie soll die JVA Ichtershausen ersetzen, 340 Plätze bieten und 73 Millionen Euro kosten.
Als erster Ortsteil wurde Angelhausen-Oberndorf 1922 eingemeindet. Am 14. April 1994 wurde Siegelbach mit dem am 24. Januar 1974 eingegliederten Espenfeld und dem am 1. August 1975 eingegliederten Dosdorf eingemeindet,[8] am 1. Juli 1999 folgte Rudisleben.[9]
Einwohnerzahlen der Ortsteile (30. Juni 2005):
| 1814 bis 1970 | 1981 bis 2000 | 2001 bis 2009 |
|---|---|---|
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Arnstadt ist erfüllende Gemeinde für die Wachsenburggemeinde und Wipfratal. Die Stadtverwaltung betreut damit 30.506 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2009).
Der Arnstädter Stadtrat setzt sich seit der Kommunalwahl 2009 folgendermaßen zusammen:
(FDP und BFA bilden eine gemeinsame Fraktion)
Blasonierung: „In Gold ein schwarzer, nach rechts blickender rot bewehrter Adler mit gespreizten Flügeln, aufgesperrtem Schnabel und vorgeschlagener Zunge.“
Die Flagge der Stadt zeigt waagerecht gestreift die Stadtfarben schwarz-gelb (von oben nach unten) mit Wappen.
Der Kulturbetrieb der Stadt Arnstadt ist eine städtische Tochtergesellschaft. Als selbstständig agierende Einrichtung der Stadt hat sie die Struktur eines kommunalen Eigenbetriebes. In ihm sind sämtliche kulturellen Einrichtungen der Stadt, die Stadt- und Kreisbibliothek, die Bachausstellung, das Schlossmuseum, der Tierpark Fasanerie und das Theater im Schlossgarten eingebunden und werden von ihm subventioniert beziehungsweise betrieben.
Das Theater im Schlossgarten entstand im Jahre 1842 durch den Umbau der damaligen fürstlichen Reitbahn auf Order Günther Friedrich Carl II. In den folgenden Jahrzehnten durchlebte das Spielhaus zahlreiche Höhen und Tiefen und war von Schließungen bedroht. Das Haus wurde 1995 nach umfangreicher Renovierung und Restaurierung wiedereröffnet. Es wird teils mit eigenem Laienensemble bespielt, größtenteils jedoch von anderen Theatern.
In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bestimmten zwei Großunternehmen mit jeweils mehreren Tausend Beschäftigten die entscheidende Rolle in der Wirtschaftsstruktur der Stadt: der VEB Chemieanlagenbau Erfurt-Rudisleben sowie der zum Kombinat RFT gehörende VEB Fernmeldewerk Arnstadt. Diese betrieben eigene Kulturhäuser in der Stadt, die das kulturelle Leben bestimmten. Nach der Wende ging die Zahl der Beschäftigten stark zurück, so dass ihre Bedeutung für die Stadt als Arbeitgeber geringer wurde und die Kulturhäuser nicht mehr wirtschaftlich vertretbar waren. Die heutige Bezeichnung der Betriebe ist Chema Prozess- und Systemtechnik GmbH bzw. Thales Transportation Systems GmbH. Ein Teil des ehemaligen Fernmeldewerkes, das sogenannte Mechanikzentrum, ist seit 2007 ein eigenständiges Unternehmen unter dem Namen Entwicklungs- und Produktionszentrum GmbH (EPZ GmbH).
Stattdessen entstanden im Norden der Stadt einige Gewerbe- und Industriegebiete:
Zusammen ergeben sie das größte zusammenhängende Industrie- und Gewerbegebiet Thüringens.
Das Erfurter Kreuz ist das größte Gebiet (400 Hektar) mit der 2008 größten Entwicklungsdynamik. Das Gebiet Arnstadt-Rudisleben grenzt an das Erfurter Kreuz und weist ebenfalls eine hohe Entwicklungsdynamik auf, ist jedoch schon höher ausgelastet. GITA liegt direkt an der Autobahn und gehört zu der Gemeinde Ichtershausen. Dieses Gebiet ist fast ausgelastet und eine Erweiterung ist in Planung. Das Erfurter Kreuz und das Gebiet Arnstadt-Rudisleben bieten 2008 Platz für Sofortinvestitionen.
Mit den neu angesiedelten Unternehmen sowie mit den Traditionsunternehmen sind zahlreiche Firmen in Arnstadt und nächster Umgebung ansässig.
Seit Ende des 19. Jahrhunderts befand sich im Nordwesten Arnstadts das Stadtgut Kesselbrunn mit einer Fläche von 104 ha, das zur Unterstützung der Versorgung der Stadtbevölkerung eingerichtet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das Anwesen ein Volkseigenes Gut, das dann nach den Grundsätzen der DDR-Landwirtschaft wirtschaftete.[15] Nach 1990 wurde hier eine Werkstatt für behinderte Menschen eingerichtet, die 1996 um einen Werkstattneubau ergänzt wurde. Hier haben knapp 200 Menschen, vorrangig in der Metallbearbeitung, einen Arbeitsplatz.[16]
Durch die umfangreiche Industrieansiedlung sank die Arbeitslosenquote in Arnstadt und Umgebung von etwa 13 Prozent (Stand: Januar 2008) auf 9,4 Prozent (Stand Oktober 2010) und liegt damit leicht unter dem Durchschnitt des Ilmkreises bzw. Thüringer Durchschnitt von 10,3 bzw. 10,4 Prozent.
Anschluss an die Autobahn erhielt Arnstadt bereits 1940 mit der Reichsautobahn, Abfahrt Arnstadt (heute Neudietendorf/Arnstadt-West). Aufgrund der zentralen Lage südwestlich vom Erfurter Kreuz (A 4/A 71) wird der Großraum Arnstadt heute durch insgesamt sechs Autobahnanschlussstellen erschlossen (Im Uhrzeigersinn genannt sind das auf der A 4 die Abfahrten Wandersleben, Neudietendorf/Arnstadt-West, Erfurt-West und auf der A 71 die Abfahrten Arnstadt-Nord, Arnstadt-Süd und Gräfenroda). Ein dichtes Netz aus Landes- und Kreisstraßen, das sternförmig zur Kernstadt hin zusammenläuft, sorgt für eine schnelle Erreichbarkeit aus allen Himmelsrichtungen. Der Teil der B 4, der Arnstadt bis 2003 in Nord-Süd-Richtung erschloss, wurde 2003 zwischen den Autobahnanschlussstellen Erfurt West und Ilmenau-West zur Landesstraße 3004 herabgestuft. Deren überregionale Funktion übernimmt seitdem die A 71. Die noch relativ junge Landesstraße L 1044 von der Autobahnabfahrt Neudietendorf/Arnstadt-West der A 4 bis zur Autobahnabfahrt Arnstadt-Nord der A 71 verbindet das Gewerbegebiet Ichtershausen-Thörey und das Gewerbegebiet Arnstadt-Nord, -Nordost und -Rudisleben und ist damit eine Hauptader im Industriegebiet Erfurter Kreuz.
Arnstadt erhielt 1867 Bahnanschluss mit der Strecke Dietendorf–Arnstadt. Das heutige Neudietendorf erhielt bereits 1847 Bahnanschluss an die Thüringer Bahn. 1879 wurde die Bahnstrecke über Arnstadt hinaus bis nach Ilmenau, 1883 abzweigend in Plaue nach Schweinfurt, sowie in Arnstadt beginnend 1885 nach Ichtershausen und 1895 nach Saalfeld verlängert.
Das früher in Arnstadt bestehende Bahnbetriebswerk ist heute das Museum Bahnbetriebswerk Arnstadt/historisch. Der Haltepunkt Arnstadt Süd hieß bis 1912 Bahnhof Längwitz. Der Gesamtverkehr auf der Nebenbahn nach Ichtershausen wurde 1966 eingestellt; ein Reststück der Strecke wird heute als Rangierbezirk des Hauptbahnhofs Arnstadt betrieben. Die Strecke Neudietendorf–Arnstadt Hbf war von 1984 bis 1996 elektrifiziert.
Heute ist der Hauptbahnhof der Kreisstadt Knotenpunkt von drei Regional-Express-Linien (RE 2, 7, 14) und drei Regionalbahn-Linien (RB 23, EB 3, STB 4). Im Taktverkehr bestehen regelmäßige Direktverbindungen in die Ober- und Mittelzentren Erfurt, Saalfeld/Saale, Suhl, Meiningen, Schweinfurt, Würzburg und Ilmenau. Am Hauptbahnhof halten werktäglich 103 Personenzüge, in Arnstadt Süd 49.
Vom regelmäßigen Güterfernverkehr wird Arnstadt derzeit nicht tangiert. Lokale Güterverladung mit werktäglicher Bedienung durch DB Schenker Rail erfolgt im Hauptbahnhof und in den Gleisanschlüssen im einstigen Bahnhof Arnstadt Ost (ehemalige Arnstadt-Ichtershäuser Eisenbahn), im Eisenwerk sowie am Gleisanschluss zum Industriegebiet Arnstadt-Nord/Erfurter Kreuz, unter anderem zur Bedienung des Flugzeugturbinenwartungswerks N3 und der Firma Gonvauto Thüringen.
Etwa acht Kilometer östlich von Arnstadt befindet sich der Verkehrslandeplatz Arnstadt-Alkersleben, der hauptsächlich für Sport-, Freizeit- und Rundflüge sowie von kleinen Chartermaschinen genutzt wird. Nächster internationaler Flughafen ist der Flughafen Erfurt-Weimar, zirka 20 Kilometer nördlich von Arnstadt.
In Arnstadt bestehen vier Grundschulen, zwei Regelschulen und ein Gymnasium. Darüber hinaus gibt es seit 2008 mit der FH KUNST eine private Kunsthochschule in der Stadt.
Das wichtigste Sportereignis in Arnstadt ist der seit 1977 alljährlich Ende Januar/Anfang Februar ausgetragene Hochsprung mit Musik, das sich inzwischen zum ersten internationalen Kräftemessem der weltbesten Hochspringer im jeweiligen Jahr entwickelt hat. So wurde hier im Jahr 2006 durch die Schwedin Kajsa Bergqvist ein Hallenweltrekord erzielt. Im Jahr 2008 gab es sowohl im Männer- als auch im Frauenwettbewerb Jahresweltbestleistungen. Die Veranstaltung findet in der Sporthalle am im Osten der Stadt gelegenen Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion statt. Dieses ist auch die Heimstätte der wichtigsten Fußballmannschaft der Stadt, dem SV 09 Arnstadt, der im Jahr 2009 aus den Vereinen Motor Rudisleben und BC 07 Arnstadt entstand. Motor Rudisleben spielte zwischen 1978 und 1984 in der DDR-Liga, 2008 gelang der Mannschaft der Aufstieg in die Landesliga des Thüringer Fußballverbandes, in der sie seitdem spielt.
Insgesamt gibt es in Arnstadt über 60 Sportvereine, die die verschiedensten Sportarten anbieten. Größter Sportverein der Stadt ist die SG Motor Arnstadt, aus dessen Leichtathletik-Abteilung unter anderen Katrin Schreiter als Mitglied der 4×400-m-Weltmeisterstaffel 1990 hervorging. Die Handballer von Motor Arnstadt spielen in der Thüringer Landesliga.
Weitere wichtige Sportstätten sind der Sportplatz des ESV Lok Arnstadt, die Reitsportanlage Angelhausen sowie die Tennisplätze am Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadion.
Zu bekannten Arnstädter Persönlichkeiten zählen die Schriftstellerin Eugenie Marlitt sowie der Graphiker A. Paul Weber und auch Willibald Alexis, Ludwig Bechstein sowie der Komponist Johann Sebastian Bach, der von 1703 bis 1707 als Organist und Kantor der hiesigen Neuen Kirche tätig war. Mitglieder seiner Familie lebten schon seit Generationen in und um Arnstadt. Auf dem Alten Friedhof sind mehr als 20 Mitglieder der Familie Bach bestattet. Zu Ehren des Johann Sebastian Bachs findet seit 2005 jährlich im März das Bach-Festival Arnstadt statt.
Im 16. Jahrhundert geboren
Im 17. Jahrhundert geboren
Im 18. Jahrhundert geboren
Im 19. Jahrhundert geboren
Im 20. Jahrhundert geboren
Im 16. Jahrhundert geboren
Im 17. Jahrhundert geboren
Im 18. Jahrhundert geboren
Im 19. Jahrhundert geboren
Im 20. Jahrhundert geboren
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