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Arras

Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Arras (BegriffsklĂ€rung) aufgefĂŒhrt.
Arras
Wappen von Arras
Arras (Frankreich)
Arras
Region Nord-Pas-de-Calais
Département Pas-de-Calais (PrÀfektur)
Arrondissement Arras
Kanton Chef-lieu von 3 Kantonen
Gemeindeverband Communauté urbaine d'Arras.
Koordinaten 50° 17â€Č N, 2° 47â€Č O50.28916666672.7872Koordinaten: 50° 17â€Č N, 2° 47â€Č O
Höhe 72 m (52–99 m)
FlĂ€che 11,63 kmÂČ
Einwohner 42.049 (1. Jan. 2009)
Bevölkerungsdichte 3.616 Einw./kmÂČ
Postleitzahl 62000
INSEE-Code
Website http://www.ville-arras.fr/

Innenstadt von Arras mit den PlÀtzen Place des Héros mit Rathaus (links) und Grande Place

Arras (niederlÀndisch und deutsch Atrecht) ist eine französische Gemeinde in der Region Nord-Pas-de-Calais und ist Verwaltungssitz des Départements Pas-de-Calais. Erstmalige urkundliche ErwÀhnung lÀsst sich auf 407 datieren. Entgegen allgemeiner französischer Ausspracheregeln wird das s des Namens ausgesprochen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Stadt mit 42.049 Einwohnern (Stand 1. Januar 2009) liegt in der historischen Provinz Artois beim Zusammenfluss der Scarpe und der Crinchon etwa 50 Kilometer sĂŒdwestlich von Lille.

Geschichte

Wandteppich der Schule von Arras um 1410

UrsprĂŒnglich war Arras eine keltische Siedlung, die vom Stamm der Viromanduer bewohnt wurde. SpĂ€ter wurde sie von den Römern zur Garnisonsstadt Atrebatum ausgebaut.

Bei der Teilung des Frankenreiches fiel Arras an Lothar I. In den westfrĂ€nkischen Reichsannalen, den Annales Bertiniani, heißt es in Bezug auf den Vertrag von Verdun: Außerhalb dieser Grenzen erhielt er (Lothar) bloß Arras durch die GĂŒte seines Bruders Karl.

Arras lag ĂŒber viele Jahrhunderte an der Grenze zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich. Die Herrschaft ĂŒber die Stadt wechselte hĂ€ufig. Schließlich wurden von dem Architekten SĂ©bastien Le Prestre de Vauban Wehranlagen gebaut, die halfen, die Stadt dauerhaft unter französischer Herrschaft zu halten.

Mit Hilfe von Mediatoren als Vertreter von Papst Eugen IV. und dem Konzil von Basel kam 1435 der Frieden von Arras zwischen Frankreich und dem bis dahin mit England verbĂŒndeten Burgund zustande (→ HundertjĂ€hriger Krieg). Doch auch weitere VertrĂ€ge wurden in dieser Stadt ausgehandelt und geschlossen.

Wirtschaftlich lebte die Stadt lange vom Handel mit Flandern und wurde spĂ€ter ein wichtiges Zentrum fĂŒr den Anbau und die Verarbeitung von ZuckerrĂŒben. Große Bedeutung errang die Stadt als eines der Hauptzentren der sĂŒdniederlĂ€ndischen Tapisserie-Herstellung. Diese Erzeugnisse aus den Manufakturen sind auch heute noch namentlich als Arrazzi bekannt.

Arras, Grande Place, 1919

WĂ€hrend des Ersten Weltkriegs lag Arras nahe der Front. Ab dem 6. September 1914 war die Stadt kurzfristig von deutschen Truppen besetzt, die aber noch im Verlauf des Monats an den Stadtrand zurĂŒckgedrĂ€ngt wurden.Von Herbst 1914 bis 1918 fanden im Gebiet der nördlichen Vororte mehrere große Schlachten statt, so im Mai/Juni 1915 die Lorettoschlacht und die Schlacht von Arras im April/Mai 1917. Die Alliierten konnten Arras gegenĂŒber allen Angriffen der Deutschen behaupten – nicht zuletzt dank eines gigantischen, unterhalb der Stadt angelegten Tunnelsystems, in dem bis zu 24.000 Soldaten untergebracht werden konnten[1] Die Stadt wurde wĂ€hrend des Krieges fast völlig zerstört: schon am 7.Oktober 1914 brannte das Rathaus und der Belfried stĂŒrzte am 21. Oktober 1914 ein. Die Kathedrale wurde am 6. Juli 1915 zerstört. Nach dem Krieg wurde Arras in historischer Form wieder aufgebaut.

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt von Juni 1940 (Westfeldzug) bis Ende August 1944 von deutschen Truppen besetzt, die hier 1943–1944 die Abwehrstelle Arras stationierten. 240 Franzosen wurden von den Besatzern als Mitglieder der RĂ©sistance in der Zitadelle von Arras hingerichtet.[2]

1950 kam es zu einem vielbeachteten Skandal um den Abgeordneten Antoine de RĂ©cy, der unter anderem eine große Geldsumme unterschlagen hatte.[3]

Wappen

Das Wappen ist seit 1355 auf Siegeln nachweisbar. Der im roten Wappenschild ĂŒber den steigenden blaubewehrten goldenen Löwen gelegene kleine blaue Schild mit den goldenen Lilien und dem roten Turnierkragen gilt als das Familienzeichen des ersten Herren Robert d’ Artois.

SehenswĂŒrdigkeiten

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Arras

Wahrzeichen der Stadt sind zwei große PlĂ€tze im Zentrum, die Grande Place und die Place des HĂ©ros. Sie sind von einem Ensemble restaurierter GebĂ€ude umgeben.

Die bedeutsamsten GebĂ€ude der Stadt sind die spĂ€tgotische Kathedrale (1755-1833) und das gotische Rathaus (1462-1572) mit einem Belfried, der seit 2005 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Belfriede in Frankreich” ist.

Die von Vauban errichtete Zitadelle ist seit 2008 ebenfalls Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Festungsanlagen von Vauban”.


Söhne und Töchter der Stadt

StÀdtepartnerschaften

Bereits seit 1956/57 existiert eine Schul-Partnerschaft des Lycée Robespierre und des Lycée Gambetta mit dem König-Wilhelm-Gymnasium der nordrhein-westfÀlischen Stadt Höxter.

Einzelnachweise

  1. ↑ http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,547483,00.html Tunnelstadt unter der Hölle: Der Spiegel, 16. April 2008
  2. ↑ "Mur des Fusilliers" - GedenkstĂ€tte fĂŒr WiderstandskĂ€mpfer (mit Foto)
  3. ↑ spiegel.de 37/1950 vom 13. September 1950: [1]

Weblinks

 Commons: Arras â€“ Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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