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Artur Streiter (* 17. Januar 1905 in Neuruppin; † 25. Oktober 1946 in Schönow) war ein deutscher Graphiker, Schriftsteller, Maler und Anarchist.
Inhaltsverzeichnis |
Streiter wuchs in Berlin auf, lebte von circa 1930 bis 1940 in Berlin-Wittenau und nach 1940 in Schönow bei Berlin, wo er nach dem Zweiten Weltkrieg die noch erhaltene Gemeindebibliothek wieder einrichtete [1]. Er absolvierte eine Ausbildung zum technischen Zeichner und eine Handwerkerlehre. Als Jugendlicher verließ er sein Elternhaus und wurde in der Siedlungs- und Reformbewegung aktiv. Mit einer Puppenspielergruppe reiste er einige Monate durch Deutschland, bevor er sich mit 16 Jahren der „Goldberg-Kommune“ anschloss. Diese Kommune, von Heinrich Goldberg gegründet, zog später nach Frankreich, wobei Streiter in Deutschland verblieb. Zwischen 1927 und 1930 lebte er mit seiner Ehefrau Erna in einer Lebensgemeinschaft im Roten Luch [2]. An der Bahnlinie von Berlin nach Küstrin gelegen wurde dort eine Parzelle von etwa 2 Hektar für 180 DM für drei Jahre gepachtet [3]. Streiter sah sich zu dieser Zeit als Anarchist und Anarchosyndikalist. Seine Teilnahme bei den einzelnen Kommunen war beeinflusst von Gustav Landauer, Leo Tolstoi und teilweise von Erich Mühsam. Als Autodidakt veröffentlichte Streiter seine zahlreichen Artikel in literarischen (Prosa), künstlerischen (Zeichnungen, Porträts) und publizistischen (Politik, Kultur) Beiträgen unter anderem in den Zeitschriften „Der Kunde“, Der Syndikalist, „Contra“, „Der Vagabund“ und Besinnung und Aufbruch. Als Künstler malte er Porträts von Alfred Döblin, Theodor Lessing, Erich Mühsam, Ernst Toller. Zeitweise war er Mitglied der Freien Arbeiter-Union Deutschlands (FAUD). In den 1920er Jahren galt sein Interesse der Bohème und den Vagabunden, über die er für den „Steinklopfer Verlag“ (früher: Werk-Tat Verlag) zusammen mit Paul Heinzelmann (Pseudonym: Heinz Elmann) und Rudolf Geist zahlreiche Texte und Gedichte schrieb. In der Zeit der Weimarer Republik hielt er enge Kontakte zur Bruderschaft der Vagabunden und arbeitete für die von Gregor Gog herausgegebenen Zeitschriften Der Kunde und Der Vagabund. Neben seinem Interesse am Vagabundentum [4] vertrat er die anarchistische These: „Ich sage nicht: so wenig Staat wie möglich, sondern betone: gar keinen Staat“ [5]. Die Arbeiter sah er als Sklaven, Streik war für ihm ein legitimes Mittel für die politische Revolution, die Institution der Kirche war seiner Meinung nach eng verbunden mit der Staatlichen Machtausübung. 1930 beendete er aus noch unbekannten Gründen seine zahlreichen Veröffentlichungen in „Der Syndikalist“. Möglicherweise weil einer der Redakteure, Helmut Rüdiger, nicht alle seine eingesandten Manuskripte veröffentlichte, auch mit der FAUD kam es zu Unstimmigkeiten.
Streiter korrespondierte mit Hermann Hesse, Thomas Mann, Stefan Zweig, Else Lasker-Schüler und anderen mehr.
1936 wurde er nach einer Denunziation von der Gestapo verhaftet.
Artur Streiter war verheiratet und Vater von 2 Kindern. Er starb im Alter von 41 Jahren an Lungentuberkulose, die er sich nach Angaben seiner Tochter während der Haft bei der Gestapo zugezogen hatte.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Streiter, Artur |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Autor |
| GEBURTSDATUM | 17. Januar 1905 |
| GEBURTSORT | Neuruppin |
| STERBEDATUM | 25. Oktober 1946 |
| STERBEORT | Schönow |