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Das Atelier 5 ist eine 1955 in Bern (Schweiz) von den fünf Architekten Erwin Fritz, Samuel Gerber, Rolf Hesterberg, Hans Hostettler und Alfredo Pini gegründete Architektengemeinschaft, in die kurz nach der Gründung Niklaus Morgenthaler und Fritz Thormann stossen. Die von ihr 1958–62 realisierte Siedlung Halen gilt weltweit als wegweisendes Beispiel im Siedlungsbau nach dem 2. Weltkrieg. Das prototypische Bauen sowie die Arbeit in der Gruppe sind wesentliche Merkmale des Büros. Dazu kommen der anfangs markante Bezug auf le Corbusier und die seit der Gründung des Büros bis heute anhaltende Beschäftigung mit dem Baumaterial Beton. Dadurch wurde das Atelier 5 in den siebziger Jahren der Bewegung des New Brutalism zugerechnet.
Diese Beobachtung bleibt allerdings an der Oberfläche haften. Das Atelier 5 kann weder auf das Material Beton fixiert, noch auf die "maniera à le Corbusier" verkürzt werden. Ausgehend von der Grundhaltung des Meisters hat es sich über die Zeit eine eigene komplexe Architektursprache zugelegt, die dem Ausgangspunkt "Moderne" verpflichtet ist und sich durch praktische Klarheit und den Verzicht auf zeitbedingte Signale auszeichnet (von der Postmodernen über die Mode Dekonstruktivismus bis zur heutigen "neuen Sinnlichkeit").
Neben weiteren exemplarischen Wohnbebauungen (Thalmatt, Ried, Hamburg-Rotherbaum, Dreikönigshöfe-Mainz) entstanden beispielhafte Lösungen im Spitalbau (Spital Schwarzenburg), im Bauen in historischer Umgebung (Amtshaus Bern, Justizzentrum Potsdam) bei institutionellen und Gewerbebauten ( Hypovereinsbank Luxemburg) sowie bei städtebaulichen Arbeiten (Port-Libben Prag, Erfurt Ringelberg)
Inhaltsverzeichnis |
Das Atelier 5 steht für Arbeiten, die aus dem Dialog hervorgehen, für die Arbeit in der Gruppe auf einem Gebiet, dem der Architektur, das heute fast immer mit dem Begriff des Autors als alleiniger Instanz im Entwurfsprozess verbunden wird. Verantwortlich für den Entwurf ist jeweils ein Team, dass sich einer institutionalisierten Kritik der Gruppe stellen muss, in seinen Entscheidungen aber autonom bleibt. Es gibt keine Architektur per Abstimmung. Die Zusammensetzung der Teams wechselt dabei von Aufgabe zu Aufgabe, so dass über Zeit jeder mit jedem zusammenarbeitet und jeder Teammitglied und Kritiker ist. Charakteristisch für das Atelier 5 sind:
Die Zahl der Partner im Atelier 5 wechselt. Sie hatte sich In den 1970er Jahren auf 18 erhöht. 2010 sind es 7, nämlich die Architekten: Kurt Blum, Gabriel Borter, Peter Breil, Gianni Chini, Giuiseppe Genuise, Heinz Müller und Franco Petterino. Als Autor der Arbeiten zeichnet aber immer nur das Atelier 5.
| Abbildung | Projektbezeichnung | Standort | Bauzeit |
|---|---|---|---|
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Siedlung Halen | Herrenschwanden | 1958–1962 |
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Siedlung Thalmatt 1 | Herrenschwanden | 1967–1974 |
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Siedlung Thalmatt 2 | Herrenschwanden | 1983–1985 |
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Wohnbauten Brunnadern | Bern | 1968–1970 |
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Mensa Universität Stuttgart | Stuttgart | 1970–1976 |
| Amtshaus Bern | Bern | 1976–1981 | |
| Valiantbank Bern | Bern | 1976–1981 | |
| Spital Schwarzenburg | Schwarzenburg | 1981–1987 | |
| Chronischkrankenheim Wittikofen | Bern | 1983–1989 | |
| Siedlung Ried | Niederwangen BE | 1983–1990 | |
| Siedlung Schlosspark Sinneringen | Sinneringen | 1991–1996 | |
| Hypovereinsbank Luxemburg | Luxemburg | 1993–2000 | |
| CS Paradeplatz Zürich | Zürich | 1994–2002 | |
| Umbau Bahnhof Bern | Bern | 1999–2003 | |
| Wohnbauten Hamburg Rotherbaum | Hamburg | 1993–1998 | |
| Dreikönigshöfe Mainz | Mainz | 2001–2005 | |
| Liben-Docks Prag | Prag | 1993–2000 | |
| Hochschule für Landwirtschaft | Bern | 2007 | |
| Take 5 Frankfurt | Frankfurt am Main | 2007–2008 | |
| Hauptsitz der Credit Suisse | Zürich | 2008 | |
| Katholisches Zentrum Riedberg | Frankfurt am Main | 2008 (Wettbewerbsentscheid, bisher ungebaut) |