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Attentat auf John F. Kennedy

Bei dem Attentat auf John F. Kennedy, den 35. PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, am 22. November 1963 in Dallas wurde Kennedy von zwei GewehrschĂŒssen tödlich getroffen. Als TatverdĂ€chtiger wurde Lee Harvey Oswald verhaftet und zwei Tage spĂ€ter in Polizeigewahrsam von dem Nachtclubbesitzer Jack Ruby getötet. Die UmstĂ€nde des Attentats, ob Oswald der TĂ€ter war und ob er MittĂ€ter oder HintermĂ€nner hatte, sind bis heute umstritten. Zwei staatliche Kommissionen kamen zu dem Ergebnis, dass Oswald der TĂ€ter war. Die öffentliche Meinung war von Anfang an polarisiert. Viele Kritiker der offiziellen Version vertreten die Ansicht, dass der PrĂ€sident das Opfer einer Verschwörung wurde, wovon laut Umfrageergebnissen auch die Mehrheit der amerikanischen BĂŒrger ĂŒberzeugt ist. Die akademischen Darstellungen ĂŒber Kennedy jedoch sowie „nahezu der gesamte Mainstream von Medien und MeinungsfĂŒhrern“[1] gehen von einer AlleintĂ€terschaft Oswalds aus.

PrÀsident John F. Kennedy, 1962
PrÀsident Kennedy mit Ehefrau Jackie nach der Landung aus Fort Worth auf dem Rollfeld von Dallas Love Field

Inhaltsverzeichnis

Die Ereignisse in Dallas

Kennedys Reise durch Texas

Kennedys Texas-Reise, die ihn nach San Antonio, Houston, Fort Worth und Dallas fĂŒhren sollte, war im September 1963 angekĂŒndigt worden. Der PrĂ€sident hatte drei Ziele im Auge:

Neben Kennedys klarem Bekenntnis zu einer Gleichberechtigung der Afroamerikaner hatte diese Kontroverse dazu beigetragen, dass er 1960 im sĂŒdlichsten Bundesstaat der USA nur eine Ă€ußerst knappe Mehrheit gewonnen hatte, obwohl VizeprĂ€sident Lyndon B. Johnson aus Texas kam.

Das Flugblatt in Form eines Steckbriefs

Der PrĂ€sident wurde von seiner Frau Jacqueline Bouvier-Kennedy begleitet, die bislang nie auf eine Wahlkampfreise mitgekommen war. Auch aufgrund ihrer Anwesenheit war die Stimmung der Bevölkerung sehr herzlich, als das PrĂ€sidentenpaar im offenen Wagen durch San Antonio und Houston fuhr. Die Öffentlichkeit in Dallas, einer Stadt, die als „BrutstĂ€tte rechtsgerichteten Konservatismus“ bekannt war, stand dem Besuch des PrĂ€sidenten aber skeptisch gegenĂŒber. Ein Verband, der sich „Ermittlungsausschuss frei und amerikanisch denkender BĂŒrger“ nannte, schaltete am Tag seines Besuchs eine Anzeige, in der Kennedy unter anderem vorgeworfen wurde, er hĂ€tte „die Monroe-Doktrin zugunsten des ‚Geistes von Moskau’ verschrottet“. Damit wurde auf die Kuba-Politik des PrĂ€sidenten angespielt, die nach dem Debakel in der Schweinebucht und der Kubakrise, in der der Dritte Weltkrieg nur knapp hatte vermieden werden können, deutlich vorsichtiger geworden war. Auch kursierte ein Flugblatt in Form eines Steckbriefs, auf dem Kennedy wegen Hochverrat gesucht wurde.[2]

Anlass zu Besorgnis gab obendrein, dass Adlai Stevenson, der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, einen Monat zuvor in Texas von wĂŒtenden Demonstranten bespuckt und mit Protestschildern geschlagen worden war. Am 18. November 1963 hatte zudem ein geplanter Autokorso Kennedys durch Miami abgesagt werden mĂŒssen, als der Polizei AttentatsplĂ€ne bekannt geworden waren. Kennedy sah die Gefahr eines Anschlags, blieb aber gelassen. Zu seinem Assistenten Kenneth O’Donnell sagte er:

„Wenn jemand wirklich den PrĂ€sidenten der Vereinigten Staaten erschießen wollte, wĂ€re das keine schwierige Arbeit: Man mĂŒsste nur eines Tages mit einem Gewehr mit Zielfernrohr auf ein hohes GebĂ€ude hinauf, niemand könnte etwas gegen einen solchen Anschlag unternehmen.“[3]

Hintergrund dieses Fatalismus war die Tatsache, dass es noch keine Amtslimousinen mit kugelsicherem Dach gab. Die Fahrtroute durch Dallas, die am 18. November offiziell bekannt gegeben worden war, fĂŒhrte vom Flughafen Dallas Love Field durch die Innenstadt zum Dallas Trade Mart, wo Kennedy eine Rede halten wollte. Er stieg in einen Wagen mit offenem Verdeck, einen dunkelblauen 1961er Lincoln Continental X-100, der eigens aus Washington eingeflogen worden war. Im Wagen saßen außer ihm seine Frau, der Gouverneur John Connally, dessen Frau Nellie Connally sowie die Secret-Service-Agenten William Greer, als Chauffeur, und Roy Kellerman. 350 Polizisten der Stadt Dallas – ein Drittel ihrer GesamtstĂ€rke – wachten ĂŒber den PrĂ€sidenten, außerdem vierzig Angehörige der Staatspolizei und fĂŒnfzehn Deputy Sheriffs aus Dallas County. Die dichte Menschenmenge, die die Straßen sĂ€umte, jubelte dem Ehepaar Kennedy begeistert zu.

Das Attentat auf den PrÀsidenten

Die Dealey Plaza mit dem Fahrtweg der PrÀsidentenlimousine

Als die Autokolonne des PrĂ€sidenten nur noch fĂŒnf Minuten vom Veranstaltungsort entfernt war, fuhr sie auf der Houston Street, die den GebĂ€udekomplex der Dealey Plaza nach Westen begrenzt, auf das Schulbuchdepot des Staates Texas zu. Hier bogen die Wagen in einer 120°-Kurve in westlicher Richtung in die Elm Street ein. Etwa auf halber Höhe zwischen dem Schulbuchdepot und einem hinter einem Bretterzaun gelegenen GrashĂŒgel stand Abraham Zapruder, ein Amateurfilmer aus Dallas, und filmte den vorbeifahrenden Wagen des PrĂ€sidenten auf Normal-8-mm-Farbfilm.

Kurz zuvor hatte sich Gouverneur Connally angesichts der vielen freundlich winkenden Menschen am Straßenrand an den hinter ihm sitzenden PrĂ€sidenten mit den Worten gewandt: „Mr. President, man kann nicht sagen, dass Dallas Sie nicht liebt“, und Kennedy hatte zugestimmt: „Nein, das kann man ganz sicher nicht sagen.“[4] Das waren seine letzten Worte. Kurz darauf fielen gegen 12:30 Uhr mehrere SchĂŒsse. Der erste durchschlug Kennedys Hals, gleichzeitig erlitt Connally einen Durchschuss durch die Brust und wurde am Handgelenk und am Oberschenkel verletzt. Connally sank auf den Schoß seiner neben ihm sitzenden Frau, die ihn an sich drĂŒckte und so den Kollaps seiner Lunge verhinderte. Da Kennedy aus gesundheitlichen GrĂŒnden ein Korsett trug,[5] blieb er aufrecht sitzen, sodass ein weiterer Schuss ihn in den Kopf traf, dessen rechte HĂ€lfte explodierte. Jackie Kennedy versuchte in Panik, die Limousine ĂŒber das Heck zu verlassen. Offenbar versuchte sie, ein StĂŒck vom SchĂ€del ihres Mannes zurĂŒckzuhalten, das auf die Straße geflogen war. Der Secret-Service-Mann Clint Hill, der inzwischen auf den Wagen aufgesprungen war, drĂ€ngte sie in ihren Sitz zurĂŒck, und der Chauffeur, der nach dem zweiten Schuss abgebremst hatte, um sich nach dem PrĂ€sidenten umzusehen, beschleunigte nun den Wagen zur Flucht. Mehrere Augenzeugen sahen den Gewehrlauf aus dem fĂŒnften Stock des Schulbuchlagers.[6]

Kennedy wurde in die Notaufnahme des Parkland Memorial Hospital gebracht, wo sich vierzehn Ärzte gleichzeitig um den sterbenden PrĂ€sidenten bemĂŒhten. Unter anderem wurden eine Tracheotomie und eine Herzdruckmassage durchgefĂŒhrt, was angesichts der schweren Hirnverletzung aber wirkungslos blieb. Um 13 Uhr wurde Kennedy fĂŒr tot erklĂ€rt. Kurz darauf traf ein katholischer Priester ein und spendete ihm die Sterbesakramente.[7]

Secret-Service-Agenten setzten nach einer Auseinandersetzung mit den Ärzten des Parkland-Hospitals durch, dass der Leichnam an Bord der Air Force One geschafft und zur Obduktion ins Bethesda Naval Hospital nach Washington geflogen wurde. Vor dem Start des Fluges legte Lyndon B. Johnson an Bord des Flugzeuges den Amtseid als 36. PrĂ€sident der Vereinigten Staaten von Amerika ab.[8]

Die Verhaftung Oswalds

Der Polizist J. D. Tippit

Unmittelbar nach dem Mord stĂŒrmten die zahlreich anwesenden SicherheitskrĂ€fte zu dem Schulbuchlager. Einige rannten auch in die entgegengesetzte Richtung zu dem GrashĂŒgel, ĂŒberstiegen den Zaun und suchten auf dem Parkplatz und dem EisenbahngelĂ€nde, das dahinter lag, nach dem Mörder. Weil es dort aber keine Möglichkeit gab, sich zu verstecken, stellten sie die Suche bald ein. Im zweiten Stock des Schulbuchlagers wurde Lee Harvey Oswald, ein fĂŒnfundzwanzigjĂ€hriger Marxist, der mehrere Jahre in der Sowjetunion gelebt hatte und seit dem 15. Oktober 1963 im Schulbuchlager jobbte, von einem Polizisten mit vorgehaltener Waffe aufgehalten. Der Manager des Lagers bezeugte aber, dass Oswald zur Belegschaft gehörte, und so konnte er das GebĂ€ude verlassen, bevor es von den SicherheitskrĂ€ften abgeriegelt wurde. Er lief mehrere Blocks zu Fuß, fuhr dann mit einem Omnibus, der wegen des durch die Ereignisse bedingten Verkehrstaus nicht vorankam, und wechselte in ein Taxi, das ihn in der NĂ€he seines Wohnsitzes in Oak Cliff, einem Wohngebiet von Dallas, absetzte.[9]

Wenige Minuten nach dem Mord gab die Polizei eine Personenbeschreibung des mutmaßlichen AttentĂ€ters durch, der von mehreren Zeugen am Fenster des Schulbuchlagers gesehen worden war. Gegen 13:15 Uhr sah der Polizist J. D. Tippit Oswald, der zu Fuß unterwegs war. Weil die Beschreibung des AttentĂ€ters auf ihn zutraf, hielt er ihn an und wurde nach einem kurzen Wortwechsel von ihm mit drei SchĂŒssen aus einem Revolver der Firma Smith & Wesson, Kaliber .38, getötet. Anschließend schoss Oswald dem auf dem Boden liegenden Tippit in den Kopf. Mehrere BĂŒrger beobachteten seine weitere Flucht, einige verfolgten ihn sogar und konnten die Polizei auf ein Kino aufmerksam machen, in das er sich geflĂŒchtet hatte. Das GebĂ€ude wurde umstellt, die Vorstellung unterbrochen und Oswald festgenommen. Weil er sich seiner Festnahme widersetzte, kam es zu einer Rangelei, bei der ein Polizist an der Hand und Oswald im Gesicht verletzt wurde. Weitere SchĂŒsse konnte er nicht abgeben. Vor dem Kino hatte sich ein wĂŒtender Mob von ĂŒber hundert Menschen versammelt, die Oswald lynchen wollten, in der irrigen Annahme, die Polizei hĂ€tte ihn wegen des Kennedy-Attentats und nicht wegen des Mordes an Tippit festgenommen.[10]

In der Zwischenzeit hatte die Polizei das Schulbuchdepot durchsucht. Im fĂŒnften Stock fand sie hinter Stapeln aus Buchkisten an einem Fenster ein Repetiergewehr mit Zielfernrohr, das von den SicherheitskrĂ€ften zunĂ€chst als eine Mauser beschrieben wurde. SpĂ€ter wurde erkannt, dass es sich um ein italienisches Fabrikat der Firma Mannlicher-Carcano aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs handelte. Daneben lagen drei leere PatronenhĂŒlsen. Ein Handabdruck Oswalds auf der Waffe konnte nachgewiesen werden, auch passte die Kugel, die Connallys Oberschenkel verletzt hatte, zu ihrem ballistischen Profil. Das Gewehr und den Revolver hatte Oswald in den Monaten zuvor unter dem falschen Namen Alek Hidell auf PostfĂ€cher in New Orleans und Dallas bestellt. Es war, wie sich spĂ€ter herausstellte, dieselbe Waffe, mit der er bereits am 10. April 1963 ein missglĂŒcktes Attentat auf Edwin Walker verĂŒbt hatte, einen rechtsgerichteten General a.D., der Mitglied der John Birch Society war und im Jahr zuvor vergeblich bei den texanischen Gouverneurswahlen kandidiert hatte.[11]

Das Gewehr des Herstellers Mannlicher-Carcano, das im Schulbuchdepot gefunden wurde.

Oswald wurde durch das FBI und die Polizei von Dallas in deren Hauptquartier unter etwas chaotischen UmstĂ€nden vernommen. RegulĂ€re Protokolle wurden nicht angefertigt, außerdem hatte die Presse weitgehend freien Zutritt, denn Polizeichef Jesse Curry befĂŒrchtete, dass die Öffentlichkeit andernfalls vermuten wĂŒrde, man habe etwas zu vertuschen.[12] Nicht nur die Beamten, auch Oswald hatte die Gelegenheit, vor der Presse zu sprechen. Hier wie auch bei den Vernehmungen stritt er jede Verwicklung in den Mord an Kennedy ab und erklĂ€rte, er solle zum „SĂŒndenbock“ (engl.: patsy) gemacht werden.

Die Ermordung Oswalds

Weil zu befĂŒrchten stand, dass man bei weiterer intensiver Berichterstattung der Presse ĂŒber Oswald keine unvoreingenommenen Geschworenen mehr finden könne, die noch nichts ĂŒber den Fall wussten, wurde beschlossen, Oswald ins BezirksgefĂ€ngnis von Dallas zu ĂŒberstellen. Obwohl es bereits Morddrohungen gegen Oswald gegeben hatte, wurde der Termin mit der gleichen GroßzĂŒgigkeit gegenĂŒber der Presse bekannt gegeben wie die ersten Verhöre. Der Transfer verzögert sich jedoch, weil das ursprĂŒnglich dafĂŒr vorgesehene Fahrzeug zu klein war, um auch die Wachen aufzunehmen. Eine weitere Verzögerung ergab sich, weil Oswald gebeten hatte, seinen Pullover mitnehmen zu können. Am 24. November 1963 um 11:21 Uhr betrat Oswald mit seinen Wachen schließlich die Garage im Tiefgeschoss des Polizeihauptquartiers, fast genau gleichzeitig mit Jack Ruby, einem Nachtclubbesitzer aus Dallas mit Verbindungen zur Mafia, der wenige Augenblicke zuvor ins GebĂ€ude gelangt war. Mit den Worten: „Du hast meinen PrĂ€sidenten getötet, du Ratte“, feuerte Ruby vor laufenden Fernsehkameras auf ihn.[13] Oswald wurde mit Bauchschuss ins Parkland Memorial Hospital gebracht, wo er kurz darauf an inneren Blutungen starb.

Jack Ruby erschießt Lee Harvey Oswald

Jack Ruby wurde im MĂ€rz 1964 wegen Mordes zum Tode verurteilt. Er starb im Januar 1967 an einer Lungenembolie. Ruby selbst machte ĂŒber seine Motive unterschiedliche Angaben. Kurz nach seinen SchĂŒssen auf Oswald soll er nach Zeugenaussagen erklĂ€rt haben, er habe geschossen, um der von ihm verehrten Jackie Kennedy eine Zeugenaussage im Prozess zu ersparen, und weil er den Verdacht, hinter der Ermordung des PrĂ€sidenten stecke eine jĂŒdische Verschwörung, entkrĂ€ften wollte: Die hetzerische Anzeige des selbst ernannten „Ermittlungsausschusses“ hatte nĂ€mlich unter anderem einen jĂŒdischen Namen getragen.[14] Ein Jahr nach seiner Verurteilung deutete Ruby in einem Fernsehinterview dagegen an, dass er selbst das Opfer einer Verschwörung sei:

„Die Welt wird niemals die wahren Tatsachen erfahren: mit anderen Worten, meine wahren Motive. [
] UnglĂŒcklicherweise werden diese Leute, die so viel zu gewinnen haben und ein starkes Motiv hatten, mich in diese Lage zu bringen, in der ich bin, niemals zulassen, dass die wahren Tatsachen ans Tageslicht der Welt kommen.“[15]

Reaktionen der Öffentlichkeit

Der Tod des charismatischen PrĂ€sidenten traf die amerikanische Öffentlichkeit wie ein Schock. Als Walter Cronkite, der Nachrichtensprecher des Fernsehsenders CBS um 14.38 Uhr New Yorker Zeit landesweit den Tod des PrĂ€sidenten bekanntgab, kĂ€mpfte er mit den TrĂ€nen. Überall weinten Menschen in der Öffentlichkeit, Fremde begannen auf der Straße miteinander zu sprechen und sich zu berĂŒhren. Kirchenglocken lĂ€uteten im ganzen Land, die Spiele im American Football, die wie an jedem Samstag ĂŒberall stattfanden, wurden abgebrochen. Das Boston Symphony Orchestra Ă€nderte mitten in einem Konzert das Programm und spielte einen Trauermarsch. Alle Theater-Vostellungen am Broadway wurden abgesagt, abends erloschen die Reklamelichter am Times Square in New York. Nur vereinzelt kam es zu Freudenbekundungen von politischen Gegnern Kennedys und Rassisten.[16] Fast jeder Zeitgenosse erinnerte sich spĂ€ter noch genau, wo er war, als er von den Ereignissen in Dallas hörte. Mehr als die HĂ€lfte der Bevölkerung litt an physischen Trauersymptomen wie Appetit- oder Schlafmangel, NervositĂ€t oder Übelkeit.[17]

Im Ausland Ă€ußerten Politiker ihre tiefe Betroffenheit. Winston Churchill sprach von einem unbezifferbaren Verlust fĂŒr die USA und die Welt, der PrĂ€sident von Venezuela, RĂłmulo Betancourt, musste wegen eines Weinkrampfs eine Pressekonferenz abbrechen. In Chile und Brasilien wurde eine mehrtĂ€gige Staatstrauer ausgerufen. Menschenscharen strömten zu den amerikanischen Botschaften, um sich in das Kondolenzbuch einzutragen. Besonders groß war die Trauer in West-Berlin: Am 25. November strömten 250.000 Menschen zum Rathaus Schöneberg, auf den Platz, wo Kennedy wenige Monate zuvor seine große Rede gehalten hatte.[18] Der Regierende BĂŒrgermeister Willy Brandt sagte:

„Eine Flamme ist erloschen fĂŒr alle Menschen, die auf einen gerechten Frieden und auf ein besseres Leben hoffen. Die Welt ist an diesem Abend sehr viel Ă€rmer geworden.“[19]

Eine noch im November 1963 durchgefĂŒhrte Studie ergab, dass die Bevölkerung der USA vor allem MitgefĂŒhl fĂŒr die Witwe und die Kinder fĂŒhlte, beklagte, dass ein junger, dynamischer Politiker auf der Höhe seiner Macht ermordet worden war, und große Scham darĂŒber empfand, dass „so etwas in unserem Land geschehen“ konnte. Als relativ unbedeutend folgten mit Abstand die Bewertung der politischen Auswirkungen im Inland und auf die Beziehungen zum Ausland; man hatte Vertrauen in die neue Regierung.[20] Besonders hervorgehoben wurde, dass die Bevölkerung sich im Großen und Ganzen rasch wieder fasste. Dies wurde vor allem auf die Tatsache zurĂŒckgefĂŒhrt, dass etwa 90% einen Fernseher besaßen und tagelang fast ununterbrochen am Geschehen nach dem Attentat sowie an den gut organisierten und beeindruckenden BegrĂ€bnisfeierlichkeiten gleichsam teilnehmen konnten, was es ihnen ermöglichte, sich in einem mehrere Tage wĂ€hrenden Prozess innerlich von Kennedy zu verabschieden.[21]

Die Umfragen ergaben auch, dass zunĂ€chst nur 29% der Amerikaner an die AlleintĂ€terschaft Oswalds glaubten.[22] Die Mainstream-Presse vertrat großenteils die AlleintĂ€tertheorie. In Leserbriefen und vereinzelt auch in Leitartikeln wurde diese Vorverurteilung Oswalds kritisiert.[23] Die Zweifel beruhten auf den zum Teil irrigen und widersprĂŒchlichen Presseberichten der hektischen ersten Tage, den Verlautbarungen der Ärzte des Parkland-Hospitals, die auf einer Pressekonferenz von einer Einschusswunde in der Kehle sprachen, und auf der Ermordung Rubys, die den Verdacht erregte, Oswald hĂ€tte mundtot gemacht werden sollen[24]

Die Zweifel an der AlleintĂ€terthese kamen zunĂ€chst angeblich vor allem aus Europa: In Frankreich erschien eine Artikelserie in der Zeitschrift L’Express, in Deutschland erschienen Ă€hnliche Artikel in der Berliner Morgenpost und in der Welt.[25] Im Juni 1964 bildete sich in Großbritannien ein Who Killed Kennedy Committee, dem prominente Linksintellektuelle wie der Philosoph Bertrand Russell, der Verleger Victor Gollancz und der Historiker Hugh Trevor-Roper angehörten. Das Komitee stĂŒtzte sich vor allem auf einen Fragenkatalog, den der amerikanische Anwalt Mark Lane am 19. Dezember 1963 in der kleinen, linksradikalen New Yorker Wochenzeitung National Guardian veröffentlicht hatte (keine andere Zeitung fand sich zum Abdruck bereit). Darin fragte er unter anderem: Wie hatte der PrĂ€sident von einem schlechten SchĂŒtzen mit einem billigen und defekten Gewehr erschossen werden können? Warum fanden Ermittler vier PatronenhĂŒlsen, wenn nur drei SchĂŒsse abgefeuert wurden? Wie konnte Kennedy hinterrĂŒcks von vorn erschossen worden sein?[26][27]

Der Mord an Kennedy wurde als historische ZĂ€sur empfunden. Nach 1963 begannen sich die negativen Seiten der amerikanischen Politik immer deutlicher zu zeigen, beginnend mit den Rassenunruhen ĂŒber die Morde an Martin Luther King und Robert Kennedy, den Vietnamkrieg bis hin zur Watergate-AffĂ€re. In kontrafaktischer Spekulation wurde vielfach der Schluss gezogen, dass diese unerfreulichen Entwicklungen hĂ€tten vermieden werden können, wenn Kennedy nicht ermordet worden wĂ€re.[28] Auch Oliver Stone ging in seinem Film JFK - Tatort Dallas davon aus, dass Kennedy den Vietnam-Krieg verhindert hĂ€tte, wenn er nicht ermordet worden wĂ€re.[29][30]

Es entstand ein Kennedy-Mythos, der den PrĂ€sidenten zu einer Heilsgestalt vergrĂ¶ĂŸerte.[31] Hierzu habe auch seine Witwe beigetragen, die in einem Interview das Leben und Regieren ihres Mannes mit Camelot umschrieb, dem mythischen Schloss von König Artus und seiner Tafelrunde. Dadurch sei das Attentat nachgerade als Königsmord, als schweres Sakrileg erschienen.[32] Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2003 wurde Kennedy als grĂ¶ĂŸter amerikanischer PrĂ€sident neben Abraham Lincoln[33] betrachtet. Umso mehr sei mit der Zeit das dringende BedĂŒrfnis gestiegen, fĂŒr dieses als traumatisch empfundene Ereignis eine Ursache von entsprechender GrĂ¶ĂŸe namhaft machen zu können. Jackie Kennedy sei es bereits als eine unbefriedigende ErklĂ€rung erschienen, dass lediglich ein „dummer, kleiner Kommunist“ ihren Mann ermordet haben könnte: „Er hatte noch nicht einmal die Befriedigung, wegen der BĂŒrgerrechte ermordet zu werden.“[34] Der im September 1964 vorgelegte Bericht der staatlichen Untersuchungskommission lieferte kein plausibles Tatmotiv des angeblichen EinzeltĂ€ters Oswald. Der Berliner Historiker Knud Krakau glaubt daher, dass das verbreitete Verlangen nach einer „»heilenden« ErklĂ€rung“, das durch die offizielle ErklĂ€rung nicht befriedigt worden sei, sich seine eigenen Entlastungsmechanismen geschaffen habe, indem es Verschwörungstheorien produzierte:

„In immer wildere, verzweigtere, verschlungenere Richtungen gehend, lieferten sie die verlangten Â»ErklĂ€rungen«. Dieses BedĂŒrfnis traf auf einen gut funktionierenden Marktmechanismus. So entstand eine blĂŒhende Verschwörungstheorienindustrie.“[35]

Die Zeitschrift „Esquire“ hatte (1966/67) sechzig verschiedene Verschwörungs- und Mordvarianten aufgelistet.[36]

Untersuchungen

CIA-interne Ermittlungen

Als die Staatsanwaltschaft von Dallas am Tag der Tat bekannt gab, Oswald habe den PrĂ€sidenten erschossen, begann die CIA sofort mit einer ÜberprĂŒfung ihrer Erkenntnisse ĂŒber den VerdĂ€chtigen, der 1959 die sowjetische StaatsbĂŒrgerschaft angenommen hatte, 1962 repatriiert worden war und kĂŒrzlich beim Betreten der kubanischen und sowjetischen Botschaften in Mexiko beobachtet worden sein sollte. Kompetenzstreitigkeiten behinderten die Ermittlungen, dem ursprĂŒnglichen Leiter des 30-köpfigen CIA-Ermittlerteams John Moss Whitten wurde die Untersuchung durch den Chef der Gegenspionageabteilung James Jesus Angleton aus der Hand genommen. Der anfĂ€ngliche Verdacht, Oswald sei ein KGB-Agent, erhĂ€rtete sich nicht.

FBI-Ermittlungen

Nach dem Attentat auf Kennedy schaltet sich das FBI in die Ermittlungen der Polizei von Dallas ein. Am 24. November 1963, wenige Stunden nachdem Oswald erschossen worden war, verlangte FBI-Direktor J. Edgar Hoover etwas, „das die Öffentlichkeit davon ĂŒberzeugt, dass Oswald der wahre AttentĂ€ter“ sei.[37] Am 9. Dezember 1963, nur 17 Tage nach dem Attentat, wurde der FBI-Bericht veröffentlicht und der Warren-Kommission ĂŒbergeben. Darin wurde festgestellt, dass drei SchĂŒsse abgefeuert worden seien. Die Warren-Kommission akzeptierte dies, wich jedoch in ihrer Version bezĂŒglich der Frage, welche Kugeln Kennedy bzw. Connally getroffen hatten, ab.[37]

Die Ermittlungsergebnisse des FBI wurden vom House Select Committee on Assassinations (HSCA) 1979 ĂŒberprĂŒft. Das Komitee kam zu dem Schluss, dass das FBI das Vorleben und die TĂ€terschaft Oswalds adĂ€quat ermittelt, die Ermittlungsergebnisse den zustĂ€ndigen Stellen jedoch nur unzureichend weitergegeben und die Möglichkeit einer Verschwörung nicht sachgerecht verfolgt habe.[37]

Die Warren-Kommission

Die Warren-Kommission ĂŒbergibt ihren Abschlussbericht an PrĂ€sident Johnson, September 1964.

Die Warren-Kommission (offizieller Name: Kommission des PrĂ€sidenten ĂŒber die Ermordung von PrĂ€sident Kennedy) wurde von Kennedys Amtsnachfolger Johnson am 29. November 1963 einberufen, um die UmstĂ€nde des Attentats zu untersuchen. Sie ist nach ihrem Vorsitzenden Earl Warren benannt, der damals Oberster Richter am Supreme Court war.

Die Kommission umfasste neben Warren sechs Mitglieder:

Nach zehnmonatiger Arbeit, die sich auf die Ermittlungsergebnisse der Polizei von Dallas und des FBI stĂŒtzte, wurde im September 1964 das Ergebnis zunĂ€chst den Medien mitgeteilt, danach erfolgte die Veröffentlichung des ĂŒber 850 Seiten starken Abschlussberichts, des so genannten Warren-Reports (offiziell: Report of the President's Commission on the Assassination of President John F. Kennedy), und einige Zeit darauf erschienen die 26 BĂ€nde mit Anhörungsprotokollen und Beweismaterial. Mehr als 600 Zeugen waren befragt, etwa 3.000 BeweisstĂŒcke sichergestellt worden.

Der Warren-Report kam zu dem Ergebnis, dass Oswald der alleinige TĂ€ter war und es keine Verschwörung gegeben habe. Oswald habe drei SchĂŒsse aus dem fĂŒnften Stock des Schulbuchdepots auf die PrĂ€sidentenlimousine abgegeben und John F. Kennedy getötet. Außerdem sei er fĂŒr den Tod des Streifenpolizisten Tippit verantwortlich. Am Morgen des 22. November habe er seine Arbeit um 8:00 Uhr im Schulbuchlager aufgenommen und eine lĂ€ngliche braune TĂŒte dabeigehabt, in der er angeblich Gardinenstangen transportiert habe. Oswald sei nach dem Attentat unter anderem dadurch aufgefallen, dass er bereits nach drei Minuten den Tatort verlassen habe. Auch habe es keines MeisterschĂŒtzen bedurft, um innerhalb von 4,8 bis maximal sieben Sekunden drei SchĂŒsse durch eine Baumgruppe hindurch auf ein fahrendes Ziel abzugeben. Der erste Schuss sei fehlgegangen, der zweite habe Kennedys Halswunde und sĂ€mtliche Verletzungen des vor ihm sitzenden Connally verursacht, der dritte sei der tödliche Kopftreffer gewesen. Hinter der Ermordung Oswalds konnte die Kommission ebenfalls keine Verschwörung erkennen, Ruby habe spontan und allein gehandelt. DarĂŒber hinaus kritisierte der Warren-Bericht die offenkundigen Schwachstellen im Personenschutz des PrĂ€sidenten, was in der Folge zu dessen deutlicher Verbesserung fĂŒhrte.

Der Warren-Report ließ viele Zeitgenossen unbefriedigt. Vor allem die Geschichte der von Kritikern so genannten „magischen Kugel“ (engl.: magic bullet), die zu sieben Verletzungen an Kennedy und Connally gefĂŒhrt haben soll, ohne dabei nennenswert verformt worden zu sein, stieß auf verbreiteten Unglauben. Es wurde auch bald bekannt, dass die Kommission Indizien, die auf mehr als nur einen TĂ€ter deuteten, gar nicht nĂ€her verfolgt hatte. Warren war von PrĂ€sident Johnson, der an eine kubanische Verschwörung gegen Kennedy glaubte, angewiesen worden, lediglich die AlleintĂ€terschaft Oswalds zu belegen. WĂŒrde diese Verschwörung publik, könne ein Krieg unvermeidlich werden: „Wenn gewisse GerĂŒchte nicht zum Verstummen gebracht werden, könnten sie die Vereinigten Staaten in einen Krieg hineinziehen, der das Leben von vierzig Millionen kosten könnte“, soll der PrĂ€sident zu Warren gesagt haben. Und kurz vor seinem Tod Ă€ußerte er gegenĂŒber dem Journalisten Howard K. Smith: „Kennedy versuchte, Castro zu erwischen, aber Castro erwischte ihn zuerst“.[38]

In den zahlreichen Verschwörungstheorien, die auf Grund dieser Einseitigkeiten der Warren-Kommission rasch um sich griffen, wurde auch die persönliche IntegritÀt der Kommissionsmitglieder und des PrÀsidenten Lyndon B. Johnson selbst öffentlich in Zweifel gezogen. Daraufhin gab die CIA im Januar 1967 Hinweise zum Umgang mit der Kritik am Warren-Report an ihre Mitarbeiter mit dem Ziel, die um sich greifenden Verschwörungstheorien zu diskreditieren und zu widerlegen.[39] Heute ist die Ansicht weit verbreitet, dass die Kommission keine unvoreingenommene und ergebnisoffene Untersuchung des Falles leistete. Die Möglichkeit, dass es auch andere TÀter gegeben habe oder Oswald unschuldig sein könnte, zog die Kommission nicht in Betracht.[40]

Die Ermittlung von Staatsanwalt Jim Garrison

Ausgehend von diesen Unstimmigkeiten strengte der Staatsanwalt Jim Garrison aus New Orleans im MĂ€rz 1967 eine gerichtliche Untersuchung an, mit der er nachweisen wollte, dass das Kennedy-Attentat Ergebnis einer Verschwörung der CIA gewesen sei, in der Oswald, der Pilot David Ferrie, bei dem Oswald in seiner Jugend eine vormilitĂ€rische Ausbildung absolviert hatte, und Clay Shaw verwickelt seien, ein undurchsichtiger GeschĂ€ftsmann, von dem er – wie sich 1979 herausstellte, zu Recht – vermutete, er arbeite fĂŒr die CIA. Garrison ließ Shaw verhaften und brachte im Prozess zahlreiche Indizien vor, die gegen die AlleintĂ€terschaft Oswalds sprachen. Eine Reihe der von Garrison gesammelten Indizien ließen die Vermutung zu, Oswald sei indirekt im Auftrag der CIA tĂ€tig gewesen, in einer inoffiziellen Gruppe, der auch sein Mörder Ruby angehörte.

Der Weg, den die „magische Kugel“ nach Darstellung Garrisons hĂ€tte nehmen mĂŒssen

Er fĂŒhrte zum Beispiel zum ersten Mal öffentlich den Zapruder-Film vor, der zwar der Warren-Kommission vorgelegen hatte, der Öffentlichkeit aber nur in einigen Einzelbildern bekannt war, die die Zeitschrift LIFE veröffentlicht hatte. Im Film sieht man, dass Kennedys Kopf beim tödlichen Schuss nach hinten zu fliegen scheint, obwohl der angebliche SchĂŒtze doch hinter ihm im Schulbuchdepot und nicht vor ihm auf dem GrashĂŒgel gesessen haben soll. Auch stellte Garrison die „Theorie der magischen Kugel“ der Warren-Kommission als völlig unglaubwĂŒrdig hin. Mehrere Zeugen sagten aus, Oswald zusammen mit Shaw oder Ferrie gesehen zu haben oder gar gehört zu haben, wie sie bei einer Party ĂŒber den geplanten Mord sprachen.

Garrisons Argumentation brach jedoch zusammen, weil Ferrie am 22. Februar 1967 an einem geplatzten Hirn-Aneurysma verstorben war und bekannt wurde, dass der zweite Hauptzeuge seine Aussagen unter Einfluss von Hypnose und dem Schlafmittel Thiopental gemacht hatte. Innerhalb nur einer Stunde kamen die Geschworenen am 29. Januar 1969 zu dem einstimmigen Ergebnis, dass Shaw unschuldig war, was der amerikanische Publizist Gerald Posner als Garrisons „Fiasko“ bezeichnete.[41]

Auf Garrisons Ermittlungen und dem Prozess basiert Oliver Stones Film JFK – Tatort Dallas.

Der Ausschuss von Ramsey Clark

1968 befasste sich ein Ausschuss unter dem Vorsitz des damaligen Justizministers Ramsey Clark mit den medizinischen Befunden des toten PrĂ€sidenten. Der Ausschuss kam zu dem Ergebnis, dass Aufbewahrung und Herkunft der ihm vorgelegten BeweisstĂŒcke nicht immer lĂŒckenlos dokumentiert waren, bestĂ€tigte aber dennoch auf ihrer Grundlage die Ergebnisse der Warren-Kommission, wonach Kennedy von zwei Kugeln getötet wurde, die von einem hinter und oberhalb von ihm gelegenen Standpunkt aus abgefeuert worden sein mussten.[42]

Church-Komitee

Das Church-Komitee des US-Senats untersuchte 1975 nach dem Watergate-Skandal im Rahmen der Untersuchung illegaler Informationsbeschaffung von CIA und FBI auch deren Verhalten beim Kennedy-Attentat. Es kam zu dem Schluss, dass das FBI, die primĂ€re Ermittlungsbehörde des Kennedy-Attentats, von Direktor Hoover und ungenannten „höheren Regierungsbeamten“ genötigt wurden, die Ermittlungen in aller Eile durchzufĂŒhren.[43]

Der Church-Bericht wies darauf hin, dass hochrangige Mitglieder beider Behörden möglicherweise vorsÀtzlich entschieden, potentiell wichtige Informationen nicht offenzulegen.[44]

House Select Committee on Assassinations

Weil die Verschwörungstheorien ĂŒber MordanschlĂ€ge gegen Kennedy, seinen Bruder Robert und gegen Martin Luther King nicht zum Schweigen gebracht worden waren, wurde 1976 ein parlamentarischer Untersuchungsausschuss des ReprĂ€sentantenhauses mit weiteren Nachforschungen betraut, das House Select Committee on Assassinations (HSCA). Nach dreijĂ€hriger Arbeit legte es 1979 einen Bericht vor, der die Ermittlungen des FBI und den auf ihnen basierenden Warren-Report als „grob fehlerhaft“ (engl.: seriously flawed) kritisierte.[45] Als Ursache fĂŒr diese Fehler benannte der Bericht die mangelnde Kooperationsbereitschaft der Geheimdienste sowie „Zeitdruck und der Wunsch der nationalen FĂŒhrer, die BefĂŒrchtungen der Öffentlichkeit zu beschwichtigen, es habe eine Verschwörung gegeben“.

Das Komitee bestĂ€tigte zwar die Ergebnisse der Warren-Kommission, wonach Oswald dreimal auf Kennedy geschossen und ihn mit dem dritten Schuss getötet habe. Es erklĂ€rte es aber fĂŒr hoch wahrscheinlich, dass es noch einen weiteren, unidentifizierten SchĂŒtzen gegeben habe, der einen vierten Schuss vom GrashĂŒgel an der Dealey Plaza abgegeben, aber daneben geschossen habe. Hinter dem Kennedy-Attentat stecke also eine „Verschwörung“ (das englische Wort conspiracy ist in diesem Zusammenhang gleichbedeutend mit der kriminellen Vereinigung des deutschen Strafrechts). Die Komitee-Mitglieder konnten aber nicht angeben, wer darin verwickelt war. Auf Grundlage der ihnen vorliegenden Indizien kamen sie zu dem Schluss, dass weder die sowjetische noch die kubanische Regierung noch das FBI in den Mord verwickelt waren. Eine Verwicklung der Mafia oder von Castro-feindlichen Exilkubanern sei allerdings nicht auszuschließen.

Grundlage fĂŒr die Annahme eines zweiten SchĂŒtzen waren Aufzeichnungen des Funkkontaktes eines Motorradpolizisten in Kennedys Eskorte mit einer Polizeistation, die mit einem DictaBelt-Kunststoffband gemacht worden waren. Auf der Aufzeichnung sind keine unmittelbaren SchĂŒsse zu hören, die Ermittler verglichen vielmehr die Impulsmuster der Aufzeichnung mit solchen, die mit einem typgleichen Gewehr gemacht worden waren, und kamen zu dem Schluss, dass mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit ein vierter Schuss zu hören sei.

Mock trial der American Bar Association

Im August 1992 fĂŒhrte die American Bar Association, eine Vereinigung von amerikanischen RechtsanwĂ€lten, Richtern und Jura-Studenten einen „mock trial“ (Quasi-Prozess) gegen Oswald durch. Ein echtes Strafverfahren hatte wegen der Ermordung Oswalds nicht stattfinden können. Der Prozess dauerte zwei Tage und kam zu keinem klaren Ergebnis. Innerhalb der Jury gab es zwar mit sieben zu fĂŒnf Stimmen eine Mehrheit dafĂŒr, dass Oswald des Mordes an PrĂ€sident Kennedy schuldig war; da jedoch die amerikanische Gerichtsverfassung fĂŒr Strafprozesse Einstimmigkeit unter den Geschworenen verlangt, hĂ€tte dies Ergebnis in einem echten Prozess einen Freispruch bedeutet. Alle sieben Richter, die an dem mock trial teilgenommen oder ihn beobachtet hatten, gaben an, sie hĂ€tten Oswald fĂŒr schuldig befunden.[46]

Der PrĂŒfungsausschuss fĂŒr Attentatsdokumente

Im Herbst 1964 hatte PrĂ€sident Johnson angeordnet, dass die Akten der Warren-Kommission fĂŒr 75 Jahre (d. h. bis 2039) gesperrt werden sollten. 1992 beschloss dagegen der Kongress, wohl im Zusammenhang mit den zahlreichen Verschwörungstheorien, die nach Oliver Stones Verfilmung des Garrison-Prozesses vermehrt aufkamen und sich gerade an der Geheimhaltung dieser Akten stießen, ein Gesetz, wonach alle Akten mit Bezug auf das Attentat auf Kennedy spĂ€testens 2017 der Öffentlichkeit zugĂ€nglich gemacht werden mĂŒssen. Bis 1998 sammelte und veröffentlichte ein „Ausschuss zur Sichtung der Morddokumente“ (engl.: Assassination Records Review Board; kurz: ARRB) etwa 400 000 Blatt Dokumente. Ein Gutteil der Akten vor allem des HSCA, der Polizeibehörden, der Geheimdienste und des MilitĂ€rs gelten aber weiterhin als geheim und bleiben fĂŒr die Öffentlichkeit gesperrt. Das ARRB, dessen Aufgabe lediglich die ZugĂ€nglichmachung der Akten war, fĂŒhrte dennoch mehrere Untersuchungen durch und kritisierte in einem Bericht Ă€hnlich wie der Clark-Ausschuss vor allem den schlampigen Umgang mit Dokumenten und BeweisstĂŒcken aus der Obduktion des PrĂ€sidenten, die als regelrechte „Tragödie“ bezeichnet wurde.

Zweifel an der offiziellen Darstellung

An der offiziellen Darstellung des Mordes an Kennedy, an der AlleintĂ€terschaft Oswalds, an dessen Motiven sowie an den Motiven von dessen Mörder Ruby wurden immer wieder Zweifel geĂ€ußert. Daraus wurden auch eine Reihe von Theorien entwickelt, wie eine Verschwörung aufgebaut und motiviert gewesen sein könnte.

AlleintÀterschaft

In den Ermittlungen kamen wenig Zweifel auf, dass Oswald auf den PrĂ€sidenten geschossen hatte, um ihn zu töten. Intensiv verfolgt wurde dagegen die Frage, ob er allein handelte oder ob weitere SchĂŒtzen beteiligt waren.

„Ein SchĂŒtze”

  • Zeugen am Tatort sahen ein Gewehr, das vom fĂŒnften Stock eines Lagerhauses abgefeuert wurde, und einige Zeugen sahen ein Gewehr im Fenster, kurz nachdem die SchĂŒsse abgegeben worden waren.
  • Die ĂŒbergroße Mehrheit aller Ohrenzeugen (76,7%) hörte nur drei SchĂŒsse, an vier oder mehr SchĂŒsse konnten sich nur 8,7% erinnern.[47]
  • Rund die HĂ€lfte aller Ohrenzeugen gab an, dass die SchĂŒsse vom Schulbuchdepot kamen, ein Drittel (nach Angaben des HSCA ein Viertel) glaubte, dass sie vom GrashĂŒgel kamen.[47]
  • Die Wunden, die Kennedy und Gouverneur Connally erlitten, und der Standort des Fahrzeugs beim Zeitpunkt der SchĂŒsse zeigen, dass die Kugeln von oben und hinten abgegeben wurden.
  • Die Kugel, die auf Connallys Trage im Parkland Memorial Hospital gefunden wurde und die beiden kleinen Kugel-Fragmente, die sich im Vordersitz der PrĂ€sidenten-Limousine fanden, gehörten zu Oswalds 6,5-Millimeter-Mannlicher-Carcano-Gewehr. Es wurden keine Spuren von Munition anderer Waffen gefunden.
  • Die Windschutzscheibe in der Limousine war von einem Kugel-Fragment auf der Innenseite angeschlagen worden, was bedeutet, dass die Fragmente von hinten und nicht von vorne kamen.
  • Oswald war gesehen worden, wie er beim Betreten des Lagerhauses einen in Papier eingewickelten Gegenstand trug. Darauf angesprochen, hatte er gesagt, es handele sich um Gardinenstangen. Das Papier fand sich im Lagerhaus, aber keine Gardinenstange.[48]
  • Oswald trat seinen Job im Schulbuchdepot am 16. Oktober 1963 an, als die Route fĂŒr Kennedys Fahrt durch Dallas noch gar nicht geplant war.[49]

„Zwei SchĂŒtzen“

Zeugenaussagen und Indizien, die auf das Vorhandensein mindestens eines weiteren SchĂŒtzen hindeuten:

  • Über fĂŒnfzig Zeugen, die bei den SchĂŒssen anwesend gewesen waren, sagten aus, sie hĂ€tten SchĂŒsse gehört, die von vorne abgegeben wurden, nĂ€mlich von dem GrashĂŒgel an der Dealey Plaza. UngefĂ€hr dieselbe Anzahl von Zeugen sagte, dass die SchĂŒsse von hinten abgegeben wurden, also von dem Schulbuchdepot. Eine kleine Anzahl von Zeugen hörte SchĂŒsse aus beiden Richtungen.[50]
  • Das Szenario von zwei SchĂŒtzen wird auch von Augenzeugen gedeckt. Viele Zeugen, die vor Kennedy standen, hörten SchĂŒsse von links, also von vorne, andere, die sich hinter dem PrĂ€sidenten befanden, hörten SchĂŒsse von hinten. Nimmt man nur einen SchĂŒtzen an, muss sich die eine Gruppe von Zeugen geirrt haben. Das Szenario zweier SchĂŒtzen ist dagegen mit allen Aussagen konsistent.
  • Nur anderthalb Minuten nach den SchĂŒssen wurde Oswald im Erdgeschoss des Schulbuchdepots gesehen, als er eine Cola trank. Nach Zeugenaussagen machte er dabei keinen atemlosen Eindruck. Nach der Version der Warren-Kommission hĂ€tte er innerhalb von anderthalb Minuten aus dem fĂŒnften Stockwerk die tödlichen SchĂŒsse abfeuern, dann die Treppe ins Untergeschoss rennen, dort eine Cola bestellen und diese trinken mĂŒssen, ohne außer Atem gekommen zu sein.
  • Auf einem Foto, das am 14. Dezember 1963 in der Dallas Post veröffentlicht wurde, ist ein Mann, der Oswald zumindest Ă€hnelt, zum Zeitpunkt des Attentats an der TĂŒr des Schulbuchdepots zu sehen. Das Foto stammt von James Altgens, der die PrĂ€sidentenlimousine von vorn rechts fotografierte und so ebenfalls das Schulbuchdepot ablichtete. Bei dem vermeintlichen Oswald soll es sich um Billy Lovelady handeln, einen Kollegen Oswalds.[51]
  • Verschiedene Augenzeugen, die sich in der NĂ€he des PrĂ€sidenten aufgehalten und eine gute Sicht auf ihn hatten, sagten aus, die Hinterseite des Kopfes sei abgesprengt worden. Das ist auch im Zapruder-Film zu erkennen und wĂŒrde mit der Annahme ĂŒbereinstimmen, dass von vorne aus gefeuert wurde. Auch Secret-Service-Mann Hill, der den PrĂ€sidenten mit seinem Körper auf dem Weg ins Krankenhaus schĂŒtzte, sagte, ein Teil von Kennedys rechtem Hinterkopf habe gefehlt. Ein Teil des SchĂ€dels habe auf dem RĂŒcksitz des Fahrzeugs gelegen.[52] Roy Kellerman, der LeibwĂ€chter des PrĂ€sidenten will ein Loch mit einem Durchmesser von fĂŒnf Zentimetern im hinteren rechten Kopfende gesehen haben.[53] Dr. McClelland, ein behandelnder Arzt in der Notaufnahme, der die Kopfwunde untersucht hatte, gab zu Protokoll, dass das hintere Gehirngewebe gefehlt habe.[54] Dr. Kemp, Direktor der Neurochirurgie, der Kennedy ebenfalls in der Notaufnahme behandelt hatte, beschrieb die SchĂ€delverletzung ebenfalls als eine große Wunde in der rechten okzipitoparietalen Region.
  • Das grĂ¶ĂŸte Problem der so genannten „Theorie der magischen Kugel“ der Warren-Kommission und der HSCA ist, dass sich die einzige Wunde, die im Autopsiebericht von Kennedy genannt wurde, auf der RĂŒckseite unterhalb des Halses befand und weniger als einen Finger tief war. Nach der „Theorie der magischen Kugel“ hĂ€tte sie vorne an der Kehle austreten mĂŒssen, bevor sie Connally hĂ€tte verwunden können.
  • Die GrĂ¶ĂŸe der Hinterkopfwunde, die von Zeugen beschrieben wurde, legt nahe, dass es sich um eine Austrittswunde handelt. Dann hĂ€tte ein zweiter SchĂŒtze den tödlichen Kopfschuss von vorne abgegeben.

Weitere fragwĂŒrdige Sachverhalte

  • Oswald hĂ€tte eine bessere Möglichkeit gehabt, auf Kennedy zu schießen, als dessen Wagen auf ihn zurollte, anstatt zu warten, bis er sich von ihm entfernte. Zudem hĂ€tte er den Schutz von BĂ€umen aufsuchen können.
  • Oswald hatte stets die Ermordung Kennedys abgestritten und war bald selbst ermordet worden.
  • Die beiden offiziellen Regierungsuntersuchungen bestĂ€tigten, dass das Sicherheitspersonal rund um Kennedys Fahrzeugkolonne deutlich gegenĂŒber dem ĂŒblichen Grad reduziert worden war. Daraus schließen Verschwörungstheoretiker, die Geheimdienste seien an der Ermordung beteiligt gewesen.
  • Die PrĂ€sidenten-Limousine wurde auf Befehl von PrĂ€sident Johnson unmittelbar gesĂ€ubert und wiederhergestellt, anstatt sie als BeweisstĂŒck fĂŒr ballistische Untersuchungen zu sichern. Dies wird teilweise als Versuch interpretiert, Beweise zu vernichten.
  • Der Transport der Leiche nach Washington verstieß gegen texanisches Recht, das die Untersuchung durch den örtlichen Leichenbeschauer vorschrieb. Auch dies lĂ€sst sich als Zeichen fĂŒr eine Vertuschungsabsicht interpretieren.
  • Gouverneur Connallys Hut, den er in der rechten Hand hielt, als eine Kugel in sein Handgelenk eindrang, verschwand aus der Beweiskette, nachdem er zuletzt am Abend des 22. November in einem PolizeibĂŒro in Dallas gesehen worden war.
  • Die Polizei von Dallas hatte das Schulbuchdepot bis 12:39 Uhr nicht abgeriegelt, da Polizisten und Zeugen zunĂ€chst den GrashĂŒgel und den Parkplatz durchsucht hatten.
  • Die Dealey Plaza selbst war nicht abgesperrt worden. Fotos zeigen, dass noch neun Minuten nach dem Attentat Fahrzeuge die Elm Street herunterfahren.
  • Die Akte aus der Dienstzeit Oswalds bei den Marines wurde im Jahre 1973 vernichtet.
  • Mehrere Autopsiefotos fehlen.
  • Normalerweise ist der erste Schuss eines SchĂŒtzen immer der beste, weil dieser dann Zeit zum Zielen hat und die Gelegenheit auf den richtigen Augenblick zu warten, auf seine Atmung zu achten und den Schuss „erfĂŒhlen“ kann (Brechen des Schusses). Dieser Schuss unter guten Voraussetzungen soll jedoch vollends danebengegangen sein, wĂ€hrend die hektisch und unter Stress und Zeitdruck abgegebenen SchĂŒsse 2 und 3 treffen.
  • Die verwirrende Zahl von immer neuen Verschwörungstheorien wird von einigen Verschwörungstheoretikern wie Mathias Bröckers als Indiz fĂŒr eine absichtsvolle Verwirrung der Öffentlichkeit und damit wiederum fĂŒr eine Verschwörung gedeutet.[55]
  • Zweifel an der offiziellen Darstellung werden auch dadurch genĂ€hrt, dass die Untersuchungen einseitig gefĂŒhrt oder behindert wurden und dass von Regierungsseite wiederholt die Unwahrheit gesagt wurde. Erst auf öffentlichen Druck wurden Kommissionen wie HSCA und ARRB eingesetzt.

Gegenargumente

Trotz zahlreicher Ungereimtheiten in der offiziellen Darstellung werden auch zahlreiche Argumente genannt, die die Zweifel entkrĂ€ften oder plausible GrĂŒnde fĂŒr die MerkwĂŒrdigkeiten finden:[56]

  • Obwohl Oswald die Tat abstritt, gab es Beweise, die ihn mit dem Gewehr und den SchĂŒssen in Verbindung brachten. Sein Mörder, Jack Ruby war als impulsiver Typ bekannt.[56]
Eines der umstrittenen „Backyard-Photos“ vom 31. MĂ€rz 1963
  • Fotos vom 31. MĂ€rz 1963, auf denen Oswald mit kommunistischen Zeitungen und einem Gewehr auf seinem Hinterhof posierte, werden von Kritikern der AlleintĂ€terthese als FĂ€lschungen bezeichnet, weil Oswald nach seiner Festnahme ihre AuthentizitĂ€t bestritt und der Schatten in seinem Gesicht und der seines Körpers nicht parallel fielen.[57] Oswalds Witwe sagte aber spĂ€ter wiederholt aus, sie selbst habe die Aufnahmen gemacht.[58] Der amerikanische Informatikprofessor Hany Farid kam 2009 bei seiner Untersuchung der Bilder zu dem Schluss, es sei „in hohem Maße unwahrscheinlich, dass irgendjemand eine so perfekte FĂ€lschung mit der Technologie habe bewerkstelligen können, die 1963 zur VerfĂŒgung stand“.[59][60]
  • Die angeblich gefĂ€lschten Röntgenaufnahmen und Photographien der Autopsie in Washington wurden von dem Röntgentechniker John Stringer im November 1966 in den National Archives geprĂŒft und als genau die Bilder erkannt, die er drei Jahre zuvor angefertigt hatte. Sie bestĂ€tigen, dass Kennedy von SchĂŒssen getroffen wurde, die von hinten kamen.[61]
Die „Theorie der magischen Kugel“ bei korrigierter Sitzordnung
  • Die Kritik an der „Theorie der magischen Kugel“ geht von einer falschen Sitzordnung Kennedys und Connallys aus: Dieser saß auf dem Notsitz unmittelbar vor dem PrĂ€sidenten, der deutlich niedriger war, so dass laut einer dreidimensionalen Computeranalyse, fĂŒr die bei frĂŒheren Untersuchungen die Technik noch nicht existierte, eine einzelne Kugel tatsĂ€chlich alle sieben Wunden verursachen konnte und nur von einer hohen Position hinter Kennedy aus hĂ€tte abgeschossen werden können.[56]
  • Die unterschiedlichen Aussagen der Ohrenzeugen, was die Richtung betrifft, aus der die SchĂŒsse kamen, lassen sich erklĂ€ren, wenn man Echoeffekte in Rechnung stellt. Des Weiteren hatte ein Zeuge im vierten Stock des Schulbuchdepots, also direkt unter dem Stockwerk, aus dem gefeuert wurde, deutlich drei SchĂŒsse gehört.[56]
  • Die Deutung und zeitliche Einordnung der DictaBelt-Aufnahme, mit der der HSCA sich von einem vierten Schuss ĂŒberzeugen ließ, sind außerordentlich umstritten: JĂŒngste Untersuchungen kommen zu dem Ergebnis, dass auf dem Band keine SchĂŒsse, sondern atmosphĂ€rische Störungen zu hören sind.[56][62]
  • Eine Kugel kann nach Aussage des Clark-Berichts von 1968, wenn sie in ein rundes Objekt wie einen SchĂ€delknochen eindringt, durchaus eine Wunde hinterlassen, die grĂ¶ĂŸer ist als sie selbst.[63]
  • Die beobachtete RĂŒckwĂ€rtsbewegung des Kopfes kann durch die Sprengwirkung des Treffers oder durch eine neurologische Reaktion auf die Verletzung erklĂ€rt werden.[64]
  • Der amerikanische Experte fĂŒr Computeranimation Dale Myers entwarf auf der Grundlage sĂ€mtlicher zur VerfĂŒgung stehender Filme, Photographien und BauplĂ€ne in zehnjĂ€hriger Arbeit eine 3D-Simulation des Attentats. Das Ergebnis wurde 2003 in der Dokumentation The Kennedy Assassination: Beyond Conspiracy („Der Kennedy-Mord – jenseits der Verschwörung“) auf ABC gezeigt, die einen Emmy gewann. Diese Simulation erlaubte, das Geschehen aus verschiedenen Perspektiven mit grĂ¶ĂŸter geometrischer ZuverlĂ€ssigkeit zu betrachten. Sie zeigt, dass Schusswunden von Kennedy und Connally exakt zu den Positionen passen, die sie eingenommen hatten, als die SchĂŒsse fielen. Verfolgt man die ballistische Flugbahn der Kugeln in dieser Animation, kommt man auf einen schmalen Winkel, in dem sich auch einige Fenster im fĂŒnften Stock des Schulbuchlagers befinden, darunter auch das, von dem aus Oswald geschossen haben soll.[65]
  • Die fehlende Austrittswunde der angeblichen magischen Kugel an Kennedys Hals ist durch den Luftröhrenschnitt zu erklĂ€ren, den die Ärzte in der Notaufnahme vornahmen.[66]

Verschwörungstheorien

Wer wirklich hinter der Verschwörung gegen Kennedy steckte, wenn es denn eine gab, ist auch unter den Kritikern der AlleintÀterthese umstritten.

Lyndon B. Johnson

Kennedys Nachfolger Lyndon B. Johnson wird von verschiedenen Autoren nachgesagt, hinter dem Attentat zu stecken, da er von Kennedys Tod profitierte: Er wurde nun selbst PrĂ€sident. Zuletzt verbreitete diese These der Rechtsanwalt Barr McClellan in einem 2003 erschienenen Buch. Dabei stĂŒtzt er sich unter anderem auf Angaben von Evelyn Lincoln, der persönlichen SekretĂ€rin Kennedys. Danach habe Kennedy ihr drei Tage vor seiner Ermordung mitgeteilt, dass er Johnson als VizeprĂ€sident ablösen wolle.[67] Nach Ted Sorenson, Kennedys Sonderassistent, hat Kennedy die Wahl Johnsons als VizeprĂ€sidenten aber nie bereut.[68] McClellan fĂŒhrt auch die Aussagen von Madeleine Duncan Brown an, einer Texanerin, die behauptet, von 1949 bis 1969 Johnsons Geliebte gewesen zu sein. Auf einer Party am 21. November 1963 habe Johnson zu ihr gesagt: „After tomorrow those goddamn Kennedys will never embarrass me again. That’s no threat — that’s a promise.“ - Übermorgen werden mich diese gottverdammten Kennedys nie wieder in Verlegenheit bringen. Das ist keine Drohung - das ist ein Versprechen.)[69]

Weder fĂŒr diese Aussage noch fĂŒr ihr LiebesverhĂ€ltnis mit Johnson gibt es weitere Quellen. McLellan verbreitete seinen Verdacht auch in der Fernsehsendung The Guilty Men, (Teil 9 der Reihe The Men Who Killed Kennedy), die der History Channel am 18. November 2003 ausstrahlte. Daraufhin protestierten die ehemaligen PrĂ€sidenten Gerald Ford und Jimmy Carter sowie einige ehemalige Mitarbeiter. Der Sender ließ McClellans Angaben ĂŒberprĂŒfen und veröffentlichte das Ergebnnis am 2. April 2004 in einer Pressemitteilung, die die Behauptungen, Johnson sei in den Kennedy-Mord verwickelt, fĂŒr unbegrĂŒndet erklĂ€rte, und sich bei Johnsons Witwe Lady Bird Johnson fĂŒr die Ausstrahlung entschuldigte.[70]

Einige Theoretiker behaupten, ein unindentifizierter Fingerabdruck, der auf einem Pappkarton im fĂŒnften Stockwerk des Schulbuchdepots gefunden wurde, habe zu einem Mann namens Malcom Wallace gehört, einem verurteilten Mörder, den Johnson gekannt haben soll. Im Jahre 1998 unterschrieb der Fingerabdruck-Experte A. Nathan Darby eine beglaubigte ErklĂ€rung, in der eine 14-Punkt-Übereinstimmung in den AbdrĂŒcken festgestellt wurde. Allerdings wurde eine solche Übereinstimmung nicht von FBI-Experten oder unabhĂ€ngigen Untersuchern festgestellt.[71]

MilitÀrisch-industrieller Komplex

Der so genannte militĂ€risch-industrielle Komplex der USA, der sich angeblich auf eine Eskalation des Vietnamkrieges vorbereitete, nachdem sich Frankreich 1954 aus Indochina zurĂŒckgezogen hatte, soll gewusst haben, dass Kennedy bereits einen RĂŒckzugsplan ab dem Jahr 1965 erwog. ZusĂ€tzlich habe es starke VerĂ€rgerung im amerikanischen MilitĂ€r- und Geheimdienstapparat ĂŒber den Umstand gegeben, dass Kennedy keine offene MilitĂ€runterstĂŒtzung fĂŒr das Scheitern der Schweinebucht-Invasion auf Kuba gewĂ€hrt hatte, die von der CIA mit organisiert worden war. Im Gegenteil hatten die USA im Rahmen der Kuba-Krise der Sowjetunion zugesagt, von weiteren Versuchen der Invasion Kubas abzusehen. Vor dem gestiegenen Einfluss des militĂ€risch-industriellen Komplexes in den USA hatte bereits Kennedys VorgĂ€nger Dwight D. Eisenhower gewarnt.

CIA

In fast allen Verschwörungstheorien um die Ermordung Kennedys wird die Central Intelligence Agency (CIA) genannt. WĂ€hrend der 1960er und 1970er Jahre waren GerĂŒchte aufgekommen, dass die CIA an Planungen zur Ausschaltung auslĂ€ndischer Staatschefs beteiligt gewesen sein solle. Wenn auslĂ€ndische Staatschefs Gegenstand von Mordkomplotten waren, so könne sich, meinten die Verschwörungstheoretiker, auch ein Komplott gegen die eigene Regierung gewendet haben. GrĂŒnde, Kennedy zu beseitigen, habe die CIA genug gehabt. Dessen Drohung nach dem Schweinebucht-Fiasko, er werde die CIA „in tausend StĂŒcke zerschlagen“, wird als Hauptgrund fĂŒr eine Gegnerschaft gesehen. SpĂ€tere Versuche, die Macht der Agency einzuschrĂ€nken, waren am Widerstand der BĂŒrokratie gescheitert.[72]

Mafia

Ein nahe liegender Gegenstand fĂŒr Verschwörungsspekulationen waren die Mafia und verwandte Kreise des organisierten Verbrechens. Das Attentat könnte in dieser Perspektive eine Vergeltungsmaßnahme fĂŒr eine steigende Zahl von Razzien gewesen sein. Dokumente, die die Warren-Kommission nie zu Gesicht bekommen habe, hĂ€tten aufgedeckt, dass die Mafia unter dem CIA-Decknamen Operation Mongoose eng mit der Agency bei verschiedenen Anschlagsversuchen auf Castro zusammengearbeitet habe. Hintergrund sei eine Interessenskonvergenz. Kennedy wollte Castro aus politischen GrĂŒnden beseitigen, die Mafia wollte ihre Milliardenverluste kompensieren, die dadurch entstanden waren, dass Castro 1959 die Drogeninfrastruktur der Mafia beschlagnahmt hatte.[73] Angeblich soll die Mafia J. Edgar Hoover, den langjĂ€hrigen Direktor des FBIs, erpresst haben, weil dieser homosexuell gewesen sei. Zudem habe Hoover selbst mehrfach seine Verachtung fĂŒr die Kennedys zum Ausdruck gebracht. Aus diesen GrĂŒnden habe er auch bei der Verschleierung der wahren HintergrĂŒnde geholfen.

Es ist dokumentiert, dass Hoover, bevor Kennedy PrĂ€sident wurde, die Existenz der Mafia in den USA nicht anerkennen wollte. Als Kennedy PrĂ€sident wurde, verelffachten sich die Anklagen gegen die Mafia unter dem von Robert F. Kennedy gefĂŒhrten Justizministerium, zu der auch das FBI gehört. Nach der Ermordung von Kennedy fiel die Rate der Anklagen wieder auf das Maß vor der Wahl von Kennedy zurĂŒck.

Hoover bewegte sich auf die damals bestehende Altersgrenze fĂŒr sein Amt zu. Er wollte sich jedoch keineswegs zurĂŒckziehen. 1964, einige Tage vor seiner Aussage in der Warren-Commission, wurde er von Kennedys Nachfolger zum FBI-Direktor auf Lebenszeit ernannt. Eine Entscheidung, die laut Gesetz jedes Jahr vom PrĂ€sidenten bestĂ€tigt werden musste. Seit Hoovers Tod im Mai 1972 ist die Amtszeit des FBI-Direktors per Gesetz auf 10 Jahre begrenzt. Nach seinem Tod wurden Hoovers Akten von seiner SekretĂ€rin vernichtet.

Exil-Kubaner

Nach einigen Verschwörungstheoretikern habe Fidel Castro Kennedy ermorden lassen, als Vergeltung fĂŒr die zahlreichen Mordversuche, die CIA und Mafia gemeinsam gegen seine Person zu verantworten hĂ€tten. Im September 1963 warnte Castro öffentlich, dass fĂŒhrende Politiker der USA nicht sicher wĂŒrden leben können, wenn sie glaubten, ihn töten lassen zu können. Am 22. November soll ein CIA-Agent beauftragt worden sein, Castro mit einer vergifteten FĂŒllfederhalterwaffe zu ermorden. Allerdings hatten John und Robert Kennedy der CIA 1962 befohlen, keine weiteren MordanschlĂ€ge auf Castro mehr zu versuchen. Seit der zweiten JahreshĂ€lfte 1963 hatte Kennedy ĂŒber HintergrundkanĂ€le Castro angeboten, die diplomatischen und auch die Handels-Beziehungen zwischen den USA und Kuba zu normalisieren. Die CIA habe diese Anweisung allerdings ignoriert, ohne dass der PrĂ€sident oder sein Bruder davon wussten.

2006 wurde der deutsche Dokumentarfilm „Rendezvous mit dem Tod“ veröffentlicht. Der Journalist Wilfried Huismann erhob darin den Anspruch zu beweisen, Oswald selbst habe sich bei seiner Mexiko-Reise im September 1963 freiwillig in der kubanischen Botschaft dafĂŒr gemeldet, Kennedy umzubringen. DafĂŒr seien ihm 6.500 US-$ gegeben worden. Der Film erklĂ€rt weiterhin, die US-Regierung habe diese Spur absichtlich nicht weiter verfolgt, um keinen Krieg heraufzubeschwören, wie ihn ein Großteil der Öffentlichkeit bei Bekanntwerden eines kubanischen Attentats mit Sicherheit gefordert hĂ€tte. In den deutschen Medien wurde Huismanns These jedoch mit erheblicher Skepsis aufgenommen, unter anderem, weil die angebliche Übergabe des Mordlohns in der kubanischen Botschaft in Mexiko-Stadt stattgefunden haben soll, die aber, wie die Kubaner sehr wohl wussten, von den Amerikanern abgehört wurde.[74] Außerdem fand die Reise Oswalds erst vier Tage nach dem angeblichen Treffen statt.

Stand der Diskussion

TĂ€terschaft und HintergrĂŒnde des Kennedy-Attentats sind bis heute umstritten. Umfragen zeigen, dass eine große Mehrheit der Amerikaner nicht an eine AlleintĂ€terschaft Oswalds glaubt.[75] Nach einer Gallup-Umfrage aus dem Jahr 2003 kommen fĂŒr diejenigen, die glauben, dass eine Verschwörung hinter dem Attentat steckt, Kuba oder die Sowjetunion am wenigsten als Drahtzieher des Attentats in Betracht (jeweils 15 %); als verdĂ€chtig gelten an erster Stelle die Mafia (37 %), an zweiter Stelle die CIA (34 %), an dritter Stelle Kennedys Nachfolger Johnson (18 %).[76]

Die Zahl der Buchveröffentlichungen zum Kennedy-Mord, die die offizielle Version anzweifeln, wird heute auf der Grundlage einer Spezialbibliographie auf mehrere tausend geschÀtzt.[77][78] Von wenigen Ausnahmen abgesehen,[79] stammen sie aber allesamt nicht von ausgebildeten Historikern. Der britische Historiker Peter Knight schreibt in seiner Geschichte der Darstellungsweisen des Attentats:

„Akademische Historiker und Kennedy-Biographen weisen einen auffallenden Mangel an Konzentration auf die spezifischen Einzelheiten des Attentats auf 
 Seit den 1960er Jahren ist die ReprĂ€sentation des Kennedy-Mordes ein Feld entweder von Darstellungen ĂŒber Verschwörungen geworden, die von nichtprofessionellen Geschichtsschreibern ohne Verankerung im Establishment stammen, oder von Romanciers, KĂŒnstlern und Filmemachern. Jedoch haben Mainstream-Journalisten und Biographien sowie Geschichtswerke implizit Licht auf das Attentat geworfen, als die Diskussionen ĂŒber Kennedys Tod sich auch in Debatten ĂŒber das Erbe seiner Regierung und das Jahrzehnt, das er reprĂ€sentierte, ergingen.“[80]

Die seriöse Presse verbreitet zumeist die EinzeltĂ€ter-Version.[81] In den öffentlich-rechtlichen Medien in Deutschland kommen in den letzten Jahren auch Stimmen zu Wort, die die AlleintĂ€terschaft Oswalds bezweifeln.[82] Auch die meisten historischen oder politikwissenschaftlichen Darstellungen ĂŒber Leben und Politik Kennedys folgen, sofern sie auf Kennedys Tod ĂŒberhaupt eingehen, der AlleintĂ€terthese. Der Berliner Geschichtsprofessor Knud Krakau schĂ€tzt:

„Die Historiographie und seriöse Publizistik neigen im Ergebnis dazu, die AlleintĂ€terschaft Oswalds anzunehmen – und sei es auch nur, weil alle Alternativen noch weniger ĂŒberzeugen.“[83]

Literatur

  • Lothar Buchholz: Labyrinth der Wahrheiten – TodesschĂŒsse auf Kennedy. 3. Auflage. Verlag Lothar Buchholz, 2004, ISBN 3-00-012869-7.
  • Vincent Bugliosi: Reclaiming History. The Assassination of President John F. Kennedy. W.W. Norton, New York 2007, ISBN 0-393-04525-0.
  • Peter Knight: The Kennedy Assassination (= Representing American events, 1). Edinburgh University Press. Edinburgh 2007 ISBN 0-7486-2410-4
  • Michael L. Kurtz: The JFK Assassination Debates. Lone Gunman versus Conspiracy., University Press of Kansas, Lawrence (Kansas) 2006.
  • Norman Mailer: Oswalds Geschichte. Der Fall Lee Harvey Oswald. Ein amerikanisches Trauma. (Oswald’s Tale, dt.), MĂŒnchen 1995, ISBN 3-7766-1903-1. (einziges Buch, das sowjetische Dokumente ĂŒber Oswald berĂŒcksichtigt)
  • Gerald Posner: Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK. Anchor Books 2003, ISBN 1-4000-3462-0.

Weblinks

 Commons: Attentat auf John F. Kennedy â€“ Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Mathias Bröckers, „Ein dummer, kleiner Kommunist“, Telepolis vom 22. November 2003.
  2. ↑ Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 16-19 (hier das Zitat).
  3. ↑ Zit. nach Alan Posener, John F. Kennedy in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1991, S. 126.
  4. ↑ Gerald Posner, Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK, Random House, New York 1993, S. 233
  5. ↑ Robert Dallek: John F. Kennedy. Ein unvollendetes Leben, DVA, Stuttgart, 2003, S. 645
  6. ↑ Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 58-65
  7. ↑ Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 93, 98 f., 109-113
  8. ↑ Abschnitt des Warren-Reports ĂŒber die Vereidigung Johnsons, abgerufen am 20. April 2011
  9. ↑ Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 72-79, 86 f., 99-102 und 106
  10. ↑ Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 121–143 und 162–171
  11. ↑ Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 233 f., 271 f. und 292–302
  12. ↑ Alan Posener, John F. Kennedy in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1991, S. 132
  13. ↑ Gerald Posner, Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK, Random House, New York 1993, S. 394 ff.
  14. ↑ Alan Posener, John F. Kennedy in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1991, S. 132 f.
  15. ↑ Statement von Jack Ruby gegenĂŒber Reportern nach seinem Prozess
  16. ↑ Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 153 ff. und 157f.
  17. ↑ Paul B. Sheatsley/Jacob J. Feldman, A National Survey on Public Reactions and Behavior, in: Kennedy Assassination and the American Public. Social Communication in Crisis, (Hrg.) Greenberg/Parker, Stanford University Press, California, 1965, S. 156
  18. ↑ Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 156 f.
  19. ↑ Judith Michel, Willy Brandts Amerikabild und -politik 1933- 1992, V&R unipress, Göttingen 2010, S. 162
  20. ↑ Paul B. Sheatsley und Jacob J. Feldman, A National Survey on Public Reactions and Behavior, in: Bradley S. Greenberg und Edwin B. Parker (Hrsg.), Kennedy Assassination and the American Public. Social Communication in Crisis, Stanford University Press, Palo Alto 1965, S. 156.
  21. ↑ Wilbur Schramm, "Communication in Crisis", in: in: Bradley S. Greenberg und Edwin B. Parker (Hrsg.), Kennedy Assassination and the American Public. Social Communication in Crisis, Stanford University Press, Palo Alto 1965, S. 21 ff.
  22. ↑ Peter Knight, The Kennedy Assassination, Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 65.
  23. ↑ Helen Helga Wilson, The Mood of the Nation November 22-29, 1963. A News Documentary of a Steadfast Citizenry, Band 2, Marzani & Munsell, 1964 (28 Seiten)
  24. ↑ Peter Knight, The Kennedy Assassination, Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 17.
  25. ↑ R. Andrew Kiel, J. Edgar Hoover. The Father of the Cold War. How His Obsession with Communism Led to the Warren Commission Coverup and Escalation of the Vietnam War, University Press of America, Lanham MD 2000, S. 139.
  26. ↑ Bob Callahan und Mark Zingarelli, Who shot JFK?. A Guide to the Major Conspiracy Theories, Simon & Schuster, New York 1993, S. 47
  27. ↑ Peter Knight, The Kennedy Assassination, Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 77
  28. ↑ siehe zum Beispiel Walter Isaacson, If Kennedy Had Lived, in: Time vom 13. April 1992 (online, Zugriff am 19. Oktober 2011); Arthur M. Schlesinger, An End to Vietnam, No Watergate, and a Chance for Liberalism. Kennedy’s Biographer on the Might-have-beens, in: Newsweek 131/18 (1998), S. 3 f.; Robert Dallek, JFK's Second Term, in: Atlantic Monthly 291/5, Juni 2003; Gallup-Umfrage vom November 2003, online, Zugriff am 22. Oktober 2011; Knud Krakau, John F. Kennedy. 22. November 1963, in: Alexander Demandt (Hrsg.), Das Attentat in der Geschichte, area, Erfstadt 2003, S. 423 ; James G. Blight, David A. Welch und Janet M. Lang, Vietnam If Kennedy Had Lived. Virtual JFK, Rowman & Littlefield, Lanham, MD, 2009; Andrew Roberts, What if JFK had lived? Historian Andrew Roberts 50 years on from Kennedy becoming president: in: Daily Mirror vom 20. Januar 2011 (online, Zugriff am 19. Oktober 2011)
  29. ↑ Stanley Karnow, JFK. Oliver Stone and the Vietnam War, in: Mark C. Carnes (Hrsg.), Past Imperfect. History According to the Movies, Holt, New York 1995, S. 270-273
  30. ↑ Peter Knight, The Kennedy Assassination, Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 159 ff.
  31. ↑ John Hellmann, The Kennedy Obsession. The American Myth of JFK, Columbia University Press, New York 1997
  32. ↑ Knud Krakau, John F. Kennedy. 22. November 1963, in: Alexander Demandt (Hrsg.), Das Attentat in der Geschichte, area, Erfstadt 2003, S. 423 f.
  33. ↑ so das Ergebnis einer Gallup-Umfrage vom November 2003, online, Zugriff am 22. Oktober 2011
  34. ↑ William Manchester, The Death of a President. November 20 – November 25, 1963, Harper & Row, San Francisco 1967, S. 409
  35. ↑ Knud Krakau, John F. Kennedy. 22. November 1963, in: Alexander Demandt (Hrsg.), Das Attentat in der Geschichte, area, Erfstadt 2003, S. 416-420, das Zitat S. 416; zum sozialpsychologischen Mechanismus siehe auch Andreas Hartmann, Germanicus und Lady Di. Zur öffentlichen Verarbeitung zweier TodesfĂ€lle, in: Waltraud Schreiber (Hrsg.): Der Vergleich. Eine Methode zur Förderung historischer Kompetenzen. AusgewĂ€hlte Beispiele, ars una Verlagsgesellschaft, Neuried 2005, S. 81 f.
  36. ↑ Peter Knight, The Kennedy Assassination, Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 79.
  37. ↑ a b c Report of the Select Committee on Assassinations of the U.S. House of Representatives, S. 244.
  38. ↑ Alan Posener, John F. Kennedy in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 1991, S. 135.
  39. ↑ CIA-Anweisung vom 1. April 1967
  40. ↑ Knud Krakau, John F. Kennedy. 22. November 1963, in: Alexander Demandt (Hrsg.), Das Attentat in der Geschichte, area, Erfstadt 2003, S. 414; Michael L. Kurtz, The JFK Assassination Debates. Lone Gunman Versus Conspiracy, University Press of Kansas, Lawrence (Kansas) 2006, S. 223
  41. ↑ Gerald Posner, Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK, Random House, New York 1993, S. 423
  42. ↑ Der Clark-Bericht
  43. ↑ Book V: The Investigation of the Assassination of President J.F.K: Performance of the Intelligence Agencie, Assassinations Archive and Research Center, 6. Februar 2011
  44. ↑ Book V: The Investigation of the Assassination of President J.F.K.: Performance of the Intelligence Agencies, Assassinations Archive and Research Center, 2011
  45. ↑ Der Bericht des HSCA
  46. ↑ Jury Deadlocks In Oswald Mock Trial, in: ABA Journal, Oktober 1992, S. 35
  47. ↑ a b John McAdams, Dealey Plaza Earwitnesses (online) Zugriff am 18. Juli 2011
  48. ↑ Gerald Posner, Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK, Random House, New York 1993, S. 224 f.
  49. ↑ Lothar Buchholz, Labyrinth der Wahrheiten. TodesschĂŒsse auf Kennedy, o.O. 2004, S. 85–89
  50. ↑ Zusammenstellung von Zeugenaussagen auf historymatters.com
  51. ↑ Vgl. Photos von Oswald bzw. Lovelady, Photos von Oswald und Lovelady
  52. ↑ Aussage von Clinton J. Hill, 30. November 1963 Hills vor der Warrenkommision
  53. ↑ Aussage Kellermans
  54. ↑ Skizze der HinterkopfwundeAussage von Dr. Robert n. McClelland
  55. ↑ Telepolis vom 22. November 2003
  56. ↑ a b c d e Conspiracy: Cases For and Against, pbs.org, 20. November 2003
  57. ↑ „FAKE: the Forged Photograph that Framed Lee Harvey Oswald“ Dokumentation ĂŒber die Geschichte des „Backyard“-Fotos von Craig Maurer und Jim Marrs unter Verwendung des Materials von Jack White, 1990.
  58. ↑ Gerald Posner, Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK, Random House, New York 1993, S. 107–109.
  59. ↑ Dartmouth Professor finds that iconic Oswald photo was not faked, PresseerklĂ€rung des Dartmouth College vom 5. November 2009.
  60. ↑ Christopher Schrader, Der menschliche Makel, in: SĂŒddeutsche Zeitung vom 13. November 2009.
  61. ↑ Gerald Posner, Case Closed. Lee Harvey Oswald and the Assassination of JFK, Random House, New York 1993, S. 273–279.
  62. ↑ Vgl. DB Thomas: Echo Correlation Analysis and the Acoustic Evidence in the Kennedy Assassination Revisited, in: Science & Justice (2001); Michael O’Dell: The Acoustic Evidence in the Kennedy Assassination
  63. ↑ Der Clark-Bericht
  64. ↑ Eine Zusammenstellung von Meinungen ballistischer und forensischer Experten zu Kennedys Kopfwunde (englisch)
  65. ↑ jfkfiles.com
  66. ↑ Vincent Bugliosi, Four Days in November. The Assassination of President John F. Kennedy, W.W.Norton, New York 2007, S. 98 f.
  67. ↑ Barr McClellan, Blood, Money & Power: How L.B.J. Killed J.F.K. Hannover House, 2003, ISBN 0-9637846-2-5
  68. ↑ Lyndon B. Johnson: Meine Jahre im Weißen Haus PrĂ€ger Verlag MĂŒnchen 1972, ISBN 3 7796 8020 3
  69. ↑ Madeleine Duncan Brown, Texas in the Morning. The Love Story of Madeleine Brown & President Lyndon Johnson, Baltimore: The Conservatory Press, 1997, S. 166
  70. ↑ Vincent Bugliosi: Reclaiming History. The Assassination of President John F. Kennedy. W.W. Norton, New York 2007, S. 925
  71. ↑ Wallaces Fingerabdruck auf home.earthlink.net
  72. ↑ Siehe hierzu ausfĂŒhrlich Mathias Bröckers, „Ein dummer, kleiner Kommunist“, Telepolis vom 22. November 2003.
  73. ↑ Joseph geringer: As Ever, a Conspiracy auf crimelibrary.com
  74. ↑ Vgl. ARD-Dokumentation: Rendezvous mit dem Tod, Spiegel-Artikel: Steile These, schwache Belege, Blog von Alan Posener: Hat Castro den Mord an Kennedy befohlen? (Link nicht mehr abrufbar), Interview mit Ekkehard Sieker: „Der Kennedy-Film der ARD ist ein echter Fake“
  75. ↑ Umfrage von ABC News, Umfrage von Discovery Channel
  76. ↑ Gallup-Umfrage von 2003
  77. ↑ Knud Krakau, John F. Kennedy. 22. November 1963, in: Alexander Demandt (Hrsg.), Das Attentat in der Geschichte, area, Erfstadt 2003, S. 466.
  78. ↑ David Wrone, The Assassination of John F. Kennedy. A Comprehensive Historical and Legal Bibliography 1963-1979, State Historical Society of Wisconsin, Madison 1980 (16 Seiten)
  79. ↑ Michael L. Kurtz, Crime of the Century. The Kennedy Assassination from a Historical Perspective, University of Tennessee Press, Knoxville, TN, 1993; Gerald McKnight, Breach of Trust. How the Warren Commission Failed the Nation and Why, University Press of Kansas, Lawrence KS 2005.
  80. ↑ Peter Knight, The Kennedy Assassination, Edinburgh University Press, Edinburgh 2007, S. 36
  81. ↑ Mathias Bröckers, Telepolis vom 22. November 2003
  82. ↑ 2006 Rendezvous mit dem Tod: Warum John F. Kennedy sterben musste von Wilfried Huismann in der ARD; 2007 Der Kennedy-Mord – Mythos und Wahrheit im ZDF; Stichtag 27. September 1964. Veröffentlichung des Warren-Berichts ĂŒber den Mord an J.F. Kennedy, NDR Info, 27. September 2009, abrufbar ĂŒber die NDR-Info-Mediathek, Suchwort: „Warren-Bericht“.
  83. ↑ Knud Krakau, John F. Kennedy. 22. November 1963, in: Alexander Demandt (Hrsg.), Das Attentat in der Geschichte, area, Erfstadt 2003, S. 421

32.7791666667-96.8080555556Koordinaten: 32° 46â€Č 45″ N, 96° 48â€Č 29″ W

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