|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| | |
| Auestadion: nördliche Seitentribüne von der Gegenseite (SW n. NO; 6. Dez. 2003; KSV Hessen Kassel : Wörsdorf 2:1 (0:1) | |
| Daten | |
|---|---|
| Ort | |
| Koordinaten | 51° 17′ 55″ N, 9° 29′ 3″ O51.29861111119.48416666667Koordinaten: 51° 17′ 55″ N, 9° 29′ 3″ O |
| Eigentümer | Stadt Kassel |
| Baubeginn | etwa 1950 |
| Eröffnung | 23. August 1953 |
| Erstes Spiel | 23. August 1953 KSV Hessen Kassel - Viktoria Aschaffenburg 1:2 |
| Renovierungen | 1983−1993 2003−2010 |
| Oberfläche | Naturrasen |
| Kosten | 1,7 Mio. DM für den Neubau 1953[1] 4 Mio. DM für Erweiterungen 1983-1986 16 Mio. Euro für den Umbau 2003−2009[2] |
| Kapazität | 18.737[3] Zuschauer Sitzplätze: ca. 8.700 Stehplätze: ca. 10.100 |
| Spielfläche | 106 × 65 |
| Verein(e) | |
| Veranstaltungen | |
Das Auestadion ist ein 1953 eingeweihtes Mehrzweck-Stadion mit derzeit Platz für 18.737[3] Zuschauer in der nordhessischen Großstadt Kassel in Deutschland. Es ist Austragungsstätte von Fußball</b>spielen und Leichtathletik</b>veranstaltungen sowie Konzerten und Kultur</b>veranstaltungen und insbesondere als Spielstätte des Fußballvereins KSV Hessen Kassel bekannt.
Inhaltsverzeichnis |
Das Auestadion wurde im Mittelteil des südlich der Innenstadt gelegenen Stadtteils Südstadt in der Kasseler Fulda</b>niederung am Südwestrand der Karlsaue errichtet. Es steht unweit der Kreuzung des Straßenzugs „Ludwig-Mond-Straße“−„Am Auestadion“/„Frankfurter Straße“ am Südende der Menzelstraße. In direkter Nähe befindet sich die Eissporthalle Kassel, die Großsporthalle Auepark und das Kegelzentrum.
Das Auestadion ist mit motorisierten Fahrzeugen von der A 49 (Anschlussstelle „Kassel-Auestadion“) kommend zu erreichen. Nach der Abfahrt gelangt man auf den Autobahn-Zubringer „Am Auestadion“. Den Zubringer verlässt man bei Großveranstaltungen nach rechts abbiegend spätestens an der dritten Ampel, um einen Parkplatz anzusteuern.
Das Stadion sollte bevorzugt mit dem ÖPNV besucht werden; die Straßenbahn- und Bushaltestelle "Auestadion" befindet sich in unmittelbarer Nähe. Auch die Regio-Tram hält dort. Seit dem Umbau des Stadions befindet sich im Vorfeld eine Bedarfshaltestelle mit zwei Bahnsteigen.[4]
Überlegungen zum Bau eines Stadions begannen 1948, die mit dem Baubeginn Anfang der 1950er Jahre realisiert wurden. Hierbei wurde das Auestadion auf einem ehemaligen Aufmarschgelände erbaut. Für die Tribünen-Fundamente wurden etwa 100.000 m³ Kriegstrümmer aus der Kasseler Innenstadt verwendet, die aus den Zerstörungen der Stadt Kassel während des Zweiten Weltkriegs stammten.
Von jedem Sitzplatz der ehemaligen Haupttribüne war der Stadion-Innenraum zu übersehen, weil das vorkragende Stahlkonstruktionsdach frei tragend ausgeführt wurde; gleiches gab es zuvor nur im Augsburger Rosenaustadion. Deswegen war das Auestadion lange Zeit wegweisend. Die Haupttribüne hatte seitlich verglaste Außenwände und Sitzplätze für rund 2.200 Zuschauer. Sie enthielt im Mittelabschnitt einen Tribünenteil für Pressemitarbeiter und beherbergte Umkleidekabinen im Unterbau. Das Stadion erhielt eine um das Spielfeld führende sechsspurige Laufbahn.
Das Stadion steht als Bauwerk der 50er Jahre unter Denkmalschutz.
Am 23. August 1953 fand im Beisein des hessischen Ministerpräsidenten Georg August Zinn und der Stadtprominenz die Eröffnungsfeier statt. Im direkten Anschluss fand das Stadion-Eröffnungsspiel der damaligen Fußball-Oberligamannschaften KSV Hessen Kassel und Viktoria Aschaffenburg statt. Das Spiel konnte Viktoria Aschaffenburg mit 1:2 gewinnen. Dieses Spiel verfolgten ca. 20.000 Zuschauer im Auestadion.[5]
1956 wurden die Leichtathletikanlagen im Auestadion fertig gestellt und mit einer Einweihungsfeier am 17. Juni 1956 gewürdigt.
Von 1983 bis 1993 wurde das Auestadion erstmals modernisiert, als es um zwei, von Norbert Harle entworfene, Zusatztribünen ergänzt wurde. Sie stehen direkt links (nördlich) und rechts (südlich) der Haupttribüne, sind wie diese mit freitragendem Dach ausgeführt und haben Sitzplätze für jeweils rund 700 Zuschauer.
Neben der Erweiterung der Tribünenkapazitäten wurden unter anderem eine Kunststoffbahn und weitere leichtathletische Anlagen eingebaut, um die Zukunftsfähigkeit des Auestadions für Leichtathletikwettbewerbe zu sichern.[5]
Seit 2003 befindet sich das Auestadion erneut in einer Modernisierungs- und Umbauphase, wobei der ursprüngliche Stadioncharakter eines Mehrzweck-Stadions (z. B. Austragung von Fußballspielen und Leichtathletikveranstaltungen) beibehalten wird:
Der erste Bauabschnitt wurde im November 2006 mit der Fertigstellung der neu errichteten Osttribüne abgeschlossen, wobei deren Dach gestalterisch an die Haupttribüne angepasst als Stahlkonstruktion ausgeführt wurde. Sie hat etwa 4.700 Sitzplätze und umfasst in ihren Rand- bzw. Eckfahnenbereichen insgesamt rund 1.000 Stehplätze, was zusammen 5.700 Zuschauer ergibt. Außerdem führt ein Tunnel vom hinter bzw. direkt östlich des Stadions gelegenen Aufwärm- und Trainingsplatz unter den Sitzrängen hindurch ins Stadioninnere. Bei der Osttribünen-Einweihung am 25. November 2006 fand das Fußballspiel KSV Hessen Kassel gegen den FC Bayern München II (1:1) statt.
Der zweite Bauabschnitt erfolgte von Mitte 2007 bis 2009: Die Tartan</b>bahn wurde von 6 auf 8 Spuren erweitert, die Stehränge der Nord- und Südkurve saniert sowie eine Flutlicht</b>anlage installiert; das Flutlicht wurde am 2. Mai 2008 beim Spiel gegen den FC Bayern München II vor 17.200 Zuschauern eingeweiht. Zu der vorgesehenen Modernisierung der Haupttribüne kam es nicht, da Anfang 2009 festgestellt wurde, dass der Beton der über 50 Jahre alten Tribüne marode ist. Noch im gleichen Jahr wurde die Haupttribüne abgerissen und ein Neubau ausgeschrieben.
Als beim planmäßigen Umbau festgestellt wurde, dass die Haupttribüne in der Nachkriegszeit mit minderwertigem Beton erbaut worden war, beschloss die Stadt Kassel als Eigentümer des Stadions, die Leichtathletikmeisterschaften 2010 auf 2011 zu verschieben. Ebenso wurde das Askina-Leichtathletik-Sportfest 2009 im Baunataler Parkstadion ausgerichtet.[6][7]
Da die ursprünglich geplante Sanierung nicht verwirklicht werden konnte, stellte die Stadt als Eigentümerin 9,4 Mio. € für den Abriss der alten und den Bau einer neuen 2600 Zuschauer fassenden Tribüne mit zahlreichen Funktionsräumen zur Verfügung. Die Stadt Kassel genehmigte den Abriss der denkmalgeschützten Haupttribüne. Der Abriss wurde bis Ende Juni 2009 durchgeführt. Durch einen Rechtsstreit verzögerte sich der Neubau der Haupttribüne. Erst nach einer Entscheidung des Frankfurter Oberlandesgericht vom 11. Dezember 2009 konnte mit den Arbeiten begonnen werden.[8] Der Neubau der Haupttribüne wurde am 14. Oktober 2010 fertiggestellt[9].
Der Stadionvorplatz wurde durch die Stadt Kassel erneuert. Die Bedarfshaltestelle der Kasseler Straßenbahn wurde von Grund auf saniert und mit einem Haltesteig ausgestattet. Eine Videowand wurde am 13. Juli 2011 erstmals in Betrieb genommen. Hierfür brachten die Stadt Kassel, das Land Hessen und der KSV Hessen Kassel insgesamt 400.000 € auf. Der Deutscher Leichtathletik-Verband hatte die Installierung der Videowand als Auflage bei der Vergabe der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften 2011 gemacht.[10][11]
Seit Ende Oktober 2010 umfasst das Auestadion etwa 8.440 Sitzplätze (neue Haupttribüne ca. 2.640, plus Seitentribünen ca. 1.400, plus Osttribüne ca. 4.400) und rund 10.000 Stehplätze (1.000 auf der Osttribüne und ca. 9.000 in den Kurven). Insgesamt ist also Raum für ca. 18.440 Zuschauer; das städtische Bauamt gibt auf Anfrage 18.737[3] an.
Seit der Eröffnung 1953 finden im Auestadion Fußballspiele statt; insbesondere ist es das Heimstadion des KSV Hessen Kassel, der derzeit in der Regionalliga Süd spielt.
Bisher wurde zwei Mal ein Finale des DFB-Pokals im Auestadion ausgetragen. 1958 setzte sich der VfB Stuttgart mit 4:3 n.V. gegen Fortuna Düsseldorf durch. Schwarz-Weiß Essen setzte sich 1959 mit 5:2 gegen Borussia Neunkirchen durch.
In den 1950er und 1960er Jahren kamen zu den Spielen oftmals Zehntausende in das Auestadion. Damals spielte der KSV Hessen Kassel einige Jahre in der Oberliga Süd, die bis zur Einführung der Fußball-Bundesliga (1963) eine der fünf Staffeln der höchsten Spielklasse im deutschen Fußball war. Ähnliche Zuschauerzahlen konnten in den 1980er Jahren erreicht werden, als der Verein mehrmals um den Aufstieg in die 1. Bundesliga kämpfte und jeweils knapp scheiterte.
1958 absolvierte die Deutsche Fußballnationalmannschaft ein Testspiel gegen die B-Elf im Auestadion. Dieses Spiel ging 1:1 aus.[1]
Im Auestadion wurden zwei Länderspiele der Nationalmannschaft der Frauen ausgetragen. Am 27. September 2001 gewann man in der WM-Qualifikation gegen England 3:1, am 29. Mai 2008 konnte man gegen Wales in der EM-Qualifikation 4:0 siegen. Silke Rottenberg absolvierte beim Spiel gegen Wales ihr letztes Länderspiel in der Nationalmannschaft.
Am 29. März 2011 traten die deutschen U-21 Männer gegen die italienischen Alterskollegen im Auestadion vor über 16.000 Zuschauern an (2:2).[12] Die Zuschauerzahl bedeutete einen neuen Rekord für U-21-Freundschaftsspiele in Deutschland.
Es dauerte knapp neun Jahre, bis 1965, bis der erste internationale Wettbewerb im Auestadion stattfand: Der erste Leichtathletik-Europacup der Frauen 1965. Hierbei stellten sowjetische Sportlerinnen zwei Weltrekorde auf: Tamara Press mit 18,59 Meter beim Kugelstoßen und Irina Press mit 10,4 Sekunden beim 80-Meter-Hürdenlauf.[1]
Seit 1998 findet das jährliche Askina-Leichtathletik-Sportfest im Auestadion statt.[5]
Im Juli 2011 finden erstmals die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften in Kassel statt.[13] Dabei wurde schon vor Beginn der Meisterschaften ein Rekord erzielt: Noch nie zuvor wurden mehr als 18.500 Karten im Vorverkauf für nationale Titelkämpfe verkauft.[14]
Im Auestadion wurde am 18. Oktober 1959, vor 30.000 Zuschauern, die Halbfinalbegegnung in der deutschen Feldhandball-Meisterschaft zwischen dem SVH Kassel und dem TuS Lintfort ausgespielt. Hierbei unterlag der SVH mit 12:13.[1]
Nach 46-jährigem Bestehen wurde am 26. Juni 1999 das erste Open-Air-Konzert im Auestadion veranstaltet. Hierbei begeisterte Wolfgang Petry über 25.000 anwesende Fans.[15]
Unterhalb der Südtribüne befinden sich die Räumlichkeiten des Sportamtes der Stadt Kassel.[16]
Auestadion (KSV Hessen Kassel) | Carl-Benz-Stadion (SV Waldhof Mannheim) | comtech Arena (SG Sonnenhof Großaspach) | Dietmar-Hopp-Stadion (TSG 1899 Hoffenheim II) | Easycredit-Stadion (1. FC Nürnberg II) | EWR-Arena (Wormatia Worms) | Frankfurter Volksbank Stadion (Eintracht Frankfurt II/ FSV Frankfurt II) | Gazi-Stadion auf der Waldau (Stuttgarter Kickers) | Geberit-Arena (SC Pfullendorf) | Memminger Arena (FC Memmingen) | Möslestadion (SC Freiburg II) | Städtisches Stadion an der Grünwalder Straße (FC Bayern München II/ TSV 1860 München II) | Städtisches Stadion am Prischoß (FC Bayern Alzenau) | Trolli Arena (SpVgg Greuther Fürth II) | Tuja-Stadion (FC Ingolstadt 04 II) | Wildparkstadion (Karlsruher SC II)