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Friedrich August II. (* 17. Oktober 1696 in Dresden; † 5. Oktober 1763 ebenda) wurde 1733 nach dem Tod seines Vaters August des Starken Kurfürst von Sachsen und als August III. auch König von Polen und Großherzog von Litauen. Durch die Fortführung der väterlichen Außenpolitik stürzte er den Kurstaat Sachsen in die Katastrophe des Siebenjährigen Krieges. Die Personalunion Sachsen-Polen endete mit seinem Tod. Unbestritten ist sein Rang als einer der größten Kunstmäzene seiner Zeit. 1736 stiftete er den St. Heinrichs Orden.
Inhaltsverzeichnis |
Gewöhnlich wird von dem Sohn König Augusts II. und der Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth behauptet, dass er sich wenig um Politik gekümmert habe. Solche Probleme hätten ihn überfordert. Betont wird, dass er gern Jagden veranstaltete, häufig in die Oper ging, sich um seine umfangreichen Kunstsammlungen kümmerte sowie großen Familiensinn bewies. Auch wenn dies nicht in Zweifel gezogen werden soll, zeigt die neuere polnische Forschung, dass August III. ein sehr fleißiger polnischer König gewesen ist (siehe die Veröffentlichungen von Jacek Staszewski).
Der Kurfürst wurde mit Unterstützung Österreichs und Russlands und den üblichen Bestechungen gegen den Kandidaten Schwedens und Frankreichs, Stanisław Leszczyński, zum König von Polen gewählt, was den Polnischen Thronfolgekrieg auslöste. August III. wurde am 17. Januar 1734 gekrönt und behauptete die Krone im Frieden von Wien 1738. Seine Durchsetzung fand also im Rahmen eines deutlichen Souveränitätsverlusts des einst sehr mächtigen Staates Polen-Litauen statt, der allerdings bereits unter August dem Starken eingesetzt hatte.
Die Spielräume für seine Regierung in Polen-Litauen waren angesichts des Streits zwischen den Magnatengruppen der Czartoryski und Potocki im Sejm äußerst eng. Die Magnatenparteiungen genossen ihrerseits ausländische Unterstützung, so dass Polen-Litauen zum Spielball rivalisierender Nachbarmächte wurde. Fast alle Reichstage blieben trotz einer Fülle von Reformvorschlägen beider Parteien ergebnislos (vergleiche Liberum Veto).[1] Ein Beispiel waren die Reichstage von 1744 und 1746, in denen die Krone und der Großkanzler vorsichtig definierte Reformen im Wirtschafts- und Militärsektor auf den Weg bringen wollten. Letztlich scheiterten sie im Sejm an der Verzögerungstaktik der Gegenpartei, und unter ausländischer Einmischung. Ohne ordnungsgemäß abgehaltene Sejms mussten die Minister auch keine Rechenschaft ablegen, was die Korruption förderte.
Angesichts dieser Sachlage hofften sich der König und sein Premierminister Brühl in Polen mit dem „Ministerialsystem” sachsentreuer Magnaten (die in Schlüsselpositionen gesetzt wurden) über Wasser zu halten und beide Länder politisch verbinden zu können. Sie erlangten im Siebenjährigen Krieg sogar die Zustimmung ihrer drei Verbündeten für eine erneute Thronkandidatur Sachsens, aber die Erfolge waren nur scheinbar und nicht von Dauer.
Ein bescheidener Wirtschaftsaufschwung war in Polen weiterhin bemerkbar, später beeinträchtigt durch die Auswirkungen des Siebenjährigen Krieges (preußische Münzfälschung, Kontributionen, Requisitionen und teilweise Plünderungen durch russische Truppen).
In Sachsen führte Heinrich von Brühl nach dem Sturz Graf Sulkowskis von 1738 bis 1756 die alleinige Regierung, 1746 wurde er formell Premierminister. Er war ein erfolgreicher Diplomat und festigte die Verwaltung, wurde aber wegen falscher Finanzpolitik im Landtag 1749 scharf angegriffen. Trotz rücksichtsloser finanzieller Maßnahmen Brühls steuerte Sachsen in eine Staatskrise. Der Zwangsumtausch von Vermögenswerten in staatliche Schuldverschreibungen erschütterte die Wirtschaft, die ohnehin zu kleine Armee musste abgerüstet und ein bedeutender Anteil der Steuern verpfändet werden. Dazu kam der Druck von außen, denn der sächsische Export wurde durch die preußische (Zoll-)Politik jener Zeit stark behindert.
Aber erst der Siebenjährige Krieg brachte für Sachsen 1756 den Absturz. Die zu kleine sächsische Armee kapitulierte unter Graf Rutowski kampflos am Lilienstein, August III. und sein Hof zogen nach Warschau um, wo sie bis zum Ende des Krieges in relativer politischer Ohnmacht verblieben. Sachsen, nun behelfsweise von den Preußen und von einigen Kabinettsministern verwaltet, wurde zum Kriegsschauplatz und litt unter den hohen Kontributionen beider Seiten. Es bezahlte zweifellos einen großen Teil der preußischen Kriegskosten[2] („Sachsen ist wie ein Mehlsack, egal wie oft man draufschlägt, es kommt immer noch etwas heraus.” Zitat: Friedrich II. v. Preußen zugeschrieben). Dresden selbst wechselte die Besatzung und wurde von Friedrich II. 1760 belagert, was umfangreiche Zerstörungen zur Folge hatte.
Als der Siebenjährige Krieg im Hubertusburger Frieden 1763 zu Ende ging, war das bis dahin recht wohlhabende Sachsen ruiniert, was der Hof nur ungern zur Kenntnis nahm. Auf die Vergabe der polnischen Krone hatte Sachsen zudem keinerlei Einfluss: Polen-Litauen war mehr denn je unter die Vorherrschaft Russlands geraten; den Nachfolger August III., Stanisław August Poniatowski, bestimmte die Zarin Katharina II. Dauerhafteren Nachruhm bescherte jedoch dem Kurfürst-König seine eingangs erwähnte Liebe zur Kunst.
Am 20. August 1719 heiratete er in Wien
In der Filmreihe Sachsens Glanz und Preußens Gloria wurde er vom Schauspieler Rolf Hoppe verkörpert.
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Friedrich August I. | Kurfürst von Sachsen 1733–1763 |
Friedrich Christian |
| August II. bzw. Stanislaus I. (Gegenkönig) |
König von Polen Großherzog von Litauen 1733/36–1763 |
Stanislaus II. |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | August III. |
| ALTERNATIVNAMEN | Friedrich August II.; August der Fette; August der Sachse |
| KURZBESCHREIBUNG | König von Polen und Kurfürst von Sachsen |
| GEBURTSDATUM | 17. Oktober 1696 |
| GEBURTSORT | Dresden |
| STERBEDATUM | 5. Oktober 1763 |
| STERBEORT | Dresden |