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Jacques Nicolas Augustin Thierry (* 10. Mai 1795 in Blois; † 22. Mai 1856 in Paris) war ein französischer Historiker.
Er war einer der ersten, der höchsten Wert auf Quellenarbeit für seine Werke legte und durch einen lebendigen Schreibstil auffiel. Thierry edierte eine große Zahl mittelalterlicher Quellen. Es gab die Legende, er sei im Archiv beim intensiven Quellenstudium erblindet.
Augustin Thierry vertrat mit François Guizot die Auffassung, die Geschichte beruhe auf einer Abfolge von Klassenkämpfen.[1] Karl Marx nannte Thierry "le père des 'Klassenkampfes' in der französischen Geschichtsschreibung"[2]. In der thierryschen Version des Klassenkampfes kämpfte das Bürgertum, die Nachfahren der vor der germanischen Einwanderung nach Frankreich freien Kelten, gegen den Adel, die Nachfahren der fränkischen Eroberer. In der Französischen Revolution von 1789, so Thierry (und andere) befreiten sich die Bürger/Gallier von den Adeligen/Franken. Diese merkwürdige Verbindung des (bürgerlich-liberalen, nicht marxistischen) Klassenkampfes mit älteren mythischen Vorstellungen über eine gallische Urzeit, zu deren Verhältnissen man mit der Revolution und der Wiedergewinnung der "keltischen" Freiheit zurückkehrte, beherrschte die französische Geschichtsschreibung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, ähnliche Ideen vertrat u.a. Jules Michelet.
Inhaltsverzeichnis |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Thierry, Augustin |
| ALTERNATIVNAMEN | Thierry, Jacques Nicolas Augustin |
| KURZBESCHREIBUNG | französischer Historiker |
| GEBURTSDATUM | 10. Mai 1795 |
| GEBURTSORT | Blois |
| STERBEDATUM | 22. Mai 1856 |
| STERBEORT | Paris |