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Augusto Bernardino LeguĂa y Salcedo (* 19. Februar 1863 in Lambayeque, Peru; †7. Februar 1932 in Lima) war ein peruanischer Politiker, der zweimal das Präsidentenamt innehatte, von 1908 bis 1912 und von 1919 bis 1930.
Inhaltsverzeichnis |
LeguĂa y Salcedo wurde 1863 in Lambayeque als Sohn einer der fĂĽhrenden Familien der peruanischen Oligarchie geboren. Nach einer Ausbildung in ValparaĂso, Chile, diente er während des Salpeterkrieges von 1879 bis 1881 in der peruanischen Armee.
Nach dem Krieg zog er in die USA und hatte eine FĂĽhrungsposition bei der New York Insurance Company inne. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte LeguĂa groĂźen Reichtum angehäuft und entschied sich zur RĂĽckkehr nach Peru. Dort betrat er 1903 auf Drängen von Manuel Candamo, dem damaligen FĂĽhrer des Partido Civil sowie des Ministerpräsidenten JosĂ© Pardo die politische BĂĽhne. Er ĂĽbernahm das Amt des Finanzministers. Als JosĂ© Pardo 1904 zum Präsidenten aufstieg, wurde LeguĂa zum neuen Ministerpräsidenten. Er blieb bis 1907 in diesem Amt, als er zurĂĽcktrat, um fĂĽr die Präsidentschaftswahlen im folgenden Jahr zu kandidieren.
Im Jahre 1908 wurde LeguĂa als Nachfolger Pardos neuer Präsident (eine Abfolge, die sich im Jahre 1919 wiederholen sollte), nachdem er als Kandidat einer Allianz die Wahlen gewonnen hatte. Einige der ersten MaĂźnahmen befassten sich mit Reformen des Sozial- und Wirtschaftssystem. Dies stellte den Versuch dar, Peru zu industrialisieren und in eine moderne kapitalistische Gesellschaft umzuformen.
Am 29. Mai 1909 gelang es einer Gruppe von BĂĽrgern (Anhänger der Demokratischen Partei von Nicolás de PiĂ©rola), in den Regierungspalast einzudringen und dort den RĂĽcktritt LeguĂas zu verlangen. Unter den Eindringlingen waren der Bruder und die Söhne PiĂ©rolas. Da LeguĂa sich weigerte, zurĂĽckzutreten, wurde er von der Gruppe entfĂĽhrt und vor das Simon-Bolivar-Denkmal in Lima verschleppt. Auch dort gab er den Forderungen nicht nach, und die Polizei musste den Präsidenten unter Einsatz von Gewalt befreien; bei dem Kampf starben mehr als 100 Menschen.
Um die gleiche Zeit herum war Peru zudem in Grenzstreitigkeiten mit fĂĽnf seiner Nachbarn verstrickt. LeguĂa gelang es, zwei davon auf dem Verhandlungswege zu lösen, und zwar mit Bolivien und Brasilien.
Nachdem LeguĂas Amtszeit 1912 endete, folgte ihm Guillermo Billinghurst als Präsident nach, ein Millionär und Geschäftsmann, der zuvor BĂĽrgermeister von Lima gewesen war. In den folgenden Jahren reiste LeguĂa oft nach GroĂźbritannien und in die Vereinigten Staaten, wo er Bank- und Finanzmethoden kennenlernte, die er später auch in Peru anwenden sollte. Zu diesem Zeitpunkt kam es auch zum Streit LeguĂas mit dem Partido Civilista, der schlieĂźlich in seinen Parteiaustritt mĂĽndete.
Im Jahr 1919 strebte LeguĂa erneut nach dem Präsidentenamt. Da er befĂĽrchtete, dass der amtierende Präsident JosĂ© Pardo und das Parlament seinen Sieg nicht anerkennen wĂĽrden, lancierte LeguĂa einen erfolgreichen Militärputsch. Er löste den Kongress auf; das neue Parlament wählte ihn zum verfassungsgemäßen Präsidenten.
LeguĂa änderte die peruanische Verfassung und erlieĂź 1920 eine neue, die liberaler war als die vorhergehende und weitergehende bĂĽrgerliche Rechte (sowie eine unbegrenzte Zahl an Wiederwahlen des Präsidenten) vorsah. Obwohl er die neue Verfassung selbst in Kraft gesetzt hatte, ignorierte er sie weitgehend und errichtete eine Regierung diktatorischen Stil. Die Opposition wurde unterdrĂĽckt, und zahlreiche ihrer FĂĽhrer ins Exil geschickt. Der Prominenteste von ihnen war VĂctor RaĂşl Haya de la Torre, der im mexikanischen Exil 1924 die APRA grĂĽndete. Aus ihr entstand eine der aktivsten und stärksten Parteien des modernen Peru.
Zu den erfolgreichen Unternehmungen während LeguĂas zweiter Amtszeit gehörte ein Modernisierungsprogramm fĂĽr die Hauptstadt Lima. Zu den infrastrukturellen Verbesserungen, die durch Kredite finanziert wurden, gehörten Verbesserungen der Gesundheitsversorgung durch neue Krankenhäuser und der Bau von Abwasserleitungen. Der Regierungspalast wurde ebenfalls umgebaut, und neue Banken wie der Banco Central de Reserva del PerĂş und der Banco Hipotecario of Peru entstanden.
Zudem wurden Grenzverträge mit Kolumbien und Chile unterzeichnet:
Nach 11 Jahren an der Macht und unter dem Eindruck der Weltwirtschaftskrise, die fĂĽr Peru das Ende des Kapitalzuflusses bedeutete, wurde LeguĂa am 22. August 1930 von Luis Miguel Sánchez Cerro in einem Staatsstreich abgesetzt. LeguĂa wurde inhaftiert und wegen Veruntreuung angeklagt. Er verblieb im Gefängnis in Lima und verstarb am 6. Februar 1932 im Krankenhaus.
Präsidenten 1850–1899 | Eduardo LĂłpez de Romaña | Manuel Candamo | Serapio CalderĂłn | JosĂ© Pardo y Barreda | Augusto B. LeguĂa y Salcedo | Guillermo E. Billinghurst | Oscar R. Benavides | Manuel MarĂa Ponce Brousset | Luis Miguel Sánchez Cerro | Ricardo Leoncio ElĂas | Gustavo JimĂ©nez | David Samanez Ocampo | Manuel Prado y Ugarteche | JosĂ© Luis Bustamante y Rivero | Manuel Apolinario OdrĂa Amoretti | Präsidenten ab 1950
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | LeguĂa y Salcedo, Augusto B. |
| ALTERNATIVNAMEN | LeguĂa y Salcedo, Augusto Bernardino (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | peruanischer Präsident (1908–1912 und 1919–1930) |
| GEBURTSDATUM | 19. Februar 1863 |
| GEBURTSORT | Lambayeque, Peru |
| STERBEDATUM | 7. Februar 1932 |
| STERBEORT | Lima |