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Axel Honneth (* 18. Juli 1949 in Essen) ist ein deutscher Sozialphilosoph. Als exponierter Schüler Jürgen Habermas' ist er zugleich einer der wichtigsten lebenden Vertreter der „Frankfurter Schule“. Seit April 2001 ist Honneth geschäftsführender Direktor des traditionsreichen Instituts für Sozialforschung (IfS) an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.
Honneth ist Mitherausgeber der „Deutschen Zeitschrift für Philosophie“, des „European Journal of Philosophy“ und der Zeitschrift „Constellations“. Seit März 2007 ist er außerdem Präsident der Internationalen Hegel-Vereinigung.
Inhaltsverzeichnis |
Honneth studierte 1969–1974 Philosophie, Soziologie und Germanistik in Bonn und Bochum und schloss das Studium mit einem Magister in Philosophie ab. 1977 wurde er wissenschaftlicher Assistent am Institut für Soziologie der Freien Universität Berlin. Dort wurde er 1983 bei Urs Jaeggi mit der Arbeit „Foucault und die Kritische Theorie“ promoviert (später unter dem Titel „Kritik der Macht“ veröffentlicht). Es folgte ab 1983 eine Anstellung als Hochschulassistent am Fachbereich Philosophie der Goethe-Universität in Frankfurt am Main sowie eine parallele Tätigkeit als „Fellow“ am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
Im Juni 1990 habilitierte sich Honneth mit der Arbeit „Kampf um Anerkennung“ am Fachbereich Philosophie in Frankfurt. 1991 erhielt er seine erste C3-Professur für Philosophie an der Universität Konstanz, nur ein Jahr später erfolgte der Ruf auf eine Professur für politische Philosophie am Otto-Suhr-Institut der FU Berlin. Von September 1995 bis April 1996 war Honneth zudem Theodor-Heuss-Gastprofessor an der New School for Social Research in New York, bevor er 1996 als Professor für Philosophie an die Goethe-Universität in Frankfurt berufen wurde. Hier gehörte er auch dem Kollegium des berühmten „Instituts für Sozialforschung“, der Geburtsstätte der Kritischen Theorie, an. 1999 vertrat er für einige Monate den Spinoza-Lehrstuhl am Philosophy-Department der Universität Amsterdam. Es folgte die Berufung auf den Lehrstuhl für Philosophie mit dem Schwerpunkt Sozialphilosophie an der Universität Frankfurt. Im April 2001 wurde Honneth zum geschäftsführenden Direktor des Instituts für Sozialforschung bestellt.
Im Herbst 2011 wird er an der Columbia University lehren.[1]
Axel Honneth ist verheiratet mit der Journalistin Christine Pries.
Honneths Forschungsgebiet ist die Sozialphilosophie. Im Zentrum seiner Arbeiten steht eine an die Jenenser Schriften des jungen Hegels und den symbolischen Interaktionimus George Herbert Meads anknüpfende Theorie der Anerkennung, die er in seinem bekanntesten Buch, „Kampf um Anerkennung“, entfaltet. In seinem Werk „Verdinglichung“ versucht er diesen marxistischen Schlüsselbegriff anerkennungstheoretisch zu reformulieren. Ein verwandtes Thema Honneths ist, ähnlich wie bei Habermas, die Rekonstruktion der Moralität interpersoneller Beziehungen. Moralische Entwicklung setzt interpersonale Beziehungen voraus und in deren Zentrum stehen Anerkennungsbeziehungen. Unter dem Stichwort „Pathologien der Vernunft“ strebt Honneth die Vergegenwärtigung und Weiterentwicklung einer kritischen Gesellschaftstheorie im Sinne der Frankfurter Schule an. Er greift dabei explizit auf psychologische und psychoanalytische Theorien und die zeitgenössische soziologische Theorie und Sozialontologie zurück.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Honneth, Axel |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Philosoph |
| GEBURTSDATUM | 18. Juli 1949 |
| GEBURTSORT | Essen |