|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Strukturformel | |||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| | |||||||
| (S)-Azetidin-2-carbonsÀure (links) und (R)-Azetidin-2-carbonsÀure (rechts) | |||||||
| Allgemeines | |||||||
| Name | Azetidin-2-carbonsÀure | ||||||
| Andere Namen |
| ||||||
| Summenformel | C4H7NO2 | ||||||
| CAS-Nummer | 2133-34-8 [(S)-Azetidin-2-carbonsÀure] | ||||||
| Kurzbeschreibung |
beigefarbener Feststoff[1] | ||||||
| Eigenschaften | |||||||
| Molare Masse | 101,10 g·molâ1 | ||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||
| Schmelzpunkt | |||||||
| Löslichkeit |
5% in Wasser [2] | ||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||
| |||||||
| Soweit möglich und gebrÀuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen. | |||||||
(S)-Azetidin-2-carbonsÀure[3] ist eine nicht-kanonische α-AminosÀure aus der Gruppe der AzetidincarbonsÀuren, die sich von ihrem Analogon, der proteinogenen AminosÀure (S)-Prolin nur durch Ringverkleinerung um eine Methylengruppe unterscheidet. Sie ist ein toxischer Bestandteil der Rhizome einheimischer Maiglöckchen und wirkt hemmend auf das Pflanzenwachstum.[4] Die Azetidin-2-carbonsÀure besitzt ein stereogenes Zentrum, ist also chiral. Es gibt zwei Enantiomere: (S)-Azetidin-2-carbonsÀure und (R)-Azetidin-2-carbonsÀure. Letztere besitzt nur geringe Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis |
Neben der Stammsubstanz (S)-Azetidin-2-carbonsĂ€ure [Synonym: L-Azetidin-2-carbonsĂ€ure] in Maiglöckchen (Convallaria majalis) und ZuckerrĂŒben kommen in der Natur vor allem deren Derivate vor: MugineinsĂ€ure dient als Phytosiderophor und Nicotianamin ist in Soja-Sauce enthalten.
Das Maiglöckchen selbst kann aufgrund einer hochspezifischen Prolyl-tRNA-Synthetase den unkontrollierten Einbau von (S)-Azetidin-2-carbonsÀure [Synonym: L-Azetidin-2-carbonsÀure] in arteigene Proteine umgehen.[5]
Es sind mehrere Synthesen[6][7] fĂŒr (S)-Azetidin-2-carbonsĂ€ure sowie des Racemates[8] in der Literatur beschrieben. Generell können Azetidine durch Reduktion von ÎČ-Lactamen gewonnen werden. Derivate der AzetidincarbonsĂ€ure werden als Medikamente (ABT-594 als Nichtopioid-Analgetikum, Melagatran als Thrombin-Inhibitor), als Pflanzenschutzmittel sowie als Katalysatoren eingesetzt.[4] Die Synthese und Verwendung von (S)-Azetidin-2-carbonsĂ€ure-Derivaten als Katalysatoren in der enantioselektiven Boranreduktion prochiraler Ketone ist in der Literatur beschrieben.[9]