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Béchara el-Khoury

Dieser Artikel behandelt den Politiker, den libanesisch-französischen Komponisten Bechara El-Khoury (* 1957) siehe unter Bechara El-Khoury.
Béchara el-Khoury.
Syrisch-Libanesischer Gipfel Juli 1949. Von links: Muhsin al-Barazi, Husni az-Za'im, Riad as-Solh und El-Khoury

Bechara El Khoury (arabisch ‏بشارة الخوري‎‎; * 1890; † 1. Januar 1964), war der erste Präsident des Libanon. Er war vom 21. September 1943 bis zum 18. September 1952 (mit einer eintägigen Unterbrechung am 22. November 1943) im Amt. Zuvor war er zweimal libanesischer Ministerpräsident und zwar vom 5. Mai 1927 bis zum 10. August 1928 und dann vom 9. Mai bis 11. Oktober 1929.

Khoury war nichtstudierter Rechtsanwalt und gründete die Ad-Dustour-Partei und war ein Nationalist, der das französisches Völkerbundmandat streng ablehnte. Am 11. November 1943 wurde er durch Truppen des unbesetzten Vichy-Frankreich im Rashaya-Turm inhaftiert, zusammen mit Riad as-Solh (dem damaligen libanesischen Ministerpräsidenten), Pierre Gemayel, Camille Chamoun und einigen anderen Persönlichkeiten, welche die libanesische Politik nach der Unabhängigkeit dominieren sollten.

Massive Demonstrationen zwangen die französischen Truppen am 22. November 1943, die Inhaftierten freizulassen und der Tag wird bis heute als Unabhängigkeitstag gefeiert.

Khoury war maßgeblich am Entstehen des Nationalpaktes beteiligt, einer Vereinbarung zwischen christlichen und moslemischen Führern des Libanon, welche die Grundlage der heutigen Verfassungsstruktur des Landes bildet, obwohl dies in der Verfassung des Libanon bis zum Abkommen von Taif im Jahre 1989 nicht festgeschrieben wurde. In dem Pakt akzeptierten die Christen die Einreihung des Libanon in die Arabische Liga und stimmten zu, nicht den Schutz Frankreichs zu suchen und die Moslems akzeptierten den libanesischen Staat in seinen damaligen Grenzen und versprachen, nicht die Vereinigung mit dem benachbarten Syrien zu verlangen. Der Pakt verteilte - basierend auf dem Zensus von 1932 - die Sitze in der libanesischen Nationalversammlung in einem Verhältnis von sechs Christen zu fünf Moslems. Dieses Verhältnis wurde 1989 mit dem Abkommen von Taif auf 50:50 geändert. Am signifikantesten ist die Zuordnung der drei wichtigsten Verfassungseinrichtungen Präsident, Ministerpräsident und Parlamentssprecher jeweils zu den Maroniten, den Sunniten und Schiiten, den drei größten Konfessionen des Libanon.

Khourys Amtsjahre wurden von einem großen wirtschaftlichem Wachstum begleitet, aber der israelische Unabhängigkeitskrieg von 1948, in welchem Libanon an der Seite der Araber kämpfte, belastete die libanesische Wirtschaft mit den finanziellen Kosten und einigen hunderttausend palästinensischen Flüchtlingen. Diese Faktoren und die Verdächtigung von Korruption in Khourys Regierung verursachte Massenproteste, die ihn am 18. September 1952 zum Rücktritt zwangen. Sein Nachfolger war Camille Chamoun, obwohl zunächst Fouad Chehab für eine kurze Zeit die Amtsgeschäfte führte.

Schriften

  • Essai sur la théorie des preuves en droit musulman. Aperçu de droit comparé avec la législation française, Beyrouth, 1926.

Literatur

  • Joseph G. Chami: Le mandat Béchara el Khoury : 1943-1952, Beyrouth : Chemaly & Chemaly, 2002
Vorgänger Amt Nachfolger
Auguste Adib Pacha Premierminister des Libanon
5. Mai 1927 - 10. August 1928
Habib Pacha Es-Saad
Habib Pacha Es-Saad Premierminister des Libanon
9. Mai - 11. Oktober 1929
Émile Eddé
Petro Trad Präsident des Libanon
21. September 1943
Émile Eddé Präsident des Libanon
23. September 1943 - 19. September 1952
Fouad Chehab (amtsführend)
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