Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Babington-Verschwörung

Der Brief an Babington

Die Babington-Verschwörung (auch Babington-Komplott) ist die Bezeichnung für eine katholische Verschwörung im Jahr 1586, die das Ziel hatte, die protestantische englische Königin Elisabeth I. zu ermorden und Maria Stuart aus dem Gefängnis in Chartley Hall zu befreien, um sie auf den englischen Thron zu bringen. Die Verschwörer vertrauten darauf, das Philipp II. von Spanien und die katholische Liga in Frankreich sie unterstützen würden. Obwohl Anthony Babington als Namensgeber genannt wird, gilt als eigentlicher Drahtzieher der Verschwörung John Ballard.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

Maria Stuart
Nach Maria Stuarts Abdankung in Schottland 1567, kam sie in die Obhut von Elisabeth I.. Ab diesem Zeitpunkt gab es zahlreiche Verschwörungen und Intrigen die die Herstellung der katholischen Macht in England zum Ziel hatten. Aufgrund dieser Bedrohungen stand sie 18 Jahre in erster Linie unter der Aufsicht des Earls of Shrewsbury. Ab 1580 wurde die Kontrolle Amyas Paulet[1] übertragen.

1584 kam es zur Throckmorton-Verschwörung. Als Nachwirkung verfassten Sir Francis Walsingham und William Cecil, 1. Baron Burghley, den Bond of Association.[2] Hierin wurden alle Unterzeichner verpflichtet, jeden der versucht den Thron an sich zu reißen oder ein Attentat auf die Königin plant oder erfolgreich durchführt, zu exekutieren.[3] Auch Maria unterzeichnet diesen Bond. Im folgenden Jahr verabschiedete das Parlament auf Grundlage dieses Bond das entsprechende Gesetz.

Als weitere Veränderung nach der Verschwörung wurde die Bewachung und Überwachung von Maria Stuart verschärft. Jetzt wurden auch ihre Besuche, sowie ihre Korrespondenz genau überwacht. Des Weiteren wurde sie am 24. Dezember von Tutbury nach Chartley verlegt.[4]

Die Verschwörer

Der Kern der Gruppe bestand aus:

  • Anthony Babington
  • John Ballard
  • John Savage
  • Thomas Salisbury (oder Salesbury); er war das Mündel vom Robert Dudley, 1. Earl of Leicester und hatte damit Zugang zu Elisabeth I..[5]
  • Edward Albington[6]
  • Chidiock Tichborne [7]
  • Charles Tilney; er war der Cousin von Edmund Tilney, dem Zeremonienmeister der Königin.[6]

Später schlossen sich noch weitere Personen der Verschwörung an. Dies waren u.a.

  • Edward Windsor; der jüngere Bruder des Lord Windsors
  • Edward Jones; sein Vater war Schneider von Maria Stuart
  • Henry Donne (oder Henry Donn)
  • Robert Gaga
  • John Travers
  • John Charncock
  • Sir Thomas Gerald; er wurde von der Regierung verdächtigt, an der Verschwörung beteiligt zu sein, war Abgeordneter von Lancashire.[6]

Gilbert Gifford war auch Mitglied der Verschwörergruppe, aber er hatte ganz andere Ziele. Er war ein Doppelagent im Dienste von Sir Francis Walsingham.

Sir Francis Walsingham
Das gefährliche an dieser Verschwörung war, das die Verschwörer aus dem Umkreis der Königin Elisabeth kamen und damit mir Ihr in Kontakt treten konnten. Somit war das Leben der Königin durchaus in Gefahr. Dies war die erste Verschwörung die nicht von außerhalb geführt wurde, sondern von jungen katholischen Höflingen.

Durchführung

Das erste Ziel war Maria Stuart zu befreien. Dies geschah in erster Linie durch Briefe, die mit Ihr ausgetauscht wurden. Seit dem letzten Versuch Maria zu befreien, wurden nicht nur die Besucher kontrolliert, sondern auch Ihre Post überwacht. Es war deshalb notwendig, die Briefe anderem Wege zu ihr kamen. Hier kam Gilbert Gifford ins Spiel. Cartley, das jetzt Marias Gefängnis war, wurde von einem Brauer aus Burton beliefert. In seinen Fässern wurde erst ohne sein wissen die Briefe im einer ausgehöhlten Spund geschmuggelt.[8]Sie waren mit einem Nomenklator verschlüsselt waren. Gillford leitete die Briefe nicht direkt an Maria weiter, sondern an Francis Walsingham, dem Sicherheitsminister von Elisabeth. Da die Briefe verschlüsselt waren, stellte Walsingham den erfahrenen Codeknacker Thomas Phelippes als Geheimsekretär ein, dem die Entzifferung der Nachrichten mit Hilfe der Häufigkeitsanalyse gelang.

Der Postdienst war wie folgt organisiert. Gifford bekam einen Brief und übergab ihn Walsingham. Walsingham ließ den Brief abschreiben und entschlüsseln. Danach wurde es mit einem schnellen Boten nach Chartley gebracht und dort Paulet übergeben. Der gab den Brief an Gifford und dieser dann an den Bierbrauer, der die Brief in dem Fass versteckte. So gelangte die Briefe zu Maria.[8]

Als Walsingham von dem Komplott erfuhr, ließ er den Schriftverkehr beobachten. Er verfolgte damit mehrere Ziele. Zum einen wollte er die Namen von möglichst allen Mitverschwörern erfahren und zum anderen, Maria Stuart zu einer zu unbedarften Äußerung veranlassen.

17. Juli 1586 hatte er dann alles was er brauchte. Maria antwortete auf einen Brief von Babington. Walsingham veranlasste Phelippes den Brief um folgenden Zusatz zu erweitern:

I will be glad to know the names and qualities of the six gentlemen, which are to accomplish the designment [the murder of the queen]

Er wollte damit Babington veranlassen, seine Mitverschwörer namentlich zu nennen. Die List schlug fehl, aber Walsingham hatte schon genug Beweise.

Verhaftung und Prozess

Darstellung eines Treffen in St. Giles Fields
Anfang August 1586 schlug Walsingham zu. Zuerst wurde Ballard verhaftet. Babingham veranlasste darauf Savage den Plan in die Tat umzusetzen[9] und floh, um sich selber der Verhaftung zu anziehen. Er versteckte sich mit mehreren Begleitern im Haus der Familie Bellamy und wurde 30. August[10] festgenommen.

Alle Verschwörer wurden drei Tage, vom 13. bis zum 15. September verhört[11] und gestanden die Tat voll; bis auf Ballard wurde keiner gefoltert. Sie schob sich gegenseitig die Schuld zu. Mitte September wurde der Prozess eröffnet. Alle wurden für schuldig des Hochverrates befunden. Babington[12], Ballard, Savage und vier weitere Verschwörer wurden am 20. September 1586 hingerichtet. Von Babington, Ballard und Savage ist bekannt, das sie Hanged, drawn and quartered wurden. Elisabeth war nach den Schilderungen der Hinrichtungen so entsetzt, das sie für den nächsten Tag, an dem weitere sieben Verschwörer hingerichtet werden sollten, eine schnellere Hinrichtung befahl.[13]

Chidiock Tichborne schrieb im Tower vor seiner Hinrichtung ein Gedicht. Die letzte Strophe kann als eine Epitaph für alle Verschwörer gesehen werden.

I sought my death and found it in my womb,
I looked for life and saw it was a shade;
I trod the earth and knew it was my tomb,
And now I die, and now I was but made.
My glass is full, and now my glass is run,
And now I live, and now my life is done.

Nachwirkungen

Nach der Aufdeckung der Verschwörung wurde die Situation für Maria Stuart immer bedrohlicher. Walsingham setzte alles daran auch sie aufgrund des vom Parlament verabschiedeten Gesetzes anzuklagen und hinzurichten. Ende September 1586 wurden sie nach Fotheringhay gebracht. Am 25. Oktober wurde sie des Hochverrates für schuldig befunden, weil sie an der Babington-Verschwörung beteiligt war. Bis heute ist nicht geklärt, ob die Briefe tatsächlich von Maria Stuart stammen. So gesteht zum Beispiel in dem analytischen Drama "Maria Stuart" von Friedrich Schiller einer ihrer Diener, Kurl, die Briefe gefälscht zu haben. Erst am 1. Februar 1587 wurde die Hinrichtungsurkunde von Elisabeth unterzeichnet. Am 8. Februar wurde sie in Anwesenheit von Adeligen und anderen von geringerem Rang [14]enthauptet.[15]

Einzelnachweise

Referenz-Fehler: Ungültige <references>-Verwendung: Es ist kein zusätzlicher Text erlaubt, verwende ausschließlich <references />.

Literatur

  • Penry Williams, Babington, Anthony (1561–1586), Oxford Dictionary of National Biography, Oxford University Press, 2004 gesehen am 1. März 2012
  • Michel Duchein: Maria Stuart; Die Biographie. Albertros, 2003, ISBN 3-491-96097-5, S. 397 ff.
  • John E. Neale: Elisabeth I. Königin von England. Diederichs, 1995, ISBN 3-424-01226-2, S. 305 ff.

Weblinks


Referenz-Fehler: Einzelnachweisfehler: „<ref>-Tags existieren, jedoch wurde kein <references />-Tag gefunden.“

Hinweis: Hierzu kann es auch kommen, wenn eine Referenz nicht korrekt geschlossen wurde – also ein </ref> oder der schließende Schrägstrich in einem Verweis auf eine benannte Referenz (<ref name="xxx" />) fehlt.
Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.