|
|
Lexikon auf Ihrer Homepage |
|
Lexikon als Lesezeichen hinzufügen |
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| |
| |
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Thüringen | |
| Landkreis: | Weimarer Land | |
| Höhe: | 140 m ü. NN | |
| Fläche: | 10,61 km² | |
| Einwohner: |
2.973 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 280 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 99516–99518 | |
| Vorwahl: | 036461 | |
| Kfz-Kennzeichen: | AP | |
| Gemeindeschlüssel: | 16 0 71 004 | |
| Stadtgliederung: | 4 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Markt 1 99518 Bad Sulza | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Johannes Hertwig (CDU) | |
| Lage der Stadt Bad Sulza im Landkreis Weimarer Land | ||
Bad Sulza ist eine Landstadt und staatlich anerkanntes Heilbad im Norden des thüringischen Landkreises Weimarer Land, am Fluss Ilm gelegen. Man nennt die Gegend auch Thüringer Toskana. Der Kurort liegt am Rande der Saale-Unstrut-Region, des wichtigsten Weinanbaugebietes Ostdeutschlands, im Bäderdreieck Bad Bibra–Bad Kösen–Bad Sulza.
Inhaltsverzeichnis |
Der Ort liegt im und am Ilmtal und ist von Berghängen umgeben, die zu den Ausläufern des Höhenzuges Finne und zur Muschelkalkformation der Ilm-Saale-Platte gehören.
Bad Sulza entstand durch die Zusammenlegung der benachbarten Orte Stadtsulza (heutiges Stadtzentrum), Dorfsulza (im Tal rechts der Ilm) und Bergsulza (oberhalb des Tals an der Camburger Straße). Des Weiteren gehört die aus einer Saline hervorgegangene Siedlung Oberneusulza unterhalb im Ilmtal zu Bad Sulza, während Unterneusulza bereits im Gebiet der Gemeinde Großheringen liegt. Zudem ist der nördlich gelegene Ort Sonnendorf Teil Bad Sulzas. Die Hauptsatzung führt Stadtsulza (als Stadtmitte), Dorfsulza und Bergsulza als Stadtteile sowie Sonnendorf als Ortsteil, während Oberneusulza dort keinen offiziellen Status hat.[2]
Die Siedlung Sulza wurde erstmalig zwischen 881 und 889 in einem Zehntregister des Klosters Hersfeld als Salzacha erwähnt. Von der Burg Sulza ist wenig überliefert. Ein Flurname "Altenburg" deutet noch darauf hin. Ein Edelhof lag links der Ilm, den landgräfliche Ministerialen bewohnten. Auf Grund der strategisch wichtigen Lage an der "via regia" geht man davon aus, im 10.Jahrhundert durch einen königlichen Burgward mit seinem Gefolge die Königstraße kontrolliert und überwacht zu haben. Wilhelm der III., Graf von Weimar bezeichnete sich 1009–1039 als Graf von Sulza. Von 1182 bis in das 16. Jahrhundert sind Ministerialen des Landgrafen von Thüringen nachgewiesen. Es wurden auch die Brüder Hermann und Heinrich von Sulza genannt. Die Burg wurde demnach Mittelpunkt des Burgwardbezirkes. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts haben spanische Truppen die Stadt verwüstet. Die Befestigungsanlagen wurden nicht wieder aufgebaut.[3][4][5]
Am 5. Dezember 1064 gewährte König Heinrich IV. dem Pfalzgrafen Friedrich von Sachsen für den Ort Sulza das Markt-, Zoll- und Münzrecht sowie das Recht, Salz zu sieden.
Der Weinanbau ist seit 1195 in Sulza nachgewiesen, aber wahrscheinlich viel älter.[6]
Im frühen Mittelalter bestand nur ein Ort Sulza. Später entwickelte sich eine Siedlung aus deutlich voneinander getrennten Teilen: Stadtsulza, Dorfsulza, Bergsulza, Oberneusulza und Unterneusulza. Auf dem westlichen Ausläufer des Herlitzberges wurde dann in Bergsulza zur Sicherung der Salzproduktion und des Abtransportes Richtung Osten nach Schmiedehausen, Camburg, um bei Wetzdorf auf die Regensburger Straße zu treffen, eine Burg zum Schutz errichtet.[7] Anstelle dieser in Bergsulza damals vorhandenen Burg wurde schon im 11. Jahrhundert vom Pfalzgrafen Friedrich II. von Sachsen ein Chorherrenstift errichtet. Das Kloster befand sich an der Stelle des noch erhaltenen Herrenhauses aus dem 19. Jahrhundert, in dem sich heute die Jugendherberge befindet.[8].
Im Jahre 1584 wurde Sulza von der Pest heimgesucht. 1593 erhielt der Ort die niedere Gerichtsbarkeit. 1613 wurde die Stadt von der Thüringer Sintflut heimgesucht. Der Siedebetrieb des Salzwerks wurde 1625 vom Oberaufseher Johann Agricola ins neugegründete Unterneusulza an die Ilmmündung verlegt und die Strohgradierung eingeführt. 1640 plünderten schwedische Truppen die Stadt. 1714 kam es zu einem Großbrand, der fast die gesamte Stadt in Schutt und Asche legte. 1752 begann durch die Übernahme des Freiherrn von Beust eine neue Epoche für das Salzwerk, der dieses zu neuer Blüte führte. 1846 erhielt die Stadt mit dem Bau einer Eisenbahnstation Anschluss an die Thüringer Bahn. Das Jahr 1847 wird als das Jahr der Gründung des Solbades angesehen.
Im Jahre 1907 entstand aus dem Zusammenschluss von Dorfsulza (1895: 634 Einwohner) und Stadtsulza (1895: 2301 Einwohner) die Stadt Bad Sulza. 1923 erfolgte die Eingemeindung von Bergsulza und Oberneusulza. Unterneusulza blieb bis 1949 selbständig, als es in Großheringen eingemeindet wurde.
Von 1933 bis 1937 unterhielt das Thüringer Ministerium des Innern[9] in dem ehemaligen Kurhotel "Zum Großherzog" ein Konzentrationslager, das die Nachfolge vom KZ Nohra antrat. Die Bewachung ging 1936 von der SA auf die SS über. Ca. 1000 Häftlinge wurden dort interniert und zu Arbeiten im Steinbruch und Straßenbau eingesetzt. Die Häftlinge aus Bad Sulza wurden 1937 in das KZ Buchenwald überführt. Seit 1940 wurde zunächst in einem ehemaligen Gasthaus und später in einem Barackenlager das Kriegsgefangenenstammlager (STALAG) IXC eingerichtet, in dem über 42.000 Gefangene verschiedener Nationalitäten erfasst und zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Von ihnen fanden mindestens 442 den Tod, die meisten waren sowjetische Gefangene, die in einem Sterbelager im Brühl an Typhus zugrunde gingen.
Bad Sulza ist die "erfüllende Gemeinde" für die Orte:
Das Stadtwappen von Bad Sulza in seiner heutigen Form entstand 1907. In dem Jahr schlossen sich Stadtsulza und Dorfsulza zu Bad Sulza zusammen.
Es zeigt auf der linken Seite das bisherige Wappen von Stadtsulza, den Heiligen Mauritius, der als Schutzpatron der Salzsieder gilt. Der Mohr im Stadtwappen von Sulza ist schon sehr früh nachgewiesen und findet sich schon im ältesten bekannten Siegel aus dem Jahre 1567. Auf der rechten Seite zeigt das Wappen eine goldene Linde auf schwarzem Grund, das bisherige Wappen von Dorfsulza, welches seit 1810 nachgewiesen ist.
Partnerstädt sind Bad Camberg in Hessen und Duszniki-Zdrój in Polen. Städtefreundschaften unterhält Bad Sulza zu Hatten in Niedersachsen, zu Bad Feilnbach in Bayern sowie zu Chambray-les-Tours in Frankreich.
Bad Sulza hat einen Bahnanschluss an der Thüringer Bahn (Erfurt–Halle) und der Pfefferminzbahn (Straußfurt–Sömmerda–Großheringen–Naumburg).
Apolda | Auerstedt | Bad Berka | Bad Sulza | Ballstedt | Bechstedtstraß | Berlstedt | Blankenhain | Buchfart | Buttelstedt | Daasdorf a. Berge | Döbritschen | Eberstedt | Ettersburg | Flurstedt | Frankendorf | Gebstedt | Großheringen | Großobringen | Großschwabhausen | Hammerstedt | Heichelheim | Hetschburg | Hohenfelden | Hopfgarten | Isseroda | Kapellendorf | Kiliansroda | Kleinobringen | Kleinschwabhausen | Klettbach | Ködderitzsch | Kranichfeld | Krautheim | Kromsdorf | Lehnstedt | Leutenthal | Liebstedt | Magdala | Mattstedt | Mechelroda | Mellingen | Mönchenholzhausen | Nauendorf | Neumark | Niederreißen | Niederroßla | Niedertrebra | Niederzimmern | Nirmsdorf | Nohra | Oberreißen | Obertrebra | Oettern | Oßmannstedt | Ottstedt a. Berge | Pfiffelbach | Ramsla | Rannstedt | Reisdorf | Rittersdorf | Rohrbach | Saaleplatte | Sachsenhausen | Schmiedehausen | Schwerstedt | Tonndorf | Troistedt | Umpferstedt | Vippachedelhausen | Vollersroda | Wickerstedt | Wiegendorf | Willerstedt | Wohlsborn