Suche im Lexikon
Lexikon auf Ihrer Homepage Lexikon als Lesezeichen hinzufügen

Bahnhof Jena Paradies

Jena Paradies
Bahnhof Jena Paradies 01.jpg
Bahnsteige des Bahnhofs
Daten
Kategorie 3
Betriebsart Haltepunkt
Bahnsteiggleise 2
Reisende 3.500 pro Tag
AbkĂĽrzung UJP
Eröffnung 30. April 1874
Profil auf Bahnhof.de Nr. 3043
Lage
Stadt Jena
Land ThĂĽringen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 55′ 30″ N, 11° 35′ 16″ O50.92511.5877777778Koordinaten: 50° 55′ 30″ N, 11° 35′ 16″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Thüringen
i1i3i7i10i12i14i16i16i16i18

Der Bahnhof Jena Paradies ist der Fernverkehrsbahnhof der kreisfreien Stadt Jena in Thüringen. Unter betrieblichen Gesichtspunkten handelt es sich um einen Haltepunkt. Er liegt an der Saalbahn und wird sowohl von der ICE-Linie Berlin–München als auch von den Nahverkehrszügen in und aus Richtung Naumburg (Saale), Saalfeld (Saale) und Pößneck bedient. Benannt wurde er nach dem angrenzenden gleichnamigen Park am östlichen Saaleufer.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Bahnhof Jena Paradies liegt am südlichen Rand der Jenaer Innenstadt auf einem schmalen Streifen zwischen dem Stadtring im Westen und der Saale im Osten. Vor dem Bahnhof befinden sich zwei Straßenbahnhaltestellen sowie der örtliche Busbahnhof, so dass Anschluss an zahlreiche Linien des ÖPNV besteht.

Geschichte

Die Inbetriebnahme des Haltepunktes Jena Paradies bei Streckenkilometer 27,3 war am 15. Oktober 1880.[1] Bis 1999 diente er als zentral gelegener Haltepunkt ausschlieĂźlich dem Nahverkehr, Fernverkehrshalt der Saalbahn war der im Norden gelegene Saalbahnhof. Im September 1996 hatten sich die Jenaer Stadtverordneten fĂĽr Jena Paradies als neuen ICE-Haltepunkt entschieden, da Saalbahnhof zu dezentral gelegen erschien. Geldmangel bei der Deutschen Bahn AG fĂĽhrten dann zu Verzögerungen und den Bau eines provisorischen Haltepunktes.[2] Der wurde sĂĽdlich der alten Lage 1998/1999 fĂĽr etwa zwei Millionen DM gebaut. Die Inbetriebnahme der beiden hölzernen Behelfsbahnsteige folgte am 26. September 1999, als der Halt der ICE-ZĂĽge der Linie Berlin–Leipzig–MĂĽnchen vom Saalbahnhof dorthin verlegt wurde. [1]

Am 1. März 2002 wurde die Bau- und Finanzierungsverträge fĂĽr den neuen ICE-Bahnhof zwischen der Deutschen Bahn AG, dem Land ThĂĽringen und der Stadt Jena unterzeichnet. FĂĽr 16,1 Millionen Euro sollte die neue Station den bestehenden Regionalbahnhof ab 2004 ersetzen.[3]

Im Zuge des 2003 begonnenen Umbaus wurde der Altbau des Bahnhofes aufgegeben, da der bestehende Inselbahnsteig nicht ĂĽber die fĂĽr den ICE-Betrieb erforderlichen 370 m Länge verfĂĽgte. Der Neubau des DoppelauĂźenbahnsteigs zwischen km 27,0 und 27,4 erfolgte entlang der vorhandenen Bahntrasse unter laufendem Bahnbetrieb.

Die neue Station wurde zum kleinen Fahrplanwechsel im Sommer 2005 in Betrieb genommen. Die Fertigstellung erfolgte ein halbes Jahr später als geplant. Die offizielle Einweihung wurde am 18. Juni 2005 gefeiert.[4] Die Baukosten lagen bei etwa 21 Millionen Euro.[4]

Während der Planungs- und Bauphase wurden fĂĽnf Jahre lang provisorische Holzbahnsteige genutzt.[4] Die zwischen der alten Bahnsteiglage und dem Felsenkeller gelegenen und längsseitig mit den späteren Neubauten ĂĽbereinstimmenden Ăśbergangs-Bahnsteiganlagen wurden ab dem 4. März 2006 innerhalb einer Woche abgetragen und entsorgt.

Anlagen

Der Bahnhof, welcher betrieblich als Haltepunkt eingestuft ist, besteht aus zwei gegenĂĽberliegenden, 370 Meter langen Bahnsteigen, welche jeweils auf einer Länge von 117 Metern ĂĽberdacht sind.[4] Sie befinden sich auf einem Damm, aufgrund des umgebenden Platzmangels liegen ebenerdig unter ihnen Räume, die zwei Fahrkartenausgaben der Deutschen Bahn sowie eine Bäckereifiliale, welche neben Backwaren auch Zeitungen und weitere Produkte fĂĽr den Reisebedarf anbietet, beherbergen. Die benachbarten Toiletten können während deren Ă–ffnungszeiten benutzt werden. Diese Räumlichkeiten erstrecken sich ĂĽber eine Länge von 63 Metern. Der Bahndamm wird im Bereich neben den Service- und Verkaufsstationen durch eine UnterfĂĽhrung durchbrochen. Somit wurde eine Durchgängigkeit zwischen Stadt und Park geschaffen.

Gesamtplaner des Projekts war Michael Hanka, zunächst unter IFB Dr. Braschel AG, ab 2004 mit dem eigenen BĂĽro Hanka & Nolte Architekten.

Reisende, die zur Holzlandbahn (Erfurt–Weimar–Gera), der zweiten durch Jena verlaufenden Bahnstrecke, umsteigen wollen, mĂĽssen den etwa 800 Meter entfernt liegenden Bahnhof Jena West nutzen oder alternativ am wenige Kilometer sĂĽdlich gelegenen Bahnhof Jena-Göschwitz umsteigen.

<div style="float:left; width:15px; height:11px;" />Ein ICE in Doppeltraktion im Bahnhof Jena Paradies macht die Größenverhältnisse deutlich (das Bahnhofsgebäude befindet sich im zweiten Bildviertel von links)

Bedeutung

Lage des Bahnhofs im Stadtgebiet

Der Bahnhof stellt nach dem Wegfall des Fernverkehres auf der Mitte-Deutschland-Verbindung und den damit verbundenen Halten in Jena West und Göschwitz die einzige Möglichkeit dar, FernreisezĂĽge ohne vorheriges Umsteigen benutzen zu können. Dennoch steht er mit einer durchschnittlichen Frequentierung von täglich etwa 3500 Reisenden nur an zweiter Stelle nach dem Jenaer Westbahnhof. Dies resultiert im Wesentlichen aus seiner geringeren Bedeutung fĂĽr den Pendler-Nahverkehr.

Verkehr

Linie Verlauf Takt
ICE 28 Berlin – Lutherstadt Wittenberg – Leipzig – Jena Paradies – Bamberg – Nürnberg – Augsburg – München Zweistundentakt
ICE 28 Berlin – Halle (Saale) – Naumburg (Saale) – Jena Paradies – Nürnberg – Ingolstadt – München Zweistundentakt
IC 28 Warnemünde – Rostock – Berlin – Leipzig – Jena Paradies – Nürnberg – Augsburg – München Einzelne Züge
RE 42 Jena Saalbf – Jena Paradies – Saalfeld (Saale) – Probstzella – Kronach – Lichtenfels Zweistundentakt
RB 19 Naumburg (Saale) – Camburg (Saale) – Jena Paradies – Orlamünde – Saalfeld (Saale) Zweistundentakt
RB 19 Großheringen – Camburg (Saale) – Jena Paradies – Orlamünde – Saalfeld (Saale) Zweistundentakt
RB 52 Jena Saalbf – Jena Paradies – Orlamünde – Pößneck unt Bf Zweistundentakt

Abseits der Taktverbindungen verbinden einzelne ZĂĽge Jena Paradies mit:

Im Jahr der Inbetriebnahme der neuen Anlage, im Jahr 2005, wurde die Station von ICE-ZĂĽgen im Zwei-Stunden-Takt, einzelnen Wochenend-Intercites sowie 70 Regionalbahnen pro Tag bedient.[4]

Mit der Fertigstellung der Neubaustrecken Halle/Leipzig–Erfurt und Erfurt–Ebensfeld(–Nürnberg) (2017) sollen (Stand: September 2010) nur noch einzelne ICE-Züge in Tagesrandlage über Jena geführt werden.[5]

Trivia

  • Der im Jahre 1954 in Jena geborenen deutsche Maler Werner BĂĽttner zeigte 2011 im Kunstverein in Hamburg seine Ausstellung Die erlösende Eloquenz erprobter Dinge - Jena Paradies Revisited. Werner BĂĽttner.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. ↑ a b  Werner Drescher: Die Saalbahn – Die Geschichte der Eisenbahn zwischen GroĂźheringen, Jena und Saalfeld. EK-Verlag, Freiburg 2004, ISBN 3-88255-586-6.</span>, S. 141
  2. ↑  Werner Drescher: Die Saalbahn – Die Geschichte der Eisenbahn zwischen GroĂźheringen, Jena und Saalfeld.</span>, S. 143
  3. ↑ Meldung 10-Jahres-Vertrag mit ThĂĽringen. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 4/2002, ISSN 1421-2811, S. 163.
  4. ↑ a b c d e Meldung ICE-Station Jena Paradies. In: Eisenbahn-Revue International, Heft 8–9/2005, S. 359.
  5. ↑ Tino Zippel: Neue ICE-Trasse: Sprinter sollen nicht in Erfurt halten. In: Thüringer Allgemeine, 20. September 2010.
Impressum AGB Datenschutz KundenserviceMediadatenfreenet AGJobsSitemap
gekennzeichnet mit
JUSPROG e.V. - Jugendschutz
freenet ist Mitglied im JUSPROG e.V.