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| Annaberg-Buchholz unt Bf–Flöha
<tr><td valign="top" colspan="2"> Ausschnitt der Streckenkarte Sachsen von 1902 </td></tr><tr><td valign="top">Kursbuchstrecke (DB):</td><td>517</td></tr><tr><td valign="top">Streckennummer:</td><td>6644; sä. AF</td></tr><tr><td valign="top">Streckenlänge:</td><td>43,51 km</td></tr><tr><td valign="top">Spurweite:</td><td>1435 mm (Normalspur)</td></tr><tr><td valign="top">Streckenklasse:</td><td>C4[1]</td></tr><tr><td valign="top">Maximale Neigung:</td><td> 15,4 ‰</td></tr><tr><td valign="top">Minimaler Radius:</td><td>170 m</td></tr><tr><td valign="top">Höchstgeschwindigkeit:</td><td>80 km/h</td></tr>
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Die Bahnstrecke Annaberg-Buchholz unt Bf–Flöha (auch: Zschopautalbahn) ist eine Nebenbahn in Sachsen. Sie schließt in Annaberg-Buchholz unt Bf an die Bahnstrecke Vejprty–Annaberg-Buchholz unt Bf an und führt im Zschopautal über Wolkenstein und Zschopau nach Flöha. Sie gehört seit 2001 zum DB-Regionetz Erzgebirgsbahn.
Inhaltsverzeichnis |
Mitte des 19. Jahrhunderts war Annaberg noch eine der größten Städte Sachsens. Annaberger Bürger gründeten ein „Eisenbahncomitee“, das fortan für einen Anschluss an das noch im Entstehen begriffene Eisenbahnnetz kämpfte. Erste Untersuchungen für eine Bahnverbindung zwischen Chemnitz und Annaberg begannen 1858. Zu dieser Zeit besaß Chemnitz schon Bahnanschluss durch die Niedererzgebirgische Staatsbahn mit den Strecken Riesa–Chemnitz und Zwickau–Chemnitz. Ein anderer möglicher Ausgangspunkt für eine Bahn nach Annaberg war auch Schwarzenberg, das seit 1858 Endpunkt der Obererzgebirgischen Bahn war.
Letztlich entschied sich die sächsische Regierung für Chemnitz als Ausgangspunkt. Uneinigkeit bestand zunächst noch über die Streckenführung. Zur Debatte standen die Varianten einerseits über Flöha und Zschopau durch das Zschopautal, andererseits auf direkterem Wege über Thum und Ehrenfriedersdorf. Ausschlaggebend für die 1860 genehmigte Streckenführung im Zschopautal war letztlich die dort angesiedelte Industrie, die ein höheres Verkehrsaufkommen versprach.
Am 3. September 1862 begann der Bau der Strecke als Chemnitz-Annaberger Staatseisenbahn, am 1. Februar 1866 wurde sie eröffnet.
Der Abschnitt zwischen Flöha und Chemnitz wurde 1869 Teil der Strecke (Dresden–)Freiberg–Chemnitz(–Werdau).
Seit 1. Januar 2002 gehört die Strecke zum DB RegioNetz Erzgebirgsbahn. Im Reiseverkehr gilt seitdem der Tarif des Verkehrsverbundes Mittelsachsen.
2007 wurde der Abschnitt Annaberg-Buchholz unt Bf – Erdmannsdorf-Augustusburg wegen umfangreicher Modernisierungsarbeiten von April bis Dezember gesperrt. Als Ersatz verkehrten Busse.
Bauschwerpunkt war die zweite Baustufe des elektronischen Stellwerks Annaberg-Buchholz. In Wolkenstein, Zschopau und Hennersdorf wurden Stellrechner installiert. Seit Abschluss wird der gesamte Zugbetrieb von Annaberg-Buchholz aus gesteuert. Es wurden 16 Bahnübergänge geändert, einige Bahnhöfe umgebaut, Brücken saniert und Gleise erneuert.
Zudem wurden in Flöha-Plaue und Zschopau Ost neue Haltepunkte errichtet; der Bahnhof Schönfeld-Wiesa wurde durch den ortsnahen Haltepunkt Wiesa ersetzt. An den übrigen Stationen wurden die Bahnsteige modernisiert und barrierefrei gestaltet.[2]
Alle Personenzüge der Zschopautalbahn verkehren derzeit mit Dieseltriebwagen der Baureihe 642. Die Linie ist über Flöha hinaus nach Chemnitz durchgebunden, wo weitere Anschlüsse ins Umland bestehen. Die Züge verkehren täglich mindestens alle zwei Stunden, im Abschnitt von Chemnitz Hbf bis Annaberg-Buchholz unterer Bf wochentags fast stündlich. Am Wochenende verkehrte bis 2011 ein Ausflugszug unter der Liniennummer RE28 direkt von und nach Leipzig.
Die Strecke Annaberg-Buchholz–Flöha hat ihren Nullkilometer im Bahnhof Annaberg-Buchholz unt Bf am ursprünglichen Streckenende der Chemnitz-Annaberger Bahn. Von dort verläuft sie zunächst an der orografisch rechten Talflanke der Sehma zum früheren Bahnhof Schönfeld-Wiesa. Ab hier folgt sie ununterbrochen talwärts der Zschopau, wobei sich diese hinter Wiesa zusammen mit der Strecke durch ein enges, von steil aufragenden Felspartien gesäumtes Flusstal schlängelt. Auf diesem landschaftlich anspruchsvollen Abschnitt überquert die Strecke mehrmals den Fluss, unterquert vor Zschopau die vierspurig ausgebaute Bundesstraße 174 und folgt ab Witzschdorf endgültig dem rechten Flussufer. In Flöha mündet sie in die von rechts herannahende Hauptbahn Dresden–Werdau ein.
Der Bahnhof Annaberg-Buchholz unt Bf ist der ursprüngliche Endpunkt der Chemnitz-Annaberger Bahn. Die ehemals ausgedehnten Anlagen des Bahnhofs wurden im Zuge der Streckensanierung auf nur noch zwei Gleise zurückgebaut. Das repräsentative Empfangsgebäude ist heute ungenutzt und verfällt.
Der heute aufgelassene Bahnhof Schönfeld-Wiesa war früher Spurwechselbahnhof zur Schmalspurbahn Schönfeld-Wiesa–Meinersdorf. 2007 wurde er zugunsten des neu eingerichteten Haltepunktes Wiesa (Erzgeb) aufgelassen. Heute existiert von den ehemals umfangreichen baulichen Anlagen nur noch das Empfangsgebäude und der Güterschuppen.
Der Haltepunkt Wiesa (Erzgeb) wurde 2007 eingerichtet.
Der Haltepunkt Thermalbad Wiesenbad liegt im Ortsteil Wiesenbad der Gemeinde Thermalbad Wiesenbad. Der Haltepunkt wurde am 1. Februar 1866 als Haltestelle Wiesenbad gleichzeitig mit der Bahnstrecke eröffnet. Am 1. Mai 1905 wurde er zum Bahnhof aufgewertet. Am 3. Juni 1956 erfolgte die Umbenennung in Thermalbad Wiesenbad. Am 10. Dezember 1997 wurde der Bahnhof zum Haltepunkt herabgestuft.
Das Empfangsgebäude des Bahnhofes mit der einmaligen Überführung aus Holz zum ehemaligen Inselbahnsteig steht heute unter Denkmalschutz.
Am Abzweig Plattenthal zweigte auf freier Strecke von 1914 bis 1990 die Plattentalbahn, eine Industriebahn zur Ladestelle Plattenthal, ab. Diese wenig bekannte Bahn verlief bis 1945 weiter nach Königswalde und wurde im Zweiten Weltkrieg auch für den Reisezugverkehr benutzt.
Von 1892 bis 1986 verkehrte von Wolkenstein aus die Schmalspurbahn Wolkenstein–Jöhstadt nach Jöhstadt.
Der Haltepunkt Warmbad liegt im Ortsteil Floßplatz der Gemeinde Wolkenstein. Er wurde zeitgleich mit der Bahnstrecke errichtet und ist auch heute noch in Betrieb. Er diente früher als Bahnstation für das Thermalbad Warmbad.
Bis zum 30. September 1904 hieß der Haltepunkt Floßplatz, dann wurde der Name in Floßplatz-Warmbad geändert. Am 1. April 1940 erfolgte eine Namensänderung in Wolkenstein-Warmbad. Seit dem 2. Oktober 1960 heißt der Haltepunkt Warmbad.
Der Haltepunkt Scharfenstein liegt im Ortsteil Scharfenstein der Gemeinde Drebach.
Er wurde gemeinsam mit der Bahnstrecke am 1. Februar 1866 eröffnet. Der Güterverkehr wurde am 1. Januar 1875 aufgenommen. In den 1990er und 2000er Jahren wurden die Gleisanlagen schrittweise auf das durchgehende Hauptgleis reduziert; damit einher ging die Herabstufung zum Haltepunkt.[3]
Der heutige Haltepunkt Wilischthal war bis 1972 Spurwechselbahnhof zur Schmalspurbahn Wilischthal–Thum. Im Zusammenhang mit der Streckensanierung im Jahr 2007 wurde Wilischthal zum Haltepunkt zurückgebaut.
Beim Streckenbau Richtung Freiberg wurde ein komplett neuer Bahnhofsteil nordöstlich der vorhandenen Anlagen angelegt. Mit dem Bau der Bahnstrecke Reitzenhain–Flöha entstand noch weiter nordöstlich davon der Bahnhof der Chemnitz-Komotauer Eisenbahngesellschaft. In den 1930er Jahren entstand bei einem großen Bahnhofsumbau auch das heutige repräsentativ Empfangsgebäude.[4]