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| Borsdorf (Sachs)–Coswig Abzw B
<tr><td valign="top" colspan="2"> Ausschnitt der Streckenkarte Sachsen 1902 </td></tr><tr><td valign="top">Kursbuchstrecke (DB):</td><td>506</td></tr><tr><td valign="top">Streckennummer:</td><td>6386; sä. BC</td></tr><tr><td valign="top">Streckenlänge:</td><td>102,649 km</td></tr><tr><td valign="top">Spurweite:</td><td>1435 mm (Normalspur)</td></tr><tr><td valign="top">Stromsystem:</td><td>Meißen-Trieb–Coswig / Borsdorf–Beucha15 kV 16,7 Hz ~</td></tr><tr><td valign="top">Maximale Neigung:</td><td> 11 ‰</td></tr><tr><td valign="top">Minimaler Radius:</td><td>285 m</td></tr><tr><td valign="top">Höchstgeschwindigkeit:</td><td>100 km/h</td></tr><tr><td valign="top">Zweigleisigkeit:</td><td>Meißen–Coswig Abzw B</td></tr> | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Bahnstrecke Borsdorf–Coswig ist eine Hauptbahn in Sachsen, welche ursprünglich durch die Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie erbaut und betrieben wurde. Sie verläuft großteils entlang der Freiberger Mulde von Borsdorf über Döbeln und Meißen nach Coswig bei Dresden. Sie ist Teil einer Fernverbindung von Leipzig nach Dresden, wird aber heute nur noch für den regionalen Verkehr genutzt.
Inhaltsverzeichnis |
Meißen besaß schon seit dem 1. Dezember 1860 eine Anbindung an die Leipzig-Dresdner Eisenbahn durch eine Zweigbahn von Coswig aus. Am 7. Juli 1864 stellte die Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie den Antrag für den Bau einer zweiten Eisenbahnverbindung zwischen Leipzig und Dresden. Vorgesehen war eine Trassierung entlang der Freiberger Mulde über Döbeln nach Meißen, um dort in die bestehende Zweigbahn von Coswig einzumünden. Am 16. Januar 1866 wurde die Konzession zum Streckenbau erteilt, die Arbeiten begannen am 4. August 1865 nahe Borsdorf.
Eröffnungsdaten:
Am 1. Juli 1876 wurde die Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie verstaatlicht und die Strecke gehörte fortan zum Netz der Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen. Zwischen 1898 und 1909 wurden die Streckenabschnitte Borsdorf–Großbothen und Döbeln–Coswig zweigleisig ausgebaut. Auch zwischen Großbothen und Döbeln war später noch der Bau des zweiten Gleises begonnen wurden. Wegen des Zweiten Weltkrieges wurde allerdings 1939 nur der Abschnitt Großbothen–Tanndorf fertiggestellt.
Eines der größten Neubauvorhaben der Zwischenkriegszeit war der Erneuerung der Elbbrücke in Meißen. Zwischen 1925 und 1926 errichtete dort die Lauchhammer-Rheinmetall AG einen neuen Stahlfachwerk-Überbau. Die Brücke entging 1945 der Sprengung und ist bis heute original erhalten, allerdings ist seit 1946 nur noch ein Gleis vorhanden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde ein Gleis der Strecke im Rahmen der Reparationsleistungen für die Sowjetunion demontiert.
1970 wurde der für den Dresdner Vorortverkehr genutzte Abschnitt Meißen Triebischtal – Coswig elektrifiziert. Am 18. Dezember 1970 begann dort der elektrische Zugbetrieb. Wenig später – im September 1973 – wurde der Streckenabschnitt in das Netz der neu geschaffenen S-Bahn Dresden einbezogen. Fortan wurden sämtliche Reisezugläufe in Meißen gebrochen, wo nun zwischen den Zügen der Relationen Leipzig – Meißen und Meißen Triebischtal – Dresden umgestiegen werden musste. Selbst die auf der Strecke verkehrenden Eilzüge fuhren nun nur noch von Leipzig bis Meißen.
Im Dezember 1981 wurde das zweite Gleis zwischen Meißen und Coswig wieder in Betrieb genommen. 1989 erhielt auch der kurze Abschnitt Borsdorf–Beucha eine elektrische Fahrleitung. Am 30. September 1989 wurde dort der elektrische Betrieb aufgenommen.
Eine völlig neue Situation entstand nach der politischen Wende im Osten Deutschlands 1989/90. Erstmals seit Jahrzehnten verkehrten wieder durchgehende Eilzüge zwischen Leipzig und Dresden über Döbeln. Zusammen mit den zweistündlich verkehrenden Nahverkehrszügen Leipzig–Meißen existierte ein stündliches Zugangebot im Personenverkehr. Auch die S-Bahn – jetzt als Linie S1 (Meißen Triebischtal – Dresden - Schöna) bezeichnet – verkehrt seitdem in einem durchgehenden 30-Minuten-Takt. Erst im Jahr 2000, nach Gründung des Zweckverbands Verkehrsverbund Oberelbe und des Zweckverbands für den Nahverkehrsraum Leipzig, wurde dieser Fahrplan aufgegeben.
Heute beschränkt sich das Angebot auf einen Zweistundentakt mit Regionalbahnen zwischen Leipzig und Meißen, welcher bis Döbeln Hbf zu einem Stundentakt verdichtet wird. Die Symmetriezeit des Fahrplans liegt zwischen Leipzig und Nossen etwa drei Minuten früher als üblich, wodurch die Umsteigezeiten in Richtung und Gegenrichtung z.B. in Leipzig bis zu acht Minuten unterschiedlich sind. Weitere Züge verkehren an Wochentagen morgens und spätnachmittags in einem alternierenden Takt zwischen Leipzig und Grimma. Im Güterverkehr hat die Strecke kaum mehr Bedeutung. Dieser beschränkt sich im Wesentlichen auf die Bedienung des Tanklagers Rhäsa an der ehemaligen Strecke nach Riesa.
Bis 2014 ist der Ausbau des durch die S-Bahn Dresden genutzten Abschnittes vorgesehen.[1] Dabei sollen in der Nähe der Meißner Innenstadt der neue Haltepunkt Meißen Altstadt errichtet und im Abschnitt zwischen Meißen Altstadt und Meißen das zweite Gleis wieder errichtet werden.[2]
Überlegungen des Zweckverbands Verkehrsverbund Oberelbe aus dem Herbst 2010 zur dauernden Einstellung des Schienenpersonennahverkehrs zwischen Nossen und Meißen Triebischtal ab 2011[3] wurden zwischenzeitlich wieder aufgegeben und werden gegenwärtig offenbar nicht weiter verfolgt.
Die Strecke zweigt in Borsdorf von der Leipzig-Dresdner Bahn in Richtung Südosten ab und führt ohne engere Kurvenradien durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet. Nachdem in Beucha die nur noch im Güterverkehr genutzte Strecke nach Trebsen abgezweigt ist, unterquert sie die Bundesautobahn 14 und führt durch das Landschaftsschutzgebiet Naunhofer Forst, wobei sich auf der östlichen Seite die der Naherholung dienenden Kiesseen erstrecken. Vor Grimma, wo die Strecke erstmals auf den Lauf der Mulde trifft, wird die neu erbaute Umgehungsstraße B 107n unterquert. Vor Großbothen wird der Nordteil des Landschaftsschutzgebietes Colditzer Forst durchquert, bevor die 1,5 Kilometer langen Betriebsanlagen des Bahnhofes erreicht werden und die Bundesstraße 107 überquert wird. Auf der Nordseite des Inselbahnhofes beginnt die stillgelegte Muldentalbahn, die an der Ausfahrt die Strecke Borsdorf–Coswig überquert und noch auf etwa einem Kilometer Länge parallel verläuft, bevor sie nach Süden in Richtung Colditz abzweigt. Bei Kössern wechselt die Strecke erstmals auf das Nordufer der Mulde, bis sie bei Röda wieder auf die Südseite wechselt. An der Ausfahrt des Bahnhofes Leisnig erfolgt erneut der Wechsel auf die nördliche Flussseite und anschließend die Durchquerung des Landschaftsschutztgebietes Freiberger Mulde–Zschopau. In etwa 400 Metern Entfernung werden die Ruinen des Klosters Buch passiert, bevor die Strecke an der Mündung der Zschopau wieder auf die Südseite der Freiberger Mulde wechselt, vor Döbeln auf die Strecke aus Chemnitz trifft und gemeinsam mit ihr die Bundesstraße 169 unterquert.
Den Keilbahnhof von Döbeln verlässt die Strecke in südöstlicher Richtung und durchquert das südliche Stadtgebiet, während die Riesaer Strecke nach Nordosten abzweigt. An der Bahnhofsausfahrt wird die Bundesstraße 175 überquert. Ab dem Haltepunkt Döbeln Zentrum wechselt die Strecke mehrere Male das sich verengende Tal der Freiberger Mulde. Hinter Niederstrieges nähert sich die abgebaute Trasse der früheren Strecke aus Niederwiesa an und folgt der Bahnstrecke Borsdorf–Coswig auf etwa zwei Kilometern Länge bis zum in einer Kurve gelegenen Bahnhof Roßwein. Nach einer weiteren zweimaligen Querung der Freiberger Mulde nähert sich von Norden das Anschlussgleis des Tanklagers Rhäsa an, das ab Höhe des Klosters Altzella parallel verläuft, gemeinsam mit der Strecke und der aus Süden herannahenden Zellwaldbahn die B 175 unterquert und in den Bahnhof Nossen einmündet. An der Ausfahrt des Nossener Bahnhofes wird ein letztes Mal die Freiberger Mulde überquert, die Bundesstraße 101 niveaugleich gekreuzt und über einen Steigungsabschnitt entlang der Waldhufensiedlung Eula das Meißner Hochland erreicht. Ab Deutschenbora, dem höchsten Punkt, wendet sich die Strecke in Richtung Nordosten, unterquert die Bundesautobahn 14 und schwenkt in das landschaftsgeschützte Tal der Triebisch ein. Ab hier folgt sie auf etwa zehn Kilometern Länge dem Fluss durch die Garsebacher Schweiz, vorbei am sich 60 Meter über dem Tal erhebenden Götterfelsen bis zum Bahnhof Meißen Triebischtal, wo der von der S-Bahn genutzte Fahrdraht beginnt. Nach Passieren der Elbe mitsamt der Bundesstraße 6 und des Bahnhofes Meißen wendet sich die nunmehr zweigleisige Strecke wieder nach Südosten, führt durch locker bebautes Flachland und trifft zwischen Weinböhla und Coswig wieder auf die Bahnstrecke Leipzig–Dresden.
In Döbeln Hbf kreuzen sich die Bahnstrecken Borsdorf–Coswig und Riesa–Chemnitz. Er wurde am 2. Juni 1868 eröffnet. Das Empfangsgebäude von 1868 ist bis heute original erhalten und steht unter Denkmalschutz. Zwischen dem Bahnhof und der zwei Kilometer entfernten Innenstadt verkehrte von 1892 bis 1926 die Döbelner Pferdebahn.
Der Bahnhof Döbeln Zentrum stellt den direkten Bahnzugang zur Döbelner Innenstadt dar. Im Jahr 1868 wurde die Station als Döbeln Haltepunkt eröffnet, 1905 erfolgte die Umbenennung in Döbeln Ost. Seit dem 21. August 2004 trägt der Haltepunkt den Namen Döbeln Zentrum. Die Gleise verliefen ursprünglich bis 1904 auf Straßenniveau, bevor die Roßweiner Straße untertunnelt und die Gleise um sechs Meter abgesenkt wurden. Da das Bahnhofsgebäude (heute ungenutzt) sein Niveau behielt, ist der Bahnsteig nur über die Brücke der Roßweiner Straße und eine Treppe erreichbar.
Der 1860 eröffnete Bahnhof Meißen liegt im Stadtteil Cölln. Sein 1928 neu errichtetes Empfangsgebäude steht unter Denkmalschutz und gilt als bedeutendes Bauwerk seiner Zeit. Nach Einstellung des Fernverkehrs in den 1960er Jahren hat der Bahnhof heute nur noch regionale Bedeutung.