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| Chomutov–Cheb
<tr><td valign="top" colspan="2"></td></tr><tr><td valign="top">Kursbuchstrecke (SŽDC):</td><td>140</td></tr><tr><td valign="top">Spurweite:</td><td>1435 mm (Normalspur)</td></tr><tr><td valign="top">Streckenklasse:</td><td>D3 (2006)</td></tr><tr><td valign="top">Stromsystem:</td><td>Chomutov–Kadaň-Prunéřov: 3 kV = Kadaň-Prunéřov–Cheb: 25 kV 50 Hz ~</td></tr><tr><td valign="top">Höchstgeschwindigkeit:</td><td>100 km/h</td></tr><tr><td valign="top">Zweigleisigkeit:</td><td>Chomutov–Cheb</td></tr> | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Bahnstrecke Chomutov–Cheb ist eine zweigleisige elektrifizierte Hauptbahn („celostátní dráha“) in Tschechien, welche ursprünglich von der Buschtěhrader Eisenbahngesellschaft (BEB) erbaut und betrieben wurde. Sie verläuft von Chomutov ausgehend entlang der Ohře (Eger) über Karlovy Vary (Karlsbad) und Sokolov (Falkenau) nach Cheb (Eger). Im heutigen Tschechien ist die Strecke als Podkrušnohorská magistrála (Erzgebirgsmagistrale) bekannt.
Inhaltsverzeichnis |
Die Bahnstrecke Chomutov–Cheb ist eine der wichtigsten Eisenbahnmagistralen in Tschechien. Für den Güterverkehr stellt die durchgehend zweigleisig ausgebaute und elektrifizierte Strecke die wichtigste und leistungsfähigste Verbindung zwischen Westdeutschland und Tschechien dar. Sie dient zudem als wichtige Abfuhrstrecke für die im Falkenauer Becken geförderte Braunkohle. Früher hatte die Strecke auch eine enorme Bedeutung für den Bäderzugverkehr nach den weltbekannten Kurorten im böhmischen Bäderdreieck.
Am 3. Juni 1868 erhielt die Buschtěhrader Eisenbahn per Gesetz die Genehmigung zum Bau einer Eisenbahn von Prag über Saaz und Komotau an die königlich sächsische Gränze zum Anschlusse an die Chemnitz-Annaberger Bahn und mit einer Flügelbahn in das Rakonitzer Kohlenrevier, dann von Priesen über Karlsbad nach Eger und Franzensbad[1]. Im Dezember 1871 war der durchgehende Schienenweg von Prag bis Eger fertiggestellt. Als Ergänzung wurde 1873 noch die kurze Verbindungsbahn zwischen Komotau und Kaaden-Brunnersdorf erbaut, die fortan einen durchgehenden Bahnverkehr im Anschluss an die Hauptstrecke der Aussig-Teplitzer Eisenbahn von Aussig/Elbe nach Eger ermöglichte.
Eröffnungsdaten:
In den Folgejahren entwickelte sich die Strecke zu einer der wichtigsten Verbindungen im Norden Böhmens. Im Güterverkehr waren vor allem der Kohleganzzüge aus dem Falkenauer Becken dominierend. Im Reisezugverkehr war die Strecke seit ihrer Eröffnung für die Anreise der Kurgäste nach Karlsbad außerordentlich bedeutsam. Direkte Zugverbindungen bestanden etwa von Wien, Paris oder Ostende nach Karlsbad.
Schon vor 1900 machte der stark angestiegene Verkehr einen zweigleisigen Ausbau der Hauptstrecke Komotau–Eger notwendig. Die Verbindungsbahnen Priesen–Kaaden-Brunnerdorf und Tirschnitz–Franzensbad blieben eingleisig.
Die BEB wurde zum 1. Januar 1923 als eine der letzten großen Privatbahnen in Böhmen verstaatlicht. Fortan war die Strecke in das Netz der Tschechoslowakischen Staatsbahnen ČSD integriert.
Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam die Strecke zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Dresden. Im Reichskursbuch war die Verbindung unter der Kursbuchstrecke 166 Bodenbach–Aussig–Komotau–Karlsbad–Eger enthalten.
Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, im April 1945 war die Strecke noch ein Ziel schwerer amerikanischer Bombenangriffe. In Karlsbad und Eger wurden die Bahnanlagen so schwer beschädigt, dass ein Zugverkehr für längere Zeit nicht mehr möglich war.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam die Strecke wieder zur ČSD.
Die Ausweitung der Braunkohleförderung im Falkenauer Becken bei Karlsbad und im Nordböhmischen Becken bei Chomutov erforderte Ende der 1970er Jahre Veränderungen in der Trassierung der Strecke.
1978 wurde die Trasse zwischen Chomutov und Klášterec nad Ohří auf kohlefreies Gebiet unmittelbar am Abhang des Erzgebirges verlegt. In dem Zusammenhang wurde auch die Strecke zwischen Březno u Chomutova und Kadaň-Prunéřov aufgegeben, welche direkte Zugläufe zwischen Prag und Cheb unter Umgehung des Knotens Chomutov ermöglichte. Als Ersatz entstand eine neue Verbindungskurve bei Chomutov.
Eine weitere Neutrassierung wurde 1980 zwischen Chodov und Sokolov in Betrieb genommen. Diese Neubautrasse erforderte unter anderem die Verlegung des Bahnhofes Nové Sedlo u Lokte, die Errichtung eines Tunnels unter einem Höhenrücken und den Neubau eines Viaduktes nahe dem Haltepunkt Královské Poříčí.
1968 wurde von Cheb aus der erste Abschnitt der Strecke bis Sokolov mit dem modernen Wechselstromsystem 25 kV 50 Hz elektrifiziert. Erst 1981 wurde der elektrische Zugbetrieb weiter bis Karlsbad ausgedehnt. Damit konnte die elektrische Traktion jetzt auch für den Reisezugverkehr effektiv genutzt werden. Östlich von Karlsbad blieb noch lange Zeit eine Lücke im elektrifizierten Netz der ČSD. Erst 1989 wurde von Chomutov aus die Elektrifizierung fortgesetzt, allerdings für das dort übliche 3 kV-Gleichstromsystem.
Folgende Tabelle zeigt die Eröffnungsdaten des elektrischen Zugbetriebes:
| Eröffnung | Strom | Strecke | km |
|---|---|---|---|
| 9. Juni 1968 | 25 kV~ | Sokolov–Cheb | 29 |
| 1. Januar 1983 | 25 kV~ | Nové Sedlo u Lokte–Sokolov | 20 |
| 1. Januar 1983 | 25 kV~ | Tršnice–Františkovy Lázně | 4 |
| 1. Juni 1983 | 25 kV~ | Karlovy Vary–Nové Sedlo u Lokte | 13 |
| 5. Dezember 1989 | 3 kV = | Chomutov–Kadaň | 12 |
| 11. Dezember 2005 | 25 kV~ | Vojkovice nad Ohří–Karlovy Vary | 22 |
| 28. Mai 2006 | 25 kV~ | Kadaň–Vojkovice nad Ohří | 26 |
Seit der politischen Wende in der Tschechoslowakei 1989 gewinnt die Strecke langsam ihre Bedeutung als wichtige und leistungsfähige Magistrale für den Güterverkehr zurück. Ende der 1990er Jahre begannen auf dem noch nicht elektrifizierten Abschnitt Kadaň-Karlsbad umfassende Bauarbeiten zur Modernisierung der Strecke. Im Zusammenhang mit der Erneuerung der Gleise und der Leit- und Sicherungstechnik wurde die Trasse auch von Links- auf Rechtsverkehr umgestellt. In den Jahren 2005 und 2006 wurde dieser Abschnitt mit Fahrleitungen ausgerüstet.
Am 28. Dezember 2006 wurde der durchgängige elektrische Zugbetrieb über die Gesamtstrecke eröffnet. Die Systemtrennstelle zwischen 3 kV Gleichstrom und 25 kV Wechselstrom befindet sich zwischen dem Bahnhof Kadaň-Prunéřov und Klášterec nad Ohří.
Ab Ende der 1950er Jahre kamen auch wieder Bäderschnellzüge auf die Strecke. Überregional bekannt war vor allem der Karlex, der zwischen Berlin und Karlsbad verkehrte. Als Entlastungszug verkehrte später noch ein zweites Zugpaar in der Relation Leipzig–Karlsbad als IExt Karola.
Heute wird die Strecke von einer im Zweistundentakt verkehrenden Schnellzugverbindung Prag–Ústí nad Labem–Chomutov–Cheb bedient. Der Schnellzug R 420/421 „Excelsior“ Košice–Cheb und ein zwischen Moskau und Karlsbad verkehrender Kurswagen sind heute die einzigen internationalen Reisezugverbindungen nach Karlsbad.
In den 1960er und 1970er Jahren kamen im Bäderzugverkehr von Berlin und Leipzig nach Karlsbad die eleganten Triebzüge der DR-Baureihe VT 18.16 zum Einsatz.
Im Güterverkehr waren lange Zeit die sowjetischen Diesellokomotiven der ČSD-Baureihe T 679.1 (ČD 781) prägend. Vor allem auf dem neigungsreichen Abschnitt zwischen Vojkovice nad Ohří und Karlsbad waren diese leistungsstarken Lokomotiven bis Ende der 1990er Jahre unverzichtbar. Letztes Einsatzgebiet dieser Lokomotiven waren die schweren Kohleganzzüge von Sokolov zum Kraftwerk Arzberg in Oberfranken bis zum 30. November 2002.
Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2006 werden alle durchgehenden Schnellzüge zwischen Cheb und Ústí nad Labem mit den Zweisystemlokomotiven der ČD-Baureihe 363 geführt.