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| Bahnstrecke Kars–Achalkalaki (–Tiflis–Baku)[1] <tr><td valign="top" colspan="2"></td></tr><tr><td valign="top">Streckenlänge:</td><td>98 km</td></tr> | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Bahnstrecke Kars–Achalkalaki–Tiflis–Baku, kurz KATB oder BTK (Baku–Tiflis–Kars), ist eine projektierte Eisenbahn-Verbindung, die von der türkischen Stadt Kars über die georgischen Städte Achalkalaki und Tiflis in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku führen soll. Dafür fehlt ein 105 Kilometer langer Streckenabschnitt zwischen Kars und Achalkalaki, der sich in Bau befindet. Nach Fertigstellung erhalten Aserbaidschan und Georgien eine direkte Eisenbahn-Verbindung nach Europa, ohne durch Russland oder Armenien fahren zu müssen.
Inhaltsverzeichnis |
Georgien, Aserbaidschan und die Türkei beschlossen nach 15-jährigen Vorüberlegungen den Bau des fehlenden Verbindungsstücks zwischen Kars und Achalkalaki und den Ausbau der restlichen Strecke am 13. Januar 2007 in der georgischen Hauptstadt Tiflis. Die Verwirklichung der Bahnstrecke begann am 21. Oktober 2007 mit der Grundsteinlegung in Georgien[2]. Auf georgischer Seite müssen 29 Kilometer Gleis verlegt werden, um die fehlende Verbindung von Achalkalaki bis zur türkischen Grenze herzustellen, von dort bis Tiflis müssen 192 Kilometer Strecke überholt werden.[1] Die Bauarbeiten in Georgien wurden durch den Kaukasuskrieg im August 2008 unterbrochen.
Auf türkischer Seite sind 76 Kilometer Strecke, darunter ein 2,4 Kilometer langer Tunnel unter der türkisch-georgischen Grenze, neu zu bauen. Im September 2004 lagen dafür Angebote von 14 Baufirmen vor[3], aber erst am 24. Juli 2008 wurde der Grundstein für die türkische Teilstrecke gelegt[4]. Ende 2011 waren 35 Prozent dieser Strecke sowie der Grenztunnel fertiggestellt.[5] Für die restlichen Anlagen liegt eine detaillierte Planung vor. Der Spurwechselbahnhof soll in Georgien, in der Nähe der Stadt Achalkalaki errichtet werden.[6]
Nach der für Ende 2013 vorgesehenen Inbetriebnahme der Gesamtstrecke wird ein Güteraufkommen von 6,5 Millionen Tonnen und eine Fahrgastanzahl von einer Million erwartet. Bis 2030 soll die Transportkapazität auf 17 Millionen Tonnen jährlich gesteigert werden.[7]
Der türkische Abschnitt wird mit 300 Millionen US-Dollar veranschlagt[3]. Aserbaidschan wird Georgien eine Summe von 200 Millionen US-Dollar zu einem Zinssatz von einem Prozent bei einer Laufzeit von 25 Jahren leihen, um dem finanzschwachen Georgien den erforderlichen Neu- und Ausbau der Bahn zu ermöglichen. Das zeigt ein starkes Interesse Aserbaidschans an der Strecke. Die Gesamtinvestitionen in der Region Achalkalaki sollen sich auf 300 Millionen US-Dollar[8] belaufen, die Gesamtkosten des Projekts werden auf 600 Millionen US-Dollar[7] geschätzt. Für den türkischen Abschnitt der Strecke ist die Finanzierung gesichert.[9]
Die Eisenbahnverbindung ist nach der Baku-Tiflis-Ceyhan-Ölpipeline und der noch nicht fertiggestellten Südkaukasus-Gaspipeline von Aserbaidschan ins türkische Erzurum das dritte Gemeinschaftsprojekt der drei Staaten. Kasachstan und Turkmenistan, die über Eisenbahnfähren über das Kaspische Meer an die neue Strecke angeschlossen werden könnten, sind ebenfalls an einer Beteiligung an dem Projekt interessiert[10].
Durch die Bahnstrecke erhalten Georgien und Aserbaidschan einen Anschluss an das europäische Bahnnetz unter Umgehung von Russland und Armenien.
Armenien kritisiert das Projekt, da die vorhandene, über armenisches Territorium verlaufende und zurzeit wegen der geschlossenen türkisch-armenischen Grenze brachliegende Bahnstrecke Kars–Gjumri–Tiflis nicht genutzt wird, das Land also umgangen wird und weiter isoliert bleibt. Die bestehende Strecke ist zudem kürzer als der jetzt geplante Neubau und könnte für einen Bruchteil der Kosten reaktiviert werden.
Aus diesem Grund verweigern sowohl die USA als auch die EU eine Mitfinanzierung[11][8][12], obwohl die Strecke Teil des Transportkorridors Transport Corridor Europe-Caucasus-Asia ist.
Auch in Georgien gibt es kritische Stimmen gegen das Bahnprojekt: Salome Surabischwili, frühere georgische Außenministerin, äußerte Befürchtungen, dass die neue Strecke den Güterfluss weg von den wirtschaftlich bedeutsamen Schwarzmeerhäfen Poti und Batumi verlagern werde[13]. Diese Bedenken wurden aber nach wiederholten russischen Boykottmaßnahmen gegen die georgische Wirtschaft seit 2006 hintangestellt.
Die vorsichtige Annäherung der Türkei im Gefolge des Kaukasien-Konflikts 2008, die sich in dem Besuch des türkischen Staatspräsidenten Abdullah Gül in Jerewan anlässlich eines Qualifikationsspiels für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 zwischen Armenien und der Türkei am 6. September 2008 manifestierte, ließ Beobachter vermuten, das Projekt könnte aufgegeben werden. Stattdessen könnte die – viel preiswertere – historische Strecke Kars–Gjumri–Tiflis wieder in betriebsfähigen Zustand versetzt werden[14]. Das hat sich nun durch den Baubeginn der neuen Strecke wohl erledigt.