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| Lovosice–Libochovice–Louny
<tr><td valign="top">Kursbuchstrecke (SŽDC):</td><td>114</td></tr><tr><td valign="top">Streckenlänge:</td><td>34,035 km</td></tr><tr><td valign="top">Spurweite:</td><td>1435 mm (Normalspur)</td></tr><tr><td valign="top">Streckenklasse:</td><td>C2</td></tr><tr><td valign="top">Höchstgeschwindigkeit:</td><td>50 km/h</td></tr> | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Bahnstrecke Lovosice–Louny ist eine Nebenbahn in Tschechien. Sie verläuft von Lovosice (Lobositz) über Čížkovice (Tschischkowitz) und Libochovice nach Louny.
Inhaltsverzeichnis |
Ihren Ursprung hat die heutige Verbindung Lovosice–Louny in den Lokalbahnen Lobositz–Libochowitz und Laun–Libochowitz.
Die Lokalbahn Lobositz–Libochowitz entstand auf Initiative der Zuckerfabriken Gebrüder Tschinkel in Lobositz, der Schwarzenberg in Sullowitz und Herberstein in Libochowitz. Ein erstes Projekt für die Strecke stellte die Österreichischen Lokaleisenbahngesellschaft (ÖLEG) im März 1880 vor. Die Konzession für die neue Lokalbahn wurde jedoch am 21. September 1881 der Staats-Eisenbahn-Gesellschaft (StEG) erteilt.
Die Prager Baufirma Kruliš und Zelenka übernahm die Bauarbeiten und stellte die Lokalbahn in einem Jahr Bauzeit fertig. Am 22. November 1882 wurde die Strecke eröffnet. In Lobositz befand sich das kleine Depot der Bahn.
Siehe auch Hauptartikel: Lokalbahn Laun–Libochowitz
Erste Planungen für eine Lokalbahn Laun–Libochowitz stammten von 1895, um einen durchgehenden Schienenweg in Verlängerung der Strecke Postoloprty–Louny zur Bahnstrecke Prag–Bodenbach (heute: Děčín) herzustellen. Am 5. März 1901 wurde die Konzession erteilt. Die Stadt Louny erhielt vom böhmischen Landtag für den Bau der Strecke einen Baukostenzuschuss von 1.966.000 Kronen.
Errichtet wurde die 20 km lange Lokalbahn von der Prager Firma Jan Kruliš. Am 10. Mai 1902 wurde die neue Strecke mit einem Festzug eröffnet.
Am 19. November 1898 wurde die in Tschischkowitz abzweigende Brüx-Lobositzer Verbindungsbahn nach Obernitz (heute: Obrnice) eröffnet. Die Strecke besteht noch, wird aber seit Dezember 2007 nicht mehr fahrplanmäßig befahren.
Libochovice war ab dem 12. Juni 1907 Endpunkt der Lokalbahn Libochowitz–Jenschowitz von Vraňany. Der zuletzt unbedeutende Reisezugverkehr auf dieser Strecke wurde am 10. Dezember 2006 eingestellt.
Den Betrieb der Lokalbahn Lobositz–Libochowitz führte zunächst die Staats-Eisenbahn-Gesellschaft StEG aus, bis diese 1909 verstaatlicht wurde. Die Lokalbahn Laun–Libochowitz wurde seit der Eröffnung von den k.k. österreichischen Staatsbahnen kkStB betrieben.
Nach der Gründung der Tschechoslowakei gingen beide Teilstrecken an die neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen ČSD über. Diese betrieb die Strecke nun als durchgehende Linie Lobositz–Louny.
Nach dem Anschluss des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam der im Sudetenland gelegene Streckenabschnitt Lobositz–Tschischkowitz zur Deutschen Reichsbahn und wurde von der Reichsbahndirektion Dresden betrieben. Nach 1945 gelangte die Gesamtstrecke wieder zur ČSD. Seit 1993 wird die Strecke von deren Nachfolger Tschechische Bahnen ČD betrieben.
Der aktuelle Fahrplan 2006/2007 verzeichnet neun Reisezugpaare an Werktagen, die in einem angenäherten Zweistundentakt verkehren. Im Güterverkehr werden heute keine größeren Verkehrsleistungen mehr erbracht. Der wichtigste Güterkunde an der Strecke ist heute die Zementfabrik in Čížkovice (Cementárna Čížkovice, heute: Lafarge Cement), welche über eine eigene Anschlussbahn verfügt.
Für die Lokalbahn Lobositz–Libochowitz beschaffte die StEG dreifach gekuppelte Tenderlokomotiven der Reihe IVc, welche später von den kkStB als Reihe 195 eingeordnet wurde (ČSD 300.4). Auf der Lokalbahn Laun–Libochowitz setzte die kkStB den ähnlichen Typ Reihe 97 (ČSD 310.0) ein.
Anfangs verkehrten vor allem gemischte Züge. Ab 1903 setzte die kkStB wegen des geringen Reisendenaufkommens als Neuerung den Serpollet-Dampftriebwagen kkStB 2.001 (ČSD M 113.001) auf ihrer Strecke ein. Später wurde auch ein Triebwagen eingesetzt, der ursprünglich für die Lokalbahn Böhmisch Leipa–Steinschönau vorgesehen gewesen war. Dieser als kkStB 1.001 (ČSD M 124.001) bezeichnete Dampftriebwagen gelangte nach seiner Ausmusterung in den Bestand des Technischen Nationalmuseums in Prag. 2006 wurde das einzigartige Fahrzeug für Sonderfahrten betriebsfähig aufgearbeitet.
Heute kommen im Reisezugverkehr ausschließlich die ab Ende der 70er Jahre in Dienst gestellten Triebwagen der Baureihe 810 (ČSD-Baureihe M 152.0) zum Einsatz.