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| Nossen–Moldava v Krušných horách
<tr><td valign="top" colspan="2"> Ausschnitt der Streckenkarte Sachsen von 1902 </td></tr><tr><td valign="top">Kursbuchstrecke (DB):</td><td>514</td></tr><tr><td valign="top">Streckennummer:</td><td>6614; sä. NM</td></tr><tr><td valign="top">Streckenlänge:</td><td>63,399 km</td></tr><tr><td valign="top">Spurweite:</td><td>1435 mm (Normalspur)</td></tr><tr><td valign="top">Streckenklasse:</td><td>C3/C4</td></tr><tr><td valign="top">Maximale Neigung:</td><td> 25 ‰</td></tr><tr><td valign="top">Minimaler Radius:</td><td>212 m</td></tr><tr><td valign="top">Höchstgeschwindigkeit:</td><td>80 km/h</td></tr>
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Die Bahnstrecke Nossen–Moldau (tschech.: Moldava v Krušných horách), auch Zellwaldbahn genannt, ist eine Nebenbahn in Sachsen, die ursprünglich als Teil einer überregionalen Verbindung von Mittelsachsen nach Prag durch die Leipzig-Dresdner Eisenbahn-Compagnie (LDE) erbaut und betrieben wurde. In Betrieb ist heute nur noch der Abschnitt von Nossen über Freiberg nach Holzhau, die weitere Strecke bis ins tschechische Moldava ist stillgelegt.
Inhaltsverzeichnis |
Am 15. Juli 1873 erfolgte die Eröffnung des Abschnitt Nossen–Freiberg durch die Leipzig-Dresdner Eisenbahn, am 8. Juli 1875 folgte der Abschnitt Freiberg–Lichtenberg, auf dem am 1. Dezember 1892 der zweigleisige Verkehr aufgenommen wurde. Am 2. November 1875 wurde die Strecke Freiberg–Mulda und am 15. August 1876 [1] der Abschnitt bis Bienenmühle freigegeben. Am 6. Dezember 1884 begann der provisorische Verkehr Bienenmühle–Moldau für den Kohletransport und am 18. Mai 1885 wurde die Strecke Bienenmühle–Moldau für den Personenverkehr freigegeben.
Am 7. Mai 1945 verkehrten letztmals Züge bis Moldau. Am 8. Mai 1945 nutzten sowjetische Panzerverbände die Trasse, um in Richtung Prag vorzudringen. Dabei wurden die Gleisanlagen auf dem Kamm des Erzgebirges so beschädigt, dass ein grenzüberschreitender Bahnverkehr in die Tschechoslowakei nicht mehr möglich war.
Am 7. Februar 1972 wurde auch der Abschnitt zwischen Holzhau und Hermsdorf-Rehefeld stillgelegt. Fortan verkehrten alle Züge nur noch bis Holzhau. Eine am Teichhaus gelegene Eisenbahnbrücke wurde für den DEFA-Spielfilm "Schüsse in Marienbad" (1973) gesprengt.[2]
Zwischen Nossen und Freiberg wurde der Personenverkehr am 25. September 1977 eingestellt. Güterverkehr gab es hier noch bis zum 31. Dezember 1994, dann wurde er zwischen Nossen und Großvoigtsberg eingestellt, der Abschnitt bis Großschirma folgte vier Jahre später.
Am 27. Mai 2000 verkehrten letztmals Reisezüge in Regie der Deutschen Bahn AG von Freiberg nach Holzhau. Die RP-Eisenbahn GmbH pachtete die Strecke für einen Zeitraum von 20 Jahren und begann am 14. August 2000 mit den Umbauarbeiten zur Streckenerneuerung. In diesem Zusammenhang wurde die zulässige Streckenhöchstgeschwindigkeit von bisher 50 auf 80 km/h angehoben. Zudem wurden auch zwei neue Haltepunkte an der Strecke eingerichtet. Am 25. November 2000 wurde der Reiseverkehr Freiberg–Holzhau durch die neu gegründete Freiberger Eisenbahngesellschaft (FEG) wieder aufgenommen.
Am 5. November 2005 wurde die Strecke zwischen Nossen und Freiberg vom Chemnitzer Eisenbahninfrastrukturunternehmen Regio Infra Service Sachsen GmbH (RIS) wieder in Betrieb genommen. Am 11. August 2008 hat die Deutsche Regionaleisenbahn (DRE) den über 20 Jahre laufenden Pachtvertrag mit dem Streckeneigentümer DB Netz AG und der bisherigen Pächterin Regio Infra Service Sachsen GmbH zur Übernahme der Zellwaldbahn (Nossen–Freiberg) paraphiert. Obwohl die Übergabe der Strecke zum 31. Oktober 2008 vorgesehen war,[3] hat schließlich der bisherige Streckenpächter RIS den Vertrag mit DB Netz verlängert.[4]
Im Jahresfahrplan 2012 verkehren werktags Reisezüge der FEG zwischen Freiberg und Holzhau im Einstundentakt mit Kreuzung in Mulda zur üblichen Symmetrieminute. An Wochenenden gilt ein eingeschränkter Fahrplan mit 2-Stunden-Takt, der insbesondere auf den Ausflugsverkehr ausgerichtet ist.[5] Zwischen Freiberg und Nossen verkehren zu besonderen Anlässen Museumszüge mit Dampflokomotiven. Die Züge können auch gemietet werden. Planmäßiger Güterverkehr findet im Jahr 2012 noch zwischen Freiberg und Großschirma (Anschluss BayWa) sowie zwischen Freiberg und Berthelsdorf (und weiter nach Brand-Erbisdorf) statt.
Ein Wiederaufbau der grenzüberschreitenden Trasse nach Tschechien war seit der politischen Wende im Osten Deutschlands 1990 immer wieder in der Diskussion. Eine tschechische Studie von 2006 sah sogar eine Einbeziehung in das Projekt Regiotram Most vor.[6] Wegen hoher Kosten und fehlendem politischen Willen scheiterte das insbesondere dem Tourismus dienende Vorhaben bislang.
Den Bahnhof Nossen verlässt die Strecke in westlicher Richtung um dann nach Süden abzuschwenken. Im Tal des Pitschbaches durchquert das Gleis ansteigend den Zellwald um dann über eine flachwellige Hochfläche parallel zum Tal der Freiberger Mulde nach Freiberg zu führen. In den Bahnhof der Bergstadt mündet die Strecke von Osten ein. Südlich von Freiberg tangiert das Gleis zunächst einen Teil des Freiberger Bergreviers, um dann ins Freiberger Muldental abzufallen. Bei Lichtenberg wird dessen Talsohle erreicht, die bis zum heutigen Streckenendpunkt Holzhau nicht mehr verlassen wird. Der heute stillgelegte Abschnitt lag ab dem Teichhaus im Hischbachtal. Am Bahnhof Moldava erreichte die Trasse schließlich die Kammhochfläche. Im Winter verläuft auf dem aufgegebenen Bahnkörper die Osterzgebirgsloipe / Skimagistrale Erzgebirge/Krušné hory.
Der Bahnhof Großvoigtsberg wird von einer Freizeitgruppe des Bahnsozialwerkes mit dem Namen „Museumsbahnhof Großvoigtsberg“ betreut. Diese hat das gesamte Gelände 1999 unter Denkmalschutz stellen lassen. In den Räumen des Erdgeschosses ist in dieser Zeit eine ansehnliche Ausstellung zur Eisenbahnsicherungstechnik und zur Streckengeschichte der Zellwaldbahn entstanden.
Der Bahnhof Freiberg (Sachs) entstand 1862 als Endpunkt der Strecke von Dresden, die 1869 in Richtung Chemnitz fortgeführt wurde.
Der Bahnhof Berthelsdorf (Erzgeb) bestand als Haltestelle seit der Streckeneröffnung. Nach dem Bau der hier abzweigenden Bahnstrecke Berthelsdorf–Großhartmannsdorf wurde die Station 1905 zum Bahnhof erhoben.
Der Bahnhof Mulda (Sachs) besteht seit der Eröffnung des Streckenabschnittes Freiberg–Mulda am 2. November 1875. Zunächst als Ladestelle eröffnet, wurde er später zur Haltestelle erhoben. Seine heutige Größe erhielt mit dem Bau der Schmalspurbahn nach Sayda, die am 2. November 1875 eröffnet wurde.
Der Bahnhof Hermsdorf-Rehefeld war von 1945 bis 1972 auf deutscher Seite Endbahnhof im Reise- und Güterverkehr. Heute dient das Bahnhofsgebäude als Hotel und Gaststätte. Zudem besteht ein kleines Eisenbahnmuseum.
Der Bahnhof Moldava v Krušných horách (bis 1945 deutsch: Moldau) war Grenzbahnhof im grenzüberschreitenden Verkehr nach Böhmen. Nach der Einstellung des grenzüberschreitenden Verkehrs 1945 verfielen die Anlagen, die nun nur noch vom tschechischen Binnenverkehr genutzt wurden. Die einst umfangreichen Gleisanlagen sind heute auf ein Bahnsteig- und Umsetzgleis zurückgebaut.