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| Rumburk–Sebnitz (Sachs)
<tr><td valign="top">Kursbuchstrecke (SŽDC):</td><td>083</td></tr><tr><td valign="top">Streckennummer (DB):</td><td>6666 (Staatsgrenze–Sebnitz)</td></tr><tr><td valign="top">Streckenlänge:</td><td>27,14 km</td></tr><tr><td valign="top">Spurweite:</td><td>1435 mm (Normalspur)</td></tr><tr><td valign="top">Höchstgeschwindigkeit:</td><td>50 km/h</td></tr> | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Bahnstrecke Rumburk–Sebnitz ist eine Nebenbahn („regionálnà dráha“) [1] im Norden Tschechiens, welche ursprünglich von der k.k. privilegierten Böhmische Nordbahn (BNB) errichtet und betrieben wurde. Sie verläuft heute nur noch von Rumburk (Rumburg) über Šluknov (Schluckenau) nach Dolnà Poustevna (Niedereinsiedel), die weitere Strecke über die Landesgrenze ins sächsische Sebnitz ist seit 1945 stillgelegt.
Inhaltsverzeichnis |
Erste Planungen für eine Bahnstrecke über Schluckenau stammten schon von 1870, als die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen den Bau einer Hauptbahn von Bad Schandau über Sebnitz, Schluckenau nach Bautzen vorsahen. Die österreichische Regierung vergab jedoch am 17. Juli 1871 die Konzession für die „Eisenbahnstrecke Rumburg–Schluckenau, eventuell mit der Fortsetzung Richtung Bautzen“ an die BNB. Die Strecke von Schluckenau bis zur Landesgrenze (Richtung Bautzen) sollte jedoch erst nach Abschluss eines Staatsvertrages mit Sachsen begonnen werden. Teil der Konzession war auch die Verpflichtung, nach „Herstellung des Anschlusses ihrer Linien in Richtung Zittau, Löbau und Bautzen eine Locomotiv-Flügelbahn von Schluckenau nach Wölmsdorf zu errichten“. Diese Konzession war auf eine Geltungsdauer von 90 Jahren ab Konzessionserteilung ausgestellt.[2]
Das Königreich Sachsen wollte jedoch eine Strecke Schluckenau–Bautzen nur gleichzeitig mit der Verbindung Schluckenau–Schandau genehmigen. Die BNB zeigte jedoch kein Interesse an einer durchgehenden Verbindung vom Elbtal in die Oberlausitz, die in direkter Konkurrenz zur eigenen Hauptstrecke von Prag nach Georgswalde/Ebersbach gestanden hätte. Da keine Einigung mit Österreich zustande kam, bauten die Königlich Sächsischen Staatseisenbahnen die Bahnstrecke Bautzen–Bad Schandau in den Jahren 1873 bis 1877 ohne Berührung österreichischen Staatsgebietes.
Die BNB eröffnete die Strecke von Rumburg nach Schluckenau am 8. Januar 1873, die WeiterfĂĽhrung dieser Strecke in Richtung Landesgrenze (gegen Bautzen) wurde nicht ausgefĂĽhrt. Ăśber zehn Jahre sollten darum vergehen, bis die Strecke entsprechend der Konzession Richtung Wölmsdorf (Bahnhof Nixdorf; heute: Mikulášovice dolnĂ nádraĹľĂ) fortgefĂĽhrt wurde. Am 14. Dezember 1884 wurde der Abschnitt Schluckenau–Nixdorf eröffnet.
Grundlage für den Weiterbau der Strecke nach Sachsen war ein Staatsvertrag zwischen Österreich-Ungarn und Sachsen vom 27. November 1898. Er trat mit dem Austausch der Ratifikationsurkunden am 25. Jänner 1899 in Wien in Kraft. Er bestimmte, dass die Konzession für den Bau der Strecke Nixdorf–Sebnitz an die BNB übertragen werden soll. Eine Inbetriebnahme der Strecke war dann innerhalb von zwei Jahren vorgesehen. Als Wechselstation (Grenzbahnhof) zwischen den Bahnverwaltungen wurde der Bahnhof Sebnitz bestimmt, als Sitz des Grenzzollamtes war Niedereinsiedel vorgesehen. Gegenstand des Vertrages war auch der etwaige Bau der schon länger von Sachsen gewünschten Eisenbahnverbindung von Schluckenau nach Sohland. Die österreichische Regierung sicherte die Konzessionserteilung an ein Privatunternehmen oder eine Ausführung auf Rechnung des Staates zu. Ein konkreter Realisierungszeitraum wurde allerdings nicht vereinbart.[3]
Die Konzession für die Lokalbahn zur Reichsgrenze nächst Niedereinsiedel erhielt die BNB am 9. Februar 1903. Die Konzessionsdauer war auf 90 Jahre vom Tage der Konzessionserteilung an festgesetzt.[4]
Am 15. November 1904 wurde der Verkehr bis zum Grenzbahnhof Nieder Einsiedel aufgenommen. Sieben Monate später – am 14. Juni 1905 – fuhren die ersten Züge bis Sebnitz.
Nach der Verstaatlichung der Böhmischen Nordbahn-Gesellschaft ging die Strecke 1908 an die k.k. österreichischen Staatsbahnen über. Nach 1918 gelangte die Bahn zur neu gegründeten Tschechoslowakischen Staatsbahn ČSD.
Nach dem Anschluss des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam die Strecke zur Deutschen Reichsbahn und wurde von der Reichsbahndirektion Dresden betrieben. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 gelangte die Strecke wieder zur ÄŚSD. GrenzĂĽberschreitender Verkehr nach Sebnitz fand nach 1945 nicht mehr statt. Die ÄŚSD unterbrach die Strecke an der Staatsgrenze mittels einer GleislĂĽcke. Auf deutscher Seite blieb das Gleis fortan ungenutzt liegen.
Mit der Vertreibung der deutschen Bevölkerung nach 1945 verringerte sich die Einwohnerzahl im Bahngebiet auf einen Bruchteil des Vorkriegswertes. Die Verkehrsleistung auf der Strecke sank auf ein Minimum. In Folge der Schließung von Industriebetrieben sank auch die Bedeutung im Güterverkehr. Größter Güterkunde war fortan der Steinbruch am Partizansky vrch (Botzenberg) bei Šluknov, der über eine eigene Anschlussbahn angeschlossen war.
1997 drohte erstmals die Einstellung des Bahnbetriebes. Eine damals vorgesehene Übernahme der Strecke durch einen privaten Betreiber kam jedoch nicht zustande. Der Fahrplan 2006/2007 verzeichnete elf Reisezugpaare an Werktagen, die in einem angenäherten Zweistundentakt verkehrten.
Seit dem 11. Dezember 2011 werden einige SchnellzĂĽge der Relation KolĂn–Rumburk bis Ĺ luknov durchgebunden.[5]
Insbesondere fĂĽr einen touristischen Verkehr wurde in den Jahren nach 1990 immer wieder ein Wiederaufbau der grenzĂĽberschreitenden Trasse gefordert. Nach dem Beitritt Tschechiens zur Europäischen Union am 1. Mai 2004 wurden diese Bestrebungen zum Wiederaufbau nochmals intensiviert. Jedoch sollte es noch bis zum Jahr 2006 dauern, bis der Wiederaufbau zwischen dem Okres DěčĂn, der ÄŚD und dem Verkehrsverbund Oberelbe vertraglich vereinbart wurde. Neben der Erneuerung des noch vorhandenen Gleises sind dazu insbesondere die ErtĂĽchtigung einer EisenbahnĂĽberfĂĽhrung sowie ein Umbau des Spurplans und der Bahnsteiganlagen im Bahnhof Sebnitz nötig. Nach Fertigstellung der grenzĂĽberschreitenden Strecke ist ein Durchlauf der ReisezĂĽge in der Relation Rumburk–Sebnitz–Bad Schandau–DěčĂn im Zweistundentakt geplant.[6] Die heute auf dem Sächsische-Schweiz-Ring verkehrenden ZĂĽge der Städtebahn Sachsen von Pirna ĂĽber Neustadt in Sachsen nach Bad Schandau werden dann zukĂĽnftig in Sebnitz enden.[7] Die Umsetzung des Vorhabens soll nach einem Beschluss des Verkehrsverbundes Oberelbe vom März 2011 bis Dezember 2013 erfolgen. Prognostiziert ist ein Verkehrsaufkommen von 700 Fahrgästen täglich.[8] Die Umsetzung hängt allerdings davon ab, ob die heutigen finanziellen Mittel durch den Freistaat erhalten bleiben und die verringerten Stationspreise und der Wegfall der Regionalfaktoren dauerhaft entlastend wirken.[9] Ob eine Reaktivierung bis Dezember 2013 noch möglich ist, ist fraglich, wird jedoch weiterhin angestrebt.[10] Am 4. November 2011 bestätigte die Deutsche Bahn AG, dass die Finanzierung des Streckenbaus mit Bundesmitteln in Höhe von 2,5 Millionen Euro erfolgen wird. Der Bau kann beginnen, wenn vom VVO die Bestellung von Verkehrsleistungen garantiert wird.[11]
Ab dem 1. Mai 1932 kamen wie auch auf anderen Lokalbahnen der ČSD die legendären Turmtriebwagen der ČSD-Baureihe M 120.4 zum Einsatz. Belegt ist auch der Einsatz von Triebwagen der ČSD-Baureihe M 242.0 Ende der 30er Jahre.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die mittlerweile überalterten Turmtriebwagen von der neu in Dienst gestellten Baureihe M 131.1 verdrängt. Heute kommen im Reisezugverkehr die ab Ende der 70er Jahre in Dienst gestellten Triebwagen der Baureihe 810 (ČSD-Baureihe M 152.0) und deren modernisierte Variante ČD-Baureihe 814 „Regionova“ zum Einsatz.