Balkangebirge
Das Balkangebirge (kurz Balkan/kyrillisch Балкан), bulgarisch und serbisch Stara Planina (kyrillisch Стара планина), ist ein tertiäres Faltengebirge in Südosteuropa, dessen Hauptkamm im heutigen Bulgarien liegt. Nach dem Gebirge wurde die Balkanhalbinsel benannt. Auf dem Gebiet des Gebirges wurden ein Nationalpark, vier Naturparks (Sinite Kamani, Balgarka, Wratschanski Balkan und Stara Planina), sowie etliche Naturreservate und Schutzgebiete zum Schutze der Flora und Fauna eingerichtet.
NameIn der Antike wurde das Balkangebirge Hemus (bulg. Хемус) genannt, griech. Αίμος; thrakisch Haimos, lateinisch Haemus. Zwischen dem 14. und dem 17. Jahrhundert haben die osmanischen Türken das Gebiet schrittweise erobert und waren ungefähr bis zum Ende des 19. Jahrhunderts dort die vorherrschende Macht. Die Bulgaren und Serben nennen das Gebirge heute Stara Planina (‚altes Gebirge‘, Стара планина), wobei im Bulgarischen die Bezeichnung Balkan parallel in Gebrauch ist. GeographieLageDas Balkangebirge ist etwa 600 km lang, verläuft am Nordrand der Balkanhalbinsel zu den Ebenen der unteren Donau in westöstlicher Richtung. Das Gebirge mit abgerundeten Bergformen ist nach Süden hin steil abfallend und wird von vielen Pässen überquert, von denen der Schipkapass der bedeutendste ist. Außerdem wird es von mehreren Durchbruchstälern durchschnitten, von denen das des Iskâr am mächtigsten ist. Höchster Gipfel ist der Botew (2.376 m). Im Westen bildet der bis zu 2.169 m (Midžor) hohe Westbalkan (westliche Stara Planina) die natürliche Grenze zwischen Serbien und Bulgarien. Der östliche Teil des Balkangebirges wird auch als Udwoj-Gebirge bezeichnet (bulg. Удвой планина). Der östlichste Gipfel ist der Sweti Ilija (bulg. Свети Илия). Das Balkangebirge endet am Kap Emine am Schwarzen Meer. GeologieDie Faltungsphase des Balkangebirges wird im Alttertiär angenommen. Der alpinen Gebirgsfaltungsphase zugehörend, sind der Balkanzug und der Karpatenbogen stukturell zusammenhängende Teile der nördlichen alpinen Kettengebirge.[1] Strukturgeologisch als Carpatho-Balkan Arc bezeichnet,[2] nimmt dieser einen wesentlichen Teil der nördlichen zentralen und östlichen Balkanhalbinsel südlich der Donau ein. Geologisch ist der Balkan durch einen zonalen Aufbau der Nord-Süd streichenden Gesteinsstrukturen bestimmt. Diese zonale Steichrichtung wird durch tektonische Rotationen im Norden und Süden aufgebrochen, die Kennzeichnen des geschwungenen Gebirgsbogen sind. Gesteine des Proterozoikums bis zum Quartär bauen den Gebirgszug auf. Dies sind überwiegend saure metamorphe Tiefengesteine (Orthogneise) der Sredna Gora. Vielfach eingestreut finden sich Kalksteine und zu einem kleineren Anteil Dolomite des Jura und der unteren Kreide. Die Mächtigkeit dieser Sedimente kann dabei auch über 1000 m betragen. triassische Kalksteine sind dagegen seltener. Sie finden sich an der Decke permischer Sandsteine im Westbalkan und in der östlichen Stara Planina. ReliefDas Relief des Balkansgebirges wird insbesondere in der Stara Planina, sowie auf der Südseite des Zentralen Balkan durch einen abrupten Anstieg, auf der Nordseite aber durch einen allmählichen Übergang aus der lößbedeckten Donautiefebene bestimmt.[3] Auf der Nordseite nimmt das zertalte hügeligen Vorgebirge des Balkans Höhen zwischen 250 und 600 m ein. Dagegen dachen sich die schroffen Abhänge der Südseite zur zentralbalkanischen Ebene Bulgariens übergangslos ab. WirtschaftIn den höheren Lagen wird vorwiegend Schafzucht und in den Laubwäldern Forstwirtschaft betrieben. In den fruchtbaren Tälern herrscht Ackerbau vor. Außerdem befinden sich in der Region bedeutende Steinkohlevorkommen. Galerie
Einzelnachweise
Weblinks |
||||||||||||||||||||||